Warum Cindy Crawford das perfekte Model ist

Cindy Crawford arrives at the 72nd annual Golden Globe Awards at the Beverly Hilton Hotel on Sunday, Jan. 11, 2015, in Beverly Hills, Calif. (Photo by Jordan Strauss/Invision/AP)

Model ohne Makel: Cindy Crawford an den diesjährigen Golden Globe Awards. (Bild: Keystone)

Wenn ich an Cindy Crawford denke, dann kommt mir immer das Adjektiv «perfekt» in den Sinn. Ein Model wie aus dem Bilderbuch: Karriere, Partnerschaft, Kinder, Aussehen – alles scheint ihr in den Schoss gefallen zu sein. Mit fast 50 ist sie immer noch top im Geschäft, als Model und vor allem als Geschäftsfrau. Ihre Marke, zu der ihre Fitness-Videos, ihre Pflegeserie und eine Interior-Linie gehören, ist geschätzte 100 Millionen Dollar wert. Glücklich und fast skandalfrei ist sie seit Jahren mit dem Geschäftsmann Rande Gerber verheiratet. (Vor ein paar Jahren gab es ein paar unschöne Fremdgehgerüchte über den Gatten, aber die sind längst verstummt.) Und selbst ihr Ex-Mann, der Schauspieler Richard Gere, hat immer nur in den höchsten Tönen über sie gesprochen. Crawfords Kinder, Sohn Presley (17) und Tochter Kaia (14), wohlgeraten und bildschön, arbeiten beide neben der Schule als Models.

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Crawords Buch «Becoming» ist soeben auf den US-Markt gekommen

Mrs. Perfect also.

Vielleicht bin ich genau wegen dieser Perfektion nie ganz warmgeworden mit der amerikanischen Beauty. Zu glatt, zu konturenlos ist sie mir stets erschienen, immer darauf bedacht, der Öffentlichkeit ein makelloses Bild von sich zu bieten. Doch dies soll sich mit dem eben erschienenen Bildband «Becoming» ändern. In der Bildbiografie mit Fotos, Erzählungen und Erinnerungen zeigt sich Craword nun von einer neuen Seite und gibt die eine oder andere Verletzlichkeit preis. Etwa, dass sie wegen ihres Leberflecks am Mund – der ihr Markenzeichen ist – als Kind jahrelang gehänselt wurde, über den frühen Krebstod ihres Bruders, als sie 10 Jahre alt war und über die für sie schmerzhafte Trennung ihrer Eltern. Sie spricht über ihr gewachsenes Selbstbewusstsein und darüber, wie viel Arbeit es bedeutet, ab einem gewissen Alter nicht in der Versenkung zu verschwinden.

Model Cindy Crawford poses for photographs on arrival at her book launch at the Beaumont Hotel in central London, Thursday, Oct 1, 2015. (Photo by Joel Ryan/Invision/AP)

Cindy Crawford posiert in London. Foto: Joel Ryan, Keystone.

Verglichen mit den heutigen Supermodels Cara Delevigne oder Gigi Hadid gab es nie Skandale um den Superstar. Cindy betrunken, in Verbindung mit Drogen, Bisexualität oder einem verwüsteten Hotelzimmer? Never ever! La Crawford verlor nie ihre glamouröse Aura aus den 1990er-Jahren, als die Supermodels noch die wahren Stars der Stunde waren; sie behielt immer den Nimbus der kontrollierten Schönen. Es schadete ihrem Image auch nicht, dass sie dreimal für den «Playboy» ihre Hüllen fallen liess. Erst als vor ein paar Monaten ein paar nicht sehr vorteilhafte Bikini-Fotos von ihr erschienen, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten, gab es ein Skandälchen, das aber innert Tagen verpuffte.

So bin ich nun gespannt auf Cindys private Einblicke. Ehrliche Einsichten oder nur ein weiterer, cleverer Schachzug in ihrer makellosen Karriere? Eine Einschätzung dazu gibt es hier in Kürze.


Cindy Crawford plaudert bei Seth Meyers über die besten und schlimmsten Bilder in ihrem neuen Buch. Quelle: Youtube