Die Frauen können länger

Die Schweizerin Nicola Spirig belegt den zweiten Platz bei den Frauen, beim Zuerich Marathon, am Sonntag, 19. April 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Die Schweizerin Nicola Spirig überholt beim Zieleinlauf am Zürich Marathon 2015 einen Mann. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

Das schwache Geschlecht hat eine Stärke, die bei den Marathonherren offenbar nicht weit verbreitet ist: Die Frauen sind hervorragende Laufstrateginnen. Zwar legen die Männer die besseren Endzeiten hin – das hat mit den physischen Voraussetzungen etwa dem Körperbau und der Muskelmasse zu tun. Die Frauen nutzen aber offenbar einen psychischen Vorteil: Sie teilen ihre Energie an einem Marathon besser ein als die Männer, die schlechter mit ihrem anfangs angeschlagenen Marathontempo Schritt halten können.

Eine Studie zeigt, dass Frauen die zweite Marathonhälfte im Durchschnitt 11,7 Prozent langsamer laufen als den ersten Streckenabschnitt. Die Herren verlangsamen ihren Lauf deutlicher auf den zweiten 21 Kilometern, nämlich um 15,6 Prozent. Das Phänomen verstärkt sich sogar nach 25 Kilometern und je langsamer die Sportler grundsätzlich unterwegs sind.

Die Kurven geben das jeweilige Tempo auf der 42-Kilometerstrecke an. Die Graphen unterscheiden zwischen den Medaillisten von acht Marathons zwischen 2001 und 2015 und den Läufern die 5, 6-10, 11-15 und 16-25 Prozent langsamer waren.

Die Kurven geben das jeweilige Tempo auf der 42-Kilometer-Strecke an. Die Graphen unterscheiden zwischen den Medaillengewinnern von acht Marathons zwischen 2001 und 2015 und den Läufern, die 5, 6-10, 11-15 und 16-25 Prozent langsamer waren.

Am konstantesten laufen bei den Herren die Elitemänner, was wegen ihrer Erfahrung nicht weiter erstaunt. Verwunderliches fördert aber bei dieser Läufergruppe der Vergleich mit den Elitefrauen zutage: Während das starke Geschlecht auf den letzten zwei Kilometern seinen Lauf drastisch verlangsamt, legt das schwache Geschlecht genau in diesem Streckenabschnitt markant zu.

Die Frauen können nach 40 Kilometer das Tempo nochmals deutlich verschärfen.

Die Frauen können nach 40 Kilometern das Tempo nochmals deutlich verschärfen.

Das gilt aber nicht nur für die Weltspitze der Athletinnen: Durch sämtliche Laufniveaus hindurch vermochten die Frauen der betrachteten Läufe am Schluss genügend Energie zu mobilisieren, um nochmals deutlich an Tempo zuzulegen – etwas, was bei den Männern nur die langsamste Gruppe der Untersuchung auf die Reihe kriegt.

Eine zweite Studie untermauert diese Forschungsergebnisse. Erstellt hat sie der einstige dänische Läufer Jens Jakob Anderson. Die 1’815’091 von ihm untersuchten Resultate von Läufern an 131 Marathons quer über den Erdball machten deutlich: Die Männer verlangsamen ihren Lauf nach der Hälfte zwischen 17 und 27 Prozent stärker als die Frauen.

Nachbrenner gezündet: Maja Neuenschwander gewinnt den Wien Marathin 2015. Foto: Herbert Neubauer (EPA, Keystone)

Den Nachbrenner gezündet: Maja Neuenschwander gewinnt Wien 2015. Foto: Herbert Neubauer (EPA, Keystone)

Der Evolutionspsychologe Robert Deaner von der Grand Valley State University hat sich an einer Erklärung dieses Phänomens versucht. Er führt es auf die grössere Risikobereitschaft der Herren zurück. Offenbar leben sie in den Laufschuhen eher über ihre Tempo-Verhältnisse als die Frauen – ich hege aus Erfahrung den Verdacht, dass dies auch bei kürzeren Strecken der Fall ist.

Deaner macht für diese Veranlagung die unterschiedlichen Herausforderungen verantwortlich, denen sich die Geschlechter in ihrer Evolution stellen mussten: Die Männer trugen Überlebenskämpfe aus, bei denen sie sich möglichst schnell mit viel Kraft und Vehemenz gegen ihre Rivalen behaupten mussten. Die Aufgabe der Frauen war es hingegen, das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Sie trugen die Kinder dafür oft stunden- und kilometerlang mit sich. Sie teilen ihre Energieressourcen entsprechend ein. Statt den Mukis war die Strategie ihr Überlebensgarant. Sie sind deshalb – anders als die Männer – am Schluss der Strecke noch in der Lage, einen Nachbrenner zu zünden und an Tempo zuzulegen.

Jasmin Nunige auf dem Weg zum Sieg am Swiss Alpine Marathon 2015. Foto: Samuel Trümpy (Keystone)

Jasmin Nunige auf dem Weg zu ihrem sechsten Sieg am Swiss Alpine Marathon 2015. Foto: Samuel Trümpy (Keystone)

Nach vielen Gesprächen mit Läuferinnen und Läufern vermute ich, dass auch die Psyche der Geschlechter dabei eine Rolle spielt. Die Frauen wollen sich tendenziell auf der sicheren Seite wissen, wenn sie etwas anpacken. Egal, ob in den Laufschuhen oder im Geschäftsleben. Sie zaudern oft, bis sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Herausforderung meistern, bevor sie sie anpacken. Frauen wählen zudem oft die konservative und nicht die offensive Strategie.

Ganz anders die Herren, die in dieser Hinsicht mutiger oder eben risikofreudiger sind. Ich kenne wiederum nur wenige Frauen, die sich selbst überschätzen – das scheint eher die Domäne der Männer zu sein. Etliche vor allem unerfahrene Läuferinnen unterschätzen ihre Fähigkeiten sogar. Erst kurz vor dem Ziel realisieren sie, dass der Energietank noch genügend hergibt, um das Tempo zu steigern.

Also, liebe Frauen: Packt den Stier bei den Hörnern und wagt etwas – ohne die Strategie zu vergessen. Und liebe Männer: Denkt, bevor ihr losrennt – ohne euren Kraftvorteil zu vergessen!

Auch das ist eine Strategie: Bräute lassen beim «Love and Challenge Marathon» in Hanoi, Vietnam, ihre Männer rennen. Foto: Luong Thai Linh (EPA, Keystone)

Auch das ist eine Strategie: Bräute lassen beim Love and Challenge Marathon in Hanoi, Vietnam, ihre Männer rennen. Foto: Luong Thai Linh (EPA, Keystone)

25 Kommentare zu «Die Frauen können länger»

  • Markus sagt:

    Meine liebe Frau Wertheimer, wenn schon Statistik, dann bitte richtig. In diesem Text wimmelt es nur so von Confounders. Die error bars zeigen deutlich, dass die Unterschiede absolut irrelevant sind. Und dann noch ein bisschen Evolutionsgeschichte als Begründung (passt immer, da man es nie widerlegen kann). Scheint, dass hier sehr krankhaft ein Thema gesucht wurde.

  • Andi Neukomm sagt:

    Wer langsamer rennt, MUSS zwangsläufig länger «können».
    Die Überschrift ist deshalb zu ändern in «Die Frauen MÜSSEN länger»
    Optimal rennt man beide Marathon Hälften +/- gleich schnell. Die meisten sind am Anfang zu schnell und werden auf der zweiten Hälfte langsamer, so auch die Autorin.

  • Laszlo Traminer sagt:

    Und komme somit zur Philosophie von Wettläufen (gem. Titel):
    1. Auf Kurzstrecken gewinnt – wer die Strecke so schnell als möglich hinter sich bringt.
    2. Bei Langstrecken (wie Marathon) will man so lange als möglich geniessen.
    Fazit: Ich habe viel längere Pausen.

  • Laszlo Traminer sagt:

    Ich habe mir erlaubt (selbst als eher Sprinter), die Spitzenzeiten bei der Disziplin ‚Marathon‘ anzuschauen. Im Sinne der ’normativen Kraft des Faktischen‘:
    M: 2:02:57 – Dennis Kipruto Kimetto – 29.8.2014 – Berlin.
    F: 2:15:25 – Paula Radcliffe – 13.4.2003 – London.
    Und hoffe, diese Daten entsprechen dem neusten Stand.

  • Laszlo Traminer sagt:

    Ich dachte immer, auch bei einem Marathon zählt schlussendlich – die Gesamtzeit; wie bei einem 100/200m Sprint. Oder einer Abfahrt auf der Streif oder in Wengen. Was also sollen diese individuellen Methoden, nach Abschnitten? Und bei einem Zehn-Kampf (Dekathlon) zählt die Gesamtpunktzahl; egal der individ. Resultate in den Einzeldisziplinen. Welche Frau lief je schneller – als der schnellste Mann?

  • remo hauser sagt:

    Die schnellsten Frauen drücken also nach 40 Kilometer nochmals so richtig aufs Gaspedal? Von 17.5km/h auf 18km/h? Auf einen PKW übertragen entspricht dies einer ungefähren Zunahme des Tempos von 100km/h auf 103km/h! Nicht dass es nicht hart wäre, am Ende eines Marathons nochmals einen Gang rauf zu schalten aber offen gesagt, unter einer „deutlichen Tempoverschärfung“(!) verstehe ich was anderes… Und was soll das sein? Strategie? Hat eher den Anschein, dass sich hier mal wieder jemand in der Gender-Debatte verbremst hat…

  • Hans Müller sagt:

    Das kann auch etwas weniger feministisch interpretieren: Weil die Frauen über den ganzen Lauf gesehen ihre Leistungsreserven nicht ausgeschöpft haben, können sie am Ende noch zulegen. Würden sie den Lauf schneller angehen, hätten sie am Ende die Leistungsreserven vollständig ausgeschöpft und wären insgesamt schneller, Endspurt hin oder her. Die Fähigkeit einen Endspurt hinzulegen, heisst noch lange nicht, dass Frauen hervorragende Laufstrateginnen sind. Wenn schon müsste man untersuchen, wer am Ende seine Leistungsreserven am besten ausgeschöpft hat. Und ein neutraler Beobachter könnte dann ev. zur Einsicht gelangen, dass die offensivere Stategie der Männer in diesem Fall besser ist.

  • Epikur sagt:

    Frauen machen’s am Ende besser? Eine Schwimmerin schwamm an WM die letzte Bahn schneller als ein Topschwimmer. Warum sind die Leistungen dann nicht insgesamt besser? Frauen können offenbar mit der Sauerstoffschuld besser umgehen. Trotzdem gibt es keine (keine einzige!) Sportart, wo die Frauen besser sind. Warum? Mangelndes Training? Warum gehen die Frauen nicht auf die Kitzbühel-Abfahrt? Ich trau es ihnen zu.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Meine persönlich besten Erfahrungen sind die: Eine vom Geländeniveau ähnliche 10k-Zeit x 4,66 hochrechnen. Dann die daraus ermittelte Zeit für km 1, 5 10, 15, 20,
    25, usw. in eine auf den Unterarm geklebte Marschtabelle übertragen. Im Wettkampf etwas verhalten (85%) anlaufen bis km 5, nicht im Pulk vordrängeln, keine, absolut keine Sprints, keine Tempowechsel, so bis km ca. 30. Wenn dann noch was geht, sanft! anziehen. Weiter: Equipment vollständig frühzeitig bei Trainingsläufen testen einschliesslich Ernährung, im Wettkampf nichts mehr ändern, keine anderen Schuhe, Socken, Hose. Nochmal: keine Sprints, gleichmässig durchlaufen.

  • Mate sagt:

    Ein interessanter Artikel. Ich habe oft, gerade bei langen Distanzen zuerst mal mein Tempo gefunden und dann bei einer Frau „angehängt“. Während mein Geschlecht dauernd in Positionskämpfchen verwickelt war und dauernd am „Ellbögeln“, lief die von mir auserwählte meistens ihr Rennen mit mir im Schlepptau. Hielt sie das bis zum Ende durch, habe ich ihr selbstverständlich auch im Ziel den Vortritt gelassen und nicht gespurtet. Oft kam es aber mit der Zeit doch zu einem nachlassen. Dann habe ich mir manchmal eine neue „Partnerin“ ausgesucht. Damit kam ich fast immer ohne grossen Tempoverlust in der zweiten Rennhälfte ins Ziel. Da ich nun auf das Velo umgestiegen bin. Hier nochmals: Danke Ladies.

  • Heinrich Herzog sagt:

    Jawohl!

  • Matthias sagt:

    Männerrennen haben einen total anderen Charakter, weil Männersport meistens auf viel höherem Niveau mit grösserer Leistungsdichte an der Spitze betrieben wird. Marathon bei den Männern ist ein brutales Ausscheidungsrennen, nicht selten wird da zu Beginn über Weltrekord-Pace gelaufen. Klar läuft derjenige, der dies am längsten aushält am Ende dann nicht mehr schnell. Das muss er aber auch nicht mehr um zu gewinnen, weil er seine Konkurrenz (und eben teilweise auch sich selber) vorher kaputt gelaufen hat.

    Die Frauen haben eine viel geringere Leistungsdichte (Triathletin läuft einfach so den EM-Marathon haha). Der Charakter eines Frauenrennen ist komplett anders und viel berechenbarer und dadurch auch besser einteilbar für die Läuferinnen.

    • Dominik sagt:

      Gerade an der Leistungsspitze werden Rennen sowieso meistens strategisch gelaufen. Da geht es nicht um die Zeit sondern um die Platzierung. Eine Tatikt kann das „Kaputtlaufen“ sein, eine andere (z.B. bei 10km Bahnrennen gut sichtbar) das Abwarten und zum Schluss hin ein fulminanter Schlussspurt.

      Da wir nicht wissen, woher die Daten aus der Studie stammen, sagen sie eigentlich nichts aus. Weltklasse oder Hobbyläufer sind zwei unterschiedliche Welten!

  • Rosche sagt:

    Ich würde die Frage „können länger“ ganz anders aufrollen. Vergleichen Sie mal den prozentualen Unterschied zwischen dem schnellsten Mann und der schnellsten Frau.
    Je länger die Distanz, desto interessanter wirds…

  • Felix Stern sagt:

    Das ganze Genderblödeltum wollte uns doch beibringen, dass es zwischen den Geschlchtern keinen Unterschied gibt? Jetzt lernen wir, dass Männer mehr Risikobereitschaft mitbringen als Frauen. Das stimmt wahrscheinlich. Es erklärt auch, warum eher Männer als Frauen in Führungspositionen kommen: mit Abwarten-und-Tee-trinken schafft man so etwas nciht. Dafür sollen es die Quoten jetzt regeln.

    Wieso soll eigentlich eine Strategie, wonach man am Ende des Rennens noch einmal das Tempo erhöht so besonders schlau sein? Sollte man nicht eine Strategie wählen, wonach man ein möglichst gutes Resultat erzielt? Sollte man dann nicht möglichst an die Grenzen gehen?

    • Adi sagt:

      @Stern

      Zu Ihrem letzten Absatz: Ich glaube, Sie misinterpretieren da ein paar Dinge. Wer sagt denn, dass mit der Einteilungsstrategie NICHT „ein möglichst gutes Resultat“ erzielt werden kann…innerhalb der Frauenkategorie (an die besten Zeiten der Herren kommen Frauen eh nicht heran, das ist biolog. bedingt). Mit einer einer schneller gelaufenen zweiten Hälfte kann doch zumindest theoretisch der langsamere erste Teil mehr als kompensiert werden.
      Und wer sagt, dass man unterm Strich mit der Einteilungsstrategie NICHT an seine Grenzen geht? Man powert halt mehr im zweiten Teil, vielleicht noch stärker als die konstant tempobolzenden. Die Einteilungsstrategen werden das Ziel bestimmt nicht ausgeruht und unterfordert errreichen.

      • KA sagt:

        und auch die Genderdiskussion haben sie völlig falsch verstanden. Keine Frau hat gesagt, wir wären gleich wie die Männer!! So ein Blödsinn. Es ging und geht immernoch „nur“ um gleiche Rechte und Pflichten, beidseitig notabene, kommt auch den Männern zu Guten.

        • The American sagt:

          Nein, ich glaube die Genderdiskussion wurde hier absolut richtig verstanden. Der Punkt ist, dass Frauen anders ticken betreffend Risikobereitschaft und Entscheidungsfreude. Beides in Fuehrungspositionen wichtige Eigenschaften. Aber die Politik will mit Quoten Frauen nach oben boxen, koste es was es wolle. Gleiche Rechte heisst nicht automatisch, dass Geschlechter per Quoten geregelt werden muessen.

          • The P. Lutz sagt:

            Wenn mehr Frauen in den Führungspositionen werden vielleicht Werte verschoben…und das passt uns Männern vielleicht gar nicht. Was sind denn so Hochtestosteron-Werte wie Risikobereitschaft und Entscheidungsfreude wert? Gar nichts, weil man mit mehr Empathie oder Geduld oder Ausgeglichenheit genau gleich viel Positives für die Menschheit erreichen kann. Also Männer traut euch an die Quoten.

          • Felix Stern sagt:

            Lutz, „Am Frauenwesen soll die Welt genesen“ ist ein alter Hippie-Spruch. Die Frauen, die es in die Chefetagen schaffen, bringen die gleichen Eigenschaften mit, wie die Männer, die es dorthin schaffen. Das hat die Aufgabe an sich.

      • Felix Stern sagt:

        @Adi: Ich behaupte, die Einteilungsstrategen kommen mit Reserven im Ziel an und haben es daher verpasst, das bestmögliche Resultat zu erreichen. Ich sehe das aus zwei Gründen so: Die Graphiken zeigen ja, dass die Leute, die in der Spitze mitlaufen, kponstanter laufen als die Leute, die auf den hinteren Rängen laufen. Ich denke, das liegt nicht so sehr an der Erfahrung oder der läuferischen Fähigkeit sondern vor allem auch an der Motivation: wenn ich um den Sieg mitlaufe, dann gehe ich ganz anders an meine Grenzen, als wenn ich irgendwo im Mittelfeld herumdümple, wo es ohnehin egal ist, ob ich etwas früher oder später ins Ziel komme. Zweitens: die „Einteilungsstrategen“ scheinen zum Endpsurt auf den letzten beiden Kilometern anzusetzen, gleich wie die Männer in der schwächsten Gruppe.

  • Anh Toàn sagt:

    „Durch sämtliche Laufniveaus hindurch vermochten die Frauen der betrachteten Läufe am Schluss genügend Energie zu mobilisieren, um nochmals deutlich an Tempo zuzulegen – etwas, was bei den Männern nur die langsamste Gruppe der Untersuchung auf die Reihe kriegt.“

    Also die langsamste Gruppe der Männer läuft mit der gleichen Strategie wie die Frauen, aber dies ist die beste Strategie?

  • Matthias Schärer sagt:

    Ungleich verteilte Fettreserven? Möglicherweise? Wäre durchaus auch noch miteinzubeziehen.

  • Daniel Geiger sagt:

    Man beachte die error bars. Ob SE oder SD, die ganzen Unterschiede sind kaum im statistischen Sinne signifikant, auch wenn man das mit nested ANOVA durchrechnen würde. Die Unterschiede zwischen den guten und weniger guten Läufern, hingegen, ist klar. Das ist ja auch nicht weiter erstaunlich. Ich nehme mal an dass die Paragraphenzeichen Signifikanz (zwischen Gruppen oder entlang Distanz?) anzeigen sollten (normalerweise mit 1-3 Sternen). Dann müsste man auch noch sehen, ob hier Probleme mit mehrfachen Vergleichen entstehen und Anpassen der kritischen Werte angezeigt wäre (post-hoc Tests). Die langsamsten Männer legen auch am Schluss nochmals zu. Fazit?
    Also: bitte Graphiken lesen lernen. Wie das Sprichwort sagt: „Lies, dam lies, and statistics.“

    • Anh Toàn sagt:

      Man müsste die gleichen Läufer mt eineren nderen Strategie auf die Strecke schicken und dann vergeichen. Also den Männer sagen, langsam angehen, einteilen, den Frauen (und den schwächsten Männern aber: Angreifen, Gas geben, von Anfang an, nicht abwarten, wie es läuft.

      Ich glaube daran, dass wer gewinnen will (gut sein will, seine Bestzeit verbessern) dies nur mit angreifen, Gas geben (Kette rechts, sagen Fahrradfahrer), und zwar auf jedem Kilometer kann.

      Der physische Nachteil von Frauen ist auf Langstrecken nicht offensichtlich: Bei den Männern sind die besten kleine dünne (Frauen: Fettanteil?) Klappergestelle, bei denen Angst aufkommt, sie fallen auseinander. (Bei Sprintern sieht es dann anders aus: Muskelpakete)

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