Die Arbeitszeiterfassung ist Start-up-feindlich

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Praxisfremde Regulierungen: Jungunternehmer sind auf Vertrauensarbeitszeit angewiesen. (iStock)

Täglich liest man, wie neue Technologien die Welt verändern werden – auch die Schweizer Firmen sind im Wandel. Aufgrund der Digitalisierung werden Arbeitsplätze verschwinden, und die Vorboten einer Deindustrialisierung zeigen sich. Umso wichtiger wird es, neue Arbeitsplätze zu schaffen, insbesondere mit Innovation und Start-ups. Während der wirtschaftliche Druck aufgrund der Euroschwäche sicher nicht kleiner geworden ist, fragt man sich, warum die Schweiz in ihrem Regulierungswahn laufend die Rahmenbedingungen verschlechtert und das Erfolgsmodell Schweiz aufs Spiel setzt.

Seit dem 1.1.2016 gilt nun eine neue Verordnung zur Arbeitszeiterfassung. Obwohl von einer Verbesserung zum bisherigen Recht gesprochen wird, kann ich dies nicht als Erfolg sehen. Nur wer über 120’000 Franken pro Jahr verdient und über eine «sehr grosse Arbeitszeitsouveränität» verfügt, soll seine Arbeitszeit nicht detailliert erfassen müssen. Bedingung ist aber, dass die Gewerkschaften dazu ihren Segen erteilen. Diese Einigung zwischen den Sozialpartnern entspricht einem weitgehenden Verbot der Vertrauensarbeitszeit und ist für mich ein weiterer inakzeptabler Frontalangriff auf kleine Firmen.

Etwa neun von zehn Firmen in der Schweiz haben weniger als zehn Mitarbeiter und bilden das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Etwa bei 10’000 Firmengründungen pro Jahr handelt es sich um Start-ups. Diese Firmen schaffen Arbeitsplätze und leisten mit neuen Ideen und Innovationen einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung in der Schweiz. Gerade Kleinstfirmen sind von der restriktiven Regelung zur Arbeitszeiterfassung besonders stark betroffen.

Jeder Inhaber oder Geschäftsführer eines Jungunternehmens darf sich neben dem kompletten Aufbau der Firma mit der Arbeitszeitkontrolle der Mitarbeiter und dem Aufbau eines Erfassungssystems auseinandersetzen. Je kleiner eine Firma, desto wichtiger ist die Vertrauensarbeitszeit. Die Zeit, welche für solche Regulierungsaufgaben aufgewendet werden muss, belastet das Innovationspotenzial der Firmen und schwächt die Schweiz. Je mehr zusätzliche Aufgaben wir vorschreiben, desto mehr mindern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und gefährden dadurch einen unserer Standortvorteile.

Besonders stossend und praxisfremd sind auch die Vorgaben zu den Mittags- und Pausenzeiten. Viele Mütter und Väter machen möglichst kurze Mittagszeiten, um abends schneller bei den Kindern zu sein. Arbeitet man einen ganzen Tag, sind 30 Minuten Mittagspause auch für Eltern, die möglichst schnell nach Hause wollen, nicht erlaubt, weil die Pause zu kurz sei. Kommt im falschen Moment noch eine wichtige Aufgabe rein, muss man zuerst Pause machen, weil das Arbeitsgesetz dies so vorsieht.

Die Regelung zur Arbeitszeiterfassung könnte Start-up-feindlicher nicht sein. Die neue Verordnung ändert daran leider nichts. Ich kenne sozusagen kein Start-up, welches sich Löhne über 120’000 Franken leistet und Überstunden vollständig ausbezahlen kann oder sich an diese Pausenzeiten halten könnte. Innovation und der Aufbau einer Firma folgen anderen Gesetzmässigkeiten. Solche Regulierungen sind innovationshemmend und animieren höchstens zu falschem Erfassen der Arbeitszeiten.

Ich wünsche mir sehr für die Schweiz und ihre Jungunternehmen, welche mir sehr nahe stehen, dass das Arbeitsgesetz komplett überarbeitet wird und Kleinstfirmen nicht mit einer praxisfremden Arbeitszeiterfassung benachteiligt werden, welche eigentlich für grössere Firmen mehr Sinn macht. Aber vermutlich gilt auch hier: Wenn etwas besser werden soll, muss es zuerst schlechter werden …

 

 

71 Kommentare zu «Die Arbeitszeiterfassung ist Start-up-feindlich»

  • Erika Gut sagt:

    Stören Sie sich jetzt am Umstand der Arbeitszeiterfassung? Oder doch eher daran, dass Mitarbeitende Anrecht auf eine Pause haben? Da kann ich Ihnen, Herr Dobler nur empfehlen, eine kurze Pause einzulegen und die diesbezüglichen ach so wirtschaftsfeindlichen Gesetze und Verordnungen einfach mal genau zu lesen – sie sind denkbar knapp und eigentlich ziemlich klar, bspw. hier http://www.seco.admin.ch/themen/00385/00390/00392/02064/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfX5_fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A

    • Blanche Wu sagt:

      Frau Gut. Bei Start-Ups wird nun mal gekrampft was das Zeug hält und die Mitarbeiter welche bei Start-Ups arbeiten wissen das auch. Also was soll ihr Kommentar? Bei Start-Ups macht man halt nicht immer Pausen und ein Kafi-Chränzli, sondern ARBEITET! Wo ist da das Problem? Hat auch absolut nichts mit bösem Mitarbeiterausnutzen zu tun. Wenn bsp. ein Autor im Schreib-Flow ist, macht er garantiert auch nicht brav nach 4h eine Pause, sondern nutzt diese Zeit kreativ.

      • Sportpapi sagt:

        Klar. Und wenn er die Kinder aus der Krippe holen muss, arbeitet er halt über Mittag durch. Egal, wie es der Gesundheit geht, egal, wie die Arbeitsleistung ist.

      • David Webb sagt:

        Klar wird gearbeitet aber dafür muss auch bezahlt werden. Und wenn die Arbeitszeit nicht erfasst wird, wird auch sehr oft nicht bezahlt. Wenn ich eine Rechnung von einem Arzt oder Anwalt anschaue sehe ich die jeweiligen Artbeitsminuten ziemlich pingelig genau aufgelistet. Die wollen für Ihre Zeit bezahlt werden. Abgesehen davon für die Arbeitszeiterfassung gibt es sicher einen App

        • nena sagt:

          dann fragen sie mal nach. der Rechtsanwalt mag ja seine Minuten genau aufschreiben, aber fragen sie mal einen Psychiater wieviel er aufschreibt und wieviel er arbeitet…. „Startup“, das leben lang…..

      • Geert sagt:

        @Sportpapi: Sowas kann nur jemand sagen der nicht weiss von was er redet. 6 Tage pro Woche 12 Stunden mit Freude Arbeiten in einem Start-up ohne Mittagspause kann für die Gesundheit durchaus viel besser sein als 41 Stunden pro Woche mit genau definierte Pausen in einem „normalen“ Betrieb. Been there, done it.

        • Hanspeter Müller sagt:

          Geert: Da spielten bei Ihnen wohl noch andere Faktoren mit im „normalen“ Betrieb, die mit Arbeitszeit nichts zu tun hatten. Es ist erwiesen, dass 72-Stunden-Wochen auf die Dauer schädlich sind. Ich kenne 100-Std-Wochen, 80-Std-Wochen, 50-Std-Wochen und die entsprechende Forschung dazu. Been there, done it. Solche Arbeitszeiten gehen nur für eine gewisse Zeit mit der Aussicht auf Erfolg des Star-up und dann finanzieller Beteiligung, nicht für einen gewöhlichen MA auf unbestimmte Dauer.

          • Blanche Wu sagt:

            Ein Start-Up ist auch nicht auf unbestimmter Zeit in der intensiven Phase…darum heisst es ja auch Start-Up.
            Und ob jetzt bsp. ein IT-Crack im Büro 6h am Stück arbeitet oder danach zuhause wieder an den PC sitzt um zu programmieren, ist wohl kein sehr grosser Unterschied. Er arbeitet sowieso und ich kenne gerade in diesem Bereich Leute, welche nach der Arbeit nochmals 8h programmieren bis in die Nacht hinein. Weil sie es einfach so toll finden und richtig süchtig danach sind. Zuhause machen sie wohl keine Pausen und sind absolut im Flow.

          • Geert sagt:

            Nein, im „normalen“ Betrieb war alles tipptopp. Aber ein Startup, richtig gemacht, kann so richtig Spass machen. Und ob ich nun zuhause oder auf der Arbeit Spass habe, macht nicht wirklich einen Unterschied. Und ich habe auch nicht auf unbestimmte Dauer gemeint. Sonst wäre mit dem Startup ja was falsch, bzw er wäre kein Startup sondern ein nogo 😉

          • Hanspeter Müller sagt:

            @ Blanche Wu: Wo wollen Sie denn eine Grenze ziehen? Wenn Sie die Arbeitszeitbegrenzung für Start-ups frei geben wollen, ab wann müssen sich die Betriebe wieder an das Gesetz halten? Nach einem Jahr? Nach 2? Nach 5? Und wo ziehen Sie die Linie und warum?
            Wenn einer süchtig und im Flow ist mit der Arbeit mag das ja schön sein am Anfang. Aber wie jede Sucht leidet irgendwann die Gesundheit. Und was dann? Wer bezahlt dann den Lohnausfall und die Gesundheitskosten?

        • Karl Knaus sagt:

          Geert Danke, dass jemand dies schreibt Muss der Staat, das Gesetz sorgen, dass jedermann gesund lebt? Der gesunde Menschenverstand, das flexible Denken und Handeln scheint eben links und bald anderswo auch abhanden gekommen zu sein. Und solchen Unsinn-Gesetze haben wir durchgehen lassen bzw. haben wir nicht das Referendum ergriffen!

          • Geert sagt:

            Voll ihre Meinung, wenn ich ungesund leben will, ist das ganz alleine meine Sache. Aber das grosse Problem mit der Flexibilität ist, dass viele Erdenker solch unsinniger Regulierungen von den eigenen Ängsten oder sogar Unfähigkeiten ausgehen, und annehmen alle Menschen sind wie sie, haben gleiche Bedürfnisse und reagieren gleich. Die Anderen nennen sich Forscher und kommen zum Schluss das die Regulierung für 90% der Bevölkerung sinn macht. Tja, Pech für die 10%…

          • Hanspeter Müller sagt:

            Dann erklären Sie mir mal wie ein Angestellter im KV Bereich mit gesundem Menschenverstand gegenüber seinem Chef durchsetzen kann dass auch dieser seinen gesunden Menschenverstand anstellt und von der Sklaventreiberei ab lässt und sich an gesunde Grenzen hält bei der Arbeitsbelastung?
            Das mit dem Referendum finde ich gut. Das Arbeitsgesetz gibt es seit 1877 und seither gab es keine wirklich wesentliche Aenderung mehr. Nicht einmal bezüglich Höchstarbeitszeit. Wann wollten Sie das Referendum ergreifen?

        • Sportpapi sagt:

          Das „kann“ lasse ich Ihnen durchgehen. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings nicht wahnsinnig hoch. Schon gar nicht, wenn Sie nur ein einfacher Angestellter mit tiefem Lohn sind.

      • Leo Stern sagt:

        Frau Wu, entweder ist man Teilhaber beim Start-up, dann darf man so viel arbeiten wie man will, schliesslich profitiert man persönlich. Oder man ist Angestellter mit festem Lohn, dann gibts dafür halt nur feste Arbeitszeit. Übrigens: wer seine Arbeit nach 8 Stunden nicht fertig hat, hat nicht wirklich GEARBEITET. Vielleicht seinen Bürostuhl aufgewärmt.

    • Felix Stern sagt:

      Frau Gut: Die Gesetze sind denkbar knapp und eigentlich ziemlich klar und trotzdem völlig falsch. Sie ruinieren unsere Wirtschaft. Nicht, weil man bei einer freien Arbeistzeitgestaltung keine Pausen machen darf (ganz im Gegenteil), sondern weil es einfach eine stupende Überregulierung ist, die neimandem etwas bringt und uns Arbeitsplätze kostet…Die Gwerkschaften sind fein raus. Diese Heuchler trifft es nicht. Es trifft dann meistens die, die sich sonst nicht wehren können.

      • Hanspeter Müller sagt:

        Die Gesetze sind so knapp, dass eigentlich nur die äussersten Grenzen angegeben sind und innerhalb dieses Rahmens sehr viel drin liegt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptung dass das Arbeitsgesetz Arbeitsplätze kostet. Das Gesetz gibt es seit 1877. Wann genau soll das mit der Arbeitsplatzvernichtung angefangen haben?

  • Bea Rickenbacher sagt:

    Die Arbeitszeiterfassung macht schon Sinn, nicht aber deren Regelung.
    Wie Sie exakt beschreiben, sind vorgeschriebene Pausen und Maximalstunden pro Tag in gewissen Bereichen Mumpitz. Der SSR praktizierte schon vor Jahrzehnten die Jahresarbeitszeit. Da konnte man z.B. 60% aufs ganze Jahr verteilt arbeiten. Das konnte heissen 3 Monate 100% (in der Hauptreisezeit), einige Monate gar nichts. Natürlich werden Pläne auch über den Haufen geworfen, aber in guten Teams kann damit umgegangen werden. Warum nicht vorübergehend rundumdieuhr arbeiten – aber genau aufgezeichnet und irgendwann, irgendwie gutgeschrieben? Die Ausbeutung liegt nicht in den Überstunden, sondern in deren Nichtbezahlung.

    • Ronnie König sagt:

      Wenn die Überstunden nicht mit Verpflichtungen gegen über der Familie kollidieren haben sie ziemlich recht! Ich sehe dies auch so und habe dies auch so gelebt. Von mir aus. Ich habe aber auch erlebt wie Firmen wie ein modernes Sklavenunternehmen funktionierten. Die Zeit wurde erfasst, aber eine vernünftige Kompensation konnte aus betrieblichen Gründen nicht stattfinden. Man wollte auch keine Probleme lösen die dazu führten. Das Ende der Firma war absehbar. Allerdings gings doch Jahre länger wie ich prophezeite. Wir hatten Jahresarbeitszeit und alles, aber selbst Gerichte taten zu wenig bei den Klagen. Vielleicht hätte das sonst die Bude gerettet. Der FDP/SVP-Klüngel war stärker und auch die Schlinge die sich dann zuzog. Dobler kennt den Fall wohl nicht.

      • Geert sagt:

        Wieso denn Gerichte? Wenn die Jahresarbeitszeit durch ist, und noch Jahr übrig ist der Sachverhalt doch klar?

    • Mark Keller sagt:

      Und was genau hat die gesetzliche Arbeitszeitregelung mit dem Modell der Jahresarbeitszeit zu tun?

      Ich möchte nicht, dass Angestellte in meiner Firma rund um die Uhr arbeiten. Täten sie dies, dann stimmt weder die Leistung noch die Qualität der Arbeit.

  • Daniel Fässler sagt:

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. War schon immer so und wird immer so sein. Wenn jemand halt die Resourcen nicht hat, soll er halt keinen Startup gründen.

    • Anita Gerber sagt:

      Ohne Startups keine Innovation. Ohne Innovation irgendwann keine Jobs mehr für Menschen wie Sie.

    • Sportpapi sagt:

      Welche Ressourcen? Ein Excel-File?

      • Donalf sagt:

        Ich habe jahrelang einen Kleinbetrieb von 5-7 Personen geleitet. Wir haben nach Bedarf gearbeitet. Die Überzeit wurde immer kompensiert. Gerade in Kleinbetrieben mit Leuten im AD ist gegenseitiges Vertrauen wichtig. Wir hatten in über 25 Jahren nie Probleme.

    • Andi Egli sagt:

      Na ja, dann lassen es eben tatsächlich viele bleiben. Oder man stellt für einfache Arbeiten einen Roboter ein. Die Tage der Arbeitsvertragsverhältnisse sind gezählt. Auf Misstrauen basierende, teure und bürokratische Lösungen beschleunigen den Prozess. Es wird Zeit, die unternehmerischen Fähigkeiten zu schulen.

      • Mark Keller sagt:

        Genau, zurück zur vollen Verfügbarkeit der Human-Ressource zum Wohle des Arbeitgebers!
        Bei der Arbeitszeiterfassung geht es nicht um Misstrauen, es geht um die Gesundheit und den Schutz der Arbeitnehmer. Dies wird die Y-Generation wohl erst zu merken wenn es zu spät ist.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Es gibt wenig sinnvolleres als eine Arbeitszeiterfassung. Was man daraus macht, ist ein anders Thema, danach abrechnen oder für statistische Zwecke. Die „gefühlte“ Arbeitszeit eines Mitarbeiters ist sehr subjektiv und wird unterschiedlich wahrgenommen, nur die erfasste Zeit ist realistisch. Ich habe über dreissig Jahre „gestempelt“ und war immer froh darüber. In der vertrauensvoll unerfassten Zeit war ich gelegentlich über 10 Stunden täglich im Einsatz, bemerkt und honoriert wurde es nicht.

  • Peter Ringger sagt:

    Ich hätte da mal ein paar Fragen, Herr Dobler. Es ist also unzumutbar für eine Firma, alle Überstunden auszuzahlen, wie sie schreiben. Auf die Bezahlung wie vieler Überstunden sollte ein Arbeitnehmer maximal verzichten müssen, oder gibt es für Sie da keine Obergrenze? Ist es umgekehrt dann ebenfalls für einen Arbeitgeber zumutbar, Unterstunden zu bezahlen, wenn es nicht viel zu tun gibt? Dann ebenfalls bis zu welcher Anzahl? Soll es ebenfalls auch ein Recht des Arbeitnehmers sein, keine Arbeitszeit zu erfassen, wenn er dies will, aber der Arbeitgeber nicht? Wie kurz soll die Mittagspause denn minimal sein, wenn überhaupt eine? Soll es separate Gesetze für Start-ups geben? Wie lange soll dann eine Firma als Start-up gelten?

    • Peter Ringger sagt:

      Mit „bezahlen“ von Über- oder Unterstunden meine ich selbstverständlich auch deren Kompensation.

    • Felix Stern sagt:

      Die Arbeitswelt bei Start-ups ist etwas chaotischer als bei der Post. Wer unbedingt darauf beharrt, von 9 bis 4 zu arbeiten und dazwischen seine Dreiviertstunde Mittagspause braucht, der ist bei einem Start-up am falschen Ort. Dafür kann man sich bei einem Start-up leichter Gewinnbeteiligungen aushandeln als bei der Post und diese können sich auch viel eher auszahlen.

      Wenn man schon eine rigorose Arbeitszeitenregel verankern will, die keinen unternehmerischen Spielraum mehr zulässt, dann sollte man diese Regeln auf die Staatebetriebe beschränken oder auf Betriebe einer bestimmten Grösse (z.B. ab 200 MA).

      Das sind die Reformen, die man wahrscheinlich eher kurz- als langfristig an diesem wirtschaftspolitischen Kopfschuss vornehmen muss.

      • Mark Keller sagt:

        Bei der Arbeitszeiterfassung geht es nicht um starre Arbeitszeiten. Und Sie wollen mir nicht weis machen, dass Sie am Nachmittag ohne Mittagspause gleich produktiv arbeiten, als mit Mittagspause. Ohne Zeiterfassung macht eine Arbeitszeitregelung absolut keinen Sinn. Und dies ist wohl die Hauptstossrichtung: maximale Arbeitsstunden, zu minimalstem Lohn. Gut für die Gesundheit des Unternehmens, schlecht für die Gesundheit des Arbeitnehmers.

  • Petra Kaiser sagt:

    Der Aufbau eines Erfassungssystemes: Da gibt’s in unserer Firma ganz einfache Excel-Tabellen. Kann jeder Mitarbeiter ausfüllen. Null Zeitaufwand.
    Ueberstunden können auch kompensiert werden, wenn man es sich nicht leisten kann diese auszubezahlen. Ist bei uns eh das erste Ziel. Und nicht jeder Mitarbeiter besteht auf deren Auszahlung. Aber ich finde es gut, wenn man weiss, was gearbeitet wird. Es wird nämlich gern und schnell vergessen. Und das mit der Mittagspausenregelung gibt es auch schon lange. Hat mich noch nie gehindert, pünktlich bei meinem Kind anzukommen. Da kann man ja auch innovativ sein….

    • Hotel Papa sagt:

      Yup, innovativ sein. Anders ausgedrückt, die rigide Regelung führt dazu, dass sie unterlaufen wird.

      Wie soll man dann der Zeiterfassung in den übrigen Bereichen trauen, wenn man bei den Pausen gzwungen wird, zu schummeln?

  • Hansli sagt:

    Ein Startup ohne Arbeitszeiterfassung ist auf dem besten Weg in die Pleite. Da werden von Beginn an Ineffizienzen eingebaut. Und wie soll die Zeit für die Rechnungstellung erfasst werden? An einem Tag habe ich locker 20 bis 30 Kostenstellen erfasst. Dafür habe ich nicht länger als 5min. Ist das ausufernde Bürokratie? Aber Pausen nach Vorschrift machen wir nicht und ein Tag kann bei uns auch einmal länger als erlaubt sein. Jedoch wird alles kompensiert. Die Arbeitszeit wird als Jahresarbeitszeit eingehalten.

  • Herbert Nagger sagt:

    Ich war mehrfach in Startups tätig und auch selbst Geschäftsführer. Ich bin zwiegespalten. Das mag in einem Umfeld funktionieren in dem Chefs ein realistisches Zeitgefühl für die Aufgaben haben und sich dadurch das meistens in sinnvollen Toleranzen bewegt. Aber ich habe auch schon mal eine GL-Leitung (25 Personen, IT-Branche) abgegeben und in den VR gewechselt. Irgendwann habe ich dann interveniert, weil die Leute verheizt wurden. Und je mehr ich mir die heutigen Führungskräfte anschaue, desto mehr erhalte ich das Gefühl, dass diese an den Weihnachtsmann glauben zumindest bzgl. der Vorstellung welche Aufgabe mit welcher Qualität in welcher Zeit zu bewältigen ist. Und von Vertrauenarbeitszeit wird immer dann gesprochen, wenn der AG das Vertrauen hat, dass mehr als vereinbart gearbeitet wird

  • Markus_Bern sagt:

    Ich als selbständiger Inhaber einer Einzelfirma arbeite aus diesen Gründen ausschliesslich mit Freelancern zusammen, welche mir für ihre Arbeitsleistung Rechnung stellen. Somit habe ich den ganzen administrativen und personalrechtlichen Unsinn nicht in dem Ausmass. Funktioniert bei kleineren Firmen bestens.

  • Huber Fredy sagt:

    Als KMU-Arbeitgeber ist mir egal, ob ein Arbeitnehmer seine halbe Stunde Pause am Nachmittag macht oder nicht – dann arbeitet er eben abends eine halbe Stunde länger. Die Arbeit muss gemacht werden, das ist die Regel (und das wird auch bezahlt).
    Aber als Arbeitnehmer würde mich das unendlich nerven. Die Zeit, die ich für all die Pausen aufwende, würde ich abends lieber qualitativ hochwertig mit meinen Kindern verbringen.
    In einer Zeit, in der immer mehr Flexibilität verlangt wird (va. von Familien), sind solche Vorschriften einfach nur absurd.

    • Mark Keller sagt:

      Und leisten ihre Angestellten ohne Pause das Gleiche in der gleichen Qualität wie mit Pausen?

  • Matthias Meier sagt:

    Funktioniert die Angstmacherei mit diesem dämlichen Propagandaspruch von wegen „Erfolgsmodell Schweiz gefährde“ eigentlich immer noch? Nicht sehr innovativ, diesen noch zu bringen. Übrigens, Überstunden gehören ausbezahlt oder kompensiert, sollte der Autor sicher wissen. Genauso, wie genügend Pausen wichtig sind, vor allem in Zeiten, wo immer mehr Arbeitnehmer durch immer mehr steigende Arbeitsbelastung krank werden. Aber wenn es nach FDP geht, sollen die Folgen dann ja eh von der Gemeinschaft getragen werden.

    • Felix Stern sagt:

      Ein Kopfschuss ist ein Kopfschuss, ob das für die Linken Angstmacherei ist oder nicht, spielt keine Rolle. Und dieses Gesetz ist ein wirtschaftspolitischer Kopfschuss, dazu braucht man noch nicht einmal selber unternehmerisch tätig zu sein, um das zu merken. Das Gute bei uns: wir werden diesen Kopfschuss schnell reparieren.

  • Pascal Meister sagt:

    Liebe Naive. Lieber Tages-Anzeiger. Vermutlich gibt es kein Start-Up-Unternehmen in der Schweiz, das sich an alle Regeln hält oder halten kann. Einerseits sind so viele Regeln starr und bürokratisch, andererseits kann ein Start-Up gar nicht alle Regeln kennen. Und von Anfang an teure Anwälte und Treuhänder statt nur das Nötigste zu regeln? Da würden die Kosten das Unternehmen gleich erschlagen. Praxis: Einfach mal anfangen, die wichtigsten Gesetze beachten (AHV, BVG, UVG, Buchhaltung) und nach 3-4 Jahren die Probleme angehen – wer nicht so lange überlebt, braucht sich um die Probleme schon gar nicht wirklich kümmern.

  • Paul Ehrler sagt:

    Der Autor hat sehr recht….irgendwann wird uns wohlstandsmüden CH-er genau dieser Regulierungswahn das Genick brechen.
    …der absolute Oberhohn aber ist, dass sich Unternehmen mit den Gewerkschaftsbonzen einigen müssen, was geht und was nicht. Da haben sich die Rotjacken aber ein tolles Druckmittel an Land gezogen.
    NB: hat sich schon jemand überlegt, wie sehr sich UNIA & Co. zu einem erweiterten Arm der Politik entwickelt haben – bspw. durch „eigene“ (linke) Positionen bei FABI (ja) oder Bauverbot in den Bergen/2t-Wohnungsinitiative (ja) ???

    • Hanspeter Müller sagt:

      Tja, Herr Ehrler wir leben in einer Demokratie. One man, one vote. Wenn ein Unternehmer 100 Angestellte hat stehen halt auch die Stimmen 100:1 wenn er überzogene Forderungen stellt. Wahrscheinlich nicht ganz, weil er billige ausländische Arbeitskräfte einstellt. Aber mit der MEI wird das ja nächstens ändern. Das Arbeitsgesetz stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Fabrikherren es übertrieben haben gegenüber ihren Angestellten und Kinderarbeit und Arbeit ohne Lohn endlich verboten wurden. Die aktuelle Abzockermentalität gewisser Herren erinnert an diese Zeit.

      • Donalf sagt:

        Und seit wann wurde die Zahl der notwendigen Stimmen für Initiativen der stimmberechtigten Bevölkerung nicht mehr angepasst? Modern sein heisst alle Parameter der Demokratie der Zeit laufend anpassen! Rechnen wir einmal den wirtschaftlichen Schaden der Gewerkschaften durch Streiks aus, vielleicht wird auch daran Überdenken von Nöten sein.

        • Mark Keller sagt:

          Wenn Sie Arbeitnehmer sind, werden Sie die Arbeit der Gewerkschaften schneller als Ihnen lieb ist, wieder schätzen lernen.

          Schwächt die Gewerkschaften noch mehr, und die Ausbeutung kann weiter intensiviert werden. Was glaubt ihr wohl wieso Alstom in der Schweiz Leute entlässt? Weil es in der Schweiz viel einfacher ist als in Frankreich.

        • Hanspeter Müller sagt:

          Wann haben Sie den letzten Streik in der Schweiz erlebt?

        • Hanspeter Müller sagt:

          Und was haben die notwendigen Stimmen für eine Initiative mit dem Arbeitsgesetz im Allgemeinen und mit meinem Kommentar im Speziellen zu tun?

      • Mark Keller sagt:

        Arbeit ohne Lohn hat zur Zeit wieder Hochkonjunktur, unter dem Deckmantel des „hohen“ Frankenkurses. Wieviele Arbeitnehmer arbeiten der zeit in der Schweiz mehrere Stunden pro Woche, ohne dafür bezahlt zu werden?

  • Thomas Mäder sagt:

    Der soziale Kontrakt in der Startuphochburg Silicon Valley ist dieser: wir reissen uns 2-5 Jahre den A….. auf, dann sind wir ALLE reich. Das Mittel dazu sind Aktienoptionen. Was Herr Dobler wohl vorschwebt ist dieses: wir reissen uns alle den A….. auf, und dann bin ICH reich.
    Gerne würde ich erfahren wieviel Prozent des Verkaufserlöses von Digitec and die Mitarbeitenden (und ich meine nicht das Upper Managment) geflossen sind.

  • Victor Brunner sagt:

    Das Erfolgsmodell Schweiz wird nicht durch die Arbeitszeiterfassung gefährdet, sondern durch Verbreitung von Unsinn wie sie Marcel Dobler publizieren darf. Er sollte sich mit OECD-Studien befassen. Die Schweiz ist in Sachen Schutz von Arbeitnehehmern nicht in Front, nicht einmal im Mittelfeld. Er sollte sich mit den gratis geleisteten Ueberstunden befassen. Milliarden werden da der Wirtschaft zur Verfügung geschenkt! Möchte Dobler mehr? Es ist einfach dieser Scheuklappenintellekt von Dobler der überall ein Problem sieht. Es geht auch um Gesundheit und von MA und Fairness. Ich denke Dobler hat Digitec nicht zu einem Schnäppchen verkauft, sondern um den bestmöglichen Preis! Warum soll eine Arbeitnehmer sein Kapital die Arbeitskraft nicht zum bestmöglichen Preis verkaufen?

    • will williamson sagt:

      Es ist bezeichnend, dass der Mann aus der Informatikbranche kommt. Als einer, der jahrzehntelang in der Informatik tätig war, kann ich das beurteilen. Dort herrschen manchmal ausserordentliche Zustände. Ich habe in den 70-er Jahren einmal 42 Std. durchgearbeitet, um eine Lohnabrechnung zum Laufen zu bringen, damit 700 Mitarbeiter ihren Zahltag erhalten und die Firma nicht in Verruf kommt.

      • Michael sagt:

        IT in den 70er-Jahren? Konntet ihr euch damals einen raumgrossen Computer leisten und habt ihr mit Lochkarten gearbeitet?

        • David Webb sagt:

          Von „Time Sharing“ Dienste nichts gehört? Heute nennt man es „Cloud“. Übrigens gab es damals ganz nette Kleinrechner 1130, Serie 1 von IBM oder die ganze DEC PDPx Linie. Festplatten und Magnetbänder gab es auch.

  • MG sagt:

    Es gibt die App „my Overtime“. Ganz easy zu bedienen – auch für Statups.

    Grundsätzlich muss der gesunde Menschenverstand gelten. Für wer eine kürzere Pause in Ordnung ist, soll das doch so machen. Wo kein Kläger, da kein Richter. Ein Arbeitgeber muss auf der anderen Seite aber erkennen, wenn die kurzen Pausen dem Mitarbeiter schaden (Gesundheitlich, Erholung, etc). In diesem Punkt ist klar der Arbeitgeber in der Verantwortung.

    Schlussendlich gilt Lohn für die geleistete Arbeitszeit gemäß Arbeitsvertrag. Wie soll das ohne Zeiterfassung funktionieren?

  • will williamson sagt:

    Die Arbeitszeitvorschriften im Gesetz dienen dem Arbeitnehmerschutz. Es ist aber nicht einsichtig, wieso jemand eine Pause machen soll, wenn er oder sie dies selber nicht will.
    Wo die gearbeitete Zeit als Fakturierungsbasis gilt, ist die Zeiterfassung auf die Aufträge Voraussetzung. Diese kann so organisiert werden, dass sie auch für die Präsenzzeiterfassung brauchbar ist.
    Wie die Erfassung im Einzelfall zu geschehen hat, ist nicht vorgeschrieben. Das Seco schreibt dazu: „Die Betriebe können die technischen Modalitäten für die Zeiterfassung hingegen entsprechend ihrer Organisation und den betrieblichen Bedingungen selbst festlegen.“ Die Erfassung kann also sowohl manuell durch die Mitarbeitenden oder mittels Erfassungsgeräten passieren.

    • Mark Keller sagt:

      Will Williamson, auch die Pausen dienen dem Arbeitnehmerschutz. Nämlich der Gesundheit der AN.

  • diva sagt:

    ich finde diese reglementierung echt ätzend. ich habe jetzt einen arbeitgeber, der akribisch auf die mittagspause besteht und ich muss dazu noch gezwungenermassen in einem café/restraurant essen gehen, wo ich gar nicht hinwill. dann hocke ich 45 minuten dort und warte bis die zwangspause vorbei ist. das heisst, ich werde zum pause-machen noch gezwungen geld auszugeben, für ein essen, dass ich gar nicht will, weil ich mich biologisch ernähre. ausweichen geht nicht, weil es in dem kaff nur dieses eine lokal hat…

    • Hanspeter Müller sagt:

      Im Arbeitsgesetz steht nichts von 45 Min. und auch nichts von Zwangsfütterung. Das sind allenfalls Ideen Ihrer Chefs, das sollte Sie nicht vermischen. Gesetz sind 30Min Pause bei über 7 Std Arbeit und 60 Min bei über 9 Std Arbeit. Und die 60 Min dürfen (müssen je nach dem) aufgeteilt werden. Und was Sie in ihren Pausen machen ist Ihre Sache, weil in der Freizeit keine Vorschriften gelten dürfen. Es muss sogar ein Pausenraum zur Verfügung gestellt werden, damit Sie nicht in ein Restaurant gehen müssen. Wenn Ihnen also die Regelungen in Ihrem Betrieb nicht passen kann das Arbeitsgesetz nichts dafür.

    • Christoph Bögli sagt:

      Selbst wenn ich strikt durchgesetzte Pausenzeiten auch eher fragwürdig finde, aber die Reaktion ist nicht gerade souverän oder kreativ. Wie wärs, das Essen/ein Sandwich selber mitzubringen wenn das Restaurant nicht passt? Und die 45min lassen sich ja zu allem möglichen nutzen, wieso nicht Sport treiben, sonstige private Aufgaben abhaken, oder geistig kurz zu entspannen mit einem Buch oder Zeitungslektüre? Ja man könnte sogar Kommentare in News-Blogs schreiben, aber darauf sind Sie ja schon selber gekommen.

      Darum würde ich sagen: Es sind 45min, nicht 4h, herrje. Die sind verprokastiniert bevor man auf drei gezählt hat. Wenn Leute effektiv nicht dazu in der Lage sind und stattdessen die ganze Pause lang die Wand anstarren, dann dürften die auch als Arbeitskraft nicht viel taugen..

  • Hanspeter Müller sagt:

    Herr Dobler schreibt wie wenn sich durch die Revision etwas verschlechtert hätte. Das ist nicht wahr. Die Arbeitszeitregulierungen waren vorher nicht laxer. Die Vertrauensarbeitszeit gab es auch vorher nicht. Damit kann auch nicht das „das Erfolgsmodell Schweiz aufs Spiel“ gesetzt werden durch die Anpassungen. Es ist auch nicht wahr, dass die Mittagspause immer mehr als 30 Minuten sein muss. Dem ist nur so bei Arbeitszeiten über 9 Stunden, und die dann vorgeschriebenen 60 Minuten können aufgeteilt werden zB auf 2×15 Min Kaffeepause am Morgen und Nachmittag und 30 Min am Mittag. Kein normaler Mensch arbeitet 9 Stunden ohne jegliche Pinkelpause, auch Herr Dobler nicht. Und für die Kleinstunternehmen-Startups gelten die Regeln eh nicht, weil Kaderpersonen ja ausgenommen sind.

  • Christian Klein sagt:

    Die Vorschrift zur Arbeitszeiterfassung ist nichts Neues und auch nicht erst seit 2016 eine Pflicht. (Arbeitsgesetz vom 13. März 1964 stand 01. Dezember 2013 ist die aktuellste Version) Nur wird halt seit 2016 die Kontrolle richtig gemacht. Das Arbeitsgesetz ist dazu da den einzelnen Arbeitnehmer in einem Unternehmen zu schützen und für dessen Gesundheit zu sorgen. Ich persönlich kenne etliche, bei denen wurde erst jetzt ein Erfassungssystem (Excel-Tabelle reicht) eingeführt, obwohl das Gesetz dies schon seit Jahren vorschreibt. Dass es Start-UPs benachteiligt kann schon sein aber der Nutzen wiegt in dem Fall höher.

  • Ronnie König sagt:

    Reine Polemik! Wie viele Start-ups starten mit zig oder hunerten von Mitarbeitern die anfangs schon angestellt waren und die Zeiterfassung statt finden musste? Ganz ganz wenige, wenn überhaupt. Viele Start-ups beginnen rein mit den Gründern die ein spezielles Ziel verfolgen und gar keine Zeiterfassung wollen und brauchen. Die Investoren, wo vorhanden, sind eh ausgenommen. Wächst später die Firma und es läuft, dann mag es Momente geben, wo die Erfassung vielleicht zur Herausforderung werden kann. Eben kann, sonst stellt sich die Frage ob es nicht noch ganz andere Probleme gibt. Die Starter müssen selber wissen wie viel sie ertragen und wollen, es ist so oder so ihre eigene Zukunft. Was ich sehe: Raubbau an sich. Davor will man andere schützen und darum wird die Zeit erfasst bei Angestellten

  • sepp z. sagt:

    Die FDP tut immer so, als würde sie sich für die kleinen KMU einsetzen. In Tat und Wahrheit ist ihre Politik (UStRII, III etc) aber ausschliesslich fürs Wohl der globalen Multis. Ich habe eine Firma mit knapp 10 Angestellten, und ich wüsste nicht, wo die FDP mir nützen würde.

  • Peter Meier sagt:

    Bei meinem Ex-Arbeitgeber, eine Kleinstfirma, gab es keine Zeiterfassung. Überstunden gab es „offiziell“ nicht, sondern wurden als abgegolten betrachtet als Dank an den sonst so „grosszügigen“ Arbeitgeber. Es gab starre Arbeitszeiten. Allerdings wurde das zum Problem, wenn man aufgrund von Reisen Überstunden angesammelt hat. Ich wurde ziemlich übel angeraunzt, als ich auf meinen Saldo verwiesen habe. Das Resultat: Dienst nach Vorschrift und Termine wurden so geplant, dass man pünktlich Feierabend hatte. Das frage ich mich, ob das nicht viel mehr innovationsfeindlich ist? Bei einer korrekten Zeiterfassung und Kompensationsmöglichkeit wäre da sicher einiges innovationsfreundlicher gelaufen.

  • David Webb sagt:

    Die FDP stört sich an Arbeitszeiterfassung. Natürlich war die Stempeluhr eine Erfindung der Linken….

  • Seraphim sagt:

    So ein Salat. In der heutigen Zeit ist Arbeitszeiterfassung ein Kinderspiel. Batchkarte, Scan-Terminal, Ende der Geschichte. Auch die Administration ist mäßig aufwendig. Dafür gewinnt man ein Steuerungsinstrument für die betriebliche Führung. Ansonsten wird Arbeitet geleistet die niemand beziffern kann, weil nicht erfasst und der Betrieb ist nicht steuerbar. Herr Dobler, hinsetzen, zuhören, denken, verstehen und nicht irgenwelchen Müll nachplappern den sie nicht verstehen.

  • Phil Gra sagt:

    Jetztz ernsthaft, ist das ein Problem, ich schreibe meine Stunden schon seit bald 30 Jahren auf, Objekt für Objekt. Ist doch eine Selbstverständlichkeit und keine Hürde. Aber ja nur weil Google vorplappert ist es wichtig. Wie werden objektbezogene, nicht pauschale, Stunden den sonst verrechnet? Schätzt ihr einfach oder was?

  • Anne Inside sagt:

    Zeiterfassung geht auch in Excel, welches man wöchentlich vom Vorgesetzten unterschreiben lässt.
    Ich habe vor Jahren, mal gezwungenermassen bei einem Versicherer völlig gegen das Arbeitsrecht verstossen. Um die Quartals und Jahresabschlüsse rum und wenn die Vorgesetzte in den Ferien war, dauerte mein Arbeitstag jeweils von 7.30 morgens bis 21.30 abends. Mit höchstens 30 Minuten Mittagspause.
    Und das bei einem 90% Job und als Mutter von 3 Kindern zu einem schlechten Lohn…
    Da blieb ich nur solang, bis ich eine neue Stelle gefunden hatte!

  • Harald S. sagt:

    Wir verwenden für unsere Arbeitszeiterfassung eine online Softwarelösung, das kann ich nur empfehlen. Die meisten Lösungen haben auch eine 30-Tage Testperiode, welche völlig unverbindlich ist. Daher würde ich mal alle Lösungen ausprobieren und dann eine passende aussuchen. Wir haben uns zum Beispiel für Crewmeister (www.crewmeister.com) entschieden.

  • Klara sagt:

    Wir sind ein kleines Start-Up Unternehmen. Und ich kann nur sagen, dass bei uns das Modell „Vertrauensarbeitszeit“ überhaupt nicht funktioniert hat. Nach langem Überlegen und der großen Abneigung gegen Papierchaos und Excel haben wir uns schlussendlich für Gecosoft entschieden. (http://www.gecosoft.at/). Super Beratung und für uns klar die beste Lösung zur Erfassung der Arbeitszeit unserer Mitarbeiter, welche mit der Cloud basierten Software auch toll zurechtkommen.

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