Fünf Haartrends für die neue Saison

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Der Shag ist der Trendschnitt der Herbst-und Wintersaison 2015/16 und wurde von den Stars der 1970er-Jahren inspiriert. (Bild: The Every Girl / Image Via)

Ich hatte in meinem Leben so ziemlich jede Frisur, die Sie sich vorstellen können. Von raspelkurz über Bubikopf, Pixie, Bob, bis hin zur Walla-Walla-Mähne trug ich alles, Dauerwelle inklusive. Wie in jeder Beziehung gab es auch in meiner mit meinen Haaren Hochs und Tiefs, wunderbare Höhepunkte und grauenhafte Abstürze. Nur meiner Haarfarbe blieb ich, mehr oder weniger, treu. Einmal Blondine – immer Blondine.

Meine Leidenschaft ist sicher genetisch bedingt, schon meine Mutter konnte stundenlang über dieses Thema referieren, sie selber allerdings trug jahrzehntelang die Margaret-Thatcher-Gedächtnisfrisur. Sie hatte auch eine klare Vorstellung, welche Frisur ich tragen sollte: Brave Grace-Kelly-Wellen gefielen ihr besonders gut. Als ich meine langen blonden Haare superkurz abschnitt, war das für sie eine Tragödie. Sie verzieh mir das erst, nachdem ich geschworen hatte, meine Haare wieder wachsen zu lassen. Was ich allerdings nie wieder geschafft habe, denn kaum reichte mir das Haar bis zum Kinn, fand ich es langweilig. Und, schnipp-schnapp, war es wieder ab.

Nun gibt es allerdings so tolle Frisuren, die mich ermutigen, die Haare doch wieder einmal wachsen zu lassen. Hier einige meiner Favoriten der kommenden Saison:

 

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Eine Variante des Shags. (Bild: PR Versace)

Die Ikone – der Shag

Stufig geschnittener, schulterlanger Schnitt. Vorne leicht länger als hinten. Der Oberkopf ist betont, und ein Pony rundet das Ganze ab. In der Vergangenheit trugen schon Stars wie die Sängerin Patti Smith oder die Schauspielerin Jane Fonda im Film «Klute» diese Frisur. «Wichtig ist, dass die Haare nicht zu frisiert aussehen», sagt der Haarstylist Reto Holzer vom gleichnamigen Salon in Zürich. «Der Schnitt ist perfekt für feines, welliges aber auch gelocktes Haar», sagt Holzer.

 

 

 

Rooney Mara trägt den Halfbun perfekt. (Keystone)

Rooney Mara trägt den Halfbun perfekt. (Bild: Keystone)

Die Praktische – der Half-Bun

Jahrelang trugen trendbewusste Frauen ihre Haare auf dem Oberkopf zu einem Chignon geknotet. Böse Zungen nannten diese Frisur auch «Hexenbürzi». Doch jetzt gibt es eine Variante, die weniger streng wirkt. Nur die Hälfte der Haare wird geknotet, die andere Hälfte bleibt offen. Egal, ob das Haar mittellang oder lang ist. Der Half-Bun wird übrigens nicht nur von Frauen getragen. Auch langhaarige Männer haben Gefallen am geknoteten Haar gefunden. Die Schauspielerin Rooney Mara («The Girl with the Dragon Tattoo») zeigt, wie man den Half-Bun richtig trägt. Nicht zu perfekt. Da kann ruhig die eine oder andere Strähne aus der Reihe tanzen.

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Durch ein helles Blond wird ein zurüchgekämmter Pixie ein Hingucker. (Bild: Goldwell)

Die Coole – Eisblond

Nach Bronde (eine Mischung zwischen Blond und Braun) und Ombré (dunkler Ansatz mit helleren Spitzen) kommt jetzt das matte Eisblond. Welche Länge die Haare haben, spielt dabei keine Rolle. Ob bei einem nach hinten gekämmten Pixie-Cut wie beim Model links oder bei langen Engelslocken wie sie zum Beispiel Poppy Delevingne trägt, spielt keine Rolle. «Mit Vorteil sollte der eigene Farbton nicht zu dunkel sein, sonst wird das Haar durch das Färben zu stark strapaziert», sagt Reto Holzer. Und: das Haar sollte matt wirken. Glanz oder goldblonde Strähnchen sind für einmal nicht erwünscht. «Ein gutes Hilfsmittel, um dies zu erreichen, ist der Gebrauch von Trockenshampoo», sagt Holzer.

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Das Unperfekte kann auch charmant sein. (Bild: Treasure and Travel).

Die Charmante – das Flechtwerk

Alle Trendfrisuren des kommenden Herbstes und Winters überzeugen durch eine gewisse Lässigkeit. Wie zufällig fällt das Haar, wie es seiner ursprünglichen Form entspricht. «Flechtfrisuren in allen Varianten waren schon im Sommer sehr gefragt», sagt Reto Holzer. Dabei spiele es keine Rolle, ob nur ein paar Strähnen geflochten würden, oder ob ganze Kunstwerke entstünden – Fantasie ist Trumpf!


  (Video: Dagi Bee/YouTube)

Die Lässige – Hippie Deluxe

Eine Frisur, die nie aus der Mode kommt. «Voraussetzung dafür ist eine gute Haarqualität und ein regelmässiger Spitzenschnitt», sagt Reto Holzer. «Bezüglich der Farbe setze ich im Herbst und Winter auf kräftigere Töne als im Sommer. Wichtig ist, dass das Haar in Bewegung bleibt», sagt Holzer. «Die Zeit der aalglatten Strähnen ist vorbei.» Also Zeit, Glätteeisen und Streckmittel zu versorgen.

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Nur gesundes Haar ist schön. Und je länger es ist, desto mehr Pflege braucht es. (Bild: L’Oréal Professionell)