Warum es für Meg Ryan kein Happy End gibt

Als ich vor kurzem Fotos der Pariser Haute-Couture-Schauen sah, blieb ich an ein paar Bildern hängen, die eine Frau in einem eleganten, schwarzen Kleid zeigten. Der Kopf, der zum hageren Körper gehörte, kam mir bekannt vor. Mich überkam das gleiche Gefühl wie bei der letzten Klassenzusammenkunft, irgendwie kam mir das Gesicht vertraut vor, aber ich konnte es nicht einem Namen zuordnen. Erst die Bildunterschrift half mir weiter: Es war die amerikanische Schauspielerin Meg Ryan. Oder das, was von ihrer alten Optik übrig geblieben war.

Meg Ryan! Die Frau mit der eingefrorenen Mimik hatte so gar keine Ähnlichkeit mit der knuddeligen Sally aus «When Harry Met Sally», der bezaubernden Kate aus «Kate & Leopold» oder der schusseligen Annie aus «Sleepless in Seattle». Was für ein Unterschied, wenn man frühere Bilder der Schauspielerin sieht!

Ryan ist eine ausgezeichnete Schauspielerin. Und dies zeigte sie nicht nur in leichten Komödien. So überzeugte sie im Drama «When a Man Loves a Woman» als Alkoholikerin ebenso wie in «Proof of Life», wo sie um ihren gekidnappten Mann bangt. In diesen Rollen konnte sie auch ihre grössten Erfolge verbuchen, sie war Amerikas Sweetheart.

Doch mit den Jahren wurde Ryan klar, dass man ihr das süsse Mädchen nicht mehr länger abnehmen würde, und so beschloss sie 2003, ihr Image zu wechseln und sich dramatischen Rollen zu widmen. So zeigte sie im Thriller «In the Cut» ihre Brust, etwas, dass die Zuschauer nicht goutierten und ihr fortan die kalte Schulter zeigten. Seither drehte sie nur noch wenige Filme und kompensierte ihre Erfolglosigkeit mit Botox. Nach zwölf spritzigen Jahren erinnert eigentlich nur noch ihr blonder Schopf an die Frau, die sie einst war.

Irgendwie macht mich diese Geschichte traurig. Meg Ryan hat mich eine lange Zeit meines Erwachsenenlebens begleitet, ich fand ihren natürlichen Stil cool und mochte sie, weil sie so anders als die glamourösen Stars war.

Und jetzt?, werden Sie denken. Das ist doch nur eine weitere Hollywood-Schauspielerin, die glaubt, mit Schönheitseingriffen das Älterwerden aufhalten zu können. So what?

Sie haben recht. Alternde Schauspielerinnen wie Meg Ryan, die von längst vergangenen Zeiten zehren, gibt es wie Sand am Meer. Und erfolgreiche ältere Kolleginnen wie Meryl Streep oder Julianne Moore kann man im amerikanischen Kino an zwei Händen abzählen. Und wieso sollte man sie bedauern? Ryan hat Millionen mit ihren Filmen gemacht, und schliesslich war es ihre Entscheidung, sich kosmetisch so verschandeln zu lassen. Aber es war nicht ihre Entscheidung, dass Hollywood sie aufs Abstellgleis stellte.

Fazit: Heute ist Meg Ryan zu alt, um als Sweetheart durchzugehen, und als Charakterdarstellerin definitiv zu glattgebügelt. Es wird für sie kein Happy End geben. Jedenfalls nicht auf der Leinwand.

 

31 Kommentare zu «Warum es für Meg Ryan kein Happy End gibt»

  • Luzia sagt:

    Apropos „natürlicher Sti“ – da musste ich gleich an Diane Keaton denken. Nicht, dass ich deren Karriere eng verfolgt hätte, aber sie hat auf jeden Fall eine sehr sympathische und schöne Ausstrahlung, mit Runzeln und allem drum und dran. Und ihren Sinn für Stil hat sie damals im Woody Allen Film „Der Grossstadtneurotiker“ bereits bewiesen.

  • Luise sagt:

    Ja, ich lese solche Texte auch und schaudere innerlich, wenn Stars plötzlich fast nicht mehr zu erkennen sind. Aber nun, was solls. Weltweit nehmen solche OP’s zu, auch Botox etc. Ich denke, irgendwann wird es eine Gegenbewegung geben. Wie sich Meg Ryan zurichtet kann uns „normalen“ eigentlich ganz egal sein.

  • Louisa.S. sagt:

    Und warum soll es nun für Meg Ryan kein Happy End geben? Dieser Titel ist völlig deplatziert! Diese Frau ist
    jetzt 53 Jahre alt und sieht m.E. toll aus…

    • clados sagt:

      Genau!
      Ich finde es immer wieder auf`s neue spannende, wie bestimmte Menschen werten. Auf der einen Seite darf eine Nicole Kidman/Meg Ryan als knochig und charakterlos bezeichnet werden, während andere Makel bei Menschen nicht erwähnt werden dürfen oder sogar gefeiert werden müssen.
      Wie wäre es, wenn man gar keine Menschen mehr wegen Äusserlichkeiten beleidigt. Weder sollen Menschen aus Neid noch aus Ablehnung oder strategischen Gründen beleidigt werden! Denkt man schlecht über das Äussere einer Frau oder eines Mannes kann man dies ja für sich behalten. Wir werden alle mal verwelken

  • Peter sagt:

    Wir alle werden alt, auch Lifestyle-Redaktorinnen. Einige Leute altern mit Würde oder wurden „mit guten Genen“ beschenkt, andere altern krampfhaft und würdelos, und wieder andere versuchen dem Lifestyle-Club mit Schönheits-OP’s noch etwas länger anzugehören. Was den meisten komplett entgeht ist, dass Schönheit nichts mit Falten zu tun hat sondern mit Charakter. Es gibt Leute, welche als „schön“ angesehen werden aber schreckliche Zeitgenossen sind und es gibt Leute, welche trotz faltiger Haut noch heute Würde und innere Schönheit ausstrahlen.

    • Silvia Aeschbach sagt:

      Wo Sie recht haben, haben Sie recht, lieber Peter Ich freue mich jedenfalls aufs Älterwerden! Auch als «Lifestyle-Redaktorin!», die keine Lust auf Botox und Co hat.

      • Katharina Anna sagt:

        Warten wir ab bis es soweit ist. In faltenfreiem Zustand Botox und Co. Abzuschwören ist so einfach wie für einen Alkoholiker nie wieder NACh dem Rausch zu sagen.

      • Verona Ruegg sagt:

        Falten können attraktiv sein und sind sind Spuren des Lebens, äußerlich schmerzen sie nicht und sind ein natürlicher Werdegang, gekoppelt mit einem guten Herz, Liebenswürdigkeit, Humor, Wissen, Intellekt, Empathie u.v.m sind sie sie anziehend und alles andere als langweilig. Bekannte Persoenlichkeit: Dimitri.

  • Dieter Neth sagt:

    Bei gewissen Leuten funktionieren Schönheits OP einigermassen gut, bei anderen halt nicht. Nur die allerwenigsten profitieren wirklich davon. Kleiner Tipp: Wenn Frau Falten vermeiden möchte einfach strikte die Sonne meiden. Besonders wenn man zu trockener Haut neigt. Wirkt besser als Botox und ohne dessen Nebenwirkungen. Die meisten „westlichen“ Frauen, nicht nur Schauspielerinnen, altern lange vor ihrer Zeit wegen diesem Sonnenkult. Die helle Haut verträgt am wenigsten davon. Das Modellieren der Körperformen ist sowieso überflüssig, die Geschmäcker sind doch verschieden!

    • Mäni Zenklusen sagt:

      Der Faktor Sonne / Sonnenstudio etc.. ist sicher einer – aber man kann nicht 24 Stunden Zuhause rumhocken als Promi und die Sonne um jeden Preis meiden. Es spielen noch andere Faktoren neben den GENEN mit – Drogen (gerade Alk) zu wenig Schlaf, Stress etc…

  • marie sagt:

    die tragik von meg ryan liegt nicht in den ops und die massive gewichtsabnahme allein. die tragik fing an, als ihre karriere anfing. sie wurde immer auf knuddelig, süss, knuffig, jöööö usw. reduziert – das war tödlich. denn spätestens mit mitte dreissig sind diese attribute einfach grundsätzlich mit keinem menschen mehr kompatibel. und die filmbranche genauso wie ihre „fans“ haben einfach nichts anderes zugelassen, obwohl sie durchaus eine reife schauspielrin war. also meinen respekt hat sie, mit oder ohne botox.
    ich verstehe überigens alle, die sich operieren/“botoxieren“ lassen…

    • David Stoop sagt:

      Dank dieser „Tragik“ hatte sie erst so viel Erfolg, ohne diesen Effekt hätte sie wohl einige der Filme nie gedreht. Es war also durchaus mal ein Segen für sie.
      Ein Teil des Problems liegt wohl eher darin, dass man nachdem man erfolgreich war, niemehr normal sein kann. Meg Ryan hatte eine super Zeit im Rampenlicht, bloss kann sie jetzt da nicht mehr weg. Das eigene Ego, die Bekanntheit als auch die Maschine Hollywood/Medien lassen das nicht zu.
      Vermutlich hätte sie am besten einfach irgendwann aufgehört und etwas anderes angefangen, aber wer kann das schon, wenn er mal so berühmt war?

  • Gerhard Varga sagt:

    Ich denke sie hat einfach Pech gehabt mit dem Chirurgen, wenn man sich z.B. CHER heute anschaut, dann muss man wirklich sagen die Frau sieht absolut wunderbar aus, Sie hat anscheinend den richtigen Chirurgen gefunden und das Resultat, wunderschöne Frau. Geld spielt sicher eine Rolle, wenn man aber z.B. Madonna anschaut mit ihren 600 Millionen USD Vermögen, hat leider auch nicht den richtigen Chirurgen gefunden, zwischen durch sah sie wirklich grauenhaft aus. Auch Mickey Rourke hat mit seinem Chirurgen total daneben gegriffen. Man muss den richtigen kennen und zahlen können, dann kommts perfekt

  • Peter "Petsch" Webber sagt:

    Als hätten wir in der Schweiz solche Botox-Opfer äh Damen nicht – Sarah Buholzer als Beispiel… Wer das vernügen hatte mal beim US TV durch diverse Sender zu zappen weiss das solche Sachen wie Botox, Silikon Titten etc… zum schrägen Oberflächlichen Business gehören. Dieser Trend wird auch die Schweiz in den nächsten Jahren erreichen – der Rubel muss rollen…

  • Albert Baer sagt:

    Die arme Meg Ryan ist ein schöner Beweis für die Essenz der „westlichen“ Werte: Verkaufbarkeit.
    Da wundert man sich noch, dass Leute aus dem Westen zu IS gehen und auf destruktive Arte etwas mehr als Kapital und Materialismus suchen.

  • Rolf Stalder sagt:

    Ich denke, dass wir schon fast an einem Punkt angekommen sind, an dem es für gegen 40 strebende Frauen im allg. kein Happy Ending geben kann, während wir Männer oft unseren besten Jahren entgegenschauen. Jaja: Bei Frauen sind Falten nicht gern gesehen, dem Mann geben sie mehr Männlichkeit.
    Manchmal frage ich mich schon, wie krank unsere Gesellschaft wohl schon ist – oder wohin das noch führen wird.

  • markus sagt:

    an zwei Händen? und wer sollen die anderen acht sein? (Ich meine nicht tolle, ältere, sondern in Hollywood erfolgreiche, ältere Schauspielerinnen, die auch so aussehen.)

  • Gyula sagt:

    Wir wissen doch alle das es in der Hollywood Industry nur 3 Sorten von Schauspielerfrauen gibt:
    1. Babe
    2. Anwältin oder Mutter
    3. Oma
    Alles dazwischen wird schwierig wenn man keine Topschauspielern ist und bisher nur öde Komödien gedreht hat.

    BTW, alle Schauspieler sind auf Ihre Art geliftet oder haben Botox als best friend. Schade das es today sich alles nur noch ums Aussehn dreht, anstatt aufs Können und Leistung.
    Aber: es zwingt Sie ja niemand dazu…..;)

  • edith sagt:

    altern ist nichts für feiglinge, und der vergleich von kommentar hotel papa gefällt mir ausserordentlich. es ist wirklich mit jedem dazukommenden jahr interessanter, älter zu werden, ich weiss wovon ich spreche: oft hilft ja auch die natur ziemlich mit, dass es uns leichter fallen könnte: man hört nicht mehr alle kommentare und meinungen ( gehör lässt nach) und man sieht die eigenen falten nicht mehr wirklich ( augen schlechter) dann aber mit brille sehen wir die falten der andern gut !! und das macht schlagartig bessere laune! herrlich! es werden alle! älter ! ein fenomen des lebens. edith

  • Wilfried Toll sagt:

    Man gebe ihr eine Chance in einem Film von einer Frau, die mit dem Alter kämpft. Gibt es tausendfach, Alltags-Probleme für Viele, dazu ist sie eine hervorragende Darstellerin und eine sympathische Person.
    Einfach abschreiben wegen Botox und ein paar Eingriffen ist wohl nicht sinnvoll.

  • Helena sagt:

    Schaut Euch mal jetzt Uma Thurman oder Renée Zellweger an. Ohne Bildlegende würde man sie nicht mehr erkennen 🙁

  • Hans Dampf sagt:

    Gute Schauspielerinnen verkörpern ihre Rollen. Alles was wir von dieser Frau wissen sind ihre Filme und die Fotos von Glamour-events und Paparazzi. D.h. wir wissen von der Person dahinter nichts. Meg Ryan war whs ebensowenig das Sweetheart wie die abgehalfterte Schauspielerin, die sie ihr jetzt unterstellen. Vielleicht will sie gar nicht mehr arbeiten? Vielleicht wurde sie bezahlt so herum zu laufen? Vielleicht war das ein perfekter Auftritt für irgendwas? Filme und Fotos sind Projektionsflächen für unsere eigenen Wünsche. Darum: aufpassen beim Werten! Denn wir bewerten uns dabei auch selber.

  • marusca sagt:

    Was für ein unsinniger Vergleich! ! Es sind doch nicht nur Botox & Co, liebe Frau Aeschbacher, die Meg Ryans Aussehen verändert haben. Es ist doch klar, dass jeder Mensch nach 26 Jahren (!) anders aussieht. Dass der jugendliche Schmelz sich nach all dieser Zeit ängst verabschiedent hat, ist ebenfalls logisch.. Und: möchte man denn in Meg Ryans Alter wirklich noch ein Sweetheart sein? $chön wäre übrigens, wenn man sehen könnte, wie Sie in 26 Jahren aussehen … ganz bestimmt anders als heute, ob mit oder ohne Botox.

    • silvie sagt:

      Liebe Marusca

      Es geht doch nicht ums Älterwerden! Es ist ja klar, dass wir alle natürlich (!) altern, mit allem was dazu gehört. Es ist auch jedem überlassen, Botox und Co. zu verwenden. Aber wenn ein Gesicht so verschandelt wurde wie jenes von Meg Ryan, dann ist das extrem schade. Wenn Sie sich Fotos ihres letzten Auftrittes in Paris ansehen, dass sehen Sie,
      was ich meine. Silvia

  • Max Blatter sagt:

    Menschen werden älter, so oder so. Das gilt für Meg Ryan, die ihre eher schmalen Lippen anscheinend mit Botox etwas aufpeppen wollte; das wird auch auf Angelina Jolie zukommen, deren spöttisches Agentinnen-Lächeln (Mrs. Smith, Lara Croft) eine natürliche Grundlage hat. Und auch ich bin mit 61 Jahren nicht mehr vergleichbar mit dem 18-jährigen Jüngling mit schulterlangen Haaren… Unwichtig!
    Bei der Aufzählung von Filmen mit Meg Ryan in „ernsten“ Rollen fehlt übrigens „Courage under Fire“, wo Meg Ryan in einer Art Geschichte in der Geschichte eine im Krieg gefallene Helikopterpilotin spielt

  • Dilek Demirel sagt:

    Mir ist es neulich ähnlich gegangen, als ich die ehemals göttliche Kim Basinger im gelähmten Gesichtslook sah. Dabei können schöne Frauen durchaus schön altern, siehe Senta Berger, Isabelle Huppert. Bei Charakter-Darstellerinnen kann die Karriere im Alter sogar nochmals richtigen Schwung kriegen, siehe Maggie Smith, Judi Dench. Nein, es ist nicht nur Hollywood Schuld, das Hauptproblem ist die Eitelkeit dieser Damen! Sie hätten alle genug Geld für Produktionsfirmen, welche ältere Frauen mit Falten berücksichtigen würden, es gibt viele andere Frauen, die sich das gerne ansehen würden!

    • Alfred Frei sagt:

      Es gibt auch viele Männer, die das gerne sehen würden. Ältere Frauen mit Charakter aber ohne Botox sind sehr begehrt.

    • Nina sagt:

      Wie man altert, kann man sich leider nicht aussuchen. Natürlich haben die Verjüngungskuren oft genau den gegenteiligen Effekt, nämlich, dass man dann auch noch unnatürlich unvorteilhaft aussieht nachher, aber auch wenn man die weglässt, gibt es keine Garantie, dass aus schönen jungen Frauen (und Männern) auch schöne alte werden. Altern ist nicht so einfach, den einen gelingt es besser, den anderen schlechter, sowohl aussen als auch innen.

      • Hotel Papa sagt:

        Wie hat jemand gescheites gesagt: „Ein schöner junger Mensch ist ein Werk der Natur. Ein schöner alter Mensch ist ein Kunstwerk.“

        Damit war nicht das Künstliche der heutigen „überarbeiteten“ Gesichtszüge gemeint…

      • Nina sagt:

        Stimmt. Je älter, desto wichtiger auch die innere Schönheit – nicht zur Kompensation der nachlassenden äusseren, sondern weil sich das aussen im Verlauf des Lebens immer mehr dem innen anpasst. Frust und Missgunst macht langfristig jeden hässlich.

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