Ewiger Biker-Frühling

Selten beginnt ein Winter so bikefreundlich wie 2015. Wir sind es normalerweise anders gewohnt: Ab November vermiesen Dauerregen, sumpfige Trails und Kälte das Biker-Leben. Seit gut einem Jahr haben Velofreunde in der Schweiz die Möglichkeit, ihrem liebsten Hobby ganzjährig warm und trocken nachzugehen. Und das erst noch, ohne durch Flüge Richtung Süden ihre CO2-Bilanz zu ruinieren. Europas grösster Indoor-Bikepark in Pfäffikon ZH machts möglich. Biker können sich auf 2500 Quadratmetern austoben. Während der Stosszeiten ist der Park bisweilen vollends ausgelastet – anstehen nicht ausgeschlossen.

  • Kleine Biker auf grossen Sprüngen. Foto: PD

    Kleine Biker auf grossen Sprüngen. Foto: PD

  • Das Dach ist die Grenze. Foto: Piotr Staron

    Das Dach ist die Grenze. Foto: Piotr Staron

  • Auch Zuschauer haben Platz. Foto: Michael Suter

    Auch Zuschauer haben Platz. Foto: Michael Suter

  • Ein Modell der Bikehalle. Foto: Michael Suter

    Ein Modell der Bikehalle. Foto: Michael Suter

  • Bagger bereiten die Tracks vor. Foto: PD

    Bagger bereiten die Tracks vor. Foto: PD

Mit ihren Asphaltkurven und Holzrampen erinnert die Bikehalle an einen Skatepark. Aber: Die Betreiber versprechen optimales Trainingsgelände für Biker verschiedenster Couleur. Von Kindern und Bike-Novizen über Tourenbiker bis hin zu actionsüchtigen Sprungakrobaten. Auf dem Skills-Track mit Holzleiterelementen, Wurzelstöcken und Geröllfeldern werden wichtige Grundlagen für das Biken im Gelände gelegt: Balance, Bikegefühl, Gewichtsverlagerung. Perfekte Übungsbedingungen führen zu schnellen Trainingsfortschritten. Fahrtechnikexperten schwören längst darauf, die Basics an isolierten Hindernissen einzuschleifen. Und nicht im Gelände, wo viele Störfaktoren den Lernprozess erschweren. Das Team der Halle bietet Kurse für verschiedenste Alters- und Könnensstufen an. Auch das Schweizer Mountainbike-Kader nutzt die Halle regelmässig für Trainings.

Foto: Piotr Staron

Sam Reynolds schwärmt von den «smoothen» Tracks. Foto: Piotr Staron

Zentraler Bestandteil der Halle sind mehrere Pumptracks, also wellige Asphaltbänder, die, ohne zu treten, abgerollt werden und sich über Steilkurven zu flowigen «Trailrunden» zusammenfügen. Oberstes Gebot: Schwung erhalten! Das bringt Fahrspass und verbessert die Geschmeidigkeit in Armen und Beinen. Eine Geschmeidigkeit, die sich im kommenden Bikesommer auf anspruchsvollen Trails garantiert bezahlt macht. Das Tolle an Pumptracks: Hier haben Profis, Einsteiger und Kinder gleichermassen Spass. Die Bikehalle lässt beim Nachwuchs Begeisterungsfunken sprühen und animiert Kinder, regelmässig aufs Bike zu steigen. «In den Feriencamps kommen viele Schüler, die einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen. Die Halle bietet perfekte Möglichkeiten, sich ans Biken heranzutasten», erklärt Manuel Bär vom Indoor-Bikepark Pfäffikon.

Frische Bergluft, Panoramablicke und endlose Weiten – das kann allerdings keine Bikehalle bieten. Für den Grossteil der Mountainbiker sind diese Soft-Faktoren ein, wenn nicht der entscheidende Faktor. Dem setzt die kuschelige Indoorlösung eine Menge Komfort entgegen: Saunabereich, Duschen, Umkleiden. Damit wird das «Outdoorabenteuer» zum Wohlfühlevent. Aber ist das noch Mountainbiken? Andere Bergsportarten zeigen, dass diese «Indoorisierung» durchaus auf Interesse stösst. Insbesondere Kletterhallen boomen und sind nicht mehr nur Wintertrainingstempel für Hardcore-Alpinisten. Die Hallen haben eine komplett eigene Spielform der Sportart hervorgebracht, die ganzjährig riesigen Anklang findet. Eine Perspektive, auch für den Bikesport?

Nutzen Sie Bikehallen, bzw. können Sie sich ein solches Training vorstellen? Wie überbrücken Sie die nass-kalte Jahreszeit? Diskutieren Sie in der Kommentarspalte.


Die Profis sind voll des Lobes: Eindrücke und Stimmen von der Eröffnung des Indoor-Bikeparks in Pfäffikon ZH. Video: Indoorbikepark