"Verführerische Initiative"

Zur Abstimmung: Volksinitiative «Bern erneuerbar»

Obwohl ich ein Befürworter von erneuerbaren Energien bin scheint mir die Initiative wie auch der Gegenvorschlag zu optimistisch und in der geplanten Frist nicht umsetzbar, beide Vorlagen sind nicht zu Ende gedacht. Hier würden wir bei Annahme auf ähnliche Probleme stossen wie schon bei andern extremen Initiativen z.B. der Zweitwohnungsinitiative. Bevor wir einer solch verführerischen Initiative, inklusive Gegenvorschlag zustimmen dürfen, muss „Bern erneuerbar“ besser und glaubhaft durchdacht werden, und zwar mit allen Konsequenzen! Auch die Machbarkeit an den verschiedenen Gebäudekonstruktionen ist dabei zu berücksichtigen. Politisch persönliche Interessen stehen hier leider einmal mehr im Vordergrund und nicht sachlich begründete Argumente. So tragisch das Vorkommnis in Fukushima auch war, sollten wir nicht gleich das Kind mit dem Bad ausschütten. Keine Elektrizität mehr aus nichterneuerbaren Energien ist schon ein sehr stolzes Ziel. Aber dieses gleich noch auf alle mit Öl und Gas betriebenen Heizungs- und Warmwasseranlagen zu erweitern ist schlicht unrealistisch. Dies umso mehr, als der Ersatz für die Kernenergie auch noch keineswegs geregelt ist. Der Anteil der Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern entspricht rund 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Wenn noch rund 5 Prozent aus anderen erneuerbaren Energieträgern hinzukommen werden immer noch 80 Prozent unseres Energiekonsums aus nicht erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Unter Berücksichtigung der fossilen Treibstoffe bleiben immer noch gegen 50 Prozent für unseren gesamten Wärmebedarf, welcher aus nicht erneuerbaren Energieträgern, vorwiegend Erdöl und Gas, gedeckt und ersetzt werden muss. Fragt sich nur wie, jedenfalls nicht mit diesen beiden Vorlagen.

Ruedi Schauenberg, Hinterkappelen

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