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Frisch vom Markt

Marianne Kohler am Donnerstag den 27. November 2014

Seit ich den Markt in Oerlikon entdeckt habe, koche ich besser, auch gesünder und vielfältiger. Denn Kochen hat sehr viel mit dem Angebot zu tun. Das Produkt inspiriert das Gericht, und Einkaufen auf dem Markt ist ganz einfach ein wunderschönes Erlebnis, nicht zu vergleichen mit dem Gang durch einen Supermarkt. Deshalb serviere ich Ihnen heute einfache Rezeptideen mit marktfrischen Zutaten.

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Ein Samstagmorgen auf dem Markt in Oerlikon ist, wie wenn man mal eben kurz nach Italien reisen würde, bloss um einzukaufen. Die Farben, die Düfte und die vielen Menschen, die plaudernd und genüsslich einkaufen, stimmen so richtig auf das Wochenende ein. Mein Lieblingsgemüsestand ganz in diesem Sinne ist Rosetti. Hier finde ich italienische Tomaten, die auch nach Tomaten schmecken, Salate, die auch im Winter viel Geschmack haben, oder fantastische Zitronen aus Amalfi.

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WINTERSALAT MIT WASSERKRESSE
Frische Salate vom Markt duften fantastisch und machen Lust, jeden Tag Salat zu essen. Meine Lieblingssorte ist Wasserkresse, die ich im Angebot in den Supermärkten oder Gourmetabteilungen praktisch nie finde. Wasserkresse schmeckt würzig, fast scharf, und man kann zum Beispiel auch sehr gut eine Handvoll davon zu einfachen Gerichten wie Würstchen mit Kartoffelstock oder Spiegeleiern mit Rösti servieren und diesen damit einen feinen Frischekick verpassen. (Bild über: Love and lemons)

Zutaten: 
  • Randen und Rüben, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • Wasserkresse
  • Gartenkresse
  • Pinienkerne, geröstet
  • Honig
  • Orangensaft, frisch gepresst
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
Zubereitung:

Orangensaft mit ein wenig Honig, Salz und Pfeffer mischen, Olivenöl dazugeben. Das Gemüse und die Kresse mit der Sauce vermischen und auf einer hübschen Platte servieren. Die Pinienkerne darübergeben.

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RANDEN, DAS SCHÖNSTE WINTERGEMÜSE
Geschwellte Randen mag ich gar nicht, ich verstehe auch nicht, weshalb dieses schöne, feine Wintergemüse in den meisten Supermärkten nur gekocht angeboten wird. Man würde ja auch nie gekochte Kartoffeln oder Rüebli kaufen. Roh schmecken Randen fantastisch in Salaten, und im Ofen geröstet oder in der Pfanne mit ein wenig Öl gebraten, sind sie nicht zu vergleichen mit dem weichen, pampigen Produkt aus der Vakuumverpackung. Mit Randen lassen sich auch feine Süppchen oder ein köstliches Risotto zubereiten. Mehr Rezeptideen finden Sie hier

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IN HONIG GERÖSTETE RANDEN
Mein Lieblingsgericht mit Randen geht supereinfach: Ich schneide geschälte Randen in Stücke, lege sie auf ein Backblech und träufle Honig und Olivenöl darüber. Mit Salz und Pfeffer würzen und im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten knackig rösten. (Bild über: Feastingathome)

Die festliche Variante: Servieren Sie das Gericht mit Granatapfelkernen und Pistazien.

Die würzige Variante: Legen Sie beim Rösten einen aufgeschnittenen Peperoncino und einige Knoblauchzehen dazu.

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DIE LUST AUF FLEISCH
Seit ich den Stand der Familie Fiechter empfohlen bekam, kaufe ich wieder lieber Fleisch. Es schmeckt ganz einfach fantastisch, und die drei Schwestern Hanna, Mirjam und Lisa führen den Stand, an dem neben ihnen auch Jungen und Männer enthusiastisch Geflügel und Fleisch verkaufen. Alles ist Bio und kommt von Herstellern, die beste Qualität liefern. Trotz grossem Andrang nimmt sich die Crew gerne die Zeit für ein freundliches Schwätzchen, beantwortet geduldig alle Fragen und gibt Feines zum Kosten – sogar Miss C. durfte vom leckeren Gänsesalami versuchen. Mir persönlich hat die Familie Fiechter zu einem neuen Umgang mit Fleisch verholfen, der zu mir und unserem Haushalt passt. Fleisch gibt es am Wochenende, es bleibt etwas Besonderes und darf dafür auch vom Besten sein.

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RINDSVORESSEN, AUF ITALIENISCHE ART
Ich mag es, am Sonntag Gerichte wie Voressen, Gulasch, Ossobuco oder Bolognese zu kochen. Das sind Gerichte, die viel häusliche Gemütlichkeit vermitteln und meistens auch für den nächsten oder gar den übernächsten Tag noch halten. Aufgewärmt schmecken sie oft noch besser und bieten nicht nur ein feines Abendessen, sondern auch mehr Zeit an einem Montagabend. (Bild über: Societysouth)

Zutaten: 
  • 1 Kilogramm Rindsvoressen
  • Mehl
  • 20 Gramm Butter
  • Olivenöl
  • 2 Schalotten, gehackt
  • 4 Rüebli, in grosse Stücke geschnitten
  • 2 Stangen Sellerie, in Stücke geschnitten
  • 2 Deziliter trockenerer Weisswein
  • 1 Deziliter Bouillon
  • 400 Gramm gehackte Tomaten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Nelke
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung: 

Braten Sie das Fleisch portionenweise in Oilivenöl in einer Gusseisenpfanne an, zur Seite stellen. Geben Sie die Butter in die Pfanne und die gehackten Schalotten. Dünsten Sie sie, bis sie golden werden, geben Sie dann die Rüebli und den Sellerie bei und dünsten alles sanft während ca. 10 Minuten. Erhöhen Sie die Hitze, und geben Sie das Fleisch zurück in die Pfanne. Streuen Sie ein wenig Mehl darüber, und giessen Sie den Wein dazu, einköcheln lassen und die Bouillon beigeben. Aufkochen, die Tomaten, das Lorbeerblatt und die Nelke beigeben, mit Salz und Pfeffer würzen und zudecken. Auf kleinstem Feuer mindestens 2 Stunden köcheln, bis das Fleisch weich ist. Dazu passen Kartoffelstock oder Tagliatelle.

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SCHWEINSFILET MIT ÄPFELN
Schweinefleisch schmeckt fantastisch mit Äpfeln. Dieses Rezept ist ein kleines, vorweihnachtliches Sonntagsfest. (Bild über: Topinspired)

Zutaten:
  • 2 Schweinefilets zu ca. 500 Gramm
  • Olivenöl
  • 1 Esslöffel Dijonsenf
  • 1 Esslöffel frische Thymianblättchen
  • 2 Boskopäpfel, geschält und in Schnitze geschnitten
  • 3 Schalotten, in grosse Stücke geschnitten
  • 1 Deziliter Bouillon
  • 1 Deziliter Calvados
  • 20 Gramm Butter
  • Salz und Pfeffer 
Zubereitung:

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Braten Sie nun die Schweinefilets in einer Bratpfanne mit ein wenig Öl rundum an, zur Seite stellen. Geben Sie ein wenig Butter in die Pfanne, und braten Sie Äpfel und Zwiebeln an. In der Zwischenzeit reiben Sie die Schweinefilets mit dem Senf ein, würzen sie mit Salz und Pfeffer und bestreuen sie mit den Thymianblättchen. Legen Sie die Schweinefilets auf die Äpfel und Schalotten, und schieben Sie die Pfanne in den heissen Backofen, ca. 15 Minuten rösten. Nehmen Sie die Pfanne heraus, legen Sie das Fleisch zur Seite und decken es mit Alufolie zu. Nun stellen Sie die Pfanne mit den Äpfeln und Schalotten auf die Herdplatte und kochen alles auf, den Calvados und die Bouillon dazugiessen, zur Hälfte einköcheln lassen und dann 1 Esslöffel Butter beigeben. Das Fleisch in Tranchen schneiden, auf die Äpfel und die Schalotten legen und servieren.

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DIE LUST AUF GEMÜSE
Gemüse kochen ist eine kleine Kunst. Hier gilt definitiv: Weniger ist mehr. Weicher Broccoli oder Blumenkohl an weisser Sauce sind nicht wirklich eine Freude auf dem Teller. Mein Tipp: Dämpfen Sie solches Gemüse, und zwar so, dass es noch sehr, sehr knackig ist. Dann als eine Art warmer Salat mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer und gutem Olivenöl servieren. 

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GEBRATENER FENCHEL MIT FETA
In Wasser gekochtes Gemüse verliert nicht nur an Geschmack, sondern auch an gesunden Inhaltsstoffen. Neben Dämpfen ist das Rösten im Backofen oder Braten in Olivenöl eine feine und schonende Zubereitungsart. (Bild über: Adventures in cooking)

Schneiden Sie Fenchel in feine Scheiben. Geben Sie Olivenöl und eine zerdrückte Knoblauchzehe in eine Bratpfanne, und erhitzen Sie beides. Nehmen Sie den Knoblauch heraus, und braten Sie nun die Fenchelscheiben beidseitig an. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit zerbröseltem Feta servieren. Dieses Fenchelgemüse passt zum Beispiel gut zu italienischen Bratwürstchen.

Tipp: Benutzen Sie das Fenchelkraut als würziges Kraut und zerreissen es über dem gebratenen Fenchel für noch mehr frischen, anisartigen Fenchelgeschmack.

Sweet Home im Neubau von Tamedia

Marianne Kohler am Dienstag den 25. November 2014

Zum 5-Jahr-Jubiläum der Newsnet-Blogs besucht Sweet Home die Blogredaktion. Das erlaubt Ihnen einen Blick hinter die Kulissen: Sie lernen nicht nur die Menschen kennen, welche die Blogs kreiert haben und betreuen, sondern entdecken auch das ganz aussergewöhnliche neue Gebäude der Tamedia-Gruppe. Gebaut wurde es vom japanischen Architekten Shigeru Ban. Der spannende Holzbau an der Werdstrasse in Zürich ist ein Anbau an bestehende Gebäude und zeigt sich aussen und innen leicht, neu, anders und – wie Sweet Home findet – erstaunlich weiblich.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Ein wenig anders als die üblichen Bürogebäude strahlt der Hauptsitz der Tamedia filigran und offen in die Stadtlandschaft hinaus. Das Gebäude basiert auf Holz: raffinierte, formschöne hoch- und quer verlaufende Holzbalken tragen die ganze Last des Gebäudes. «Und das ganz ohne Stahl, Nägel oder Schrauben in den Knoten», erklärt uns Christoph Zimmer, der Leiter der Unternehmenskommunikation. Zimmer war auch Projektleiter des Neubaus und erzählt begeistert von der spannenden Arbeit mit Shigeru Ban. «Der Plan war einfach – wir brauchten schlichtweg mehr Platz für unsere Mitarbeiter. Der ‹Tages-Anzeiger› ist schon seit 1902 hier zu Hause, damals war der Standort noch ausserhalb des Stadtzentrums, nicht mittendrin wie heute.» Verschiedene An- und Neubauten und gar Mietshäuser im Quartier beherbergten die wachsende Zahl der Mitarbeiter von immer neuen Zeitungen, Zeitschriften und digitalen Medien des grossen Verlags. Nun sind alle unter einem Dach in dem patchworkartigen, durch den Neubau homogener wirkenden Medienhaus, das sich entlang der Sihl hinzieht und sich der Stadt und der Zukunft zuwendet.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Stahl, Glas, Spiegel und Männlichkeit sind die üblichen Zutaten, wenn es um neue Bürogebäude geht. Anders bei Shigeru Bans Bau. Hier wurden die Liebe zum Material, die Grosszügigkeit der Räume und das Licht zu den Hauptdarstellern. Beim Eintritt erwarten einen anstelle der üblichen Designklassiker in Schwarz helle Möbel aus Karton und Sperrholz und statt Marmor oder Granit ein getupfter Boden aus Tessiner Flusssteinen. Das Erdgeschoss ist doppelt so hoch wie die anderen Etagen und vermittelt nicht nur sehr viel Leichtigkeit, sondern auch eine Art von ungezwungener Wohnlichkeit. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Formen, Texturen, Farben, Strukturen und Materialien finden sich spielerisch zusammen. Die puristischen Möbel aus Kartonrollen und Sperrholz hat Shigeru Ban selbst entworfen. Sehr schön ersichtlich ist hier auch die einfache, aber raffinierte Holzkonstruktion, die wie ein überdimensionales Bauklötzchensystem wirkt.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Grosszügig, hell und leicht wirken auch die Räume, in denen sich die Redaktions- und Verlagsmitarbeiter der unterschiedlichen Bereiche treffen können. Zu Essenszeiten wird in diesem Raum der Kantinenbereich erweitert, sonst können hier Besprechungen, Meetings oder Vorträge abgehalten werden. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Tupfen und der sensible Umgang mit Texturen, Strukturen, Mustern und Farben ziehen sich durch den ganzen Innenbereich hindurch. Für diesen war Anna Paola Supino, die Schwester des Tamedia-Vorsitzenden Pietro Supino, weitgehend verantwortlich.  

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Der wunderschöne Raum kann als erweiterte Kantine benutzt werden und dient als Treffpunkt ausserhalb des Büros. Seiner Schönheit wegen haben wir natürlich einen Zeitpunkt genutzt, an dem er fast leer war. Der hohe, lichtdurchflutete Raum wird einseitig umrahmt mit einer Balustrade, auf der sich kleine Sitzecken befinden.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Damit sich die Grosszügigkeit und Helligkeit voll entfalten können, sind Treppen- und Balustradengeländer aus Glas. Der zarte Grünton, den Glas manchmal ausstrahlt, ist wiederum gebrochen in den Stühlen aufgenommen.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Kartonrollen waren bereits für die Möbel des Architekten Shigeru Bang ein wichtiges Gestaltungselement. Hier hat er sie gleich noch im Grossformat für einen kurvigen Raumtrenner eingesetzt. Auf besonders charmante Art kommen damit Nachhaltigkeit und der Bezug zum Produkt zusammen, denn die Rollen sind nichts Geringeres als die Papierkerne, auf denen das Zeitungspapier des «Tages-Anzeigers» in die Druckerei kam. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Ein wichtiger Raum für den Inhalt der Zeitung ist der Newsroom, welcher zentral eine grosse Leinwand zeigt. Auf dieser sehen die Journalisten, die Dienst haben, rund um die Uhr die Neuigkeiten aus aller Welt und können sich darüber informieren, was andere Medien gerade berichten. Ein ringförmiger Tisch mit Arbeitsplätzen steht als eine Art Kommandozentrale mitten im Raum, umgeben von anderen Arbeitsplätzen. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Sweet Home beschäftigt sich nicht mit den grossen Dingen der Welt, sondern mit den kleinen des Alltags, die das Leben im und ums Haus bestimmen, es schöner, einfacher und lustvoller machen. Als ich mich vor rund 5 Jahren mit einem Büchlein voller Notizen und eingeklebter Fotos bei Michael Marti, dem stellvertretenden Newsnet-Chefredaktor (2. v. r.), vorstellte, wollte ich eigentlich einfach Wohn- und Lifestylegeschichten für die Onlineredaktion schreiben. «Da machen wir doch am besten einen Blog», meinte Marti kurzentschlossen – und ich fand, das klinge gut, obschon ich keine genaue Ahnung hatte, was ein Blog denn wirklich ist. So kam dann nach einigen Planungssitzungen und einem Schnellkurs im Blogprogramm ein paar Wochen später, im März 2010, Sweet Home auf die Welt, und ich bekam damit einen fantastischen Job, den ich bis heute liebe. Michael Marti, heute verantwortlich für den Onlinebereich beim «Tages-Anzeiger», hat sehr früh erkannt, dass Blogs eine Möglichkeit bieten, auf eine ganz persönliche Art Onlinegeschichten zu machen. Und so bietet Sweet Home fast täglich Tipps und Inspirationen rund um das Thema Wohnen, Design und Architektur, Kochen, Alltag und Haushalt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

 

Sweet Home war der dritte Blog auf Tagesanzeiger.ch, nach Hugo Stamms Sektenblog und dem Mamablog. Gabriela Braun ist die redaktionelle Leiterin aller Blogs. Sie schreibt zusätzlich mit ihren Kolleginnen Jeanette Kuster und Andrea Fischer Schulthess Beiträge im Mamablog.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die grossen, offenen Büros helfen, dass sich die Journalisten der früher getrennten Online- und Printredaktion des «Tages-Anzeigers» näherkommen und enger zusammenarbeiten können. Die Grossraumbüros strahlen durch die lichtdurchflutete und durch Holz bestimmte Architektur eine gewisse Wohnlichkeit aus. Auf dem Boden befindet sich ein Teppich, der an japanische Tatamimatten erinnert.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Lage des grossen Verlagshauses ist einzigartig. Das Gebäude zieht sich dem Fluss entlang und bietet dadurch von allen Stockwerken aus eine Weitsicht. Am tollsten ist sie natürlich von den Balkonen der obersten Etage aus: Sichtbar sind Uetliberg, Zürichberg, der See und die Stadt.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Unter dem gewölbten Dach, das ein wenig an eine Kathedrale erinnert, befindet sich die Redaktion von «20 Minuten».

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Trotz der sich immer schneller verbreitenden digitalen Medien spielt die Zeitung immer noch eine grosse Rolle – und auch eine schöne, wie dieser hübsche Stapel zeigt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

In einem Zwischenraum stiessen wir auf eine alte Leuchtschrift, die einmal aussen am Gebäude hing. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Was auf Papier ist, wird auch auf Papier gesammelt und archiviert.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Bilder bewegen, und bewegte Bilder gehören heute ganz selbstverständlich zum Onlinejournalismus. Ganz offenbar wurde dem bei der Planung von gutem Stauraum noch nicht genügend Sorge getragen...

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wieder einmal auf der Redaktion zu sein, bietet mir die Gelegenheit, mich mit Gabriela Braun über die Blogplanung zu unterhalten. Für solche Sitzungen stehen auf jeder Redaktionsetage einige kleine Räume mit Sesseln und Sofas von Le Corbusier zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit Charlotte Perriand entstanden sind. Die Röhrengestelle sind aber in sanftem, gebrochenem Grün lackiert, und die Polster zeigen sich in Leinen anstelle des Leders. Eine Kombination, die sehr schön zur Architektur passt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Der Name «Sweet Home Blog» war die Erfindung von Denise Eggenberger, die sich im Verlag auch um die Blogs kümmert. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wohnen und arbeiten rückt tatsächlich immer näher zusammen. So ist denn nicht nur Homeoffice ein Trend, sondern Büros werden ganz klar wohnlicher gestaltet. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Eine farbenfrohe gemütliche Ecke – vom «Tages-Anzeiger»-Team etwas ironisch «unsere Google-Lounge» genannt – fanden die Fotografin Rita Palanikumar und ich im alten Teil des Gebäudes, welches mit dem Neubau auch eine Renovation bekam, die dafür sorgte, dass die verschiedenen Gebäudekomplexe homogener wirken. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Auch Kunst ist ein Thema, das zur Einrichtung eines Bürohauses gehört. Dieses riesengrosse Bild, «Gerste» von Alexander Geibel, wirkt von weitem wie ein fotorealistisches Bild von einem Gerstenfeld. Bei näherer Betrachtung werden aber Pixel erkennbar.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Das Bild ist die perfekte Ergänzung zur Architektur und zum Innenausbau. Es zeigt den Zugang zur Natur auf eine moderne Art auf und ergänzt das Spiel der Texturen, Strukturen und Materialien.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

 Der übergrosse Print ist auf edles Büttenpapier gedruckt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Auch Fotos mit alpinen Sujets, gerahmt in Holz, zieren die Wände der Gänge.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Das überhöhte Erdgeschoss bietet nicht nur ein grosszügiges Raumgefühl, sondern nimmt auch die architektonischen Eigenheiten des Quartiers auf. Ich fragte Christoph Zimmer, wie denn Shigeru Ban mit den strengen Bauvorschriften hierzulande zurechtkam. «Shigeru Ban schätzte den Pragmatismus der Schweizer Behörden. In Tokio hätte er kein Gebäude mit einer unbekleideten Holzstruktur bauen können, hier bei uns war das hingegen möglich», sagte der Tamedia-Sprecher. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Shigeru Ban fand auch, dass Holz besonders gut zur Schweiz passt. Holz stelle seiner Meinung nach auch eine Verbindung dar zwischen der schweizerischen und der japanischen Baukunst, denn beide Länder haben eine lange Tradition im Holzbau und legen viel Wert auf  Präzision und Handwerkskunst. So arbeitete Shigeru Ban für die Holzkonstruktion mit Blumer-Lehmann aus Gossau zusammen. Mit dem Unternehmen hatte er bereits die Holzkonstruktion des Centre Pompidou in Metz realisiert, das Tamedia-Gebäude ist sein erster Bau in der Schweiz.  

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Holzkonstruktion ist so einfach wie raffiniert. Es wurden dafür etwa 3600 Fichten aus der österreichischen Steiermark verwendet. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar 
Tamedia begrüsst ihre Mitarbeiter und Besucher im grossen, sich dem Stauffacherplatz und der Sihl zuwendenden Empfangsraum. Hier stehen die Clubsessel LC2 von Corbusier, die Stühle Carta von Shigeru Ban, die übrigens bei Wohnbedarf produziert werden, und natürlich alle Printprodukte des Verlags, bereitgestellt auf den Schweizer Regalklassikern von USM. Regelmässig bleiben Passanten und Touristen stehen und fotografieren das ausgefallene Gebäude.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Shigeru Ban ist ein wichtiger Vertreter der Gegenwartsarchitektur. Er baut nicht nur grosse Geschäftshäuser, sondern auch Einfamilienhäuser, Kirchen, ganze Wohnkomplexe oder Museumsbauten. Als der Tamedia-Vorsitzende Pietro Supino das Kunstmuseum Centre Pompidou in Metz gesehen hatte, verliebte er sich in die Architektur des Japaners und beauftragte ihn mit dem Neubau in Zürich. Bei allen Konstruktionen von Shigeru Ban sind es nicht pompöse Fassaden, die im Vordergrund stehen, sondern der Charakter eines Hauses und die Bauweise. Trägerstrukturen transparent zu machen, ist dabei zu Shigeru Bans Markenzeichen geworden.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wie eine Skulptur steht das Architekturmodell des Neubaus in der Empfangshalle, transparent, mit kleinen Möbeln, Zimmerpflanzen, Menschen und Autos versehen.

 

 

 

 

 

 

10 Wohntrends, die bleiben

Marianne Kohler am Sonntag den 23. November 2014

Trends sind nicht da, dass man ihnen blind folgt, sondern sie zeigen auf, wo wir uns gesellschaftlich, kulturell und stilmässig gerade befinden. Sie werden also nicht von irgendjemandem diktiert, sondern entwickeln sich eigentlich natürlich. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass wir in unserer schnellen Zeit von ständig wechselnden Trends überflutet werden. Aber keine Angst, es gibt auch Trends, die eine Weile bleiben. Ich habe hier die 10 wichtigsten Wohntrends für Sie zusammengestellt, mit denen wir weiter zusammenleben werden.

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1. WEIBLICH WOHNEN
Frauen richten nicht nur gerne ein, sondern kreieren ein echtes Zuhause. Sie setzen Stimmungen um, spielen mit Materialien, Formen, Stoffen und Kleinigkeiten. Sie versuchen auch, Geschichten nachzuerzählen. Die Küche aus der Fernsehserie «Friends» etwa, den Salon aus «Downton Abbey» oder Diane Keatons Beachhouse aus «Something’s Gotta Give». Frauen wissen auch, dass Einrichten und Wohnen sehr viel mit der Seele zu tun hat. Das Umstellen von Möbeln hilft zum Beispiel bei Liebeskummer, Aufräumen und Neuordnen bringt Ruhe und Reflektion. Und die Liebe zum Detail zeigt, dass die Welt in Ordnung ist, weil Schönheit glücklich macht. So bleiben denn die Einrichtungen sanft, persönlich, frisch und eben sehr weiblich. Der Couchtisch ist von Muuto. 

Mehr zum weiblichen Wohnstil finden Sie hier.

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2. DIE WOHNFARBE GRAU
Grau kann etwas ganz Besonderes: Es verpasst einer Wohnung Eleganz. Mit seiner vornehmen Zurückhaltung entwickelt es in einem Raum eine vornehme Wirkung und lässt Möbel und Einrichtungsgegenstände edel und stilvoll hervortreten. Es präsentiert die Möbel sozusagen auf dem roten Teppich und lässt Formen, Silhouetten, Farben und Materialien intensiver erscheinen. Grau hat aber auch Tiefenwirkung, ist wohnlich und passt überall rein. Kein Wunder, bleibt uns Grau noch ein wenig erhalten. (Bild über: Batixa)

Mehr Einrichtungsideen mit der Wohnfarbe Grau finden Sie hier.

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3. DER MIDCENTURY-STIL
Da Wohnen und Mode immer viel mit Sehnsucht und Vertrautheit zu tun hat, setzen sich Retrostile besonders stark durch. Im Wohnbereich hat sich das Midcentury, die Zeit zwischen 1920 und 1970, neu etabliert. Das ist keine Überraschung, ist doch in dieser Zeit auch unser moderner Wohn- und Lebensstil entstanden. Mietwohnungen, städtisches Leben und Wechselhaftigkeit ersetzten Einfamilienhaus, Hof, Beständigkeit und Bürgerlichkeit. Eine neue Zeit brauchte neue Möbel. Funktionales, industriell herstellbares Design entstand und revolutionierte den Stil und das Verständnis des Wohnens. Kein Wunder, schauen die Designer heute wieder besonders gerne in diese Zeit zurück, denn diese Leichtigkeit ist auch heute noch sehr modern, und Möbel, die Retroformen zeigen, vermitteln uns zugleich auch etwas Vertrautes. Sofa und Möbelprogramm von Pfister.

Mehr zum Thema finden Sie hier.

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4. ZU HAUSE ARBEITEN
Flexibel ist auch unsere Beziehung zur Arbeit geworden. Wir wechseln häufiger den Job und arbeiten vermehrt in den eigenen vier Wänden. Homeoffice heisst die Umschreibung, die auch Angestellten die Möglichkeit gibt, von zu Hause aus zu arbeiten. Dieser Trend und die Tatsache, dass Wohnen nicht nur auf der Couch sitzen bedeutet, macht den Arbeitsplatz zu Hause zum grossen Wohnthema. Kleine Schreibtische, modulare Möbelsysteme und attraktive Einrichtungsideen rund zum Thema Arbeiten zu Hause bleiben ganz oben auf der Wohntrendliste. (Bild über: Thinkdecor)

Mehr Anregungen für den Arbeitsplatz zu Hause finden Sie hier und hier und hier.

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5. BOHEMIAN STYLE
Sich zu Hause ganz nach Lust und Laune einzurichten, ungeachtet der Konventionen, bleibt auch weiterhin ein grosser Wohntrend. Denn trotz oder gerade wegen der Selfie-, Facebook-, Twitter- oder Instagram-Selbstdarstellungsphase ist die private Welt wichtig. Die Wohnung ist zum Rückzugsgebiet, zum Refugium geworden und bietet auch Platz, die eigene Kreativität auszuleben. Der Stil dazu nennt sich Bohemia. Die Bohemians waren nämlich die ersten «Hippies» und bewiesen sich und der Welt, dass es auch alternative Lebensformen gibt. So inspiriert in der Mode und im Interiorbereich immer wieder der eklektische Stil der Bohemians. Gekonnt und typisch englisch setzt ihn zum Beispiel die Interiordesignerin Abigail Ahern um.

Mehr zum Thema Bohemiastil finden Sie hier und hier und hier.

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 6. GELEBTE STRUKTUREN UND TEXTUREN
Vielleicht liegt es daran, dass wir oft in Neubauten leben und in superpraktischen Hightechküchen kochen. Auf jeden Fall steht im Interiorbereich «Gelebtes» ganz oben auf der Trendliste. Aber nicht nur Vintagemöbel und Industrial Chic erobern unseren Wohnbereich. Neues Design wird oft in gelebten Situationen gezeigt, vor abgenutzten, herrlich verlebten Wänden, in alten, glamourösen Räumen, die stolz die Spuren eines langen Lebens zeigen. Auch Textilien sind auf Spurensuche, da bleiben uns die tollen Teppiche, die uns verblichen, verwaschen oder umgefärbt an Pixelmuster erinnern oder Polsterstoffe und Wäsche, die man gerne anfasst, weil Haptik sinnlich ist. Vintagemöbel, Teppiche und Wohnaccessoires von Walter.

Mehr Wohnideen zu diesem sinnlichen Thema finden Sie hier und hier und hier und hier.

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7. LEINEN UND HOLZ
Da wir gerade über Fühlen und Anfassen reden, sind selbstverständlich Holz und Leinen mit von der Partie – und auch sie bleiben uns erhalten. Denn beide Materialien vermitteln ganz einfach viel gemütliches und vertrautes Zuhausegefühl. Und ja, Leinen knittert, aber das ist ja gerade das Schöne und Neue an unserer Beziehung zur edlen, wiederentdeckten Naturfaser. Hat man früher Stärke in die Servietten gesprüht, legt man sie heute gewaschen und weich auf den Tisch. Auch bei der Bettwäsche hat sich etwas verändert. Die neue Leinenbettwäsche zeigt sich in allen möglichen Farbtönen und weich und leicht. Das unterscheidet sich von der schweren, soliden Aussteuer unserer Grossmütter. (Bild über: The designchaser)

Mehr zu den neuen Wohnmaterialien finden Sie hier und hier und hier.

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8. MÖBEL, DIE LEICHTIGKEIT VERMITTELN
Da wir gerne viel Platz haben und den Raum in möglichst voller Grösse geniessen möchten, bleiben uns Möbel, die auf Beinen stehen, erhalten. Sie wirken nämlich leicht und lassen den Bodenplatz frei. Filigranes Design und grundsätzlich solches, das Leichtigkeit vermittelt, sanfte Farben, helle Räume, Transparenz und Glanz sind Themen, die uns auch in Zukunft im Wohnbereich beschäftigen werden. (Bild über: Zuiver)

Mehr zum Thema finden Sie hier und hier.

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9. MARMOR
Einer der neuen Trends, der auch an der diesjährigen Möbelmesse in Mailand besonders aufgefallen ist, ist die Rückkehr zum edlen Gestein. Und zwar nicht einfach als schwere Tischplatten, sondern auch als Beistelltische in schlichten, neuen Formen, in marmorierten Mustern, Accessoires und in Details aus Marmor. Die Liebe zum Marmor ist gross und bleibt noch eine Weile. Die tolle Marmoruhr ist von Menu.

Mehr über Marmor im Wohnbereich finden Sie hier.

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10. DEKORIEREN MIT FONTS
Wer denkt, dass um Wohntrends viel Blahblah gemacht wird, hat recht. Denn Wörter, Schriften, Grafik und Fonts sind wichtige Dekorationselemente und sie bleiben es auch. In unserer visuellen Zeit haben Wörter einen ganz neuen Sinn erhalten. Nicht mehr nur Schlagzeilen bestimmen, ob ein Artikel oft gelesen wird oder nicht, sondern starke Schlagwörter. Auf Pinterest und Instagram werden neben reinen Bildern auch ganz intensiv Lebensweisheiten weitervermittelt, solche Kurzphilosophien müssen natürlich toll aussehen, also schreibt man sie in schicken Fonts und kreiert damit gleich noch ein dekoratives Wohnaccessoire. Es ist die neue Form der gestickten Wandbehänge unserer Grosseltern, die oft Psalme oder Gedichte zeigten. Die reduzierteste Form sind Einzelbuchstaben, solche können auch mal leuchten, glänzen oder zeigen sich im Vintagestil. Diese schicken Buchstaben und Neonschilder sind von Seletti.

Mehr zu Wörtern, Buchstaben und Co. finden Sie hier, hier und hier.

Ein Glashaus wie auf einer Schneedecke

Marianne Kohler am Freitag den 21. November 2014

Da der Winter auf sich warten lässt und das helle Holzdeck dieses schwedischen Hauses an eine Schneedecke erinnert, gehen wir architektonisch nochmals in die Ferien und geniessen dieses luftige Sommerhaus in Schweden am Meer.

Architektur: John Robert Nilsson.

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Das Haus wirkt wie eingetaucht in eine Schneedecke, denn der Hauptraum schwebt mit grossen Glasfassaden über einem hellen Holzdeck. In dieses wiederum sind vertieft Sitzplätze eingebaut wie kleine moderne Nestchen.

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Ein grosszügiger Raum, der hauptsächlich von Glas umgeben ist, ist der wichtigste Teil dieses Sommerhauses. Er bietet eine Rundumsicht auf die Meeresbuchten und das Gelände.

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Die Glasfronten und der schmale, in das Holzdeck eingebaute Swimmingpool nehmen das Licht und die Farben der Natur auf.

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Das Haus steht auf einem Felshügel. Der Architekt hat eine schlichte, zum Haus passende Holztreppe gestaltet, die sich wie eine Skulptur in die Natur einfügt.

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Auch am Strand befinden sich schlichte Holzdecks, die dazu einladen, sitzen zu bleiben und der untergehenden Sonne zuzuschauen.