Mieten oder kaufen?

Ein Beitrag von Malin Auras*

(Swissrent)

Immer das neuste Modell: Ski-Miete ist auch in der Schweiz im Trend. (Swissrent)

Nach Weihnachten geht es wieder los! Wir starten in die Skisaison – mit Sack und Pack, Kindern und haufenweise Ausrüstung. Die Vorfreude nach der langen Sommerpause ist gross. Der Organisationsaufwand auch: Nachdem ich den ganzen Sommer über diverse Skischuhe im Keller gestolpert bin, kann ich jetzt meinen Helm nicht finden. Die Kinder sind mal wieder aus Ski und Skischuhen herausgewachsen. Die Sachen von der älteren Schwester sind aber noch zu gross oder doch schon wieder zu klein, oder sie drücken an der Seite. Meine Ski bräuchten unbedingt noch einen Service, und am Schuh war doch eine Schnalle kaputt? Und sollte ich mir nicht doch noch einen richtigen Pistenski kaufen – mit den Kindern sind wir ja doch meistens im Skigebiet unterwegs? Nur eines ist sicher – wir sollten die Dachbox montieren, die seit April die Garage verstellt hat.

Wäre es nicht einfacher, die Ski und den ganzen anderen Wintersport-Krempel vor Ort zu mieten? Gute Gründe dafür gibt es genug, wie sich schon längst herumgesprochen hat. «In der Schweiz mieten rund 40-50% aller Gäste ihre Ski», sagt Boris Bossi, Geschäftsführer der Rentaski AG, «wenn man nur die ausländischen Gäste betrachtet, sind es sogar etwa 90%. Dennoch ist der Mietmarkt in anderen Ländern noch grösser. In Frankreich z.B. mieten ca. 80% aller Gäste ihre Ausrüstung. Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass die Wege zum Skigebiet in der Schweiz kürzer sind und es mehr Vielfahrer unter den Einheimischen gibt.»

Wer nur ein paar Tage pro Jahr auf den Brettern steht, hat eigentlich keinen Grund mehr, sich eine eigene Ausrüstung zuzulegen. Beim Preisvergleich im Internet erfahre ich, dass selbst wer zwei Wochen Skiurlaub pro Jahr verbringt und ein Top-Skimodell gekauft hat, etwa drei Jahre fahren muss, bevor der Kauf sich finanziell rechnet. Je nachdem, wie oft man seinen Ski zum Service bringt. Wer mietet, hat dagegen immer das neuste, für die aktuellen Verhältnisse optimale Modell, frisch präpariert und mit geprüfter Bindung – statt Dachbox, Service-Stress und vollgestelltem Keller. Selbst die Abwicklung im Handel ist mittlerweile gut organisiert: «Online wird eine Vorauswahl getroffen oder der Wunsch-Ski bestellt», erklärt Bossi, «die Abholung in der Verleihstation ist dann keine grosse Sache mehr.»

Auch die Skiindustrie hat sich voll auf den Miet-Trend eingestellt. «Wir haben das Angebot im Rental-Bereich klar ausgebaut», sagt beispielsweise Silvan Niederoest, Commercial Manager bei Atomic, «aber auch unsere für den Verkauf produzierten Ski können heutzutage gut im Verleih eingesetzt werden – dank schnell einstellbarer Bindungen und kratzresistenter Oberflächen.»

Trotz all dieser guten Gründe kann ich mich persönlich nicht für einen Mietski entscheiden. Klar – es wäre vernünftiger und stressfreier. Und ich müsste nicht mehr mit meinen Powder-Latten über Kunstschneepisten rutschen. Aber ich liebe meine Ski. Wir haben schon viel zusammen erlebt. Und man weiss ja nie, ob sich nicht spontan ein paar Schwünge abseits der Pisten ergeben…

Mieten Sie Ski und Snowboard, oder kaufen Sie sich nach wie vor Ihre persönliche Ausrüstung? Aus welchen Gründen haben Sie sich für eine der Varianten entschieden?

malin*Malin Auras ist freie Journalistin und schreibt hauptsächlich für das deutsche Skimagazin PlanetSnow. Eigentlich stammt sie aus einem Kleinstädtchen in der Eifel, lebt aber schon seit 15 Jahren in München bzw. in Starnberg – und geniesst noch immer die Nähe zu den Bergen. In ihrer Freizeit trifft man sie beim Joggen im Wald, auf dem Fahrrad oder auf zwei breiten Brettern im Schnee. Im Outdoor-Blog schreibt sie über Wintersportthemen.