So kommen Ski-Kinder auf Touren

Ein Beitrag von Malin Auras

Bereit für die ersten Schritte abseits der Piste? Ein fünfjähriger Skifahrer hat noch viel vor sich. Foto: Jared Eberhardt (Flickr)

Bereit für die ersten Schritte abseits der Piste? Ein fünfjähriger Skifahrer hat noch viel vor sich. Foto: Jared Eberhardt (Flickr)

Seit zehn Jahren denke ich, dass wir ganz sicher bald wieder mehr Zeit zum Tourengehen haben. Die Realität – Tendenz eher rückläufig. Solange die Kinder noch nicht alle Ski fahren konnten, haben wir uns im Skiurlaub meistens mit anderen Familien abgewechselt – so hatte jede Partei je einen halben Tag zur freien Verfügung. Seit unsere Mädchen alle auf den Brettern stehen, ist das alles komplizierter geworden. Sie wollen nicht in den Skikurs und auch nicht in der Ferienwohnung warten. Sie wollen mit!

Das Ergebnis: Meistens sind wir alle zusammen auf der Piste unterwegs. Die Grossen warten brav, die Kleine flitzt tapfer hinterher – und wir schauen sehnsüchtig auf die umliegenden Hänge und Gipfel, die mit unverspurtem Schnee locken. Dabei kommt mir immer häufiger der Gedanke, dass es vielleicht doch möglich wäre, die Kinder mal mit ins Gelände zu nehmen. Ein bisschen Tiefschnee-Erfahrung haben sie schon am Pistenrand gesammelt. Und sofort nach mehr verlangt.

Die Tourenbindung Hagan Z02 gibt es auich in einer Junior-Variante. Foto: PD

Die Tourenbindung Hagan Z02 gibt es auch in einer Juniorvariante. Foto: PD

Vielleicht könnten wir uns ja ganz langsam herantasten? Schritt für Schritt? Also habe ich mich erkundigt: «Wenn Kinder (ab ca. 8–9 Jahren) nicht überfordert werden, ist das Skitourengehen ein grosser Spass für die ganze Familie», erklärt mir Patrick Paier, Sales & Marketing Manager bei Hagan. «Extrem wichtig dabei ist allerdings eine gute Tourenplanung. Das heisst: leicht erreichbare, anfangs pistennahe Ziele. Gemässigtes, abwechslungsreiches und absolut lawinensicheres Gelände, eine Aufstiegsspur ohne Spitzkehren, kein Leistungsdruck, ausreichend Pausen und Verpflegung sowie kindgerechtes Material.»

Theoretisch scheint es also machbar, praktisch brauchen wir noch eine geeignete Ausrüstung. Das geringste Problem sind die Skischuhe. Ein normaler Kinderskischuh (kein Heckeinsteiger!) ist mit geöffneten oberen Schnallen ausreichend tourentauglich. Auch normale Kinderski sind gut geeignet. Sie sollten lieber zu kurz als zu lang sein (ca. 5–10 cm unter Körpergrösse) und im Idealfall etwas breiter.

Schwieriger ist es mit der Bindung. Möglichkeit 1: Man besorgt einen Tourenadapter, mit dem die normale Pistenausrüstung zum Einsatz kommen kann (z. B. Contour Kid’s Startup, ca. 100 Franken). Das ist die kostengünstigste Lösung, aber nicht die leichteste.

Möglichkeit 2: Man kauft eine Kindertourenbindung, die auf einen geringen Z-Wert (ab 2!!!) eingestellt werden kann. So eine Tourenbindung gab es bis vor ein paar Jahren noch von Silvretta (Pure Kidz). Mit etwas Glück findet man irgendwo noch ein gebrauchtes Modell.

Seit diesem Winter gibt es aber auch im Fachhandel endlich wieder eine Kindertourenbindung (Z02 Junior von Hagan). Das ist super, aber mit knapp 300 Franken auch nicht ganz billig.

Tipps, Tricks und Routenvorschläge für Familienskitouren gibt es in diesem Buch.

Tipps, Tricks und Routenvorschläge für Familienskitouren gibt es in diesem Buch.

Felle musste man bisher aus den alten von Mama oder Papa passgenau zurechtschneiden – und das ist auch immer noch die günstigste Möglichkeit. Im Handel sind spezielle Kindersteigfelle ab rund 65 Franken erhältlich.

Viele Informationen gibt es in dem Buch «Skitouren mit Kindern» von Bernhard Ziegler. Neben Tipps zu Ausrüstung und Tourenplanung stellt der Autor 25 kindertaugliche Skitouren vor. Wir jedenfalls starten jetzt mit der Planung unserer ersten Familienskitour – zum Ausprobieren wohl erst mal mit Tourenadapter.

Was halten Sie persönlich von Skitouren mit Kindern? Machen oder bis zum Teenageralter warten? Haben Sie selber schon Skitouren mit Kindern gemacht, und welches sind Ihre Erfahrungen?