Ein Blick in Schweizer Wohnzimmer

Wohnen ist eine private Angelegenheit, und doch – oder gerade deswegen – sieht man gerne in fremde Wohnzimmer rein. So finden Sie auch auf Sweet Home jeden Monat eine neue Homestory von Menschen, die ihre Liebe zum Wohnen gerne auch mit anderen teilen. Die Sweet-Home-Fotografin Rita Palanikumar und ich haben mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, bereits in über 50 Wohnzimmer geschaut. 12 davon sehen Sie hier noch mal. Die Auswahl zeigt, wie Schweizer Wohnprofis sich ihre gute Stube eingerichtet haben, und regt an, das eine oder andere zu kopieren oder sich einfach zu freuen an tollen Einrichtungsideen und Wohnlösungen.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

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1 LEICHTE WEIBLICHKEIT
BEI JEANNETTE UND FRANK URECH VON MOORIS

Kleine Wohnung – was tun? Viel Weiss, haben sich Jeannette und Frank Urech vom Shoppingblog Mooris gedacht. Aber das allein genügt natürlich nicht, um Wohnlichkeit zu schaffen. So haben die beiden Profis auf formschöne Einzelstücke gesetzt und diese in einem frischen Mix kombiniert. Mit frechen Accessoires, Fundstücken, Büchern und persönlichen Lieblingen ist in ihrem Wohnzimmer – wie in der der ganzen Zürcher Dreizimmerwohnung – immer eine Art Wechselausstellung zu sehen. Mittlerweile dürften sich noch Spielsachen dazugesellen, da mit Baby Leon Nachwuchs eingezogen ist.
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2 SKANDINAVISCHER VINTAGESTIL VOM BESTEN
BEI JUKKA MURTO VON NORD 3

Der Finne Jukka Murto kennt alles und noch viel mehr, wenn es um Designmöbel und Designgrössen aus Skandinavien geht. Er handelt nicht nur mit den schönsten Vintagemöbeln aus dem Norden, sondern hat auch viele davon bei sich zu Hause stehen. Die St. Galler Altbauwohnung, welche er mit seiner Frau Anna Röllin und zwei gemeinsamen Kindern bewohnt, ist aber kein Showroom, sondern ein sehr lebendiges und persönliches Zuhause, in dem die schönen Stücke auch gebraucht werden.
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3 DESIGN, IM ALLTAG INTEGRIERT
BEI ANDREAS SCHWARZ VON NEUMARKT 17

Von Design, vor allem von zeitgenössischem, versteht Andreas Schwarz viel. Ihm gehört nämlich der legendäre Neumarkt 17 in Zürich, der viel zum Wohnstil und Designverständnis der Zürcher beigetragen hat. Mit seiner Frau Kersten, drei Jungs und einem freundlichen grossen Labrador wohnt er im Haus, das er mit seinem Bruder Lukas, der Architekt ist, selber geplant und gebaut hat. Natürlich passt da auch der Wohnstil rein, für den er und sein Team vom Neumarkt 17 bekannt sind. Mit viel Stil und Gespür für Farben und Proportionen ist ein komfortables Zuhause entstanden. Bewusst hat Andreas auf starke Farben verzichtet und sanfte Naturtöne gewählt. So erfüllt das Ruhige und Zeitlose das Haus und gibt ihm viel Stil und Qualität.
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4 STILVOLLES WOHNEN IM LOFT
BEI STEFAN NYFFENEGGER VON INDIVIDUM

In einem Loft wohnen, ist der Traum von vielen. Stefan Nyffenegger, der Möbel aus dem 20. Jahrhundert in seinem Zürcher Geschäft Individum verkauft, konnte sich diesen Traum mit seiner Familie verwirklichen und ist dafür von Zürich nach Windisch gezogen. Wie die meisten Schweizer Loftwohnungen ist auch diejenige der Familie Nyffenegger aus einer Textilfabrik auf dem Land entstanden. So mischt sich urbanes Wohngefühl mit einer grünen, ländlichen und kinderfreundlichen Umgebung. Die Einrichtung ist alltagstauglich, kinderfreundlich und eine gekonnte Mischung von Einzelstücken, Farben und poppigen Tapeten.
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5 VIEL PLATZ UND LICHT
BEI FOTOGRAF ERIC SCHMID UND DESIGNERIN BRITTA PUKALL

Wohnen und Arbeiten verbinden das Paar Eric Schmid, Interiorfotograf, und Britta Pukall, Industriedesignerin in seinem Haus aus den 30er-Jahren in Wädenswil ZH. So unkompliziert und individuell wie das Paar ist auch das Haus, in dem es wohnt und Eric als Fotograf arbeitet. Im Erdgeschoss befindet sich ein grosser, ehemaliger Gewerberaum, der als Fotostudio und öffentlicher Wohnraum genutzt wird. Im oberen Stockwerk hat die Familie, zu der noch zwei Buben und zwei Hunde gehören, ihre privaten Räume.
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6 ENTSPANNTE URBANITÄT
BEIM DESIGNER KEVIN FRIES

Kevin Fries’ Wohnung befindet sich in der Überbauung James in Albisrieden. Er wohnt seit drei Jahren in einer grossen Zweizimmerwohnung. «Ich hatte Glück, denn wahrscheinlich haben viele nicht das Potenzial der Wohnung gesehen. Das grosse Entree gibt eigentlich ein drittes Zimmer ab.» So schwärmt der Designer Kevin Fries, der zusammen mit Jakob Zumbühl das Designstudio Fries&Zumbühl gründete. Die Räume sind grosszügig, die Architektur strahlt zeitlose Moderne aus, wirkt aber warm und wohnlich durch die Holzböden und die schwarzen Türen, Fenster- und Türrahmen. Der grosse Wohn-/Essraum ist offen durch den Eingang betretbar und hat zwei Türen; die eine führt wiederum in den Eingangsbereich, die andere ins Badezimmer.
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7 ELEGANZ UND WELTOFFENHEIT
BEI DER PRODUZENTIN MAYA BAUMGARTNER WEBER

Maya Baumgartner Weber organisiert Produktionen für Fotoshootings und Filme und wohnt zusammen mit ihrem Mann, dem Werber Max Weber, in einer eleganten Altbauwohnung im Zürcher Enge-Quartier. Die beiden haben sich erst später im Leben kennen gelernt und brachten ganz unterschiedliche Möbel und Einrichtungsideen in die gemeinsame Wohnung. Sie schafften es aber, die männliche und weibliche Seite des Wohnens geschickt zu verbinden. So sind zum Beispiel zwei Wohnzimmer entstanden, in diesem hier ist mehr Maya zu spüren, im andern, welches Sie hier anschauen können, hat Max eine strengere Wohnwelt umgesetzt.
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8 EKLEKTISCHER STILMIX
BEI WERNER MÜLLER VON ROST UND GOLD

Ein kleines Wohnmärchen lebt Werner Müller, der in einem klitzekleinen Chalet inmitten eines riesengrossen, gar mit kleinem Wald versehenen Gartens wohnt. Mit Jalousien hat der Interiordesigner das Gartenhausflair des Häuschens unterstützt. Im Wohnzimmer stehen Sessel aus dem 18. Jahrhundert, welche mit aprikosenfarbenem Samt bezogen sind, und ein modernes, schlichtes, weisses Sofa. Die Kissen mit grafischem Schriftdruck sorgen für einen frechen Kontrast. Der Couchtisch ist rustikal, und darauf sind Hortensien in einem Melkkessel platziert. Für eine stimmungsvolle Beleuchtung sorgen ganz verschiedene, punktuell eingesetzte Leuchten. Alle Elemente zeigen einen ganz unterschiedlichen Stil, alles zusammen aber wirkt harmonisch, persönlich und sehr lebendig. Es ist genau dieser gekonnte, lebendige Stilmix, mit dem Werner Müller als Wohnberater und Interiordesigner so erfolgreich ist, und wer solch tolle Einzelstücke sucht, findet viele in seinem Webshop Rost und Gold.
Sweet Home bei Beat Roemmel; Copyright Rita Palanikumar
9 VIEL LIEBE ZUM DETAIL
BEIM INTERIORDESIGNER BEAT ROEMMEL

Im wunderschönen Haus aus dem frühen 18. Jahrhundert in Solothurn hat der Interiordesigner Beat Roemmel gleich mehrere Räume zu Wohnzimmern gestaltet. Hier ist ein kleiner Salon im Erdgeschoss zu sehen, von dem aus man direkt in den Garten gelangt. Er hat dies in der Einrichtung aufgenommen, helle Farben gewählt und Stoffe, die Blumen, Vögel und Ranken zeigen. Beim Einrichten war Beat Roemmel wichtig, dem Esprit des Hauses gerecht zu werden. Es musste aber auch Platz geschaffen werden für moderne Möbel, ein bisschen Improvisation und vor allem für viel Wohnlichkeit. So sind verschiedene, sehr gemütliche Räume entstanden mit vielen Ecken und Nischen und liebevollen Details.
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10 STARKE FORMENSPRACHE
BEIM MÖBELDESIGNER MARTIN HAUSER

Das Haus, in dem der Möbeldesigner Martin Hauser wohnt, ist vom Schweizer Architekten Eduard Neuenschwander in den 60er-Jahren gebaut worden und besteht aus zwei Stockwerken. Es ist in den Hang gebaut und öffnet sich auf der ersten Etage, dem Hauptteil des Hauses, zum Garten. Martin hat den grossen Wohnraum mit einer schlichten, kubischen Polstergruppe, einer eleganten Liege und einem roten Lacktisch eingerichtet – alles von ihm selbst entworfen. «Meine Möbel sind nicht laute, aufregende Stücke, sondern klassisches Design, welches in verschiedene Lebensräume passt.»

22 Kommentare zu «Ein Blick in Schweizer Wohnzimmer»

  • Nino sagt:

    Ich finde die 7 am schönsten, ich kann nicht viel mit so neumodsichen Möbeln anfangen und zu viel Freiraum im Zimmer brauche ich auch nicht.

  • maursca sagt:

    Und wie sieht es bei Otto und Vreni Müller, Sanitärinstallateur und Teilzeit-Verkäuferin aus?

    • Héloise Ripley sagt:

      Vielleicht ganz einfach sackgemütlich – und garantiert sanitärtechnisch auf dem neuesten Stand? Aber obwohl es in diesem Beitrag eher um Inspirationen durch Profis geht: Ich schau gerne mal bei Vreni und Otto rein!

      • Gabriella Laura sagt:

        Ich auch. Die Wohnung von Verni und Otto würde mich wirklich interessieren!

  • ilse sagt:

    Also ehrlich, Henri hat Recht, alles weiss- schwarz ist nicht wirklich gemütlich, da gefällt mir unsere Wohnzimmer, genauso wie Norma ihres, besser. Wir haben kürzlich mit lässigen Tapeten umgestaltet und mit bunten Accessoires wie Kissen, Lampen und Kerzen sehr viel Gemütlichkeit reingebracht. Haben uns zwar beraten lassen, aber die Dame meinte, mit unserem Budget könnte sie unsere Vorstellungen nicht umsetzen, voila, dann haben wir es selbst gemacht und alles war möglich und ist so, wie wir uns das vorgestellt haben. Man braucht nur Mut und genug Zeit……und ein paar Ideen, die Einrichtungsmagazine und Möbelhäuser liefern.

  • Evi sagt:

    In diesen schönen architektonischen Räumlichkeiten würde sogar ein schlecht zusammen gewürfelter IKEA-FLY-Conforama-Mix stylish aussehen.

    • Héloise Ripley sagt:

      Wirklich? Also Nr. 1 und 6 sind architektonisch doch eher durchschnittlich – und Nr. 7 ist eine typische Zürcher Altbauwohnung (wie ich sie allerdings der Nr. 3 oder 10 jederzeit vorziehen würde). Damit werte ich aber keineswegs die Einrichtung. Wirklich zauberhaftes Rohmaterial wäre für mich die Nr. 8: ein kleines verwunschenes Gartenhaus, wenn ich mich recht an den entsprechenden Sweet-Home-Artikel erinnere.

  • Henri sagt:

    Ausser beim
    Wohnzimmer von Herrn Rommel sehe ich nirgendwo farbige Tapeten oder sonst frische bunte Farben. Das meiste ist langweiliges Weiss. Das finde ich schade, auch wenn ich mir bewusst bin, dass weiss dem Durchschnittsgeschmack entspricht.

  • Massimo sagt:

    Wäre noch interessant, wenn hingeschrieben würde, was diese Wohnungen an Miete kosten. unter 3500.- /Mt. gibts sicher nichts was hier abgebildet ist.

  • Billy sagt:

    Steril. Da hat man ja gleich Angst, etwas zu berühren und Staub herumzuwirbeln, weil man sonst gleich rausgeworfen wird.

  • Nicole Bertsch sagt:

    Ich finde die Reportagen immer wieder schön als Inspiration – diese subjektive „Hitliste“ hätte ich jetzt nicht gebraucht, denn ich würde zumindest teilweise andere Wohnzimmer favorisieren. Nicht zuletzt unser eigenes…. ;-)

  • adam gretener sagt:

    Wohnung Nr. 5 aus Wädenswil. Gekauft. In diese Räumlichkeiten kann man wahrscheinlich auch was vom Comforama reinstellen und es sieht gut aus.

  • Norma sagt:

    Ja, OK, aber ich finde mein Wohnzimmer schöner.

  • Martin Johansson sagt:

    Hat teils frisch und jugendlich wirkende Einrichtungsbeispiele dabei, wenn auch für mich zu wenig Wärme und Behaglichkeit ausstrahlend. Vielleicht ein bisschen zu viel feng shui? Der für bürgerliche schweizer Wohnungen so typische rustikale Holzschrank – passt oft wie die Faust aufs Auge zum Rest der Einrichtung – ist zumindest auf einem Foto drauf.

  • Sandra sagt:

    Ich sehe es wie Jacqueline, diese Fotos sehen zwar sehr schön aus, aber halt auch etwas wie aus dem Möbel Pfister Katalog. Es wäre schön wenn sie einmal eine vorher-nachher Studie machen könnten, aber nicht eine wo alles geändert wird sondern vielleicht nur die Farben der Kissen oder der Teppich oder die Möbel anders setzen. Also eine Budget-Lösung. Wenn sie das pro Jahreszeit einmal machen würden (die Bewohner oder Mieter müssten die Kosten übernehmen, versteht sich) fände ich das toll! Wer Interesse hat sollte sich irgendwo anmelden können… Und wir anderen könnten dann die Fotos bestaunen und ihre Einrichtungstipps lesen =). Also win-win für alle =)

    • Rima sagt:

      Finde ich eine gute Idee! Ich melde mich gleich mal an. Meine Wohnung hat 58 m2 und ist 2m hoch. Klein so wie mein Budget. Ich habe aber trotzdem eine tolle Wohnung und bekomme immer wieder Komplimente dafür..

    • Heidi Arn sagt:

      Das würde ich dann auch gerne anschauen.

  • Jacqueline sagt:

    Wie immer schön, gibt zwar auch fade drunter-aber immer werden die Fotos in Zimmer gemacht, echt wer kann sich solche Wohnungen leisten. Die meisten wohnen in einem Ghettoblock aus den 70er und nicht ein einem Jugendstil oder Loft. In den ganz neuen im letzen Bild auch nicht. Aus meiner alten Wohnung habe ich auch das Beste gemacht, geht auch ohne super teure Möbel. Demnächst folgt ein neuer Anstrich.

    • fabian sagt:

      jacqueline, wen interessieren schon die menschen aus dem ghettoblock aus den 70ern?

      • Jutta Maier sagt:

        Fabian: Sie sollten nicht von sich auf andere schliessen. Gerade wer in einem Ghettoblock leben muss, muss kreativität entwickeln, wenn man nicht abstumpfen will.

    • fabio montale sagt:

      sie haben recht- life stil pur.
      mir reicht mein bett -der sarg steht neben an

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