Marathon war gestern

(Flickr/Deanna Young)

Naturnähe und Grenzerfahrungen: Immer mehr schwören auf Trail-Running. (Flickr/Deanna Young)

Es ist ein Phänomen. Immer mehr Leute machen Trail-Running – und das, obschon eigentlich niemand genau weiss, was das überhaupt ist. Eine allgemeingültige Definition gibt es nämlich nicht. Die einen sagen, der Traillauf beginne da, wo der Asphalt aufhöre. Es sei nichts anderes als joggen auf Naturwegen und Trampelpfaden. Im Prinzip gehört da auch die Feierabendrunde im städtischen Wald dazu, sofern sie eben nicht über Beton führt. Damit sind andere nicht einverstanden. Sie siedeln den Trail-Run zwingend in den Bergen an. Er beinhalte Wurzeln, Geröllfelder und Bachbette, die man laufend überquert.

Aber es geht – natürlich – noch weiter, höher, schneller. Trail-Running bedeute, «grosse Distanzen, viele Höhenmeter, Renntempo. Die Zahl der Fans dieser neuen Sportart explodiert geradezu», berichtet der Schweizer Alpen-Club in seiner Mitgliederzeitschrift «Die Alpen» und zitiert einen «Fan»: Von einem Trail könne man erst reden, wenn die Route über 42 Kilometer lang sei und «eine rechte Dosis Höhendifferenz hinauf und hinunter aufweist». Tatsächlich werden mehr und mehr Ultra-Marathons ins Leben gerufen. Die einst als «unmenschlich» verschrienen 31 Kilometer des Sierre-Zinal mit den 2200 Metern Höhendifferenz gelten heute als Nasenwasser im Vergleich zum Ultra-Trail du Mont Blanc mit 168 Kilometern Distanz und 9600 Höhenmetern.


Höchstleistung vor beeindruckender Kulisse: Ultra-Trail du Mont Blanc. (Quelle: Youtube)

Ausstieg aus der Konsumwelt?

Ob Liebe zur Natur oder Suche nach der extremen Leistung: Die Motive seien unterschiedlich. Im Unterschied zum «gewöhnlichen» Marathon stehe bei den Ultra-Marathons weniger die Zeit im Vordergrund, sondern das Erlebnis in der Natur und die Konfrontation mit der eigenen körperlichen Grenze, sagt eine Läuferin im «Alpen»-Artikel. Muskelschmerzen und Übelkeit nehme man in Kauf. Trail-Running sei ein Weg, um «aus der Konsumwelt auszusteigen». Sportpsychologe Jérôme Nanchen sieht es anders: «Der Leistungskult ist ein sehr hoher Wert in unserer Gesellschaft. Heute rennt man nicht mehr für Geld, sondern für soziale Anerkennung.»

Einigkeit herrscht immerhin in einem Punkt: Trail-Running ist keine neue Erfindung. Früher nannte man das Geländelauf, Bergmarathon, Panoramalauf, Landschaftslauf etc. Neu ist dagegen, dass die Industrie das Potenzial entdeckt hat, die Ausrüster speziell dafür ausgerichtete Schuhe, Rucksäcke, Trinkschläuche, Stöcke, Jacken, Stützstrümpfe etc. entwickeln und Hunderte von Millionen umsetzen.

Mir soll das recht sein. So gute Laufschuhe wie ich derzeit benutze, hatte ich noch nie. Und das, obschon meine bescheidene «Dosis» Traillauf zumeist nach Feierabend im städtischen Wald stattfindet. Ohne Stoppuhr und ohne Suche nach dem höheren Sinn.

Was halten Sie von Trail-Running?

35 Kommentare zu «Marathon war gestern»

  • J. Marti sagt:

    Also ich persönlich bin auf Trailrunning gekommen weil ich einfach schneller unterwegs sein wollte als wandernd. Wenn man mit Trailrunning beginnt (und auch später) braucht man nicht hunderte von Franken für Ausrüstung auszugeben. Beginnen kann man bereits mit einem Paar guter Schuhe. Bis man nämlich genug Kondition für Geländelauf im Aufstieg hat dauert es seine Zeit. Auch in den Anfängen ist es aber ein sehr schöner Laufsport, man ist draussen, geniesst die Natur, wenn man oben ist wird man meistens mit der schönen Aussicht belohnt, der Rückweg ist meistens lockerer… ;))) Es zählt vorallem das Erlebnis und der persönliche Trainingsfortschritt.

  • Joachim Adamek sagt:

    Zu Sinn und Unsinn von Trailrunning möchte ich mich nicht äussern. Eins werde ich wohl nie begreifen: Woher die „Bergläufer“ ihre Kraft, Kondition und Flinkheit nehmen. Von der Praxis alleine sicherlich nicht. — Ich suche etwas anders in den Bergen. Aber ich überlasse ihnen gerne den Weg, wenn sich meiner mit ihrem kreuzt. Ein gewisser Neid ist dabei zweifellos vorhanden.

  • harry sagt:

    schöner satz am schluss: „ohne Suche nach dem höheren Sinn“…

    endlich jemand der zugibt, dass die ganze rum-rennerei komplett sinn-frei ist.

    • Rosche sagt:

      Denke nicht, dass es etwas mit zugeben hat. Wenn es jemandem bei der Sinnsuche hilft, schön. Hauptsache man hat was, das einem einen echten Sinn gibt. Vom mir aus darfs auch gerne Briefmarkensammeln oder was weiss ich sein. Hauptsache der Mensch hat eine Passion. Das Einzige, was unverzeihlich ist, sind die abgestumpften, blutleeren Zivilisationsopfer. Haben materiell alles und sind trotzdem unglücklich und fett (ja, Erste-Welt-Probleme).

      Zum Thema: Trailrunning habe ich noch nie gemacht, jedoch seit Jahren Berglauf ;-) Gibt nichts Schöneres.

  • Palindrom sagt:

    Was soll daran falsch sein, dass sich die Leute in der Natur bewegen? Natasha Knecht recycled leider einzig den SAC-„Alpen“-Artikel, ohne wesentliche eigene Erfahrungen beizufügen. Beim SAC beobachtet man diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen, da einerseits ein Teil der (westschweizer) Eliteläufer aus deren Förderung der Skitourenrennen stammt, andererseits sie die Definitionsmacht über das „klassische Besteigen“ der Berge für sich gepachtet haben. Zum Glück bestimmt – im Gegensatz zu Triathlon oder Marathon – jeder selbst, was für ihn Trailrunning bedeutet. Ob die forcierte Hausrunde durch den Wald, das flowige Tänzeln über den Wanderweg oder grobe alpine Herausforderungen – jedem Tierchen sein Pläsierchen! Die Distinktionsthese (citius, altius, fortius – also bin ich geiler as du) dürfte daher nicht allgemeingültig sein. Meinem läuferischen Umfeld (erfolgreich an UTMB, TdG, MdS, Irontrail, Spine, Bieler, K78 etc.) geht es jedenfalls weit überwiegend um den guten Flow, das Erlebnis Natur, das Erkunden neuer Gegenden und vorallem um die Begegnung mit Menschen. Die zitierte Aussage des Sportpsychologen Nanchen ist zwar plakativ, aber sinnfrei: die Menschen sind in ihrer freien Zeit noch nie für Geld gerannt, sondern immer nur zur Freude und bestenfalls für Anerkennung. Ohnehin erscheint es abstrus, die „raison d’être“ einer Sportart von den Meisterschaften her zu erklären! Kein Kind beginnt Fussball zu spielen, weil es alle vier Jahre Weltmeisterschaften gibt, sondern immer nur aus purer Freude! Aber unzweifelhaft haben Bilder von Kona oder Chamonix zahllose Sportler motiviert, es ähnlich zu tun. Spannend dann auch, wenn einzelne Kommentatoren einen Widerspruch zwischen „Trend“, einem erweiterten Produkteangebot und „Flucht von der Konsumwelt“ sehen. Wie bei zahllosen anderen Tätigkeiten – ob mit sportlichen Anspruch oder nicht – geht es doch hier um die Käuflichkeit von Gefühlen und Erfahrungen! Der Sonnenaufgang auf dem Berg fühlt sich ganz anders an, wenn man erst hochsteigen musste und nicht gefahren wurde. Das Glücksgefühl, fernab des Massentourismus plötzlich Aug-in-Aug vor einem majestätischen Steinbock zu stehen, ist nicht kommerzialisierbar. Ebenso wenig die Dankbarkeit für einen Teller Polenta, Salsiccia und die Geschichten des Älplers nach einem langen Tag in den Bergen. Für solche authentischen Gefühle muss man nicht Laufen, aber es ist ein guter Weg dazu!

    • Gabi sagt:

      Danke für den Kommentar. Ich unterschreibe sofort!
      Aber ich sehe auch, dass es schwierig ist, etwas zu verstehen, das man nicht selbst erlebt hat. Das ist heute nicht anders als vor 20 Jahren. Hauptsache, man Freude an dem, was man tut

  • Peter Kobelt sagt:

    Als einer, der erst spät zum Laufen gekommen ist, kommt mir der Geländelauf sehr entgegen. Sportgeschädigt machen die Knie und Hüften Laufen eigentlich nicht mehr mit, jedoch bieten mir die unterschiedlichen Untergründe, unregelmässigen Schrittlängen, erhöhter Koordinationsaufwand, kurze knackige Anstiege und ganz generell die Abwechslung eine äusserst angenehme Lauferfahrung. Müsste ich kilometerweise auf dem Asphalt abspulen, hätte ich das Laufen schon längst aufgegeben.

    Leider aber gibt es – zumindest in meiner Region – relativ wenige normale Geländeläufe. Fristet wohl neben Marathon und Ultra-Giga-Mega-Läufen ein gewisses Schattendasein.

  • TrailRoger sagt:

    Fred hat schon recht damit, dass es „solche Sachen“ früher schon gab. Den aktuellen Trend hingegen nicht: Viele der längeren Trail-Rennen, so ab Marathon aufwärts, fordern eine gewisse Teil-Autonomie, bieten also (wenn überhaupt) nur noch ganz wenige Verpflegungsstationen an; in Frankreich gibt es mehrere 70-Km-Rennen die gänzlich darauf verzichten. daraus ergeben sich dann schon gewisse „Selbsterfahrungs-Szenen“ die uns Zivilisationsleichen völlig fremd sind. Ob das jemand zusammen mit ein paar hundert Anderen oder lieber alleine erlebt, ist dann nur noch Geschmackssache.
    Und: ich finde es immer noch nicht verwerflich, wenn ein Hersteller ein Teil verkauft (das mir unterwegs hilft) und dafür Geld verlangt. Ich hatte geglaubt, die geldfreie Welt sei vor ein paar Monaten abgeschafft worden…

  • Fred sagt:

    In Zeiten, ihn denen Krethi und Plethi Marathon laufen, muss man sich schon von anderen absetzen :)
    Nein, im Ernst – wenn Marathon zum Massensprt wird, werden natürlich auch deutlich mehr Leute sich die Frage stellen, wo eigentlich ihre Grenze liegt. Das herauszufinden, bedarf natürlich einer etwas grösseren herausforderung. Sprich Bergmarathon oder Ultra oder wie auch immer die Dinger heissen.
    Generell gabs diese Sachen früher auch schon – ich sage nur Rennsteiglauf oder Biel. Dass das früher einigen Freaks vorbehalten war, lag auch an der nicht so einfach zugänglichen Information über diese Anlässe. Heute googelt man fix das Datum oder Trainignsplan und Ultramarathon… und schwups, weiss man, was einen erwartet.
    Und sind wir mal ehrlich – die einzige Entschuldigung, sowas wie einen Zürichmarathon zu laufen, ist, dass man direkt mit dem Tram oder Velo anreisen kann. Ansonsten gibt viel schönere Strecken durch die Natur. Dass sich das dann Trail nennt – gut, wenn´s dem Marketing hilft…

    • Lukas Aeschbacher sagt:

      Musste lachen wegen dem Zürich Marathon, denn bei mir war es genau so: Mein erster Zürich Marathon war sozusagen ein Testlauf als Vorbereitung für den Swiss Alpine K42. :-) Und meine Trailrunning-„Karriere“ hat damit begonnen, dass ich einfach bei Wanderungen schneller vorwärts kommen wollte und daher halt die einfacheren Streckenabschnitte gerannt bin – in Wanderschuhen… pardon, Trekking-Schuhen. Erst später kam die Idee, das in Turnschuhen… pardon, Running-Schuhen zu tun.

  • Heinz Blaser sagt:

    Hauptsache es gibt dafür eine coole, moderne, trendige Bezeichnung und natürlich die passende Funtionsbekleidung und Outdoor Gear.
    Damit lässt sich jede noch so herkömmliche Sportart vermarkten und in Geld umwandeln.

    • Palindrom sagt:

      Genau! Und darum ist ja nun auch bei Ochsner-, SportXX und Co. der ganze Laden mit diesem neuen, bunten, nur zur Verführung des Badiathleten vorgesehenen Outdoor-Krams überstellt! [irony/off]

  • Daniel sagt:

    Bedenklich, was in diesem Report zu lesen ist. Da sucht man trailrunnenderweise „einen Weg, um aus der Konsumwelt auszusteigen“, und befeuert damit einen Millionenmarkt, weil man ja schliesslich top ausgerüstet sein will. Und wer diesen Sport betreibt, um damit „im Leistungskult unserer Gesellschaft soziale Anerkennung zu erlangen“, des sollte sich vielleicht einmal grundsätzlich Gedanken darüber machen, ob er in der für ihn richtigen Gesellschaft verkehrt, und ob er nicht langsam mal etwas verändern sollte. Das geht am besten bei einer beschaulichen Wanderung, wo man sich auch mal an einen idyllischen Bergsee setzen und den Gedanken freien Lauf lasen kann.

    • Daniel sagt:

      Oh, da ist noch ein „s“ auf der Strecke geblieben, liefere es für „lassen“ hiermit nach.

    • Daniel Tannacker sagt:

      @Daniel: Warum nur so negativ Hobbies andererer Leute abwerten? Sie wandern gerne, andere Laufen (eine der ursprünglichsten menschlichen Bewegungsformen, neben dem Gehen), spielen Ballsport. Wieder andere besaufen sich in der Freizeit lieber im Fussballstadion oder hängen vor dem Fernseher.
      .
      Konsum: Es gibt wohl nicht allzu viele Hobbies die einen geringeren Konsum voraussetzen als der Laufsport. Für CHF 400 sind Sie voll ausgerüstet für Hunderte Stunden Sport. Und wieso der Laufsport so viel höhere Investitionen als ihr geliebtes Wandern erfordert, würde ich auch gerne von Ihnen erklärt haben.

  • Franz sagt:

    Danke für die Anregung! Probiere ich auch mal, da werde ich sicher nicht durch rauchende Zuschauer belästigt!

  • Patrick Brenner sagt:

    Der Swissalpine Marathon feiert in diesem Jahr sein 30 jähriges Bestehen. Was soll am Trailrunning neu sein?

  • tina sagt:

    mich stört nur, wenn eine extra industrie um etwas angekurbelt wird, was nur darum ein hype geworden ist, damit geld gemacht werden kann.

    • Medusa sagt:

      Wie heisst es doch so schon auf Marketingsprech: Am Ende triggert immer noch der Customer die Purchase decision.
      Achtung, Sie müssen jetzt jetzt bitte ganz stark sein, aber: Man muss nicht immer so blödsein, den ganzen Schrödel auch zu kaufen. Vor allem, wenn man ihn nicht braucht.

    • Palindrom sagt:

      Da stimme ich Ihnen bei. „Modernes“ Trailrunning ist keine neue Geschichte, sondern hat sich in dieser Form 1989 in Frankreich aus der „Raid Gauloises“ entwickelt. Das war zwar ein Marketingkonstrukt für die bekannte Zigarette (soll also noch einer behaupten, Rauchen sei schlecht), führte aber zu einer grossen medialen Aufmerksamkeit. Das wiederrum befeuerte v.a. in Frankreich, Italien & bei uns im Unterwallis die seit langem existierende Berglaufszene (Sierre-Zinal seit 1974). Nun ist „Trailrunning“ auf unserem deutschsprachigen Radar aufgetaucht. Für die Weiterentwicklung der Ausrüstung ist das ein Segen. Aber eigene Erfahrungen kann man nicht kaufen!

    • Roland K. Moser sagt:

      Niemand muss mitmachen.
      Ich habe immer nur ganz normale Jogging-Schuhe.
      Die trage ich sogar immer, und nicht nur zum Joggen. Eben weil sie dämpfen und der Mensch nun mal nicht dafür gemacht ist, auf Beton rumzulaufen.

  • Roland K. Moser sagt:

    „…So gute Laufschuhe wie ich derzeit benutze, hatte ich noch nie…“ Dem stimme ich zu. Danke an die Industrie!

    • Fred sagt:

      Wann wird eigentlich die nächste Five-Fingers-wasweissich-barfussnatural-Laufschuh-Sau durchs Blogdorf getrieben? Oder sind dieses Jahr die mundgetöpferten tibetanischen Feng-Shui-Sandaletten der letzte Schrei?
      Sommerloch, ich warte!!

      • Roland K. Moser sagt:

        Ich habe ganz normale Jogging-Schuhe.

        • Markus Schöpfer sagt:

          Ich kaufe immer die billigsten Laufschuhe! Sie sind besser als Schuhe vor 10 Jahren!
          Aber Trailschuhe sind natürlich was anderes! Die erforderliche Qualität hat ihren Preis!

          Trailrunning ist besonders anspruchsvoll, aber gibt auch eine grosse Zufriedenheit zurück!

    • Stefan sagt:

      Ihr dankt wirklich der Industrie dafür, dass ihr Schuhe bekommen habt, die euren Laufstil zerstören, womit ihr dann eure Gelenke zerstört? Stockholm Syndrom in der Laufszene nennen ich das.
      Verflucht die Laufindustrie, werft die Schuhe weg und geht Barfuß laufen, oder mit einfachen, billigen Sandalen. Im Winter mit billigen Neopren Schuhen mit dünner Sohle und null Sprengung. Oder mit einfachen Sneakers mit dünner Sohle und null Sprengung wie es bis in die frühen 70er alle getan haben.
      Macht sich über Leute lustig, die auf die Industrie rein fallen und son lächerlichen Scheiß wie Stützstrümpfe kaufen, fällt aber selber drauf rein und lässt sich erzählen, dass mit der Ferse voran den Fuß vor dem Körperschwerpunkt in den Boden rammen ein Laufstil wäre. Für so eine kranke Fortbewegungsart bracht man auch Behindertenschuhe, die den Aufprall dämpfen.
      Da kannst du dich besser über Leute lustig machen, die voll auf dem Natural running trip unterwegs sind und „Barfuß Schuhe “ kaufen für viel Geld, wo Barfuß laufen doch kostenlos ist….

      • Roland K. Moser sagt:

        Ohne Sohlen mit Dämpfung joggen gehen?
        Wieviele Stunden p.a. joggen Sie?

      • Palindrom sagt:

        Stefan – was hat das mit Trailrunning zu tun? Der Markt bewegt sich dort zwischen den beiden Extremen Hoka und den Luna-Sandals. Die meisten Trailrunner nutzen überwiegend Schuhe aus dem Natural-Ecke. Leicht, flexibel, wenig gedämpft und mit einer Sprengung von 3-6mm. Die fluffig gedämpften Hoka’s (übrigens mit einer Sprengung von 0-3mm) sind alles andere als weit verbreitet und werden auch nur auf Ultra-Distanzen gebraucht.

        • Stefan sagt:

          @Palindrom
          Nun ja der Artikel kam vom Trailrunning zu Schuhen und der erste Kommentar ging darauf ein.
          Ich bin selbst erst durch Waldläufe zum Barfuß laufen gekommen, Asphalt macht mir keinen Spaß mehr und Barfuß laufen macht im Wald am meisten Spaß. Dabei bin ich dann zurück auf den Vorfuß gekommen, was ich als Jugendlicher noch getan habe in einfachen Sneakers und auch schon Barfuß. Dann kam jemand, der mir gesagt hat, dass ich falsch laufe und ich Schuhe mit Monster Dämpfung und Sprengung brauche. Damit habe ich dann die Industrie 20 Jahre gefüttert. Erst das Trailrunning hat mich zurück gebracht. Luna Sandals besitze ich zwar, aber im Nachinein zu teuer die Dinger, obwohl die deutlich länger halten als normale Laufschuhe. Außerdem dämpfen die zu viel.
          Für mich war Trailrunning der Weg weg von Schuhen und zurück zu einem guten Laufstil. Knie Probleme sind weg und ich laufe schneller und weiter als je zuvor in meinem Leben.

          @Roland: krankheitsbedingt liegt der letzte Wettkampf länger zurück, da waren es 25 km, 800 Hm in 2:32 h in Sandalen.
          Diese Woche habe ich langsam wieder angefangen mit 50km in einer Woche komplett Barfuß. Das geht jetzt wieder hoch auf 70-100 km pro Woche.
          Das schult einen sanften Laufstil, der Fuß und die Wade/Knie kam alles auffangen und viel besser als jeder Schuh. Ok einen UTMB würde ich Barfuß nicht antreten, aber evtl in meinen Neopren Schuhen….wenn ich jemals in die Form dafür komme, mich qualifizieren kann und dann auch noch das Glück habe aus dem Lostopf gezogen zu werden.

          • Roland K. Moser sagt:

            Ich kenne all die modernen Laufschuhe nicht. Ich kenne nur den klassischen Jogging-Schuh.
            Hier in der Schweiz können Sie nur auf Wiesen und auf Waldboden barfuss joggen. Alles andere belastet Knie und Hüften zu stark.

          • Roland K. Moser sagt:

            Ihre Sandalen haben auch Sprengung und eine dämpfende Sohle. Oder irre ich mich?

          • Palindrom sagt:

            Glückwunsch Stefan! Ich staune auch immer, wie mein 4-jähriger barfuss über Kies & Co. läuft! Das macht er hoffentlich noch lange! Trotz etlichen 100-Kilometern mit den FF oder dem TrailGlove ist meine Fusssohle empfindlich geblieben. Das, was für mich Traillaufen bedeutet, beinhaltet aber auch alpine, steinige Strecken. Dort käme ich in solchen Schuhen nur extrem langsam oder gar nicht vorwärts. Nicht ohne Grund hatte Ötzi schon Schuhe an – sicher nicht (nur) wegen der Kälte! Wenn man Trailrunning als „back to nature“ versteht, dann ist der ganze zivilisatorische Lebensstil zu hinterfragen. „Artgerechtes Leben“ bedeutet für uns Menschen nun halt, auf den einen oder anderen „zivilisatorischen“ Luxus zu verzichten. Und das letztlich nicht, um ein besserer, schnellerer oder gesünderer Mensch zu sein, sondern einzig um eine tiefe Zufriedenheit zu erhalten. Wenn ich morgens so um mich schaue, so wissen viele Menschen schlichtweg nicht mehr, wie sich „gut fühlen“ – so wie in Kindstagen – wirklich anfühlt!

          • Stefan sagt:

            @Roland
            Selber ausprobiert?
            Stimmt auch gar nicht, oder glauben Sie der Mensch hat mit dem Speer die Jagd abgebrochen, weil es über Felsen ging?
            Da gibt es mittlerweile viele Untersuchungen zu, auch auf Beton ist Barfuß besser für die Gelenke.
            Macht auf Waldboden aber mehr Spaß.
            Komm grade von einer Runde im Urlaub zurück. 11 km Strand, Wald und Felsen Barfuß incl Klettereinlagen, durchs Meer waten und schwimmen in 1:10 h – macht höllisch viel Spaß den Untergrund wirklich zu spüren. Selbst Miesmuscheln machen mir nichts mehr aus, treten ich sogar gerne drauf, mehr grip als auf Algen.

            http://gelenk-doktor.de/sprung-gelenk/laufen-joggen/wie-kann-der-orthopaede-lauftraining-unterstuetzen

          • Stefan sagt:

            Nachtrag weil ich die letzten beiden Beiträge erst jetzt sehe:

            Nein, die Sandalen haben keine Sprengung und ja natürlich dämpft 5-9 mm Gummi etwas. Nehm ich auch nur, wenn steinige Downhills im Wettkampf anliegen, wenn ich Barfuß trainiere mach ich halt keine suicide Downhills sondern passe die Geschwindigkeit an. Lebe aber im Flachland, um 500m hohe Hügel zu haben fahre ich 45 min mit dem Auto.

            Minimal Schuhe sorgen nicht für eine unempfindlichere Fußsohle, da muss man ein paar Wochen etwas leiden. Am besten erstmal nur Barfuß gehen, aber Erfolge stellen sich schnell ein und es lohnt sich!

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