Die Wahrheit über 9 Beauty-Mythen

Hollywoodstar Scarlett Johansson setzt bei ihrer Körperpflege bewusst auch auf natürliche Inhaltsstoffe. Foto: Getty

 1. Nagellack ist gesundheitsschädlich

Durchaus möglich. Viele Lacke enthalten Substanzen wie Formaldehyd und Kolophonium, die Allergien auslösen können. Vor allem, wenn sie mit der Haut oder mit den Augen in Kontakt kommen.

Tipp: Hypoallergener Nagellack, der ohne Reizstoffe auskommt, kaufen. Brands wie beispielsweise Chanel, Dior, Estée Lauder, Catrice, Essence, Deborah Lippmann und Uslu Airlines haben Produkte, die frei vor gewissen Giftstoffen sind.

2. Cellulite-Creme killt Orangenhaut

Stimmt nicht. Sie sind teuer, aber ihre Wirkung geht nicht über die einer Körpercreme hinaus, denn Cellulite-Cremen schaffen es nicht, tief unter die Haut in die Fettzellen einzudringen. Auch das Auftragen ist eine Philosophie für sich: minutenlanges Kneten soll die Wirkung verstärken.

Tipp: Wer Cellulite mildern will, setzt am besten auf eine Mischung von Ernährung, Sport und Massagen. Oder wie die englische Beauty-Kolumnistin Sali Hughes sagt: «Investieren Sie lieber in ein gutes Peeling und in einen Selbstbräuner. Beides mildert Cellulite etwas.» Oder Sie versuchen Scarlett Johanssons Beauty-Geheimnis für eine straffe Haut: ein Mix aus 100 ml Jojobaöl und ein paar Tropfen ätherisches Rosmarinöl, den man jeden Morgen in die Beine einmassiert.

3. Tägliches Peeling macht richtig sauber

Stimmt nicht. Zu häufiges Peelen macht die Haut dünner und empfindlicher. Einmal in der Woche reicht vollkommen aus. Dabei eignen sich vor allem Peelings ohne Mikroplastik. So schonen Sie nicht nur die Haut, sondern auch die Umwelt. Beim Gesichts- und Körperpeeling von Lush landen keine Plastikkügelchen im Abfluss, sondern nur Meersalz.

Tipp: Beim täglichen Reinigen die Haut mit einem weichen Bürstchen sanft kreisend massieren. Das regt die Durchblutung an, und die Haut sieht gleich frischer und glatter aus. Oder man investiert in ein elektrisches Reinigungsbürstchen, das diese Arbeit übernimmt. Ich verwende abwechselnd eines von Clinique und eines von Clarasonic und finde, dass meine Haut nach der Pflege wirklich sauber ist. So können alle Pflegeprodukte, die ich danach verwende, besser einwirken.

4. Detoxprodukte entgiften von Schlacken

Stimmt nicht. Die Geschichte mit den Schlacken, die unseren Körper vergiften, ist glatter Unsinn. Und das betrifft auch unsere Gesichtshaut. Dabei können Pflegeprodukte durchaus einiges: die Haut beruhigen, reinigen, nähren – aber nicht entgiften. Bei einer Umfrage der englischen Organisation Sense about Science konnte keiner der 15 befragten Anbieter von Detoxprodukten die schädlichen Gifte nennen, und ihre Produkte hatten nicht die versprochene  Wirkung.

Tipp: Sich gesund ernähren, die Haut pflegen und vor der Sonne schützen, genügend trinken und genug schlafen. Tönt langweilig, ist aber immer noch das Beste für ein gutes Aussehen.

5. Teure Augencreme lässt Falten verschwinden

Stimmt nicht. Nichts gegen gute und wirksame Lotionen und Cremen, die auch nicht alle Welt kosten müssen. Aber es braucht keine spezielle Augencreme, ausser wenn man eine besonders empfindliche Augenpartie hat, die zu Allergien neigt, oder wenn man der Haut Extrapflege gönnen will.

Tipp: Eine gute Feuchtigkeitscreme reicht auch für die Augenpflege völlig aus.

6. Mineralöle schaden der Haut

Simmt nicht. Paula Begoun, Beauty-Expertin und Autorin des Buches «Don’t Go to the Cosmetic Counter Without Me», bestätigt, dass Mineralöle zu den am wenigsten hautreizenden Inhaltsstoffen zählen. Sie regenerieren auch trockene Haut. Man sollte aber darauf achten sollte, dass Pflegeprodukte keine hormonellen Stoffe (Methyl-, Propyl-, Ethyl- oder Butylparabene) enthalten.

Tipp: Wirkstoffe wie Vitamine gehören in eine Tube. In einem Glastiegel haben sie nichts zu suchen, weil sie sehr empfindlich auf Licht und Luft reagieren.

7. Kaputte Haare lassen sich retten

Stimmt nicht. Auch wenn uns die Werbung verspricht, dass geschädigtes Haar mit speziellen Shampoos und Spülungen repariert werden kann, stimmt das leider nicht. Die Wahrheit ist: Sind die Haare erst ruiniert, hilft nur noch eines – Schneiden. Allerdings können Sie mit einer guten Haarpflege vorbeugen, dass es nicht so weit kommen muss.

Tipp: Ein Spitzenfluid (z. B. von Gliss Kur) kann übergangsmässig die Spitzen kitten.

8. Schokolade macht Pickel

Stimmt nicht. Zwischen dem Schokoladenkonsum und Unreinheiten im Gesicht existiert kein wissenschaftlich belegter Zusammenhang. Grund für Hautunreinheiten sind vielmehr eine vermehrte Talgproduktion und eine verstärkte Produktion von Hornzellen, die die Poren verstopfen. Und die sind wiederum abhängig von der Hormonproduktion, dem Hauttyp und der Hautpflege. Und dann gibt es sogar Stars, die auf Schokolade als Schönheitselixier setzen. Die Schauspielerin Blake Lively sagte in einem Interview mit der französischen «Vogue», dass ihre Figur nicht etwa von stundenlangem Training im Gym oder von strengen Diäten herrührt, sondern dass sie einfach einen aktiven Lebensstil habe und jeden Tag Schokolade esse. «Ich trinke heisse Schokolade am Morgen und esse dunkle Schokolade am Abend. Das macht mich glücklich.»

Tipp: Machen Sie es wie Blake Lively!

9. Aufhellende Zahnpasta schadet den Zähnen

Stimmt teilweise. In verschiedenen Tests konnten die Produkte Verfärbungen – vor allem durch Pigmente aus Nahrungs- und Genussmitteln wie Tee, Rotwein und Tabak – entfernen. Von Natur aus gelbliche Zähne werden dadurch allerdings nicht weisser, das schafft nur der Zahnarzt. Befürchtungen, dass die in den Weissmacher-Zahnpasten enthaltenen Putzstoffe schaden, sind bei gesundem Zahnschmelz unbegründet. Allerdings kann bei übermässigem Putzen der Zahnschmelz abgescheuert werden. Vorsicht ist auch bei geschädigten Zähnen geboten.

Tipp: Regelmässige professionelle Dentalhygiene beim Zahnarzt.