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Artikel-Schlagworte: „Stilfragen“

Stilfragen an die Stardesignerin Patricia Urquiola

Marianne Kohler am Freitag den 1. Juni 2012

In der Sweet-Home-Serie «Stilfragen» beantworten Kreative, Designer und Interiorprofis Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Beziehung zum Wohnen und zur Lebensart. Heutiger Gast ist Patricia Urquiola, die wichtigste Designerin unserer Zeit.

patricia urquiola

Patricia Urquiola

Schon bei der ersten Frage sprudelt es aus Patricia Urquiola nur so heraus. Sie liebt es, über ihre Arbeit zu sprechen, und ist manchmal selbst verwundert, wie viel sie macht, wie oft sie reist und für welch interessante Projekte sie immer wieder angefragt wird. Die Designerin ist in Oviedo, Spanien, geboren, hat dort Architektur studiert und zog später nach Italien, wo sie seither mit ihrem Mann, zwei Töchtern und einem Jack-Russel-Terrier lebt. Sie arbeitet für renommierte Möbelhersteller in der ganzen Welt, baut Häuser, Spas, Geschäfte und Hotels, richtet sie ein und konzipiert auch schon mal wichtige Kunstausstellungen. 2001 gründete sie zusammen mit ihrem Mann das Studio Urquiola.

Husk B+B

Die Stühle Husk von B+B, die zurzeit bei Teo Jakob ausgestellt sind.

Patricia Urquiola, was bringt Sie nach Zürich?
Das Schweizer Möbelhaus Teo Jakob zeigt momentan eine Sonderausstellung mit meinen neusten Entwürfen, die ich mit B+B realisiert habe. Da ist der Stuhl Husk, der indoor und outdoor eingesetzt werden kann, und das grosse, unkomplizierte Sofa Bend. Bei ihm war die Ausgangslage, ein Sofa zu gestalten, das sich auch jüngere Menschen leisten können.

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Links: Kyoto, da war Patricia kürzlich für ein Keramik-Porzellan-Projekt. Rechts: Ein Haus des Architektenteams Woha in Singapur.

Woran arbeiten Sie denn gerade?
An völlig verschiedenen Projekten, an ganz kleinen und an einem riesengrossen. Ich war gerade in Kyoto, wo ich an einem Keramik-Porzellan-Projekt arbeite. Ich kann dort in den alten Manufakturen arbeiten. Es ist sehr spannend und superinteressant, alte Techniken neu einzusetzen und andere Kulturkreise besser kennenzulernen. Dann gibt es auch noch ein ganz grosses Projekt, wir bauen einen «Greentower» in Singapur. Zusammen mit dem Woha-Architekturbüro kreieren wir ein Hotel-Hochhaus, das ganz überwachsen sein wird. In einer sich so schnell verändernden Stadt wir Singapur kann man Architektur nicht einfach der Umgebung anpassen, sondern sie wächst zusammen mit ihr, dies ist eine grosse Herausforderung für unser Studio. Wir lieben aber alle Projekte, die kleinen und die grossen. Beides macht Spass und ist auf seine Art gleich interessant.

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Patricia Urquiolas Zeitmaschine an der Triennale in Milano.

Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?
«Sono una Projectista!» Ich werde für die verschiedensten Projekte angefragt, welche ich dann von Anfang bis zum Schluss betreue, kontrolliere und zu Ende führe. Ich bin immer da, um zu schauen, dass alles auf dem richtigen Weg bleibt, und arbeite intensiv mit verschiedenen Firmen, Manufakturen oder Architekten zusammen. Momentan gestalte ich eher öffentliche Plätze, nicht so viele Privathäuser oder Einrichtungen. Ein besonders interessantes Projekt war die Triennale in Mailand. Sie stand unter dem Thema Zeit, und verschiedene Künstler haben Werke zu diesem Thema ausgestellt. Es war faszinierend, sich mit der Beziehung zur Zeit auseinanderzusetzen. Wir gestalteten zum Beispiel zwei Eingänge: einen konventionellen und einen «Fast Track», das war so etwas wie eine Falle, gleich am Anfang der Ausstellung mussten sich die Besucher entscheiden: «Nehme ich mir Zeit, um die Ausstellung in einem normalen Tempo anzuschauen, oder lasse ich mich von der Schnelligkeit verführen?» Ich baute auch eine Zeitmaschine. Dafür habe ich Elemente aus den verschiedensten Projekten, die ich für Moroso gemacht habe, recycelt. Ein Riesenkäfer entstand, aber die Zeitmaschine hat natürlich nicht wirklich funktioniert! Wir können die Zeit nicht aufhalten, zurück- oder vorwärtsdrehen. So ist die Konstruktion der Zeitmaschine eine kleine Zeitreise durch meine verschiedenen Projekte gewesen.

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Alice' weisser Hase, der sie ins Wunderland führte.

Wir kreierten auch einen doppelten Boden mit einem weissen Hasen – wie jenem von «Alice im Wunderland» –, der die Ausstellungsbesucher in verschiedene Ebenen der Ausstellung lockte. Die Triennale ist ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig und interessant solche Projekte für unser Studio sind.

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Links: Glaswaren von Patricia Urquiola für Baccarat. Rechts: Das Städtchen Baccarat.

Aber auch andere Projekte sind mir sehr ans Herz gewachsen. Da ist zum Beispiel unsere Arbeit für die Glasmanufaktur Baccarat. Baccarat ist nicht nur exklusives Kristallglas, es gibt ein Dorf, das Baccarat heisst, eine Kirche, ein Gemeindehaus... Das Glas ist wichtig für die ganze Region, es schafft Arbeit, steht für einen Lebensstil, hat Tradition. So sind solche Projekte auch mit einer gewissen Verpflichtung verbunden.

Spa Four Seasons in Milano

Das Spa im Mailänder Four Seasons, welches diesen Sommer eröffnet wird.

Eine andere Herausforderung war der Bau eines Spa für das Mailänder Hotel Four Seasons. Eigentlich war da überhaupt kein Platz für einen Pool. Die Mauern eines alten Klosters waren so verwinkelt und labyrinthartig angelegt, dass wir da mit einer ganz neuen Sicht an das Projekt herangehen mussten. Aber wir haben ein tolles Resultat geschafft, und das Spa wird bald eröffnet.

Milano

Milano

Wo wohnen Sie?
In Mailand in einem Haus mit meiner Familie.

Wo würden Sie gerne wohnen?
Dort, wo wir jetzt bald hinziehen. Es ist ein Haus, in welchem wir nicht nur wohnen können, sondern auch genügend Platz für das Studio haben. Ich freue mich riesig auf den Umzug.

Haben Sie einen bestimmten Raum im Haus, den Sie besonders lieben?
Ich glaube das Wohnzimmer. Am liebsten mag ich Räume, die eigentlich keine Decken haben.

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Das Hotel Oriental Mandarin in Barcelona, auch eines der Projekte von Patricia Urquiola.

Gibt es einen Ort, den Sie besonders lieben?
Ich bin ein Traveller. So passe ich mich jeweils der Umgebung an, sauge sie auf und lerne, mich darin wohlzufühlen. Ich glaube, das macht einen guten Reisenden aus. Ich suche also nicht nach Lieblingsorten, sondern fühle mich in der Welt zu Hause.

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Das Bend Sofa von B+B.

Wohin geht es denn morgen?
Wir fliegen nach Paris, um eine Designausstellung zu eröffnen.

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Bücher, Bücher, Bücher.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Oh, ich bin eigentlich kein junges Mädchen, das Lieblinge hat und diese empfiehlt. Ich bin 50, da sind es ganze Bücherstapel auf meinem Nachttisch. Das Büchergestell befindet sich gleich vor dem Bett. Oft lesen mein Mann Alberto und ich auch das gleiche Buch.

Patricia Urquiolas Ausstellung bei Teo Jakob beginnt heute in der Mühle Tiefenbrunnen und geht noch bis zum 30. Juni.

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Stilfragen an Daniele Costa, Art Director der italienischen Modezeitschrift «Flair»

Marianne Kohler am Freitag den 16. März 2012

In der Sweet-Home-Serie «Stilfragen» beantworten Kreative, Designer und Interiorprofis Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Beziehung zum Wohnen und zur Lebensart. Gast heute ist der Schweizer Art Director Daniele Costa, der zurzeit in Mailand tätig ist.

Art Director Daniele Costa.

Art Director Daniele Costa.

Daniele Costa, wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?
Ich habe Grafik Design an der Hochschule der Künste in Zürich studiert und wurde gleich nach der Schule ins Art Department der deutschen «Vogue» nach München geholt. Seit da arbeite ich als Art und Creative Director in verschiedenen, internationalen Publikationen. Momentan mache ich die Art Direction der italienischen Modezeitschrift «Flair». Ich arbeite aber auch als Illustrator und Typograf mit Fokus auf Mode und Design. Seit 2011 habe ich meinen eigenen Illustrationsblog.

Die italienische Modezeitschrift Flair und eine Illustration aus Daniele Costas Blog die die Moderedakteurinnen an den aktuellen Parises Modschauen zeigt

Die italienische Modezeitschrift «Flair» und eine Illustration aus Daniele Costas Blog zu den aktuellen Pariser Modschauen.

An was arbeiten Sie denn jetzt gerade?
An dem neuen Magalog für die italienische Modemarke Penny Black aus dem Hause Max Mara, Herbst/Winter 2012

Illustrationen aus dem aktuellen Penny Black Magalog Saison Frühjahr 2012.

Illustrationen aus dem aktuellen Penny Black Magalog Saison Frühjahr/Sommer 2012.

Was werden wir als nächstes von Ihnen sehen?
Den Penny Black Magalog Herbst/Winter, die neuste Ausgabe von «Flair», auf meinem Blog sind gerade Illustrationen von den neusten Modeschauen und dann arbeite ich noch an einem neuen Modezeitschriftprojekt, aber das ist natürlich noch Top Secret!

Illustrationen von den Pariser Prêt à Porter Schauen im März 2012

Illustrationen von den Pariser Prêt-à-porter-Schauen im März 2012.

Illustrationen von Daniele Costa von der Prada-Modeschau

Illustrationen von Daniele Costa von der Prada-Modeschau.

Wo und wie wohnen Sie:
In Mailand zwischen dem Sempione Park und dem Brera-Viertel in einem Haus aus dem 19. Jahrhundert. Wir haben zwei Wohnungen in eine zweistöckige Wohnung  umgebaut.

Die Fassade des alten Mailänder Hauses

Die Fassade des alten Mailänder Hauses.

Und wo würden Sie am liebsten wohnen?
In Frank Lloyd Wrights Falling Water House.

Frank Lloyd Wrights Falling Water House

Frank Lloyd Wrights Falling Water House.

Gibt es einen Ort an dem Sie sich besonders wohlfühlen, der Sie inspiriert?
Ja, das Meer!

Daniele Costas Foto vom Meer.

Daniele Costas Foto vom Meer.

Stellen Sie gerne um?
Ja, immer.

Die Mailänder Wohnung von Art Director Daniele Costa und seiner Familie

Die Mailänder Wohnung von Art Director Daniele Costa und seiner Familie.

Was shoppen Sie lieber, Kleider oder Dinge für das Haus?
Ich kaufe gerne schöne Dinge seien es Möbel, Objekte, alte Autos...

Der alte R4, ein Jugendtraum, den Daniele Costa diesen Sommer gekauft hat.

Der alte R4, ein Jugendtraum, den Daniele Costa diesen Sommer gekauft hat.

Was war Ihr neuster Kauf?
Ein kleines Haus auf unserer Trauminsel Pantelleria.

Eine Illustration von Daniele Costa von des neuen

Eine Illustration von Daniele Costa von dem neuen Haus auf Pantelleria.

Wo finden Sie Ihre Inspirationen?
In schönen Linien, die ich überall entdecke, auch auf der Strasse.

Schöne Linien inspirieren den Art Director Daniele Costa

Schöne Linien inspirieren den Art Director Daniele Costa.

Was ist Ihr Lieblingsstück im Haus?
Dieser Vintage-Sessel, den Bruno Mathsson 1941 entworfen hat. Es ist eine rare Ausführung aus formgespannter Buche, bespannt mit Leder.  Ich habe ihn sozusagen vor dem Haus gefunden, in einem Modernariat-Laden in Brera.

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Sessel Miranda von Bruno Mathsson.

Wo sind Sie am liebsten?
Am Meer, ausserhalb der Saison, zum Beispiel von Februar bis Anfang Juni oder ab September bis November. Ein schöner Ort ist das Castello Canevaro in Zoagli, nur eineinhalb Stunden von Mailand entfernt.

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Das Castello Canavaro in Ligurien.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Georges Simenon.

Eine Vintage Ausgabe von Simenons Maigret

Eine Vintage-Ausgabe von Simenons Maigret.


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Stilfragen an Désirée, Bloggerin von Vosges Paris

Marianne Kohler am Freitag den 24. Februar 2012

In der Sweet-Home-Serie «Stilfragen» beantworten Kreative, Designer und Interiorprofis Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Beziehung zum Wohnen und zur Lebensart. Gast heute ist Désirée, die Autorin des bekannten holländischen Interiorblog Vosges Paris.

Désirée von Vosges Paris, in ihrer Amsterdamer Wohnung

Désirée von Vosges Paris an einem Fotoshooting.

Désirée, wie würden Sie Ihren Job beschreiben?
Ganz kurz: Tagsüber arbeite ich als Sozialarbeiterin und nachts bin ich Bloggerin! Ich arbeite hauptberuflich in einer Baby-Klinik und arbeite eng mit Kindern und Eltern zusammen. Seit 25 Jahren bin ich  in diesem Beruf tätig und bin davon überzeugt, dass das Zusammensein mit Kindern mich jung hält. Daneben blogge ich und pflege den Kontakt mit meinen Freunden und Lesern. Das Bloggen gehört ganz stark zu meinem Alltag. Foto: Tom Collins.

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Inspirationen aus Desirées Wohnung, wie sie sie in ihrem Blog zeigt.

Wie lange sind Sie schon Bloggerin, und was bedeutet der Blog für Sie?
Ich blogge nun seit vier Jahren und das letzte Jahr war ein sehr gutes. Mein Blog wächst momentan sehr schnell und es ist fantastisch zu sehen wie viele Leute sich für meine Geschichten interessieren. Ich freue mich sehr darüber und bin dankbar. Das Bloggen sehe ich nicht als Arbeit, aber ich denke sehr viel daran und finde überall eine Geschichte, die ich erzählen kann. Zum Beispiel wenn ich durch die Stadt spaziere oder am Einkaufen bin, ist der Blog immer in meinem Hinterkopf. Ich überlege mir, was wohl meine Leser interessieren könnte und wie ich ihnen ein Thema näher bringen kann. Ich will nur über das schreiben, was mein eigenes Herz höher schlagen lässt. So ist der Blog eine Anreihung von Dingen, Geschichten, Farben, Bildern und Inspirationen, die mich und meinen persönlichen Geschmack reflektieren. Was mich besonders freut ist, wenn ich E-Mails von Menschen bekomme, die mir schreiben, dass mein Blog sie inspiriert hat, etwas in ihrer Wohnung zu verändern. Sie mögen ganz offenbar die schlichten und einfachen Lösungen, die ich selbst in meinem eigenen Zuhause anwende.

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Das Schlafzimmer in Desirées Wohnung.

An welchem Projekt arbeiten Sie gerade?
Ich habe soeben meine Wohnung in grösserem Rahmen renoviert. Ein Projekt, das die letzten zwei Jahre mit Planung und Arbeiten in Anspruch genommen hat.

Wo und wie wohnen Sie?
In einer Wohnung in Amsterdam, im ehemaligen Hafenquartier, da ist viel Wasser und es stehen noch viele historische Gebäude wie grosse Lagerhäuser da. Eigentlich ist es eine 4-Zimmer-Wohnung, aber ich habe aus einem der Schlafzimmer und der Küche eine riesengrosse Küche kreiert.

Wo würden Sie gerne wohnen?
Ich liebe das Meer und es wäre schön ein Zuhause an einem sonnigen Ort zu haben mit Aussicht auf den Strand und das Meer. Auch würde ich gerne die Erfahrung machen, für einige Zeit in Paris zu leben. Aber da ist halt immer auch die Arbeit und die Realität der Miete. So kann dieser Traum nur mit Ferien umgesetzt werden, aber man weiss ja nie...

Hat der Name ihres Blogs, Vosges Paris, mit ihrer Liebe zu Paris zu tun?
Ja, natürlich, ich war mit 17 das erste Mal da und konnte Ferien machen in der Wohnung einer Freundin. Seit dieser Zeit bin ich verliebt in diese Stadt. Und den Place des Vosges finde ich besonders schön.

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Place des Vosges in Paris: Ein Bild von Eugène Veder aus dem Jahre 1927.

Ihr Name ist ja auch französisch?
Mein Vater hat das Buch Désirée von Annemarie Selinko gelesen, das die Geschichte von Napoleons Verlobter erzählt. Als ich auf die Welt kam, schenkte er das Buch meiner Mutter mit einer Widmung, dass er sich wünscht, dass ich auch so eine starke Frau werde wie Désirée.

Haben Sie einen Lieblingsort?
Ja, das ist Amsterdam, ich bin wirklich verliebt in meine Geburtsstadt. Ich liebe es, an sonnigen Morgen den Kanälen entlang zu wandern oder zu radeln. Das macht mich wirklich glücklich.  Aber ich liebe auch Sardinien, die Insel, von wo der Vater meiner Kinder herkommt. Ich habe dort viele lange Sommer verbracht.

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Die Grachten von Amsterdam.

Gibt es einen Ort in der Wohnung, den Sie besonders lieben?
Nicht wirklich, aber ich liebe meine neue, grosse Küche mit dem langen Tisch. Ich habe eigentlich ein kleines Büro, aber meist sitze ich am Küchentisch mit dem Laptop und blogge dort. An Wochenenden liebe ich es, in meinem weissen Schlafzimmer aufzuwachen, mit Kaffee und einigen Magazinen. Es hat eine sehr ruhige Stimmung, die ich sehr mag.

Désirées Küche mit dem langen, weissen Tisch

Désirées Küche mit dem langen, weissen Tisch.

Lieben Sie es, umzustellen und den Look Ihrer Wohnung zu verändern?
Im Moment bin ich sehr glücklich mit der Wohnung, wie sie ist. Aber ich möchte gerne meinen kleinen Patiogarten ausbauen, so dass er mehr zur Verlängerung der Wohnung wird.

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Stillleben aus Désireés Wohnung.

Kaufen Sie lieber Kleider oder Dinge für das Haus?
Mode interessiert mich nicht so sehr, ich bin glücklich mit einigen hübschen Basics. Meine Kleider sind ein wenig wie die Farben meiner Wohnung. Ich trage sehr viel Schwarz, Weiss und verschiedene Grautöne. Möbel habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gekauft. Um ehrlich zu sein, die meisten meiner Möbel, ausgenommen das Bett, das Sofa und einige Ikea-Schränke, habe ich entweder gefunden oder von Freunden geschenkt bekommen. Aber ich liebe es, kleine Dinge zu shoppen und ich komme gerne mit etwas Neuem nach Hause. Aber nur, wenn ich einen guten Platz dafür habe.

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Désirées kleines Büro.

Was war Ihr letzter Kauf?
Eine grosse Glasvase, sie ist riesig. Aber ich liebe Dinge, die ein wenig überproportional sind. In meinem Wohnzimmer habe ich nicht so viele Dinge, deswegen passt etwas Grosses perfekt.

Die riesengrosse Glasvase, die Désirée erst kürzlich gekauft hat

Die riesengrosse Glasvase, die Désirée erst kürzlich gekauft hat.

Wovon haben Sie zu viel?
Kerzenständer. Zuerst hatte ich viele aus Zink, dann habe ich einiges weiss gestrichen und auf einmal hatte ich auch davon zu viele. Nun habe ich aber die meisten weggegeben und benütze nun vorwiegend einige schwarze dänische Designerständer und hübsche Papiertüten aus meinem Pariser Lieblingsshop Merci.

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Der Pariser Konzept-Shop Merci.

Wo finden Sie Ihre Inspirationen?
Vieles online in schönen Bildern, auf anderen Blogs oder draussen. Ich kann zum Beispiel an einer Wand mit schwarzen Graffiti vorbeigehen und dann stelle ich mir vor, dass eine schwarze Wand mit weissen Bildern toll aussehen könnte. Mein Zuhause ist meine Spielwiese. Hier probiere ich Dinge aus, ändere Sachen und sehe dann, wie es sich anfühlt.

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Schwarze Wand mit weissen Graffiti.

Welches ist Lieblingsstück zu Hause?
Ich habe nicht wirklich ein Lieblingsobjekt, aber ich liebe die grossen, schwarzen Metallsterne, die ich an die Wand montiert habe.

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Schwarze Metallsterne an Désirées Küchenwand.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ich lese zurzeit «Normal gets you nowhere». Es ist von Kelly Cutrone von Peoples Revolution, einer Modeagentur in London. Aber ich mag auch meine Zeitschriften, im Moment besonders «Milk» und «Anthologie».

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Das Cover von «Normal Gets You Nowhere» von Kelly Cutrone.

Désireés Blog: Vosges Paris

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Stilfragen an Dorothée Vogel

Marianne Kohler am Freitag den 25. November 2011

Sweet Home startet die neue Serie «Stilfragen»: Hier beantworten Designer und Interieurprofis Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Beziehung zum Wohnen und zur Lebensart. Den Auftakt macht die bekannte Schweizer Modedesignerin Dorothée Vogel.

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Dorothée Vogel im Salon Privé.

Dorothée Vogel, an welchem Projekt sind Sie gerade?
Ich habe vor einer Woche meinen Salon Privé an der Talstrasse 9 in Zürich eröffnet. Es ist diesmal ein Pop-up-Shop, in dem ich meine Kollektion Colorful Business vorstelle. Farbenfrohe aber elegante Kleider, mit denen ich die Frauen ein wenig aus ihrem «Business as usual»-Alltag herausholen möchte.

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Blazer und Hose aus der Kollektion «Colorful Business».

Wie würden Sie Ihren Job beschreiben?
Ich bin Modedesignerin und entwerfe meine eigenen Kollektion. Alle Teile werden zu 100 Prozent in der Schweiz hergestellt und ich verkaufe sie direkt an die Kundinnen. Mein Salon Privé eröffnet seine Tore jeweils immer wieder auf eine ganz andere Art. Einmal ist es ein Atelierbesuch bei mir zu Hause, dann wieder miete ich eine interessante, leerstehende Location. Das kann mal eine Loft sein, eine Villa oder eine Galerie. So entziehe ich mich dem üblichen Modebusiness, mache Mode zugänglicher, privater und persönlicher.

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Pulli «Timing».

Wo und wie wohnen Sie?
In einer 4-Zimmer-Wohnung mit kleinem Atelier, in einem Breuerhaus in Zürich. Die Möbel und Farben passen in diese Zeit und zur Architektur.

Wo würden Sie am liebsten wohnen?
Das ändert sich immer wieder. Früher hätte ich am liebsten im Hotel gewohnt, so wie Coco Chanel. Heute brauche ich vor allem Licht, grosszügige Räume, klare Architektur. Die Aussicht ist mir auch wichtig.

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Coco-Chanel-Suite im Ritz, Paris.

Stellen Sie gerne um?
Nein, ich wechsle lieber Dinge aus, ersetze ab und zu etwas mit etwas Neuem.

Gibt es einen Ort an dem Sie sich besonders wohlfühlen, der Sie inspiriert?
Sehr gut gefällt mir das Palais du Tokyo in Paris.

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Palais du Tokyo in Paris.

Wo finden Sie Ihre Inspirationen?
Immer wieder an neuen Orten und von neuen Dingen. Erst kürzlich war ich in Paris und bin im Montmartre-Quartier herumspaziert. Die Cosyness, die die Häuser und Strassen austrahlen, die Spitzenvorhänge, die manchmal kokett hinter den Fenstern erkennbar sind, die üppigen Häuser aus den 20er-Jahren, die Avenue Junot – all das gab mir eine gute Stimmung und hat mich sehr inspiriert.

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Gasse zum Montmartre (im Hintergrund).

Könnten Sie sich vorstellen eine Interiorkollektion zu entwerfen?
Ich habe bereits einige Einzelstücke entworfen. Auch habe ich, als ich noch Annex gemacht habe, alle Ladenausstattungen selber gestaltet. Einzelne Möbelstücke, ein Stuhl, eine Kommode, das finde ich interessant. Ganze Kollektionen, wie sie zum Beispiel Versace macht, die bis zum Waschlappen alles enthalten, das interessiert mich nicht.

Was kaufen Sie lieber, Mode oder Dinge für das Haus?
Am liebsten Parfüm, mein Liebling ist das Patchouli von Santa Maria di Novella.

Was war Ihr letzter Kauf?
Die weissen Schuhe von Céline, die wir für das Modeshooting, meiner neuen Kollektion eingesetzt haben.

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Mantel «Talk-Show».

Wovon haben Sie zu viel?
Wir haben sehr viele marokkanische Teller. Die stehen nämlich bei uns auf dem Schrank und türmen sich manchmal so hoch, dass ich eine Leiter brauche!

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Marokkanische Keramik.

Welches ist Ihr Lieblingsstück im Haus?
Das Sofa von Franz West, das steht im Wohnzimmer und ist mein absoluter Lieblingsplatz.

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Franz-West-Sofa.

Und welches ist Ihr Lieblingsort?
Das Rietberg-Museum und sein Park, dort bin ich sehr gerne. Da ist jetzt auch eine tolle Mystik-Ausstellung.

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Rietberg-Museum in Zürich.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ganz viele, besonders vertieft bin ich im Moment in ein Buch, das die alten Kreationen von Balenciaga zeigt.

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Katalog des Balenciaga-Museums.

Was werden wir als nächstes von Ihnen sehen?
Am 7. Dezember zeige ich in meinem Salon Privé ganz besondere Kréationen. Ich habe aus Zeichnungen des Künstlers Tobias Madison fünf Stoffdessins entwickelt und daraus Kreationen in einer Limited Edition entworfen.

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Gemälde von Tobias Madison.

Dorothée Vogels Salon Privé findet noch bis am 24. Dezember an der Talstrasse 9 in Zürich statt. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite von Dorothée Vogel.