Bohochic – die Kunst, aus wenig viel zu machen

Der Bohochic hat sich schon längst vom Wohntrend zur bleibenden Stilrichtung entwickelt. Das, weil er unkompliziert ist, auch mit wenig Geld toll aussieht und viel Raum zum Leben lässt.
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Aus Liebe zur Kunst und zur Freiheit

Der Bohochic ist ein Wohnstil, dessen Wurzeln in der Ablehnung bürgerlicher Werte liegt. Künstler, die unabhängig ihr Werk schaffen wollten und mittellos in Ateliers in Paris lebten, waren die ersten Bohemiens. Sie waren das Vorbild der Bohemians in England, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach neuen Lebensweisen suchten und einen regelrechten Trend auslösten. Ihre Nachfolger hatten damals eine ähnliche Rolle in der Gesellschaft wie die Hippies in den 70er-Jahren und die Hipster heute. Sie wurden ein Typus, ein Trend, ein Phänomen. Der Stil, den die Bohemians in Mode brachten, von den Kleidern bis zum gesamten Lebensstil, ist heute noch bedeutend. In Sachen Wohnen ist das eigentlich nichts anderes als die Kunst, viel aus wenig zu machen, und das mit Liebe zur Kunst und Kultur. (Bild über: Bohemia Wornest)

 

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Unkonventionelle Ideen

Bei den Bohemians war geselliges Zusammensein wichtig, vor allem auch, um Ideen auszutauschen, zu diskutieren und zu philosophieren. Das gehört auch heute noch zum Bohemian-Lebensstil. In Sachen Wohnen bedeutet das: Umdenken und das Unkonventionelle wählen. Das kann zum Beispiel ein Sofa in der Küche sein, das wirkt wohnlich und elegant. (Bild über: Automatism)

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Farben, Sinnlichkeit und Handwerk

Da Künstler die ersten Bohemians waren, haben sie  ihre künstlerischen Fähigkeiten eingesetzt, um Haus und Haushalt zu verschönern. Dazu gehören bemalte Wände und Möbel, Keramik und Handwerkskunst in allen Bereichen und natürlich Bilder, Bücher und Arrangements. (Bild über: the marion housebook)

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Fernweh inbegriffen

Zum Bohochic gehört Weltoffenheit, die Liebe zu anderen Ländern, Kulturen und Menschen. Das zeigt sich zu Hause mit Reisemitbringseln und Objekten, die Fernweh wecken. Textilien sind dafür eine gute Wahl. Mit bunten Tüchern und Stoffen entsteht schnell Stimmung und Farbigkeit. (Bild über: Designsponge)

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Die Zutaten gibts im Brockenhaus

Bei beschränktem Budget zieht der Bohochic meistens automatisch ein. Eine gute Wahl! Die Zutaten dazu finden Sie im Brockenhaus oder auf Flohmärkten. Dazu braucht es ein wenig Kreativität plus Zeit, Farbe und Handarbeit – und im Nu wird aus dem Omasessel, den alten Vogelkäfigen, der Countrykommode oder dem nicht so tollen Bücherregal ein Bijou. (Bild über: transito initial)

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Unkompliziert und persönlich 

 Das Schönste am Bohochic: Man muss sich nicht entscheiden, ob etwas passt oder nicht – man kann fast alles integrieren, was einem gefällt. Der Bohochic ist der Stil der Einzelstücke. (Bild über: automatism)

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Liebe zum Drama

Inszenierung gehört auch zum Bohochic. Das bedeutet, den Tisch besonders zu decken, ein Sofa mit einem bunten Tuch und stark wirkenden Kissen herauszuputzen, oder Wohnaccessoires künstlerisch und dekorativ zu kleinen Stillleben zu kombinieren. (Bild über: the marion housebook)

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Wie in einem Roman

Mit dem Bohochic lassen sich auch Geschichten umsetzen. Sie können wohnen wie fiktive oder reale Persönlichkeiten, wie Anna Karenina, Frida Kahlo oder Honoré de Balzac. Die Wohnung ist die Bühne oder die Leinwand, die nur auf Ihre Kreativität wartet. (Bild über: loveisspeed)

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Das Leben geniessen

Die Bohemians wollten mehr von ihrem Leben als bürgerliche Sicherheit und eine Stellung in der Gesellschaft. Sie wollten die Freiheit, das zu tun, was ihnen Spass macht, und mit den Leuten zusammen sein, die sie lieben. Das bedeutet auch:  Gastlichkeit und schöne Plätze, um zusammenzusitzen. Schön umgesetzt hat das das Dimore Studio auf der Terrasse der Wohnung, die das innovative Studio immer wieder neu inszeniert. (Bild: Sweet Home)

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Gastlichkeit auf die persönliche Art

Decken Sie den Tisch im Bohochic! Am schönsten gelingt das mit den eklektischen Wohnaccessoires von Anthropologie und natürlich mit üppigen Blumensträussen.

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Kochen wie die Bohemians

Empfehlenswert ist das Kochbuch «The Bloomsbury Cookbook». Man entdeckt dabei nicht nur Rezepte, nach denen die berühmte Künstlergruppe damals gekocht hat, sondern erfährt auch sonst einiges über die Bloomsbury Group, zu der Virginia Woolf, ihre Schwester Vanessa Bell, deren Mann Clive Bell, Vanessas Liebhaber Duncan Grant, E. M. Forster, Roger Fry oder Lytton Stratchey gehört haben. 

 

 

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Wieso nicht ...

... ganz viele Blumen einstellen?

Das benötigt kein Floristentalent, sieht aber so aus, als sei es professionell inszeniert worden. Viel Effekt und Schönheit – und das ohne grossen Aufwand. (Bild über: Focus)

3 Kommentare zu «Bohochic – die Kunst, aus wenig viel zu machen»

  • rimaka sagt:

    Zum Anschauen ist dieser Chick ja toll und ich habe jeses Mal bei solchen Bildern den Impuls „oh, das mache ich auch“. Trotzdem passiert es nicht oder nur ansatzweise. Im Moment geniesse ich die leeren Wände, denn der Maler war da und ich habe meine Bilder noch nicht aufgehängt, weil ich diese leeren Wände mag. In einem alten Winzerhaus gibt es so oder so schon viele Details mit Kasettentäfer u.v. m.

  • Herbert Feuerstein sagt:

    Immer wenn ich ‚Chic‘ höre, werde ich hellhörig. Ist das alles so arrangiert – etwa für potentielle Besucher? Meine Wohnung ist einfach gemütlich oder chaotisch – und historisch gewachsen, mit mir zusammen. Alter Schrott muss raus – neuer Schrott muss rein. p.s.; Sauber ist meine Wohnung auch, aber nicht steril.

  • Elisabeth sagt:

    Der Link zum Bloomsbury Cookbook führt nochmals zu Anthropologie. Bohochic finde ich ganz hübsch, allerdings nur in Massen. All das Zeug muss man regelmässig ausschütteln (Kissen und Decken) oder Abstauben (Nippes). Die Bloomsbury Leutchen hatten natürlich eine Haushälterin.

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