Maskuline Wohnideen

Männer hausen selten flauschig und inszeniert. Dafür kombinieren sie gekonnt Sachlichkeit und Wohnlichkeit.

1 — Das Sofa ist eine Insel

Hier geht es nicht um die Form. Auch nicht um den Status oder die Kombinations-Kompatibilität. Die Sofainsel ist ganz einfach bequem – ein eigenes, kleines Reich. Dass sie dabei auch noch gut aussieht, versteht sich von selbst. Stellen Sie eine solche Sofainsel mitten in den Raum oder zumindest weg von der Wand. Und schon wird sie zu einem klaren Statement. Dazu passen Gemütlichmacher wie Teppiche, einige Kissen und ein eleganter, leichter Beistelltisch, dessen Form zum Sofa passt. (Bild über: Pufik Homes)

2  — Das Schlafzimmer ist gemütlich

Maskuline Wohnstile sind selbstverständlich auch wohnlich. Sie benötigen ein bisschen weniger Trara und zeigen sich eher in verhaltenen und klassischen Farben. Dieses Schlafzimmer ist ein gutes Beispiel dafür. Ein schlichtes, graues Stoffbett steht auf einem kuschligen Wollteppich. Mit der weissen Bettwäsche kombiniert sind eine graue Kuscheldecke und zwei dunkelblau gemusterte Kissen. Diese machen das Bett ohne viel Aufwand chic, elegant und persönlich. Die Wände haben durch die graue Farbe Tiefe bekommen und lassen so die vielen Bilder mit weissen Passepartouts besonders edel wirken. Eine schicke Wandleuchte und ein kleines, antikes Schubladenmöbel als Nachttischchen vervollkommnen und die geschickte Einrichtung. (Bild über: Chris loves Julia)

3 — Einrichten ist auch ein Sport

Maskulin einrichten kann man als eine Art Sport betreiben. Der Leistungsanspruch ist eine vollendete Wohnlichkeit, die nicht nur gut aussieht, sondern auch den gewünschten Wohnkomfort bietet. Hier steht ein hübsches Sesselpaar, das eine Sitzecke perfektioniert. Natürlich fehlt auch das liebste aller Männermöbel nicht, der Loungechair. Die Farbigkeit hält sich diskret und klassisch zurück, vermittelt dafür mit edlen Grautönen und viel Holz eine warme Atmosphäre. Für Unterhaltung und Entspannung sorgen die Bücher auf dem Couchtisch und der Boxsack an der Decke. (Bild über: Airows)

4 — Luxus im Rohzustand

Rundliche Dinge wirken immer auch maskulin. Dazu gehören Möbel im Industrialstil. In diesem Beispiel – entdeckt über Pufik Homes – sind sie mit einer gewissen Eleganz kombiniert. Ein bauschiges, gemütliches Ledersofa zeigt sich mit Kissen, und das durchaus rüschenlos. Der Couchtisch hat eine Platte aus Kistenholz, das Design des Tischchens und der Leuchte ist industriell und modern. Und einige Bilder hinter dem Sofa vervollkommnen dieses maskulin eingerichtete Wohnzimmer. Natürlich helfen die tollen rohen Backsteinwände, aber sie sind kein Muss! Streichen Sie Ihre Wände in einen Grau- oder Beigeton. Damit schaffen Sie Spannung und Tiefe. 

5 — Eleganz im Office

Ob zu Hause oder im Geschäft, ein Büro kann durchaus sachlich und wohnlich zugleich sein. Auch hier vermitteln graue Wände vorab die gewünschte Tiefe, Wärme und Eleganz. Der grosse Holztisch im Zentrum wurde zudem mit edlen Eames-Bürostühlen kombiniert. Ein antikes Büromöbel, das mal in einer Fabrik gestanden hat, dient als Korpus. Darauf ist der Drucker platziert. Und darüber schaffen einige Regale noch mehr Stauraum. Licht von oben bieten zwei Hängeleuchten. Für die Sicht nach oben, oder zumindest in die Ferne, dient ein grosses Poster vom Mond. (Bild über: Homedit)

6 — Kunstgalerie im Wohnzimmer

Kunst ist immer eine gute Idee, um eine Wohnung persönlich und inspirierend zu gestalten.  Dank den weissen Wänden und dem hellen Sofa spielen die Bilder die Hauptrolle in diesem Wohnzimmer. Die optische Verbindung von Wohnlichkeit und Kunst stellen die paar gemusterten Kissen auf dem Sofa her. Oder auch Wohnaccessoires wie Vasen, Körbe oder Kerzenständer. Gelungen ist ebenfalls die Wahl des mobilen Couchtisches auf Rollen. (Bild über: apartmentnumber4)

7 — Selber Hand anlegen lohnt sich

Das kleine Beistelltischchen von vorhin zeigt, dass man mit wenig Aufwand etwas Tolles selber machen kann. Dieser Couchtisch von Blog.beckers ist nach dem gleichen Prinzip entstanden: Ein edles Stück Holz und Industrierollen genügen, um ein Möbel zu bauen, das praktisch, persönlich und attraktiv ist. Dieses hier dient dazu, Zeitschriften und Büchern aufzubewahren. 

8 — Lesestoff zum Denken und Anregen

Selbst sachlich und reduziert eingerichtete Wohnungen brauchen Persönlichkeit und Accessoires, welche die Wohnlichkeit erst ausmachen. Da stehen Bücher in der vordersten Reihe. Umgeben Sie sich mit Büchern, die Sie interessieren, die Ihre Hobbys und Leidenschaften beschreiben. Und mit denen Sie ein wenig in die Ferne schweifen können. In Sachen Wohnen ist die Trilogie des Fotografen Julius Shulman ein Genuss. Die Bilder des bedeutendsten  Architekturfotografen der amerikanischen Nachkriegsmoderne sind in drei Bänden erschienen. (Bild über: Analog Dialog)

9 — Private Trophäensammlung

Ein richtiges, authentisches Zuhause kauft man sich nicht fixfertig. Man lässt es wachsen. Der maskuline Wohnstil entsteht durch klassisches Jagen und Sammeln. Einzelstücke, Trophäen, Lieblinge und Liebhabereien, Gelebtes, Entdecktes, Altes und Neues – sie alle fügen sich langsam zusammen und schaffen ein echtes, gewachsenes Wohnleben. (Bild über: Home my design)

10 — Gepflegt und mit Stil

Auch aus einem Mietwohnungs-Bad lässt sich etwas Anschauliches machen. Vielleicht nicht gerade das tolle Refugium, wie auf diesem Bild vom Blog Pufik Homes. Aber mit ein wenig Liebe und einigen starken Möbelstücken können Sie schon viel erreichen. Wählen Sie zum Beispiel schwarze Möbel und schwarze Accessoires anstelle der ewig weissen. Auch Holz tut dem Bad gut. Ein grosser Spiegel, ein Behälter für die Schmutzwäsche und ein Regal für Produkte und Tücher sind die wichtigsten Elemente. 

Das gehört zum maskulinen Wohnstil: 
  • Neutrale, klassische Farbpaletten
  • Sachlichkeit gemischt mit Wohnlichkeit
  • Keine Angst vor Wohnaccessoires und Textilien
  • Klassische Naturmaterialien wie Leder und Holz für die Möbel
  • Kunst wie Bilder und Skulpturen
  • Bücher zum Lesen und Anregen
  • die Wohnungseinrichtung natürlich gedeihen lassen

 

Credits und Links: 

Blogs und Magazine: Pufik HomesChris loves JuliaAirowsHomeditapartmentnumber4Blog.beckersAnalog Dialog,  Home my design
Bücher: Julius Shulman: Modernism rediscovered, Taschen-Verlag, zu etwa 100 CHF

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16 Kommentare zu «Maskuline Wohnideen»

  • ivano colombo sagt:

    also cara signora. deine Reportage ist superiore. gratuliere. du hast wieder mit wenige woerte viel gesagt. nummer 1 gefaellt mir sehr und ist sogar by uns im laden im Stoff und lederausgestellt Modell soft-wall von living divani. cari saluti. ivano

  • ivano colombo sagt:

    also. cara signora. du uebetriffst dich selber immer. dein bericht ist eine praemie wert. wenn du ein man waerest wuerde ich sagen du bist ein alter fuchs da du aber eine frau bist sage ich…………..du hast und wie styl. das erste Modell ist eigentlich ein Liebling Modell von mir und ist von der Firma living-divani. der ist by uns im laden im Stoff und leder ausgestellt. wenn du fuer einen Espresso kommst dann kannst du sogar drausitzen es heisst soft-wall. aber ebe. cari tanti auguri. Ivano

  • müller hans sagt:

    Gähn….

  • Lilo Fürst sagt:

    Männer sind nüchterner, praktischer, schnörkelloser, nicht so verspielt wie Frauen, haben eben einen etwas urigeren Geschmack. Vice la differente! Männer sind nun mal keine Frauen, auch Schwule nicht wirklich. Männer mögen es eben nicht so bunt. Vielleicht weil sie Farben nicht so „farbig“ sehen (es gibt vielmehr farbenblinde Männer als Frauen).
    Die trendigen Retro-Einrichtungen mit Korbsesseln, Makramee, kleinen Möbeli mit schrägen Beinchen, kunterbunten zerknüllten Bettwäsche etc. sind anscheinend ein Must have, aber im Grunde genommen sehr kleinkariert und aufdoktriniert.
    Herzlichen Dank für den wunderschönen Beitag, Frau Koller, mir wurde ganz warm ums Herz. Ich wünsche mir noch mehr solch viele stilvolle Blogs.

  • Philip sagt:

    Oh. Ich bin enttäuscht, dass auf keinem der maskulinen Bilder ein teures Mountainbike in der Wohnung steht. Ist das denn bereits wieder out?? Sind inzwischen gar die überdimensionierten Möbelrollen (#6, #7) das neue Status-Symbol?? Hat man das Bike denn nun in der Küche, damit es dort maskulin wirken kann als Hintergrund für das Foto vom veganen Linsen-Rucola-Salat?

  • Mona sagt:

    Schön, leider habe ich so tolle Wohnbeispiele bei einem Mann noch nie gesehen, ausser er war schwul.

  • MM sagt:

    Immer wieder diese Gender-Geschmacks-Zuschreibungen hier. Was soll das? Darüber sollten wir längst hinaus sein….
    Wie die Vorschreiberin oben, bin ich auch eine Frau, die es ganz und gar nicht mit rosa und mit Rüschen hat, und ich wundere mich immer wieder, was von Frauen und von Männern mal „eben so“ angenommen wird.

  • sepp z. sagt:

    Eades Office Chairs?
    Ihr meint wohl Eames.
    Charles and Ray Eames.

  • Barbara V.E. sagt:

    Ich bin eine Frau und mag es auch, je nachdem, plüschig und siidig und rüschelig. Aber bei einigen Bildern dachte ich: da würde ich eigentlich auch als Frau gern einziehen… Teilweise wunderschöne Einrichtungen

  • Demian Sinclair sagt:

    Im Museum of Modern Art (NY) habe ich mal einen Slogan gelesen:
    solange etwas eine Funktion hat ist es schön.

    Also Schönheit entsteht dann, wenn ein Objekt funktionel ist. Ist natürlich eine Meinung, aber es hat was.

  • Andreas sagt:

    Wieso sind das nur Beispiele mit dinklen Farben Braun und Schwarz ? Meine Wohnung ist da viel bunter und fröhlicher gestaltet. Oder meinen Sie, Männer wohnen immer noch lieber wie vor 2 Millionen Jahren in dunklen Höhlen ?

  • Thomas sagt:

    Was soll daran maskulin sein? Die Fotos sehen immer noch aus wie aus einem IKEA (et al.) -Katalog.

Kommentar

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