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Lotto – eine Steuer für jene, die nicht rechnen können

Von Timo Grossenbacher, 23. August 2014 132 Kommentare »
Gebannt warten Lottospieler in der ganzen Schweiz auf die Ziehung heute Abend – eine Rekordsumme von 47,8 Millionen Franken liegt im Jackpot. Ein paar Berechnungen zeigen, wie absurd die Hoffnung auf einen Gewinn ist.

Mit 47,8 Millionen Franken hat der Schweizer Lotto-Jackpot eine noch nie da gewesene Grösse erreicht. Ebenfalls rekordverdächtig ist die Anzahl abgegebener Tipps — letzten Samstag waren es über 2,2 Millionen, so viel wie seit 10 Jahren nicht mehr, und es ist anzunehmen, dass heute Abend ein weiterer Rekord gebrochen wird. Wieso zieht ein grösserer Jackpot mehr Leute an? So viel ist sicher: Die individuelle Gewinnchance bleibt gleich klein — sie beträgt läppische 0,0000064 Prozent (bei einem Minimaleinsatz von 5 Franken).

Was heisst das konkret? Der Datenblog hat sich für Sie mit dem Gebiet der diskreten Wahrscheinlichkeitsrechnung abgemüht und ein paar statistische Eventualitäten errechnet.

Mobil-User: Bitte kippen Sie ihre Geräte in die waagrechte Position, damit die Zahlen sauber dargestellt werden.

31,5 Mio.

Möglichkeiten (exakt: 31’474’716) gibt es, aus 42 regulären Zahlen deren 6  und aus 6 Zusatzzahlen deren eine auszuwählen. Da man für den Mindesteinsatz von 5 Franken zwei Tipps abgeben kann, errechnet sich die Chance auf einen Jackpot-Gewinn auf die oben erwähnten 0,0000064 Prozent.

1,28%

So hoch (eher: klein) wäre die Jackpot-Gewinnchance, würde man heute 1 Million Franken einsetzen und diese auf 400’000 (unterschiedliche) Tipps à 2.50 Fr. verteilen.

450’000 Jahre

So lange würde es im Schnitt dauern, bis man mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit mindestens einmal den Jackpot knacken würde, vorausgesetzt, man gibt an den 104 Ziehungen pro Jahr jeweils zwei Tipps ab. Dies würde in all den Jahren ungefähr 234 Millionen Franken kosten.

100%

So hoch wäre die Gewinnchance, würde man 31’474’716 unterschiedliche Tipps auf einmal abgeben, was wiederum über 81 Millionen Franken kosten würde – ein ziemlich schlechter Deal.

460 Mio. Fr.

So viel würde es im Schnitt ungefähr kosten, wenn eine Person mit durchschnittlicher Lebenserwartung (~84 Jahre) mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit mindestens einmal im Leben den Jackpot gewinnen wollte. Dafür wären Teilnahmen an ungefähr 6860 Ziehungen nötig (in den 66 Jahren, in denen man teilnahmeberechtigt ist). Es müssten jeweils, das heisst zweimal pro Woche, ungefähr 13’600 Tipps à 2.50 Fr. abgegeben werden — immerhin wöchentliche Kosten von fast 70’000 Franken.

Wir stellen fest: Entweder man tippt bis in alle Ewigkeit, oder man nimmt auf einmal sehr viel Geld in die Hand. Beides scheint weder realistisch noch sinnvoll.

Doch wie sieht es mit kleineren Gewinnen aus? Leider genauso schlecht.

5,8%

So hoch ist die Chance, bei einem Mindesteinsatz von 5 Franken mindestens 10 Franken abzuräumen. Da schneiden Roulette und Co. doch einiges besser ab.

250.70 Fr.

So viel müsste man einsetzen, um mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit mindestens einmal mindestens 10 Franken, sprich überhaupt etwas zu gewinnen. Dafür müsste man mit 2 Tipps à 2.50 Fr. an ungefähr 50 Ziehungen teilnehmen. 99 Prozent Wahrscheinlichkeit gibt es für läppische 385 Franken.

Diese Rechnereien könnte man stundenlang weiterspinnen – die Erkenntnis bleibt: Lotto lohnt sich nicht, und wenn, dann nur in absoluten Ausnahmefällen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass nur 54,5 Prozent der Einsätze als Gewinn an die Teilnehmer zurückfliessen, und somit der zu erwartende Gewinn weit unter dem Einsatz liegt. Die grosse Mehrheit der restlichen 45,5 Prozent fliesst in kantonale Fonds, weswegen Scharfzüngige Lotto gelegentlich auch mit einer (freiwilligen) Steuer gleichsetzen. Andererseits kommen die Gelder aus den kantonalen Fonds über 12’000 kulturellen und sozialen Projekten zugute.

Um noch einmal auf die heutige Ziehung zu sprechen zu kommen: Je mehr Leute mitspielen, desto grösser ist die Chance, dass wirklich irgendein Glückspilz den Jackpot knackt. Und desto stärker steigt der Jackpot bei jeder weiteren «erfolglosen» Ziehung. Desto grösser ist jedoch auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich besagter Glückspilz den Gewinn mit anderen Leuten teilen muss, vor allem wenn er oder sie auf Schnapszahlen setzt. Zum Beispiel werden häufig Geburtstage verwendet (Zahlen unter 30, häufig die 19) oder es werden visuelle Muster getippt (Diagonale, etc.).

Viel Glück!

Hier noch eine kleine Statistik am Rande: Würden die ungefähr 6 Millionen Einwohner, die über 18 Jahre alt sind, alle je zwei Tipps abgeben, und würden sich diese Tipps alle voneinander unterscheiden (was ziemlich unrealistisch ist), dann betrüge die Chance auf einen Jackpot-Gewinn immer noch weniger als 40 Prozent. Man darf also durchaus damit rechnen, dass der gegenwärtige Jackpot noch weiter wächst.

Übrigens: Falls Sie an den Berechnungen zweifeln, dürfen Sie gerne selber nachrechnen.

Nachtrag: Dank eines Hinweises aus den Kommentaren wurde ein Kommafehler bei der Umrechnung von Prozenten entdeckt. Dies betraf die 3. und 5. Berechnung. Besten Dank für den Hinweis.

 

132 Kommentare zu “Lotto – eine Steuer für jene, die nicht rechnen können”

  1. Peter Nyfeler sagt:

    Lustig, es gibt tatsächlich welche, die glauben wirklich gewinnen zu können… ich lach mich kaputt!!!

  2. nando widmer sagt:

    Man sollte die ganze Geschichte von der anderen Seite betrachten: Die Chance, dass man beim Lotto Geld VERLIERT und ärmer wird liegtmit einem einfachen Einsatz bei 99.9999936% (also fast ziemlich genau ungefähr 100%).

  3. L Trachsel sagt:

    Pseudorationale Statistik, die man mittlerweile kennt. Wenn ich nur ein einziges los kaufe, steigt die wahrscheinlichket von 0 auf einen (wohl kleinen) wert. Der wahrscheinlichkeitsanstieg ist unendlich für ein paar franken. Unschlagbar.

  4. SchlauMeier sagt:

    wurde bei der 100% Gewinnchance der Einsatz auch in die Gewinnsumme mit einberechnet? bei 81 Mio Einsatz und einem Rückfluss von 50% würde der Jackpot um weitere 40.5 Mio anwachsen. Zusätzlich kommen noch die gesamten richtigen 3,4,5 etc. zur Auszahlung.

    40.5Mio + 47 Jackpot + div. Gewinne = würde wohl in diesem fall sich lohnen

    nur, dumm sollte noch ein weiterer die richtigen Zahlen haben, dann sieht es düster aus 😛

    • Tömu sagt:

      Wenn Sie alle Tipps abgeben kostet das etwa 78.7 Mio (nicht 81, wie der Artikel fälschlich behauptet). Von denen kommen rund 20 Mio über die Gewinnränge 3-8 zurück. Rund eine Million gibt es für den 2. Rang. Und der Jackpot schwillt dank Ihren Millionen um zusätzliche 20.6 Millionen an, wäre dann also bei 68 Millionen statt 48 Millionen. Wenn Sie alleine den Jackpot getroffen hätten, hätten Sie tatsächlich 10 Millionen vorwärts gemacht. Hätte ein noch einer getroffen (was ja tatsächlich der Fall war) hätten Sie aber bereits 24 Millionen Verlust eingefahren. Insgesamt wäre der Gewinn-Erwartungswert aber in dem Fall tatsächlich relativ nahe bei Null gewesen, wenngleich immer noch negativ. Grob überschlagen wäre bei 79 Mio Einsatz “nur” ein einstelliger Millionenverlust zu erwarten gewesen. Wenn man aber einen Kiosk hätten und Provision von Swisslos kassieren würden, dann könnte tatsächlich sein, dass man es knapp in die schwarzen Zahlen geschafft hätte. Allerdings bei grossem Risiko. Eine Investition wäre also nur für sehr sehr grosse Investoren alleinfalls attraktiv gewesen.

      • Hotel Papa sagt:

        Das alte Lied: Geld im Glücksspiel kann man nur verdienen, wenn man über mehr Geld verfügt als der Veranstalter.

  5. wenn ich jetzt richtig rechne, sollte doch, wenn der Jackpot auf über 81 Mio. anwachsen sollte, mit einer Investition von 81 Mio. der Gewinn sicher zu holen sein. Aber die Gefahr besteht, dass man sich dann den mit einigen anderen Multimillionären teilen muss. Also ist bleibt das Glückspiel eine schlechte Idee. (Und die Steuern habe ich noch nicht eingerechnet, also muss man sicher noch etwas warten).

    • Roland K. Moser sagt:

      In den USA war das mal der Fall. Die Lotto-Gesellschaft hat gesagt, es sei billiger, wenn sie den 6er einfach so verkaufen würden. Allerdings haben sie keinen Käufer gefunden. Das Geld ging über einen normalen Gewinn weg.

    • Peter Meiser sagt:

      Ja, wenn Sie dann der einzige Gewinner sind. Es müsste also nur jemand anders auf die selbe Idee kommen und haben sehr viel Geld verlohren.

  6. Roland K. Moser sagt:

    Ich habe zum Glück nicht gewonnen 🙂
    Ich gewinne erst nächstes Jahr, wenn der Jackpot um 20 Mio. höher ist 😀

  7. P. Wäckerli sagt:

    Die Wahrscheinlichkeit 1:31.5 Millionen für einen 6er + Glcükszahl lässt sich auch wie folgt darstellen: Betrachtet man ein Jahr (365 Tage, entspricht 31.5 Millionen Sekunden) so gilt es, genau die eine, richtige Sekunde innerhalb des ganzen Jahres zu treffen.

    • christopher sagt:

      Danke!
      Dies ist die anschaulichste Erklärung, die ich je in diesem Zusammenhang gelesen habe.
      Unter Zahlen mit vielen Nullen kann man sich oft wenig vorstellen, aber auf eine Sekunde eines ganzen Jahres richtig zu wetten, kann man sich einigermassen vorstellen.

    • Der Vergleich funktioniert auch mit einer Strecke: Man nehme auf der Länge von 31’474.7 km, jeden Meter einen Pflock, haut den in die Erde (nehmen wir an, es gäbe kein Gewässer auf der Erde ) und vergräbt den Jackpot unter EINEM dieser Pflöcke.
      Nun schickt man alle Einwohner der Schweiz, welche über 18 Jahre alt sind auf den Weg, wo sich die Leute einen Pfosten aussuchen dürfen….

  8. Marc Schiesser sagt:

    Natürlich ist die Gewinn-Chance sehr gering. Aber es ist eben ein Spiel. Man sagt sich, 5 Franken Einsatz kann man verkraften! Es gibt Leute die wesentlich mehr für dümmere Sachen ausgeben (Tabak, etc..). Falls man gewinnt, wäre es eine gigantische Überraschung und wenn man wie erwartet nicht gewinnt, hat man halt was für die Kultur gespendet.

  9. Ruedi Freiaemter sagt:

    Die 460 Mio CHF die eine Person ausgeben müsste um zu 95% den Jackpot einmal im Leben zu knacken stimmen meines erachtens nicht. Eine Person könnte mit 63 Mio CHF zu 100% einmal den Jackpot knacken. 31.5 mio Möglichkeiten mal 2.50 CHF pro Lottoschein. Man müsste es nur irgendwie schaffen 31.5 Mio Lottoscheine in einer halben Woche auszufüllen.

  10. Michael D sagt:

    Krebs – Eine Krankheit die nicht rechnen kann. Anfang Jahr wurde ich mit einer seltenen Form diagnostiziert, angeblich so selten wie ein 6er im Lotto. Da habe ich die Gelegenheit genutzt und gleich mitgespielt. Leider kannte das Glück kein Mitleid 🙂

  11. kurt mäschli sagt:

    Der langen Berechnungen kurzer Sinn. Ich verrate jetzt ihnen das ich den Jackpot Gewinner bin. Natürlich gebe ich nicht preis wie mein Name ist. Schei…, erst nachher bemerkt das es ohne ja nicht geht.

  12. Enig Walt sagt:

    ich glaube felsenfest dass die Ziehung der Lottozahlen gesteuert wird. ein Grossrechner eruiert welche Zahlenkomboation nicht getippt worden sind…
    anders ist es nicht möglich dass über DERART VIELE ZIEHUNGEN kein Sechser getippt wird!
    das gabs nie zu Zeiten als die grosse Trommel sich noch drehte…
    schickt euer Geld weiter an Swisslos – ein rechter Anteil davon wird ja eh für andere Zwecke verwendet als ihn den Spielern auszuzahlen!

    • tim burkhalter sagt:

      Ist das jetzt ironisch oder meinen Sie das ernst?

    • Klaus Naud sagt:

      Leider kam ich zu dem selben Schluss wie Sie.
      Ich habe jahrelang fasziniert im Bekanntenkreis zugesehen, wie diese in sogenannten seriösen Onlinecasinos ihr Geld verloren. Es ist ein Leichtes, nach Abgabe des letzten Tips die Zahlen zu berechnen, die dem Veranstalter den geringst möglichen Verlust ermöglichen. Erhebt sich die Frage nach den “geprüften” Tennisbällen. In Zeiten von Nanniten ((Nanorobotern) die in keiner Weise mit bloßem Auge sichtbar sind und gewichtsmäßig mit normalen Präzisionswaagen nicht erfassbar sind, wird sich wohl ein Weg gefunden haben, die Bälle zu steuern.
      Es ist dann klar, wie auch beim Onlinecasino, dass je mehr gleichzeitig spielen, die Verlustberechnung schon dauern könnte. Deswegen hat man beim Casino auch die Anzahl pro Tisch auf 4 Teilnehmer beschränkt.
      Beim Lotto, wo die Teilnehmerzahl immens hoch ist, wird einfa von der ersten bis zur letzten sekunde ein Zahlenbündel korrigiert. deshalb steht auch schon nach bekanntgabe der gefallenen zahlen sofort oder in allerkürzester zeit der gewinner und die quoten fest.
      das kann man nicht mit hochrechnungen oder ultraschnellen Rechenanlagen erklären, weil bis zur Ausspielung ja angeblich keine Zahl bekannt ist.
      Schön ist es halt dich, wenn die Anzahl der Tips so hoch und vielfältig ist, dass die Herausgabe des Höchstgewinns zumindest einmal erfolgen muss, weil sie das kleinere Übel darstellt.
      Wohl dem, der dann diese Zahlen getippt hat.
      Ich nehme immer gerne mich als Beispiel. Habe dieses Jahr mal wieder einen Vierer plus Superzahl gehabt. Und weil es so schön war habe ich in den anderen Felder die restlichen 2 Zahlen richtig getippt, was mir etliche 2er und 3er bescherte. Natürlich war ich nicht allein mit dem 4er aber doch wohl ziemlich selten, auch die restlichen zahlen auf dem gleichen Schein zu haben. MfG

  13. Bernhard sagt:

    Was ich amüsant finde: Wenn behauptet wird, bestimmte “Muster” zu spielen sei unklug wegen dem Teilen, dann kommt mir immer als erstes der Lottospieler in den Sinn, der eine Party schmiss, als er erfahren hatte, dass die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 gezogen wurde. Er hatte sich glücklicherweise im letzten Moment entschieden, dieses Muster NICHT zu spielen, weil er keine Lust aufs Teilen hatte. Und siehe da: Er muss nun tatsächlich nicht teilen!!!! Welch ein Glückspilz… 🙂

  14. Erich Deiss sagt:

    Ich spiele jedes Jahr für 20 Franken Lotto. Wenn Gott will, dass ich besonders reich werde, gebe ich ihm damit eine Chance, seinen Wunsch zu verwirklichen. Bis jetzt wollte er nicht.

  15. Heinz Müller sagt:

    Der oder die Gewinnerin der 48,5 Mio. konnte evtl. auch nicht rechnen, was ihm oder ihr Wurst ist. Die anderen 2,1999 Mio. Mitspielenden sind ihm oder ihr egal.

  16. adam gretener sagt:

    Lieber Herr Grossenbacher, mindestens 1 Mensch in der Schweiz wird nun über ihren Artikel laut lachen müssen.

  17. Gabriela sagt:

    Nun, für jemanden hat sichs gerechnet… Gratulation an den Gewinner!

  18. Guy Tony sagt:

    Lieber Herr Grossenbacher ,
    Ihre nette Rechnerei in Ehren, aber wenn sie wirklich wissen oder erklären wollen ob sich das Lottospielen “lohnt”, so sollten sie doch die kleineren Gewinne miteinbeziehen. Erst recht wenn sie (auch nur hypothetisch) in ihren Spielereien davon ausgehen dass jemand eine Million setzt.
    Unterm Strich handelt es sich doch darum wie hoch der Jackpot ist, beziehungsweise ab welchem Stand es sich dann eben doch “lohnen” kann (im Unterschied zu dem von Ihnen gerne nebenbei erwähnten Roulette).
    “Oder?”

    • Tömu sagt:

      Die Rechnung hab ich unten im Blog gemacht. Wenn Sie einen Tipp haben, den kein anderer hat, dann kam bei dem Jackpot im besten Fall zwar mehr als 90%, aber dennoch weniger als 100% des Einsatzes zurück (Erwartungswert), was dank Jackpot zwar deutlich besser ist, als die 54.5%, die im Schnitt ausbezahlt werden, aber halt immer noch nicht rentabel. Bei einem sehr schlechten Tipp wie 1,2,3,4,5,6 wären übrigens nur rund 40% zurück gekommen.

  19. Susanne Reich sagt:

    Wie eine Kollegin mir gesagt hat: Jeder, welcher gewonnen hat, hat auch gespielt. Irgendwann gewinnt einer und es muss ja nicht immer der Jackpot sein, auch über “kleinere” Beträge freuen sich die Gewinner. So soll jeder selbst entscheiden, was und ob es es ihm wert ist. Meinerseits spiele ich regelmässig, ob viel im Jackpot ist oder nicht, doch nur für ein paar Franken. Nur wünschte ich mir, die Gewinne wären besser verteilt, so dass mehrere Gewinner am Jackpot teilhaben könnten. Doch dazu bräuchte es wahrscheinlich eine Änderung des Reglements. Viel Glück, irgendwann knacken wir den Jackpot!

  20. Dani sagt:

    A propos Chance, heute zu gewinnen:
    für mich liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50%:50%- entweder ich gewinne, oder nicht!

  21. Eduardo sagt:

    Von den Einsätzen fliessen nur 45,5 Prozent in die Gewinne, und davon werden dann soviel ich weiss wie bei einem normalen Einkommen die Gemeinde-, Kantons- und Bundessteuer sowie der AHV-Beitrag und danach vom Rest auf dem Konto Jahr für Jahr die Vermögenssteuer abgezogen. Lächerlich, bei dieser frechen Lottofarce, nicht umsonst die Dummensteuer genannt, noch mitzumachen.
    Und was die einbehaltenen 54,5 Prozent der Einsätze betrifft, die nach Abzug der horrenden Verwaltungskosten an “soziale Zwecke” gehen: Es hat – aus der Sicht der Beglückten – schon seine Gründe, warum allerhöchst ungern (wenn überhaupt) veröffentlicht wird, wohin diese Gelder eigentlich fliessen.

  22. Paul Casos sagt:

    Das einzig Relevante hier wäre der Erwartungswert, d.h, die Wahrscheinlichkeit multipliziert mit der Auszahlung für jede Gewinnoption. Das wird jedoch im Artikel nicht erwähnt. Die Tatsache alleine, dass die Wahrscheinlichkeit klein ist, sagt noch nichts aus. Der Erwartungswert ist bei einem sehr hohen Jackpot natürlich deutlich höher als sonst. In dem Sinne macht es zumindest mehr Sinn heute Lotto zu spielen, als jemals zuvor.

  23. Hotel Papa sagt:

    Mit den gleichen Rechnungen kann man nachweisen, dass eine Versicherung sich nie lohnt. Schliesslich müssen die Versicherer Verwaltungskosten decken und wollen Gewinn machen. Es wird also immer weniger “ausgeschüttet”, als eingezahlt. Dennoch machen Versicherungen Sinn, nämlich dann, wenn sie ein Risiko abdecken müssen, dass ich aus eigener Kraft nicht tragen kann.
    Analog im Lotto: Habe ich aus eigener Kraft keine Chance, Reich zu werden, so gibt mir Lotto mindestens eine minimale, es dennoch zu schaffen. So ich denn reich werden will…

  24. Tanja Meier sagt:

    Und trotzdem habe ich am Mittwoch nach dem ich jahrelang nicht gespielt habe, chf 10.15 gewonnen.

  25. Stefan W. sagt:

    Was ich nicht ganz verstehe ist, wieso man die Gewinne so “unfair” verteilt, fast wie bei einem Grosskonzern: Der oberste bekommt fast alles, die anderen nur Brosamen. Wieso kann man den Hauptgewinn nicht etwas kleiner machen, und dafür den 5ern und 4ern mehr auszahlen? Wäre der Spielanreiz wirklich kleiner, wenn der Hauptgewinn nur noch 5 statt 30 Millionen wäre, aber man dafür eine grössere Chance auf einen substanzielleren Nebengewinn hätte?

  26. Christian Bolliger sagt:

    Da mir die Wahrscheinlichkeit eines Lotto Gewinns bekannt ist, spiele ich nur Lotto wenn ich verliebt bin. Klappte bisher leider auch nicht immer – aus Sprichwörter ist kein Verlass.

    • Hansueli Koch sagt:

      … äh … heisst es doch eigentlich so: Glück in der Liebe, Unglück im Spiel (und vice versa) – also gerade nicht spielen, wenn Sie verliebt sind 😀

  27. Beyeler Rudolf sagt:

    Wieso 81Mio?? für alle Tips
    31’474’716 tips zu 2,5Fr pro Tip =78’686’790 Fr oder habe ich meinen Rechner bei Aldi gekauft und der rechnet anders??

    Nachtrag die voraussichtlichen 47,8 Mio in 1 Fr stücken abgeholt ergibt ca 210320 Kg…… 210 Tonnen…

  28. Röbi Steiner sagt:

    Einen hab ich noch: Man lässt jemanden beliebig zwischen Romanshorn und Genf (rund 360 km) einen Kreidestrich in der Breite von 1.14 cm quer über die Fahrbahn zeichnen. Dann fahre ich mit dem Auto los und halte irgendwo auf dieser Strecke völlig willkürlich an (natürlich ohne den Strich zu sehen). Wenn dann die beiden Hinterräder meines Autos genau auf diesem Kreidestrich stehen, habe ich den Sechser mit Zusatzzahl gewonnen !

    • arnold gasser sagt:

      Einer war so unvernünftig und hat das gemacht. Dabei wurde er heute um ein paar Millionen reicher. lol

    • Daniel Frei sagt:

      Vielen Dank für diesen sehr bildhaften und eindrücklichen Vergleich! Die Vorstellung macht Spass, ernüchtert aber gleichzeitig enorm …

  29. Dani sagt:

    Für Realisten scheint das Ganze hoffnungslos… jedoch fehlt noch eine Rechnung: Wenn ich nicht mitspiele ist die Wahrscheinlichkeit 0, das ich etwas gewinne.
    Zum zufälligen Ankreuzen nur soviel: Eine Bekannte hatte bei der gleichen Ziehung mit 20 Tipps 2 Fünfer!!! ergo 2 mal fast die gleichen Zahlen angekreuzt. Man berechne diese Wahrscheinlichkeit 🙂

    • Martin sagt:

      Dazu gibt es einen hübschen Witz vom Schotten, der immer vor der Lottoziehung zum lieben Gott betete, er möge ihn doch gewinnen lassen. Nach Jahren des selben Rituals das erneute Stossgebet gegen den Himmel. Da öffnet sich dieser und der liebe Gott erscheint dem Schotten und fleht ihn an: «Gib mir endlich eine Chance und fülle einen verdammten Lottoschein aus!»

  30. Peter Rietsch sagt:

    Intuitiv stört beim Lesen sofort, dass man angeblich 95% Wkeit auf mindestens einen Jackpot durch Spielen hintereinander mit 23,4 Millionen erreichen kann (45000 Jahre), beim Spielen ein einziges Mal jedoch für die gleiche Wahrscheinlichkeit viel mehr investieren muss (81 Millionen Franken für 100%). Das bedeutet schon mal, dass es hier einen Fehler im Artikel hat, denn einmaliges Tippen ist immer besser (billiger) als mehrfaches Tippen.

    Beispiel: Würfel mit 10 Flächen, man will 90% Trefferwahrscheinlichkeit, also gibt man bei einem einzigen Wurf 9 Tipps ab. Gibt man immer nur einen Tipp pro Wurf ab und würfelt 9 Mal ist man erst bei 61%, dass man mindestens einmal getroffen hat. Insgesamt braucht man 22 Würfe, um auf 90% zu kommen, also viel mehr als beim einmaligen Tipp/Wurf.

    Die Anzahl Runden, die beim Lotto zu spielen sind, um auf 95% zu kommen sind: log(1 – 0.95) / log(1 – 2 / 31474716)) = 47144910. Das entspricht bei 104 Ziehungen pro Jahr 453316 Jahren (und nicht 45000) und 235.7 Millionen Franken Einsatz (und nicht 23.4), was schon viel realistischer erscheint.

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Sie haben völlig recht, mir ist beim Berechnen ein ärgerlicher Kommafehler unterlaufen. Besten Dank für den Hinweis!

  31. Peter Gutknecht sagt:

    Diese Lotterie ist an sich unattraktiv konzipiert: ob ich 5 Mio oder 50 Mio gewinne, trägt zu meinem Lebensglück etwa gleichviel bei. Daher wäre die Lotterie attraktiver, wenn es 10 Gewinne à 5 Mio statt einen à 50 Mio gäbe.
    Da der Gewinn-Erwartungswert aber so oder so stark negativ ist bei diesem Spiel (ich setze 1 Fr und erhalte durchschnittlich 54.5 Rp), lohnt sich dieses Spiel wirklich für die meisten nicht. Es gibt aber wirklich Lebensumstände, in denen sich Lottospielen effektiv lohnt: nehmen wir an, Sie haben alles verloren und leben von der Sozialhilfe. Mit einem Lottogewinn können Sie sich wieder in normale Verhältnisse katapultieren – verlieren Sie hingegen im Lotto, so ersetzt Ihnen de facto der Staat den Verlust. Allerdings wäre auch im Beispiel einer armen Person Roulette die viel bessere Wahl. Die Bietstrategie im Roulette müsste dann sein, alles auf einmal auf nur eine einzige Zahl zu setzen – beginnt man das Risiko zu streuen, so verlöre man einfach je Spiel durchschnittlich ca 1%, mit vielen kleinen Einsätzen kann man sich nicht aus dem Schlamassel befreien.

    • Schweizer Joe sagt:

      “Gut gebrüllt Löwe”… So sei es. Auch mit 1 Million wäre allen Lottogewinnern mehr als gedient. Diese über 10 Mio Gewinne….? Was soll?s.

    • Roland K. Moser sagt:

      Es würden vermutlich wirklich mehr Leute mitmachen, wenn die Chancen auf einen Gewinn um die 5 Millionen steigen würden.

    • Javier López sagt:

      Die spanische Weihnachtslotterie El Gordo erfüllt ihre Wünsche. Einnahmen ca. 3 Milliarden Euro, Ausschüttung 70% der Einnahmen. Nicht ein Hauptgewinn sondern mehrere Hauptgewinne. Viele bezahlen mit dem Gewinn die Hypothek ab. Es ist die grösste, älteste und populärste Lotterie weltweit. Eine Steuer die viele gerne bezahlen.

  32. Martin Fürst sagt:

    Lotto ist eine Droge der Unterschicht, genauso wie Tabak und Alkohol. Logisch besteuert der Staat solche Dinge massiv. Man bekommt zudem wie bei einer Religion eine (sehr unwahrscheinliche, abstrakte) Hoffnung bezüglich der Zukunft geliefert.

    • Dani sagt:

      Bei der Religion halte ich es aber immer noch mit Blaise Pascal 🙂

      • Eduardo sagt:

        Ob der liebe Gott auf derart durchsichtige Spekulationen (“Ich setze ganz rational auf irgendeine Religion, um meine Chancen auf die vollkommene und ewige Seligkeit im Himmel zu vergrössern”) hereinfällt? 😉

      • Peter Weierstrass sagt:

        Wobei Blaise Pascal es offenlässt, an *welchen* Gott man glauben soll, falls es mehrere gibt.

        Irrst du dich und glaubst an den falschen Gott… oh shit. 😉

    • Ike Conix sagt:

      Der Staat besteuert das genau gleich wie Einkommen aus Arbeit. Er plant nun aber, ganz auf Steuern zu verzichten. Wie im Casino.

  33. Boris Radtke sagt:

    Ich habe 5sfr eingesetzt, und habe wild und ohne zu Ueberlegen Zahlen ausgesucht. Ich werde nicht mal kontrollieren müssen, da ich eh davon ausgehe, nicht zu gewinnen. Immerhin bietet Swisslos die Möglichkeitk, das ganze online zu erledigen, denn so kann man nicht vergessen zu kontrollieren und wird im Gewinnfall benachrichtigt. Was eh nicht passiert. Hoffentlich gewinnt heute “wer”, denn dann kann man diesen Traum für längere Zeit erst mal wieder begraben und abhaken. Good luck, everybody 🙂

  34. Bertrand Sparent sagt:

    Die Wahrscheinlichkeit den Jackpot zu gewinnen ist vergleichbar mit jener, nach dem Tod ins Paradies zu kommen. Deren soziale Funktionen sind es ebenso.

    • Susanne Reich sagt:

      Dies mit dem Paradies hängt vom “Lebenslauf” ab, Lotto nicht. 😉

    • böni alois sagt:

      Um Himmels Willen, wo und wann sind Sie in den Religionsunterricht gegangen?
      Aehnliche Angstmacherei kenne ich heute eher als Abstimmiungspropaganda.

  35. Roland K. Moser sagt:

    Wenn wir von 100 Ziehungen p.a. ausgehen und wir immer dieselben Zahlen verwenden und 1 Jahr lang bei jeder Ziehung mitmachen und jedesmal 2 Tipps mit den vorerwähnten immer denselben Zahlen verwenden, beträgt die Chance schon 31’500’000 / 100 Ziehungen / 2 Tipps = 1zu 157’500.
    Wenn ich es richtig verstehe ist es aber nur so, wenn ich immer dieselben Zahlen verwende.

    Das weiss ich noch: Die Chance, dass die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, kommen, ist genau so gross, wie eine andere Kombination 🙂

    Das auch noch: Wenn jetzt alle noch schön viel Geld in die Finger nehmen und dieses am Kiosk bis heute abend abladen, steigt mein Jackpot noch massiv.

    • Ike Conix sagt:

      @Roland K. Moser: Sie übersehen aber dabei, dass nicht bei jeder Ziehung die selben Zahlen gezogen werden (obwohl das sogar mehrmals und auch hintereinander möglich wäre). Also ist Ihre Chance unabhängig von den getippten Zahlen bei 2 Tipps jedesmal 1:15’750’000. Übrigens: Den Jackpot habe ich schon mal für mich reservieren lassen.

      • Roland K. Moser sagt:

        Und dann teilen Sie das ganze noch durch die 100 Ziehungen und kommen auf die 1 : 157’500.

        Es ist mir auch klar, dass nicht bei jeder Ziehung dieselben Zahlen gezogen werden. Ob sich die Chance auf einen Gewinn vergrössert, wenn man mit immer denselben Zahlen spielt, weiss evt. der Autor des Artikels.

        • Hotel Papa sagt:

          Nein, die Chance bleibt gleich, egal was man tippt. Die Karten werden jedes Mal neu gemischt. Neues Spiel, neues Glück. Was nicht gleich bleibt, ist die Gewinnhöhe: Wie im Artikel schon erklärt: alles, was eine Chance hat, dass ein Anderer es gleich gemacht hat, zahlt im Schnitt schlechter. Also 13 drin, 7 drin, andere “Glückszahl” drin, Geburtstage, Muster, Reihen, mathematische Reihen…

          • Roland K. Moser sagt:

            Sie betrachten alle Ziehungen separat und ich mache eine Jahresbetrachtung.

          • Hotel Papa sagt:

            Auch dann ist die Chance unabhängig von den Zahlen, die man jeweils spielt. Da jede Ziehung unabhängig ist von den vorhergehenden spielt es keine Rolle.

          • Roland K. Moser sagt:

            Nein Hotel Papa. Je mehr Sie spielen, umso grösser die Chance auf einen Gewinn – In Theorie und Praxis.

          • Hotel Papa sagt:

            So langsam wirds mir zu blöd. Natürlich hängt es vom Einsatz ab. Aber es ist egal, ob man immer die gleichen Zahlen spielt oder wechselnde. Nur im gleichen Spiel reduziert man mit zwei gleichen Tipps die Gewinnwahrscheinlichkeit, der Erwartungswert bleibt aber praktisch gleich, da sich der Gewinn im Eintretensfall vervielfacht.

            Mein Tipp: Ein Buch zur Wahrscheinlichkeitsrechnung lesen und VERSTEHEN.

          • Roland K. Moser sagt:

            Zahlen Sie Kirchensteuern?
            Wenn Sie die Zahlen ständig wechseln, besteht die Gefahr, dass Sie Zahlen nehmen, welche schon gekommen sind. Mit immer derselben Zahlenkombination können Sie dieses Risiko minimieren.

          • Hotel Papa sagt:

            Sie ignorieren in Ihren Annahmen konstant die Ûnabhängigkeit der Ereignisse. Noch einmal zum Mitschreiben:
            DIE NÄCHSTE ZIEHUNG WEISS NICHTS VON DER VORHERGEHENDEN. Jede Kombination, auch die schon gefallene, ist gleich wahrscheinlich.

            Die einzige Abhängigkeit, die besteht, ist für die einzelnen Zahlen innerhalb EINER Ziehung. Ein schon gezogene Zahl fehlt in der Trommel und kann kein zweites Mal gezogen werden. Bei der nächsten Ziehung ist alles weider jungfräulich, alle Zahlen sind wieder im Spiel, die Wahrscheinlichkeit für jede einzelne (bei der Ziehung der ersten Zahl) ist 1/42.

            Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Bauen Sie auf Ihre Theorie ein Lottosystem auf (denn danach wäre es möglich), und werden Sie reich. Oder auch nicht.

          • Roland K. Moser sagt:

            Dann kreuzen Sie mal die Zahlen an, die schon gekommen sind.

    • Marco Webber sagt:

      Leider stimmt Ihre erste Behauptung (Hoffnung) nicht, sorry.
      Damit das wahr wäre, müsste die Ziehungsmaschine ein Gedächtnis haben und immer verschiedene, neue Zahlenkombinationen zu ziehen (damit irgendwann Ihre Zahlen gezogen werden MÜSSEN). Da sie das weder kann noch tut, beginnt jede Ziehung wieder neu mit der Chance von 1:31’474’716 – tut mir wirklich leid, aber das ist eben so.

      Den einzigen Vorteil, den Sie bei immer gleichen Tipss haben, ist der, dass es Sie nie aufregen wird, wenn Sie “neue” Zahlen wählen und dann Ihre “alten” Zahlen gewinnen.

      PS: Und wir sprechen hier übrigens von MEINEM Jackpot 😉 Bon weekend 🙂

      • Roland K. Moser sagt:

        Die Ziehungsmaschine zieht tatsächlich immer andere Zahlen, also MÜSSEN meine oder ihre Zahlen irgendwann gezogen werden.

        31’500’000 / 2 Ziehungen pro Woche / 2 Tipps = 7’875’000 Wochen. Diese geteilt durch 52 = 151’442,3 Jahre. Spätestens also nach 151’442,3 Jahren müssen Ihre Zahlen gezogen werden, Theoretisch zumindest, denn sie können auch früher oder später kommen.

        • Markus sagt:

          Nein, es ist nicht so, dass immer andere Zahlen gezogen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die zuletzt gezogenen Lottozahlen wieder kommen, ist exakt gleich gross wie jede andere Kombination…. DIe Ziehung hat kein Gedächtnis und es interessiert sie nicht, welche Zahlen schon mal gezogen wurden- das Spiel beginnt immer wieder von Neuem mit den gleichen Chancen (aber anderen Erwartungswerten, da der Jackpot schwankt…)

          • Roland K. Moser sagt:

            Natürlich werden immer andere Zahlen gezogen. Und natürlich ist es möglich, dass 2 mal hintereinander dieselben Zahlen kommen.

        • Ike Conix sagt:

          Nein, Herr Moser. Ihre Chancen liegen bei 2 Tipps bei jeder Ziehung bei 1:15’750’000. Egal, ob Sie neue oder wieder die gleichen Zahlen tippen. Auch nach 31’500’000 Ziehungen müssen Ihre noch nicht gezogen worden sein. Aber schon mehrmals die 7 gleichen.

        • Hotel Papa sagt:

          Nein, wieso denn. Es können, wenn auch mit astronomisch geringer Wahrscheinlichkeit, die genau gleichen Zahlen in zwei Ziehungen unmittelbar nacheinander gezogen werden.

          • Roland K. Moser sagt:

            Gemäss Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht.

          • Hotel Papa sagt:

            Wieso nicht? Wenn die Wahrscheinlichkeit für den Sechser P ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit für zwei gleiche Sechser hintereinander P^2.
            Die Wahrscheinlichkeit, dass am Mittwoch wieder die genau gleiche Kombination wie am Samsag gezogen wird, ist heute sogar wieder P. Weil irgendein Sechser wurde Samsat gezogen und steht bereits fest.

            Die zwei Fälle sind unabhängig. Was am Samstag gelaufen ist, beeinflusst den Mittwoch nicht.

          • Roland K. Moser sagt:

            Was am Samstag gelaufen ist, beeinflusst den Mittwoch sehr wohl – Zumindest in der Theorie. Denn Gemäss Theorie kommen erst wieder Zahlen vor, die schon mal gekommen sind, wenn alle Zahlen gezogen wurden. In der Praxis ist es leicht anders, denn es ist tatsächlich möglich, dass Sie z.B. 2 mal hintereinander die 6 würfeln.

          • Hotel Papa sagt:

            In einem Wort: Nein.

          • Roland K. Moser sagt:

            Doch doch, lieber Mann.
            Würfel: Die Wahrscheinlichkeitsrechnung geht davon aus, dass alles glatt und nach Theorie verläuft. Bei 6 Würfen müssen also gemäss Theorie die Zahlen 1 bis 6 vorkommen. Sonst wäre die Chance, dass beim ersten Wurf die 6 kommt nicht 1 : 6, sondern kleiner. Das sagt die Theorie.
            In der Praxis ist es aber tatsächlich so, dass sie vermutlich gegen 100 Durchgänge machen müssen, bis alle Zahlen genau nur 100 mal, bzw. 1 mal pro Durchgang gekommen sind. 1 Durchgang ist 6 mal würfeln.

          • Hotel Papa sagt:

            . In einem Wort: Nein.

          • Roland K. Moser sagt:

            Dann machen Sie mal 1000 Durchgänge à 6 Würfe und schreiben die Zahlen auf. Und o Wunder! jede der 6 Zahlen wird 1000 mal vorkommen.

    • Roland K. Moser sagt:

      Obiges ist eine Jahresbetrachtung
      Nochmals eine Jahresbetrachtung
      Wenn also 157’500 Personen p.a. an 100 Ziehungen teilnehmen, jede jedesmal 2 unterschiedliche Tipps mit immer denselben Zahlen abgibt (Das macht 315’000 Tipps p.a.), müsste es 1 6er mit Glückszahl in diesem Spieljahr geben.

      Wenn wir wissen, wieviele unterschiedliche Tipps p.a. abgegeben werden, können wir also ausrechnen, wieviele 6er plus Glückszahl es p.a. geben muss/wird. Natürlich wird es nicht ganz stimmen, weil es Häufungen und das Gegenteil davon gibt. Aber so im 4 Jahres-Schnitt sollte es stimmen.

      • Peter Rietsch sagt:

        Herr Moser, Sie können nicht einfach einmalige Wahrscheinlichkeit mit Anzahl Ziehungen multiplizieren. Das mag hier annäherungsweise gehen, weil die Wahrscheinlichkeit dermassen klein ist und Sie nur wenige Runden spielen, aber als generelle Regel (im Sinne von Mathematik 🙂 ist es falsch.

        Kleines Experiment: Nehmen Sie einen Würfel, setzen Sie auf eine Zahl und würfeln einmal. Die Wahrscheinlichkeit ist 1/6, dass Ihre Zahl getroffen wird. Wenn Sie nun 6 Mal hintereinander würfeln, ist es zwar gut möglich, dass Ihre Zahl einmal oder mehrmals kommt, aber es ist nicht 100% (resp. 6 * 1/6 = 1). Es kann auch gut sein, dass die Zahl gar nicht kommt, wie jeder Eile-mit-Weile-Spieler zweifellos bestätigen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Zahl nicht kommt ist (5 / 6) * (5 / 6) * (5 / 6) * (5 / 6) * (5 / 6) * (5 / 6) = 33.5%, also sehr hoch, verglichen mit 0% laut Ihrer Rechnung.

        Das gleiche gilt beim Lotto. Wenn Sie mehr als einmal spielen, können Sie nicht die Wahrscheinlichkeiten addieren, sondern Sie müssen die sog. Gegenwahrscheinlichkeit multiplizieren: (1 – Gewinnwahrscheinlichkeit) ^ (hoch) Anzahl Ziehungen = Wahrscheinlichkeit nie zu gewinnen.

        • Roland K. Moser sagt:

          Da ist ein Rechnungsfehler drin. Es gibt natürlich 31’500’000 Tipps p.a. Und dann gehe ich natürlich davon aus, dass es 31’500’000 verschiedene Tipps sind. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 31’500’000 muss also 1 Treffer dabei sein, theoretisch – Auf den mehrjährigen Schnitt muss es bei dieser Anzahl Spieler und Tipps 1 Treffer p.a. geben.

          Ich mache eine Jahresbetrachtung, und keine Stichtagsbetrachtung.

          • adam gretener sagt:

            Lieber Herr Moser, da liegt eben der Hund begraben. Es gibt keine Jahresrechnung. Nur das jetzt zählt und was jetzt gezogen oder gewürfelt wird, hat keinen Einfluss auf zukünftige Ziehungen oder Würfe. Wenn Sie beim Würfeln unbedingt eine 2 brauchen kann es auch sein, dass Sie 20 mal würfeln müssen.

          • Roland K. Moser sagt:

            Eben nicht.
            Sie können nächsten Mittwoch 100 Tipps abgeben, dann steigt Ihre Chance auf 1 : 315’000 für diese Ziehung.
            Sie können aber auch 50 mal 2 tipps abgeben, dann steigt für diese 50 Ziehungen ihre Chance auch auf 1 : 315’000, Aber eben nur bezogen auf alle 50 Ziehungen. Für jede einzelne Ziehung gilt natürlich 1 : 31,5 Mio.
            Je mehr Sie spielen, umso grösser die Chance auf einen Gewinn.

          • Roland K. Moser sagt:

            Rechnungsfehler entdeckt.
            Korrektur:
            Sie können aber auch 50 mal 2 Tipps abgeben, dann steigt für diese 50 Ziehungen ihre Chance auch auf 1 : 315’000, Aber eben nur bezogen auf alle 50 Ziehungen. Für jede einzelne Ziehung gilt natürlich 1 : 15,75 Mio. (Sie geben 2 Tipps ab pro Ziehung, deshalb)
            Je mehr Sie spielen, umso grösser die Chance auf einen Gewinn.

  36. Martin Schwizer sagt:

    Nach all diesen statistischen Argumenten haben Sie mich überzeugt, ebenfalls einen Lottoschein auszufüllen!!

  37. Peter Weierstrass sagt:

    Lotto ist eine Steuer, die sozusagen (freiwillig) von der Unterschicht bezahlt wird, während die Lotteriefondsprojekte zum grossen Teil der Mittel- und Oberschicht zugute kommen. Musicals werden damit unterstützt, Museen, Sportklubs…

    Ich spiele selten und mit kleinen Beträgen Lotto. Ich verzichte mal auf einen Kaffee und bezahle dann lieber einen Lottoschein. Ist nicht die langweiligste Art, dem Lotteriefonds und den davon unterstützten Projekten etwas zu spenden.

  38. Ike Conix sagt:

    Die Aussagen zu den 45‘000 Jahren und den 46 Mio. Fr. kann ich nicht nachvollziehen. Wird dabei nicht übersehen, dass an jeder Ziehung wieder andere 6+1 Zahlen gezogen werden? Also beträgt im ersten Fall die Chance 45‘000 Jahre lang bei jeder Ziehung nur 1:15‘737‘358 und im zweiten 66 Jahre lang nur 1:23‘143.

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Danke für Ihren Kommentar. Die einzelnen Ziehungen (sprich, die Auswahl von 6+1 Zahl in ihrer Gesamtheit) sind unabhängig voneinander. Die beiden Berechnungen setzen ausserdem voraus, dass 2 bzw. 1360 unterschiedliche Tipps abgegeben werden, wenn Sie das meinen. Die Chancen haben Sie richtig berechnet (15’737’358 = 31’474’716 / 2, bzw. 23’143 = 31’474’716 / 1360).

      • Markus sagt:

        Bin auch der Meinung dass die 45000 Jahre falsch sind- das zeigt sich nur schon dadurch, dass die 95% Wahrscheinlichkeit mit einem relativ tiefen Betrag (23.4 Mio.) erreicht werde kann, währenddem 95% Wahrscheinlichkeit in einem Leben mit Kosten von 46 Mio. einhergehen sollen- da im zweiten Fall an weniger Ziehungen (aber mit mehr Losen) teilgenommen werden muss, sollte der zweite Fall eigentlich billiger sein (oder im Extremfall kann man auch 0.95*81= Mio. für nur die nächste Ziehung ausgeben und erreicht es dann mit Kosten von “nur” 77 Mio.)
        Meiner Meinung nach ist die korrekte Rechnung: log(0.05)/log(1-p)/104, wobei p der Gewinnchance bei einer Teilnahme mit zwei Losen entspricht- also 1/15’737’358. Dann ergibt das 453’316 Jahre- das Zehnfache des angegebenen Wertes. Kosten würde dies dann natürlich 236 Mio….

        • Timo Grossenbacher sagt:

          Sie haben völlig recht, mir ist beim Berechnen ein ärgerlicher Kommafehler unterlaufen. Besten Dank für den Hinweis!

    • Peter Weiss sagt:

      Geht mir Gleich, ich erkläre es mir jedoch damit, dass ja die 95% Wahrscheinlichkeit expizit erwähnt wird. Ist also immer noch nicht sicher.

  39. Schneeberger sagt:

    Oder etwas bildlicher gesagt: Wenn man mit dem Auto von Rorschach am Bodensee nach Genf fährt und dann noch ca. die halbe Strecke des zurückgelegten Weges weiterfährt, und während der Fahrt ein 5 Rp. Geldstück zum Fenster hinaus wirft und dabei das markierte 5 Rp. Geldstück trifft, welches auf dem Weg aneinandergereiht am Boden liegt, so ist man glücklicher Gewinner.

  40. Hotel Papa sagt:

    Völlig an den Motiven vorbei. Der Einzelne Spieler ist nicht von der Gesamtwahrscheinlichkeit betroffen, sondern vom Einzelfall. Das fast sichere Risiko eines kleinen Verlusts, den man problemlos verschmerzen kann, gegen die verschwindend kleine Chance eines Riesenglücks. Die Rechnung geht für viele auf.

    • Bernhard Piller sagt:

      Stimmt! Glücksspiele sind im Gegenteil zu Steuern eine Umverteilung von vielen auf wenige anstatt von wenigen auf viele. Es ist in der Tat ein interessantes Phänomen, dass Leute kein Problem mit der umgekehrten Umverteilung haben, solange sie auch eine Chance sehen, Nutzniesser davon zu sein.

      • Rolf Bombach sagt:

        Sagt Ihnen der Begriff “freiwillig” etwas? Wenn Ihnen Lotto nicht passt, dann lassen Sie es doch. Viel bizarrere Umverteilungen finden im Profifussball und dergleichen statt, und dort können sie die Pflichtanteile in den Produktepreisen für das “werbefinanziert” nicht entgehen. Ich spiele Lotto, da ich weiss, dass der Lotteriefonds kulturelle und sportliche Aktivitäten sponsert bis hin zu Umweltprojekten und Krebstherapien. Auch und gerade dort, wo sich keine Steuergelder finden.

    • Joel Eberle sagt:

      Das Problem ist, dass viele diesen kleinen Verlust Woche für Woche hinnehmen und sich gleichzeitig nicht bewusst sind wie unwahrscheinlich P = 0,0000064 eigentlich ist. Am Ende haben viele dann tausende von Franken verlocht, die man für etwas besseres hätte brauchen können.
      Eher wird man im Zürisee von einem Hai gebissen als im Lotto zu gewinnen.

      • Gerhard Engler sagt:

        Das mit dem Hai ist definitiv nicht richtig. Es gewinnen jedes Jahr einpaar Dutzend Leute im Lotto. Es wurde aber in den letzten 1000 Jahren niemand im Zürisee von einem Hau gebissen.

  41. Charles Bücheli sagt:

    Frage: was hat ein Auslandschweizer bei einem Lottogewinn zu versteuern?

    • loulou55 sagt:

      Meines Wissens wird die Verrechnungssteuer erst mal abgezogen, danach müsste man in einem Land mit Doppelbesteuerungsabkommen die Steuern des betreffenden Landes zahlen um dann die V-steuer zurückfordern zu können.
      In DE sollen Lottogewinne steuerfrei sein, da käme man mit Fr. 0 davon.

  42. Charles Bücheli sagt:

    Was hat ein Auslandschweizer mit Wohnort, z.B. in Thailand zu versteuern?

  43. Martin Müller sagt:

    Das wäre alles Gut und Recht, wenn es hierbei um eine Investition ginge. Doch es geht um ein Glücksspiel. So lasst uns doch die Freude, wir zahlen es schliesslich selber…

  44. Paul Meier sagt:

    Wieviele Lottomillionäre gibt es in der Schweiz?

    • Ike Conix sagt:

      Die korrekte Frage lautet: “wie viele GAB es?”. Per 1.12.2012 hatten 574 Teilnehmer 1 Million und mehr gewonnen. Viele davon dürften aber nicht mehr Millionäre sein, einige davon sogar Sozialhilfebezüger.

      • Paul Meier sagt:

        Ja ist korrekt, was man daraus macht ist eine andere Sache. Aber Tatsache ist dass trotz alle minimalen Wahrscheinlichkeitsrechnungen immer wieder Jackpots ausgeschütte werden. Also wenn ihn schon jemand bekommt .. warum nicht ich?

        • Viktoria Steiner sagt:

          Der Grund, warum es so “viele” Lottomilionäre gibt, obwohl die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn für einen einzelnen sehr klein ist, liegt an der Zahl der Teilnehmenden. Wenn viele Leute mitspielen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass *jemand* aus diesen Leuten die richtige Zahl trifft, nicht mehr soo klein.
          Ich habe das mal recherchiert, als mein Reisegepäck verlorenging:
          Im Jahr 2010 gingen 1.2% aller Gepäckstücke verloren oder kamen zu spät an. Das klingt nach wenig. In absoluten Zahlen waren das jedoch 29.44 Mio. verlorener oder zu spät gelieferter Gepäckstücke in diesem einzigen Jahr. Der Grund? Es wurden 2.44 Mia. Fluggäste transportiert (jede Flugbewegung einzeln gezählt – wenn ich einen Hin- und einen Rückflug mache, zähle ich als 2 Gäste).

          Aus diesem Grund muss man in Statistiken immer sowohl die individuellen Wahrscheinlichkeit (dass es *genau* mich trifft) und die Grösse der Gruppe als Ganzes (dass es *irgendjemanden* trifft) betrachten. In 12 von 1000 Flügen ein Gepäckstück verspätet zu bekommen ist für ein Individuum kein Problem – aber 29.4 Mio. verspätete oder verlorene Gepäckstücke sind für Fluggesellschaften nicht etwas, das sie ignorieren können.

  45. Arthur Steiger sagt:

    Die Berechungen sind alle richtig, die Chance verschwindend klein. Und trotzdem gab es 2013 in der Schweiz 26 Lottomillionäre.
    Die grundsätzliche Möglichkeit am Samstag Millionär zu sein ist Antrieb und Reiz Lotto zu spielen. Dieser Traum ist rein emotional und da hat das Rationale keinen Platz.

    • Daniel Richterich sagt:

      Bei emotionalen Träume kann das Rationale durchaus seinen Platz haben.
      Z. B. indem das schreckliche Leid auf der Welt einem Anlass & Antrieb gibt, auf möglichst effektive und rationale Art und Weise das Leid auf der Welt zu schmälern. Es gibt eine Bewegung die genau diesen Ansatz vertritt -> Effective Altruism (www.effectivealtruism.ch)
      Sollte einer dennoch so irrational sein und LOTTO spielen und dann glücklicherweise sogar noch gewinnen, bleibt zu hoffen, dass er einen (Gross-)Teil davon an effektive Organisationen spendet und damit grösstmögliche gute Auswirkungen auf die Welt hat und diese zu einer besseren macht.

      • Roland K. Moser sagt:

        Das Leid auf der Welt schmälern wir am besten, wenn wir alles zubetonieren, danach niemand mehr etwas zu Essen hat und alle verhungern. Die Natur funktionert ohne den Menschen und besser 🙂

  46. Roland K. Moser sagt:

    Mich stört daran nur, dass ich heute den Gewinn werde teilen müssen.

    • Tömu sagt:

      @Moser: In der letzten Ziehung wurden wohl weniger als 10 Millionen Tipps abgegeben. Heute sind es vielleicht mehr, aber auch wenn es 15 Millionen Tipps sind, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand gewinnt, immer noch 38% für den Fall, dass alle Tipps gleich wahrscheinlich sind. Und weil nicht alle Tipps gleich wahrscheinlich sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand gewinnt, sogar noch kleiner. Seien Sie also beruhigt: Es ist unwahrscheinlich, dass Sie die 47 Millionen teilen oder gar (noch schlimmer!) heute schon versteuern müssen. Sie sind also mit höchster Wahrscheinlichkeit ein echter Glückspilz. 😉

  47. Tömu sagt:

    Können Sie noch den Erwartungswert des Gewinnes berechnen, den man momentan kriegt? Bitte auch berücksichtigen, dass man den Jackpot allenfalls teilen muss. Dem kann man freilich etwas entgegenwirken, wenn man die Zahlen schlauer wählt (also nicht 1,2,3,4,5,6 wählt).
    Beim alten Lotto brauchte es einen Jackpot von rund 25 Millionen, um einen Erwartungswert von Null zu erzielen mit klugen Tipps. Damit es sich im Schnitt lohnen würde, alle möglichen Tipps (damals ca. 8 Mio) abzugeben, genügen die 25 Millionen aber natürlich noch nicht.

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Danke für Ihren Kommentar. Die “Tipps” sind in einem separaten Artikel zusammengefasst: http://t.co/009chPgVIo Aber ja, es lohnt sich (eventuell) auch, Zahlen wie 19 (kommt in jedem Geburtsdatum vor, in dem das Jahr angegeben wird) und solche unter 30 zu meiden. Desweiteren ist es sinnvoll, möglichst kein augenfälliges Muster (wie z.B. Diagonale) zu tippen.

      • Daniel Keller sagt:

        Die Frage wäre noch, wieviele Lottospieler wählen Zahlen wie Geburtstage, und wieviele machen genau das Gegenteil, also versuchen aus taktischen Gründe keine solchen Zahlen zu wählen (und bewusst keine Muster zu wählen, ist auch schon wieder ein Muster …). Unter Umständen hebt sich das mehr oder weniger wieder auf.
        Das einzig vernüftige ist wohl, völlig nach dem Zufall zu spielen, als selber eine kleine Verlosung für sich zu Hause durchführen und dann diese Zahlen ankreuzen.

        • Tömu sagt:

          @Keller: Wenn Sie die 6 am seltensten getippten Zahlen wählen, werden Sie wohl auch nicht der einzige sein. Es gibt bestimmt schon den einen oder anderen Schlaumeier, der das auch tut. Aber ansonsten zieht eine Veranstaltung, bei der man sein Geld zuverlässig halbieren kann, schon eher Gross”investoren” an, die sich nicht wirklich zu viele Gedanken machen, weil – täten sie es, würden sie nicht “investieren”, sondern höchstens für einen Kleinstbetrag spielen (und zwar im Wissen darum, dass die Hälfte des Geldes schon mal für anderes als Gewinne weg ist).

      • Felix Zihlmann sagt:

        Sicher? Möglicherweise ist sogar das Gegenteil Ihrer Tipps etwas wert, denn diese Sache mit Datum und Muster ist ja nichts Neues. Angenommen, dass der durchschnittliche Lottospielerspieler in Kenntnis dieses angeblichen Phänomens die Zahlen 1-31 (Tage), 1-12 (Monate) und 19-20 (Jahre) und “Muster” schon lange meidet, dann würden diese Zahlen unterdurchschnittlich oft gewählt werden und genau das Gegenteil Ihrer Empfehlung würde zutreffen. Ich warte auf den Beweis, bsp. mit 3-er Trefferquoten in Abhängigkeit der gezogenen Zahlen.

      • Tömu sagt:

        Danke für Ihre Antwort. Die Berechnung der W’keiten hätte ich aber auch so hingekriegt und Annahmen für die zu erwartende Häufigkeit eines möglichst einmaligen Tipps krieg ich auch selbst halbwegs hin. Nicht klar ist mir aber der Verteilschlüssel. Früher gab ein Dreier konstant 6 Franken. Der Erwartungswert dafür, dass mein Einsatz in Form einer Dreier-Gewinnes zurückkommt, lag bei rund 9 Rappen pro eingesezten Franken (Rechnungsfehler vorbehalten). Für die anderen unteren Gewinnränge galt ebenfalls konstanter Gewinn und für die hohen Gewinne, damals 5+ und 6, habe ich Annahmen getroffen, die dann, wenn ich mich recht erinnere, wie gesagt dazu führten, dass der Jackpot mindestens 25 Millionen sein musste. (Kann auch 35 Mio gewesen sein, ich müsste nachrechnen). Beim aktuellen Lotto fehlt mir der Verteilschlüssel, um das auch zu rechnen. Deshalb meine freundliche Bitte. 😉 Aber wenn Sie mir den Verteilschlüssel von Swisslotto zukommen lassen können, dann rechne ich gerne selbst nach. Google hat den leider auf die Schnelle nicht gefunden. (Vielleicht war ich auch einfach zu blöd den zu finden, wie auch immer. Sicher ist, dass einem Swisslos nicht grad auf die Nase bindet, wieviel sie für welchen Gewinnrang ausbezahlen.)

        • Timo Grossenbacher sagt:

          Den durchschnittlich zu erwartenden Gewinn (vorausgesetzt man gewinnt) erfahren Sie auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Lotto#6_aus_42_plus_1_aus_6_in_der_Schweiz
          Genaueres gibt es in den Teilnahmebedingungen von Swisslos.

          • Tömu sagt:

            Danke, das hilft. In den Teilnahmebedingungen hätte ich die Informationen nicht erwartet. 😉

          • Tömu sagt:

            Der Verteilschlüssel ist bei genauem Betrachten derart fies, dass es sehr schwer ist zu berechnen, wie gross der Gewinnerwartungswert bei einem guten Tipp (den andere nicht so und möglichst auch nicht ähnlich machen) ist. Vereinfachend kann man annehmen, dass man für die Gewinnränge 3-8 nur durchschnittlich gut ist, also 25.75% des Einsatzes zurück bekommt. Bei 10 Franken Einsatz kriegt man dafür also 2.575 CHF zurück. Rang 2 gibt maximal eine Million mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 1:1.3Millionen. Bringt nochmal bestenfalls 76 Rappen. Der Jackpot bringt bei Tipps für 10 CHF rund 6 CHF (ohne teilen), nämlich mit ca. 1:8 Mio mal 48 Mio, also. Von den 10 Franken Einsatz wären also im sehr guten Fall eines seltenen Tipps rund 9.30 Franken zurück gekommen (6+0.76+2.575=9.3) Man bräuchte also noch statt 2.575 CHF Gewinn für die unteren Ränge rund 3.30 CHF, müsste also schon deutlich besser sein als der Schnitt. Kurz und gut: Auch wenn die Rechnung sehr grob Wahrscheinlichkeiten und Gewinnsummen überschlägt, zeigt sie doch, dass der Gewinnerwartungswert auch bei dieser Lottoziehnung eindeutig negativ war – es sei denn man sei Kioskbesitzer und habe beim eigenen Kiosk gespielt. (Falls das überhaupt statthaft ist.)
            Ich vermute, dass man bei einer detaillierten Rechnung unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, dass man den Jackpot auch bei einem guten Tipp gegebenenfalls teilen muss, bestenfalls bei einem Jackpot von ca. 60 Millionen Parität erreicht, also nicht mehr einsetzt, als erwartet zurückkommt.

    • Christian sagt:

      Habe das mal ausgerechnet, wenn man heute für 1 Million spielt hat man bei 20% Steuern (Wollerau) einen Erwartungswert von ca. 800’000 Franken Gewinn. Das setzt sich zusammen aus:
      3 101520
      3+ 59220
      4 46964
      4+ 23482
      5 90507
      5+ 31944
      6 50834
      6+ 486994

      Ist also immer noch nicht so gut wie beim Roulette, aber viel besser als die 50%igen Erwartungswerte die man beim Lotto hat wenn der Jackpot nicht so riesig ist. Im Artikel sind die Zahlen übrigens alle ein bisschen falsch weil sie das Replay nicht berücksichtigen, das verbessert die Chancen überall noch um 8%.

      • Roland K. Moser sagt:

        Was ist das Replay?

        • hadi8253 sagt:

          Replay heisst ein Sportler, der früher oft im Fernsehen kam. Skifahren kann er nicht gut – fällt ständig auf die Schnauze, aber im Fussball ist er Spitze, schiesst ein Tor nach dem andern.

        • Peter Weierstrass sagt:

          Wer einen Lottoschein abgibt, erhält auf dem Beleg eine Replay-Nummer aufgedruckt (1 bis 13). Bei der Lottoziehung wird auch eine Zahl zwischen 1 und 13 gezogen.

          Wenn diese Zahl übereinstimmt, können Sie für den selben Betrag noch einmal Lotto spielen.