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Das alles ist quelloffen

Webflaneur am Mittwoch den 12. März 2008

Eigentlich sollte er sich langsam auf den Weg machen. Schliesslich ist die Fehlerjagd beendet: Fein säuberlich hat der Webflaneur aufgelistet, welche Programme bocken. Nun könnte er das Notebook ins Rucksäckchen packen, sich aufs Velo schwingen und zum BEA-Gelände pedalen, wo bis morgen in der Geschäftsinformatikmesse Topsoft die Open Expo stattfindet. Dort hofft er die Cracks zu treffen, die ihm seine Fragen zu Opensource-Software – zu gemeinschaftlich entwickelten Programmen, die gratis benutzt werden dürfen – beantworten können.

Er plant, mit einer Uniarbeit, die sich partout nicht ins richtige Format bringen lässt, am Openoffice-Stand aufzukreuzen. Er wird die Leute am Scribus-Tisch um Tipps für die Gestaltung eines Konzertplakats bitten. Er hofft, dass ihm ein Linux-Experte zeigen kann, wie er mehr Leistung aus der Grafikkarte kitzelt. Er möchte sich von Cacert ein Zertifikat ausstellen lassen, um E-Mails verschlüsseln zu können. Er wird versuchen, herauszufinden, ob man als Amateur Websites besser mit Joomla, Plone, Phpwcms oder Typo3 aufbaut. Er will schauen, was er von Ausbildungssystemen wie Moodle und Olat lernen kann. Er will das neue Funknetz von Openwireless ausprobieren. Er möchte sich das Openmoko-Handy zeigen lassen, das erste wahre «Frei-Phone».

Doch statt sich sofort auf den Weg zu machen, klickt sich der Webflaneur selbstvergessen durch die Bestenliste auf Sourceforge, der grössten Code-Schmiede für gemeinschaftlich entwickelte Software. Angeführt wird sie von Tauschbörsentools. Dann folgen die Portable Apps, mit denen andere Programme auf USB-Sticks installiert werden können. Sehr oft heruntergeladen werden Hilfsprogramme wie 7-Zip zum Komprimieren oder Filezilla, um Daten auf Zentralrechner zu laden. Beliebt sind die Audio-Schnittsoftware Audacity und zum Chatten Pidgin. In der Bestenliste der Plattform sind auch die Windows-Programme Notepad++, der PDF-Creator, der Audio- und Videokonverter Media Coder und der Virenscanner Clam-Win zu finden.

Endlich schreckt der Webflaneur auf. Eigentlich wollte er ja nicht Neues suchen, sondern Bestehendes zum Laufen bringen – heute und morgen an der Open Expo.

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Ein Kommentar zu “Das alles ist quelloffen”

  1. Webflaneur sagt:

    Nachdem das Unternehmen Sun sich Openoffice einverleibt hatte, kam es zur Abspaltung: Ein Teil der Entwickler sprang ab und machte unter dem Namen Libre Office weiter. Der Webflaneur empfiehlt nun dieses nicht kommerzielle Büroprogramm, das unter Libreoffice.org zu finden ist.

  • Mathias Born


    Mathias Born, der geistige Vater des Webflaneurs, arbeitet als IT-Redaktor bei der Berner Zeitung sowie als freier Journalist in Bern. Alle 14-Tage heckt er eine neue Episode im schier unglaublichen Online-Leben des Webflaneurs aus. Eine Auswahl der übrigen Artikel von Mathias Born finden Sie im Autoren-Dossier. Seinen privaten Blog finden Sie unter www.borniert.com.
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