Vorsatz statt Vorstrafe

Wegen Parkbussen braucht der Serienjunkie keine Anwältin wie Ally McBeal (Calista Flockhart, l.) aus der gleichnamigen US-Serie. Bild: zvg

Jeder Bussenverteiler der Stadt Bern kennt mich. Also nicht mich persönlich, aber mein Autokennzeichen. Keine Sorge, ich beschwere mich nicht über die Ausgaben, die bei mir fürs Falschparkieren jährlich anfallen. Selber schuld. Ich sehe die Summe meiner 40-Franken-Strafzettel als Investition in die Gesellschaft.An dieser Stelle: Gern geschehen. Etwas aus dem Kurs gebracht hat mich neulich hingegen die Frage einer Kollegin:

«Wirst du ab einer gewissen Anzahl Bussen eigentlich angeklagt?»

«Neinein», antworte ich – und beginne sogleich zu googeln: «Parkbusse, Anklage, Gefängnis.»

«Wenn Gefängnisse so sind wie in Serien, wären ein paar Tage ja gut auszuhalten», so die Kollegin.

Während sie sich offenbar einen Zickenkrieg im Overall ausmalt à la «Orange Is the New Black» denke ich eher an tödliche Sträflingsfehden wie in der Dramaproduktion «Oz».

«Vielleicht solltest du dir eine Anwältin nehmen. Eine, die wahnsinnig schnell und viel redet und damit den Richter einlullt und sowieso jeden frei kriegt. So wie Ally McBeal.»

Ach, Ally. Ich denke zurück an meine Lieblingsfernsehfigur der Neunzigerjahre, die Anwältin im Supermini, wegen der ich um ein Haar Jus studiert hätte. (Dass ich es nicht getan habe, ist ebenfalls ein Dienst an der Gesellschaft. Gern geschehen.)

«Halt, ich brauche Ally McBeal nicht! Google weiss: Ich wandere nicht hinter Gitter», stelle ich erleichtert fest.

Trotzdem nehme ich mir vor, 2017 weniger falsch zu parkieren. Als Dienst an meinem Portemonnaie. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.01.2017, 10:48 Uhr

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