Die Abgeltungssteuer ersetzt die Verrechnungssteuer. Und die Verrechnungssteuer ist für den Bund eine wichtige Einnahmequelle. Sie macht rund 7 Prozent der Bundeseinnahmen aus. Wenn nun die Eidgenössische Steuerverwaltung die Abgeltungssteuer für deutsche, englische und österreichische Bankkunden in die entsprechenden Länder überweist, entgehen dem Bund Millionen von Franken. Der Bundesrat rechnet mit 150 bis 210 Millionen Mindereinnahmen. Diese Schätzung dürfte jedoch allzu konservativ sein, denn die Finanzverwaltung hat stets beteuert, man könne nicht eruieren, ob es vorab In- oder Ausländer seien, welche die Verrechnungssteuer nicht zurückforderten. Man darf davon ausgehen, dass über die Hälfte der auf Schweizer Banken liegenden und nicht versteuerten Geldern Ausländern gehören.
Mit Sicherheit sagen kann man dagegen, dass mit der Abgeltungssteuer auch den Kantonen Millionenbeträge entgehen. Sie erhalten 10 Prozent der Einnahmen aus der Verrechnungssteuer. 2010 flossen daher 60 Millionen Franken in die Berner Staatskasse. In Zukunft werden es – sobald die Abgeltungssteuer eingeführt wird – weniger werden.


Von Aktientipps hält Claude Chatelain (58) wenig. Viel hält er von indexnahem Investieren nach dem Motto des amerikanischen Börsengurus John C. Bogle: «Suche nicht die Nadel im Heuhaufen. Kaufe das ganze Heu». Mindestens so wichtig wie ein Glückstreffer an der Börse sind Steueroptimierungen, das Sparen 3a und der gezielte Einkauf in die Pensionskasse. Chatelain studierte in Bern Ökonomie, wirkte sechs Jahre als New-York-Korrespondent für Radio und Zeitungen, verfasste im „Blick“ sieben Jahre die Ratgeberkolumne „Chatelain rät“ und gab viermal den Steuerratgeber des Beobachters heraus. Heute ist er Redaktor der Berner Zeitung und Verfasser der Geldkolumne „Vierte Säule“.


























































