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Der alte Computer

Mathias Born am Sonntag den 12. Januar 2014

Eigentlich stand der Entschluss bereits fest: Nach Weihnachten, sobald der kollektive Kaufrausch abgeklungen ist, wollte sich der Webflaneur einen neuen Computer leisten. Allzu oft hatte er sich in den Monaten zuvor über Wartezeiten geärgert. Selbst einfache Aufgaben wie eine Suche nach einer Datei oder das Herumschaufeln von Fotos wurden zu Geduldsproben. Manchmal kam sein PC selbst beim Surfen nicht auf Touren, oder er erzwang bei Büroarbeiten Pausen. Der Webflaneur sah es ihm nach, hatte dieser ihn doch während sechs Jahren zuverlässig begleitet.

Doch irgendwann ging es nicht mehr. Der Webflaneur sah sich nach einem neuen Notebook um. Doch er wurde mit keinem richtig warm. Er störte sich an den hohen Preisen der Topmodelle. Er ärgerte sich darüber, dass er zum PC gleich auch noch ein Betriebssystem kaufen muss. Er schüttelte den Kopf über die extrem querformatigen und allzu hochauflösenden Bildschirme.  Er ärgerte sich über schlecht verarbeitete Tastaturen und unhandliche Touchpads. Dann entschied er sich fürs kleinste Übel. Dieses hätte er nach Weihnachten fast bestellt. Es begab sich aber zu jener Zeit, dass ihm ein Kollege eine überzählige SSD-Disk anpries – als schnellen Ersatz für die Festplatte mit ihren rotierenden Magnetscheiben. Der Webflaneur  griff zu.

Zu Hause angekommen, machte er sich ans Werk: Er schloss das Laufwerk per USB-Kabel an den PC an. Er lud das Festplattenkopierprogramm von Clonezilla. org herunter und installierte es mit dem Tool, das er auf Unetbootin.sourceforge.net gefunden hatte, auf einem Memorystick. Anschliessend startete er den PC ab Stick, hangelte sich durch einige Dialoge und liess Clonezilla ein Abbild erstellen. Schliesslich baute er die alte Platte aus und die neue ein. Die Stunde Arbeit hat sich gelohnt: Der gute alte Rechner läuft wieder flott. Er geht nun in die Verlängerung.

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Ein Kommentar zu “Der alte Computer”

  1. …und alles das ist möglich Dank Open Source Software wie Ubuntu, Clonezilla, Unetbootin etc.!

  • Mathias Born


    Mathias Born, der geistige Vater des Webflaneurs, arbeitet als IT-Redaktor bei der Berner Zeitung sowie als freier Journalist in Bern. Alle 14-Tage heckt er eine neue Episode im schier unglaublichen Online-Leben des Webflaneurs aus. Eine Auswahl der übrigen Artikel von Mathias Born finden Sie im Autoren-Dossier. Seinen privaten Blog finden Sie unter www.borniert.com.
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