Sieben Sünden zum Geniessen

Dinge, bei denen wir das Gefühl haben, «ich sollte eigentlich nicht» – zu fett, zu früh, zu süss –, die schmecken besonders gut, weil sie so was wie kleine Sünden sind!
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1 — Champagner einfach so

Champagner trinkt man meistens, um zu feiern oder auf ein besonderes Ereignis anzustossen. Wenn man Champagner aber einfach mal so trinkt, an einem gewöhnlichen Dienstagabend oder an einem Freitag, dem 13., dann ist es wie eine kleine Sünde, etwas Aussergewöhnliches und damit sehr glamourös. (Bild über: Retrogirly)

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2 — Bananensplit
Bananensplit ist das schnelle Dessert, das aussieht, als käme es direkt aus dem Foodhimmel. Und das Beste daran – jeder kann es zubereiten. (Bild über: completely delicious)

Wählen Sie hübsche lange Schalen und platzieren darin zwei grosse oder, raffinierter, vier kleine Bananenhälften. Dann platzieren Sie darauf Glacekugeln nach Wahl. Giessen Sie Himbeersauce und Schokoladensauce darüber und garnieren mit Rahm. Über den Rahm streuen Sie farbige Zuckersplitter und stecken Cocktailkirschen in jedes Rahmhäufchen. Über die gesamte Kreation kommen noch geröstete, grob gehackte Haselnüsse. 

Die Himbeersauce machen Sie am besten, indem Sie gefrorene Himbeeren mit ein wenig Zucker in der Küchenmaschine pürieren. Für die Schokoladensauce schmelzen Sie dunkle Schokolade mit ein wenig Butter und ein wenig Rahm. Sie können dafür ruhig Ihre Lieblingsschokolade nehmen, denn die meisten Sorten gibt es mittlerweile auch in der dunklen Version.

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3 — A Stiff Drink

Einen starken Drink braucht man ab und zu – meistens, um irgendetwas runterzuspülen. So wird es jedenfalls in Filmen und Büchern dargestellt. Doch: Ein starker, purer Drink ist – abgesehen vom Cowboygefühl, das irgendwie inbegriffen ist – auch ein Genuss. Denn man schmeckt genau, was man trinkt. 

Ich will natürlich hier nicht zum Trinken am Nachmittag inspirieren, doch es kann glamourös sein, wenn es einmalig bleibt. Als ich vor vielen Jahren wegen Liebeskummer Weihnachten in New York feierte, hat mich meine Freundin Nancy zu ihrem Bruder nach Long Island mitgenommen. Nancys Tante war auch dort. Sie war eine wissenschaftliche Zeichnerin und arbeitete für den «New Yorker». Die Cocktail- und Lunchpartys hatten illustre und bekannte Gäste, zum Beispiel Charles Addams, Cartoonist und Erfinder der «Addams Family», oder Nancy Friday, Schriftstellerin und Feministin, die alle für den «New Yorker» arbeiteten. Da kam es schon mal vor, dass jemand mit dem Whisky-Tumbler in der einen Hand und dem Steuer in der anderen Hand zum Lunch vorfuhr und einfach gemütlich weitertrank! Different Times! (Bild über: the black workshop)

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4 — Schinken-Käse-Toast
Auch der kleine Hunger will stilvoll gestillt werden. Da passt ein warmes, feines Sandwich am besten. (Bild über: basilgenovese)
Ein Brötchen wie ein Ciabatta oder ein Semmeli halbieren. Beide Seiten mit Butter und ein wenig feinem Senf bestreichen. Ich persönlich bevorzuge Honig-Feigen-Senf für solche Brötchen. Belegen Sie den unteren Brotteil mit Schinken und Käse, beispielsweise Gruyère. Würzen Sie mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle und ein wenig frischem Rosmarin. Nun legen Sie beide Hälften auf ein Backblech und schieben es in die obere Hälfte des Backofens unter den Grill. Wenn das Brot knusprig, der Schinken gebraten und der Käse geschmolzen ist, nehmen Sie das Blech heraus, decken das Sandwich zu und geniessen.
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5 — Penne alla Vodka
Diese üppige, mit Alkohol zubereitete Pasta ist eine perfekte Mahlzeit, die man schnell kochen kann. Zum Beispiel wenn die Gäste zu lange geblieben sind und Hunger bekommen. Oder wenn man spät und hungrig von einer Party nach Hause kommt und gerne noch essen und quatschen möchte. (Bild über: italian foodies

Zutaten:

Zubereitung:

1 Flasche Provisto di Sugo

500 g Penne

3 EL Olivenöl

8 Knoblauchzehen, geschält und ein wenig zerdrückt

1 Peperoncino

2 dl Wodka

4 dl Rahm

2 EL Butter

Petersilie

Salz und Pfeffer

geriebener Parmesan

Kochen Sie die Penne gemäss Packungsangabe al dente. Erhitzen Sie das Olivenöl mit den zerdrückten Knoblauchzehen und den Peperoncino. Der Knoblauch darf nicht braun werden, soll aber duften. Geben Sie die Tomaten bei. Reduzieren Sie die Hitze, und köcheln Sie die Tomaten einige Minuten. Giessen Sie den Wodka hinzu. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer, und lassen Sie die Sauce köcheln, bis die Pasta fertig ist. Dann nehmen Sie die Knoblauchzehen und den Peperoncino heraus, geben den Rahm bei. Die Sauce aufkochen, von der Herdplatte nehmen und die Butter daruntermischen. Die Pasta beigeben, die Sauce mit der Pasta nochmals aufkochen, umrühren und mit gehackter Petersilie und Parmesan servieren.

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6 — Ein Stück Fleisch mit Kräuterbutter
Fleisch ist ein besonderer Luxus, und wir gönnen ihn uns ab und zu. Die beste Art, ein Stück Rindfleisch, egal ob Steak, Filet oder Entrecôte, zuzubereiten, ist ganz einfach: mit wenig Bratbutter in der Bratpfanne. Dazu passt eine feine, selbst gemachte aromatisierte Butter. Diese können Sie einfach und in verschiedenen Varianten zubereiten. (Bild über: eatinonthecheap)

Butter mit Kräutern: Verarbeiten Sie Butter, ein wenig Meersalz, ein wenig Zitronensaft und Kräuter wie Estragon, Petersilie und Schnittlauch in der Küchenmaschine.

Butter mit Meerrettich: Vermischen Sie weiche Butter mit geraffeltem Meerrettich und ein wenig Salz.

Butter mit Blaukäse: Vermischen Sie weiche Butter mit Gorgonzola oder Roquefort.

Butter mit Senf: Vermischen Sie Butter mit einem feinen, scharfen Senf, ein wenig Salz, Pfeffer und Honig.

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7 —Bread and Butter Pudding
Das klassische englische Dessert. Bread and Butter Pudding ist mein persönlicher Dessertfavorit. Es ist eigentlich viel zu üppig, um es nach einem Essen zu servieren – aber eben! Ich bedecke den Pudding immer mit Pandoro, das gibt ihm ein luxuriöses Upgrade. (Bild über: foodandstyle)

Zutaten:

Zubereitung:

6 Scheiben Pandoro, ca. 1,5 cm dick

50 g weiche Butter

2 EL Whisky

50 g Sultaninen

50 g Dörraprikosen, in Stücke geschnitten

1 Apfel, geschält und in Würfelchen geschnitten

3 dl Rahm

1 dl Milch

3 Eier

50 g brauner Zucker

1 Päckli Vanillezucker

Die Sultaninen 3 Stunden im Whisky einlegen. Die Pandorostücke in Würfel schneiden und diese grosszügig buttern. Die Sultaninen mit dem Whisky, den Aprikosen und den Apfelstückchen mischen, die Hälfte der Mischung auf dem Boden von kleinen Gratinförmchen verteilen, die Pandorostückchen reinlegen, mit der gebutterten Seite nach oben, und die zweite Hälfte der Whisky-Frucht-Mischung darüber verteilen. Nun in einer Schüssel Rahm, Milch, Eier, Zucker und Vanillezucker vermischen. Die Mischung über die Pandorostücke giessen und die kleinen Puddinge im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten golden backen. Mit Vanilleglace, Rahm und/oder Fruchtsalat aus Orangenfilets und Ananasstückchen servieren.

 

13 Kommentare zu «Sieben Sünden zum Geniessen»

  • Hank sagt:

    Champagner trinken viele um auf ein besonderes Ereignis anzustossen. Ich trank ihn aber einfach so, an gewöhnlichen Abenden, es war keine Sünde, nichts Aussergewöhnliches und am Ende gar nicht glamourös. Einen starken Drink brauchte ich täglich, meistens um irgendetwas runterzuspülen. Doch: Ein starker, purer Drink war – abgesehen vom Cowboygefühl – Inbegriff meiner Sucht und meiner Unfähigkeit das Leben ohne Alkohol zu ertragen. Denn ich wusste genau, es ging nicht ohne, aber auch nicht mehr mit einem Drink. Heute bin ich dank den Anonymen Alkoholikern von diesem Zwang befreit. Brauchst du Hilfe wende Dich an aa-stadt-sg@bluewin.ch oder http://www.anonyme-alkoholiker.ch/

  • Jeanclaude sagt:

    Der Prosecco-Cüpli-Konsum ist derart „in“ geworden, dass die Preise dieser Pseudo-Weine und abartigen Mixturen immer mehr ansteigen. Wenn’s schon sprudeln muss, dann lieber einen echten Champagner. Besser wäre indessen, die „normalen“ Spitzen-Weissweine kennen zu lernen. Es braucht nicht gerade ein Château d’Yquem zu sein. Dann hat man sogar für Champagner nur ein müdes Lächeln übrig.

  • Hannes Müller sagt:

    Abgesehen vom Champagner (der sowieso kühl steht) alles langweilig. (OK, das Steack mit Butter geht auch noch)

  • Max Lauchinger sagt:

    Also doch eben kein Cüpli sondern Champagner!

    • Mike Gerber sagt:

      Ja, aber nur Krug Non-Vintage, wegen der Traubenmischung. Viele Nicht-Kenner belächeln den Krug Grand Cuvée (wie er eigentlich richtig heisst) als Einstiegschampagner. Der wahre Kenner weiss jedoch dass der Einstiegschampagner von Krug selbst die höher eingestuften Tropfen anderer namhafter Hersteller problemlos übertrumpft.
      Ein Genuss den sich jeder mal gönnen sollte!

  • saperlott sagt:

    „platzieren darin zwei grosse oder, raffinierter, vier kleine Bananenhälften“
    Uiuiui, wahnsinnig wie raffiniert das doch ist.
    Grundsätzlich sind Ihre Beschreibungen heute doch sehr moralin-sauer, weshalb schreiben sie von kleinen Sünden und versuchen ständig diese zu rechtfertigen?
    Lassen Sie es doch einfach Sünden sein…………
    das kommt dann gleich viel schöner beim Leser an.

  • Kann Genuss eine Sünde sein?
    Ich will in Würde dick werden :)

  • Anastasia sagt:

    Champagner geht immer :-)
    Aber was ist Provisto die Sugo bzw. wo krieg ich das her?

    • Hans Dampf sagt:

      Provvista Sugo: Eingekochte, passierte Tomaten. Enthält im Gegensatz zu den gewöhnlichen „Pelatibüchsen“ schon Salz und andere Gewürze. Wird gewöhnlich als Saucengrundlage verwendet. Bekommen Sie in jedem Coop oder Migros, gleich neben den Pelati. Das in den Flaschen :-)

  • Gabriella Widmer sagt:

    Ich habe, ohne auf die Waage zu stehen und nur vom Lesen genau 2 kg zugenommen. Gute Ideen, die ich am WE umsetzen kann. Ab Montag gibt’s dann wieder Nature Joghurt extra light.

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