Es fehlen nur 15 Milliarden

NMTM

Ihnen zu helfen, kostet nicht die Welt: Syrische Flüchtlingskinder in Jordanien. Foto: Muhammad Hamed (Reuters)

Die Flüchtlingsdebatte dreht sich hauptsächlich um Werte und politische Positionen. Aber es geht auch ums Geld, und dort wäre mehr öffentlicher Druck nötig. Denn hier lassen sich die grössten Versäumnisse beobachten.

Einer der wichtigsten Fluchtgründe war die unzureichende Versorgung in den syrischen Flüchtlingslagern und Notstandsgebieten. Im Dezember 2014 schlug das UN-Welternährungsprogramm Alarm: Es fehle an Lebensmitteln, weil die Geberländer ihre Zusagen nicht eingehalten hätten (Quelle). Daraufhin haben viele entschieden, nach Westen aufzubrechen.

Das Ausmass der erforderlichen finanziellen Unterstützung ist äusserst bescheiden, wie ein UN-Bericht vom Dezember 2015 zeigt. Es geht nur um 3,18 Milliarden Dollar für das Jahr 2016, um 13,5 Millionen Personen in Syrien mit dem Nötigsten zu versorgen. Aber nur ein Teil der Summe sei gesichert, schreibt die UNO. Die Grafik gibt einen Überblick über die erforderlichen Hilfeleistungen.

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Die fehlende Zahlungsbereitschaft betrifft nicht nur Syrien. In einem anderen Bericht, der vor ein paar Tagen publiziert worden ist, schreibt die UNO, es fehlten weltweit 15 Milliarden US-Dollar. Hier die Originalpassage:

«The world today spends around US$ 25 billion to provide life-saving assistance to 125 million people devastated by wars and natural disasters. While this amount is twelve times greater than fifteen years ago, never before has generosity been so insufficient. Over the last years conflicts and natural disasters have led to fast-growing numbers of people in need and a funding gap for humanitarian action of an estimated US$ 15 billion.»

Auch diese Summe ist vernachlässigbar klein. Das Welt-BIP beträgt 78’000 Milliarden US-Dollar. Anteilsmässig betragen die 15 Milliarden US-Dollar, die fehlen, also 0,02 Prozent des Welt-BIP. Das wäre zu schaffen.