Mmmh, Mensch!

Wie romantisch: Drew Barrymore («50 First Dates») und Timothy Olyphant («Justified») in der neuen Serie «Santa Clarita Diet».

Samstagnachmittag, hinter mir in der Supermarktschlange steht ein Pärchen. Sie so: «Jetzt hast du doch das Schweinefleisch genommen? Die Viecher stehen uns Menschen genetisch viel zu nah!» Er so: «Aber ich mag Schweinswürste…» An der Nebenkasse streitet ein anderes Paar übers Fernsehprogramm. Er so: «Nicht schon wieder eine Romanze! Können wir nicht mal eine Actionserie schauen?»

Ich kaufe Poulet und denke: Diese Diskussion kommt mir bekannt vor. Schon x-mal geführt mit Herrn Serienjunkie Er will Explosionen, ich will Beziehungsdrama, Baby. Zum Glück gibt es jetzt «Santa Clarita Diet» (Netflix, 2017), die perfekte Serie für jeden Zuschauertyp:

Für Romantikliebhaber spielen sich Drew Barrymore («50 First Dates») und Timothy Olyphant («Justified») durch gute und schlechte Zeiten. Vor allem schlechte, denn das Immobilienhändlerpaar Sheila und Joel hat nicht nur mit der pubertierenden Tochter zu kämpfen.

Für Comedyfans haben die Drehbuchautoren überraschende Pointen auf Lager: «Ich bin bloss fünf Minuten weg und schon hast du dich mit meinem Essen angefreundet?»

Harr, harr, harr!

Oh, Moment! Diesen Witz schnallt man natürlich erst, wenn man weiss, dass…

… auf Action- und Gruselfans Zombies warten. Denn Sheila stirbt zum Auftakt der Serie und kehrt als Untote zurück. Fortan gilt es, die Ehefrau und Mutter mit Fleisch zu versorgen. Erst reicht es, sie mit Hackfleisch zu füttern, später muss Mensch auf den Teller. Doch Mensch muss erst einmal erlegt werden. Und enthaart, sonst würgt Sheila wieder ein Fellknäuel hoch.

Überhaupt wird viel gekotzt in dieser Serie, Blut spritzt, Knochen knacken. Und am Ende liegen sich Sheila und Joel in den Armen und beweisen, dass eine gute Beziehung alles aushält. Auch Kannibalismus. Wie romantisch!

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