Die beliebtesten Wohnstile

Wohnstile sind etwas ganz anderes als Trends: Sie sind eine persönliche Wahl und halten länger. Und sie haben Geschichte. Erfahren Sie mehr über die beliebtesten Wohnstile auf Sweet Home.
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Der Industrial Chic 

Viele möchten modern, praktisch und zeitgemäss wohnen, sehnen sich aber auch nach Gelebtem und Geschichte. Ein Grund, der den industriell inspirierten Wohnstil so beliebt macht, verbindet er doch beides gekonnt. Der Industrial Look hat seine Kühle abgelegt. Er zeigt sich wohnlich, persönlich und auf eine untertriebene, kreative Art chic und elegant. 

Designermöbel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind die begehrtesten «Antiquitäten» der heutigen Zeit. Sie sind zu stylishen Statements geworden und zieren oft eher hilflos Wohnungen aller Art. In einem industriell angehauchten Umfeld finden sie wieder zu sich selber. Sie sind ursprünglich von Architekten und Designern als praktische, schlichte Möbelstücke entwickelt worden, die industriell als Massenware für eine breite Bevölkerungsschicht produzierbar waren. Im Mix mit anderem, praktischem Industriemobiliar, persönlichen Dingen und Wohnlichem sind sie stilsicher eingesetzt. Was wir für den Alltag in unspektakuläreren Wohnungen mitnehmen können, ist der Trick mit einer Art Zufälligkeit, das heisst: edle Designerobjekte nicht aufs Podest stellen, sondern fröhlich mischen. (Bild: Walter Zürich)

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Der skandinavische Wohnstil

Der Stil aus dem Norden begeistert schon seit den Fünfzigerjahren und ist in der Schweiz besonders beliebt. Da sind viele Verwandtschaften: die Liebe zur Strenge und Klarheit, die Verbindung von Wohnlichkeit und Moderne. 

Die grafischen Stoffmuster und die schlichten Formen der Möbel bringen eine zeitlose Leichtigkeit ins Haus. Es ist genau die Art von Mobiliar und Stil, die auch in kleine Blockwohnungen mit Klötzchenparkett passt. Diese Wohnungen wurden in der Nachkriegszeit überall gebaut und bestimmten lange die Wohnform der Durchschnittsbevölkerung. Da in den Vierziger- und Fünfzigerjahren die meisten Menschen in solchen Wohnungen und nicht in grossen Häusern wohnten, war das Möbeldesign in dieser Zeit nach Platzmangel ausgerichtet. Niemand verstand das besser umzusetzen als die Skandinavier. Helles Holz, viel Weiss, knallige Farben für die Stoffe und vor allem schlanke und hohe Beine bestimmen das skandinavische Design. Die tollen, grafischen Baumwollkissen sind von Ferm Living. Entdecken Sie 10 Gründe, weshalb wir den skandinavischen Wohnstil so lieben.

 

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Der Bohemia-Look

Im 18. Jahrhundert entdeckten englische Reisende in Böhmen (engl. Bohemia) den Charme der «Zigeuner»-Kostüme. Zu Hause begannen sie dann, sich in diesem Stil zu kleiden. Die Engländer hatten immer schon ein Faible für exzentrische Kleidung. Sie lieben es, sich darzustellen, Rollen zu spielen und sich zu verkleiden. Kostümpartys waren in dieser Zeit besonders beliebt. Die Zigeunerkleidung war eine Möglichkeit, geistige Unabhängigkeit zu demonstrieren, hat das aristokratische Klassensystem doch sehr strenge Regeln.

Genau das war es auch, was schliesslich Anfang des 20. Jahrhunderts Künstler und Intellektuelle ausbrechen liess. Mit buntem, gemustertem und improvisiertem Kleidungsstil bewiesen sie Kreativität und Eigenständigkeit.

Berühmt als die ersten Bohemians wurden Virginia Woolf und ihr Kreis von Freunden, genannt der Bloomsbury Circle – nach dem Londoner Stadtkreis, in dem sie wohnten und sich trafen. Sie kleideten sich nicht nur auf eine bewusst legere Art, sie dekorierten auch ihre Häuser mit bunt bemalten Möbeln, Keramik und naiven Gemälden, pflegten aussereheliche und gleichgeschlechtliche Beziehungen und wurden mit ihrem Lebensstil Wegbereiter für die spätere Hippie-Bewegung.

In den 70er-Jahren kommerzialisierten dann die Hippies den bunten, unbeschwerten Kleidungsstil endgültig. Boutiquen mit ausgefallenem Sortiment machten den etablierten Modehäusern ernsthafte Konkurrenz. Und so kam der Bohemia-Look auch auf den Laufsteg, wo er alle paar Jahre ein grosses Revival feiert.

Und was auf dem Laufsteg erfolgreich ist, zieht oft auch zu Hause ein. Der Bohemia-Look wird im Interiorbereich meist mit englischer Exzentrik verbunden und als Bezeichnung von individuellen, eklektischen Einrichtungsstilen benutzt. (Bild über: bohemianwornest)

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The American Way of Living

Von «Sex and the City» war ich zwar nie ein Fan, respektiere aber den starken Einfluss, den die Fernsehserie auf das Stilempfinden ausgeübt hat. Mit der Serie verbreitete sich der amerikanische Stil überall, und zwar nicht nur punkto sexy Kleider und High Heels, sondern man wollte auch wie Carrie, Charlotte, Samantha oder Miranda wohnen – und möchte das auch heute noch, mehr als zehn Jahre nach Serienende. Perfektioniert, weiterverbreitet und weiterhin begehrenswert gemacht haben diesen Stil die vielen Wohnblogs, allen voran natürlich die amerikanischen. Sie zeigen uns, wie hübsch und nett man auch in einer kleinen Stadtwohnung den Hollywood-Glamour umsetzen kann, wie man Hausfrau, Mutter und Stilikone gleichzeitig sein kann und wie Handtaschen, Cupcakes oder Hermès-Schachteln zu Einrichtungsgegenständen werden. 

Das Einrichten wie in amerikanischen Filmen oder Fernsehshows folgt gewissen Regeln. Erst einmal schaut man tüchtig zurück in die gute alte Zeit der englischen, aristokratischen Landhauskultur. Aus dieser nimmt man die wichtigsten Grundelemente: Gemütlichkeit mit Grandeur zusammenbringen, Symmetrie spielen lassen und Eleganz mit Zufälligkeit mischen. Und weil Wohnen wie im Schloss in den modernen Wohnungen nicht so realistisch ist, katapultiert man das Ganze in die Moderne. Ein wenig Ethno, ein bisschen Industrial und viel Weiss. Zweifarbige Muster, das heisst Farbe und Weiss, sind immer mit dabei. Das zeigt die Liebe der Amerikaner zum Sport. Wie in der Kleidung, man denke hier an die von der Sportswear inspirierte Mode, sind auch im Wohnbereich Streifen, Uniformdetails oder Eingefasstes mit von der Partie. (Bild über: Home-styling)

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