Drohender Rückschritt ins Atomzeitalter

Drpht ein Rückschritt ins Atomzeitalter? Das Atomkraftwerk Leibstadt. (Keystone)

Der Grundsatz «safety first» droht in Vergessenheit zu geraten: Atomkraftwerk Leibstadt. (Keystone)

Morgen kommt es im Nationalrat zu einer entscheidenden energiepolitischen Debatte. Die grosse Frage ist: Bleibt das Parlament beim beschlossenen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie, oder erfolgt ein erster grosser Rückschritt ins Atomzeitalter?

Fast genau fünf Jahre nach der Katastrophe in Fukushima werden der beschlossene Atomausstieg und die Sicherheit der bestehenden Schweizer Atomkraftwerke nämlich frontal angegriffen. Nach dem Ständerat will auch eine Mehrheit der vorberatenden Kommission des Nationalrats nicht nur auf eine Laufzeitbeschränkung, sondern sogar auf ein Langzeitbetriebskonzept für die bestehenden Atomkraftwerke verzichten. Ein Langzeitbetriebskonzept verlangt einzig und allein, dass über 40-jährige Atomkraftwerke gewährleisten müssen, dass sie baulich und personell kein Sicherheitsrisiko darstellen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Die rechtsbürgerliche Mehrheit weicht nun mit Schützenhilfe von Bundesrätin Doris Leuthard von dem zentralen Grundsatz «safety first» ab und nimmt auf Druck der Atomlobby bewusst das Zusatzrisiko eines Atomunfalls in Kauf.

Die Schweiz kann nicht von heute auf morgen aus der Kernenergie aussteigen. Dafür ist der Anteil Atomstrom am heutigen Winterstrommix zu gross. Die Grünliberalen stehen deshalb seit jeher für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie. Das heisst keine neuen Atomkraftwerke in der Schweiz, aber ein Weiterbetrieb der bestehenden mit einer klar über den Auslegungsgrenzen liegenden Sicherheitsmarge. Das ermöglicht einen schrittweisen Übergang zu einer erneuerbaren Stromversorgung in der Schweiz. Nach dem Unfall in Fukushima sind auch der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments auf diesen pragmatischen Kurs eingeschwenkt.

Damit dieser schrittweise und sichere Atomausstieg kein Lippenbekenntnis bleibt, ist ein wirksames Langzeitbetriebskonzept für die bestehenden Atomkraftwerke ein Muss. Nur mit verstärkten Kompetenzen der Atomaufsicht können die neueren Atomkraftwerke Leibstadt und Gösgen nach dem Prinzip «safety first» bis zu 60 Jahre sicher weiterbetrieben werden. Alles andere ist schlicht unverantwortlich.

Die Grünliberalen sind im Rahmen der Energiestrategie im Sinn der Sache diverse Kompromisse eingegangen. Wir mussten akzeptieren, dass ein Übergang zu einem marktwirtschaftlichen Lenkungssystem vorerst nicht mehrheitsfähig ist. Nicht zuletzt deshalb, weil leider auch auf bürgerlicher Seite Subventionen meist attraktiver scheinen als die Schaffung von Kostenwahrheit. Die Kompromissbereitschaft hat aber dort ein Ende, wo es um die Sicherheit geht.

Falls der Nationalrat morgen sogar das reduzierte Langzeitbetriebskonzept streicht, wird eine Unterstützung der hängigen Atomausstiegsinitiative unumgänglich. Ich würde dies persönlich bedauern. Ich hoffe deshalb, dass sich die vernünftigen bürgerlichen Kräfte, insbesondere bei BDP und CVP, an ihre Versprechungen und diejenigen ihrer Bundesrätinnen erinnern. Machen wir morgen einen entscheidenden Schritt hin zu einem schrittweisen, aber sicheren Atomausstieg, und lassen wir die Dogmatiker links und rechts stehen.

80 Kommentare zu «Drohender Rückschritt ins Atomzeitalter»

  • Thomas Jobs sagt:

    1953 kommt ein Bericht im Spiegel nach Analysen in USA: „Atomstrom ist nicht konkurrenzfähig und müsse staatlich gefördert werden.“
    In Deutschland selber hiess es Anfang 50er: Die Industrie kann die AKW zu 100% selber finanzieren. Anfang 60er sagt DAtK: der Staat muss sich zu 1/3 beteiligen, was bei den Demo-AKW Gundremmingen, Lingen und Obrigheim noch klappte. Die Prototypen Schneller Brüter von Kalkar und THTR Hamm-Uentrop übernahm der Bund neun Zehntel der Investitionen und des Betriebsrisikos!
    1979 hielt man fest, dass Atomstrom gar nicht billig ist…
    Und dennoch wird uns der Atomstrom als billig, CO2-Neutral, sauber und sicher verkauft! Dabei sind wir ja nicht in der Lage, AKW über 20J. ohne grösseren Zwischenfall zu betreiben!
    Abschalten der Uralt-AKW, jetzt!

    • Kurt Leutenegger sagt:

      2017 wird China das 1. Thorium Kraftwerk in Bertrieb nehmen. In diesen Kraftwerken kann der angefallene Atommüll der AKW’s, der Medizin und der Forschung verbrannt, und die Strahlung von tausenden Jahren auf 300 Jahre reduziert werden. Zudem ist Thorium in allen Ländern dieser Erde im Überfluss vorhanden.
      Ich finde wir sollten die Zukunft nicht verbauen und zusehen wie die Chinesen diese neue ungefährliche Technologie meistern. Danach evtl. später auch solche Kraftwerke bauen um unseren Radioaktiven Abfall auf diese Weise entsorgen zu können.
      Die Industrie und wir braucht einen Energieträger der nicht auf Wetterbedingungen angewiesen ist.
      Wir sollten offen für alle Technologien, auch für die Zukünfigen, sein.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Kurt Leutenegger:
        Falsch: in China geht ein (weiterer) Prototyp in die nächste Runde der Thoriumkraftwerke! Eine Technologie, welche seit 60 Jahren international Erforscht wird und laut dem intl. Gremium in ca. 40 Jahren serienreif sein wird. DAS sind die Fakten.
        Und sowieso: 300 Jahre Strahlenmüll sind immer noch zu viele Generationen.
        Übrigens: wie soll dieses Teil denn heissen und wo steht er? Ist das der, welcher wegen den altbekannten Problemen erst 2020 fertig sein soll?

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    …. dass sie baulich und personell kein Sicherheitsrisiko darstellen …. Das wird es nie geben ! Ein Restrisiko wird immer bleiben. Ein Zug kann im Gotthard-Basistunnel Feuer fangen und es ersticken hunderte. Es ist unmöglich das 100% auszuschliessen.
    Es ist aber richtig „savety first“ vor Profit zu stellen. Wenn aber der Betreiber eines AKW’s verpflichtet wird, bei einer Abschaltung die Energie gleichwertig anders zu erzeugen, wird er immer besser fahren, das abgeschrieben AKW weiter zu betreiben und die verlangten Sicherheitsmassnahmen zu bezahlen. Die Betreiber brauchen dabei aber langfristige Planbarkeit.
    Warum haben denn die AKW-Gegner Bedenken, dass über die Ausstiegsinitaive abgestimmt wird ? Man möchte endlich irgendwie zur Energiewende abstimmen können.

  • Rolf Rothacher sagt:

    426 Atomkraftwerke sind derzeit weltweit am Netz. Weitere 66 Reaktoren sind im Bau und 158 Kraftwerke in Planung.
    Selbst Japan baut derzeit an 3 Atomkraftwerken und plant 9 weitere.
    Wer behauptet, die Atomkraft sei ein Auslauf-Modell, der lügt.
    Nur Deutschland und die Schweiz haben den Atomausstieg beschlossen. Alternativen zur Atomkraft (Band-Energie) sind Flusskraftwerke, Kohle, Erdgas, Biogas, Geothermie.
    Bundesrätin Leuthardt will weiterhin mit der unsteten Windkraft Band-Energie ersetzen. Das ist realitätsfremd. Und Solaranlagen produzieren im Sommer 7x soviel Strom wie im Winter. Doch im Sommer haben wir über das Schmelzwasser längst zu viel Strom, können alle Atomkraftwerke gleichzeitig abschalten! In der Energie-Politik von Bund/Parlament fehlt jeglicher Realitätssinn.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Rolf Rothacher:
      und wer ganz genau hinschaut, der erkennt, dass diese tw. seit 1972 im Bau sind! Alleine 10 haben einen Baubeginn vor 2005!
      Dazu kommt bei den als so toll gepriesenen AKW eine Kostenüberschreitung von mehr als dem Dreifachen besteht.
      I, AUS und A sind gar nicht erst in die unrentablen AKW eingestiegen! Und wer genau hinschaut, der merkt, dass nicht nur D und CH am aussteigen sind…
      Über die Möglichkeit der Speicherung haben sie auch noch nie etwas gelesen? Alleine D hat eine EE-Gasspeicherkapazität von 720 PetaJ!
      Bringen sie mir Endlager (Weltweit NULL vorhanden) und eine Risikoversicherung und dann urteilen sie noch einmal mit billigen Atomstrom. Ein Google nach „Yellow Cake“, Wismut (D) und Dounreay…

      • Hofstetter Josef sagt:

        Thomas Jobs; Wir vergessen, dass Deutschland durch das erzwungenen Abschalten der Kernkraftwerke die für Sie „sauberen“ Kohle.kraftwerke vermehrt einsetzen musste. Auch die Windkraftwerke hauptsächlich in der Ostsee und über das ganze Land verteilt können nur existieren, dank Riesensubventionen. Woher nimmt Deutschland die fehlende Energie, ja aus Zukauf bei Kernkraftwerken. Sie wissen doch auch, dass Deutschland, durch den Ausstieg, auch einer der grossen Umweltverschmutzer ist.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Hofstetter Josef:
          ja, die alte Mähr vom Kohlestrom in D; egal wie viel man diese noch wiederholt, es wird nicht wahrer!
          Die Stromkonzerne in D haben zusammen mit den Gewerkschaften für langfristige Knüppelverträge gemacht und aus diesen sofort auszusteigen wäre ein ökonomischer Unsinn.
          Ihre Riesensubventionen sind verbrauchsgerechte Umlagerungen. Nur der Atomstrom wird über den allgemeinen Steuertopf subventioniert!
          Das Stromhandelssaldo von D betrug 2015 50,1TWh. Aha, Herr Hofstettler!

    • Emil Eugster sagt:

      Wie viele diese im Bau und Planung befindlichen Reaktoren je in Betrieb gehen steht noch in den Sternen. Was aber sicher ist, ist dass, auch wenn alle diese Reaktoren gebaut werden, bis dann 1. mehr Reaktoren abgeschaltet sein werden und 2. mehr je PV, Wind und Wasserkraft gebaut worden sein wird..
      Sagen sie noch kurz, wie viele dieser Reaktoren ohne staatliche Förderung, also rein Privat finanziert gebaut werden.

  • Stephan Huber sagt:

    Ich bin dafür, die Option modernerer Reaktordesigns mit höheren Sicherheitsstandards nicht einfach aus Panik oder ideologischen Prinzipien ganz aus den Erwägungen über unsere Energiezukunft auszuschliessen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Stephan Huber:
      welche Designs denn? EPR mit massiver Kosten- und Bauzeitüberschreitung? Schneller Brüter, welcher aus dem Prototypenstadium nie herauskam? Oder die Thoriumreaktoren, welche als Astroturfing gehandelt werden? Oder die Flüssigsalzreaktoren, welche jede Legierung „auffressen“?
      Und was machen wir mit dem Abfall? Ins Meer kippen, wie auch schon?

    • Hannes Müller sagt:

      Kugelhaufen heisst das sichere Konzept. Die schalten physikalisch bedingt ab, wenn die Temperatur aus dem Betriebsfenster hinausläuft. Der Abfall hat eine Halbwertszeit von ca 150 Jahren.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Hannes Müller:
        ich sag nur: Schneller Brüter von Kalkar und THTR Hamm-Uentrop! Milliardengräber bis heute…

        • Hannes Müller sagt:

          Ich sage nur: Flughafen Berlin. Wollen Sie daraus schliessen, dass man keine Flughäfen mehr bauen soll?

          Ich sage nur: Unterseekabel. Das erste atlantische Unterseekabel war eine Investitionsruine. Wollen Sie damit sagen, dass man nie nach Amerika telefonieren kann?

          Ich sage nur: Lilienthal. wollen Sie damit sagen, dass man aufhören soll Flugzeuge zu bauen?

          Kalkar scheiterte an der Politik, nicht an der Technik. Und eine Kugelhaufentechnologie war es auch nicht.

          Was wollen Sie also sagen?

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Hannes Müller:
            sorry, aber der Vergleich ist dämlich!
            Ein unsicheres AKW mit einem Flughafen vergleichen? Oder mit dem Flugzeugbau?
            Was passiert bei einem „Flughafen-GAU“? Ein paar Passagiere tot! Und bei einem Atom-GAU? Aha!
            Rückbau und Endlagerung bezahlt wer?

  • Ruedi meier sagt:

    Lenkungsabgaben sollen auf dem bereits eingeführten CO2-Gesetz weiter ausgebaut werden. Schrittweise Erhöhung der Ansätze, Einbezug des Stroms und der Treibstoffe bei voller Rückerstattung an die Wirtschaft und Bevölkerung. Dazu braucht es keinen neuen Verfassungsartikel.

  • Hofstetter Josef sagt:

    Von Martin Bäumle wünsche ich, dass er in Zukunft schweigt, besonders über Themen, von denen er nichts versteht. Als Staatsangestellter hat er scheinbar wenig Ahnung wo, weshalb und warum wir auf eine sichere Kernenergie angewiesen sind. Nur mit Wasserkraft und Kernenergie haben wir die Möglichkeit unseren Bedarf zu decken, wobei wir auch an das Jahr 2015 zurück denken müssen, wo die Stauseen zuwenig gefüllt werden konnten. Das Wetter können wir nicht beeinflussen und somit sind weder Wind- noch Sonnenenergie sichere Energiequellen und können zudem nur einen sehr geringen Bedarf decken. Wenn die Subventionen bei diesen beiden Energien nicht so beträchtlich laufen würden, dann würde niemand diese Investitionen tätigen, denn auch nach vielen Jahren würde sich diese Investition nicht lohnen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Hofstetter Josef:
      und wer sich nicht richtig über die EE informiert hat, der sollte einen Polikiker zum Schweigen bringen zu wollen…!
      Informieren sie sich zuerst über die Subventionen im AKW-Bereich! Alleine D hat Atomstrom für über >200Mia.€ subventioniert. Die Dauersubvention läuft mit 4.3€Cent/kWh auch noch weiter…
      EEG und KEV hingegen sind verbrauchsabhängige Gelder, welche wiederum den EE zu gute kommen, also nicht aus dem allgemeinen Steuertopf kommen.
      Übrigens: die Endlagerung und den Rückbau bezahlen wir bis jetzt auch zu einem grossen Teil aus dem allgemeinen Steuertopf; so viel zum Zitat:
      Wenn die Subventionen bei diesen beiden Energien nicht so beträchtlich laufen würden, dann würde niemand diese Investitionen tätigen…

      • Hofstetter Josef sagt:

        Thomas Jobs: Sie schreiben von Deutschland und der Suventionierung der Kernenergie. Ich glaube Sie haben überhaupt keine Ahnung., Befassen Sie sich doch einmal, welche Milliardensummen es Deutschland durch den verfehlten Ausstieg aus der Kernenergie kostet. Wo haben Sie eine Sicherheit der Stromversorgung für die Wirtschaft? Ich glaube, Herr Jobs, dass ich mich doch schon einige Jahre länger mit der sicheren Kernenergie befasse. Leider haben wir Politiker, welche eine Weiterentwicklung seit Jahren verhindern. Angst wird geschürt, welche absolut nicht berechtigt ist. Sie können weder Tschernobyl noch Fukushima mit den heutigen Kernkraftwerken vergleichen. Ich bin zudem überzeugt, dass die heutigen noch anfallenden Abfälle, in einigen Jahren weiter verarbeitet werden können.

        • Emil Eugster sagt:

          Herr Hofstetter sie haben sichere Kernkrafttechnik? Billig auch noch?
          Sammeln sie private Investoren und bauen sie einige Kraftwerke. Es gibt genug Länder, die sehr gerne billige und sichere Reaktoren bauen würden.

        • Paul Levi sagt:

          Sie sind überzeugt, dass die anfallende Abfälle weiter verarbeitet werden können. Sie meinen sicher die Transmutation. Das ist ein Witz! Diese Technik steht noch ganz am Anfang und es steht völlig in den Sternen ob und wie das jemals funktionieren wird. Was ein sehr grosses Problem ist, sind die Risiken und die Heterogenität der Abfälle. Oder würden Sie neben so einer Anlage wohnen wollen? Da Sicherheit teuer ist, ist es auch fraglich, ob sich das jemals rechnen wird.
          Sie überlassen unsere Probleme den nachfolgenden Generationen mit einer vagen Hoffnung, dass die Technick irgendwann mal soweit sein wird.

      • Sepp Huber sagt:

        Die deutsche Kernenergie wurde von 1956-2010 mit staatlichen Förderungen von genau 17,2 Mrd Euro gefördert. Davon entfallen
        7,83 Mrd. auf Leichtwasserreakrortechnik,
        3,57 Mrd auf Schnelle Brütertechnik,
        2,39 Mrd auf Hochtemperaturreaktortechnik und 3,41 Mrd auf Kernfusion
        (Zahlen des Forschungsministeriums)
        Bau und Betrieb der deutschen Kernkraftwerke wurde zu keinem Zeitpunkt subventioniert.
        Der Betrieb der deutschen Kernkraftwerke hat der deutschen Volkswirtschaft bis 2010 im Minimum 90 Mrd. Euro eingespart und würde noch einmal 270 Mrd. Euro einsparen wenn 60 Betriebsjahre ausgeschöpft würden.
        Die o. g. 200 Mrd. Subventionen werden immer wieder von grünen Organisationen behauptet und entbehren jeder Grundlage. Der Rückbau aller KKW ist über Rücklagen der Betreiber gedeckt.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Hofstetter Josef:
          @ Sepp Huber:
          ja, das Märchen hat mir schon mancher Atomjünger aufbinden wollen, aber sie dürfen gerne nachgooglen und mitrechnen:
          Das DIW hielt im Auftrag des BMUB (!) 2007 fest: die realen Ausgaben des Bundes für Atomenergie im Zeitraum von 1956 bis 2007 der öffentlichen Ausgaben für die Atomenergie betrugen kumuliert €53,8Mia. und da reden wir nur von kommunizierten Zahlen, die Dunkelziffer ist also wesentlich höher!
          Steuervergünstigung pro kWh im Durschschnitt 4.5€Cent was ca. €100Mia. ausmacht.
          Dazu kommen noch die Rückbaukosten aller Versuchskraftwerke, die Sanierung der Wismut und der DDR-AKW, Sanierung Asse und Morsleben, die Kosten der Endlagersuche und alle Gelder für die intl. Forschung (Euratom etc.)!

        • Emil Eugster sagt:

          Stichworte Asse und Wismut kosten alleine mindestens 17 Milliarden Euro.
          Indem sie alle Rückbau- und Lagerkosten, usw., die der Steuerzahler zu berappen hat, ausblenden verraten sie sich Frau Maria Baumann.
          Wird für solche PR immer noch Geld bezahlt?

        • Hannes Müller sagt:

          Na, dann sind die 20 Mia pro Jahr für Alternativenergien ja ein Klacks. Zusatzleitungen und Backup noch nicht mal gerechnet.

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Hanner Müller:
            sie haben recht: die Kosten für die Trassen, welche man zu den bis dato unbebauten Reaktorstandorten bauen musste sind da noch zusätzlich zu berechnen!
            Kommt dazu, dass eben genau diese Konzerne die Trassen verlottern liessen, was sich in div. kleineren und grösseren Blackouts wiederspiegelte.
            Das Versäumte muss nun wiederum aus dem Steuertopf nachgeholt werden, aber wenigstens macht man es nun auf dem Stand der Technik!

    • Max Oppliger sagt:

      Erstens ist Bäumle keine Staatangestellter und immerhin hat er eine naturwissenschaftliche Ausbildung. Zweitens empfehle ich Ihnen einmal unter Energieträger Deutschland und zu den angeblich neuen KK-Technologien etwas genauer zu recherchieren. Die KK ist und bleibt ein hochriskanter Irrläufer auch wenn es Ihnen und der SVP nicht gefällt. Ich war übrigens bereits 1988 u.a. in Japan wegen PV. Die Anhänger von veralteten Technologien werden einfach von der Entwicklung überholt. Man muss bloss auf die Dächer und in den Himmel schauen.

  • Stefan Egger sagt:

    Sollen Sie doch versuchen, ein neues AKW zu bauen, dann werden sie sehen, was Zivilgesellschaft wirklich bedeutet. Dann werden noch beträchtlich mehr Leute aus ihrem Wohlstandsschlaf aufwachen als letzten Sonntag.

    • Nicole Zehnder sagt:

      Die Zivilgesellschaft, die nonstop auf sozialen Medien ist, die natürlich ohne Strom funktionieren, ebenso wie die schicken E-Autöli und E-Velöli unserer Lifestyle-Grünen … Flatterstrom aus Sonne und Wind kann nun mal keinen Bandstrom aus thermischen KW ersetzen. Für jede kWh Flatterstrom muss eine ebenso grosse Reserve an Strom aus konventioneller Produktion bereitstehen, sonst wirds schnell dunkel und still. Abgesehen davon ist Windstromproduktion in der Schweiz nichts als ein Witz. Folglich bleibt nur der Stromimport – mindestens solange die Nachbarn Überschuss produzieren. Sonst wirds eng und sauteuer.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Nicole Zehnder:
        immer die selbe Mähr vom Backup für EE-Strom! Ich wusste nicht, dass AKW und Kohlekraftwerke Backup haben oder fallen diese nie aus?
        Der einzige Strom welcher flattert, ist der Nervenstrom in ihren Augenlider, wenn sie die effektiven Stromkosten der AKW als reale Zahlen vorgesetzt bekommen würden!

      • Max Oppliger sagt:

        Haben Sie schon einmal etws von Öl-, Gas- und Uranimporten gehört. Das nur zu unserer enormen Unabhängigkeit. Wie war das doch kürzlich als alle CH-AKW’s gleichzeitig abgeschaltet waren. Haben Sie da geflattert? Ja Deutschland macht es vor uns F will in den nächsten Jahren eine grosse Anzahl AKW’s abschalten.

    • Rüdiger sagt:

      Heute einen schönen Kommentar über die sogenannte Zivilgesellschaft gelesen von Augstein im Spiegel. Lächerlich und beängstigend (zumindest in DE)…Think about it

  • linus sagt:

    Nur wenn bei der Sicherheit keine Abstriche gemacht werden, kann man sich damit abfinden, dass die Atomkraftwerke weiter Strom produzieren. Aber machen wir uns nichts vor, ein Unfall bleibt NIE ausgeschlossen.
    Wir konnten von der Atomenergie profitieren. Ein Störfall ist zum Glück ausgeblieben. Aber jetzt haben wir Möglichkeiten, neue Stromquellen zu erschliessen. Neue Technologien einzusetzen.
    Auch diese Art von Stromerzeugung hat Nachteile. Verursacht kurzfristig höhere Kosten. Produziert Sonderabfall. Ist noch nicht ausgereift. Der grösste Vorteil aber ist bestechend! Bei einem Unfall wird nicht die halbe Schweiz zerstört.
    Innovation und technologische Meisterleistungen waren im letzten Jahrhundert der Motor der Schweiz. Nun bietet sich eine neue Möglichkeit. Packen wir sie.

  • Peter Wermelinger sagt:

    Es müssten neue AKWs nach neuestem Standard gebaut, und alte peu à peu aus dem Verkehr gezogen werden. Lieber 2-3 Kühltürme als die Landschaften zusätzlich verschandelt mit weiteren Stauseen und Windrädern. Alternativenergie ja, wenn es um Solarpannels handelt auf bestehenden Gebäuden, sicher nicht auf unbebauten Flächen.
    Somit soll der Beschluss zum Atomausstieg aufgehoben und wir zurück ins moderne Atomzeitalter gehen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Peter Wermelinger:
      und wer soll das bezahlen? Und wo lagern wir den Atommüll? Wo gehen wir nach einem GAU wohnen? Hallo???

    • Rein Bauer sagt:

      1) Kuhltürme verschandeln also die Umwelt nicht?
      Auch nicht die Dampffahnen, die gemäss Experten nur an max. 52 Tagen hätten sichtbar sein sollen?
      2) Modernes Atomzeitalter – z.B. EPR?
      – Flamanville3: Risse im Druckbehälter
      – Olkiluoto3: Fertigstellung ev. 2018 statt 2009

    • Christoph Bögli sagt:

      Neubauten sind doch in Ländern wie der Schweiz gar nicht mehr realisierbar, politisch wie ökonomisch. Alleine Standordsuche und Sicherheitskonzepte dürften Unsummen verschlingen, der Bau sowieso und der Betrieb inkl. Versicherungskosten ist hinterher auch nie rentabel. Will heissen: Ein Neubau gelänge höchstens mit Milliardensubventionen aus Steuergeldern, immer mit dem Risiko, dass das Projekt nie fertig gestellt oder bis dann obsolet ist.

      Und punkto „aus dem Verkehr ziehen“: Die Stromkonzerne haben ja nicht mal die Rücklagen und Pläne, um ihre heutigen AKWs angemessen zu neutralisieren. Alleine das seit Jahrzehnten fehlende Endlager ist ein riesiges Fragezeichen. Unter den Bedingungen einen Neubau anzustreben, ist grotesk.

  • Emil Wirz sagt:

    Der Rechtsrutsch bei den Oktoberwahlen ist wohl u.a. auch darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung mehrheitlich dem Ausstiegseifer von links und grün misstraut: Lieber Kontinuität als Ausstieg ins Nichts. DAS wäre dann ein Rückschritt. Die deutlich gestiegenen Strompreise wegen wenigen Prozent Alternativstrom haben die Konsumenten nachhaltig verunsichert.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Emil Wirz:
      berechnen sie die Subventionen, welche wir für den Atomstrom versteckt berappen dürfen und urteilen sie dann neu! In D z.B. beträgt diese Subvention immer noch 4.5€Cent/kWh.

    • Franz Kaufmann sagt:

      Für den „Rechtsrutsch“ gibt es einen Hauptgrund: die Hauptsorge der Schweizer -> Arbeitsplatzverlust

    • Christoph Bögli sagt:

      Der „Rechtsrutsch“ (wohl eher Rechtsrütschchen) war primär angetrieben von irgendwelchen diffusen Ängsten vor „Überfremdung“ und gemeint als „Zeichen“. Gerade bei Themen wie Umwelt und Energie werden aber in den nächsten vier Jahren wohl so einige realisieren, was sie der Schweiz damit eingebrockt haben, gerade mit der FDP und SVP den klassischen Polit-Filz aus Industrie-, Bauern- und Energiekonzern-Lobbyisten gestärkt zu haben. Man darf also erwarten, dass das Pendel bis dann wieder zurückschlägt..

  • Heini Glauser sagt:

    Martin Bäumle reicht den Atombefürwortern die Hand zu einem Kompromiss, bei dem alle ihr Gesicht wahren können. Obwohl auch ein Langzeitbetriebskonzept Schwachstellen bei den Sicherheitsfragen hat, insbesondere wenn es nur von Betreibern und ENSI beurteilt wird, ist es ein Minimalelement für ein bisschen mehr Sicherheit.
    Es ist purer Zynismus, dass genau zur Zeit des 5-jährigen Jahrestages der Fukushima-Atom-Katastrophe, auf ein solches Instrument verzichtet werden soll, das das Risiko ähnlicher Katastrophen ein bisschen reduzieren könnte. Offensichtlich trauen die Atombefürworter den AKW das Erfüllen von mehr Sicherheit nicht zu.
    Gut ist dabei einzig, dass die bürgerlichen Atomhardliner, Martin Bäumle dazu drängen, die Initiative für einen geordneten Atomausstieg zu unterstützen.

  • Bernhard Piller sagt:

    Jedes Land nutzt die Kernenergie. Entweder die im eigenen Lande produzierte oder die im Ausland. Die weltweite Leistung der Kernenergie beträgt etwa 2400 mal Gösgen. Wenn diese Quelle verschwindet, dann versinkt die Welt unter dem Meeresspiegel wegen den CO2 Emissionen.
    Die KKW’s im eigenen Land abstellen ist so sinnvoll wie im Ausland tanken.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Bernhard Piller:
      was ist denn das für eine abstruse Rechnung: entweder AKW oder Fossile? Ah, und die EE lassen wir weg?

      • Bernhard Piller sagt:

        Wind und Sonnenenergie können nur Zugemüse sein. Sie liefern Strom, wenn das Wetter will und nicht wenn der Verbraucher ihn benötigt.
        Bereits heute wird Solarstrom in Deutschland verbrannt, wenn die Sonne schein und der Wind weht.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Bernhard Piller:
          Quatsch! Dafür kann man den Strom speichern, bzw. die schon existierenden Transeuropäischen Trassen verwenden!
          D hat ein anderes Problem (andere Länder auch): uralte Trassen, welche seit Jahren marode sind! Diemüssten schon lange ausgebaut sein, aber zuerst stellte sich die Stromlobby quer und nund die Anwohner…

        • R. Schönholzer sagt:

          Tatsächlich erhöhen die fossilen Kraftwerke in Deutschland am Tag ihre Stromproduktion auch bei hoher Solarstromproduktion, weil der Strombedarf am Tag trotz künstlich billigem Nachttarif wesentlich höher ist. (Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland).

          • Thomas Jobs sagt:

            @ R. Schönholzer:
            logisch, denn so steht es in den Knüppelverträgen, welche die Strombarone abgeschlossen haben! Anstatt verbraucht zu werden, exportiert man es billig und kassiert erst noch Subventionen! So gewinnt man gleich mehrfach…

  • werner boss sagt:

    Und die Diskussionen drehen sich seit Jahren im Kreis herum, jeder weiss es besser, niemand weiss aber wie es weitergehen soll. Nur die Bevölkerung nimmt munter zu und alle rufen nach Mobilität und Arbeitsplätzen, was die einen an Energie einsparen, verbrauchen die anderen gleich mehrfach! Unser Bundeshaus kommt oft dem Turm zu Babel sehr nahe!

  • G. Ziegler sagt:

    – Raubbau an der Natur und Umweltverschmutzung in höchstem Grade bei der Rohstoffgewinnung für AKW’s.
    – Keine auch nur im Ansatz passable Lösung bezüglich Endlagerung und dessen Kosten in Sicht
    – Sicherheitsrisiko bleibt auch bei neuesten Anlagen bestehen mit entsprechenden Auswirkungen bei einem Gau
    – Kostenlüge bei AKW-Neubau sowie -Rückbau

    Und unsere rechtsbürgerliche Regierung will nun wieder auf diese „Nach-mir-die-Sintflut-Energie“ setzen. Soll verstehen wer will…

  • gabi bossert sagt:

    Die Angst sind die immensen Summen eines Rückbaus. Weder der Steuerzahler, noch die Betreiber sind bereit, für die Konsequenzen dieser höchst brisant gefährlichen Energieversorgung gerade zu stehen. Bereits vor 20 Jahren wurde klar, dass die Lüge des CO2 armen Energieträgers nicht stimmt, denn die Entstehungskosten werden ignoriert. Jahrzehnte lang günstig Strom verpulvern, denn eine Wahrheitsgetreue Rechnung bietet kein Betreiber an. Jedes AKW ist ein Risikofaktor, mit verheerend, nicht wieder gut zu machenden Folgen. Generationen werden für unsere Fahrlässigkeit bestraft werden, selbst das kümmert die AKW Befürworter nicht. Solch alten Meiler noch mit einem Sicherheitsprädikat ausrüsten zu wollen, ist doch wirklich jenseits jeder Verantwortung.

    • Christoph Bögli sagt:

      Genau. Deshalb auch die panische Angst bei AKW-Betreibern wie AKW-Freunden in der Politik vor einem konkreten Ausstieg, denn spätestens wenn es um die Umsetzung geht wird der Offenbarungseid kommen. In Deutschland ist dies schon ersichtlich, wo der Staat letztlich auf Abermilliarden von Kosten des Rückbaus sitzen bleiben wird. In der Schweiz dürfte es nicht anders aussehen, weshalb man halt verzweifelt versucht, den Tag der Wahrheit so weit wie möglich in die ferne Zukunft zu verschieben.

      • Bernhard Piller sagt:

        Hätten die Stromkonzerne z.B Ihren Tarif verdoppelt, wäre genügend Geld in der Kasse. Sie und die anderen Konsumenten waren hauptsächlich Nutzniesser der tiefen Preise.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Bernhard Piller:
          der Strompreis für Atomstrom ist sowieso höher, nur wird er mittels Steuern vergünstigt…!

      • Max Oppliger sagt:

        In Deitschland hat sich vor Jahren eine breit abgestützte Ethikkommission mit Industrievertretern, Umweltschützern, Ethikern, , dem Klerus u.a. während Wochen sehr intensiv, kontrpvers und auch sehr kompetent mit den Fargen der Wende auseinandergesetzt. Bei uns werden die Fragen im Parlament von Amateuren diskutiert. Die meisten haben keine blasse Ahnung von Technik. M. Somm von der BAZ, ein Historiker, redet auch oft wie ein selbsternannter Experte. Ein groteskes Trauerspiel, vornehmlich der Ewiggestrigen.

  • Luzia Keller sagt:

    Der Zeitpunkt der Kostenwahrheit ist unumgänglich und mit nichts klein zu reden. Die verpulverten Subventionen in Atomstrom sind schnellstmöglich zu unterbinden und damit Solar-/Wind- und Wasserenergie zu subventionieren. Was soll denn diese Verzögerungstaktik bis zum Supergautag X?! Es darf nicht länger Vogel-Straus-Politik aus Bern betrieben werden auf Kosten nachfolgender Generationen, welche uns das Fell über die Ohren ziehen werden! Hört doch endlich auf mit diesem Unsinn und fangt an, Verantwortung zu übernehmen mit weitsichtiger Energieversorgung und Schaffung neuer Arbeitsplätze! Wer das negiert, google doch mal Dänemark und was dieses Land sich auf die Energiefahne geschrieben hat. Das lässt selbst Kritiker staunend zurück. Und wie schaffen das Länder wie Österreich OHNE AKW?

  • Bernhard Piller sagt:

    Oesterreich bezieht weniger als 6% des Gesamtstromes aus Wind und Sonne.
    Raten Sie mal, woher der Rest kommt!

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Bernhard Piller:
      nicht raten, nachsehen (Wikipedia) 2013:
      Wasserkraft 68,13%, Feste oder flüssige Biomasse 3,70%, Windenergie 5,34%, Sonnenenergie 0,43%, Biogas 0,93%, Deponie- und Klärgas 0,05%, Erdgas 9,25%, Erdöl und dessen Produkte 0,01%, Kohle 5,09%, Bekannte sonstige Energieträger 0,27%, rechn. Zuordnung fossile Energieträger 4,22%, rechn. Zuordnung Nuklearenergie 2,55%, rechn. Zuordnung Sonstige Primärenergieträger 0,03%
      .
      macht 78.58% EE! Was wollten sie nun mit ihrem Post genau aussagen?

  • Werner Aebischer sagt:

    Ich finde den „Rückschritt ins Atomzeitalter“ vorallem aus Finanzgründen auch nicht mehr sinnvoll. Gleichzeitig ist erwähnenswert, dass die Sterbefälle und Gesundheits- und Umweltschäden infolge Einsatz von fossilen Energieträger millionenfach höher sind als beim „Atomstrom“. Deshalb schlage ich für die Schweiz vor, dass der gesamte Energiebedarf (Elektro, Wärme und Mobilität) durch einheimische, fossilfreie Energieproduktion gedeckt werden muss. Aufgrund des heutigen Technologiestandes ist dies möglich und die Betriebskosten würden infolge Kosteneinsparungen für Erdoel/Gas-Produkte tragbar.
    Werner Aebischer Energieconsult.ch 3303 Münchringen

  • mp sagt:

    Es ist das Zeitalter der Hysterie und Technikfeindlichkeit. In Fukushima ist nicht ein einziger Mensch an Strahlungsschäden gestorben. Professionelle Impertinenz von grünen Stimmungsmachern beherrscht die Szene. Überall nur Verlautbarungen von Minderheiten die Mehrheiten vor sich hertreiben. Vernunft und Technik werden zu Gegnern erklärt. Gentechnik, Atomkraft, an sich eine sich dauernd verbessernde Technik, die die Zukunft der Menschheit sichert, werden vernachlässigt und gestört. Gut dass noch ein paar Institute und Firmen weitermachen und uns voranbringen! Wartet mal bis die Demokratie noch mehr Unterstützer bekommt, die keine Entwicklung im Diesseits mehr anstreben!

    • Thomas Jobs sagt:

      @ mp:
      erhöhte Krebsrate bei Menschen und besonders bei Kindern, Suizide wegen der Zwangsumsiedlung, mehr Zysten und Knoten, usw.! Direkte Tote gab es vielleicht nicht, aber hunderte siechen langsam dahin! Ist das besser? Und nur weil der oder die gute mp es nicht in der Zeitung liest (oder lesen will), heisst das noch lange nichts. Die Japaner sind für ihre grenzenlose Loyalität bekannt und darum ist es ein Leichtes, alles fein säuberlich unter den Teppich zu kehren!
      Oder anders ausgedrückt: die professionelle Arroganz und Ignoranz der ewiggestrigen Atomjünger!

  • Sacha Meier sagt:

    Atomstrom aus kritischen Fissionskraftwerken beinhaltet inhärente Risiken, die in dichtbesiedelten Gebieten nicht hingenommen werden sollten. Niemand fällt es schliesslich ein, inmitten eines 1 Mio m³-Tanks, der mit einem Propan-Luft-Gemisch gefüllt ist, einen Verbrennungsmotor betreiben zu wollen. Das kleinste Problem – und der Tank flöge in die Luft. Moderne Fusionstechnologien will weder der Bürger noch der Politiker, weil er ihre Wirkungswise nicht versteht und schon gar nicht die Anbieter von fossilen oder erneuerbaren Energien, weil das ihr Geschäft ruiniert. Unsere Atmosphäre und Klima können wir ohnehin abschreiben. Damit wäre es sinnvoll, auf kohleunterstützte und gasgeregelte Erneuerbare zu setzen. Kohle hält bekanntlich noch für mindestens 450 Jahre.

  • Hansli sagt:

    Ich halte die Abstimmung ob ja oder nein für völlig irrelevant. Kein Privater investiert auch nur einen Franken in die massiven Verlustlöcher. Die Atomkraft ist ökonomisch gesehen tot.

  • Walter Wildi sagt:

    Lieber Herr Bäumle,

    Die Frage ist nicht mehr politischer, sondern wirtschaftlicher Art: warten wir noch ein Jahr ab, und die Sache ist vom Tisch! (Mit einem grossen Fragezeichen bzgl. Sicherheit während dem Rückbau und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle). Ob und was unser Parlament heute noch beschliesst, wird nichts mehr an den Fakten ändern.

  • Xavier Weiss sagt:

    Es sind bekanntlich vor allem bürgerliche Kreise an der weiteren Nutzung der Kernkraft interessiert. Dieselben Kreise preisen die Marktwirtschaft als zuverlässiges Instrument der Preisbildung. Würden aber die Risiken der Kernkraftwerke – Risikosummen von Unfällen, Rückbau und Endlagerung übertreffen die Rückstellungen der Betreiber um ein Vielfaches – nicht auf den Staat und auf zukünftige Generationen überwälzt, so müssten diese, auch im Interesse der Kostentransparenz, zu marktwirtschaftlichen Bedingungen von Versicherungen (internationalen Versicherungspools) über eine Prämie zulasten der Betreiber versichert werden. Dabei rechnete sich die jährliche Prämie durch Multiplikation der Schadenssumme mit deren Eintrittswahrscheinlichkeit. – Das rasche Ende der Mär vom billigen Atomstrom!

  • Hans Burri sagt:

    Es spielt doch langsam gar keine Rolle mehr ob man für oder gegen Kernenergie ist. Entscheidend ist viel mehr die Tatsache, dass die 40 % Strom aus KKWs mit PV und bei uns ungeeigneter Windkraft nie und nimmer innert vernünftiger Zeit zu ersetzen wären. Der wirtschaftliche GAU würde hingegen eintreten, wenn die Schweiz die Ausstiegsinitiative der Grünen annehmen würde. Dann wären wir ständig mit Stromlücken konfrontiert.

  • Thomas Jobs sagt:

    @ Hans Burri:
    Reichen 34J. nicht? Den Märchen von Herrn Blaser nach nicht! Glauben wir denen, welche ihr Sold nicht von der Atomlobby erhalten geht es!
    Im Zusammenhang mit den beiden INES7-Ereignissen wurde behauptet: die UDSSR und die J sind unfähig, in einem Hochtechnologieland wie D, F und der CH passiert das nicht. Was wurde 2014 in Fessenheim vertuscht? Ein zum Glück noch knapp glimpflich verlaufener grosser Zwischenfall! Wasser eingedrungen, Kurzschluss, ein ganzer Sicherheitsstrang ausgefallen, Steuerstäbe reagieren nicht mehr. Herr Burri, ein Hochtechnologieland wie die USA, UDSSR und J ein GAU noch knapp abwenden können; kann das das Hochtechnologieland CH auch? Oder knallts?
    Nur so zur Info: Areva bauen und betreiben weltweit mehrere AKW. Nochmals analysieren Herr Burri!

  • Hans Burri sagt:

    @Jobs. Aus Ihren Beiträgen kann man entnehmen, dass Sie einiges Wissen im Energiebereich mitbringen. Das Problem mit Ihnen ist meist, dass Sie oft falsche Schlüsse ziehen, weil Sie bestimmte Zusammenhänge nicht richtig einschätzen können, vor allem nicht solche langfristiger Art. Auch Sie schwimmen halt einfach mit dem mainstream wie die meisten hier. Interessant, dass Sie die UdSSR bzw. Russland als High Tech Land einstufen. Sie kennen hoffentlich auch die Hintergründe im Detail, welche zu den Unfällen in Tschernobyl und Fukushima geführt haben. Ich kenne die Branche in Japan aus eigener Erfahrung. In der Zusammenfassung kann man japanisches Denken nicht besser beschreiben als Im Tagi vom 29.1.16. Auch das ENSI geht aus technischer Sicht darauf ein. Was genau soll ich denn analysieren ?

  • Hans Burri sagt:

    @Jobs. Ich möchte hier nicht auf Kernenergie eingehen. Ich stelle nur fest, dass ein Atomausstieg nicht gleichbedeutend mit einer EW ist und schon gar nicht zur heutigen Versorgungsicherheit mehr führen wird. Naturgesetze und Physik werden auch in 34 Jahren noch die gleichen sein wie heute. Aussagen von Prof. Blaser sollten Sie zum Nennwert nehmen. Sie sollten also nicht Ideologen, Traumtänzern und Subventionsjägern glauben. Man kann einen Erfolg der Energiewende ausgehend von falschen Annahmen und Entscheiden nicht herbeizwingen. Wirklich schlimm in dieser unheilvollen Entwicklung ist etwas ganz anderes. Viele Fachleute der Branche äusser ihre Ablehnung der EW seit langem nicht mehr öffentlich. Sie verleugnen sich ihrem job zuliebe (zB VSE) und haben ihren verpassten Maulkorb akzeptiert.

    • Thomas Jobs sagt:

      Hans Burri (Teil2):
      Nein, ein Beweis, dass KEINER WELTWEIT diese Technologie im Griff hat, Punkt!
      Sie sind ja nicht einmal auf meine Kurzantworten zum Fall Blaser eingegangen! So viel zusammenhangslosen Käse auf einem Haufen habe ich selten gelesen. Aber wenn der Sponsor weibelt, dann muss man halt spuren.
      Ich wiederhole zum hundertsten mal: wäre nur annähernd zu viel Geld in die Forschung der EE gesteckt worden, wie in die der AKW, hätte sogar Herr Brurri und sein Kollege Herr Blaser PV auf dem Dach!
      Richtig, Physik ist und bleibt immer gleich, aber das gilt genau so für die Atomkraft oder setzt sich diese da ausser Kraft?
      Das aktuelle Beispiel von F zeigt es mit aller Deutlichkeit: es wird in der Atomindustrie im 21. Jh. immer noch gelogen, was das Zeug hält!

  • Thomas Jobs sagt:

    Ja Herr Burri ich kenne mich aus, ziehe aber keine falschen Schlüsse, sondern schaue hinter die Kulissen der Atomindustrie!
    Russland ist ein Hightechland, vielleicht nicht so wie wir das aus der westlichen Welt erwarten, aber die bekommen mehr zustande, als so manches westliche Land! Klar, die machen es wie China, denn sie haben „Leute zum versauen“…
    Natürlich kenn ich die Details zu den 2 Ereignissen, aber nach jedem Reaktorunfall wurde gesagt: „Bei uns kann das nicht passieren“! USA, GB, D und F hatten das gesagt und hatten trotzdem mehr als 1 Unfall.
    Aber wie sie und ihre Atombefürworterkollegen auch sagen: „In der CH kann das nie passieren“! Jaja, und GENAU DAS haben die Anderen eben auch gesagt. Falsche Schlussfolgerung? Mainstream?

  • Hans Burri sagt:

    @Jobs. Ich brauche eine Klarstellung von Ihnen zum „Fall Blaser“. Meinen Sie wirklich den em. Physikprofessor Blaser von dem ich kürzlich einen link zu seinem Vortrag gepostet habe ? Und Käse wäre dann in Ihren Augen was er dort erzählt hat bzw. was geschrieben wurde ? Und von wem soll Blaser denn Ihrer Meinung nach gesponsert sein ?
    Ich möchte wirklich einmal in Kurzform wissen was Ihr beruflicher background ist und welche Ausbildung Sie haben. Sagen Sie ja dazu, dann beginne ich und lege meine Daten offen. In der Oeffentlichkeit weiss man eigentlich auch immer mit wem man es auf der Gegenseite zu tun hat. Meiner Meinung nach müsste dies übrigens in Blogs genau so sein.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Hans Burri (Teil 1):
      Für sie zum nachlesen:
      so dann „lese“ ich mal kurz den Artikel von Herrn Blaser:
      „Sonne durch KEV: 0.006 GW.“ Ja, da lassen wir die Sonne ohne KEV einfach mal aussen vor!
      „Den im Sommer anfallenden KEV-Strom kann man gar nicht brauchen. Die Wasserkraft liefert dann so viel Strom, dass man sogar mehrere GW exportieren muss. Der KEV-Strom wird also unter praktisch vollem Verlust der durch Strompreisaufschläge und Subventionen bedingten recht grossen finanziellen Mittel einfach exportiert.“ Das hat nichts mit der KEV zu tun, das machen wir ja heute schon! Nur dass man den Pumpspeicherstrom in Zukunft sparen kann.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Hans Burri (Teil3):
        Sparen und Effizienzsteigerung ist Wunschdenken“ Ganz genau, darum brauche ich mit der exakt gleichen Familien- und Hauskonstellation nur die Hälfte des Gases und knapp die Hälfte des Stromes, wie mein Nachbar. Zauberei?
        „Energieforschung: Was bringt sie wirklich?“ Im Falle der viel gepriesenen Thoriumreaktoren >100J. Forschungsgeldvernichtung!
        .
        Was mein beruflicher Werdegang damit zu tun hat entzieht sich meiner Kenntnis, denn man kann Toilettenputzer sein und trotzdem ein IQ von 120 Haben!
        Aber wenn es sie befriedigt:
        in Chemie studiert, in Grossfirma in Chemie + Bio gearbeitet, aus Motivation in die IT gewechselt, (Kleinteam mit 7MA, 900 PC, 1200 User, IT-Einkauf, 8 Server). Heute eigene Firma.
        Früher: AKW-Fan!

  • Thomas Jobs sagt:

    @ HansBurri (Teil2):
    Wie baut man ein Tankstellennetz für flüssigen Wasserstoff (minus 250° C) für die Traktoren der Bauern in Afrika?“ Liefern wir z.Zt. Strom nach Afrika?
    „Geothermie ist Kernenergie“ Ja, aber wir werden durch diese nicht direkt verstrahlt.
    Gerade beim Thema „Thermal Mining“ vermischt Blaser Elektrizität und Wärmeenergie gekonnt und stempelt es als unbrauchbar ab. Fakt ist: beides geht Hand in Hand und kann somit einen wesentlichen Beitrag leisten. Als Beispiel: Mit Erdwärme und Wasserkraft deckt Island 100 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen.

  • Thomas Jobs sagt:

    Hans Burri, ich warte noch auf ihren Kommentar! Ich habe gedacht, sie wollten wir noch erklären, warum Herr Blaser, der im Sold der Atomindustrie steht, plötzlich neutral sein sollte und dennoch so viel zusammenhangloses Zeug gegen die EW redet?

  • Hans Burri sagt:

    @Jobs. Ich wollte bekanntlich nur nachfragen ob Sie wirklich Prof. Blaser meinten. Ueber dessen Aussagen gibt es von mir aus nichts zu diskutieren. Dies im Gegensatz zu Ihren Aussagen, welche meist inkohärent, nicht relevant (zB. Island) oder sonst ziemlich seltsam und ohne Zusammenhang sind. Ich wollte hier die beabsichtigte EW in der Schweiz diskutieren, vor allem aber deren NICHT-Realisierbarkeit. Sie ziehen eigentlich meist nur gegen Kernenergie ins Feld. Ausstieg ist bekanntlich überhaupt nicht mit EW gleichzusetzen (wie viele offenbar meinen). Ich bin Dipl. Ing. ETH, habe gut 30 Jahre Erfahrung im KKW- und Energie-Engineering in der Schweiz und in den USA hinter mir. Realisierung grosser Projekte als PL und internationale Beratung von Firmen, Regierungen und Organisationen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Hans Burri:
      Über andere Blasers haben wir ja nie geredet, oder?
      Sehen sie und da ist genau das Problem bei der Atomfraktion: Sie stellen etwas in den Raum und wenn man dann mit relevanten Gegenargumenten kommt zählt da plötzlich nichts mehr, ausser die Aussagen der Atömler! Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Foren, trotz Beweisen!
      Ist Herr Blaser ihr Guru, dass sie nichts auf in kommen lassen? Haben sie schon einmal überlegt, dass auch er als Mensch Fehler machen kann und betriebsblind sein kann? Wess Brot ich ess des Lied ich sing.
      Lesen sie doch erst einmal das, was ihre Atomkollegen posten und genau das habe ich versucht ihnen aufzuzeigen. Darauf eingegangen sind sie nicht!
      Ich ziehe meinen Hut vor ihrer Ausbildung!

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Hans Blaser (Teil2):
      aber auch sie scheinen zu fest in den atomaren Grundwerten zu stecken!
      Aktueller als die Ereignisse in Fessenheim und mit Alpiq könnte es nicht sein: die Dichte des Atomfilzes und eben auch der Strombarone könnte nicht grösser sein!
      Ich wiederhole mich gerne noch einmal: weg mit den Subventionen aller Art für AKW und diese dafür in die Forschung der EE stecken!

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.