Die Super-First-Lady

Martin Kilian aus Washington am Samstag den 23. Mai 2015
Eine Glosse 

Mit diesem Video will Michelle Obama die Amerikaner zu mehr körperlicher Aktivität anspornen. (letsmove/Youtube)

Wir sind eine Nation der Fetten. Es schwabbelt und blubbert überall in Amerika. So ausser Form sind wir, dass viele Leute überhaupt keine normalen Autos mehr fahren können. Sie brauchen ein «Sport Utility Vehicle» – nicht weil es sportlich wäre oder nützlich. Sondern weil Türen und Sitze so breit sind, dass ihre dicken Hintern nicht eingequetscht werden. So ist es leider.

Mitten in dieses Festival des Specks platzt als himmlische Lichtgestalt eine gewisse Michelle Obama, Ehefrau des Präsidenten und eine leidenschaftliche Befürworterin amerikanischer Fitness. Als First Lady besitzt sie ein eigenes kleines Podium, von wo aus sie den Amerikanern unablässig zuruft, mit der allgemeinen Völlerei aufzuhören, sich anständig zu ernähren und Sport zu treiben. Michelle will ein Sixpack für alle, doch keinesfalls meint sie damit Bier. Sie meint eine Bauchmuskulatur, auf der ein voll betankter Jumbojet landen kann.

Wir sollen gesünder leben und uns bewegen, mahnt sie, weg von Pizza und Hamburger und hin zum Grünzeug und Obstbaum. Rundherum ist Michelle eine neue Version der First Lady: keine Alkoholikerin wie Betty Ford und auch kein Bücherwurm wie Laura Bush. Ihre Schultern und Muskeln sind formidabel, weshalb sie gern Kleider trägt, die den Rest von uns daran erinnern, dass wir Loser sind. Auch ihren Ehemann will sie wahrscheinlich daran erinnern. Zwar schwabbelt er nicht, doch ist er dünn und nicht wie Schwarzenegger gebaut.

Am vergangenen Dienstag schob Michelle wieder mal nach und twitterte ein kleines Fitnessvideo, auf dem sie Leibesübungen betreibt. «Michelle Obama stemmt 16-Kilo-Gewichte und trägt Boxhandschuhe im Fitnessstudio», titelte die «Washington Post» bewundernd und zeigte Michelles Video, auf dem sie Wohlbefinden ausstrahlt und Muskulatur aufbaut und sich nebenbei sicherlich entschlackt. Sie hüpft mit einem Seil, ohne dabei zu schwitzen, wie die «Washington Post» anerkennend anmerkt. Dann legt sie sich mit einem Medizinball auf eine Gymnastikmatte und verrenkt sich mühelos.

Welttheater

Auch Ehemann Barack zeigt sich gerne in sportlicher Pose, hier beim Basketballspiel. Foto: Keystone

Danach springt sie auf eine Bank und wieder hinunter und wieder hinauf, bis andere Leute schwitzen würden. Sie schwitzt nicht. Und dann stemmt sie Gewichte und zeigt ein wenig Kickboxing, wobei sie die Beine bis an die Decke des Fitnessstudios schleudert. Zuletzt aber kommt der Hammer: Stabhochsprung mit einer Pirouette direkt über der Latte. Kein Schweiss! Nein, nicht wirklich, das mit dem Stabhochsprung.

Aber immerhin: Michelle Obama macht vor, was Amerika tun müsste, um endlich abzuspecken und pro Person nur einen Sitz im Flugzeug buchen zu müssen. Nicht nur Sport aber gilt es dafür zu treiben: Michelle möchte, dass amerikanische Kids gesünder essen, und empfahl deshalb zum Entsetzen vieler fetter Kinder, den Speiseplan amerikanischer Schulen zu verändern. Statt Fritten soll es Salate und Gemüse geben, worüber die Republikaner in Rage geraten sind und manche Kids ebenfalls. Die Beschaffenheit der Viktualien an den Schulen gehe den Staat nichts an, sagen sie.

Nach Michelles Fitnessvideo dürfte derlei Lästerei verstummen: Wer kickboxend mit einem Medizinball beim Stabhochsprung Gewichte stemmt und elegant über die Latte segelt, ohne dabei zu transpirieren, sollte uns allen ein grosses Vorbild sein.

Martin Kilian
Martin Kilian, Washington Er ist Amerikaner und Reisender durchs amerikanische Hinterland. Ihn interessiert ziemlich alles zwischen Boston und Seattle, San Diego und Miami. Er lebte unter anderem in Athens, Georgia, und Washington DC und wohnt derzeit in Charlottesville, Virginia. Gelegentlich fliegt er nach Europa und bewundert die Putzigkeit des Alten Kontinents.

6 Kommentare zu “Die Super-First-Lady”

  1. hans-martin konhäuser sagt:

    nicht ganz trendy…..oldstyle…….

    ” in ” ist mit dem eigenen körper,- gewicht zu trainieren…….in free natur !

  2. peter Vanderbilt sagt:

    liebe leute die michellle ist in wirklichkeit michael, ja richtig gelesen sie ist ein transexueller, kein witz, achte mal auf seinem adamsapflel, breite schultern ect, messe mal nach ;ein man ist immer 8x seine kopfgrösse in der länge, frauen nur 7x, einfach mal nachmessen….

  3. Franz Müller sagt:

    Die Ehefrau des US-Präsi ist nicht nur schön sondern auch noch top-fit! Gewiss ein Vorbild für viele Bürger, so wie ich könntet ihr es auch machen.Habe noch nie in meinem Leben so viele grotesk Dicke gesehen wie in den USA! Lächerlich.Kein Wunder, dass so viele an Diabetes leiden.FDH und gesünder.Stimmt total, Bravo Michelle!

  4. Robin H. sagt:

    Das tolle ist, sie trainiert mit schwereren Gewichten als ihr Mann! 🙂
    Den sah man mal in einem Hotel – Workout mit 2 Kilo – Gewichten hantieren… Go, Michelle, go!

  5. Hauser sagt:

    Jaja, siehe youtube “Michelle Obama is a man”

    • Mensch sagt:

      Ich habe selbst die ganzen Videos gesehen und kann nur sagen. Wir Leben in einer verrückten Welt in der Republikaner sowie auch Demokraten ihre eigenen Propagandaabteilungen haben. Ich bin auch eigentlich sehr konservativ ABER
      Es ist allein Obamas Sache und wer weiß vielleicht wurde Michelle als Kind umerzogen, weil es ihre Eltern so wollten. Das kann ja alles möglich sein und falls ja kann sie nichts dafür.
      Ich finde lieber einen ehemaligen Mann, der heute eine Frau ist und gegen Wirtschaftsfaschismus etwas tut besser als einen Bush der 9/11 immer noch dem Islam zu schiebt. Als “Christ” erkenne ich diese Lüge ebenfalls und muss dafür kein Moslem sein.
      Das heißt nicht das ich wissen würde ob Michelle gegen die Wirtschaft und deren Human Ressource Plan etwas macht. Doch ich weiß das viele Fehler gemacht wurden bei 9/11 und die Darstellung darüber. Wenn etwas passiert dann gibt es immer nur eine Wahrheit und da hat man nicht ständig die Geschichte zu ändern bis es alle glauben.

      Wir Menschen müssen lernen uns an die eigene Nase zu fassen und unsere Probleme vor Ort vorrangig zu behandeln.
      Ich bin geboren und aufgewachsen in einem besetzten Land, die BRD, und das wichtigste ist doch das unsere Regierung nicht immer bei den USA um Erlaubnis fragen muss. Alles andere ist da erstmal Nebensache.

      Meine Kritik zielt eher darauf das Michelle rund um versorgt ist und nicht jeder die Kraft und den Willen aufbringen kann sich körperlich zu betätigen. Anstatt in ihrem privaten Finessstudio hätte sie viel besser im Park zeigen sollen wie wirklich jeder etwas tun kann. Kein Mensch braucht ein Fitnessstudio der Alltag bietet genug Möglichkeiten. Sie hat keine Geld oder Gesundheitssorgen wie der Großteil der Amerikaner und wird bestimmt nicht ganz bewusst in Depression versetzt.

      In der Hoffnung das Michelle Obama ein guter Mensch ist.

      Grüße an alle Menschen und die es noch werden wollen!