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Auf Schweizer Strassen starben seit 1940 mehr Personen, als Lugano Einwohner hat

Von Marc Brupbacher, 23. Juli 2014 Kommentarfunktion geschlossen
Alle 33 Stunden starb 2013 ein Mensch auf Schweizer Strassen. Wenn Sie denken, das sei viel, dann schauen Sie sich folgende Zahlen an.
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Unfall im Jahr 2013 in Wald ZH: Grosseinsatz der Rettungskräfte. (Bild: Markus Heinzer, Newspictures)

Bei Unfällen auf Schweizer Strassen starben 2013 insgesamt 269 Personen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) heute mitteilt. Die Anzahl Tote ist seit den 1970er-Jahren stark zurückgegangen, wie nachfolgende Grafik eindrücklich zeigt. Letztmals waren 1945 weniger Strassentote registriert worden als 2013. 1971, auf dem tragischen Höhepunkt des Unfallgeschehens, waren bei fast 30’000 Unfällen 1773 Personen getötet worden.

So weit, so gut. Nichtsdestotrotz geht leicht vergessen, wie alltäglich die Gefahr auf der Strasse ist. Und wie viele Personen über die Jahre tatsächlich in Unfälle verwickelt waren: Jeder kennt mit Garantie mehr als eine Person, die von einem Verkehrsunfall zu berichten weiss.

Betrachten wir daher die Verkehrsunfälle in der Schweiz in einem längeren Zeitrahmen. Das Bundesamt für Statistik liefert bis ins Jahr 1940 zurück detaillierte Zahlen. Kumuliert man alle Strassenunfälle der letzten 73 Jahre, resultiert Folgendes.

1,6 Mio.

Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich in den letzten 73 Jahren auf Schweizer Strassen. Involviert waren Autos, Motorräder, Fahrräder, Trams, Busse und Fussgänger.

2 Mio.

Personen wurden seit 1940 im Strassenverkehr verletzt. Eine unglaubliche Zahl!

65'978

Verkehrsteilnehmer fanden auf Schweizer Strassen in den letzten 73 Jahren den Tod. Das entspricht, grosszügig gerundet, der Einwohnerzahl einer Stadt wie St. Gallen oder Lugano.

Zum Verlgeich: Im Eisenbahnverkehr starben seit 1940 insgesamt 5378 Personen. Nebst den Fahrgästen (852 Tote) befinden sich unter den getöteten Personen zum einen Eisenbahnmitarbeiter und zum anderen Drittpersonen, die beispielsweise auf Bahnübergängen von einem Zug erfasst wurden. Suizide werden in der Statistik nicht berücksichtigt.

Alle 33 Stunden stirbt ein Mensch auf Schweizer Strassen

2013 ereigneten sich auf den Schweizer Strassen insgesamt 17’437 Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 269 Menschen getötet sowie 4129 schwer und 17’250 leicht verletzt. Somit verlor im Strassenverkehr durchschnittlich alle 33 Stunden ein Mensch sein Leben. Involviert waren Autos, Motorräder, Fahrräder, Trams, Busse und Fussgänger.

Der langfristige Trend zu immer weniger Verkehrstoten hat sich 2013 fortgesetzt. Mit einem Rückgang der Anzahl tödlich Verunfallter um 21 Prozent gegenüber 2012 wurde gar die höchste je gemessene prozentuelle Abnahme innerhalb eines Jahres verzeichnet. Dazu beigetragen hat nebst Verbesserungen in der Verkehrssicherheit auch das Ausbleiben eines Extremereignisses, wie es im Jahre 2012 das Busunglück in Siders (VS) mit 28 Toten darstellte.

Hier finden Sie die vollständige BFS-Publikation: Verkehrsunfälle in der Schweiz 2013