10 Gründe, warum man das Gebirge derzeit meiden sollte

1. Es ist schrecklich, die überwältigende Schönheit der Hochalpen zu ertragen. Leidenswille und Schmerztoleranz müssen deshalb extrem hoch sein.

Aussicht vom Wetterhorn im Berner Oberland auf Jungfrau, Mönch und Eiger.

Aussicht vom Wetterhorn im Berner Oberland auf Jungfrau, Mönch und Eiger.

2. Um auf einen hohen Gipfel zu steigen, muss man nicht nur in der Nacht aufstehen. Man wird dafür auch noch mit dem Drama eines Sonnenaufgangs bestraft. Fürchterlich!

Der Mont Blanc im ersten Sonnenlicht. Gesehen vom Rochefortgrat.

Der Mont Blanc im ersten Sonnenlicht. Gesehen vom Rochefortgrat.

3. Unter dem Wolkenmeer wäre man nicht der direkten Sonne ausgesetzt. Man könnte sich das Geld für die teuren Cremen sparen.

Das Mattertal vom Zmuttgrat am Matterhorn gesehen.

Das Mattertal vom Zmuttgrat am Matterhorn gesehen.

4. Statt in der Badi die Seele baumeln zu lassen, muss man sich im Gebirge unentwegt konzentrieren. Man darf nicht einmal stolpern.

Eine Seilschaft beim Abstieg vom Bietschhorn, Wallis.

Eine Seilschaft beim Abstieg vom Bietschhorn, Wallis.

5. In den Hütten ist die Freiheit auch nicht mehr wie früher. Schnarchen ist heutzutage unerwünscht.

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Nicht schnarchen: Schild in einer Hütte.

6. Grosses Pech, wenn man als Seilschaft ganz allein auf einem Viertausender steht. Wie langweilig!

Auf dem Matterhorngipfel.

Auf dem Matterhorngipfel.

7. Mühsam, wenn eine Route keine Bohrhaken oder Fixseile hat. Alles muss man selber machen! Selbstsicherung legen – und diese dann auch noch entfernen.

Keil und Friend.

Keil und Friend.

8. Eis, Schnee und kalte Finger auch im Hochsommer.

Am Younggrat zum Breithornzwilling, Wallis.

Am Younggrat zum Breithornzwilling, Wallis.

9. Ärgerliche Regeln in den Hütten und Biwakschachteln, die man einhalten sollte. Betonung auf «sollte».

Eine grossgeschriebe Bitte im Arben-Biwak.

Eine grossgeschriebe Bitte im Arben-Biwak.

10. Die Probleme beginnen hier oben, schon bevor der Tag anbricht. Kaum ist eines gelöst, stellt sich das nächste. Es hört nicht auf, bis man endlich wieder zu Hause ist.

Am Rotgrat auf den Alphubel, Wallis.

Am Rotgrat auf den Alphubel, Wallis. Bilder: © Archiv Natascha Knecht

Weshalb meiden Sie das Hochgebirge im Sommer?

22 Kommentare zu «10 Gründe, warum man das Gebirge derzeit meiden sollte»

  • Zar Ernst sagt:

    Die Bergler verbringen ihre Freizeit in den Bergen, die Städter sollen bleiben wo sie sind.

  • Joachim Adamek sagt:

    Frau Knecht hat den wichtigsten Grund vergessen, weshalb ein übervolles Badi immer noch besser ist, als ein Ausflug ins Gebirge: Denn wenn man nicht gerade in einer Hütte ist oder eine mit WLAN ausstaffierte Terrasse erwischt, hat’s kein Internet. Es gibt zwar auch ein Leben ohne Internet, aber ein Leben offline macht keinen Sinn.

  • Ralf Kannenberg sagt:

    Finde ich super, dass meine Vorredner die Berge so schlecht finden. Ich habe ohnehin keine Lust, solche Miesmacher in meiner Freizeit da oben antreffen zu müssen.

  • hallo mitenand

    ich danke natascha für den interessanten artikel.
    ich stimme Ihr zu, viele hochtouren sind momentan nicht empfehlenswert.

    bei dieser wärme kann man schon noch hochtouren machen. die frage ist wo? die touren muessen einfach sorgfälitg ausgewählt werden, da die objektiven gefahren zunehmen. wenn es weiterhin so warme sommer gibt, (was wir für die gletscher und berge ja nicht wollen) wird sich der zeitpunkt vieler hochalpiner, klassischer touren vom zeitpunkt her verlagern.

    das heisst: viele hochtouren werden dann schon im mai, und juni unternommen. im herbst gehts dann mehr auf die ausgeaperten langen grate. der herbst ist für viele grosse touren eh die beste jahreszeit.

    wenn ich die super fotos von natascha sehe, dann 1000mal lieber berge, als in die fleischmenge der badi. aber jedem das seine.

    ich wünsche allen gute touren.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • Muttis Liebling sagt:

    Ein Grund, 10 oder 1..Unendlich viele Gründe für irgendetwas nicht zu formulieren! Es gibt immer beliebig viele Argumente und wenn in einer Zeitung jeden Tag steht ’n Dinge wegen …‘ ist das Trivial Journalismus.
    Es gibt nur einen Grund, im Sommer, im Winter, im Herbst oder im Frühling nie in die Berge zu gehen: Wir haben da nichts zu suchen. Jeder Wanderweg, jede Skipiste ist das gleiche, wie eine Narbe im Gesicht eines Menschen. Für die Natur und damit für uns, können wir nur eines tun: Wir lassen die Natur in Ruhe. Die Welt des Menschen ist die Stadt, wenn es gelingt auf 1 qm Grundfläche 100 Menschen zu beherbergen, statt 1 Menschen 100qm Grundfläche zu geben.

    • Marc Schinzel sagt:

      Das scheint mir eine reichlich kulturkolonialistische Attitüde zu sein. Alle müssen so leben wie ich, sonst versündigen sie sich an der Natur. Ob das die Leute, die seit Jahrtausenden in Bergregionen leben, auch so sehen? Frage mich, wie die Städte entstanden sind. Sollen am Ende gar keine Menschen auf dieser Erde leben, da sie eh nur Naturnarben verursachen? Der Bilderbuchsommer könnte Sie doch auf weniger krude Gedanken bringen?

  • Marc Schinzel sagt:

    Ganz tolle Fotos! So fotogen ist die Badi nicht – Badende teilweise ausgenommen.

  • Jean-Luc sagt:

    Meh, lieber in Kanada mit dem Helikopter.

  • Markus T. Hangartner sagt:

    Aber, aber…was sind denn das für Englischkenntnisse?….also bitte…snoring heisst schnarchen..snorkeling heisst schnorcheln….in der Hütte ist’s völlig richtig angeschrieben!

    • Mario Monaro sagt:

      Aber wie man sich daran halten soll, ist mir noch nicht so recht klar…

    • Jumis Schwab sagt:

      Das stimmt, in der Hütte ist es auf englisch richtig angeschrieben. Aber in der Bildlegende auf deutsch sollte wohl eher schnarchen als schnarcheln stehen…

      • Roland K. Moser sagt:

        Schnarcheln ist die helvetisierte Form von Schnarchen.
        Gruss aus dem Reservat für Einheimische.

  • Simon Oberli sagt:

    Wer das Hochgebirge in der Sommersaison meidet, erspart sich den Anblick der rasant dahin schmelzenden Gletscher. Siehe http://www.GletscherVergleiche.ch.
    @Natascha Knecht: Danke für die tollen Fotos.

  • Dieter Neth sagt:

    Weil ich zuwenig organisiert bin, um mich hier auf eine Hochtour vorzubereiten. Hüttenplatz reservieren, Bergführer, Ausrüstung, unsicheres Wetter. GELD! Der Titlis wird reichen müssen. Man sucht sich einen schönen Tag raus und gut ist. Vielleicht in der Zukunft, wenn 4 wöchige Sonnenperioden am Stück normal sind, probier ichs mal. Dann sehen die Alpen so aus wie der Wheeler Peak in Nevada. Da war ich schon mal oben, immerhin 3982 Meter hoch. Keine Hütte, kein Führer, und kein Seil. Und kein Schnee! Wetterbericht überflüssig. Ist aussichtsmässig aber nicht mit dem Bild vom Matterhorn zu vergleichen, ausser bei der Fernsicht. In Nevada 300 km in alle Richtungen. Und kein Mensch im ganzen Nationalpark ausser mir.

    • Armin sagt:

      Den Wheeler Peak gibts sehr wohl mit Schnee.
      20. Juni 2011: In Baker Schneeschuhe gemietet und im Pulverschnee zum Gipfel gespurt. Kein Mensch weit und breit. Mit einer Schartenhöhe von 2305 m und einer Dominanz von 320 km übertrifft er alle Schweizer Alpengipfel. Das garantiert den ungehinderten Blick über die flimmernde Wüste (unten waren es rund 100°F (38°C)).

  • Alan Miller sagt:

    Es ist noch viel schlimmer: Bis vor kurzem war in den Hütten nur schnarcheln (Legende zu Bild 5) nicht erwünscht – jetzt darf man dort auch nicht mehr schnorcheln. Da lob‘ ich mir die Malediven.

    • Peter Juon sagt:

      Die Bildlegende heisst: „schnarcheln“. Nirgends steht schnorcheln. Was soll der Witz? Ist es gar kein Witz?

  • Talabot sagt:

    Danke für den ersten Frühmorgen Lacher, echt witzig ! Ausdruckstarke Bilder; gefällt mir zwar, aber bin froh, dass ich die Badi extrem nah habe und einen Sportpass kaufen konnte für die beste Jahreszeit.

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