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Archiv für die Kategorie „Homestories“

Paris liegt in Bern

Marianne Kohler am Dienstag den 14. April 2015

Stéphanie Borge hat schon in Frankreich, New York und Zürich gelebt. Vor zwei Jahren ist sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Bern gezogen. In die wunderschöne, grosszügige Jugendstilwohnung mit den offenen Räumen hat sie sich gleich bei der ersten Besichtigung verliebt. Sie erinnert die gebürtige Französin stark an ihre Heimat. Das neue Zuhause ist für Stéphanie Borge denn auch wie ein Stück Paris in der Schweiz.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Der Wohnort Bern machte für die kleine Familie Sinn. Stéphanies Arbeitsplatz ist in Münsingen, und ihr Mann Thomas arbeitet in Bern und in Zürich. Kennen gelernt haben sich die beiden in New York, wo Thomas studierte und Stéphanie in Sachen Marketing für Frankreich als Tourismusland unterwegs war. Marketing macht Stéphanie jetzt für das Schweizer Möbelunternehmen USM, dessen zum Kultdesignobjekt gewordenes modulares Regalsystem gerade sein 50-jähriges Jubiläum feiert. 

Nicht zurückschauen wollte die innovative Strategin, sondern in die Zukunft: «Rethink the Modular» ist deshalb nicht nur die Idee einer grossen Werbekampagne, die eine neue Generation ansprechen will, sondern auch das Motto von Workshops, bei denen sich Studenten der weltbesten Design- und Architekturschulen mit der Modularität auseinandersetzten. Die Resultate sind an der heute beginnenden Möbelmesse in Mailand ausgestellt, und die Arbeitsprozesse kann man auf der Website verfolgen. 

Die grosse Altbauwohnung im Berner Monbijouquartier hat die Familie nicht nur wegen ihrer Schönheit gewählt, sondern auch, weil sie mitten in einem lebendigen Wohnquartier steht. «Es gibt alles hier, eine Bäckerei, eine Apotheke, das Schulhaus ist nah und vom Bahnhof sind wir nur zwei Tramstationen entfernt» schwärmt Stéphanie. «Jules kann zu Fuss zur Schule gehen und hat viele Freunde im Quartier.»

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Schon beim Eintritt zeigt die Wohnung ihre volle Grösse. Das Entree ist riesig und wurde beim Einrichten auch möglichst leer gelassen. «So kann Jules hier turnen, und manchmal macht die ganze Familie ein kleines Rennen durch die Wohnung», lacht Stéphanie. Zwei Konsolenmöbel der Hausmarke, Sitzmöglichkeiten und Fotos bringen Wohnlichkeit in den Raum. Bewusst wurden Garderobe und Schuhablage in einen grossen Schrank im Arbeitszimmer verbannt, damit beim Eintritt alles luftig, ordentlich und freundlich wirkt. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Den besonderen Charme verleiht der Wohnung die Grosszügigkeit der ineinander übergehenden Räume, die Stéphanie an die haussmannschen Wohnungen in Paris erinnert. So blickt man, bei offenen Türen, von einem Zimmer ins andere – hier vom Esszimmer ins Wohnzimmer. Mit einem Sofa und zwei gegenüber stehenden Fellsesseln ist hier eine gemütliche Sitzecke entstanden. Zusammengehalten werden Sitzmöbel und Couchtisch von einem weissen, flauschigen Teppich. 

Bei den Möbeln mischt das Paar gerne verschiedene Stile. So verbinden sie Klassik mit italienischem Design und natürlich den Designstücken von USM. «Da die Wohnung nicht uns gehört, wollen wir ganz einfach nur Möbelstücke darin haben, die uns wirklich gefallen und die wir bei einem Umzug auch wieder mitnehmen können», erklärt Stéphanie ihren Wohnstil. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Im Esszimmer dominiert ein grosses Bild mit gelben Äpfeln. Es ist eine «Langzeit-Leihgabe» von einem Künstlerfreund in New York, wie Stéphanie erklärt. Darunter steht dazu passend ein gelbes Lowboard. «Eines der USM-Stücke hat Thomas mitgebracht, er war schon immer ein Fan, die anderen habe ich natürlich dank meiner Arbeit bei der Firma erstanden.» Eigentlich stünde da auch ein grosser antiker Esszimmertisch. Dieser wartet aber im Estrich auf einen anderen Einsatz, denn das Holz des Tisches funktionierte nicht mit dem Holz der Wohnung.

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

In der Wohnung ist viel warmes Holzwerk. Stéphanie erklärt, dass ihre Nachbarn dieses weiss lackieren liessen, und sie sich nach einigem Überlegen für die Naturbelassung entschieden hat, weil es mehr zum Charakter der Wohnung passt. «Die Vermieterin liess uns die Wahl, auch für den Holzboden im Entree, wir haben da wirklich viel Glück», so Stéphanie. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Vor dem Esszimmer ist ein grosser gedeckter Balkon mit edlem Schmiedeisengeländer, der auf den grünen Garten hinausschaut. Die Bürgerhäuser im Quartier sind stattlich und dazwischen befinden sich Grünflächen mit alten grossen Bäumen.

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Das antike, hübsche Geschirr haben Stéphanie und Thomas in einem Hotel am Blausee erstanden. «Wir hatten kein Auto und haben damit den ganzen Kinderwagen gefüllt und es heil nach Hause gebracht», erinnert sich Stéphanie an das kleine Abenteuer.

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

«Die Tiere gehören den Männern», erklärt uns die Hausherrin. «Thomas liebt diese Jagdtrophäen und Jules den kleinen grünen Kunststoffhund.»

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Da alle Zimmer miteinander und mit dem Entree verbunden sind, entstehen interessante Durchblicke. Auch Rundgänge durch die Wohnung werden möglich, und mit dem Öffnen und Schliessen der Türen entstehen immer wieder neue Raumsituationen.

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Das Zimmer mit dem fantastischen Erker, vor dem wir auch die Familie porträtiert haben, dient als Arbeitszimmer. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Die Zeit des Fotoshootings nutzt Stéphanie für einen Homeofficetag. Sie steckt in den letzten Vorbereitungen für die Mailänder Möbelmesse. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

In Jules’ Zimmer sorgt ein langes, tiefes USM-Regal für Stauraum, Abstellfläche und Ordnung. Der Rest des Kinderzimmers ist Spielfläche. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Ein Blick ins Schlafzimmer zeigt die Liebe des Paares zu Holz. Die Schlafzimmermöbel sind von der Schweizer Manufaktur Reseda.

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Das grosse Bild von Stéphanie ist bei einem PR-Event im Showroom in Berlin entstanden. Dort konnten sich Kunden fotografieren lassen, und in einer Stunde wurde das Foto im Riesenformat ausgedruckt und war als Souvenir mitnahmebereit. Stéphanies Bild ist ihr ans Herz gewachsen und schmückt nun, wie übrigens sehr viele Familienfotos, die Wohnung. 

Sweet Home @Stephanie Borge, USM, ©Rita Palanikumar

Starke Farbtupfer blitzen in der ganzen Wohnung auf und sorgen für Fröhlichkeit. Hier im Eingang sind es zwei hochbeinige Konsolen, die in freundlichem Orange leuchten.

 

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Echtes Schweizer Handwerk

Marianne Kohler am Dienstag den 7. April 2015

Handwerk ist der neue Luxus unserer Zeit. Die folgenden vier Beispiele aus vergangenen «Sweet Home»-Reportagen zeigen lokal hergestellte Mode und Gebrauchsgegenstände ganz unterschiedlicher Art. Die Schmuckdesignerin Ma Schellenberg, die Modemacherin Maya Burgdorfer und die Textildesignerin Sonnhild Kestler verbinden Handwerk mit künstlerischem Ausdruck. Heinz Roth hat mit seinen Rosshaarmatratzen eine alte Tradition neu belebt. 

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

 MA SCHELLENBERG - DIE GOLDSCHMIEDIN

Sweet Home Homestory Ma Schellenberg in ihrem Schmuckatelier

Ma Schellenberg hat eigentlich Textildesign studiert. Nach dem Schulabschluss aber bildete sie sich weiter als Goldschmiedin und arbeitet seither selbstständig und alleine in ihrem Atelier im Zürcher Industriequartier. Das gibt Ihr die Freiheit, das zu tun, was sie möchte, und zwischendurch auch mal auf Reisen zu gehen. Ihre Schmuckstücke fallen auf und erzählen Geschichten. Der Schmuck war ursprünglich nur für ihre Freundinnen gedacht und wurde dann als Geheimtipp herumgereicht. Auch heute noch sind es Stücke für Individualisten, die nicht am Mainstream interessiert sind.

Sweet Home Homestory Ma Schellenberg in ihrem Schmuckatelier

Auf dem Arbeitsisch sind unzählige Werkzeuge und Materialien, die Ma für ihre Arbeit braucht. Unter dem Tisch ist eine Aufhängevorrichtung für Späne, Staub usw., denn Goldschmiede-Abfall ist wertvoll.

Sweet Home Homestory Ma Schellenberg in ihrem Schmuckatelier

Die Resultate, alles kleine Zauberwerke, werden auf kleinen Samtkissen präsentiert. Ma Schellenberg arbeitet gerne mit interessanten Formen, kleinen Miniamuletten und Ketten in allen Grössen. Diese Armbänder erinnern ein wenig an Indien, ein Land, das die Schmuckdesignerin gerne bereist.

MAYA BURGDORFER - DIE HAUTE COUTURE-SCHNEIDERIN

Sweet Home Maya Burgorfer

Die bekannte Schweizer Modedesignerin Maya Burgdorfer kreiert in ihrem Couture-Salon Mode nach Mass, Accessoires, eine kleine, exklusive Teppichkollektion, Stoffe und vieles mehr. Beim Anblick der Traumkleider denkt man an die glamourösen Flappers der 20er-Jahre oder an die kapriziösen Damen des Rokoko. Maya Burgdorfer spielt mit ihren Kreationen aber auch bewusst mit Gegensätzen. Sie sind dezent und zugleich aufreizend, elegant aber auch humorvoll, mit einem Blick zurück in glanzvolle Zeiten und einem andern in die Subkulturen, wo Kunst und Punk den Ton angeben. 

Sweet Home Maya Burgorfer

Im kleinen, schicken Couturesalon, der sich in einem Eckhaus mitten im Wohngebiet am Zürichberg befindet, kreiert, näht und verkauft Maya Burgdorfer ihre exklusiven, femininen Kleider. Die Kundinnen können aus einer bestehenden Kollektion auswählen, Stoffe, Farben, Verarbeitungen oder Varianten wünschen. Die Kleider schneidert Maya Burgdorfer dann auf Mass. Anproben finden hinter schweren, elfenbeinfarbenen Seidenvorhängen statt, die geschmückt sind mit schwarzen Bordüren und Pompons. 

Sweet Home Maya Burgorfer

Kleider brauchen oft passende Accessoires. Auch diese fertigt die Designerin mit viel Können und Kreativität selber an.

SONNHILD KESTLER - DIE TEXTILDESIGNERIN

Sweet Home Homestory Sonhild

Sonnhild Kestler ist eine Textildesignerin, die ihre Arbeit als Kombination von Design und Handwerk versteht. Ihr Atelier ist auch eine Siebdruckerei. Hier entwirft sie ihre Kreationen, probiert aus, macht Prototypen und druckt am Schluss alles selbst. Sie fertigt ihre Siebe – für jede Druckfarbe ein neues – an und mischt die Farben. Am grossen Drucktisch werden Stoffe aufgespannt, die sie von Hand bedruckt. Die Designerin verkauft ihre Kollektion im Laden Thema Selection im Zürcher Niederdorf.

Sweet Home Homestory Sonhild

Das Endprodukt, die Stoffe auf Ballen aufgerollt, wartet auf die Verarbeitung. Schals und Foulards werden im Appenzell rouliert. «Dort gibt es noch Frauen, die das Know-how haben, von Hand zu roulieren», erklärt die Textildesignerin. So sind Kestlers Produkte von Anfang bis zum Schluss in sorgfältiger Handarbeit gefertigt, grösstenteils in der Schweiz. Nur die Stickereien werden in Indien gemacht und die Häkelspitzen, die manchmal die Tücher abschliessen, in der Türkei.

Sweet Home Homestory Sonhild

Streifen sind bei Sonnhild Kestler nicht einfach Streifen; sie sind gemustert und werden zu etwas ganz Neuem, Unerwartetem zusammengesetzt.

HEINZ ROTH - DER MATRATZENMACHER

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt. 

 

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Spiegel, Spiegelungen

Marianne Kohler am Dienstag den 17. März 2015

Einem himmelblauen Juwel gleich sticht das Zuhause des legendären Schweizer Architektenpaars Trix und Robert Haussmann aus dem Zürcher Seefeldquartier heraus. Wer eintritt, gerät in ein postmodernes Panoptikum der Stile und Formen, welches er inspiriert und bereichert wieder verlässt.

Fotos: Rita Palanikumar für 13photo

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Das erste, was auffällt, sind die Spiegel. Sie sind überall. Auch an Orten, an denen keiner sie erwarten würde, wo sie aber durchaus Sinn machen. Hinter den Bücherregalen schaffen sie Tiefe und Eleganz; in der Küche, wo normalerweise Keramikplatten hängen, vergrössern sie raffiniert den Raum; an den Dachfenstern sorgen sie für entscheidend mehr Licht. Und überall geben diese Spiegel den Blick frei in andere Zimmer, lassen sie die Räume zusammenkommen, kreieren sie Transparenz – und eröffnen neue Perspektiven 

Spiegel und Spiegelungen, das ist das Generalthema, das Markenzeichen des kreativen Schweizer Architektenpaares Trix und Robert Haussmann.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Spiegel, Farbe, Kunst und Design sind die Bausteine der Einrichtung des eleganten Hauses des Architektenpaars Trix und Robert Haussmann.

Zuerst setzen wir uns in einen Raum mit einem grossem Tisch und einer riesigen Papierleuchte, hier war früher das Atelier. Zwischen zwei grossen Bücherwänden, wo eine umfangreiche Bibliothek mit Design-, Architektur- und Kunstbänden Platz findet, fühlen wir uns wie in einer Wunderkammer, wie mitten in einem Kaleidoskop. Bücher und Spiegel spielen mit dem Auge des Betrachters, immer neue Muster entstehen, ausgehend von den bunten Bücherrücken. Bei genauem Hinsehen allerdings zeigt sich: Die Werke sind perfekt geordnet, nach Themen und Alphabet aufgereiht. Hier sind Bücher zuhause, die immer wieder gebraucht werden. Der 83-jährige Robert Haussmann und seine um ein Jahr jüngere Frau Trix denken nicht daran, sich aus Architektur und Design zurückzuziehen. Kreatives Schaffen gehört zu ihrem Leben.

Dabei können die beiden auf ein aussergewöhnliches und grosses Werk zurückblicken, dessen Dokumentation zahlreiche Bücher und Kataloge füllt. Die meisten ihrer Möbelstücke sind bekannt, gehören zu den grossen Designklassikern dieser Welt und werden heute oft wie wertvolle Kunstobjekte gehandelt. Von ihren Inneneinrichtungs-Konzepten sind nicht mehr alle vorhanden, so mussten beispielsweise die von Robert und Trix Haussmann postmodern-elegant gestalteten Zürcher Boutiquen Lanvin oder Courrèges neuen Geschäften weichen. Dafür kann man heute noch in der wunderschönen Kronenhallenbar, die Robert Haussmann im Jahre 1965 gestaltet und eingerichtet hat, einen Drink in stilvollem Ambiente geniessen.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Eines der Lehrstücke, das auch ein Architekturzitat ist: Der Schreibtisch, wie eine Brücke, ist aus Holz, der Marmor eine Trompe-l'oeil-Malerei.

Diese Umbauarbeit, welche die ambitionierte Aufgabe stellte, einen Coiffeursalon zur Bar des legendären Zürcher Restaurants Kronenhalle umzugestalten, bedeutete für den Innenarchitekt und Produktegestalter Haussmann den Schritt ins Feld der Architektur. Kurz darauf traf er seine Frau Trix, eine ausgebildete Architektin. Sie heirateten 1967 und gründeten gemeinsam das  Designstudio «Die  allgemeine Entwurfsanstalt». Seit damals arbeiten die beiden eng zusammen und widmen sich den verschiedensten Gestaltungsprojekten wie Architektur, Innenausbau, Möbel- und Produktedesign.

Ein alltäglicher Treffpunkt mit der Ästhetik des innovativen Paares ist der Zürcher Hauptbahnhof, dessen Shopping-Bereich und S-Bahnhof-Zonen die Haussmanns in den 1990er-Jahren gestaltet haben. Da sorgen unter anderem schwarz-weisse Streifen, blaue Decken, Marmorsäulen, beleuchtete Rolltreppen und Spiegel für Ruhe, Ordnung und Schönheit – und dies am meistbesuchten, lebendigsten Ort der Stadt.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Rund um den Esstisch stehen Freischwingerstühle von Mies van der Rohe.

Was das Paar im Grossen gebaut und im öffentlichen Raum gestaltet hat, findet man im Kleinen, im Privaten. Spiegel und Farben umhüllen die Räume, fügen sie zu einer Einheit zusammen, vergrössern sie und machen sie unglaublich elegant. Im Haus der Haussmanns ist eine Wohnqualität geschaffen worden, wie man sie nicht mehr oft antrifft. Denn flüchtige Wohntrends, die beinahe schon so nervös wechseln wie diejenigen der Mode, sowie eine allgemeine Label-Gläubigkeit und Statusmanie verdrängen vielerorts echte Schönheit und Wohnlichkeit. Trix und Robert Haussmanns Zuhause ist gewissermassen die Antithese zu dieser Entwicklung: Hier ist alles authentisch, mit viel Stil erschaffen, natürlich gewachsen.

Die Wohnung im Zürcher Seefeldquartier ist praktisch und elegant zugleich und in einfacher Selbstverständlichkeit schön. Im Eingangsbereich erwartet den Besucher erst mal eine Garderobe, aber bereits auch eine grosszügiges Regal mit Kunstgeschichte-Bänden. Die Bücher verführen einen zum Blättern und Stöbern, bevor man überhaupt den Mantel abgelegt hat. Danach tritt man in die eigentlichen Wohnräume; im Erdgeschoss befinden sich der Arbeits- und Studienraum mit der Bibliothek sowie die Büros.

Der Arbeitsraum ist in einem warmen Orange gestrichen, das Büro nebenan in kühlem Pistaziengrün. Auf die Frage, wie oft sie denn die Wohnung neu gestrichen hätten, antwortet Trix Haussmann, dieser Farbanstrich sei eigentlich erst der zweite und nun schon seit 12 Jahren bestehe. Und Robert Haussmann erzählt: dass sie auf einmal gemerkt hätten, wie alle Kreative –  die Künstler, Grafiker, Architekten und Designer in Paris, Barcelona oder Zürich – so ziemlich im gleichen Look wohnten. «Wir alle hatten weisse Wände, Kokosteppiche und edle Designerstücke, Le-Corbusier-Liegen. Aber wir hatten auf einmal genug davon, wir wollten Farbe im Haus.»

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Von den vielen Gebrauchsmöbeln, die die Haussmanns für renommierte Hersteller entworfen haben, ist das schwarze Palettenregal von Röthlisberger das einzige, das in der Wohnung zu sehen ist.

Die Haussmanns wollten eigentliche Farbräume gestalten. «Dafür musste der ganze Raum gestrichen werden», sagt Trix Haussmann, «also auch die Decke, die grösste, leere Fläche. Nur so kann das Licht farbig reflektieren und aus den Räumen herausleuchten – das geht aber nur, wenn ein Raum keine Stuckaturen hat, was in unserem Fall so ist.» 

Trix und Robert Haussmann suchten nach einem Farbkonzept, alle Farben im ganzen Haus mussten zueinander passen und zusammen harmonieren. «Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die Farben ausgewählt hatten», sagt Trix Haussmann. «Zuerst haben wir die drei Kinderzimmer im oberen Stock gestrichen, um zu sehen ob es funktioniert. Danach die weiteren  Räume.» Das Holzwerk – vor allem Schränke und Fensterrahmen – sind in Weiss gehalten, Verbindungsräume wie Treppen und Flure grau gestrichen.

Schliesslich galt es, sich für einen Teppich zu entscheiden. «Nach dem wir jahrelang mit den Kokosteppichen und deren Unbeständigkeit kämpften, wollten wir den besten, stärksten und schönsten Teppich, auch diese Suche brauchte ihre Zeit», sagt Trix Haussmann. Der  mausbraungrauen Teppich, für den sich die beiden letztlich entschieden haben, hat die hohen Erwartungen offensichtlich erfüllt: Auch nach 12 Jahren hält er sich noch gut.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Orange ist die Farbe des Esszimmers im ersten Stock.

Vom Arbeitsraum geht es hinaus in den Garten. Auch dieser ist wie ein Wohnraum gestaltet, mit üppigem Immergrün, das Zeit zum Geniessen gewährt statt Jätarbeit zu fordern. Wiederum Spiegel, hier runde, die viel Aussicht bieten und gleichzeitig mit Verwunschenheit kokettieren. Schliesslich ein  Betonsessel von Stefan Zwicky, eine Hommage an Corbusiers  lc2. Entlang der Treppe, wie auch sonst überall im Haus, hängen in geometrischer Ordnung Kunstwerke, viele von Freunden und Wegbegleitern: Anton Bruhin, Johannes Iten, Richard Lohse, Hans Fischli, Otto Müller, Hans Arp oder Meret Oppenheim.

Die Gebrauchsmöbel, die Haussmanns entworfen haben und die serienmässig hergestellt worden sind von Firmen wie Knoll, Röthlisberger, DeSede, Wogg oder Horgenglarus, fehlen in der Wohnung – bis auf das eine: das schwarze Palettenregal. «Wenn wir unsere Möbel dauernd um uns stehen hätten, so würde ich dauernd an ihnen weiterarbeiten, sie verändern und nach Verbesserungen suchen», erklärt Robert Haussmann.

Im 1. Stock betreten wir das Wohnzimmer, und hier sind sie nun zu sehen, die Prachtstücke, diejenigen Möbel, welche Robert und Trix Haussmann «Lehrstücke» nennen. Die meisten sind in mehrjähriger Projekt- und Forschungsarbeit entstanden und wurden als Einzelstücke oder in limitierter Auflage produziert. Das Paar setzte sich intensiv mit der italienischen Renaissance auseinander, suchte in der Vergangenheit nach Neuem, kreierte Architekturzitate und spielte mit der Störung der Form durch Dekoration. Dafür benutzten sie aufwändige, alte Techniken wie Intarsien-Dekoration oder Trompe-l'œil-Malkunst.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Der Schnurstuhl ist das allererste Möbelstück, das Robert Haussmann entworfen hat und zwar noch in der Schule.

«Wir haben von den echten Modernisten gelernt, wir hatten Lehrer wie Willy Guhl, Johannes Iten oder Gerrit Rietveldt. Da stellten wir uns dann auch mal die Frage, wie lange Neues überhaupt noch möglich ist – und ob das Neue wirklich das Bessere bedeutet», sagt Robert Haussmann. Das war für Haussmanns der Beginn einer Auseinandersetzung  mit der Vergangenheit – und der Anfang der Suche nach einer neuen Moderne. 

Diese Möbel zitieren die Formensprache und die Geschichte der Architektur, sie sind praktisch und dekorativ zugleich, sie vereinen Intelligenz und Kreativität, und verführen die Fantasie der Betrachtenden. Und was die Kraft der Einzelstücke ausmacht, ist auch die Wirkung des Ganzen, des himmelblauen Zuhauses von Robert und Trix Haussmann: Es eröffnet neue Perspektiven, verführt mit seiner Eleganz und seiner Qualität.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Robert Haussmann am Tisch im Atelier.

Was die beiden in diesem Prozess schufen, ist schlicht fantastisch: Fantasievolles, das strengen Prinzipien gehorcht, Verträumtes, das mathematisch errechnet worden ist. Zum Beispiel dieser Spiegelschrank: Ein Türmchen, das kokett mit Wirklichkeit und Schein umgeht. Man kann es öffnen, darin sind Regale und Schubladen und Platz für viele Dinge. In den Spiegeln reflektiert sich der Raum und verleiht dem soliden Möbel eine scheinbare Transparenz. Oder jenes Sideboard: Geformt wie eine Brücke mit einem Finish wie schwarzer Marmor. Der vermeintliche Marmor aber offenbart sich aus der Nähe als bemaltes Holz, die einzelnen Bausteine erweisen sich als Schubladen. 

Und während wir die Gastfreundschaft von Trix und Robert Haussmann geniessen, Champagner trinken am grossen Arbeitstisch, wissen wir, dass wir nicht nur durch die farbigen Räume gewandert sind, sondern auch durch verschiedene Zeitepochen, erlebte, erforschte und interpretierte. Wir haben in den Spiegeln anderes gesehen als nur uns selbst: nämlich die Moderne im Rückblick entdeckt.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Ein Blick in das Bücherregal zeigt, mit welchen Themen sich das Architektenpaar intensiv auseinandersetzt.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Auch an den Bücherregalen spielen Spiegel mit spannenden Perspektiven.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Fast wie auf einem Bild von Giorgio de Chirico wirkt der verspiegelte Turmschrank.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Der Lichtstuhl ist als eines der ersten ironischen Möbelstücke entstanden, für eine Ausstellung des Werkbundes in den 60er Jahren.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Stilleben mit Objekten aus Holz vor einem Bild von Heiner Kienholz

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Kunst und Design in schöner Verbindung: Der Schuh ist ein Modell aus den 70er Jahren von Salvatore Ferragamo

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Der Bettüberwurf ist aus einem klassischen Stoff der Haussmanns.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Das Dachlukenfenster ist mit einem Spiegelrahmen versehen und bringt damit viel mehr Licht in den abgeschrägten Raum.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Ein Herrendiener im Schlafzimmer wird, von Kunst umgeben, zur kleinen Alltagsskulptur.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Die Schrankwände im Schlafzimmer vergrössern optisch den Raum und schaffen auch mehr Licht

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Im Garten steht der berühmte Corbusier-Sessel in einer Interpretation aus Beton von Stefan Zwicky.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Auf eine charmante Art bringt ein grosser, runder Spiegel dem kleinen Stadtgarten mehr Grösse, Ausblick und ein wenig Poesie.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Ein interessantes Spiegel-Lehrstück der Haussmanns: Thonetstühle und der Blick in den Stadtgarten, in dem auch ein Spiegel für neue Ausblicke sorgt.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Eines der Lehrstücke ist der verknotete Spiegel. Davor steht, auch Verflechtungen und Windungen zeigend, ein Schaukelstuhl von Tonet.

Robert und Trix Haussmann, Design Ikonen, ©Rita Palanikumar

Die Spiegel und Spiegelungen zeigen sich hier als poetische Fotografie der Fotografie

Die Geschichte haben wir für das Magazin «Weekender» produziert, inzwischen sind Trix und Robert Haussmann umgezogen.

 

 

 

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Auszug aus dem Paradies

Marianne Kohler am Dienstag den 24. Februar 2015

Diese Homestory ist eine Abschiedsgeschichte: 21 Jahre lang wohnte Gabriela Panchaud mit ihrer Familie in dem schönen Einfamilienhaus zwischen Wald und Wohnquartier in Gockhausen bei Zürich. Nun sind die Kinder erwachsen, ein Enkelkind ist auch schon da, und Gabriela und ihr Mann Reto entschlossen sich, das Haus zu verkaufen und in die Stadt zu ziehen. 

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Für Gabriela Panchaud, deren Haus Rita kannte, ist dieser Beitrag so etwas wie ein Abschiedsgeschenk. In diesem Frühling ziehen sie und ihr Mann Reto, der Ökonom ist, aus. So besuchten wir Gabriela Panchaud an einem sonnig sanften Tag im letzten Herbst und fanden das Haus im allerschönsten Licht. Das aussergewöhnliche, naturnahe Haus wurde Mitte der 80er-Jahre vom Atelier Neuenschwander gebaut. Gründer Eduard Neuenschwander (1924–2013) gehört zu den bedeutenden Architekten der Schweiz und hat in den 50er-Jahren in Gockhausen interessante Bauprojekte wie Künstlerateliers, Einfamilienhäuser und Landschaftsgärten umgesetzt. Dazu gehört auch das Architekturbüro Atelier Neuenschwander, das nun seinem Sohn, dem Architekten Matti Neuenschwander gehört. Matti Neuenschwander war verantwortlich für den Bau des Hauses der Panchauds.

Das Haus war perfekt für das Familienleben der Panchauds. Gockhausen liegt unmittelbar bei Zürich, bietet aber viel Naturnähe und ein kinderfreundliches Umfeld. Da dieser Abschnitt des Lebens nun vorbei ist, hat sich das Paar entschlossen, die Zelte in der Vorstadt abzubrechen und mitten in die Stadt zu ziehen, in eine Eigentumswohnung an der Europaallee. Gabriela erklärt: «Mit drei jungen Erwachsenen im Haus standen wir immer mitten im Leben. Jetzt, da alle ausgezogen sind, ist der Alltag hier eher ruhig und beschaulich geworden. Mit dem Umzug in die Stadt möchten mein Mann und ich wieder näher am Geschehen sein, ein urbanes Leben führen und den Puls der Zeit stärker spüren.» 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Natur, der Garten und der Wohnbereich fliessen zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Denn der Garten ist gelungene Landschaftsarchitektur mit kleinem Teich, grossen Bäumen, viel Grün und unterschiedlichen Ebenen. Eduard Neuenschwander hat frühe Lehrjahre in Finnland bei Alvar Aalto absolviert. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz liess er sich in Gockhausen nieder und hat da die Landschaft so umgestaltet, dass die Lebendigkeit der Natur in starkem Bezug zur organischen Asymmetrie seiner Häuser steht. Der Garten der Panchauds ist auch in diesem Stil gehalten: Ein natürlicher Bach fliesst mitten hindurch und wurde in der Mitte zu einem Teich aufgestaut, mit grossen Steinblöcken wurden unterschiedliche Ebenen geschaffen, und überall wachsen Bäume, Blumen und Sträucher. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Architektur zeigt die typischen Merkmale der 80er-Jahre: einen sanft postmodernen Stil, Rundungen und eine gelungene Verbindung von Beton, Holz und Stahl. Der kleine Balkon hat Multifunktion: Er bietet einen direkten Ausgang von der Küche in den Garten, ein kleines Vordach für den Parterre-Ausgang und ein Gerüst für die prächtige Glyzinie. Die im Frühjahr lila blühende Kletterpflanze wächst auch noch im Eingangsbereich, dort zusammen mit einer rosa Klematis.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Blau zeigt sich draussen und drinnen als Akzentfarbe. So ist eine Wand in der Küche in einem Stahlblau lackiert, ein guter Gegensatz zum warmen Holz der Fensterrahmen und Möbel. Ein grosser Holztisch mit passenden Stühlen ist parallel zum grossen Fenster platziert. Die Wohnküche hat etwas von einem gemütlichen Bistro, da passt die Tageszeitung, die an einem Holzhalter neben getrockneten Blumen am Fensterrahmen hängt, perfekt.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Aussergewöhnlich und passend zu den Rundungen der Architektur ist der Kochherd. Er steht als Kochinsel mitten im Raum, gross, rund und mit Abzugshaube und Platz für Pfannen versehen. «Das Schöne an diesem Herd ist, dass man hier auch wunderbar zusammen kochen kann», so Gabriela. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Der Innenausbau des Hauses ist raffiniert, offen und auf unterschiedlichen Ebenen angelegt. So sitzt das Wohnzimmer sozusagen über der Küche. Überall im Haus ist mit Kunst, Wohnaccessoires, Pflanzen und Blumen Wohnlichkeit entstanden. Nichts deutet darauf hin, das ein baldiger Umzug ansteht. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Sitzecke im Wohnzimmer mit Sofa, Ledersessel, grossem Hocker und Couchtisch wird mit einem Milieuteppich als Insel zusammengehalten.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Balustrade, über die man in die Küche sieht, bietet Stau- und Ausstellungsraum für Musikanlage, Schallplatten, Bücher, Pflanzen und viele Windlichter. Das Zentrum ist ein grosses Cheminée mit einer edlen, handgemachten Metallverschalung.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Ein grosses Fenster mit Holzrahmen und ein kleiner Balkon öffnen den Blick in den wunderschönen, natürlichen Garten. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Zwischen den sich rot färbenden Weinranken, die das Balkongitter und einen Teil der Fassade umhüllen, sieht man in den Garten, der sich hier im goldenen Licht in allerschönster Pracht zeigt. Im Zentrum steht eine alte Trauerweide, die mit ihren langen herabhängenden Zweigen den Teich zu küssen scheint.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Sehr schön spielt auch das Oberlicht in den Räumen und sorgt für eine sanfte, helle Stimmung. Hier sehen wir den Haupteingang ins Haus, der gleich in die Ebene mit dem Wohnzimmer führt. Ein schmaler Gang mit Steinboden führt um die Ecke in ein Zimmer, das als Arbeitszimmer genutzt wird. Auch ist da ein Gästebad.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Wand, die den Wohnraum vom Eingangsbereich abtrennt, haben die Panchauds für ein Bücherregal genutzt. Davor ist mit Sessel, Beistelltisch und Stehleuchte eine Leseecke eingerichtet. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Im Untergeschoss befinden sich die privaten Räume wie Schlafzimmer und Bäder. Alles ist mit einem warmen Holzboden aus weissgewaschener französischer Eiche ausgelegt, und in den Durchgängen sorgen hübsch eingerichtete Nischen für Wohnlichkeit. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Das Haus, in dem meist fünf bis sechs Personen wohnten, hat nun Zimmer, die nicht mehr so viel genutzt werden. Der grösste Raum dient Gabriela, die als Yogalehrerin arbeitet, für ihre Übungen. Sie gibt Stunden in Räumlichkeiten im Zürcher Seefeld und plant auch regelmässige Yogatage in Mallorca. Dort hat die Familie zusammen mit einem befreundeten Paar ein Ferienhaus. Die beiden Parteien haben eigene Wohnungen, teilen sich aber die Küche. Die Idee, Yoga mit einer kleinen Reise zu verbinden, kommt gut an. Es ist ungezwungen und findet immer dann statt, wenn sich fünf bis sechs Personen zusammengefunden haben. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Ein Bad, bei dem man das Gefühl hat, draussen in der Natur zu sein. Gabriela hat diesen Eindruck noch mit Topfpflanzen auf dem Sims bei der Wanne verstärkt.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die Gartenanlage zeigt Büsche und Sträucher, die mit Farben und unterschiedlichen Blattformen das Auge verwöhnen. Dazwischen blühen saisonal unterschiedliche Blumen. Über allem bieten grosse Bäume ein natürliches Dach und schaffen den optischen Zusammenhalt mit dem nahen Wald. So bekommt man das Gefühl, dass der Garten ein Paradies ohne Grenzen sei.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Das unebene Gelände wurde geschickt und harmonisch mit Steinen unterteilt. Idyllisch, und fast wie ein kleines Sommerhaus am See, wirkt das Gartenhaus am kleinen Teich.

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Hier sieht man vom Eingangsbereich ins Büro, wo Gabriela gerade Böden und Kacheln für ihre neue Stadtwohnung aussucht. Der Abschied fällt ihr, trotz der Freude auf den Neubeginn, schwer. Bei der Suche nach Käufern, ist es ihr ein grosses Anliegen, dass neue Bewohner in diesem Haus auch so glücklich werden, wie sie es gewesen ist mit ihrer Familie. 

Sweet Home bei Gabriela Panchaud©Rita Palanikumar

Die sanfte Melancholie der Jahreszeit passt zum Abschied der Panchauds von ihrem naturnahen Haus, das hier zwischen den farbigen Weinblättern hervorschaut und sich auf eine neue Familie freut. 

 

 

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