Das Fed hat ein Theorieproblem

NMTM

Divergierende Aussagen: Fed-Gouverneurin Brainard und ihre Chefin Yellen. Fotos: Keystone

Die US-Wirtschaft entwickelt sich besser als die der anderen grossen Volkswirtschaften. Warum die US-Notenbank dennoch Angst hat, ihren Leitzins zu erhöhen.

Die Unsicherheit zum weiteren Verlauf der US-Zinspolitik ist ein zentrales Thema der Weltmärkte geworden. In den letzten Tagen hat sie sich auch in komplett divergierenden Stellungnahmen aus dem obersten Führungsgremium manifestiert. So haben gleich zwei Vertreter des fünfköpfigen obersten Gremiums der Notenbank, die Gouverneure Daniel Tarullo und Lael Brainard, die Aussage von Fed-Chefin Janet Yellen öffentlich infrage gestellt, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr erfolgen werde. Mehr zu dieser Auseinandersetzung und ihrer Bedeutung über diesen Link.

Gehen wir hier etwas genauer auf das Dilemma ein, dem sich das Fed gegenübersieht und zu dem sich Brainard (hier) wie auch Yellen (hier) geäussert haben. Es sind zwei Aufgaben, die die US-Notenbank zu beachten hat: Sie muss für Preisstabilität sorgen (die sie wie viele andere Notenbanken mit rund 2 Prozent Inflation gleichsetzt) und für einen konjunkturellen Ausgleich. Letzteren definiert sie über Vollbeschäftigung. Verbinden lassen sich alle diese Grössen über die sogenannte Phillips-Kurve und die dahinter stehende Theorie.

Wir beschränken uns auf eine simple Form dieser Phillips-Kurve, die aber für unsere Zwecke ausreicht. Sie zeigt den Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Wobei der Zusammenhang negativ ist: je tiefer die Inflation, desto höher die Arbeitslosigkeit und umgekehrt. Die folgende schematische Grafik verdeutlicht den genannten Zusammenhang:

phillips

Hier die ökonomische Logik dahinter: Die Arbeitslosigkeit steht für eine Wirtschaft, in der die Gesamtnachfrage nicht ausreichend ist, um das Produktionspotenzial voll auszulasten. Je höher daher die Arbeitslosigkeit, desto geringer ist der Preisdruck und damit die Inflation. Ist die Arbeitslosigkeit sogar sehr hoch und die Wirtschaft in einer schweren Krise, ist die Teuerung negativ, das heisst, es herrscht Deflation vor. Ist die Gesamtnachfrage – etwa in einem Boom – dagegen höher als das gewöhnliche Produktionspotenzial, steigen die Preise und in der Folge auch die Inflation. Der Zusammenhang zwischen Preisen, Gesamtnachfrage und Arbeitslosigkeit erklärt sich hier zu einem grossen Teil über die Löhne. Ist die Arbeitslosigkeit zum Beispiel hoch, haben die Beschäftigten weniger die Möglichkeit, höhere Löhne durchzusetzen, weshalb diese dann wenig zulegen. Je geringer aber die Arbeitslosigkeit ist, desto besser ist umgekehrt die Verhandlungsposition der Beschäftigten, weshalb mit wachsendem Lohndruck und mit stärker steigenden Preisen zu rechnen ist.

Die Arbeitslosigkeit, die verbleibt, wenn die Inflation weder steigt noch fällt, kann nur strukturelle Ursachen haben oder auf gewöhnliche Suchprozesse der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt zurückgehen – Leute verlassen Stellen, um neue zu suchen, sodass einige Stellen vorübergehend unbesetzt bleiben. Im obigen vereinfachten Schema ist das der Schnittpunkt von Philipps-Kurve und Arbeitslosigkeitsachse). Diese Arbeitslosigkeit heisst natürliche Arbeitslosigkeit oder Nairu. (Mehr dazu, zur Verschiebung solcher Phillips-Kurven und zum Unterschied zwischen kurzfristiger und langfristiger Form in diesem älteren Beitrag von NMTM). Die natürliche Arbeitslosigkeit kann durch die Geldpolitik nicht gesenkt werden, da diese nur die Gesamtnachfrage verändert.

Damit zurück zum Fed und seinen Zielen: Mit Blick auf die obige Theorie wird klar, dass die Notenbank bei einer hohen Inflation mehr Arbeitslosigkeit in Kauf nimmt, um diese zu drücken (wie sie es zum Beispiel unter Paul Volcker Anfang der 1980er-Jahre getan hat, auch hierzu ein älterer NMTM-Beitrag).

Doch aktuell hat das Fed ein Problem mit der Theorie, denn die Inflation ist in den USA ausgesprochen tief und liegt deutlich unter den 2 Prozent, welche die US-Notenbank (und andere) mit Preisstabilität gleichsetzen (unter anderem wegen Messproblemen).

Schauen wir uns die Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Inflation in den USA genauer an. Die folgende Grafik, erstellt mit der Fred-Datenbank des Fed von St. Louis, zeigt die Entwicklung der Arbeitslosenquote über die letzten fünf Jahre (nicht saisonbereinigt, deshalb die Schwankungen):

Unemployment USA

Die graue Fläche zeigt die Zeit der Rezession während der Finanzkrise, als die Arbeitslosigkeit drastisch zugenommen hat. Im Januar 2010 hat sie mit 10,6 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, seither ist sie im Sinken begriffen. Gemäss Phillips-Kurven-Zusammenhang müsste der Inflationsdruck seit 2010 steigen.

Die Grafik unten zeigt die Entwicklung der Inflation gemessen am Konsumentenpreisindex CPI (Consumer Price Index). Das Fed fokussiert auf den Index der Konsumausgaben PCE (für Personal Consumer Expenditure), das spielt hier aber keine Rolle.

CPI USA

Wir sehen, dass die Jahresinflation, wie im Phillips-Zusammenhang zu erwarten, mit der Rezession und der damals steigenden Arbeitslosigkeit deutlich bis in den negativen Bereich zurückglitt. Aber trotz der in jüngster Zeit deutlich weiter gesunkenen Arbeitslosigkeit ist kein entsprechender Inflationsdruck entstanden, im Gegenteil, die Inflation ist deutlich gesunken.

Erinnern wir uns an die Logik des Phillips-Kurven-Zusammenhangs: Bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit rechnen wir mit einer höheren Inflation, weil wir von steigenden Löhnen ausgehen, die dann auf die Preise durchschlagen. Das Problem der Inflationsdaten, wie wir sie oben betrachten, liegt allerdings darin, dass ihr wesentlicher Treiber in jüngster Zeit die Energiepreise waren. Die Ölpreise sind schliesslich deutlich gefallen. Um einen genaueren Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Inflation zu betrachten, müssen wir daher die sogenannte Kerninflation ins Auge fassen – wie es das Fed ebenfalls tut. Die Kerninflation misst die Teuerung ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise. Hier grafisch deren Entwicklung:

Core CPI USA

Selbst in dieser Betrachtung ist von einem Inflationsanstieg, wie er nach dem Phillips-Kurven-Zusammenhang zu erwarten wäre, in jüngster Zeit nicht viel zu sehen. Weil ein solcher von den Löhnen ausgehen müsste, schauen wir uns deren Entwicklung ebenfalls an:

Loehne

Die Löhne haben sich seit der Krise kaum bewegt. Ein Zusammenhang, wie ihn die Phillips-Kurve vorgibt, ist nirgendwo zu sehen. Im Wesentlichen werden vier Ansätze diskutiert, um das Versagen des Modells zu erklären. Schauen wir sie uns genauer an:

  • Die natürliche Arbeitslosigkeit liegt deutlich tiefer als bisher angenommen

Das ist wie oben erwähnt jene Arbeitslosenquote, bei deren Unterschreiten die Löhne und die Preise nach oben auszuschlagen beginnen. Liegt sie tiefer als bisher angenommen, würde das bedeuten, die aktuelle Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent ist noch immer konjunkturell bedingt zu hoch oder – gleichbedeutend – die Gesamtnachfrage ist noch immer zu gering. Dass diese Ansicht beim Fed Anklang findet, zeigt sich am Umstand, dass aktuell die meisten Mitglieder des Entscheidungsgremiums (FOMC) die natürliche Arbeitslosigkeit auf 4,9 Prozent schätzen. Das ist deutlich tiefer als noch im September 2012, als man sie bei der Notenbank bei einem Wert zwischen 5,2 und 6 Prozent vermutet hat.

Einen Hinweis auf eine nach wie vor konjunkturell bedingt zu hohe Arbeitslosigkeit liefert auch die sich deutlich unter dem Trend befindliche Beteiligung der arbeitsfähigen Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt – selbst wenn man die demografische Veränderung mit berücksichtigt. Ebenfalls einen Hinweis dafür liefert der nach wie vor hohe Anteil unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigter.

Eine gefallene natürliche Arbeitslosigkeit liefert für sich gesehen Argumente für ein weiteres Zuwarten mit einer Zinserhöhung.

  • Das internationale Umfeld schwächt den Phillips-Kurven-Zusammenhang

Es gibt neben den Ölpreisen weitere Einflüsse, die auf Preise und Löhne drücken und nicht von der Arbeitslosigkeit in den USA ausgehen – und damit auch nicht von der Entwicklung der Inlandkonjunktur, die seit 2009 eine enorme Stärkung erfahren hat. Die Probleme haben mit der Weltwirtschaft zu tun.

Wie Gouverneurin Lael Brainard in ihrer Rede erklärt hat, sind es gleich mehrere Faktoren, die auf das Preisniveau und die Wirtschaftslage der USA drücken: Die im Vergleich zum Ausland deutlich bessere Konjunkturentwicklung habe für höhere Kurse an den Kapitalmärkten der USA geführt und damit auch den Dollar beflügelt – laut Fed-Chefin Janet Yellen hat der Dollar seit einem Jahr insgesamt eine Aufwertung um 15 Prozent erfahren. Das hat die Auslandsnachfrage nach US-Gütern gebremst und rund 1 Prozent an Wachstum gekostet. Auch die Inflation fiel dadurch zwischen 0,25 und 0,5 Prozent geringer aus – in diese Richtung wirken auch die Rohstoffpreise, die zum grossen Teil ebenfalls auf die schwache Weltkonjunktur zurückgehen. Laut Brainard zeigen Schätzungen, dass alle diese Entwicklungen zusammen auf die USA gleich gewirkt haben wie mehrere Leitzinserhöhungen.

Die Argumentation mit dem Einfluss der Weltkonjunktur liefert für sich gesehen ebenfalls Argumente für ein weiteres Zuwarten mit einer Zinserhöhung. Damit hat Janet Yellen nach dem letzten Notenbankentscheid im September auch den Entscheid begründet, den Leitzins auf dem Tiefstpunkt zu belassen.

  • Die Inflationserwartungen könnten gefallen sein

Entscheidend ist für Notenbanker weniger, wie sich die tatsächliche Inflation entwickelt, als die Erwartungen in der Bevölkerung darüber, wie sie sich entwickeln wird. Denn davon hängt ab, wie Unternehmen ihre Preise setzen und welche Löhne Beschäftigte fordern. Die Erwartungen beeinflussen daher die relevante künftige Inflation mehr als die aktuell gemessene. Inflationserwartungen hängen dennoch auch von der vergangenen Inflationsentwicklung ab und davon, wie glaubwürdig eine Notenbank ist, ihr vorgegebenes Ziel zu erreichen. Dass die Inflation schon länger deutlich unter dem Zielwert des Fed liegt, könnte zur Folge haben, dass auch die Inflationserwartungen gefallen sind. Das würde erklären, warum auch bei einer rückläufigen Arbeitslosigkeit die Inflation nicht wie erwartet ansteigt.

Doch Inflationserwartungen lassen sich nicht direkt beobachten. Es gibt zwei Arten, sie zu messen: via Marktpreise (über Inflations-Swaps oder durch den Unterschied zwischen gewöhnlichen und inflationsgeschützten Anleihen, sogenannten Tips) und durch Untersuchungen von Ökonomen. Leider zeigen beide Messarten in unterschiedliche Richtungen: Die Marktpreise verweisen auf deutlich tiefere Inflationserwartungen. Die Schätzungen von Ökonomen gehen von einer stabilen Erwartung im Rahmen des Zielwerts des Fed von 2 Prozent aus.

Aus dieser Betrachtung ziehen Janet Yellen und Lael Brainard (gemäss ihren jüngsten Reden) unterschiedliche Schlüsse. Yellen zieht daraus den Schluss, den aktuellen Inflationszahlen und ihren Einflussfaktoren nicht allzu viel Gewicht beizumessen. Das spricht für eine baldige Zinserhöhung. Brainard dagegen betont vor allem den fehlenden Preisdruck, der von stabilen oder sogar fallenden Inflationserwartungen ausgeht. Das spricht für ein weiteres Zuwarten.

  • Geldpolitik wirkt erst mit Verzögerung

Bis eine Zinserhöhung Wirkung zeigt, das heisst einer steigenden Inflation entgegenwirkt, vergeht einige Zeit. Wie Janet Yellen betont hat, spricht vor allem dies für einen Zinsanstieg noch in diesem Jahr. Kommt das Fed zu spät und die Inflation steigt bereits deutlich an, müsste die Notenbank die Zinsen aggressiv anheben. Die Wirtschaft derart durchzurütteln, das will Yellen auf jeden Fall verhindern. Gouverneurin Brainard sieht diese Gefahr mit Verweis auf die anhaltenden Risiken und die erwähnten Inflationserwartungen nicht. Sie spricht umgekehrt von Risikomanagement-Überlegungen, die gegen eine zu frühe Zinserhöhung sprechen: Während ein Zuwarten keine Gefahren mit sich bringe, würde die Notenbank bei einem zu raschen Anheben der Zinsen eine erneute Krise riskieren, die sie dann angesichts ihrer beschränkten Möglichkeiten nur schwer bekämpfen könnte.

Fazit:

Wann und in welchem Umfang die US-Notenbank ihre Leitzinsen erhöhen wird, hängt davon ab, welcher der erwähnten Erklärungsansätze sich durchsetzt. Das hat nicht nur Auswirkungen für die USA, sondern für die Weltwirtschaft insgesamt. Via die Europäische Zentralbank (EZB) ist auch die Schweiz davon betroffen. Die EZB, die am Donnerstag über ihre weitere Politik entscheiden wird, ist auf einen schwachen Euro angewiesen, denn Nettoexportüberschüsse hatten einen wesentlichen Anteil daran, dass die Wirtschaft der Eurozone dem Schlimmsten vorerst entkommen ist. Die drastische Abschwächung des Euro gegenüber dem Dollar seit dem Sommer letzten Jahres ging vor allem auf die Erwartung einer weit expansiveren Geldpolitik der EZB gegenüber jener der USA zurück, wo bisher ein baldiger Zinsanstieg erwartet wurde.

Bleibt das Fed nun doch länger untätig – was angesichts der Auseinandersetzungen und Unsicherheiten bei der US-Notenbank und der widersprüchlichen Signale von dort wahrscheinlicher wird –, dann muss die EZB bei ihren Geldspritzen (Anleihenkäufen bzw. Quantitative Easing) nachlegen, um keine unerwünschte Aufwertung des Euro zu riskieren. Für die Schweiz, deren Nationalbank den Mindestkurs zum Euro wegen dieser Geldspritzen aufgehoben hat, könnte das zu einer erneuten Aufwertung des Frankens führen. Es ist kaum ein Zufall, dass sich gerade in den letzten Tagen – seit der intensiveren Auseinandersetzung in der Fed-Chefetage und im Vorfeld des EZB-Entscheids vom Donnerstag – der Franken zum Euro bereits wieder merklich aufgewertet hat (das heisst, der Euro wurde billiger), wie die folgende Grafik zeigt. Quelle ist die Währungsplattform xe.com.

EUR-CHF

82 Kommentare zu «Das Fed hat ein Theorieproblem»

  • Linus Huber sagt:

    Besteht ein Zusammenhang zwischen der Anzahl an Blog-Kommentaren und dem SMI? Ist die Anzahl der Beiträge höher an Tagen, an welchen die Börse zulegt und vice versa? Sicherlich eine interessante aber vollkommen nutzlose Analyse (ausser für den Ökonomen, welcher dafür bezahlt wird), wie die meisten heute verwendeten ökonomischen Modelle.

  • Rene Wetter sagt:

    Im Frühjahr 1994 hob das FED den damals tiefen Zins um 1/4% an. Es sollte ein sanftes Antippen auf der Konjunkturbremse sein aber es geriet zur Vollbremsung der Weltkonjunktur. Das System reagierte nicht mehr wie ein alter Geländewagen sondern wie ein F1 Rennwagen. Die Leute flüchteten aus den Anleihen, die Zinsen erhähten sich um das 8 fache. Ähnlich ergings dem FED auch beim Ausbruch der Subprimekrise. Ich verstehe das Zögern nun. Schon ein kleiner Fehler kann zu einer Katastrophe führen. Schuld daran sind die vielen neuartigen Finanzderivate, man sollte diese alle analisieren und die schädlichen Produkte verbieten.

    • Marcel Senn sagt:

      Das legendäre „Great Bond Massacre“ von 1994 hat immerhin schon damals zu einer Vermögensvernichtung von rund 1500 Mrd $ v.a. in den USA geführt. Gut im Vergleich zu den geplatzten Blasen danach (2001 und 2008/09) war das noch relativ wenig. Und wieviel Vermögensvernichtung bis hin zu schweren Wirtschaftskrisen eine Zinserhöhung 2015/2016 hervorrufen könnte, will ich mir jetzt gar nicht ausmalen…

    • Linus Huber sagt:

      „Schon ein kleiner Fehler kann zu einer Katastrophe führen.“

      Das ist das Resultat dessen, dass man immer jede kleine Unannehmlichkeit mit zentralplanerischen Mitteln verhinderte und somit die Hebelwirkung in die Wolken hochfuhr; vielleicht wäre es vorteilhaft gewesen, wenn man verdaubare Krisen sich selbst überlassen hätte, respektive eine natürliche Genesung, welche zwar schmerzt aber auch diszipliniert, zugelassen hätte. 🙁

  • Bruno Schnider sagt:

    Frage:
    Auf dieser Seite findet sich doch der eine oder andere ökonomisch versierte Fachmann. Diese Modelle sind ja alle mehr oder weniger plausibel, drücken aber immer bloss einen kleinen Teil der „Wirklichkeit“ ab, da nur wenige Parameter darin enthalten sein können.
    Kann mir jemand den Zusammenhang aufzeigen zwischen erwünschter Inflationsrate und den sich ständig nach ganz oben verschiebenden Vermögensverhältnissen. Das wilde Gelddrucken begünstigt doch vor allem die alleroberste Vermögensklasse.Und sie schadet vor allem dem Mittelstand.
    Eine zweite interessante Frage wären noch die auf Grund der internationalen Mobilität der Arbeitskräfte stagnierenden Einkommen. Viele junge Menschen haben vor einem möglichen Erbgang kaum Vermögen – leben also von „der Hand in den Mund“ und können deshalb kaum ihre Ausgaben steigern, bzw. ihre Schulden vergrössern. Mit Monopoly allein lässt sich doch die Wirtschaft nicht nachhaltig ankurbeln.
    Vielen Dank den lieben Ökonomen ;-))

  • Linus Huber sagt:

    Als A.W. Phillips sein ökonomische Analyse in 1958 veröffentlichte (The Relation between Unemployment and the Rate of Change of Money Wage Rates in the United Kingdom, 1861-1957), fokussierte er sich auf die zwei Komponenten, einerseits Lohnsteigerungen und andererseits Lohnsteigerungen anhand von Daten eines Jahrhunderts während welchem Großbritannien auf einem Goldstandard war und die Preise relativ stabil waren. Was Phillips herausfand und was weltweit nachvollzogen werden kann, war der Umstand, dass eine Beziehung zwischen realen Löhnen und Arbeitslosigkeit besteht. Es ist eine einfache Beziehung, welche auf der Knappheit einer Resource beruht, wenn Arbeitskräfte knapp sind (tiefe Arbeitslosigkeit), die Löhne im Verhältnis zu den Preisen anderer Güter in der Wirtschaft steigen und Vice Versa.

    Mit der Zeit haben die Ökonomen das Wort „real“ im Ausdruck „reale Löhne“ fallen gelassen und erklären, dass die Philipps-Kurve die Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und allgemeiner Preisinflation (CPI, PCE) wiedergebe. Daraus ergeben sich eine Unzahl fehlerhafter Annahmen, von der Idee, dass höhere Inflationsraten mehr Jobs erzeugen bis hin zur Idee, dass das Inflationsrisiko ignoriert werden kann, wenn die Arbeitslosenrate nicht zu tief ist. Wenn die Daten dieser neu erfundenen Varianten vermeintlicher Relationen analysiert werden, entstehen solch hohe Streuungen in den Resultaten, dass daran nichts mehr an die Phillips-Kurve erinnert. Die Tendenz von Inflation (CPI, PCE) zu steigen oder zu sinken hat sehr wenig mit Arbeitslosigkeit zu tun, genauso wie die Tendenz von Arbeitslosigkeit zu steigen oder zu fallen sehr wenig mit der Inflation zu tun hat. Das Versagen dieser fehlgeleiteten Interpretation der Phillips-Kurve zur Beschreibung der realen Welt resultierte in deren Verstärkung durch unterschiedlichste Erwartungen wie z.B. variierende natürliche Arbeitslosigkeit (Nairu). Dass das bestehende Dogma nicht die Zusammenhänge, wie sie in der wirklichen Welt bestehen, wiedergibt, ist offensichtlich, aber mit hoher Vehemenz wird daran festgehalten.

    • Rolf Zach sagt:

      Vielleicht sollte man es auch so formulieren. Die Phillips Kurve kann dann mit der Wirklichkeit übereinstimmen, wenn folgende Gegebenheiten vorhanden sind.
      Erstens: Die Produktivität in einer Volkswirtschaft stagniert und damit kann die Produktion nur zunehmen, wenn die Anzahl der Beschäftigten erhöht werden muss.
      Zweitens: Die Bevölkerung stagniert in ihrer Anzahl oder es gibt viele Jugendliche, die noch nicht in den Arbeitsprozeß eingetreten sind. Nach den sehr mageren Geburtenzahl in den 30er Jahren und den Baby Boomer zwischen 1945 bis 1964 ein durchaus verständliches Phänomen.
      Drittens: Die Märkte für Fertigwaren sind relativ eingeengt und die Konkurrenz für die eigenen Produkte auf dem Weltmarkt ist gering. Die Gewinnrate steigt automatisch, auch wenn man dem Personal mehr Lohn zukommen läßt oder teurer Leute anstellt.
      Viertens: Die Theorie der immer gleichen Geldmengenversorgung nach Milton Friedman zutrifft, die die nur die Geldseite, aber nie die soziale Wirklichkeit einer Volkswirtschaft beachtet, was sich eigentlich als hanebüchener Unsinn entpuppte.
      Fünftens. Sehr umstritten, Lohn- und Preiskontrollen funktionieren nie in kapitalistischen Märkten und staatliche Eingriffe jeglicher Art anders als die Politik der Zentralbanken sind von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Darüber kann man wie bei der Geldmenge trefflich streiten und ganze Bibliotheken zusammenschreiben.

    • Johnny Smith sagt:

      Danke für einen guten Kommentar, der etwas ausholt und die Aussagen von Phillips präzisiert bzw. den Artikel hier dazu und v.a. auch einige Kommentare richtigstellt.

      1. Phillips machte keine Aussage zum generellen Inflationsniveau (rel. zur Arbeitslosigkeit), sondern zu ‚real wages‘ also der Entwicklung der Lohnkosten ’nach‘ Inflation. Oder wie Hussman es formuliert: „The Phillips Curve is actually a scarcity relationship between unemployment and real wage inflation – basically, labor scarcity raises wages relative to the price of other goods“.

      2. Die (wirkliche) Phillips Kurve zeicht NICHT auf, dass mit höherer Inflation die Arbeitslosigkeit gesenkt werden könnte, das wäre zu schön und viele Zentralbanker (und auch andere) argumentieren hier nicht nur unscharf, sondern setzen schlicht und einfach unfundierte Behauptungen in die Welt: mit seinen Untersuchungen zeigte Phillips auf, dass bei tiefer Arbeitslosigkeit IN DER FOLGE reale Löhne eher mehr zu steigen neigen und bei hoher Arbeitslosigkeit IN DER FOLGE eher weniger steigen oder gar sinken. Die Entwicklung der realen Löhne FOLGT also (invers) der Arbeitslosigkeit – und nicht umgekehrt.

      Detailliert beschrieben und mit Grafiken von recht aktuellen Daten: http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc131104.htm
      Folgende Grafik (http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc131104f.png) zeigt auch auf, dass der Zusammenhang ein relativ loser ist. Das „Theorieproblem“ ist nur ein Theorieproblem, wenn man erwartet hat, dass die Phillips-Kurve nicht nur Trend- sondern präzise Punktprognosen voraussagen würde. Das tut sie nicht und hat Phillips auch nicht behauptet.

      • Johnny Smith sagt:

        Ob die FED ein Theorie-Problem hat, weiss ich nicht. Ein Theorie-Problem hat, wer behauptet, mit hoher Inflation lasse sich die Arbeitslosigkeit senken.

      • Anh Toàn sagt:

        @[Johnny Smith: „mit seinen Untersuchungen zeigte Phillips auf, dass bei tiefer Arbeitslosigkeit IN DER FOLGE reale Löhne eher mehr zu steigen neigen und bei hoher Arbeitslosigkeit IN DER FOLGE eher weniger steigen oder gar sinken.“

        Ach doch soviel!

        Dieser Heini scheint mir überbewertet.

        • Rolf Zach sagt:

          Man sollte auf solche Theorien in diesem schlagkräftigen Sinne antworten und sich nicht die Mühe geben, langwierig und langweilig auf Binsenwahrheiten einzugehen, die für die Entscheider der Wirtschaftspolitik ohne Bedeutung sind.
          Da liebe ich die Antwort von Linus Huber, der sich fragt, wer die besseren fliegenden Schweinchen hat in seinen theoretischen Artikel. Trotzdem sind wir beide wahrscheinlich eifersüchtig auf Anh Toan, der mit seinen kurzen Aphorismen beim geneigten Publikum besser ankommt.

        • Linus Huber sagt:

          Nicht nur zu hoch bewertet ist dieser Heini, sondern vor allem auch die Ökonomen, welche seine einfache Überlegung verfälschten und damit etwelche Modelle kreierten, welche in der Folge massgebenden Einfluss auf die Geldpolitik ausüben. Man weiss nicht recht, ob man darüber 🙂 oder 🙁 sollte.

        • Johnny Smith sagt:

          „Dieser Heini scheint mir überbewertet.“

          Kein Grund, Phillips als Heini zu verunglimpfen. Er kann nichts dafür, wenn seine Analysen herangezogen bzw. missbraucht werden für irgendwelche Furz/Wunschideen (wie zB hohe Inflation sei gut, um die Arbeitslosigkeit zu senken).

          Wissenschaft (so man den Begriff mit Ökonomie überhaupt verwenden will) ist nun halt meist langweilig und nur (mini)schrittchenweise zu haben.

          Es war nicht mein Ziel, Phillips zu verteidigen, ich kenne ihn nicht. Mein Ziel war, darauf hinzuweisen, dass seine Analysen missbraucht werden. Lieber eine Aussage mit nur loser/kleiner Aussagekraft, als irgendwelche Behauptungen ohne jegliche empirische Daten dahinter. Oder wie es Keynes (übrigens ein anderer, dessen Analysen von den heutigen Neo-Keynesianern missbraucht oder mind. verfremdet werden) viel träfer formulierte:

          “I’d rather be vaguely right than precisely wrong.”
          John Maynard Keynes

          • Johnny Smith sagt:

            Ob die Analysen von Phillips überbewertet sind, weiss ich nicht. Die Heinis aber sind die, die unter dem Deckmantel der Phillips Kurve irgendwelche Behauptungen in die Luft setzen.

          • Linus Huber sagt:

            „Die Heinis aber sind die, die unter dem Deckmantel der Phillips Kurve irgendwelche Behauptungen in die Luft setzen.“

            Genau so ist es.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich wollte mit diesem Post ausdrücken, dass ich davon ausgehe, dass die Aussagen von Phillips weiter gehen, als hier von Kommentatoren dargestellt.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Mit dieser Annahme dürften Sie falsch liegen, denn die aus Ihrer Sicht sehr wahrscheinlich als banal und damit Ihre Erwartung eines hohen Intellekts der Ökonomen enttäuschenden Konklusion aus seiner Analyse wird hier gut wiedergegeben.

          • Linus Huber sagt:

            … als banal empfundene …

          • Johnny Smith sagt:

            Sie haben in einem Punkt recht: Phillips geht mit seinen Aussagen weiter (was ja relativ logisch ist bei einem Paper von 17 Seiten), zb. macht er auch Aussagen über die ‚Nicht-Linearität‘ der angesprochenen Beziehung zwischen Level der Arbeitslosigkeit und erwarteter folgender Entwicklung der Löhne (siehe erste Grafik, allerdings mit falscher Achsenbeschriftung).

            Das haben Sie aber ja nicht gemeint. Sie wissen ja, was Phillips für Aussagen gemacht hat, obwohl Sie bisher sicher keinen Satz aus seinem damaligen Paper gelesen haben. Typisch für den allwissenden Anh Toan.

          • Anh Toàn sagt:

            Kann es ohne steigende Nominallöhne Inflation (der Konsumentenpreise) geben?
            Muss es mit steigenden Nominallöhnen Inflation (der Konsumentenpreise) geben?
            Oder unter welchen Bedingungen gibt es bei steigenden Nominallöhnen keine Inflation?

            Stichwort: „Lohn Preis Spirale“

            Meines Erachtens machen die Studien von Phillips aus volkswirtschaftlicher Sicht nur Sinn, wenn ein Zusammenhang zwischen Nominallöhnen und Inflation impliziert wird. Sonst hätte Phillips statt Arbeitskraft ja auch Äpfel nehmen können, um zu erklären, dass bei grossem Überangebot die Preise eher fallen und bei Knappheit eher steigen.

            Zur Zeit gibt es keine Inflation (der Konsumentenpreise), weil die Reallöhne nicht steigen. Und weil keine Steigerung der Reallöhne erwartet wird, gibt es auch keine Inflationserwartung.

          • Anh Toàn sagt:

            Wissen Sie Herr Smith, man kann einen Text von A-Z 100 Mal lesen, ohne Berücksichtigung des Kontextes wird er sich einem nur in Ausnahmefällen tatsächlich erschliessen.

          • Johnny Smith sagt:

            Besser, einen Text mind. zu lesen (übrigens, aufgrund Ihrer höchst beschränkt zitierenden Voten behaupte ich vom Kontext mindestens so viel zu verstehen wie Sie) als das Paper nicht zu lesen (wenigstens das haben Sie implizit zugegeben) und zu behaupten, man habe die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Das sind eben die von Ihnen ins Spiel gebrachten ‚Heinis’…

          • Anh Toàn sagt:

            „The „money wage rate“ (W) is shorthand for total money wage costs per production employee, including benefits and payroll taxes. The focus is on only production workers‘ money wages, because (as discussed below) these costs are crucial to pricing decisions by the firms.“

            Habe ich noch gefunden. Phillips hat also nur die Löhne in der Produktion betrachtet, eben weil diese die Preisgestaltung der Unternehmen und damit die Konsumentenpreise massgeblich beeinflussen.

          • Johnny Smith sagt:

            Es ist Ihnen anzurechnen, dass Sie beginnen, sich mit der Materie zu befassen – zwar spät aber immerhin.

            PS: Wikipedia ist eine gute erste Anlaufstelle. Vielleicht lohnt es sich aber, FALLS Sie es wirklich interessiert, auch das Paper von Phillips selbst zu lesen.

          • Anh Toàn sagt:

            Mann, Herr Smith

            1. Der Beitrag sagt nirgendwo, sich auf die originale Phillips Kurve zu beziehen, er redet von einer simplem Form dieser Kurve. In den Wirtschaftswissenschaften werden viele Formen dieser Kurve verwendet.

            2. Die Untersuchung von Phillips ist rein empirisch, „behauptet“ hat er gar nichts.

            3. Das, was Sie sagen, sei das Ergebnis von Phillips‘ Untersuchungen, bezeichnet er selbst in den ersten Sätzen als plausibel. Es ging bei seinen Untersuchungen darum, falls diese Plausibilität sich in der Realität auch zeigt, eben gerade präzisere Schätzungen zum Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Lohnentwicklung zu ermöglichen, als Ihr „eher mehr zu steigen neigen“ und ihr „eher weniger steigen oder sogar sinken“. Wäre lediglich dies das Ergebnis seiner Arbeit gewesen, wäre er ein überwerteter Heini. Um dies zu erkennen, brauchte ich nicht mal das tatsächliche Ergebnis seiner Arbeit zu erkennen.

            Aber generell bin ich nicht der Einzige, der nicht in Ehrfurcht erstarrt vor Phillips‘ Studie. Wirklich interessant wird es ja, wenn man eben den Schritt einbezieht, von den Lohnkosten zu Inflation: Dass diese empirischen und theoretischen Studien auch als Phillips Kurven bezeichnet werden, gibt dem Namen Phlillips‘ wohl etwas zuviel Glanz.

          • Johnny Smith sagt:

            „Aber generell bin ich nicht der Einzige, der nicht in Ehrfurcht erstarrt vor Phillips’ Studie.“

            Ich auch nicht, denn er „behauptet“ – wie Sie richtig sagen – gar nicht so bahnbrechend viel. Genau deshalb ist er auch kein Heini. Die Heinis sind diejenigen, die viel behaupten ohne zu studieren.

            Aber ehrlich, Sie steigen etwas in meiner Achtung (auch wenn Sie vielleicht nicht viel drauf geben), da Sie doch endlich etwas „Grundlagenarbeit“ machen. Machen Sie das öfters und lassen den Stammtisch-Heini vermehrt zu Hause.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Ergebnis von Phillips‘ Untersuchungen war, dass in der ersten Abbildung eine Kurve, eben die Phillips‘, von links oben nach rechts unten geht, und nicht eine Gerade. Sonst würden wir heute von der Phillips‘ Geraden reden.

          • Johnny Smith sagt:

            So ist es.

            22. Oktober 2015 um 11:08
            „… zb. macht er auch Aussagen über die ‘Nicht-Linearität’ der angesprochenen Beziehung zwischen Level der Arbeitslosigkeit und erwarteter folgender Entwicklung der Löhne (siehe erste Grafik, allerdings mit falscher Achsenbeschriftung).“

  • Pascal Meister sagt:

    Wie wär’s mit einem sechsten Ansatz, um das Versagen des Modells zu erklären: Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (in den USA) ist wesentlich höher als die offiziell ausgewiesene! Aufgrund von persönlichen Kontakten in den USA ist das zumindest seit der letzten Krise 2008 stark anzunehmen – dass also viele Menschen aus der Statistik herausgefallen sind.

    • Rolf Zach sagt:

      Wahrscheinlich ist die US Statistik einiges ehrlicher als die Schweizer Statistik. Präsident Nixon sprach zu seiner Zeit von einer Vollbeschäftigung, wenn die Arbeitslosigkeit 4 % der Beschäftigten war. Nixon war ein Politiker und die neigen in solchen Sachen zur Schönfärberei. 3 bis 3,5 % sind wohl richtig für die Verhältnisse in den USA aufgrund ihres statischen Verständnisses für Arbeitsmarktzahlen. 4,9 % sind eindeutig zu hoch um von Vollbeschäftigung zu sprechen, ein Trostpflaster für den ökonomischen Erfolg der FED für ihre Politik. Übrigens auch so eine ökonomische Feinheit um die Wahrheit seiner Berechnungen in volkswirtschaftlichen Abteilungen deutlich darzustellen. Man sagt nie 4,5 oder 5 %, daß wäre unseriös und nicht wissenschaftlich. Man sagt 4,9 %, 5,1 % oder 4,55 %. Solche Zahlen ergeben Vertrauen.
      Übrigens die Schweizer Statistik ist eigentlich verlogen, sie erfasst nur die beim RAV registrierten.

  • Urs sagt:

    Wie wär’s mit einem fünften Ansatz, um das Versagen des Modells zu erklären: Die tatsächliche Inflation (in den USA) ist wesentlich höher als die offiziell ausgewiesene!

    • Rolf Zach sagt:

      Soviel ich weiß, erfaßt die Inflation auch die Preise für Häuser im Gegensatz zu Europa. Wäre dankbar, wenn einer der Blog-Teilnehmer die wesentlichen Unterschiede Preisstatistik bei uns und derjenigen in den USA erklärt. Ich beziehe mich auf den Konsument Preis-Index, der ja in der EU ähnlich gestrickt ist, wie in der Schweiz.

  • Roli sagt:

    Es gibt verschiedene Arbeitsplätze, hochwertige Vollzeitstellen und Teilzeitarbeit im Gastgewerbe oder Handel etc. In Amerika sind hochwertige Arbeitsplätze abgebaut worden und verschwunden, während die Teilzeitstellen gewachsen sind.
    Der Prozentsatz der arbeitsfähigen Bevölkerung, die Beschäftigung haben ist auf Allzeittief. Könnte es nicht auch sein, dass Leute heute 2 Stellen haben, um überhaupt über die Runden zu kommen? Das würde dann vieles erklären, es gibt immer mehr Stellen und dadurch sinkt die Arbeitslosigkeit, aber effektiv verdienen die Leute weniger und es gibt prozentual gesehen weniger Leute im Arbeitsprozess, da diejenigen mit 2 Jobs nur einmal gezählt werden, aber in der Statistik 2 mal mit der Arbeitsstelle erfasst werden!
    Amerika braucht wieder Wachstum und Arbeitsstellen mit Löhnen von denen man leben und die Schulden vom Studium zurück zahlen kann. Dann können sich die Leute auch wieder ein Haus leisten. Bis jetzt wurde der ganze Aufschwung nach 2008 durch neue Schulden finanziert, das ist nicht nachhaltig und die Rechnung kommt früher oder später. Leider werden alle (weltweit) zur Kasse gebeten werden, da der Dollar die Weltwährung ist. Die frage ist wie lange noch, die Chinesen haben das Problem erkannt und verkaufen US Treasuries und machen den Renminbi für den internationalen Handel fit, als Ersatz für den Dollar – nur merken das die meisten Leute hier noch nicht.

    • Rolf Zach sagt:

      Nach Batra ist hauptsächlich die Deindustrialisierung der USA an den von Ihnen geschilderten Verhältnissen schuld. Ein Warnzeichen für die Schweiz mit ihrer zerstörerischen Notenbank-Politik. Die Industrie ist das Rückgrat des Wohlstandes einer Volkswirtschaft.

      • Roli sagt:

        Ich bin absolut mit Ihnen einverstanden, der Wohlstand kommt von der Arbeit. Und wie bei der Vermögensverwaltung, wo Diversifikation ein Muss ist, ist dies auch bei einer Volkswirtschaft eine Voraussetzung für Wohlstand, es braucht alle Bereiche, sonst ist die Wirtschaft nicht schockresistent.
        Ich bin auch ganz altmodisch der Ansicht Geld ist Arbeit, zuerst muss eine Leistung erbracht werden, die wird dann gegen Geld getauscht und dieses wieder gegen Arbeit umgetauscht. Also hat Geld einen Preis, der Preis der Leistung (Arbeit/pro Zeiteinheit), wenn nun Geld gratis zur Verfügung gestellt wird, dann pervertiert das den Kapitalismus und vernichtet Geld resp. ehemals geleistete Arbeit. Das Geld wird weniger wert, die Leute werden keine Arbeit auf Vorrat leisten, sondern beginnen von der Hand in den Mund zu leben und wir landen da, wo alle Afrikanischen Gesellschaften gefangen sind im Trybal Systems. Dort wird alles geteilt und der Tüchtige wird bestraft, sein Interesse schwindet am Sparen, da es keine Eigentumsrechte gibt. Resultat: einzig die Macht ist erstrebenswert, man muss Häuptling werden, um am meisten zu profitieren oder sonst irgendwo in der Hierarchie oben sein. Es lohnt sich auch Medizinmann oder Zauberin zu sein (mit den Ängsten der Leuten diese zu manipulieren auch den Häuptling!)
        Darum funktioniert ein Gratiseinkommen nicht, es wird zu Gewalt führen.

        • Linus Huber sagt:

          „… wenn nun Geld gratis zur Verfügung gestellt wird, dann pervertiert das den Kapitalismus und vernichtet Geld resp. ehemals geleistete Arbeit. Das Geld wird weniger wert, die Leute werden keine Arbeit auf Vorrat leisten, sondern beginnen von der Hand in den Mund zu leben …“

          Sie verstehen die Zusammenhänge besser als manch ein Ökonom. 🙂

  • Nicht nur das FED, unser Wirtschaftssystem überhaupt hat ein Theorieproblem. Angefangen bei einer endlichen Welt, in der unendliches Wachstum unmöglich ist, über diverse Mythen wie Homo Oeconomicus, Unsichtbare Hand, Trickle-Down-Effekt etc. bis zur vermeintlichen Konservierung von individueller Alterssicherheit (z.B. Pensionskassensystem). Im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit besteht der Irrtum darin, dass Arbeitslosigkeit etwas schlechtes sei. Das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch strebt seit Jahrzehntausenden danach, sich sein Leben einfacher, bequemer und sicherer und schöner zu machen. Es braucht viel Arbeit und Wachstum, um das zu erreichen. Aber wenn das Ziel erreicht ist, dann sinkt das Arbeitsvolumen hinab auf das, was es braucht, um den (paradiesischen) Stand zu halten. Und das ist mit den heutigen Errungenschaften nicht mehr viel: ein paar wenige Stunden Arbeit pro Woche würden reichen. Anstatt uns darüber zu freuen und unser Einkommenskonzept grundlegend zu überdenken, beklagen wir, dass es zuwenig Arbeit gibt (obwohl alle überarbeitet und gestresst sind?). Dabei würden mehr Arbeitsplätze nur bedeuten, dass vieles immer noch nicht erledigt ist. Hingegen wenn alles erledigt ist, ist das ein toller Zustand – nur eben hats dann keine Arbeit mehr. Wir sollten begreifen, dass fehelnde Arbeit ein Signal ist für ein Wohlstandsniveau, das in der Geschichte der Menschheit noch nie so hoch war wie heute. Aber eben: es bedingt eine radikale Umstrukturierung in unserem Einkommenskonzept, das heute immer noch mit Arbeit verwoben ist und an dem trotz völlig veränderter wirtschaftlicher Entwicklung stur festgehalten wird.

    • Harry Harrer sagt:

      Frau Binsberger: Der Mensch ist nur ein hochkomplexes Spielzeug im Kontext des gesamten Universums, ein Spielball der Naturkräfte, denen er sich beugen muss. Die Natur lässt Energie dorthin fliessen, wo sie am meisten nachgefragt wird. Hoher Energieumsatz ist eng an hohe Entropieerzeugung gekoppelt, man kann dieses Prinzip also „Das Gesetz der Entropiemaximierung“ nennen.

      Übersetzt auf die Wirtschaft bedeutet es, dass Geld immer die Tendenz hat dorthin zu fliessen, wo die besten Ideen für höheren Energieumsatz erzeugt werden. Ein ideenloser Mensch wird zuerst arbeitslos, und danach mittellos, weil das Universum keinen Bedarf sieht diesen tiefentropischen „Bioroboter“ weiter zu unterhalten. Stattdessen wird die Energie auf die hochenergetischen Einheiten umverteilt, welche ein Potential für erhöhte Entropieproduktion zeigen.

      Dieses Prinzip habe ich nicht erfunden, es ist schon vor Jahrtausenden als ein universelles Naturgesetz entdeckt worden, und ist sogar in der Bibel als sogenannter „Matthäus-Effekt“ dokumentiert: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ Mt 25,29

      Die von Ihnen geschilderte Utopie, dass der Mensch praktisch arbeitslos im Paradies leben könnte ist also im Schnitt nicht mit den Naturgesetzen vereinbar. Wenn man es versucht, dann ändert sich die Struktur der Gesellschaft umgehend so, dass der Versuch erfolglos bleibt, es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Im Extremfall erleidet eine Gesellschaft, welche dem Gesetz der Entropiemaximierung starrköpfig widerspricht einen Krieg, in dem die „schadhaften“ Bioroboter sich gegenseitig abschalten, und somit ihr tiefentropisches Betriebssystem selbst aus der Welt schaffen.

      Dies war zum Beispiel der Fall, als im 19. Jahrhundert die KuK-Monarchie versuchte die gesellschaftlichen Strukturen in Europa einzufrieren und die industrielle Revolution im Zaum zu halten. Die Konsequenz war der erste Weltkrieg, welcher zuerst die Monarchien beendete, und dann der zweite Weltkrieg, welcher das starre ressourcenbasierte Geldsystem gegen das expandierende Kreditgeldsystem austauschte. Erst das Kreditgeldsystem war dem entropiemaximierenden Wachstumsparadigma angepasst, und daher vom Gesetz der maximalen Entropiezunahme favorisiert.

      Sie werden sehen: sollte die Menschheit naiv genug sein es mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu versuchen, dann wird entweder das Geldsystem zusammenbrechen, oder es gibt einen Krieg. Wenn die Leute keine Ideen mehr für friedliches Wachstum haben, dann wird eben der Krieg ein destruktives Wachstum generieren. Irgendwie werden es die Naturkräfte schon richten, dass Wachstum sein muss, denn das Universum expandiert, das ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache, die auch vor der Menschheit nicht Halt macht.

      • Hansueli Wermelinger sagt:

        Super Ansatz. Anders als ich es erklären würde, aber ich sehe auch, dass sich die Naturgesetzte in the long run immer durchsetzen. Seit 1998 wäre die Zeit reif für eine Korrektur des Booms seit 1980 gewesen, doch die Politik wehrt sich gegen die Sinuskurve und gegen natürliche Zyklen mit dem Effekt, dass der nächste Down-Swing noch um Quanten tiefgreifender wird.

        • Rolf Zach sagt:

          Für mich ist die Ökonomie niemals eine wertfreie Lehre wie es in der Regel die Naturwissenschaften sind. Man muß sie immer im Kontext mit der jeweiligen Gesellschaft sehen und was die Macht-Elite dieser Gesellschaft glaubt, was richtig ist. Ob dann die Macht-Elite mit ihrem Glauben an der vorhandenen sozialen Realität richtig liegt, ist eine andere Frage. Beim Islam funktioniert es gegenwärtig überhaupt nicht, wie vor 1989 beim Sowjet-Kommunismus. Hat sich unsere Gehirnmasse in den letzten 5000 Jahren vergrößert? Wohl kaum, wir sind als Menschen von der Biologie auf die Kultur umgestiegen. Die Emotionen haben wir wohl behalten, auch ein Schimpanse kann tricksen, beleidigt sein, seiner Eifersucht nachgehen und sich erlauben ein Dummkopf zu sein, aber er ist weiterhin der Biologie vollständig ausgeliefert. So kommt unsere Natur eigentlich nur durch die Kultur mit der ganzen Natur zusammen.

      • Vielen Dank für Ihren phantasievollen und unterhaltsamen Kommentar. Wenn man ihn aber nüchtern analysiert, dann wird er leider immer inhaltsleerer – so wie übrigens das erwiesenermassen expandierende Universum, das aber je grösser es wird, um so leerer ist (und kälter und starrer).

      • Linus Huber sagt:

        @ Harry

        „Übersetzt auf die Wirtschaft bedeutet es, dass Geld immer die Tendenz hat dorthin zu fliessen, wo die besten Ideen für höheren Energieumsatz erzeugt werden.“

        Ich gehe mit Ihnen grundsätzlich einig, jedoch besteht ein die Entropie reduzierender Faktor, nämlich die zunehmende Machtkonzentration und Zentralplanung, welche versucht einen Status Quo der Machtverhältnisse zu erhalten (Vetternwirtschaft) und dadurch den freien Fluss des Geldes immer stärker behindert, was zum Erlahmen wirtschaftlicher Dynamik führt und gleichgepoltes Verhaltens fördert, was in der Folge entsprechend ihren Ausführung zu gesellschaftlichen Verwerfungen führen dürfte. Unter dieser Betrachtungsweise ist das Ersetzen des Ressourcen-basierten Geldsystems mit einem expandierenden Kreditgeldsystem eher als weiterer Schritt in Richtung von Zentralplanung und damit als Entropie schwächender Faktor zu bewerten.

  • Martin sagt:

    Eine etwas gewagte Aussagen, dass „Inflation die Arbeitslosigkeit“ bekämpft. Inflation soll Wachstum verursachen. Das führt zu weniger Arbeitslosen. Aber eine Wirtschaft muss erst mal wachsen bzw. dazu fähig sein. Wenn nämlich das Wirtschaftswachstum ausbleibt, dann hat die Inflation fatale Auswirkungen auf die Wirtschaft! Für die FED gilt es, eine gute Balance zwischen Inflation (ca. 2%) und Zinspolitik zu finden. Ich vermute, die FED wird nächstes Jahr die Zinsen anheben.

    • G. Nardone sagt:

      @Martin:
      – „Wenn nämlich das Wirtschaftswachstum ausbleibt, dann hat die Inflation fatale Auswirkungen auf die Wirtschaft“
      Das Wachstum kann bei Inflation nur dann ausbleiben, wenn die Produktions-Kapazitäten ausgelastet wären, davon ist die USA im Moment noch eher weit entfernt, die Auslastung liegt bei unter 80%, siehe:
      http://static.quest-trendmagazin.de/typo3temp/pics/USA-utilization-capacity-2007-2015-August_e368766061.png

    • Linus Huber sagt:

      @ Martin

      Inflation in sich führt nicht automatisch zu Wachstum, sondern einzig aufgrund des dadurch erzeugten Anreizes sich stärker zu verschulden und damit künstlich Nachfrage (zeitlich vorgezogener Konsum) zu schaffen. Diese Art quantitativen Wachstums, welches in erster Linie auf der Ausweitung der systemweiten Kreditmenge beruht, resultiert in Fehlinvestitionen oder, wie Herr Nardone in anderen Worten gut erklärt, in Überkapazitäten, welche erkennbar werden, sobald die Sättigung stattgefunden hat, respektive die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zur glaubwürdigen Bedienung der Kreditvolumina ausgereizt ist.

  • Wolfgang Scherf sagt:

    Wenn Preisniveaustabilität mit 2% Inflation spezifiziert wird, sollte es dafür einen ökonomischen Grund geben.

    2% Preissteigerungen sind „unvermeidlich“, wenn die Lohnerhöhungen systematisch und stabil in etwa diesem Umfang über dem Produktivitätsfortschritt liegen. Ohne Berücksichtigung im Geldmengenziel können die höheren Lohnstückkosten nicht in den Preisen überwälzt werden und es kommt zu Produktions- und Beschäftigungsverlusten. Die Zielinflationsrate von 2% gibt also an, welches Ausmaß an angebotsseitig-struktureller Inflation von der Zentralbank maximal toleriert wird, ohne monetäre Gegensteuerung zu betreiben.

    In dieser Perspektive ist das Inflationsziel aber nur eine Obergrenze, die auch unterschritten werden kann, jedenfalls solange keine echte (Kern-) Deflation eintritt. Wenn die strukturelle Inflationsrate in der Vergangenheit gesunken ist, z.B. aufgrund einer anhaltend moderateren Lohnpolitik, gibt es eigentlich keinen Grund, das 2%-Inflationsziel mit allen Mitteln weiterhin anzusteuern.

    • Martin sagt:

      Was ist ein „Geldmengenziel“? Davon habe ich noch nie was gehört? Und weshalb steigen bei einer Inflation die Preise? Bei einer Inflation steigen die Preise von Gütern, die importiert werden. Also irgendwie verstehe ich Ihren Text nicht so ganz?

      • Pascal Meister sagt:

        Inflation IST Preissteigerung, egal aus welchem Grund. Typischerweise geht eine (nicht importierte) Inflation mehr oder weniger parallel zur Lohnentwicklung, weil die Löhne letztlich einen sehr hohen Anteil der Preise ausmachen, direkt oder indirekt über Zulieferer usw.

        • Martin sagt:

          Das müssen Sie mir erklären! Also: Wir haben eine vergrösserte Geldmenge. Die Zinsen bei den Banken sind so tief wie nie. Und deswegen muss jetzt bspw. ein Brot mehr kosten? So wie ich das sehe, bedeutet eine Inflation gleichbleibende oder sinkende Preise, da das Geld billig zu haben ist. Die Unternehmen haben zur Zeit keinerlei Probleme, billige Kredite zu bekommen. Da ist eine Preiserhöhung nicht wirklich angebracht. Durch die Kredite kann Mehrwert erschaffen werden bzw. Wirtschaftswachstum erfolgen. Gefährlich wird es dann, wenn viel zu viel Geld vorhanden ist, für das kein Mehrwert geschaffen wird. Dann hat man dann eine ausgewachsene Wirtschaftskrise! Ich würde eher meinen, eine Deflation hat eine Preissteigerung zur Folge. Meiner Meinung nach.

          • A. Koch sagt:

            Die „offizielle“ Inflation wird gemessen an einem (mehr oder minder willkürlichen) Warenkorb, und ist so gesehen nicht unbedingt ein gutes Mass für Inflation im folgenden Sinne: Die östreichische Wirtschaftstheorie – soweit ich die verstehe, der Input von andern ist hier willkommen – misst Inflation als Geldmenge im gesamten Wirtschaftssystem, was nichts anderem entspricht als der totalen ausstehenden Kreditmenge. Bei jedem Kredit wird ja automatisch der entsprechende Geldbetrag aus dem nichts erschaffen. Diese Geldmenge sucht sich nun „ein Zuhause“, und dies ist nicht unbedingt der „Inflationswarenkorb“ (bei Negativzinsen ist dies u.U. eben auch die Matratze…). Die tiefen Zinsen – wie schon in einem andern Kommentar von mir erwähnt – widerspiegeln die hohen Preise für Bonds, Anleihen etc. und sind so ihrerseits Zeichen einer hohen Inflation. Durch die enorme Höhe der immer grösser werdenden Schulden sitzt nun der gesamte Westen in der Schuldenfalle. Höhere Zinsen können nicht finanziert werden, und noch tiefere Zinsen (oder sogar – Schluck -Negativzinsen) werden unsere Sozialsysteme ruinieren, die ja einen gewissen Teil ihres Geldes in AAA-Anleihen investieren müssen, dabei aber keinen/zu wenig Gewinn (oder einen garantierten Verlust) einfahren. Viel des neu geschaffenen Geldes ist auch in die Aktienmärkte geflossen. Die Inflation liegt also in diesen Finanzinstrumenten versteckt, welche auch zu einem grossen Teil von der reichsten 1% (Powereliten) in grossem Umfang besessen werden. Somit ist die „Inflation-/Deflation“-Debatte halt immer abhängig davon was genau damit gemeint ist. Klar ist nur, dass die bestehenden Schulden unmöglich alle (mit Geld der momentanen Kaufkraft) je zurückbezahlt werden können. Von da her kommt kursiert auch das Sprichwort „inflate or die“…

          • Martin sagt:

            Es könnte doch auch einfach sein, dass die Bond-Preise steigen, da sie sehr stark nachgefragt sind? Wenn viele Länder Geld ausgeben und dies in Bonds investieren wollen, steigt durch das allseits bekannte „Angebot-Nachfrage Prinzip“ der Preis. Also eine ganz normale Reaktion. Die „Geldmenge“ wird nicht aus dem „Nichts“ erschaffen. Als Gegenwert zur Geldmenge steht das BIP und vielleicht noch andere Dinge. Es gibt also einen Gegenwert. So wie ich das in einige Artikeln gelesen habe, werden die Zinsen auf Bonds extra tief gehalten, um zu verhindern, dass Betriebe ihr Geld auf dem Konto parken. Die Zentralbanken wollen, dass das Geld investiert wird. Sie versuchen also, die Wirtschaft anzukurbeln.

  • Alexander Grab sagt:

    Woher kommt es eigentlich, dass man meint, ökonomische Probleme mit dem Zinsniveau der Zentralbank lösen zu können?
    Vodoo getarnt als Wissenschaft…
    dient doch nur dazu, davon abzulenken, dass Fiat-Währungen Schneeballsysteme sind. Wie wärs denn mit Gold als Welt-Reservewährung statt Dollar? Eine Währung, dessen Wert vom freien Markt bestimmt wird? Unvorstellbar. Wie soll man denn Kriege finanzieren und Nationen mit Ratingagenturen gefügig machen?
    Wie Schneeballsysteme enden, weiss jeder – was also bleibt anderes übrig, als alles schön zu schreiben und zu hoffen, dass auch in Zukunft Symptome eines korrupten Geldsystems politisch bewirtschaftet werden können.

    • Linus Huber sagt:

      „Woher kommt es eigentlich, dass man meint, ökonomische Probleme mit dem Zinsniveau der Zentralbank lösen zu können?“

      Es kommt daher, dass Ökonomen sich der Politik verdingten und ihre Dogmen nach deren Wünschen festlegen. Und ja, die Symptome werden sicherlich bewirtschaftet, aber Sie können sicher sein, dass sie auf ihrem Rücken bewirtschaftet werden.

      • Rolf Zach sagt:

        Entschuldigung, ich kann es nicht lassen und werde zynisch. Die österreichischen Schule ist ja berühmt für ihre Modele vom bösen Staat und den immer rechtschaffenen privaten Interessen. Während sich diese Herren im sicheren Wien als Angehörige des vermögenden Bildungsbürgertums im Ersten Weltkrieg ihre wunderschönen ökonomischen Systeme zusammenbastelten und sie mit ihren geschliffenen Aphorismen unterlegten, kamen wegen offener Marktwirtschaft in der Donaumonarchie während des Krieges kein ungarisches Schweinefleisch nach Wien und die dortige Arbeiterschaft hungerte. Das Habsburgerreich endete dann auch auf dem Scheiterhaufen der Geschichte. Diese Genies lehrten dann später auch in den 30er Jahren an den besten US Universitäten, aber es sei Gott gedankt, Roosevelt übergab ihnen nicht die Führung der Kriegswirtschaft der USA im Zweiten Weltkrieg.

        • Linus Huber sagt:

          Wo genau erkennen Sie einen Bezug zur Österreichischen Schule in meinem Kommentar?????

        • Alexander sagt:

          Wie wahr, Roosevelt´s new deal scheiterte trotz einem staatlichen Büro für Preiskontrolle, Verbrennung von Ernten, Industriekartellen und viel staatlicher Intervention, obwohl man gut bei Keynes und Marx nachgelesen hatte. Nachher rettete der II WK dem militärisch industriellen Komplex den Allerwertesten… Das jüdische Großbürgertum der Austrians führte derweil ein ärmliches Leben im Mutterland des Kapitalismus – reich war von denen keiner, im Gegensatz zu den intellektuellen Wirtschaftsnobelpreisträgern von US Gnaden.

  • A. Koch sagt:

    Hier kommt die ganze verkorkste Situation in der sich die westliche Welt befindet an den Tag.

    a) Die Mär der „low inflation“. Mit 2% Inflation verdoppelt sich das Preisniveau alle 35 Jahre. Das soll Preisstabiltät sein??? HAHAHAHA. Zudem, die Inflation – gemessen an der total Kreditsumme, denn Kredit generiert neues Fiatgeld – ist natürlich viel viel höher als 2%. Dieses Geld floss einfach nicht in den die „Inflation messenden Warenkorb“ (was für eine Farce), sondern zum grössten Teil in die Taschen der obersten 1%. Die Tiefen Zinsen – der billige Kredit – sind somit ausdruck viel höherer Inflation als von offizieller Seite uns glauben gemacht wird.

    b) Die Mär der Phillips Curve. In den USA (als auch bei uns) ist die effektive Arbeitslosenquote viel höher als die etwa 5.7%. Wer es nicht glaubt soll mal die US debt clock googeln, und da die Grösse der US work force und die US population size anschauen und dann 1 + 1 zusammenzählen. Die Arbeitslosenzahlen sind viel höher – laut shadow stats sind die unemployment rate sowie die inflationsrate bei über 22% und etwa 3.9%. Dies zeigt hohe Inflation UND hohe Arbeitslosigkeit, was den Wert der guten alten Phillips Curve zeigt – reine Theorie die nicht immer, bzw. nicht (mehr) momentan in der Praxis operiert.

    • Josef Marti sagt:

      Diese Theorie stammt noch aus einer Zeit wo hohe Wachstumsraten die Regel waren und die konjunkturellen Schwankungen immer brav kurzfristig blieben. Das war eine Zeit vor der Globalisierung und des kalten Krieges wo fast jeder im Arbeitsprozess irgendwie untergebracht werden konnte. Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit in Europa begann allerdings schon mitte der 70er Jahre. In Zeiten von prekären Arbeitsverhältnissen auf Abruf, Zeitarbeitsverträgen, Generation Praktikum usw. können abhängig Beschäftigte und va. die jüngere Generation nicht ernsthaft irgendwelche positiven Erwartungen in die Zukunft haben.

      • H.Trickler sagt:

        Genau darin liegt der Fehler vieler dieser Theorien. Früher gab es viele neue Erfindungen, angefangen mit der Elektrifizierung bis zum Internet. Dies sorgte für regelmässigen wirtschaftlichen Fortschritt. Heute gibt es keine derart bahnbrechenden Erfindungen, und ausserdem wandert die Produktion nach FarEast.

        Die Folge: Die westliche Wirtschaft wächst fast nicht mehr und bald wird es Schrumpfung geben!

        • Whistle Blower sagt:

          Nicht nur dies, Herr Trickle Down – früher gab es auch mehr Leute, die etwas riskierten, wenn mal genug Kapitalpolsterung vorhanden war. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass die Entwicklungssprünge in kürzeren Zeitabschnitten erfolgten, die konjunkturellen Hängebrücken also um einiges kürzer ausfielen, weshalb sich eine Volkswirtschaft eine viel höhere strukturelle Arbeitslosigkeit leisten durfte.
          Aber was machen wir mit einer Weltkonjunktur, die finanziell immer entferntere Wege gehen muss, damit sich Entwicklungssprünge einstellen, auf die immer weniger Leute mit ihrem Geldbeutel antworten können, zumal längere Konjunkturdurchhänger an der Kaufkraft nagen, Schwellenländer noch immer mit tiefen Löhnen aufwarten und undemokratische Staatsgebilde nur kleine Mittelschichten entstehen lassen, somit weitere Ungleichheiten und Kapital- flucht fördern – eine Zinserhöhung in den USA wäre gleich nochmals kontraproduktiv für solche Länder.
          Generell aber drückt eine globalisierte Oekonomie auf die Preise in so manchen Ecken der Produktionsstätten; wer nur exportieren will, steht gewaltig im Gegenwind. Solcherart Lohnzerfall kennt die USA seit den 1980-er Jahren, und wer glaubt, Globalisierung sei ein Phänomen, das nach dem Fall der Mauer einsetzte, der irrt. Japanische Autos überschwemmten den Markt bereits in den 1970-er Jahren. Zudem blähten sich einzelne Sektoren in den USA derart auf, dass die Inlandnachfrage irgendwann einstürzen musste, weil plötzlich Ueberkapazitäten entstanden: Wenn Piloten plötzlich nach Essmarken Ausschau halten müssen, dann wissen wir – es gibt so manche Fluglinien nicht mehr. Tariflich aus diesem Keller zu kommen, ist nur langfristig möglich, wenn überhaupt.
          Ich fasse zusammen: Wenn in weiten Teilen der Erde vor allem die wichtigen Volkswirtschaften lahmen – dazu zähle ich teilweise auch die USA und bestreite entschieden den Eingangssatz (Was heisst bessere Entwicklung?) -, dann entsteht längerfristig auch ein weltweites Kaufkraftproblem. Wenn es zudem an der Qualität der Arbeitsplätze, die neu geschaffen wurden, überhaupt es an der Qualifizierung der Arbeitswelt gegenüber der Konkurrenz mangelt, zudem ein Gerangel um hochqualifiziertes Personal entsteht, um das sich die Welt reisst und die schwächeren Volkswirtschaften dabei technologisch ins Hintertreffen gelangen, die Ungleichheiten innerhalb des Geldkreislaufes auch noch zunehmen, weil immer mehr Investitionen im „gambling circus“ der Investmentbanken abtauchen oder als Immobilienanlage in Metropolen enden, so dürfen wir uns nicht wundern, wenn allenfalls noch Krümel für die ganz unten bereitgehalten werden.

        • Linus Huber sagt:

          @ Trickler & Whistle

          „Früher gab es viele neue Erfindungen“, „früher gab es auch mehr Leute, die etwas riskierten“

          Sie beide liegen mit dieser Ihrer Annahme völlig richtig. Es bestehen empirische Daten, welche die Abnahme von erfolgreichen Neugründungen von Unternehmen bestätigen. Dabei handelt es sich nicht um eine Lappalie, sondern um eine essentielle Fehlentwicklung, welche der Wirtschaft die notwendige Vitalität entzieht. Bei diesen Überlegungen ist wichtig zu erkennen, weshalb und aufgrund welcher fehlerhaften Anreize diese Entwicklung in Gang gesetzt wurde.

          Dabei spielen mitunter zwei Aspekte eine wichtige Rolle, einerseits das Verhindern von schöpferischer Zerstörung (Schumpeter) durch eine immer lockerere und verfehlte einzig auf die Inflation des CPI/PCE fokussierte Geldpolitik und andererseits die Regulierung zugunsten der Grossunternehmen durch die Lobbying Aktivitäten derselben.

          • H.Trickler sagt:

            Die in ihrem letzten Absatz genannten Aspekte sind imho eine Folge des von mir genannten Mangels an bahnbrechenden Neuheiten.

            Die Anwendung von Elektrizität und des Internets sind um Zehnerpotenzen stimulierender als die Entwicklung eines neuen iPhones oder verbesserten Tesla.

          • Linus Huber sagt:

            @ Trickler

            Na ja, ich bin mir nicht so sicher, dass die gegenwärtig neuen Technologien nicht bahnbrechender sein könnten, wenn deren Anwendung in vielen Bereichen nicht von Status Quo verteidigenden Interessengruppen zumindest teilweise behindert würde. Deren Nützlichkeit im Bereiche der Medizin, Bildung, neuartiger Geschäftsmodelle etc. dürfte aus meiner Sicht bedeutend höher ausfallen und der Gesellschaft höheren Wohlstand gewähren, wenn via Regierungen die bestehenden Grossfirmen und starken Interessenvertretungen die weitgehende Kontrolle darüber nicht erhalten könnten. Auch die Anwendung der Elektrizität erfolgte mit einer Phase, während welcher immer mehr Bereiche erschlossen wurden und dies dauerte Jahrzehnte. Das Internet ist Teil der heutigen Innovationsphase.

      • Anh Toàn sagt:

        @Josef Marti: „Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit in Europa begann allerdings schon mitte der 70er Jahre.“

        Bereits in der durch die Ölkrise verursachten Stagflation hatte das FED und andere Notenbanken das Problem, dass sich die Theorie der Phillips Kurve nicht an der Realität verifizieren lässt: Damals stiegen Arbeitslosigkeit und Inflation gleichzeitig, was gemäss der Phillips Kurve genauso unmöglich ist, wie die aktuelle Situation, in der beides gleichzeitig sinkt.

    • Anh Toàn sagt:

      A. Koch: „In den USA (als auch bei uns) ist die effektive Arbeitslosenquote viel höher …“

      Die ist sicher höher als ausgewiesen, der Punkt ist aber nicht die US (oder die Arbeitslosigkeit „bei uns“) sondern ein Heer von Arbeitslosen in den Schwellenländern: Steigende Nachfrage nach Arbeit im Westen führt nicht zu steigenden Löhnen im Westen, weil entweder Arbeitskräfte importiert oder die Arbeit exportiert wird, und in den Schwellenländern das Angebot an Arbeitskraft im Verhältnis zur Nachfrage unerschöpflich ist.

    • Linus Huber sagt:

      Herr Koch

      Wie recht Sie haben, aber Regierungen sind in ihre eigene Propaganda verliebt und zetteln eher Kriege an als ihre Scheuklappen abzulegen, denn auf einmal müssten sie erkennen, dass sie selbst mit das Problem sind.

      • A. Koch sagt:

        Stimmt, Regierungen knüpfen sich ganz langsam und systematisch ihren eigenen Lügenstrick…

  • Dani Keller sagt:

    Nebst der EZB wird/muss auch die BOJ Geldbriketts nachlegen.

    • H.Trickler sagt:

      Jawohlll, Draghi verursacht so lange eine Geldschwemme, bis der Glaube an den Euro weltweit schwindet. Dann bricht der Kurs zusammen und es herrscht Heulen und Zähneklappern 🙁

      • Martin sagt:

        Meiner Meinung nach, ist die Geldschwemme der EZB und Draghi eine normaler Vorgang im Aufbau einer EU. Neuestes Oberhaupt der Banken in der EU, ist die EZB. Diese nimmt jetzt die Nationalbanken der Staaten an die Leine. Der Gegenwert für den Euro ist da, nämlich das BIP der EU in Höhe von 17 Billionen. Statt die Staaten sich jetzt gegenseitig beleihen, tritt jetzt die EZB in Erscheinung. Es entsteht eine neue „Superbank“ oder eine neue Zentralbank. Neu kann nicht mehr die Zentralbank des Landes bestimmen, wie viel Geld ausgegeben wird, sondern nur noch die EZB.

  • Alex Blindenbacher sagt:

    Mit den tiefen Zinsen wollte man die Aktienkurse in die Höhe treiben, damit dadurch der Konsum angekurbelt wird. Nun haben die hohen Aktienkurse den Dollar in die Höhe getrieben und damit der Realwirtschaft geschadet.

    • A. Koch sagt:

      Die Frau auf der Strasse konsumiert mehr, wenn die Reallöhne steigen, d.h. Einkommen minus Grundkosten (Steuern, Miete, Krankenkassenprämie, Energieverbrauch, Grundnahrungsmittel). Dies hat sehr wenig mit steigenden Aktienkursen zu tun, die grösstenteils durch Aktienrückkäufe der grossen Firmen (Danke billiger Kredtit ?) stattfanden. Die tiefen Zinsen werden bald auch mal zum Bumerang, wenn ich an die Altersvorsorgeinstitutionen denke. Underfunded pension funds in den USA sind eine tickende finanzielle Zeitbombe… Die negativen Effekte der tiefen Zinsen werden sich wohl in Bälde zeigen und blutig rächen.

      • Josef Marti sagt:

        In der CH sind mittlerweile viele Pensionskassen froh wenn sie den Neupensionierten das Kapital statt die Rente aufschwatzen können, um den schwarzen Peter loszuwerden.

      • Linus Huber sagt:

        @ Koch

        Ja sicher, auf einmal werden unsere wohl behüteten und straffreien Künstler der Manipulation erkennen dürfen, dass ökonomische Prinzipien nicht durch Zwangsmassnahmen verhindert werden können, sonder die Probleme sich einfach auf einer anderen Ebene melden. Wie oben Trickler und Whistle gut erkennen, würgen diese Idioten durch ihre immer stärkere Zentralplanung schrittweise die wirtschaftliche Dynamik ab.

  • Ich lese dieses Blog immer sehr gerne. Die Idee allerdings, dass es überhaupt in den Wirtschaftswissenschaften so etwas wie Theorie geben soll, die finde ich amüsant. Theorie ist etwas anderes als ad hoc zusammengebastelte Erklärung.

    • Linus Huber sagt:

      @ Jürg

      Es bestehen natürlich ökonomische Prinzipien, welche sehr eng mit dem menschlichen Verhalten verknüpft sind. Aber eben bei der Phillips-Kurve handelt es sich um ein zusammengebasteltes Modell, welches wenig mit der Realität zu tun hat, wie Sie dies so treffend formulieren.

  • ast sagt:

    „Erinnern wir uns an die Logik des Phillips-Kurven-Zusammenhangs: Bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit rechnen wir mit einer höheren Inflation“.

    Die Logik stimmt vermutlich noch immer, aber der Statistik über diese Arbeitslosenrate traue ich überhaupt nicht. Gegenüber anderen Zahlenwerten aus der US Arbeits-Statistik muss ich die Arbeitslosenquote als Farce bezeichnen.

    So zum Beispiel wird der prozentuale Anteil von arbeitsfähigen Personen die in Arbeit sind als so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, angegeben. Die Erwerbsquote sank in den letzten Jahren ständig, auf jetzt nur noch 62,4% im September 2015, somit ist dies der tiefste Stand seit Oktober 1977.

    • Marcel Senn sagt:

      Und wer sich nicht desillusioniert vom Arbeitsmarkt zurückzieht, wird vermehrt mit 8.50 $ Jobs abgespiesen — die erzeugen auch keinen grossen Inflationsdruck, denn für viel mehr als die Miete und das Essen reichen diese Löhne definiv nicht.

    • Linus Huber sagt:

      @ ast

      Nein, auch die Logik stimmt nicht – siehe obigen Kommentar von mir.

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