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Home, Sweet English Home

Marianne Kohler am Sonntag den 31. August 2014

Die Engländer haben eine ganz besondere Beziehung zum Wohnen. Ganz abgesehen davon, dass sie ihr Zuhause als eine Art uneinnehmbare Burg ansehen, lieben sie es auch als Sweet Home, süsses Daheim. Was nicht zuletzt auch der Name dieses Blogs ist. So ist es denn nicht erstaunlich, dass aus England viele Wohntrends, Einrichtungsinspirationen und Stilideen kommen. Diese beeinflussen auch unsere Beziehung zum Wohnen und machen Lust, Neues zu wagen.

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DIE ZEIT DER NEUEN WOHNKATALOGE
Es ist, wie Sie bestimmt gemerkt haben, liebe Sweet-Home-Leserinnen und Leser, die Zeit, in der die neuen Wohnkataloge der grossen Möbelhäuser ins Haus flattern. Ganz wie in der Modebranche, in der die Septemberausgaben der Frauenzeitschriften die wichtigsten und grössten sind, ist dieser Monat auch für die Möbelbranche entscheidend. Denn zurück aus den Sommerferien, den kommenden Herbst, kürzere Tage und mehr Zeit im Haus in Sicht, hat man Lust, sich einzurichten, sein Reich zu verschönern und damit sich selbst zu verwöhnen.

Alles «very britishe» Zutaten aus dem neuen Pfister-Katalog: dunkelblaues schlichtes Ledersofa, ein Couchtisch mit Retrofeeling, ein Teppich im Orientteppich-Stil und neue Karowollstoffe.

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CHESTERFIELD BLEIBT EVERYBODYS DARLING
Der ungeschlagene britische Wohnliebling ist das Chesterfield-Sofa, dem Sweet Home auch einmal eine ganze Geschichte gewidmet hat. Es macht sich immer gut und wirkt heimelig. Hier ist ein tolles Stück, ganz im typisch englischen Stilmix zu Retromöbeln aus dem Midcentury kombiniert. Und damit alles noch behaglicher wird, sind die Wände in einem warmen Grauton gestrichen. Die dunkle Raumfarbe betont die Möbel und deren Formen und Farben. (Bild über: Thebedlamofbeefy)

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ALLES ANDERE ALS KLEINKARIERT
Karostoffe sind diesen Herbst ganz wichtig. Die schönsten davon gibt es von der Schweizer Textilfirma Création Baumann, welche übrigens noch als eine der wenigen Stoffe im eigenen Haus entwirft, entwickelt und herstellt. Dieser Webwollstoff zeigt ein feines, harmonisches Karodessin in Grautönen, Lila und sanftem Lindengrün. Der Korbsessel von Hans Wegner ist von Neumarkt 17.

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DUNKLE TÖNE FÜR MEHR TIEFE
Wohnen mit sinnlichen Farben ist auch etwas, das wir von den Briten lernen können. Eine Firma, die besonders harmonische Farbtöne kreiert, ist Farrow and Ball, deren Farben mittlerweile in der Schweiz gut erhältlich sind (zum Beispiel: Hurter Tapeten Winterthur, Beat Roemmel Solothurn, Neumarkt 17 Zürich oder Wohnbedarf Basel). Farben, auch dunkle, verbessern die Atmosphäre und bringen Möbel und Bilder besser zur Geltung. Farbige Wände lassen Räume ausserdem erstaunlicherweise grösser und grosszügiger wirken.

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KAROS STEHEN AUCH SOFAS GUT
Dieses Dieses neue Sofa, entdeckt im neuen Wohnkatalog von Pfister, zeigt sich in aparter, englischer Form und trägt einen leuchtend blauen Karostoff aus weicher Wolle. Toll wirken solche Stücke in Kombination mit Möbeln im Industrial Chic.

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AUCH POP IST ENGLISCH
Ein wenig Glamour, ein gewagter Stilmix, knallige Farben, freche Muster und dunkle Wände – das sind die Zutaten des poppig englischen Interiorstils. Einfach zum Nachmachen auf diesem Blog: Designsponge.

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DIE QUEEN OF ENGLISH POP
Keine kann es besser: Wenn die Britin Abigail Ahern freche, zuweilen kitschige Stücke mit Altem, Neuem und ganz Normalem zusammenmischt, entstehen daraus dramatisch-gemütliche Einrichtungen mit englischem Pop-Appeal. Abigail gibt ausserdem Einrichtungskurse, hat Bücher geschrieben, TV-Shows gemacht, besitzt einen eigenen Shop und einen Webshop. Und ja, natürlich bloggt sie auch.

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KISSEN ALS POPSTARS
Wer nicht gerade umstreichen, umstellen oder gar umziehen will, bringt erst mal ein wenig englischen Stil und Humor aufs Sofa: zum Beispiel in Form von poppigen Kissen, von Pfister.

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EIN KLEINES FEINES EINRICHTUNGSDRAMA
Nochmals zurück zu Abigail Ahern, von der diese gemütliche eklektische Einrichtung ist. Die Zutaten: Ein Art-déco-Sessel, mit Karostoff bezogen, ein Zebrateppich von Jonathan Adler, Pudellampen, von Abigail selber entworfen, Felle, Wollpouffs und künstliche Blumen.

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LITERATUR ZUM AN-DIE-WAND-KLATSCHEN
Ein anderer Liebling der englischen Einrichtungsszene ist Andrew Martin. Schon länger dabei, gehört er zu den Pionieren des Interiordesigns. Unter anderem hatte er einen Einfluss darauf, dass sich das typisch englische Haus von der steifen Tradition wegbewegt und sich neuen Ideen und Einrichtungsstilen öffnet. In den 70er-Jahren hatte er damit begonnen, Dinge aus Asien aus den Ferien mitzunehmen und diese mit den traditionellen Möbelstücken zu kombinieren. Mit aussergewöhnlichen Stoffen und Tapeten, einer Möbelkollektion, seinem Zugang zur Nostalgie, zu Pop und zu Multikulturellem hat er einen wichtigen und besonderen Platz und ist zum internationalen Star geworden. Diese Trompe-l'œil-Büchertapete ist ein gutes Beispiel für seinen Stil.
DIE BESTEN BÜCHER, UM AUF DEM NEUEN SOFA NACH ENGLAND ZU REISEN
Lassen Sie sich aber auch von echten Büchern verführen: zu gemütlichen Stunden auf dem Sofa und spannenden Reisen nach England. Hier ein paar persönliche Sweet-Home-Büchertipps:

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WAS SICH NECKT ...
Eine besondere Beziehung haben momentan tolle Wollstoffe und Holzmöbel zueinander. Dieses Prachtexemplar von Création Baumann zeigt übergrosse Blumen vielschichtig übereinandergedruckt, sodass interessante Form- und Farbspiele entstehen. Er lässt sich als flächigen Vorhang einsetzen, wirkt aber auch attraktiv als gewagter Polsterstoff und passt zu den edlen Karostoffen. Die edle Holzbank mit der Dégradé-Färbung ist ein englisches Stück der etablierten Möbelfirma Ercol und erhältlich bei Artiana.

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SINGLES FINDEN SICH
In England ist modisch und einrichtungsmässig unbedingt Individualismus angesagt. Von Kopf bis Fuss die gleiche Marke oder ein Zuhause, das einem Showroom gleicht, geht gar nicht. Das bedeutet, dass Einzelstücke harmonisch zueinanderfinden müssen – etwas, das in diesem Wohnzimmer sehr gut gelungen ist. Und das Beste an solch gemischten Wohnstilen: Je mehr man mischt, umso einfacher ist die Ergänzung einer Einrichtung. (Bild über: Room 269)

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DIE NEUEN ALTEN
Die neuen Sofas zeigen sich gerne in «alten» Formen. Ganz nach dem Motto «Es gibt keinen Grund, sich nur für das Eine zu entscheiden, wenn man alles haben kann». So vermischen Sie Klassik, Gemütlichkeit mit der Leichtigkeit und dem Komfort der modernen Zeit. Sie passen sich auch gut an und können einfach zu anderen Möbelstücken kombiniert werden. (Bild über: Marion WD)

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DER CLUBSESSEL ALS KLEINER ABSCHALTPLATZ
Bekannt ist diese Art von Sesseln von den englischen Gentleman's Clubs, den Ort, an den sich Männer zurückzogen. In grossen, komfortablen Räumen sitzen die Männer, ganz für sich alleine, mit Zeitung, Whisky und Zigarre, in grossen behaglichen Ledersesseln. Diese Clubs gibt es zwar immer noch, nur haben sie heute eine weniger starke Bedeutung im Alltag des Durchschnittsengländers. Dafür finden wir diese Art von Ledersesseln neu interpretiert einfach zum Kaufen, zum Beispiel diesen hier bei Fly.

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ENGLISCHER CHARME AUF REISEN
Ein wenig von dieser englischen Club-Aura, gemischt mit zeitgenössischem Design und holländischem Stil, findet man im Hotel de Hallen in Amsterdam. Das charmante Hotel befindet sich in einem ehemaligen Tramdepot, ist individuell eingerichtet und mitten im trendy Industriequartier mit Museen und Modeboutiquen gleich um die Ecke.

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DIE WILDEN SCHOTTEN
Und weil wir uns nun stimmungsmässig so mitten in den britischen Wohnzimmern, in den gemütlichen und exzentrischen Stilwelten befinden, habe ich einen guten Grund, wieder einmal auf meine Lieblinge, die schottischen Textildesigner Timorous Beasties, hinzuweisen. Sie kreieren Stoffe und Tapeten der anderen Art. Vorbilder sind textile Klassiker – das Resultat kunstvolle Neuinterpretationen. So tanzen hier leuchtende Falter auf dieser Tapete, es gibt aber Toile de Jouy mit Grossstadtszenen oder wilde Polsterstoffe mit Rorschachtest-Fleckenmustern.

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ABWARTEN UND TEE TRINKEN
Teetrinken ist eine britische Art abzuschalten und ein Brauch, den wir gerne kopieren. Englischer Tee ist stark, wird mit Zucker und Milch getrunken und zum Beispiel mit Scones, Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre genossen. Dies alles bietet, sehr fein, der Pie Shop im Zürcher Viadukt an. Die hübschen, gemusterten Tassen sind von Pfister

Was auch zum «afternoon tea» gehört, sind Gurkensandwiches. Diese hat man schnell und einfach selbst gemacht. Bestreichen Sie Vollkorntoastscheiben mit Butter und ein wenig englischem Senf. Schneiden Sie Gurken in feine Scheiben und belegen die Sandwiches damit. Geben Sie ein wenig Kresse darauf und würzen Sie mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle. Bedecken Sie die Sandwiches, pressen sie gut zusammen und schneiden die Rinde ab. Diagonal vierteln und auf kleinen, silbernen Etageren servieren. Eine typisch schottische Leckerei zum Tee ist Shortbread. 

Rezept für Shortbread

Zutaten:
  • 150 Gramm Butter
  • 50 Gramm Zucker
  • 1 Päckli Vanillezucker
  • 20 Gramm feingehackter, kandierter Ingwer
  • 200 Gramm Mehl
Zubereitung: 
Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker cremig rühren. Den Ingwer untermischen und dann das Mehl einsieben und langsam einarbeiten. Den Teig auswallen, ca. 1 cm dick, und fingergrosse, längliche, schmale Rechtecke schneiden. Machen Sie mit einem Stäbchen oder Zahnstocher ein kleines Lochmuster in die Shortbread-Stücke und backen Sie sie ca. 15 Minuten, bis sie blass golden werden. Abkühlen und geniessen.

Die Zeit, in Beton gepresst

Marianne Kohler am Freitag den 29. August 2014

In südlicher Landschaft, inmitten von Pinien und Zypressen, stellt man sich meist Häuser aus Stein vor. Für dieses wunderbare Haus entschloss sich Paulo Henrique Durão von Phyd jedoch für streng wirkenden, rohen, urbanen Beton in einer sehr flachen Gestaltung. Und erstaunlicherweise passt das hervorragend. 

Architektur: Phyd

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Bei der Beschreibung seines Hauses in Pedrógão zitiert der Architekt den portugiesischen Schriftsteller José Saramago (1922–2010). Dieser charakterisiert die Zeit als grossen Bildschirm, auf dem jedes Ereignis projiziert wird, vom ältesten bis zum aktuellsten. Und so finde sich auf diesem Bildschirm alles völlig ungeordnet nebeneinander, Ereignisse, Fakten, Menschen, so, als ob die Zeit auf der Projektionsfläche flach zusammengepresst worden wäre. 

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Diese Idee der flachen Zeit hat den Architekten Paulo Henrique Durão zu diesem flachen Gebäude inspiriert. Für ihn ist die Architektur ein Instrument, um Orte, Topografien, Landschaften, Gebräuche und Persönlichkeiten einzufangen.

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Sein Betonhaus ist in eine Hügellandschaft eingebettet und bietet unter- und überirdisches Wohnen. Die grosse Terrasse integriert einen Swimmingpool.

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Der Übergang von Terrasse und Wohnbereich ist fliessend, Säulen und Glaswände bilden eine Art Unterschlupf. 

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In der Nacht wird die Architektur kleiner, einerseits unbedeutender im Vergleich zur weiten, dunklen Umgebung, anderseits bedeutender in der Aufgabe, Schutz und Geborgenheit zu bieten.

Fünf Verwöhngerichte für Ferienheimkehrer

Marianne Kohler am Donnerstag den 28. August 2014

Für viele hat die Schule wieder begonnen, die grosse Sommerpause und die Ferien sind für die meisten vorbei. Verwöhnen Sie sich dafür ein wenig mit diesen einfachen, aber feinen Gerichten, die alle das Gleiche vermitteln: willkommen zu Hause!

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1 RINDSVORESSEN MIT KARTOFFELSTOCK
Der Duft eines feinen Eintopfs erfüllt das Haus mit Gemütlichkeit. Ein Klassiker ist Voressen. Ich mag es, wenn ein würziges Fleischgericht ein wenig gebrochen wird mit etwas Süssem, und gebe in dieser Zeit gern Brombeeren dazu. Kochen Sie von diesem Gericht auf jeden Fall zu viel, denn am nächsten Tag schmecken solche Eintöpfe noch besser, und Sie müssen nicht nochmals kochen! Kaufen Sie Fleisch aus artgerechter Tierhaltung (bio) und lieber weniger, teureres Fleisch als viel billiges. Reichern Sie das Schmorgericht dafür mit mehr Gemüse an. (Bild über: Katieatthekitchendoor)

Zutaten für das Fleisch, für 4–6 Personen
  • 800 Gramm Rindsvoressen
  • 400 Gramm Rüebli
  • 100 Gramm Brombeeren
  • 1 Tomate, in Stücke geschnitten
  • 2 Schalotten
  • Mehl
  • 1 Glas Rotwein
  • 1 Glas Bouillon
  • 1 Handvoll Thymian
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Nelke
  • Salz, Pfeffer
  • eine Prise Zimt
  • Olivenöl
Zubereitung Eintopf:

Die Rüebli schälen und in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Das Fleisch im Olivenöl anbraten, ein wenig Mehl darüber streuen. Die Rüebli, den Thymian, die Tomatenstücke dazugeben, mit Rotwein ablöschen, würzen. Die Schalotten mit Nelke und Lorbeerblatt bestecken, hineingeben, die Brombeeren dazugeben. Die Bouillon dazugiessen und alles zugedeckt auf kleinem Feuer 1 Stunde köcheln lassen, bis das Fleisch weichgekocht ist.

Tipp: Wenn Sie den Eintopf einfach nur so essen möchten, ohne Kartoffelstock, dann geben Sie ca. 15 Minuten vor Schluss einige Kartoffelstücke dazu. In diesem Fall können Sie auf das Mehl verzichten, da die Kartoffeln die Sauce sämig machen.

Und so bereiten Sie den Kartoffelstock zu: 
Kochen Sie 1,5 Kilogramm geschälte und in Würfel geschnittene Kartoffeln in Salzwasser oder Bouillon weich. Giessen Sie alles Wasser ab, aber behalten 1 dl Kochwasser zurück und stellen es beiseite. Erhitzen Sie 2 dl Milch mit 30 Gramm Butter und würzen Sie dieses Gemisch mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Nun zerstampfen Sie die Kartoffeln mit einem Stampfeisen und geben die heisse Milch-Butter-Mischung dazu. Gut vermischen. Falls der Kartoffelstock zu trocken ist, können Sie noch ein wenig von dem zurückgehaltenen Kochwasser dazugeben.

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2 PASTA MIT TOMATEN, SPINAT UND FETA
Diese Pasta ist schnell zubereitet, gesund und sieht appetitlich aus. Kochen Sie dafür die Farfalle gemäss Angaben auf der Packung al dente. In einer Bratpfanne erhitzen Sie Olivenöl mit einer zerdrückten Knoblauchzehe. Wenn diese zu duften beginnt, geben Sie 700 Gramm in Stücke geschnittene Tomaten bei und einige Blätter zerrissenes Basilikum. Dünsten Sie alles gut und zerdrücken dabei die Tomaten ein wenig mit der Gabel. Würzen Sie nach Belieben mit Salz und Pfeffer. Nach 15 Minuten den Knoblauch herausnehmen. Die Farfalle mit ein wenig Pastawasser zu den Tomaten mischen, eine Handvoll Spinatblätter untermischen und ca. 150 Gramm Fetakäse, in Würfel geschnitten oder von Hand zerbröselt, dazugeben. (Bild über: Foodiecrush)

Tipp: Sie können den Spinat gut mit Rucola ersetzen. Wenn Sie Pinienkerne mögen, rösten Sie in einer Pfanne eine gute Handvoll davon und geben diese über die Pasta.

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3 WEICHE EIER AUF TOAST
Ein einfaches, schnelles Gericht, das als Mittagessen schmeckt, als Znacht oder auch zum Sonntagsbrunch. Kaufen Sie Eier von Bauern, die ihre Hühner artgerecht halten (bio). Der Aufwand lohnt sich für alle! (Bild über: bippityboppityboo)

Und so gehts: Erhitzen Sie ein wenig Olivenöl mit einem halben Peperoncino und einer zerdrückten Knoblauchzehe. Geben Sie Spinatblätter darüber und decken Sie die Pfanne zu. Einige Minuten köcheln lassen, bis der Spinat in sich zusammenfällt. Peperoncino und Knoblauch herausnehmen, mit Salz und Pfeffer würzen. Wasser abgiessen. Toasten Sie feine Schwarzbrotscheiben und kochen Sie Eier weich, indem Sie sie in kaltes Wasser geben, dieses aufkochen, die Platte abstellen und die Eier zugedeckt 4 Minuten sieden lassen. Nun verteilen Sie den Spinat auf den Brotscheiben und geben pro Brotscheibe je ein halbiertes weiches Ei darüber. Mit Salz und Pfeffer würzen.

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4 SCHOKOLADENCREME WIE AUS DER KINDHEIT
Wenn es ein Dessert gibt, das uns ein wenig in die Kindheit zurückbringt, dann ist es selbst gemachte Schokoladencreme, serviert in einem hübschen Glasschüsselchen (Bild über: Vintage mixer)

Zutaten für 4 Personen:
  • 5 dl Biomilch
  • 3 Esslöffel Rohzucker
  • 1 Päckli Vanillezucker
  • 100 Gramm dunkle Schokolade
  • 2 Eier
  • 1 Esslöffel Maizena
Zubereitung:

Geben Sie die Milch in eine grosse Pfanne, raffeln Sie die Schokolade und geben Sie diese und den Vanillezucker bei. Köcheln Sie alles, bis die Schokolade geschmolzen ist. Nun vermischen Sie in einer Schüssel die Eier gut mit dem Zucker und dem Maizena. Giessen Sie die Schokoladenmischung unter ständigem Rühren über die Eimischung. Sieben Sie die Creme in eine Schüssel ab. Decken Sie sie gut mit Haushaltsfolie zu und stellen Sie sie 2 Stunden kühl. Gut verrühren und in Glasschüsselchen servieren, am besten mit einem «Gupf» Schlagrahm.

Tipp:  Anstelle des Vanillezuckers können Sie einen Vanillestängel nehmen, diesen aufschlitzen und die Samen herausschaben. Geben Sie die Samen und den Stängel in die Milch und giessen Sie dann die Schokoladenmilch so in die Eiermischung, dass der Stängel zurückbleibt.

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5 SCHOKOLADENBANANEN AUS DEM TIEFKÜHLER
Möchten Ihre Kinder gerne eine Glace, wenn sie von der Schule nach Hause kommen? Diese Eisbananen sind eine gesündere Alternative. Schneiden Sie Biobananen in lange Stücke und stecken Sie ein Glacestängeli aus Holz hinein. Schmelzen Sie dunkle Schokolade und tunken die Bananen darin, bis sie im oberen Teil schön mit Schokolade überzogen sind. Wenn die Schokolade ein wenig angetrocknet ist, rollen Sie die Schokobananen in ein wenig zerstampften Walnüssen oder Pekannüssen. Nun geben Sie alles für eine Stunde in den Tiefkühler und überraschen kleine Schleckermäuler damit. (Bild über: Food 52)

Sweet Home beim Matratzenmacher Heinz Roth und seiner Familie in Niederbipp

Marianne Kohler am Dienstag den 26. August 2014

Gutes, echtes Handwerk ist der Luxus unserer schnellen Zeit. Heinz Roth macht Rosshaarmatratzen, von Hand, in einer kleinen charmanten Werkstatt, darüber wohnt er mit seiner Familie. Sweet Home hat die Familie Roth in ihrem Haus in Niederbipp besucht.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Heinz Roth ist gelernter Tapezierer-Dekorateur. Das Geschäft hat er vom Vater geerbt, gegründet hatte es bereits der Grossvater 1906. Nun führt Heinz Roth es in dritter Generation. Zusammen mit seiner Frau Nicole verkauft er Betten, Vorhänge, Böden und bietet Einrichtungs- und Polsterarbeiten an. Dazu macht er Rosshaarmatratzen von Hand in seiner Werkstatt. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk noch betreiben. Für das Fotoshooting kamen auch die beiden Töchter der Familie, Claudia (links) und Sandra (auf dem Wagen). Und wo immer die Familie ist, ist auch die Hündin Debbie mit dabei. Die Familie wohnt in einem alten, schönen Haus in Niederbipp, in dem sich auch Atelier und Geschäft befinden und zu dem auch diese Remise gehört, in der wir die ganze Familie für das Foto gruppiert haben. So fliesst Arbeit und Wohnen einerseits ein wenig zusammen und trennt sich aber auch in verschiedene Welten. Das Atelier in den alten Räumlichkeiten ist wunderschön, und genau so, wie man sich eine gemütliche Werkstatt vorstellt. In der Wohnung ist die grosse Liebe zu schönem Design, die auch viel mit gutem Handwerk zu tun hat, spürbar. Heinz Roth entdeckt, sucht oder findet immer wieder Lieblingsstücke, die dann einen besonderen Platz bekommen und die Einrichtung bestimmen. Wir haben für Sweet Home beide Bereiche fotografiert, die Werkstatt, die Lust auf echtes Handwerk macht, und die Wohnung, deren Einrichtung einen Blick in die private Welt der Familie bietet.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Das Rosshaar wird in «Dreadlocks» geliefert, welche dann mithilfe einer alten Zupfmaschine gelockert, und gezupft werden. 13 Kilo Rosshaar braucht es pro Matratze. Dazu kommen noch ein Wollvlies und natürlich die Hülle aus edlem Baumwolldamast oder reinem Naturleinen. Diese klassischen Matratzenstoffe bezieht Heinz Roth in Frankreich. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Werkstatt strahlt eine saubere, wohlgeordnete Gemütlichkeit aus. Die hellen Farbtöne, mit denen einiges Holzwerk lackiert ist, die weissen Mauern, die Holz- und Linoleumböden möchte man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Auch Debbie fühlt sich offensichtlich wohl.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

An einer Holzwand sind die schönen Instrumente, mit denen Polsterarbeiten gefertigt werden, arrangiert.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Liebevoll zusammengestellt: Sprungfedern für Sitzmöbel, eine Handwerkerschürze, Fotos und Diplome von früher und im Vordergrund die neuste Matratze, die gerade in Arbeit ist. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt.  

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Eine Rosshaarmatratze ist ein nachhaltiges Produkt und begleitet einen durch das ganze Leben. Nach einigen Jahren kann sie wieder aufgefrischt werden. Das bedeutet, der gesamte Inhalt wird herausgenommen, gewaschen, neu aufgezupft und mit neuem Stoff wieder eingenäht. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

 An der Werkstattwand hangen, in hübschen Holzrahmen, historische Fotos von Matratzenmachern und alte Werbeanzeigen der Firma Roth. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im gleichen Haus, über Laden und Werkstatt, wohnt die Familie Roth. Die Liebe zu gutem Handwerk zeigt sich auch hier, und so wurde mit schönen, edlen Einzelteilen eingerichtet, die nach und nach gefunden und erstanden wurden. Im Wohnzimmer sind die wichtigsten Stücke das Daybed Alfred Roth, der, wie Heinz Roth erklärt, nicht mit ihm verwandt sei. Es ist original aus den 30er-Jahren. Dabei steht ein Salontisch, der klassische Dreirundtisch von Max Bill aus dem Jahre 1949. Die Sitzgruppe wird ergänzt mit einem Sessel und zusammengehalten mit einem grossen Naturfaserteppich.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im anderen Teil des grossen Wohnraumes ist eine Entspannungsecke eingerichtet. Diese mit schwarz-weissem Stoff bezogene Liege gehört Nicole. Auch sie original aus den 30er-Jahren, von der Mailänder Firma Cova. Dahinter befindet sich ein zeitgenössisches, schlichtes weisses Lowboard, darüber hängt ein grosses Bild der Langenthaler Künstlerin Sonja Jufer – Nicoles Mutter. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

In diesen kleinen Barwagen, ein Art-déco-Stück, hat sich Heinz Roth verliebt. Er steht, nicht nur mit Spirituosen, sondern auch mit edlem Teegeschirr bestückt, neben der formschönen Liege.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der zweite Entspannungsstuhl gehört Heinz, es ist Schweizer Vintage-Design aus dem 60er-Jahren. An der Wand hangen in schlichten Holzrahmen Lithografien von Italo Valenti und Hans Arp.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Vestibül stehen weitere formstarke Stücke: ein Schlaufentisch und ein Stahlrohrarmlehnsessel der Schweizer Firma Bigla aus den 50er-Jahren. Mit einem Kokosteppich und einem für Farbe sorgenden Bild von Sonja Jufer ist eine wohnliche, kleine Ecke entstanden.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Dieses Stück Stoff, es ist ein Teppichentwurf von Ursula Böhmer aus dem Jahr 1940, erzählt eine schöne Geschichte: Die Familie Roth sah sich in den Ferien im Tessin einmal die berühmte Casa Camuzzi an, in der auch Hermann Hesse zuweilen wohnte, mit dem wiederum die Böhmers befreundet waren. Gunter Böhmer, der Mann von Ursula, illustrierte viele von Hesses Büchern. Und wie es der Zufall so wollte, schaute Ursula Böhmer zum Fenster raus, kam ins Gespräch mit der Familie und erzählte, dass sie gerade aus dem Haus zügle. So halfen denn die Roths einen Tag lang beim Umzug. Zum Dank bekamen sie das edle Textil.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Arbeitszimmer stehen Schweizer Klassiker: zwischen Bücherwand und Sicht in den Garten ein Tisch und ein Korpus von USM Haller, kombiniert mit einem gemütlichen Retro-Bürosessel.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Garten, der zum Haus gehört, bietet eine mit Glyzinien überwachsene Pergola, Apfelbäume und die Sicht auf ein altes industriell anmutendes Gebäude. «Es ist aber keine Fabrik», erklären Heinz und Nicole, «sondern es wurde 1910 als Gastwirtschaft mit Sääli gebaut, kam aber nie in Betrieb, wahrscheinlich fehlte die Bewilligung. So wurde und wird es immer als Lagergebäude benutzt.»

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Eingang zu Wohnung und Werkstatt befindet sich bei der schönen Remise, in der ein kleiner Lieferwagen steht. Die Remise dient als Platz für die Gartengerätschaften und den Lieferwagen. Heinz Roth zeigte uns auch ein wunderschönes Foto von 1938, mit Lieferwagen in der Remise, fast so wie dieses hier.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Und wie alle Hunde findet auch Debbie immer den besten Platz. Sie sitzt auf dem sonnenbeschienenen Arbeitstisch mit guter Sicht auf das Geschehen vor dem Haus.  

Die Webseite von Heinz Roth: www.rosshaarmatratzen.ch