Grössere Brüste als teurer Partyspass

Kate Hudson poses in a Versace gown at the 72nd annual Golden Globe Awards at the Beverly Hilton Hotel on Sunday, Jan. 11, 2015, in Beverly Hills, Calif. (Photo by John Shearer/Invision/AP)

Liebt Natur pur: Schauspielerin Kate Hudson. (Bild: John Shearer/Keystone)

In New York verhilft der Schönheitschirurg Norman Rowe seinen Kundinnen zu einem pralleren Décolleté auf Zeit. Diese Insta-Breast erhält die Patientin durch die Injektion einer sterilen Kochsalzlösung. Ursprünglich war das Verfahren dazu gedacht, Frauen, die eine Brustvergrösserung wollten, zu zeigen, wie das gewünschte Implantat sich darstellen würde. Heute wird dieser «Testlauf» von immer mehr Frauen gewünscht, die für 24 Stunden, zum Beispiel für eine Party, eine vollere Brust wollen.

Die Zürcher Schönheitschirurgin Prof. Dr. Gertrude Beer über Sinn und Unsinn dieses Brust-Tunings.

Eine Brustvergrösserung für 24 Stunden. Wie funktioniert das?
Die Brust wird im Durchschnitt mit etwa 250 Milliliter steriler Kochsalzlösung aufgefüllt. Die Lösung wird in Spritzen oder eine Pumpe gefüllt und dann mittels langer Nadeln möglichst gleichmässig in der Brust verteilt. Das Ganze dauert keine 30 Minuten.

Das tönt ziemlich schmerzhaft
Ist es aber nicht. Der Eingriff kann sogar ohne lokale Betäubung erfolgen.

Und wieso bleibt das pralle Décolleté nur gerade 24 Stunden frisch?
Dadurch, dass die Kochsalzlösung vom Körper resorbiert und ausgeschieden wird, bleibt die Vergrösserung nur begrenzt bestehen.

Aus den USA ist man sich ja im Bereich der Schönheit einigen Unsinn gewohnt. Sind die Schweizerinnen nicht zu vernünftig für einen solchen Eingriff?
Anscheinend nicht. Dieses Verfahren gibt es bereits und es wird sich, so bin ich sicher, als «Partyspass» weiterverbreiten.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen dieses «Spasses»?
Druck, Spannungsgefühle bis hin zu Schmerzen. Wenn nicht steril gearbeitet wird, droht Infektionsgefahr. Bei kleinen Brüsten droht eine Dehnung der Haut, vor allem, wenn die Methode wiederholt angewendet wird.

Ist nach 24 Stunden der Busen nicht schlaffer als vorher?
Man kann nicht ausschliessen, dass der Busen nach einem solchen Eingriff leicht erschlafft ist. Das hängt auch von der Elastizität der Haut ab.

Was kosten Insta-Breasts?
Rund 3500 Franken, es ist also ein teurer Wochenendspass.

Wenden Sie dieses Verfahren an?
Ich arbeite mit der Injektion der Kochsalzlösung, aber nicht zum Zweck der Insta-Breasts, sondern um jemandem, der die Brust, Lippen oder Wangenknochen vergrössern will, zu zeigen, wie die definitive Version aussehen könnte, als unverbindlicher und reversibler Test vor einer definitiven Entscheidung. Als Partyspass finde ich die Insta-Breast vollkommen unnötig, aber wem es gefällt – bitte! Einen Mann damit zu täuschen, finde ich allerdings höchst unfair.

37 Kommentare zu «Grössere Brüste als teurer Partyspass»

  • Flo sagt:

    Ich habe meinen, leider noch nicht vorhandenen Busen, seinerzeit mit WC Papier aufgepolstert! War äusserst preiswert und sehr unangenehm!
    Was mich bei all den möglichen Mogeleien beschäftigt: was mache ich wenn aus einem Fflirt mehr wird? Wie entledige ich mich meiner Mogelpackung ohne das mein/e „MitspielerIn“ unter einem Berg von Hilfsmitteln verchwindet und schreiend davon läuft – etwas peinlich für beide!

  • Stefan Balz sagt:

    Ideal wäre wenn ja Ärzte den Kunden und Kundinnen sagen wir für 24h einfach etwas mehr Hirn einspritzen könnten. Quasi um mal zu schauen wie das so funktionieren würde…

  • Paul Muller sagt:

    „Liebt Natur pur: Schauspielerin Kate Hudson.“ – woher nimmt der Autor nur diese Gewissheit? Vergleicht man die folgenden Fotos http://j.mp/1LYp9zt http://j.mp/1LYpdiz http://j.mp/1LYpeCZ mit dem Foto, das zur fraglichen Legende gehört muss man zwangsläufig zu einem anderen Schluss kommen…

    • Hans Dampf sagt:

      Offenes Geheimnis. Das war Februar/März 2010. Die Schwangerschaft kanns nicht gewesen sein, weil der Sohn erst Juni 2011 auf die Welt gekommen ist. Die Nase war übrigens erstmals 1998.

  • Christian Bürki sagt:

    Diesen Job möchte ich auch. 30 min Arbeit plus 50 Franken Materialkosten plus 80 Franken Praxisbenutzungsgebühr ergibt 3500 Stutz. Ein Stundenlohn von über 6500 Franken. Traumhaft.
    Gut sind die Patientinnen so kritisch, sonst würde man bald zu viel bezahlen!

    • Hans Dampf sagt:

      Klar, und wenns eine Infektion gibt gehts erst noch auf die Krankenkasse, weil die Komplikationen ja eine Krankheit sind. D.h. wir bezahlen alle für die Geldgier von ein paar sog. „Schönheitschirurgen“. Aber schön, haben wir auch hier Werbung gemacht.

  • Jacques sagt:

    Kate Hudson. liebt die Natur. Wie sie heutzutage so daherkommt. Noch mehr von der Natur geliebt wurden, Jayne Mansfield, Sophia Loren oder Gina Lollobrigida. Heute bekämen die sogar ein Bio-Label „AAA“ par ex­cel­lence! Sole-Lösung adé, – o sole mio …

    • Jacques sagt:

      Aber das korrespondiert heutzutage sogar mit den Lebensmitteln, auch in Europa. Wer nimmt den sog. „Hors-Sol Tomaten“ aus Holland; wenn man von geographisch sogar näheren Ländern sehr feine , pralle Tomaten mit viele Aroma kaufen kann. Uebrigens, Tomaten werden auch ‚Paradeiser‘ oder ‚Paradis-Aepfel‘ genannt.

  • Alain Goetschel sagt:

    Ist dies ein Instabreast-Werbevideo?
    Die Wirkung scheint mir im Vergleich des ‚vorher‘- mit dem ’nachher‘-Bild frappant:
    Die zuvor wohlgeformten Brüste wirken nach der Behandlung unnatürlich aufgebläht, für meinen Geschmack alles andere als harmonisch und schön.
    Gibt es wirklich Frauen die so aussehen wollen oder Männer denen dies gefällt?

    • Flo sagt:

      Gibt es wirklich Frauen die so aussehen wollen oder Männer denen dies gefällt
      Oh ja, die gibt es offensichtlich – schau doch nur einmal irgend ein Heftli an oder gewisse Sendungen im Fernsehen. von überall springen dir solche Monsterbälle geradezu in’s Gesicht!

  • Jean-Pierre Patry sagt:

    Nr. 1 beim Tagi. (gem. Leserliste). Ein pralleres Décolleté, wenn auch nur für 24 Stunden, schlägt sogar spielend den Klimawandel oder IS. Sogar menschlich nachvollziehbar. Es wirkt nicht nachhaltiger – ist dafür offensichtlicher.

  • Marion Müller sagt:

    Gut ist dieser Spass nicht grad billig. Dennoch verstehe ich nicht, warum dieser Blödsinn Fr. 3500.– kosten soll. Da machen die sog. „Schönheits“chirurgen wieder ein lohnenswertes Geschäft.

  • Ramona sagt:

    Frage an die Spezialisten. Kann ich meine pralle Oberweite mit Kalium-Lösung etwas verkleinern? (Na und Ka sind Antagonisten; hatte ich einmal gelernt, in der med. Grundausbildung). Ich will ein schönes Décolleté, aber kein überladenes.

    • adrian wehrli sagt:

      Mit Kalium funktioniert das prächtig, würde aber vorher noch kurz beim Zimmerman vorbei, damit er das passende letze Kleid dazu Zimmern kann.

  • ruf sagt:

    Wen interessiert denn das?

  • Georg Stamm sagt:

    Grabscher aufgepasst: Die 2 1/2 Deziliter können Euer frisch gewaschenes und gebügeltes Hemd benässen …

  • Dieter Neth sagt:

    Ist es nicht ein wenig so, dass zu einem grossen Busen auch ein entsprechender Körperbau gehört? Sonst wirkt das doch ganz einfach unnatürlich. Auch permanente Einsätze erkennt man sofort, spätestens beim Umarmen. Aber im Barock haben sich scheinbar die Männer die damals modischen engen Strümpfe ausgestopft, um dickere Waden zu bekommen. Die Leute spinnen nicht erst seit heute, nur gibts heute mehr Möglichkeiten seine Spleens auszuleben. Wenigstens sind die aufgespritzen Busen wohl weniger gefährlich als die künstlich aufgestrahlte Bräune.

    • Beni Huber sagt:

      Man denke auch an die damaligen Korsettagen. Dass diese Frauen noch genügend Luft bekamen, erstaunte mich immer. So eingeschnürt. Aber auch an Erich Kästner’s: „Sogenannte Klassefrauen“. Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?

  • Cedric S. sagt:

    Da lobe ich mir den französischen Look. Klein, fein, natürlich und allemal 1000 Mal sexier als diese aufgeblasenen Dinger! Das Salz (wenn auch nicht unbedingt in Form von Kochsalzlösung) geniesse ich dann lieber in einem wunderbaren Dîner mit einer Frau die weiss, dass Sexiness nichts mit der (Über-)Grösse ihrer Brüste zu tun hat. Und das Hirn bleibt dann hoffentlich beidseits den ganzen Abend eingeschaltet.

    • erika hugentobler sagt:

      allerherzlichsten dank für diesen kommentar! fantastico!!

    • adrian wehrli sagt:

      Bin froh wenn sie die burschikosen Mädchen versorgen, dann bleiben mehr von den Mamas für uns ab.

  • Leroy Jenken sagt:

    Wer es sich erlauben kann, 3’500 CHF für so einen Spass auszugeben, sollte eigentlich intelligent genug sein um zu wissen, dass es 99.5% der Männer vollkommen egal ist, ob die Brust nun ein wenig grösser, straffer, wohlgeformter etc. ist oder eben nicht.

    • Cybot sagt:

      Intelligenz korreliert eher schlecht mit dem Einkommen. Und noch weniger, wenn es das Einkommen des Ehemanns ist. Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, welche Klientel auf solche Angebote anspringt.

  • Regi Kubli sagt:

    Dann wäre wenigstens der Kochsalzbedarf für 2-3 Tage gedeckt. Wenn auch etwas teuer. Frau gönnt sich ja sonst nichts. Zum Glück habe ich das nicht nötig. Meine Natur hat mich gut ausgestattet. Zwar nicht so, wie die Jayne Mansfield, aber immerhin fast wie die Sophia Loren. Und spare sogar noch x-mal diese 3500 Franken.

  • Ernst Bucher sagt:

    Bei dem genannten Preis von 3500.- Sfr für einen einzigen Partytag fallen mir die Millionen unschuldiger Kinder ein, und deren Eltern die für einen Fr pro Tag
    um das Ueberleben kämpfen.Es gibt viele Pateninstitutionen, bei denen man für 1/10 dieser Kosten die Patenschaft für ein ganzes Jahr übernehmen kann.

  • Stefan W. sagt:

    Aber wehe, jemand schaut hin! Der ist dann wegen sexueller Belästigung dran 😀

    • adrian wehrli sagt:

      Hinschauen dürfen Sie immer, nur die Finger und den Mund müssen Sie halten.

  • Martha Bolliger sagt:

    BDSM-Liebhaber verpassen sich an den gerade gewünschten Orten (sei das bei der Frau, sei das beim Mann…) Kochsalzlösungs-Injektionen schon seit langem und in Eigenregie. Mann muss nur wissen, wie es geht. Der Trick ist also keinesfalls neu.

    • Michael sagt:

      Ähnliches wollte ich auch schreiben. Es gibt Schwule, die injizieren sich eine Kochsalzlösung in den Hoden, bis er wirklich zum platzen gross aussieht.

    • Peter Roediger sagt:

      Und das für keine 20 €. Im Netz frei erhältlich.

    • adrian wehrli sagt:

      Dass Sie das nun wissen Frau Bolliger … tut den das nicht weh?

  • edith schmidt sagt:

    um einen mann oder überhaupt einen anderne menschen zu täuschen, gibt es bestimmt verwerflichere methoden. ich nehme an, ein normaler mann will, nach nur einem partyauftritt, nicht den busengehalt als definitiv das einzig grosse definieren, was ihn anzieht an einer frau …..aber bedenklich finde ich auch nicht gefallen zu wollen… schlimm finde ich dass sich die frauen diese dinge antun, um sich selber als mehrwert zu sehen in unserer gesellschaft… als ob der busen die verminderten selbstwertgefühle für das normale leben ganz alleine tragen müssten… da würde ich gerne hin und wieder mit einem gespräch, die meist junge frau daran erinnern , dass sie so oder so einzigartig und liebenswert ist, und sich nicht als kleiderständer mit grösserer ausbuchtung hergeben sollte.. edith

  • Michael sagt:

    Um – die Frage ist auch für wen – schön zu sein, scheinen Frauen weite Teile ihres Gehirns auszuschalten.

    • Urs Müller sagt:

      Und da es offenbar wirkt (wer würde sonst so viel Geld ausgeben), schaltet die Wirkung offenbar auch bei den Empfängern das Hirn teilweise aus 😉

    • Lionel sagt:

      „Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das schöne nennen, konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt: in diesem Triebe nämlich steckt seine ganze Schönheit“. (Arthur Schopenhauer in Parerga und Paralipomena).

      • rosy sagt:

        Das „schöne Geschlecht“ hat seit Schopenhauer dank besserer Ernährung, Hygiene und freierer Lebensgestaltung mächtig aufgeholt: jede Menge gut aussehende, sportliche, gesunde Frauen, die mit Optimismus in die Zukunft schauen und deren einzige Perspektive nicht mehr darin besteht, Magd zu sein und/oder 10 Kinder in die Welt zu setzen. Nix mehr von niedrig gewachsen, kurzbeinig und schmalschultrig…Ok, NaCl-Injektionen zum Busen aufplustern finde ich auch grenzwertig, aber solange das nicht über die Krankenkasse abgerechnet wird, kann es uns ja egal sein.

    • Henri de Toulouse sagt:

      Schön zu sein, bedarf es wenig, und wer schön ist, ist ein König. Nach etwas Absinthe habe ich nur noch Königinnen und Könige um mich herum. Wer schaut denn schon in den „Miroir“ …

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