Wie Barney spielen

Barney und Robin in «How I Met Your Mother» beim Laser Tag spielen

Vor einigen Jahren sass ich in New York auf einer Treppe. Nicht irgendeiner Treppe, sondern jener, die zum Appartement von Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker) hochführt. Carrie, die schrille, stylishe Kolumnistin und Hauptfigur aus der Mutter aller Frauenserien, «Sex and the City» (1998–2004). Viele Folgen verbrachte sie auf diesen sandfarbenen Stufen und philosophierte über die Liebe und das Leben.

Mir offenbarten sich auf der Treppe keine Lebensweisheiten. Dazu blieb auch keine Zeit. Hinsetzen, Foto schiessen – und abhauen, denn ein Schild verbietet es Serienfans, sich der Treppe zu nähern. Nachdem die letzte Folge abgedreht war, wechselte das Haus für mehrere Millionen die Besitzer. Die neuen Bewohner sind offensichtlich wenig angetan vom Kultstatus, der mit dem Hausschlüssel übergeben wurde, und verscheuchen die ungeliebten Treppenanbeterinnen und -anbeter.

Ja, die Realität. Sie kommt meist ganz anders daher als in den Serien. Diese Erkenntnis hielt ich mir vor Augen, als ich zur Lasercity Biel aufbrach. Auf zwei Etagen können die Besucher dort mit Lasern aufeinander schiessen, im Halbdunkeln in Deckung gehen oder Jagd auf Minen machen – wie Barney Stinson (Neil Patrick Harris) in «How I Met Your Mother» (2005–2014). Laser Tag ist sein grosses Hobby, dem er mit seiner Freundin Robin (Cobie Smulders) nachgeht – und mit den zahlreichen Kindern, die sich mit ihm die Spielarena teilen. Unerbittlich kämpfen in der Comedyserie die Erwachsenen gegen die Kinder und ziehen dabei nicht selten den Kürzeren.

So musste ich leer schlucken, als ich in der Lasercity meinen Gegnerinnen gegenüberstand – einer Gruppe von elfjährigen Mädchen, Zahnspangen und bunte Sneakers inklusive. Zwei Runden jagten sich mich durchs Gelände, trafen mich von Kopf bis Fuss und bewiesen, dass in Serien vieles überhöht dargestellt wird – nicht aber die Treffsicherheit von Kindern mit Lasergewehren!

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.