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Archiv für die Kategorie „Homestories“

Sweet Home im Vier-Jahreszeiten-Haus der Familie Frei Friedrich

Marianne Kohler am Dienstag den 11. November 2014

Es gibt Häuser, in die man sich sofort verliebt – weil sie nicht nur schön, sondern auch wohltuend anders sind. Die Familie Frei Friedrich wohnt in einem solchen Haus. Diskret steht es zwischen grossen Bäumen, die Innenräume sind lichtdurchflutet und bieten eine grossartige Aussicht auf die umliegende Natur. Das Haus wurde in den späten 60er-Jahren gebaut und von der Architektin Gabriele Frei Friedrich mit viel Respekt und Detailliebe so umgebaut und eingerichtet, dass es in die heutige Zeit passt und persönlichen Lebens- und Arbeitsraum für die Familie bietet. 

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Nester sind auch eine Art Häuser. So haben wir die Familie an diesem sonnigen Sonntag vor drei Wochen auch gleich im nestartigen, grossen Loungesessel, der im Garten steht, porträtiert. Es war einer dieser fantastischen Herbsttage, an denen sich die Natur in warmen, goldenen Tönen zeigt; Farben, die dem Haus besonders gut stehen. «Das Wunderbare an diesem Pavillonhaus ist aber, dass es in allen Jahreszeiten schön ist, hier zu leben, weil es einen starken Bezug zur Natur bietet. Das Draussen bestimmt den Innenbereich mit und macht somit Wohnen täglich zum neuen Erlebnis», schwärmt die Familie. Das Thema Wohnen bestimmt auch den beruflichen Alltag von Gabriele Frei und Carlos Friedrich: Gabriele ist Architektin, und Carlos ist als Marketingchef im Einrichtungshaus Pfister tätig. Die ältere Tochter Lucia hat gerade den gestalterischen Vorkurs der Berufsschule für Gestaltung (Medien, Form, Farbe) in Zürich begonnen und plant einen Berufsweg in Richtung Grafik und Fotografie, Aylin geht noch zur Schule, und die Katzen Minka und Chilli sind am liebsten da, wo der Rest der Familie ist. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Für die beiden Wohnprofis Gabriele Frei und Carlos Friedrich dauerte die Suche nach einem geeigneten Haus für die Familie lang, aber sie hat sich gelohnt. Das Pavillonhaus, ursprünglich vom Schweizer Architekten Pierre Zoelly 1969 als Prototyp für ein Systemhaus gebaut, stellte der Architektin genau die Herausforderung, die sie besonders liebt, nämlich die Möglichkeit für ein spannendes Renovations- und Anbauprojekt. So konnten sie und ihr Mann das Haus nicht zuletzt deswegen erwerben, weil sie ein respektvolles Konzept für den Erhalt und die Erweiterung der Architektur vorlegten. Das Haus besteht aus verschiedenen modularen Pavillonkomplexen, die jeweils für die unterschiedlichen Wohnbereiche Raum bieten. Dadurch und mit der gelungenen Kombination von Strenge und Sinnlichkeit mutet es japanisch an und bietet trotz der Offenheit auch viel Geborgenheit und Platz für Persönliches. Gabriele Frei hat die ursprüngliche Wohnfläche mit diskreten Erweiterungen und einem Anbau fast verdoppelt. Auch hat sie Räume geöffnet und somit vergrössert, der Korridor wurde zur Hauptachse mit neuen, an ihn angegliederten Bädern. Eine zweite Etage entstand mit einem sich diskret verbergenden Anbau, dort befindet sich das Atelier der Architektin, die dadurch ihren Doppeljob als Mutter und Berufsfrau einfacher wahrnehmen kann.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die neue Leichtigkeit der vergrösserten Räume wird unterstützt mit einer spielerischen, auf interessanten Einzelstücken basierenden Einrichtung. Helle Töne, viel Weiss und die Lieblingsfarbe Lila als immer wiederkehrender Akzent lassen die Architektur atmen und stehlen den fantastischen Aussichten nicht die Show. Bei der Einrichtung wurde viel Wert auf Individualität gelegt, ein Einrichtungsprinzip, das Carlos Friedrich auch bei seinem Job zum Leitmotiv hat. Damit und mit vielen neuen Ideen entstaubte er tüchtig das Image des Traditionshauses Pfister: So führte er beispielsweise Kataloge ein, in denen man Einrichtungstipps erhält wie in Wohnmagazinen, und initiierte eine inspirierende Website. Auf dem Foto oben besonders schön zu sehen: das Cheminée, eine der vielen Backsteinwände und ein mit quadratischen Rahmen versehenes Fenster, übrigens ein Element, das im ganzen Haus immer wieder anzutreffen ist. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Im Zentrum der Architektur steht ein modulares Pyramidendachsystem. Die Pyramiden waren inwendig ursprünglich türkis gestrichen. Gabriele Frei hat sie selbst mit Silberpapier verkleidet, in liebevoller, langwieriger Handarbeit. Die Fensterfronten wurden mit praktischen Schiebetüren versehen, damit das Haus bei warmem Wetter einfach geöffnet werden kann. Die Schränke sind ein tragender Bestandteil der ursprünglichen Architektur, ein cleveres Prinzip, das Staufläche bietet und Fenster anstelle von Wänden ermöglicht. Das Paar, das sich intensiv mit Wohntrends beschäftigt, liebt Leichtigkeit und bevorzugt ein Einrichtungsprinzip, das Veränderung zulässt. So liegen hier zwei Vintageteppiche von Pfister patchworkartig übereinander, und neue und alte Designersessel gruppieren sich um das Sofa. Darauf sind, wiederum patchworkartig, unterschiedliche Kissen in Pastelltönen platziert. Anstelle eines grossen, schweren Couchtisches stehen hier ein zum Sofa passender Hocker und leichte, formschöne Beistelltischchen in Kupfer. «Man kann so alles auch mal verstellen, ergänzen oder neu kombinieren», sagt Carlos Friedrich.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die weissen Sessel vom Moroso, erhältlich bei Mobitare, lassen sich drehen. So kann man gemütlich zusammensitzen, sich aber auch der fantastischen Aussicht zuwenden. Das Haus hat eine einmalige Lage an der Hangkante eines Tobels, das eine unverbaubare Naturschutzzone darstellt. Da liegen ganz idyllisch eine Weide mit Schafen und ein kleiner Laubwald mit Weiher. Während des Fotoshootings rennen wir immer wieder ans Fenster und beobachten staunend grosse und kleine Wasservögel.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Wo sich einst kleine Zimmer drängten, ist ein offener, heller, grosser Raum entstanden mit Platz für Wohnen, Essen und Kochen. Hier befindet sich auch die Grenze von ursprünglichem Haus und neuem Anbau, verbunden durch einen Glasgang. Die Glasschiebetüre ist die alte, modifizierte Eingangstüre. Sie zeigt die gleichen quadratischen Rahmen, die auch an anderen Orten im Haus eingesetzt sind, bloss sind sie hier auf einer Seite hellgrau lackiert. Das Geld für die Corbusier-Liege, die hier im Wohnraum erkennbar ist, hat sich Gabriele Frei übrigens abgespart mit ihrem ersten Job als Angestellte in einem Architekturbüro. «Ich liebte schon immer schöne starke Einzelstücke, die einen das ganze Leben hindurch begleiten können», so die Architektin.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die offene Küche hat die Architektin selbst entworfen und mit zwei Elementen konzipiert. Das Abgrenzende beinhaltet die Nasszelle mit Schüttstein, Abwaschmaschine und Arbeitsfläche. Dieses ist mit einem hohen Element, das den Kühlschrank enthält, abgegrenzt zum weiterführenden Korridor. Gegenüber wird gekocht – und das mit Aussicht auf den hinter dem Haus liegenden Garten. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Aussicht zeigt den hinteren Gartenteil, der früher offen zur Strasse war, dem aber die Familie mit einem bewachsenen Zaun mehr Privatsphäre gegeben hat. Der breite Sims des Atriumfensters bietet Platz für Schönes. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Der Durchgang hinter der Küche führt einerseits wieder in den Garten und andererseits in den privaten Bereich der Familie, in welchem sich die Schlafzimmer und die Bäder befinden. Für diese Wand wurde eine graublaue Farbe gewählt, die zugleich auch eine Art Zauberhimmel verkörpert. Köpfe von allerlei interessierten, folkloristischen Holztieren gucken hier in die Räume und schauen dem Familienleben wie aus einer anderen Welt zu. Sie stammen aus Argentinien. Dort hat Carlos Friedrich einen Teil seiner Wurzeln. Die fröhlich-neugierigen Tiere sind also auch Symbole, die ein wenig alte Heimat in die neue bringen.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Hier schauen wir vom Garten in den Essbereich, der sich in einer offenen Nische vom neuen Anbau in den Wohnbereich öffnet. Eine ultramarinblaue Wand dient als Bühnenbild für einen selbst entworfenen nierenförmigen Esstisch, Cherner-Holzstühle und eine Wolkenlampe von Belux bei Mobitare.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Aus dieser Perspektive ist der diskrete neue Anbau des Hauses gut zu sehen. «Ich suchte nach einer ästhetischen Verbindung vom neuen zum alten Gebäude», erklärt Gabriele ihre Arbeit. Der Eingangsbereich des Hauses wurde mit einem zweistöckigen Atelierhaus ergänzt. Ebenerdig befindet sich der Eingang mit einer grossen Garderobe, im oberen Stock das Atelier der Architektin. Auch erhielt das Haus zusätzlichen Raum an der Nordseite. Die alte Backsteinfassade wurde besser isoliert, und mit anthrazitfarbenem Holz wurde das Alte mit dem Neuen optisch zu einer Einheit verbunden.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Ein Glasgang verbindet die beiden Gebäudeteile. Gabriele Freis Inspiration dafür war der Glasgang des Museums Louisiana in Humlebaek, Dänemark: «Wir haben es vor mehreren Jahren einmal besucht, und es ist das allerschönste Museum, das ich je gesehen habe. Es liegt an toller Lage am Meer und bietet Einsichten und Aussichten. An dieses Museum habe ich gedacht, als ich diesen Glasgang konzipierte. Das Bücherregal bietet ein wenig Sichtschutz vor den Nachbarn.»

 Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das wunderschöne Regal, das Rita und ich am liebsten gleich mit nach Hause genommen hätten, hat ebenfalls Gabriele Frei entworfen, auf Mass natürlich, damit es genau in diese Nische passt.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Gabriele Frei steht auf diesem Bild vor der Eingangstüre mit Blick in den Glasgang. Dahinter befinden sich eine grosse Garderobe und eine Treppe, die in das Atelier der Architektin hinaufführt.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das Atelier ist ausgestattet mit einem grossen, weissen Arbeitstisch und weiblich wirkenden, weissen Bürostühlen. Als wir zu Besuch waren, malte hier gerade Lucia ihre Hausaufgaben. Der Raum wurde mit einem Regal abgetrennt, dahinter befinden sich Drucker, Apparate und Bürosachen. Die schichtlasierte silberne Wandfarbe unterstützt diese Abgrenzung und verleiht dem Raum eine gewisse Tiefe. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Ein solches Büro kann nur zu guten Ideen beflügeln, finden wir – und es ist das Büro einer Frau, die sich nicht nur mit Architektur, sondern auch mit Wohnen und der Schönheit der Dinge auseinandersetzt. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die mit Spanplatten verkleidete Wand, an der die Treppe ins Atelier hochführt, hat Gabriele silbern gestrichen: Zuweilen spiegelt sich hier, wie in diesem Moment, das Licht ganz zauberhaft.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Auf dem Fenstersims, der lila gestrichen ist, steht ein Modell, das Gabriele für einen Messestand für die Gartenausstellung Giardina angefertigt hat.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Und auf dem Bücherregal entdecken wir unter anderem auch das Modell des Pavillonhauses mit dem neuen Anbau.

 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Lucia hat sich ganz praktisch an Mamas Arbeitstisch eingerichtet und malt hier ihre Hausaufgaben fertig.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Zimmer der beiden Töchter sind schön, hell und praktisch eingerichtet und haben beide ein grosses Fenster mit Zugang zum Garten.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Instagram, Tumblr und absolut tolle Moodboards sind die Leidenschaften von Lucia und Aylin. So sind denn die Wände beider Zimmer über und über mit Fotos, Bildern und Inspirationen beklebt, hier die Pinnwand von Aylin.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das formschöne, weisse Holzbett  ist bezogen mit lila Leinenbettwäsche, beides von Pfister – dahinter an der Wand tut sich die Welt auf Richtung Paris, New York und Zukunftsträume.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

In allen Schlafzimmern hat Gabriele die ursprüngliche Farbe Türkis an den Innenseiten der Pyramidendächer belassen. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das Atrium im Badezimmer wurde um einen wunderschönen, alten Baum herum gebaut. Leider hat ein orkanartiger Sturm diesen Baum im vergangenen Sommer stark beschädigt. Zum Bedauern der ganzen Familie musste er wegen dieses Sturmschadens gefällt werden. Nun stehen im Atrium zwei japanische Ahornbäume, deren Schatten ganz zauberhaft auf der Badezimmerwand tanzen.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Farbe Lila zeigt sich im Mädchenbadezimmer von einer besonders schönen Seite. Und für alle, die sich fragen, weshalb es in diesem Teenagerbad so ordentlich ist – die wunderschöne Wand verbirgt ein bisschen etwas, damit das auch klappt mit dem glamourösen Fotomoment!

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Zwischen den zwei Bädern befindet sich das wegen einer wunderschönen Robinie eingeplante Atrium. Da der Baum vom Orkan beschädigt wurde, steht hier nun ein filigraner Ahornbaum. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Durchsichten, Einsichten, Spiegelungen und Aussichten sind die wichtigsten Bausteine dieses aussergewöhnlichen naturnahen Hauses. Aylin verfolgt interessiert, wie die Fotografin Rita Palanikumar das Haus von innen und aussen fotografiert.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Durch den Atelieranbau ist noch mehr gedeckte Sitzfläche entstanden, ausserdem ein atriumartiger Steingarten mit kleinem Biotop. Viele Topfpflanzen sorgen hier für noch mehr Grün. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Auch von diesem Sitzplatz aus geniesst man eine atemberaubende Aussicht auf den nahen Wald, die Weide und die goldenen Herbstfarben.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Wir beenden unseren spannenden Hausbesuch bei der Familie Frei Friedrich dort, wo wir ihn begonnen haben, nämlich im Garten mit der wunderschönen Einsicht in das offene, freundliche, aussergewöhnliche Haus.

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Sweet Home beim Starstylisten Philipp Junker

Marianne Kohler am Dienstag den 28. Oktober 2014

Als ich mich mit Philipp Junker im Terrasse in Zürich zum Interview treffe, trägt er denselben Pullover, der bei unserem Besuch in seiner hellen, freundlichen Stadtwohnung im Zürcher Kreis 4 als Lieblingsstück im Schlafzimmer über einem Stuhl liegt. Wir plaudern zuerst über seinen Lieblingsdesigner Dries van Noten, über das Talent von Raf Simons und die Rückkehr von Galliano, und wir finden von da wieder zurück in sein Zuhause und zu seinem Berufsalltag als Modestylist. Das Gespräch verläuft ähnlich wie sein Leben, denn der Stylist, der für grosse Modeproduktionen viel auf Reisen ist, kehrt immer wieder aufs Neue nach Hause. Er geniesst es, in seiner charmanten, persönlichen Altbauwohnung vor allem einfach daheim zu sein.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp Junker ist der beste und gefragteste Modestylist in der Schweiz. Stylisten kombinieren, drapieren und stellen Kleider für Modeproduktionen in Zeitschriften, für Werbekampagnen oder für Filme so zusammen, dass daraus erst wirklich Mode wird. Sie kreieren die Stile, die alle kopieren möchten, sie zeigen uns, was wirklich gut zusammenpasst und wie man ein tolles Stück gekonnt trägt. Sie prägen das Image von Firmen, von Stars, sie beeinflussen die Art, wie wir uns kleiden. Die Reise an die Spitze war für Philipp Junker kein Kurztrip, sie war vor allem mit intensiver Arbeit verbunden. «Das ist mein Fundament», erklärt der Modemann, der seine Karriere mit einer Lehre als Schneider begann und somit alles von der Pike auf gelernt hat. So kann er denn wie kein anderer Kleider stecken und drapieren, sie neu erfinden und begehrenswert machen. Er arbeitet mittlerweile mit den ganz Grossen der Schweizer Modeszene, wird regelmässig gebucht von Stars wie dem Fotografen und Künstler Walter Pfeiffer oder dem Creative Director Beda Achermann. Man holt Junker, wenn ein Topmodel gerade mal kurz in Zürich weilt oder es um eine grosse Kampagne geht. Er reist für bedeutende Schweizer Modeunternehmen wie Grieder oder Globus um die halbe Welt und macht Editorials für «Annabelle» oder das «Z-Magazin». Dabei strahlt seine sanfte, ruhige und kreative Persönlichkeit aus, die man auch in seiner Wohnung, seinem harmonischen, lichten Refugium sehr stark spürt.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Zürcher Altbauwohnung befindet sich in einer idyllischen, an Paris anmutenden Strasse, in der Nähe des Helvetiaplatzes. Sie strahlt Ruhe und eine ganz selbstverständliche Art von Eleganz aus. Bei unserem spätherbstlichen Besuch schien die Sonne sanft durch die Fenster, die Balkontüre stand offen und man sah den Nachbarn gegenüber in die Wohnung. «Es ist schön hier, freundlich, wir haben einen guten Kontakt in der Nachbarschaft, man kennt und grüsst sich und sitzt auch mal zum Kaffee zusammen», schwärmt Philipp. Der Hauptraum der Wohnung ist ein grosses Wohnzimmer mit einem kleinen Stadtbalkon und einem gemütlichen, alten Ofen. «Hier waren mal zwei Zimmer», erklärt der Hausherr, «doch zum Glück hat der Besitzer die Wand herausnehmen lassen und sorgte damit für mehr Luftigkeit und Grosszügigkeit.»  Diese Wirkung unterstützt Philipp Junker mit formschönen Möbeln, hellen, beruhigenden Wohnfarben und einem studioartigen Einrichtungsstil. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Wände des Wohnzimmers sind in einem hellen Grauton gestrichen. Dazu kombiniert er Holz, Haselnuss- und Milchkaffeetöne. Die formschöne Tischleuchte, die er zusammen mit einer Stehleuchte einfach auf dem Boden stehen hat, fand er einmal in einem Secondhandladen. Und weil ihn danach alle fragten, ob sie denn von der Schweizer Keramikfirma Linck sei, was sie nicht ist, entdeckte er die weissen skulpturalen Linck-Vasen und hat nun einige davon auf dem Tisch stehen. Wichtig sind auch die Fotos. Das grosse Bild im Wohnzimmer ist, wie auch das Bild neben den Magnolien, von Sarah Maurer, einer Fotografin, mit der ihn eine enge Freundschaft verbindet. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Mit Sarah Maurer gründetet er vor kurzer Zeit das Schmucklabel Studio Mason. Sarah begann sich privat mit Schmuck auseinanderzusetzen und stellte interessante Einzelstücke her. Philipp setzte sie als Styling ein, mit Erfolg, denn viele erkundigten sich nach den schlichten, unprätentiösen Schmuckstücken. So entstand Studio Mason. Zusammen entwerfen Philipp und Sarah die Kollektion, die Sarah zuerst als Prototyp umsetzt, bevor sie von Silberschmieden in Georgien von Hand produziert wird. Im September gingen die beiden damit erstmals an die Öffentlichkeit. Sie organisierten einen Event, bei dem mit Begeisterung gekauft wurde. Auch in den Medien erhielt der Schmuck begeisterte Kritiken. Die einzelnen Stücke gibt es in Silber oder vergoldet, man kann sie im Webshop von Studio Mason erstehen und ab dieser Woche auch bei Vestibule in Zürich, verrät Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Ich bin sehr gerne zu Hause und mache hier einfach irgendwas. Gerade hat mir mein Freund das Buch zur Pariser Ausstellung von Dries van Noten geschenkt. Und da nur ich die Ausstellung gesehen habe und er nicht, werden wir heute Abend das Buch zusammen anschauen.» Philipp zeigt mir stolz eine Handyaufnahme von der Ausstellung in Paris: «Ich sammle Dries van Noten – das heisst, ich kaufe mir jeweils einen Look pro Saison oder Jahr, und einige davon sind nun tatsächlich ausgestellt im Museum Les Arts Décoratifs.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp liebt seine Trashvideos und ist ganz begeistert, dass wir dieses Foto gemacht haben und es tatsächlich auch zeigen. «Am meisten liebe ich ‹Sex and the City›. Diese Serie verleiht mir ein gemütliches Zuhausegefühl, besonders wenn ich, wie so oft, abends alleine irgendwo auf der Welt in einem Hotelzimmer bin. Dann schaue ich mir gerne eine oder zwei Lieblingsepisoden an und bekomme gute Laune dabei.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Diese goldene Porzellanpistole hat Philipp in einem Geschäft in seiner Nachbarschaft gefunden. «Nun ist sie auf einem Bild von Walter Pfeiffer und im Landesmuseum in der Krawattenausstellung zu sehen», sagt Philipp lachend. Einige der tollen Bilder, von Philipp gestylt und Walter Pfeiffer fotografiert, waren erst kürzlich im «Magazin» zu bewundern.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Jede Wohnung in diesem Haus ist ein wenig anders. Sie haben unterschiedliche Küchen, Bäder oder Öfen. Ich habe Glück gehabt, bei mir steht ein uralter gemütlicher Ofen, der mir im Winter noch mehr kuschliges Zuhausegefühl vermittelt», sagt Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die zwei Leuchten wirken wie Skulpturen, sie sorgen nicht nur für warmes Licht am Abend, sie sind auch sehr dekorativ.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das grosse Bild im Wohnzimmer stammt aus einer Produktion mit seiner Freundin, der Fotografin Sarah Maurer. Die beiden haben schon ganz am Anfang ihrer Karriere miteinander gearbeitet. Dann trennten sich ihre Wege ein wenig, Sarah zog für eine Weile nach Paris. Das Bild ist aus der ersten Produktion nach dem Neustart der Zusammenarbeit, und es zeigt Lucien Thomkins: Er war damals ein Schweizer Nachwuchsmodel und wurde anschliessend von Hugo Boss und anderen grossen Labels gebucht. Humphrey Bogart auf dem Kissen ist Gobelin-gestickt und ein Fundstück.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Der kleine Balkon bietet alles, was es braucht, um glücklich zu sein: Einen attraktiven Platz mit Aussicht auf die Quartierstrasse und der Möglichkeit zu Schwatzkontakten mit den Nachbarn gegenüber; Stühle und Tischchen für Apéros und Frühstück unter freiem Himmel; und hübsch bepflanzte Blumenkistchen, die sich in diesem Jahr besonders lange in Grün zeigen.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Derart gemütliche Küchen findet man gerne in Altbauwohnungen. Philipp unterstützt den Stil der Küche mit antiken, typisch schweizerischen Küchenmöbeln und bringt mit Bildern, Plakaten, edlen Vasen, Schalen und Blumen noch mehr Wohnlichkeit rein.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Schlafzimmer ist in einer zarten Make-up-Farbe gestrichen, die er zusammen mit der befreundeten Interiorstylistin Aleli Leal gemischt hat. Der Puderton lässt das Weiss der Möbel und des Holzwerks frisch strahlen und vermittelt viel sanfte Leichtigkeit. «Diese Vasenlampe ist nun tatsächlich von Linck», erklärt Philipp, der dank der zufällig gefundenen Tischleuchte im Wohnzimmer auf die Schweizer Keramikfirma gestossen ist.  

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Weiss zeigt sich auch das Bett, daneben steht auf der einen Seite ein gemütlicher kleiner Ofen mit Rohr, auf der anderen ein formstarkes Nachttischchen. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Bild ist eine Porträtzeichnung von Philipp, die Walter Pfeiffer von ihm angefertigt hat, während einer Pause an einem gemeinsamen Shooting. 

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Dieses Foto im Schlafzimmer entstand, wie das Bild im Wohnzimmer neben den Magnolien, aus einer Arbeit, die Philipp Junker mit Sarah Maurer 2009 in Paris gemacht hat. Die beiden haben unter dem Titel «Come as you are» Porträts von Nachwuchs-Models gemacht und diese an einer Vernissage während der Europride 2009 in Zürich zugunsten der Schweizer Aidshilfe verkauft.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf diesem Stuhl haben wir ein paar Lieblingssachen von Philipp Junker inszeniert: Vom Kuschelpulli über ein Buch von Modefotogaf Guy Bourdin bis zu feinen Düften, einer vergoldeten Brille von Retrospex, einer Schale von Hermès und natürlich einigen Schmuckstücken des neuen eigenen Labels Studio Mason.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Nachttischchen aus weiss bezogenem Holz wirkt leicht und frisch – und wie so viele der Einzelstücke in Philipp Junkers Wohnung wie eine Skulptur.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Eines der Zimmer der Dreizimmerwohnung benutzt Philipp als Arbeitsraum und Stylingfundus. Hinter dem übervollen Kleiderständer guckt Kim Wilde hervor, ein Bild des Schweizer Fotografen Hannes Schmid, das der Stylist als Dank für ein Shooting bekommen hat. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf einem schlichten, aber praktischen Regal aus hellem Sperrholz befindet sich so ziemlich alles, was ein Stylist zur Arbeit braucht. Es finden sich aber auch einige Erinnerungsstücke, wie zum Beispiel die Oscar-Statue, die ihm das Team von Manor einst nach einem besonders harten und schwierigen Shooting als Auszeichnung mitgegeben hat. «Ein schöner Aspekt an meinem Beruf ist, dass man mit vielen Menschen zu einer Art Familie zusammenwächst. Auf Shootings verbringt man intensiv Zeit mit einem Team, man reist zusammen und meistert oft schwierige Situationen gemeinsam. Man sieht sich zum Frühstück, fliegt stundenlang, wartet bei Regen frierend das schöne Wetter ab oder hat auch mal zusammen Heimweh.» Auf die Frage, ob denn sein Erfolg seine Arbeit verändert habe, antwortet Philipp Junker: «Das Beste am Erfolg ist die Tatsache, dass ich nun die Möglichkeit habe, mit den talentiertesten Artists zu arbeiten, deren Arbeit ich früher nur aus der Ferne bewunderte. Ich lerne von ihnen an jedem Job viel in Sachen Kreativität und Professionalität, das ist sehr inspirierend und erfrischend. Zudem sind die Besten im Business meistens auch die entspanntesten und liebevollsten Menschen. Arroganz und Überheblichkeit, Eigenschaften, die man oft mit der Modewelt verbindet, erlebt man eigentlich nur dort, wo Mittelmass und Unsicherheit hinter Attitüde versteckt wird.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Da bleibt Philipp Junker lieber auf dem Boden. Er liebt das Handwerkliche, das Können und die Qualität im Modebereich. Für gute Resultate bereitet er sich intensiv mit Moodboards vor, liest über gewisse Themen ausführlich nach und sammelt Ideen und Inspirationen, die ihm dann auf der Suche nach Stylingideen und den Umsetzungen von Geschichten eine solide Basis bieten.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Resultate von eigenen Werken, andere tolle Bilder, Fotos und Inspiration findet Philipp Junker oft in Zeitschriften. Auf die Frage, wie er denn die momentan so heiss diskutierte Zukunft der Printprodukte sieht, antwortet der Modestylist: «Die Zeitung liest man bestimmt bald nur noch online, schöne Bilder und Inspirationen aber will man immer auch gedruckt sehen. So bleiben denn gute Zeitschriften und Bücher, es werden vielleicht weniger sein, aber solche, die man sammelt und immer wieder gerne anschaut. Es sind sinnliche Produkte, die man in die Hand nehmen kann, und ich finde, dass Gedrucktes auch gut riecht. Für Zusatzinformationen, bewegte Bilder, Shoppinglinks oder auf Reisen sind dann die digitalen Ausgaben perfekt.»

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Sweet Home in André Hausers formstarkem Haus in Erlenbach

Marianne Kohler am Dienstag den 30. September 2014

Ganz wie in seiner Arbeit als Gestalter und Designer hat André Hauser sein Haus an der Zürcher Goldküste mit dem ihm eigenen Mix von Dramatik und Reduktion gestaltet und eingerichtet. Er hat sich und seiner Familie damit ein wunderschönes, stilvolles Zuhause geschaffen, das trotz seiner Eleganz vor allem eins ist: ein gemütliches Zuhause, in dem die Familie gerne und oft zusammen Zeit verbringt und Wohnen so richtig geniesst.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Kreativität und Erfolg zusammenzubringen, ist André Hausers besonderes Talent. So hatte der gelernte Dekorationsgestalter nach nur wenigen Jahren als Angestellter den Mut und die Energie, eine eigene Firma, Hauser & Partner AG, zu gründen, die innert 30 Jahren zu einem kleinen Imperium angewachsen ist. Klein denken war nichts für den Unternehmergeist. Er ging gleich die grossen Firmen an, wie Geschäfte mit vielen Filialen oder Banken, und bot ihnen einen «full service» an in Sachen Dekoration – von der Idee über die Produktion und Ausführung bis zum Abbau. Hauser gestaltet Schaufenster, Messen, Ausstellungen und Events, und zwar solche, die auffallen und lange in Erinnerung bleiben. So viel Talent macht natürlich nicht vor der eigenen Haustüre halt. So entschied er sich, seinen Firmensitz in Dübendorf neu zu bauen und mitzugestalten, damit das Haus auch aussen das repräsentiert, für das seine Firma bekannt ist, nämlich Stil und starke Wirkung. Mit der gleichen Motivation machte er sich auch an den privaten Hausbau. Die modernistische Villa entstand vor acht Jahren.

Die Familie verbringt nicht nur sehr viel Zeit im Haus, sondern ist teilweise auch in die Firma einbezogen. So kümmert sich Ehefrau Cristina um Personal und Finanzen, und Sohn Carlo beginnt nach einem einjährigen Praktikum als Junior-Projektleiter seinen Eintritt in die Firma. Für unser Fotoshooting hat er den Nachmittag freibekommen. Tochter Giorgina (im Vordergrund) musste ihre Karriere als klassische Balletttänzerin wegen eines Rückenproblems abbrechen. Nun hat sie, ganz mit Papas Unternehmergeist, eine T-Shirt-Firma aufgezogen. Da das aber noch nicht zum Überleben reicht, jobbt Sie noch als DJ. Die jüngste Tochter Anna Carlotta kam von der Schule über den Mittag nach Hause.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Das formstarke modernistisch gebaute Haus steht am Hang in Erlenbach mit grossartiger Sicht über den Zürichsee. André Hauser hat eng mit den Architekten Wild Bär Heule zusammengearbeitet, damit das Haus auch zu dem Zuhause wird, das er sich vorgestellt hat: starke Wirkung, strenge Formen kombiniert mit viel Wohnlichkeit, dazu eine grosszügige Gartenanlage, die eine Weiterführung der Architektur ist.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die steile Hanglange hat zu einer terrassenartigen Architektur geführt. Für die Familie ist das Haus keine Villa, sie nennen ihr Zuhause Gartenpavillon oder Baumhaus. Und es ist tatsächlich sehr privat in seiner Erscheinung. Beim Hochfahren kommt man zuerst an die Garage, von der aus man selbstverständlich auch ins Haus gelangt. Der Aussenaufgang aber führt diskret seitlich in den zurückhaltenden Haupteingang. Die Gartenanlagen sind formal und reduziert gehalten und bieten viel Platz zur Benutzung.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die volle Pracht des Hauses entfaltet sich im und um den grossen offenen Wohn-/Essraum, der den grössten und wichtigsten Teil des Hauses einnimmt. Passend zum Architekturstil hat ihn der Innendekorateur André Hauser in monochromer Farbstimmung gehalten. Dunkles Holz kombiniert mit Anthrazit – und Schokoladentöne sind konsequent die einzigen Farben im Wohnbereich.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dafür spielte André Hauser stark mit Materialien und Formen. Die Polster sind aus Velours, die Kissen aus Leder und Samt. Die Liebe zu Leder zeigt sich gar als Dekoration über dem Couchtisch. Die Sitzgruppe mit schlichten kubischen Polstermöbeln befindet sich eine Stufe unter dem Essbereich und richtet sich zum Cheminée hin, welches sich in einer Tuffsteinwand befindet.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Hier wird schön ersichtlich, wie sich der Wohn- vom Essbereich trennt. Eine Treppenstufe vertieft, bietet er einen Raum im Raum und bekommt so auch ganz ohne Wände eine kuschelige Gemütlichkeit. Damit eine Einheit entsteht, wurden die Stühle um den Esstisch mit dem gleichem Stoff wie die Sitzgruppe bezogen. Ebenfalls eine trennende Funktion hat das grosse, eingebaute Sideboard. Darauf, wie auch auf dem quadratischen Couchtisch, stehen die Lieblinge der Familie: afrikanische Kunstobjekte. André Hausers Talent und Freude zur Dekoration ist überall erkennbar, er teilt es auch mit seiner Familie, die beim Einrichten stark einbezogen war. Besonders harmoniert André Hauser in Sachen Stil mit seiner Frau Cristina Vaucher. «Es kommt oft vor, dass wir beide ganz unabhängig voneinander das Gleiche eingekauft haben», lacht André Hauser. So ist der raffinierte Mix mit Materialien wie Holz, Samt und Leder und besonderen Einzelstücken, wie Hörnern, antiken Kerzenständern, Körben und ethnischen Kunstgegenständen, ein Stil, der gemeinsam erschaffen wurde. 

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auf dem Esstisch steht dieses hübsch arrangierte Centrepiece: ein grosses quadratisches Holztablett gefüllt mit Hörnern, antiken Holzkerzenständern und dunkelgrauen Kerzen mit Steintextur.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ein wenig sanfte Weiblichkeit strahlt hier und da zwischen der sinnlich modernistischen Einrichtung hervor. Hier ist es ein rosa Blumenstrauss und ein schicker Modebildband.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Vom grossen Hauptraum führen Seitengänge in den Küchenbereich. Auch hier wurde eingerichtet und dekoriert mit antiken und ethnischen Elementen und der grossen Liebe zum Materialmix.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die Küche ist eine Art Insel, nicht nur räumlich, sie ist auch der Treffpunkt der Familie. Als wir ankamen, sassen die Hausers mit Freunden der Kinder um den Küchentisch und auf der Theke, diskutierten und tranken Kaffee. Für das Foto haben wir kurz abgeräumt, damit die Sicht auf den edlen und wohnlichen Ausbau frei wurde. Dadurch, dass alles hinter den mit Edelholz verkleideten Schränken praktisch verstaut werden kann, ist auch in der Küche viel Platz für Wohnlichkeit entstanden. Da sind Regale mit Kunst und Büchern, aber auch auf der Theke und der Arbeitsfläche befinden sich Hausers «Signature»-Stücke: afrikanische Kunst, Kerzen und Gegenstände, die durch Struktur und Material spannend sind.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

In der oberen Etage des Hauses befinden sich die Schlafräume. Auch hier ist der Aussenraum zentraler Teil der Architektur. Die Farbigkeit wird auf diesem Stockwerk, das den privaten Bereich der Familie beherbergt, ein wenig leichter und zeigt sanftes Lila, welches sich harmonisch in die Braunwelt einfügt.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dank der Terrassenlage des Grundstückes war es möglich, auch im oberen Hausbereich eine Gartenanlage einzuplanen. Der Ruhe und Harmonie ausstrahlende Zengarten bestimmt die Architektur in diesem Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Während wir fotografierten, testete Carlo die neue DJ-Anlage der Schwester, die erst kürzlich ausgezogen ist. «Sie kommt aber noch viel nach Hause und ich habe dafür ein immer bereites Gästezimmer in der Stadt gewonnen», freut sich der Bruder.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Trotz vorherrschender Stilstrenge im Haus lebt die jüngste Tochter in ihrem Zimmer den Teenagergeschmack voll aus.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ganz erwachsen ist dafür der «Master Bedroom»: Das grosse Bett mit gepolstertem Kopfteil aus Samt und perlgrauer Samtdecke steht an einer mokkabraun gestrichenen Wand mit Blick ins Grüne.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auch ein kleines Arbeitszimmer befindet sich auf dieser Etage, mit je einem Arbeitsplatz für André und Cristina Hauser.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Bei unserem Besuch im Frühsommer schien die Sonne nicht. Was uns aber nicht daran hinderte, zum Gespräch draussen zu sitzen. Denn die Sitzmöglichkeiten im Aussenbereich sind geschickt ums Haus verteilt und so angelegt, dass man sie eigentlich immer nutzen kann. Grosse Schirme, Bäume, und das leicht überlappende Obergeschoss haben schützende Funktion und schaffen es, dass wohnliche Aussenräume entstehen.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der Baumwald im Hintergrund wurde als «geborgte Sicht» in die Landschaftsarchitektur einbezogen. Das bedeutet, dass der Garten so angelegt wird, dass er Elemente aus der umliegenden Landschaft miteinbezieht und diese somit optisch den Garten vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine der vielen einladenden, gemütlichen Sitzecken, die bei offenen Türen – alle Fensterfronten sind mit vielen Schiebetüren versehen – das Haus vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine wunderschöne, akkurat geschnittene Föhre steht am Swimmingpool. Eine zweite befindet sich im Zengarten im oberen Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der randlose, mit Naturstein ausgekleidete Swimmingpool wirkt wie ein riesengrosser Spiegel und bietet selbstverständlich Seesicht.

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Sweet Home beim Matratzenmacher Heinz Roth und seiner Familie in Niederbipp

Marianne Kohler am Dienstag den 26. August 2014

Gutes, echtes Handwerk ist der Luxus unserer schnellen Zeit. Heinz Roth macht Rosshaarmatratzen, von Hand, in einer kleinen charmanten Werkstatt, darüber wohnt er mit seiner Familie. Sweet Home hat die Familie Roth in ihrem Haus in Niederbipp besucht.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Heinz Roth ist gelernter Tapezierer-Dekorateur. Das Geschäft hat er vom Vater geerbt, gegründet hatte es bereits der Grossvater 1906. Nun führt Heinz Roth es in dritter Generation. Zusammen mit seiner Frau Nicole verkauft er Betten, Vorhänge, Böden und bietet Einrichtungs- und Polsterarbeiten an. Dazu macht er Rosshaarmatratzen von Hand in seiner Werkstatt. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk noch betreiben. Für das Fotoshooting kamen auch die beiden Töchter der Familie, Claudia (links) und Sandra (auf dem Wagen). Und wo immer die Familie ist, ist auch die Hündin Debbie mit dabei. Die Familie wohnt in einem alten, schönen Haus in Niederbipp, in dem sich auch Atelier und Geschäft befinden und zu dem auch diese Remise gehört, in der wir die ganze Familie für das Foto gruppiert haben. So fliesst Arbeit und Wohnen einerseits ein wenig zusammen und trennt sich aber auch in verschiedene Welten. Das Atelier in den alten Räumlichkeiten ist wunderschön, und genau so, wie man sich eine gemütliche Werkstatt vorstellt. In der Wohnung ist die grosse Liebe zu schönem Design, die auch viel mit gutem Handwerk zu tun hat, spürbar. Heinz Roth entdeckt, sucht oder findet immer wieder Lieblingsstücke, die dann einen besonderen Platz bekommen und die Einrichtung bestimmen. Wir haben für Sweet Home beide Bereiche fotografiert, die Werkstatt, die Lust auf echtes Handwerk macht, und die Wohnung, deren Einrichtung einen Blick in die private Welt der Familie bietet.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Das Rosshaar wird in «Dreadlocks» geliefert, welche dann mithilfe einer alten Zupfmaschine gelockert, und gezupft werden. 13 Kilo Rosshaar braucht es pro Matratze. Dazu kommen noch ein Wollvlies und natürlich die Hülle aus edlem Baumwolldamast oder reinem Naturleinen. Diese klassischen Matratzenstoffe bezieht Heinz Roth in Frankreich. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Werkstatt strahlt eine saubere, wohlgeordnete Gemütlichkeit aus. Die hellen Farbtöne, mit denen einiges Holzwerk lackiert ist, die weissen Mauern, die Holz- und Linoleumböden möchte man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Auch Debbie fühlt sich offensichtlich wohl.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

An einer Holzwand sind die schönen Instrumente, mit denen Polsterarbeiten gefertigt werden, arrangiert.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Liebevoll zusammengestellt: Sprungfedern für Sitzmöbel, eine Handwerkerschürze, Fotos und Diplome von früher und im Vordergrund die neuste Matratze, die gerade in Arbeit ist. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt.  

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Eine Rosshaarmatratze ist ein nachhaltiges Produkt und begleitet einen durch das ganze Leben. Nach einigen Jahren kann sie wieder aufgefrischt werden. Das bedeutet, der gesamte Inhalt wird herausgenommen, gewaschen, neu aufgezupft und mit neuem Stoff wieder eingenäht. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

 An der Werkstattwand hangen, in hübschen Holzrahmen, historische Fotos von Matratzenmachern und alte Werbeanzeigen der Firma Roth. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im gleichen Haus, über Laden und Werkstatt, wohnt die Familie Roth. Die Liebe zu gutem Handwerk zeigt sich auch hier, und so wurde mit schönen, edlen Einzelteilen eingerichtet, die nach und nach gefunden und erstanden wurden. Im Wohnzimmer sind die wichtigsten Stücke das Daybed Alfred Roth, der, wie Heinz Roth erklärt, nicht mit ihm verwandt sei. Es ist original aus den 30er-Jahren. Dabei steht ein Salontisch, der klassische Dreirundtisch von Max Bill aus dem Jahre 1949. Die Sitzgruppe wird ergänzt mit einem Sessel und zusammengehalten mit einem grossen Naturfaserteppich.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im anderen Teil des grossen Wohnraumes ist eine Entspannungsecke eingerichtet. Diese mit schwarz-weissem Stoff bezogene Liege gehört Nicole. Auch sie original aus den 30er-Jahren, von der Mailänder Firma Cova. Dahinter befindet sich ein zeitgenössisches, schlichtes weisses Lowboard, darüber hängt ein grosses Bild der Langenthaler Künstlerin Sonja Jufer – Nicoles Mutter. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

In diesen kleinen Barwagen, ein Art-déco-Stück, hat sich Heinz Roth verliebt. Er steht, nicht nur mit Spirituosen, sondern auch mit edlem Teegeschirr bestückt, neben der formschönen Liege.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der zweite Entspannungsstuhl gehört Heinz, es ist Schweizer Vintage-Design aus dem 60er-Jahren. An der Wand hangen in schlichten Holzrahmen Lithografien von Italo Valenti und Hans Arp.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Vestibül stehen weitere formstarke Stücke: ein Schlaufentisch und ein Stahlrohrarmlehnsessel der Schweizer Firma Bigla aus den 50er-Jahren. Mit einem Kokosteppich und einem für Farbe sorgenden Bild von Sonja Jufer ist eine wohnliche, kleine Ecke entstanden.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Dieses Stück Stoff, es ist ein Teppichentwurf von Ursula Böhmer aus dem Jahr 1940, erzählt eine schöne Geschichte: Die Familie Roth sah sich in den Ferien im Tessin einmal die berühmte Casa Camuzzi an, in der auch Hermann Hesse zuweilen wohnte, mit dem wiederum die Böhmers befreundet waren. Gunter Böhmer, der Mann von Ursula, illustrierte viele von Hesses Büchern. Und wie es der Zufall so wollte, schaute Ursula Böhmer zum Fenster raus, kam ins Gespräch mit der Familie und erzählte, dass sie gerade aus dem Haus zügle. So halfen denn die Roths einen Tag lang beim Umzug. Zum Dank bekamen sie das edle Textil.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Arbeitszimmer stehen Schweizer Klassiker: zwischen Bücherwand und Sicht in den Garten ein Tisch und ein Korpus von USM Haller, kombiniert mit einem gemütlichen Retro-Bürosessel.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Garten, der zum Haus gehört, bietet eine mit Glyzinien überwachsene Pergola, Apfelbäume und die Sicht auf ein altes industriell anmutendes Gebäude. «Es ist aber keine Fabrik», erklären Heinz und Nicole, «sondern es wurde 1910 als Gastwirtschaft mit Sääli gebaut, kam aber nie in Betrieb, wahrscheinlich fehlte die Bewilligung. So wurde und wird es immer als Lagergebäude benutzt.»

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Eingang zu Wohnung und Werkstatt befindet sich bei der schönen Remise, in der ein kleiner Lieferwagen steht. Die Remise dient als Platz für die Gartengerätschaften und den Lieferwagen. Heinz Roth zeigte uns auch ein wunderschönes Foto von 1938, mit Lieferwagen in der Remise, fast so wie dieses hier.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Und wie alle Hunde findet auch Debbie immer den besten Platz. Sie sitzt auf dem sonnenbeschienenen Arbeitstisch mit guter Sicht auf das Geschehen vor dem Haus.  

Die Webseite von Heinz Roth: www.rosshaarmatratzen.ch

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