Die Bikeszene in Zürich hat ein Problem. Die Stadt will den grössten Bikepark bauen, den eine Schweizer Gemeinde je geplant hat. Die Ausgangslage scheint gut, schliesslich beabsichtigt Zürich, hinter der Überbauung Sihlcity zwei Millionen Franken für Biker zu investieren. Pumptracks, Dirtjumps und eine BMX-Bahn sollen dort entstehen – eine Anlage, die von den Bikern herbeigesehnt wird wie das Hardturm-Stadion von Fussballfans. Doch das Projekt droht zu kippen.
Dabei sind es nicht Politiker, die mit dem Rotstift Budgets für Sportanlagen zusammenstreichen. Es sind auch nicht Anwohner, die dagegen rekurrieren, wie beim Freestyle-Park, der erst nach jahrelangen Verfahren auf der Allmend endlich entsteht. Die Gründe liegen in der Geschichte dieses Sports und dem Alleingang eines Bikers.
Das Projekt Sihlcity hat bereits zwölf Jahre auf dem Buckel. Eine Zeit, in der Pläne geschmiedet und gekippt, Hoffnungen geweckt und wieder zerstört wurden. Eine Zeit, in der sich das Biken vom simplen Off-Road-Fahren zu einem Sport mit einem halben Dutzend Disziplinen entwickelt hat. Eine Zeit auch, in der innerhalb der Zürcher Szene nicht nur Brücken geschlagen, sondern auch tiefe Gräben ausgehoben wurden und Freunde zu Feinden mutierten.
Eine umfassende Analyse der Ursachen würde wohl für eine soziokulturelle Masterarbeit der pädagogischen Fachhochschule reichen. Doch für einige Antworten lohnt sich der Blick zurück auf die Entstehung des Mountainbike-Sports.
Hauptsache Freiheit
Als eine Handvoll Kalifornier Ende der 60er-Jahre ihre schweren Räder mit den dicken Reifen bergauf schoben, waren sie beseelt von einem Gefühl der Freiheit. Sie hatten die geteerten Strassen verlassen und ratterten Off-Road ins Tal. Der Pioniergeist steckte immer mehr junge Menschen an, Bikes wurden modifiziert, Bergwege und Waldpfade erobert und schliesslich war das Mountainbike geboren. In den 80er-Jahren erreichte das neue Rad die Schweiz und Zürich.
Die neue Freiheit, die das Bike versprach, faszinierte in der Limmatstadt immer mehr Leute. Die anfangs kleinen Gruppen von Bikern, die den Uetliberg hinabfuhren, wurden immer grösser. Sie begannen, sich eigene Weg durch das Unterholz zu bahnen. Dieser Freiheitsdrang führte zu Konflikten. Fussgänger erschreckten, wenn «wilde Biker» auf den Forstwegen an ihnen «vorbeirasten», Förster und Wildhüter waren plötzlich mit zahlreichen illegalen Trails konfrontiert. Mit jedem Jahr wuchs die Bike-Gemeinde, die Fronten verhärteten sich.
Einsatz für die Legalität
Während die meisten Biker am Feierabend vor allem ihre Freiheit auf zwei Rädern ausleben wollten, erkannten einige von ihnen, dass der Moment längst gekommen war, sich für offizielle, legale Trails einzusetzen. So entstand um die Jahrtausendwende das Projekt eines Bikeparks auf der Allmend. Mit Herzblut gestartet, schien es zu fruchten. Die Stadt signalisierte Interesse, zusammen mit dem Verein Freestylepark traten die Biker als grosse Sportlergruppe auf. Und mit Think & Build Velosolutions stand bald eine junge Firma für Streckenbau bereit, um den Bikepark professionell zu realisieren.
Was danach ablief, wird von jedem Beteiligten unterschiedlich beschrieben. Klar ist: Es führte zu viel Frust auf allen Seiten. Das blockierte Freestyle-Projekt behinderte auch den Bikepark, Velosolutions trat in die zweite Reihe, die Stadt wusste nicht, wie eine solche Anlage zu bauen und unterhalten ist. Und als der Freestyle-Verein sich nur noch auf den Skatepark konzentrierte, hatten die Biker keine klare Struktur mehr, die sie vertrat. Andere «Baustellen» wie die Trails am Uetli- und Zürichberg absorbierten die verbliebene Energie, das Projekt Sihlcity verschwand unter die Oberfläche.
Öffentliches Interesse
An dieser Stelle hätten sich die Biker vereinen können, um als geschlossene Gruppe mit der Stadt weiterzuarbeiten. Doch einen Verein zu gründen, behagte den freiheitsliebenden Individualsportlern wenig. Und verglichen mit anderen Massensportarten war das Biken noch immer jung. Damals in Kalifornien, als das Bike erfunden wurde, brauchte es so etwas auch nicht. Die bis anhin vorhandenen Trails und Dirtjumps waren auch ohne Verein fahrbar. Als die Rufe nach einer Vereinsstruktur trotzdem lauter wurden, sprach sich ein wichtiger Kopf der Bike-Szene dagegen aus.
Pete Stutz, Inhaber des ältesten Bikeladens der Stadt, Swiss-Cycling-Vertreter und Ur-Biker in Personalunion, führte ins Feld, dass ein allgemeines Bedürfnis von der öffentlichen Hand befriedigt werden sollte. So wie Fussballclubs auf öffentlichen Plätzen spielen können, sollten Biker auch auf Trails fahren können, welche von der Stadt betrieben werden. Sein Argument leuchtete mit Blick auf andere Städte ein. So hatte beispielsweise der Berner Bike-Verein Trailnet einen derart guten Trail mit Bahnanschluss gebaut, dass er lange Mühe hatte, die Strecke stetig zu unterhalten. Die Zahl der Abfahrten hatte so stark zugenommen, dass die Pflege des Trails zu einem Teilzeitjob wurde, der dem Verein enorm viel abverlangte. Das sollte in Zürich nicht passieren.
Betonharter Kampf
Also nickten viele Biker und schaufelten in losen Gruppen weiter an ihren (halb)legalen Lieblingstrails. Stutz baute seine Stellung als Vertreter der Biker aus und nutzte seinen Einfluss bei der Stadt, um sich für einen Pumptrack auf dem Zürichberg einzusetzen. Die Begeisterung war gross, als das Pionierprojekt schnell vorangebracht wurde, viele legten selber Hand an. Doch dann kam etwas ins Spiel, das in der Zürcher Bikeszene bisher eine Nebenrolle spielte: Geld.
Denn für den Pumptrack brauchte es Profis, die wussten, wie eine solche Anlage gestaltet werden musste. Das Bedürfnis erkannte Stutz als Erster und gründete die Pumptracks GmbH. Sie realisierte dann im Auftrag der Stadt die Anlage auf dem Zürichberg. Viele Biker freuten sich, dass der Sport durch solche Firmen professioneller wurde. Doch Geld bedeutet auch Macht.
Mit den Aufträgen in der Tasche verdiente die Biketrail-Firma nicht nur, sondern bestimmte auch, wie die Anlagen gebaut wurden. Diese Praxis ist üblich und macht Sinn. Aber nur, wenn sich der Grossteil der Kunden vom Lieferanten ernst genommen fühlt. Bereits auf dem Zürichberg begann Pumptracks jedoch, seltsame Fehler zu machen.
Nach der ersten Begeisterung merkten die Biker schnell, dass die Anlage stark verbesserungswürdig ist. Doch entsprechende Anregungen wurden seitens Pumptracks ignoriert, Fragen blieben unbeantwortet. Die Kommunikation, das zentrale Element in einer solchen Phase, wurde abgewürt.
Der anfängliche Rückhalt in der Szene schwand. Als dann klar wurde, dass Pumptracks den Zürichberg lediglich nutzte, um sich mit dem Sihlcity-Park das wichtigste Projekt der Schweiz zu angeln, rieben sich viele Biker die Augen. Schliesslich war das Vorprojekt noch nicht einmal ausgereift, geschweige denn eine Referenz für einen derart grossen Park. Am stärksten in der Kritik steht dabei die Absicht, die künftigen Dirtjumps beim Sihlcity aus zementgebundenem Material zu bauen.
300 Mitglieder in einem Jahr
Für Stutz macht das jedoch Sinn. Er verspricht damit der Stadt, wartungsarme Jumps realisieren zu können, die Regen und Schnee widerstehen. Die Biker fürchten jedoch um ihre Sicherheit, wenn sie auf den pickelharten Sprüngen stürzen. Zudem ist Dirtjumps eigen, dass sie kaum normiert werden können. Bis heute werden rund um die Welt die Sprünge aus Lehm gebaut und erst durch die Benutzung und stetige Verbesserung so geformt, dass ein Dirtpark den gewünschten Flow entwickelt.
Weil sich die Stadt aber gewohnt ist, bei Bauprojekten mit der Privatwirtschaft zusammenzuspannen, arbeitet sie weiter mit Pumptracks und trieb das Projekt Sihlcity voran. Spätestens als auch der Trail am Uetliberg und die Situation am Dolder vor wichtigen Entscheidungen standen, hatten die Biker ein Problem. Sie fühlten sich von Stutz nicht nur schlecht vertreten, sondern hinters Licht geführt. Nachdem er sich lange gegen die Gründung eines Vereins aussprach, hielt er nun alle Fäden in der Hand. Er hatte nicht nur die Beziehungen zur Stadtverwaltung über Jahre gefestigt, sondern war mit Pumptracks zum Berater und sogar Planer des Millionen-Projektes geworden.
Um mitreden zu können, organisierten sich die Biker vor einem Jahr schliesslich in einem Verein. Der Zuspruch in der Szene war enorm, mittlerweile gehören rund 350 Biker dem Verein Züritrails an (darunter auch Stutz sowie der Verfasser dieses Textes). Die Stadt hat Züritrails in kurzer Zeit als legitimen Vertreter der Szene akzeptiert und an den Verhandlungstisch geholt.
Dort hat Züritrails die Bedenken zum Sihlcity-Park dargelegt. Das Verfahren wurde trotzdem weitergezogen – und am betonähnlichen Material festgehalten. Das führte dazu, dass sich andere Streckenbauer gar nicht erst um den Auftrag bewarben, bzw. die Vorgaben nicht erfüllten und deshalb ausgeschlossen wurden. Sie wollen keine betonharten Sprünge verantworten. In der Folge sprach sich der Verein so vehement gegen die Pläne aus, dass die Stadt handeln muss. Die Entscheidungsträger in der Verwaltung werden sich deshalb in der kommenden Woche treffen. Sie werden dann wohl entscheiden, ob und wie es mit dem Projekt weitergeht.
Es ist zu hoffen, dass die Stadt sich selber, dem Bikesport und seinen Exponenten die Chance bietet, sich weiter zu entwickeln und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Dafür muss man miteinander reden und einander ernst nehmen. Das Sihlcity-Projekt ist zu wichtig, als dass es abgesägt, zusammengestrichen oder fragwürdig gebaut werden darf. Der Bikepark wird nicht nur in Zürich eine wichtige Infrastrukur sein, sondern könnte ein Vorbild für Bike-Projekte der öffentlichen Hand werden.
In dieser Geschichte geht es nicht in erster Linie um Querelen innerhalb der Szene, die allzu schnell als Grabenkämpfe zwischen einer Biketrail-Firma und firmenlosen Trailbikern wahrgenommen werden. Die allermeisten Biker und Züritrails sind froh, wenn ein Park von Profis gebaut wird. Sie wollen aber als spätere Nutzer aktiv an der Planung beteiligt werden und zu einer optimalen Anlage beitragen. Bis dahin möchten sie zumindest erklärt bekommen, weshalb der Bikepark Sihlcity – so wie geplant – ein guter und sicherer Park sein soll. Schliesslich braucht ein noch junger Sport die bestmögliche Anlage, um zu wachsen. Und nicht zuletzt schaut auch das Bundesamt für Sport gespannt auf das Pionierprojekt, das eine Referenz für künftige Bikeparks werden soll.
Ob der leidigen Geschichte geht manchmal vergessen, was den Bikern (selbst in Zürich) am wichtigsten ist: Sie wollen gute Trails fahren.







Natascha Knecht ist Journalistin, Autorin und Kommunikationsberaterin.
Geboren und aufgewachsen im östlichen Berner Oberland – dem Mekka für Kletterer, Alpinisten und Outdoorsportler –
entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Berge bereits in ihrer Kindheit. Sie lebt seit über zehn Jahren in Zürich. Natascha Knecht betreut im Outdoor-Blog die Ressort
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Laurens van Rooijen (38) ist seit 1989 mit dem Velo im Gelände und seit 2000 als Velo-Journalist unterwegs – bis Ende 2004 als Redaktor der Zeitschrift MOVE, seither als freischaffender Journalist in Sachen Fahrrad für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und Web-Formate. Er schreibt neu im Ressort
Martin Sturzenegger (29) ist weder Profisportler noch Experte einer bestimmten Outdooraktivität. Als sportliches Highlight ragt der Bronzemedaille-Gewinn in einem Sprintbewerb für Kinder heraus. Im Outdoorblog betreut er das Ressort 
























































































Dieser Text inklusive Namensnennung stellt einen Meilenstein dar in dem bekannten Konflikt, das ist eine neue Dimension. Aber wir sind an einem Punkt angekommen, an dem eine Eskalation nicht schaden kann.
Eine kleine Korrektur: Ich erinnere mich, dass es von Anbeginn hiess, dass der Pumptrack auf dem Züriberg ein Materialtest ist für spätere öffentliche Bauten. Pete und seine Mannschaft riefen auf, das Material zu testen und Rückmeldungen zu geben. – Umso schlimmer aber, dass die Rückmeldungen und das Engagement kein Gehör fanden sondern andere Faktoren als die “Kundenzufriedenheit” wichtiger sind. Ein Trauerspiel. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ZüriTrails sich erfolgreich wird einbringen können.
Die Firma Pumptracks hat auch in Winterthur einen Pumptrack erstellt. Nach meinem Dafürhalten ist die Anlage gut ausgelegt und bietet für den Anfänger wie auch den Könner spannende Herausforderungen. Das verwendete Material zeichnet sich durch gute Griffigkeit ab und erhöht das Verletzungsrisiko bei richtiger Kleidung nicht gegenüber einer Lehmanlage. Die Bewährungsprobe für das Material bei Frost steht allerdings noch bevor.
Leider aber hat die Firma Pumptracks die Anlage viel zu tief ins Gelände gelegt, so dass sich bei Schlechtwetter die Pfützen auf der Fahrbahn statt daneben bilden.
Somit ist für die Winterthurer Biker eigentlich nur die Tatsache ärgerlich, dass die Firma Pumptracks nicht wie versprochen eine allwettertaugliche Anlage abgeliefert hat und jetzt ihre Fehlkonstruktion hinter Trainageproblemen, Grundwasseranforderungen etc. versteckt.
Mir gefällt die Anlage in Winterthur auch. Zur Freude von Papi findet sogar meine 2-Jährige Tochter die Bahn mit ihrem Laufvelo super. Sie benützt aber lieber den kleinen Track und nicht den Laufvelo-Parcour. Das mit den Pfützen ist schon schade, was auch immer der Grund dafür ist. Hoffentlich kann das behoben werden. Ich finde jedes Angebot, das die Freude und Spass am Velo fördert sinnvoll.
Man kann es nie wirklich allen recht machen, wie es scheint steckt das nörgeln in der Natur des Menschen.
Es ist immer einfach, Kritik als Nörgelei abzutun. Damit sind die vorgebrachten Argumente aber nicht aus der Welt geschafft, das führt eher zur Vermutung, dass die Gegenseite keine hat.
Verrät das reflexartige Erwähnen einer vermeintlichen Gegenseite (fast höre ich schon eine Schublade, die sich schliesst) eine Konditionierung auf Konflikt oder Konfrontation? Man könnte es vermuten.
Inhaltllich bedaure ich sehr, dass die Geschichte in hohem Mass personalisiert worden ist – und dass die Schuld einseitig einem Akteur in die Schuhe geschoben wird. Einem Akteur, der einige Stunden seiner Freizeit in Sitzung mit verschiedensten Ämtern investiert hat, um dieses Projekt aufzugleisen. Wenn es zu einem Konflikt kommt, sind meist zwei Seiten beteiligt. In obigem Artikel lese ich leider nur von einer – und nicht von Entgleisungen der Gegner der laufenden Planung, die in der Sabottierung der Türschlösser des Velo-Fachgeschäfts von Pete Stutz am Milchbuck gipfelten. Also einem strafrelevanten Fall von Sachbeschädigung.
Mit Schuldzuweisungen kommt man in dieser Sache keinen Millimeter weiter. Es gilt, vorwärst zu schauen, einen gemeinsamen Nenner und vor allem eine Gesprächsbasis zu finden. Als zerstrittener Haufen werden die Biker höchstens einen Übungsabbruch erreichen. Aber sonst nichts. Nada. Rien.
Wohingegen es der Sache sicher ausgesprochen förderlich ist, hier durch die Blume die genannten Kritiker kollektiv als Verbrecher und Chaoten abzustempeln. Vielen Dank für den konstruktiven, lösungsorientierten Diskussionsbeitrag.
Nun Laurens, da hast Du aber ganz schlecht hingehört! Mitnichten hat sich da eine Schublade geschlossen, ich habe bloss gehofft, es gäbe jemanden, welcher Gegenargumente in einer (eben leider nicht stattfindenden) Diskussion ins Feld führt.
Hingegen bin ich mit Dir einig, dass Schuldzuweisungen zu nix führen. Das Verweigern einer Diskussion allerdings ebensowenig.
Ob man dem Pete Stutz irgend eine Schuld in die Schuhe schieben darf, darum ging es nicht in meiner Replik. Sein Einsatz sei ihm unbenommen.
Ich glaube, dass sich dieser Konflikt noch sehr lange ziehen wird. Schade um den schönen Bikepark…
Also viele andere Sportarten würden sich auf der einen Seite die Hände reiben, wenn die Stadt für sie 2 Mio einsetzt in die Erstellung eines Parks. Von dem her gesehen, könnte man es schon jammern ‘auf hohem Niveau’ nennen, wenn ein Bestandteil nicht ganz nach dem Gusto der Benutzer ist. Auf der anderen Seite aber denke ich, dass es auch keinen Sinn machen würde, wenn man ein Beachvolleyballfeld erstellt und man am Schluss feines und günstigeres Kies anstelle von Sand einsetzt, oder? In diesem Sinne müssten doch die Benutzer schon ein kleines Wörtchen mitreden können. Wenn’s dann nicht benutzt wird, nützt ein leerer Park ja auch niemandem etwas, oder?
bitte vergesst nicht, dass auf der züriberg-anlage zwei bekannte und äusserst versierte biker an der selben stelle gestürzt sind und sich beide den rechten oberschenkelhals gebrochen haben. diese jungen menschen sind nicht über ihre verhältnisse gefahren, wie man das jetzt annehmen könnte, sondern sind dem umstand zum opfer gefallen, dass zementgebundenen hügel nicht verschoben und die linie der sprünge und die zugehörigen landungen deshalb nicht nachträglich korrigiert und angepasst werden können. der oberschenkelhals ist die stärkste stelle des oberen beinknochens und bricht normalerweise nur bei sehr alten leuten mit osteoporose und als folge von seitlichen glatteisstürzen oder ähnlichem.
Aus Bikersicht finde ich es nicht besonders sinnvoll dieses Thema gross an die Öffentlichkeit zu tragen. Den Rufschaden daraus tragen sie nämlich selbst und nicht nur die beteiligte Baufirma. Durch den ständigen Beschuss von seiten der Biker stellen sie vielmehr das gesamte Projekt in Frage. Mittlerweile frage ich mich nicht mehr wann sondern ob etwas gebaut wird. Das arg strapaziertes Klischee vom streitsüchtigen, kompromissunfähigen und ständig unzufriedenen Zürcher wird hier mal wieder unrühmlich bestätigt und zwar von beiden Streitparteien.
Trotz allem wäre es wohl nun an der Zeit von besagtem Pumptracks GmbH ein Statement zu erhalten, bevor noch weitere Annahmen verbreitet werden.
Doch was hier nicht erwähnt wird: auch die Gegenseite, ich spreche nicht von Züritrails, ist alles andere als beliebt oder gar seriös (bei den meisten wohl lediglich das kleinere Übel) und dabei sogar noch äusserst naiv und versucht sich primär durch die Blosstellung der Gegenpartei in ein gutes Licht zu rücken. Viel zu viele Geschichten aus Basel habe ich schon gehört in der Biker von eben besagter Gegenpartei schikaniert und bis zur totalen Resignation getrieben wurden, um plötzlich daran zu glauben, dass diese nur das Beste für ALLE Biker wollen.
Anstatt selbst einmal produktiv zu werden, proklamieren sie lediglich ihre utopischen Vorstellungen, die schon in Basel auf einem Vereinsgelände nur mit viel aufwand funktioniert haben.
Sie wollen einen unterhaltsintensiven Park sind aber nicht bereit Shaper zu stellen (bzw. haben keine Ressourcen dazu), auch nicht gegen Bezahlung. Dass sich die Stadt auf Statements a la: Das wird sich schon alles von selbst regeln nicht einlassen wird und dafür noch Unsummen an Geld bereit stellt, dürfte wohl noch immer nicht allen klar sein. Etwas pragmatischere Lösungsansätze wären wünschenswert, denn auch die Gegenseite mit Betonlandungen scheint ebenfalls auch nur die Brechstange als einziges Shapewerkzeug zu kennen.
Gelegenheitsnutzer und Anfänger auf welche grosse Teile der Anlage konzipiert werden, sind vielfach nicht bereit oder gar in der Lage (aufgrund von Alter, Know How usw.) eine solche Anlage in Stand zu halten und auch nicht Shape Willige sollten die Möglichkeit haben das Gelände zu befahren. Geschweige den wer sich schonmal um den Unterhalt einer solchen Anlage gekümmert hat, weiss dass mehr Zeit in Unterhalt den ins Fahren investiert wird.
Auch die ständige Diffamierung ist mir äusserst unsympathisch. Sobald sie merken, dass sie mir ihren dummen Forderung in eine Sackgasse laufen (wieso stört es plötzlich keeeeine Sau mehr das der Pumptrack aus gebundenem Material gebaut werden soll? Das war ja der ursprüngliche Argument der den Stein ins Rollen brachte), wird einfach mal auf den nächsten strittigen Punkt geschossen, in der Hoffnung irgendwo mal auf eine Mehrheit zu stossen. Noch weniger ist die Gegenseite bereit sich einen Augenschein bestehender Anlagen wie in Winterthur zu verschaffen (Züriberg wurde doch als prototyp gebaut, Winterthur wäre daher ein vernünftige Referenz, welche ja bei den Nutzern grundsätzlich auf Anklang stösst.)
Ganz egal wer das ganze baut: Perfekt wird es nie und zufrieden werden auch nie alle sein.
Fazit: es ist schon gut macht man sich Gedanken um den Bau, schön ware es aber eine Einigung innerhalb von Nutzergruppe und Baufirm zu erzielen, anstatt das ganze Projekt kippen zu wollen. Da es mich aufgrund meiner grossen Distanz aber sowieso nie nach Zürich ziehen wird (3 stunden anfahrtszeit), könnt ihr von mir aus auch so weitermachen.
Viel erfolg!
“Auch die ständige Diffamierung ist mir äusserst unsympathisch.”
Wenn Sie hier schon mit solchen Sätzen um sich werfen, sollten Sie es auch vermeiden, sich über andere Leute auszulassen. Ihre Kenntnisse über die Situation in Basel sind ganz offensichtlich nicht besonders fundiert.
“Anstatt selbst einmal produktiv zu werden, proklamieren sie lediglich ihre utopischen Vorstellungen, die schon in Basel auf einem Vereinsgelände nur mit viel aufwand funktioniert haben.”
Mit viel Aufwand nicht aktiv sein? Nun dass wiederspricht sich nun wirklich. Die NT-Trails in Basel waren geprägt durch den Charakter einer Zwischennutzung, ein Freiraum auf Zeit. Durch die Situation um die Dirt Kultur in der Schweiz (grosses Bedürfniss nach Anlagen, wenig Erfahrung im Bau) und der Lage in einem urbanen Gebiet, war das Projekt prädestiniert dazu, neue Wege zu gehen. Es war dort nie unsere Absicht mittelmässig zu bauen. Wir wollten herausfinden, was möglich ist und was es dazu braucht.
Über mehrere Jahre konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Dadurch dass es sich um eine Zwischennutzung handelte und die öffentliche Hand mit lediglich ein paar tausen Franken beteiligt war, wurde es möglich auch fehler machen zu dürfen, auszuprobieren… und dass hat über die Jahre zu wichtigen Erkenntnissen geführt. Davon konnte bereits die zweite von uns realisierte Anlage, die Kronenwiese, profitieren und ich bin überzeugt auch Sihl City würde an einem Erfahrungsaustausch wachsen.
Es ist absurd, wenn die Verantwortlichen eines derart grossen Projektes die Chance nicht nutzen, aus anderen Projekten zu lernen. Insbesondere dann, wenn das Städtische Vorprojekt derart gescheitert ist wie der Pumptrack am Zürichberg. Es macht sinn zu fragen, was nun wirklich utopisch ist. Immerhin handelt es sich bei der Unterhaltsarmen Anlage durch gefestigte Materialien vorläufig nur um eine Idee, die Pete Stutz in die Köpfe der Stätdischen Beamten gepflanzt hat. Ein gelungenes Referenzprojekt, welches über mehrere Jahre in Betrieb war, gibt es nicht.
Der Pumptracks GmbH fehlt eine Erfahrung, wie wir sie in Basel machen durften. Auch ihre Auseinandersetzung mit dem Städtischen Gebiet und den Menschen die darin leben ist nicht besonders fundiert (was fehlt Jugendlichen und jungen Leuten die in einer Stadt leben?). Das Resultat sind mittelmässige Anlagen mit überdurchnittlichen Kosten. Die zwei Millionen lassen sich besser einsetzen! Bevorzugterweise für eine überarbeitete Anlage oder sonst eben für einen anderen Sport.
Ich für meinen Teil glaube nach wie vor an eine Umsetzung mit Lehm. Eine derartige Anlage ist Modern (aktuelle Debatten um die benutzung des öffentlichen Raumes) und eine bereicherung für die Kommune.
“Trotz allem wäre es wohl nun an der Zeit von besagtem Pumptracks GmbH ein Statement zu erhalten, bevor noch weitere Annahmen verbreitet werden.”
Es wäre falsch zu denken, der Schritt an die Öffentlichkeit sei das erste gewesen, was unternommen wurde. Ganz im gegenteil! Immer wieder hat man das Gespräch zu den Verantwortlichen gesucht (über verschiedene Vereine und auch privat), nie gab es Informationen oder ein Statement zu der aktuellen Situation. Weiter macht der Journalist dieses Beitrags deutlich: Er ist als Mitglied des Vereins Züritrails bestens informiert und ist selbst aktiver Biker. Ganz im gegensatz zu Ihnen dürfte er ein reges interesse am gelingen dieser Anlage haben!
Da auch in diesem Artikel die 2 Millionen thematisiert werden und Sie in Ihrem Beitrag die Anlage in Basel ansprechen, möchte ich als erbauer und Jahrelanger Bertreiber der Hügel in Basel gerne etwas dazu sagen:
Die Anlage in Basel war temporär auf einer Zwischennutzung (NT Areal) von der Sektion ntdirt des Vereins Fastforward errichtet worden. Das Budget für die Planung, den Bau und den Unterhalt über 5 Jahre (2006-2010) lag unter 50’000 Franken! Die gelder wurden bei Stiftungen und dem Sozialdepartement Basel Stadt beantragt. Ein riesiger Uterschied zu einem 2 Millionenbudget und definitiv eine Einschränkung bezüglich dem Angebot das man den Nutzern machen kann (das Nutzer mithelfen war nichtmal eine einschränkung sondern teil des Konzepts).
Die Sektion ntdirt hat sich mittlerweile als eigener Verein etabliert und ist in Zürich aktiv. Auf der Kronenwiese entstand 2011 eine Anlage, die aus Lehm gebaut ist. Realisiert wurde sie mit einem 15′ 000 Franken Budget, die geringen Kosten waren möglich durch die Fronarbeit der ntdirt Crew. Sie sind gerne willkommen die Anlage zu besuchen, sie ist öffentlich. Die fahrt nach Zürich lohnt sich auf jedenfall, bis 2013 auch ohne Sihl City.
Bitte?? Für einen solchen Mist sollen 2 Mio Steuergelder verpulvert werden? Die Biker sollen für die Kosten selber aufkommen. Dasselbe soll für alle übrigen Sportarten gelten (Fussball Stadien etc pp)
Nur weil sie lieber auf Sex, Drugs and Rock n Roll als Freizeitbeschäftigung setzen ists noch lange kein Mist! Radsport ist nicht eine, sondern die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Schweiz. Eine solche Anlage fördert die aktive Bewegung und nicht Bierbäuche und Hooligans!
Deshalb ja zum Bikepark Sihlcity!
Die Bikeranlagen sind alle eng und klein, diese bis Zuchthausspazierhof-grossen Plätze tun weh in den Augen. Ein “Robinsonplatz”, eine Brache für die Biker, ein Stück des Sihlflussbetts oder eine Kiesgrube wären abenteuerlicher und für mit mehr Freiheit in der Freizeit. Im benachbarten Sihlflussbett darf sich im Moment sogar der Kanton, das TBA.ZH tummeln.
Vom Bike fallen hat schon immer mindestens blaue Flecken verursacht. Sollte man vielleicht die Geschwindigkeit anpassen? Draussen sein heisst draussen sein und die Welt ist nicht aus Watte, man muss sie eben nehmen (bzw. befahren), wie sie ist.
Mann sollte den Betreibern bzw. den Leuten die sich damit auskennen z.b. ( T.Brunner ) es überlassen wie der Park gestaltet wird !!! Schließlich haben die am meisten Erfahrung seit Jahren damit . Das funktioniert bei uns in Freiburg ( Deutschland ) im Dirtpark auch schon seit über 10 Jahren prima . http://www.dirtpark-freiburg.de/ . Dann wird das Gelände auch genutzt , anders wenn die Stadt etwas Beton darüber gießt ohne Plan und die Leute sich deswegen verletzen und dann keiner mehr Fährt !!!
Im Leistungssport egal welcher Art richtet man sich auch nach den Profis und nicht nach den Theoretikern !
Mit Freudlichen Grüßen Ivar Herrling
Dirtpark Freiburg – war der nicht einmal nach einem schweren Unfall gesperrt? Und durfte erst wieder beschränkt benutzt werden, nachdem ein Zaun rundherum gebaut wurde? Der Sihlcity-Park soll eben allen offen stehen, und da kann nicht ernsthaft eine Anlage als Referenz angeführt werden, die ihren Nutzerkreis in Folge eines ernsthaften Unfalls stark einschränken musste.
Das Material, mit der die Pumptracks GmbH ihre Anlagen erstellt, ist zudem nicht in Stein gemeisselt bzw in Beton gegossen: Am Zürichberg kam noch ein höherer Zementanteil in die Erde, in Winterthur wurde ein Teil des Zements durch Lehm ersetzt, um eine elastischere, besser formbare und nichts so schnell reissende Unterlage zu bekommmen. Die Anlage im luxemburgischen Monnerich weicht vom Material her nochmals leicht von den beiden Anlagen in Zürich und Winterthur ab. Insofern ist ein alleiniges Abstellen auf den Zürichberg weder seriös noch fair. Aber gerade diese beiden Adjektive sind kein Merkmal der leidigen Diskussion, die hier schon länger läuft und immer mal wieder ernsthaft entgleist.
Ansonsten kann ich dem Kommentarschreiber Albert Zweifel weitgehend zustimmen. Er spricht viele Punkte zurecht an – die Distanz zu Zürich scheint einer treffsicheren Analyse keineswegs abträglich. Weniger Befangenheit, mehr Überblick durch Distanz. Vielleicht liegt genau darin eine Chance: Dass ein Vermittler von aussen, der von beiden Seiten anerkannt wird, zwischen den Fraktionen vermitteln und das Projekt retten kann. Schliesslich ist der Punkt schon lange erreicht, wo die eigentlich wichtigen Leute nicht mehr miteinander reden wollen.
Nicht umsonst wird von Züritrails nun eine Externe Expertiese angestrebt um das Projekt zu beurteilen und einen Gegenentwurf zu erstellen. Hoffen wir, dieser Vorschlag trifft bei der Stadt auf offene Ohren!
Etwas fragwürdig finde ich hingegen, dass nun nach Ihrem befinden das offizielle Vorprojekt (der Pumptrack am Zürichberg) nicht mehr als Revenzobjekt betrachtet werden soll. Um nicht befangen zu sein, sollen nun neu erstellte Anlagen in anderen Städten, die noch nicht einmal einen Winter überstanden haben, diese Rolle übernehmen? Das können Sie beim besten Willen nicht verlangen.
Die Frage, ob es möglich ist mit einem gebundenen Material die Unterhaltskosten tief zu halten, bleiben unbeantwortet. Es sei denn man bezieht sich doch wieder auf den Zürichberg. Und dort ist man in dieser Hinsicht ganz klar gescheitert.
Was den Unfall in Freiburg DE betrifft: Die Lösung, um solche tragischen Unfälle zu vermeiden, liegt nach Ihrer Logik bei einem zementgebundenen Material? Das Material soll die Eigenverantwortung der Nutzer auf sich nehmen und sie vor Selbstüberschätzung bewahren? Mit verlaub, aber so etwas ist Unsinn!
Es ist wichtig für dieses Projekt, dass man offenlegt was man erreichen will und welche Mittel zur verfügung stehen. Um ein optimales Resultat zu erhalten, muss man mehr tun als mehr oder weniger Zement in ein Material mischen und man muss mehr Leute beiziehen, als lediglich eine (noch dazu umstrittene) Person.
Dabei Lohnt sich auch ein Blick auf andere Parks die seit Jahren bestehen und erfolgreich sind. Ganz egal ob sich das Betriebskonzept eins zu eins übernehmen lässt oder nur bestimmte Aspekte interessant sind.
Zu Herrn Zweifels Beitrag hab ich mich bereits ausreichend geäussert, möchte allerdings noch anfügen: Eine “Treffsichere Analyse aus Distanz” scheint mir durchaus möglich, bedingt allerdings ein umfangreiches Wissen über den hintergund eines Projekts und dessen Konzept. Nach “Hörensagen” ein Urteil zu fällen, erachte ich weder als seriös noch fair.
Thomas Brunner,
Präsident Verein NT-Dirt
Die Kronenwiese war aus meiner Sicht das beste, was der Stadt Zürich im Bereich Pump Track/Dirt Jumping passieren konnte. Unter der Leitung von Thomas Brunner wurde optimal umgesetzt, was den Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Der Park aus Lehm liess sämtliche Möglichkeiten offen, den Park zu testen, zu verändern, leben zu lassen. Das ist genau das, was in diesem Bereich ausschlaggebend ist. Der Park hat bei den Nutzern ebenfalls das Bewusstsein geweckt, aktiv bei der Pflege mithelfen zu wollen und daraus hat sich ein Spirit entwickelt, den es in dieser Szene unbedingt braucht.
Eine Umsetzung aus Lehm ist unabdingbar – bitte setzt die Mittel sinnvoll und nachhaltig ein.
Der schwere Unfall in Freiburg hatte sich nur ereignet weil , trotz Hinweißschilder ( das befahren ist nur mit BMX Rädern und Schutzausrüstung gestattet ) ein Vater mit seinem Trekkingbike ohne Helm den Starthügel viel zu schnell runtergefahren ist !
Eine BMX Bahn bzw. Dirtpark ist auch kein Kinderspielplatz , und sollte auch immer mit Schutzkleidung und dem richtigem Material , BMX Rädern bzw. Dirtbikes befahren werden !!!
War auch 2010 bei dem Aufbau der Öffentlichen BMX Bahn in Heiterheim aktiv , diese Bahn darf auch von jedermann genutzt werden und es funktioniert dort sehr gut , da sich die Benutzer auch an die Regeln halten !
Mfg : Ivar Herrling 2 Vorstand vom Dirtpark Freiburg
Noch was zu Kalifornien: Es ist da durchaus nicht so dass man da ohne Trailverote , Vereinsgründungen oder Ähnlichem auskam.
http://en.wikipedia.org/wiki/International_Mountain_Bicycling_Association
http://www.imba.com/about
Die Imba gibt unter anderem Anleitungen zum nachhaltigen Trailbau heraus die auch beim Trailbau am Uetliberg mit einbezogen wurden. Zumindest wurde das Buch an die verantwortlichen Trailbauer bei Grün Stadt Zürich verteilt, damals, von Pete Stutz. Die Imba hat mitlerweile Sektionen in diversen Ländern dieser Welt und wird unter anderem auch von grossen Bikeherstellern unterstützt. Warum es nichts dergleichen in der Schweiz gibt ausser lokalen nicht vernetzten Vereinen ist mir ein Rätsel, vielleicht ist sowas etwas zu unschweizerisch.
Weiter wäre es wohl sachdienlich, wenn sich Exponenten der Szene und andere involvierte Personen auch als solche zu erkennen geben. Wenn ich richtig informiert bin, ist der User Laurens Mediensprechen von Bikeparks GmbH, das stört mich überhaupt nicht, es wär aber schick wenn das alle wissen dürften.
Christoph Vetter
Bikeshopbesitzer und von Anfang an an den Sitzungen zum Thema Uetliberg/Bikepark/Skatepark beteiligt
Seit Jahren beobachte ich dieses Hickhack schon. Nun kann ich nicht mehr länger auf der “Schnurre” sitzen.
Ich selber bin viel auf diversen Velos untewegs, meistens MTB/Downhill oder Dirt/Pumptrack. Ich bin auch nicht der Freak, der 5 Meter Drops oder 4 Meter hohe Kickers braucht, um Spass zu haben. Ich bin also ein ganz normaler Bike-Ottonormalverbraucher, so wie die meisten Leser dieses Artikels auch.
Mich freut es sehr, dass die Biker-Kommune stetig wächst. Ebenso freut es mich, dass vielerorts an der Verbesserung und Ausbau diverser Bike-Parks, -Trails etc. gerabeitet wird. All das sind eigentlich ideale Voraussetzungen um geschlossen für eine optimale Bikelandschaft zu sorgen.
Stattdessen wurde über die vergangenen Jahre ein mieser Kleinkrieg entfacht. Dieser Kleinkrieg spielt sich ab unter einer handvoll Exponenten der Bike-Szene. All diese Exponenten sind Spezialisten in ihrem Interessenfeld und stecken logischerweise ihr Herzblut in diesen entsprechenden Bereich.
Demnach ist die momentane Zürcher Bike-Landschaft das Resultat genau dieses eigenbrötlerischen Verhaltens. Auf dem Zürichberg steht ein Pumptrack, der vor sich hinmodert. Auf der Kronenwiese steht ein Park, dessen Dirtline nur von ausgewiesenen Könnern befahren werden kann, der untere Teil des Antennentrails ist seit des Ausbaus total falsch getimet und der Trail im Elefantentobel wird regelmässig vom Förster abgerissen, um einige der wichtigsten Spots in Zürich zu nennen.
Dennoch bieten all diese (und auch andere) Spots einen gewissen Funfaktor und austoben kann man sich an all diesen Locations allemal. Es ist also in Zürich ein ganzer Haufen von Know How vorhanden, aber es scheint, dass es momentan nicht möglich ist, dieses Know How zu bündeln. Das genau dies nötig wäre, darüber sind sich alle “Kleinkriegsparteien” einig. Bravo, eine Einigung wäre also schon gefunden.
Ihr wollt einen Park, der einer eierlegenden Wollmilchsau gleichkommt? Vergesst es. Das würde der beste Mediator nicht hinbekommen. Man kann viele Ansprüche berücksichtigen, aber niemals alle.
Von den bestehenden Anlagen kann das keine bieten, aber das ist auch ok so.
Ihr wollte einen verletzungsungefährlichen Park? Hallo? Fahren wir Bike oder spielen wir Schach? Wenn sich jemand über Kicker schmeisst oder mit hohem Tempo den Berg hinunterrast, der muss auch damit rechen, dass er sich irgendwann mal hinlegt und sich weh tut. Ich habe jedenfalls noch nie jemanden sich beschweren gehört, dass z.B. im oberen Teil des Trails in Flims zu viele Felsen und Geröll aus dem Boden ragen. Ich will nicht wissen, was mit meinem Oberschenkelhals passiert, wenn ich auf so etwas lande.
Wer sich nicht verletzen will, soll zu Hause bleiben und Playstation spielen.
Ich wollt einen Parkbauer, der bereits Erfahrungen mit einem Projekt dieser Grösse hat? Gibt es nicht. Darum ist es umso wichtiger die Kräfte zu bündeln.
Zudem sollten die Realisateure des Parks einen Blick über den grossen Teich werfen. In den USA gibt es Bike- und Skateparks an jeder Ecke in allen Variationen. Eine kleine Studienreise würde das 2 Mio Budget nur marginal belasten, würde aber wichtige Erkenntnisse liefern.
So oder so ist es unter dem Strich der Ottonormalverbiker wie ich und tausende andere, die für diese kindische Zankerei keinerlei Verständnis haben.
Wir wollen nur eins: “BAUT ENDLICH DIESEN SCH… PARK!!!” Ich denke, wir haben nun lange genug gewartet.
Und habt keine Angst vor Rückschlägen und Fehlentscheiden bei der Planun des Parks. Wer den Anspruch hat, einen von Anfang an perfekten Park zu bauen, setzt die Messlatte etwas zu hoch.