Prinzessin sein

«The Crown» begleitet Elizabeth II. (gespielt von Claire Foy) auf ihrem Weg vom Prinzessinnen- zum Königinnendasein. Bild: zvg/Netflix

Ken stürzte mit dem Traumhauslift ab. Ein Unfall? Kaum. Barbie fuhr mit dem rosa Ferrari über den Schreibtischrand. Hatte sie die Kontrolle übers Fahrzeug verloren? Nein, jemand hatte sich an den Bremskabeln zu schaffen gemacht. In meinem Kinderzimmer wütete der plastifizierte Mafiakrieg, während Kolleginnen mit ihren Puppen Prinzessin spielten.

Prinzessin, für viele Mädchen ein Traumberuf. Nicht für mich. Keine Sorge, ich wollte nicht etwa Mafiosa werden, aber royale Ambitionen hegte ich auch nie. Selbst die gekrönten Disney-Heldinnen konnten mich nicht umstimmen. Damals dachte ich, dass ein Prinzessinnendasein sterbenslangweilig sein müsste. Ein TV-Enthüllungsinterview von Prinzessin Diana später realisierte ich, dass zudem ein massiver Druck auf den meist filigranen Schultern lastet.

Nun, da der Fernseher längst das Barbiemassaker ersetzt hat, schaue ich die eben an den Golden Globes preisgekrönte Netflix-Serie «The Crown». Diese begleitet Elizabeth II. (gespielt von Claire Foy) auf ihrem Weg vom Prinzessinnen- zum Königinnendasein und rückt ihre persönlichen Beziehungen in den Fokus. Besonders jene zu ihrem Gatten, Prinz Philipp (Matt Smith), der Elizabeth schon mal vor einem Elefanten rettet. Und jene zum betagten Prime Minister Winston Churchill, der wie die junge Königin mit Kritikern fertigwerden muss. Das ist detailliert recherchierter und überzeugend gespielter Pflichtstoff für Royal-Fans:

Churchill-Darsteller John Lithgow spielte in der US-Thrillerserie «Dexter» 2009 übrigens einen der angsteinflössendsten Fernsehgangster aller Zeiten. Vor dem hätten sogar meine Barbies Angst gehabt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2017, 17:45 Uhr

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