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Die vergessene Insel

Tobias Straumann am Montag den 16. September 2013
Nur noch ein Schatten: Ein Demonstrant verschwindet hinter einer zypriotischen Flagge. (Reuters/Yorgos Karahalis)

Nur noch ein Schatten: Ein Demonstrant verschwindet hinter einer zypriotischen Flagge. (Reuters/Yorgos Karahalis)

Vor einem halben Jahr interessierte sich die ganze Welt für Zypern. Heute liest man kaum mehr etwas über die Mittelmeerinsel. Was ist passiert? Sind die Probleme gelöst?

Kurze Rückblende: Zypern kämpfte im März 2013 mit einer klassischen “Drillingskrise”, d. h. einem kollabierenden Bankensektor, einem überschuldeten Staatssektor und einer sich beschleunigenden Kapitalflucht. Daraufhin ergriffen die Behörden Massnahmen, die ebenfalls einem klassischen Muster folgten: Bankensanierung, staatliches Sparprogramm und Kapitalverkehrskontrollen. Die Geschichte wiederholt sich.

Beim ersten Rettungspaket hätten auch die einfachen Sparer bluten müssen. Das wurde zum Glück rückgängig gemacht, aber nur schon die Ankündigung hatte eine verheerende Wirkung. Das Vertrauen in das Krisenmanagement der Euroländer sank auf einen neuen Tiefpunkt. Der Londoner Investor Pawel Morski schrieb treffend: «No human agency has achieved so much economic destruction in such a short time without the use of weapons.»

Die Massnahmen haben den Kollaps des Bankensystems und den offenen Staatsbankrott erfolgreich verhindert. Aber wie die neusten Zahlen zeigen, ist die Lage weiterhin dramatisch. Zypern steckt in einer schlimmen Krise.

  • Die Wirtschaft dürfte dieses Jahr um 15 Prozent schrumpfen – das ist ein absoluter Rekord, selbst im Vergleich zu Griechenland. Die Arbeitslosigkeit wird bald 20 Prozent betragen.
  • Die Bankkunden ziehen ihr Geld von den Banken ab. Schätzungen reden von 30 Millionen Euro pro Tag. Das ist eine hohe Summe angesichts der Tatsache, dass Bankkunden nur einen kleinen Betrag pro Tag abheben dürfen. Die Zyprioten trauen ihrem eigenen Euro nicht mehr, da er nicht mehr frei umtauschbar in den “richtigen” Euro ist.

Es ist seit langem klar, was geschehen muss, um die Abwärtsspirale zu beenden. Als Erstes müssten die Euroländer bei der Sanierung des Bankensystems helfen. Zweitens braucht Zypern einen Schuldenschnitt im Austausch gegen Reformen. Es handelt sich um relativ kleine Summen, die notwendig wären.

Doch leider besteht nach wie vor keine Einigkeit in diesen Fragen. Es gibt nun eine gemeinsame Bankenaufsicht (Single Supervisory Mechanism), aber das reicht nicht, um die Eurokrise zu lösen. Man tut nur gerade so viel, um den Kollaps des Euro zu verhindern, und vertraut darauf, dass die Wirtschaft irgend einmal wieder anzieht.

Olli Rehn, der Währungs- und Wirtschaftskommissar in Brüssel, versucht periodisch gute Stimmung zu verbreiten. In einem der neusten Beiträge auf seinem Blog lobt er Spaniens Reformmassnahmen und bemüht ein Lied von Bob Dylan, um seine Einschätzung zu illustrieren. Man muss nicht ein guter Kenner von Dylans Musik sein, um zu erkennen, dass der Vergleich kaum schiefer ausfallen könnte:

«Something is happening here. But you don’t know what it is. Do you, Mr. Jones?» That’s Bob Dylan at the cultural and social turning point in the mid-1960s. Something is happening in today’s European economy as well…

Der französische Präsident François Hollande hat am Nationalfeiertag verkündet, dass die Krise vorüber sei: «La reprise économique, elle est là.» Die positiven Daten zum zweiten Quartal (+0,5 Prozent) schienen seine Aussagen zunächst zu bestätigen. Aber wiederum erwies sich der Optimismus verfrüht. Die neusten Zahlen zur französischen Industrieproduktion sind klar negativ. Auch die gesamte Eurozone verzeichnete im Juli eine weitere Schrumpfung der Industrieproduktion (Eurostat).

Im Endeffekt spielt es ohnehin keine Rolle, ob das französische BIP-Wachstum leicht negativ oder leicht positiv ausfällt. Tatsache ist, dass ein grosser Teil der Eurozone in einer Depression gefangen ist, d.h. eine schnelle wirtschaftliche Erholung ist auf Jahre hinaus nicht in Sicht. Die Schweizer Exporteure sind deshalb gut beraten, wenn sie die Erschliessung von aussereuropäischen Märkten vorantreiben – je schneller desto besser.

 

 

 

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30 Kommentare zu “Die vergessene Insel”

  1. Zlatko Jukic sagt:

    Am Chaos bei der zyprischen Bankenrettung war nicht die EU Schuld, sondern Nikos Anastasiadis, der neugewählte, unerfahrene Regierungschef. Es war auch sein Vorschlag, Sparguthaben unter 100,000 EUR abzugreifen. Das hat zu grosser Unruhe geführt. Die EU hatte das vehement abgelehnt.
    Die zyprische Bankenaufsicht war für ihre lasche Haltung bekannt. Warnungen gab es genug. Jetzt muss Zypern selbst die Suppe auslöffeln, dazu noch einige reiche Russen. Warum sollen andere Länder für Zyperns abgemagerte Cash Cows bezahlen? In guten Zeiten wollte man den Gewinn auch nicht teilen. Schon gar nicht mit der EU.
    Die Schweiz kann ihre Exporte sicher auch in andere Länder schicken, aber dann muss sie den Franken auch an den Real, die Rupie, den Rubel, den Rand und den Yuan binden. Das könnte ganz schön teuer werden.

    • Dimitri Kara sagt:

      @Zlatko Jukic
      Dass die Zyprioten Schuld sind, ist unbestritten.
      A) Die EZB ist aber auch Schuld. Warum hat sie die Laiki Bank (zwegrösste Bank auf Zypern) mit 9 Miliarden (nochmals 9 Miliarden) Euro mit flüssigen Mitte versorgt, obwohl alle wussten, dass die Bank praktisch bankrott war?
      Hätte die EZB in den letzten zwei Jahren das Geld nicht zur Verfügung gestellt, wäre das Problem für Zypern wessentlich kleiner heute.
      Aber EZB hat das Geld an die Laiki Bank zur Verfügung gestellt, um groessere Probleme im Euroraum zu vermeiden.
      B) Über 95% der Zyprioten sind der Meinung, dass der erste Vorschlag (Verzicht von 6-7% vom Sparguthaben unter 100,000 EUR ) wäre besser gewesen. Sie hätten lieber auch 15-20% vom Sparguthaben verzichten, als arbeitslos zu werden

      • Zlatko Jukic sagt:

        @D. Kara: Wenn der Staat Ihre Steuern verjubelt, sind Sie alleine Schuld. Hätten Sie dem Staat eben kein Geld gegeben.
        Deshalb muss man auch alle Betreibungsämter abschaffen, denn Schuld ist immer der Gläubiger.
        Haben Sie Geld auf der Bank oder bei der Pensionskasse? Die müssen Ihnen das Geld nicht zurückzahlen, denn Sie als Gläubiger sind ja selbst Schuld.

        • Dimitri Kara sagt:

          Es ist keine Antwort auf die Frage: Warum hat die EZB die Bank Laiki mit 9 Miliarden versorgt, obwohl sie wuesste, dass die Bank Bankrott war.

          Nach Ihrer Logik muss der Staat Zypern, die Shulden nicht zurückzahlen. Die Gläubiger sind ja schuld

  2. Bettina Ramseier sagt:

    Ein weiteres trauriges Beispiel dafür, wohin die verantwortungslose Staatsverschuldung führt! Zypernkrise, EU- und EUR-Krise sowie die Immobilienkrise der USA wurden alle durch opportunistische Markteingriffe sozialistischer Regierungen verursacht. Der kurzfristige Gewinn muss mit mittel- und langfristigen Katastrophen erkauft werden! In den USA schafften die sozialistischen Präsidenten Carter und Clinton Eigenkapitalanteil und Bonität für Hypothekarnehmer ab und boten dafür Staatsgarantie. Und als der Staat nicht mehr bürgen wollte, nahm die Katastrophe ihren Lauf. Nicht die Banken, sondern die Bundesregierung der USA sind an der Finanzkrise schuld.
    Dasselbe gilt für die EUR-Krise. Die Einführung des EUR führte dazu, dass sich das südeuropäische Armenhaus von Griechenland bis Portugal eine fette Wohlfahrtstaats-Party leisteten, wofür sich die Linksregierungen jenseits jeglicher Verantwortung verschuldeten. Sie waren von Anfang an weder bereit noch fähig, die Zinsen dafür aufzubringen noch die Schulden je zurückzuzahlen. Und die von den deutschen Ländern kontrollierten Banken mussten die Griechen-Bonds aus politischem Opportunismus aufkaufen und gerieten prompt in eine solche Schieflage, dass die deutsche Regierung die eigenen Banken retten musste! Auch hier ist es oekonomisches Unvermögen und tagespolitischer Opportunismus, der die Marktverzerrungen verursachte. Der Markt ist anonym, er kann nicht kontrolliert werden und korrigiert sich immer selbst. Früher. Oder später.

    • Josef Marti sagt:

      Clinton verwechseln Sie offenbar mit dem sozialistischen Präsident Bush; und die Regierung in den USA ist immer noch und seit jeher eine private Versammlung von (offenbar sozialistischen) Wallstreetbankern und Fed, wobei Präsidenten und Kongress zumindest was die Wirtschafts- und Fiskalpolitik betrifft nach deren Pfeiffe zu tanzen haben.
      Bis vor Kurzem bestand Ihre Euro-Linksregierung aus folgenden Personen: Berlusconi, Sarkozy, Merkel, Cameron. Es ist wohl also wieder mal an der Zeit dass richtig Linke an die Macht kommen.
      Was Unfähigkeit und unglaubliche Inkompetenz in Wirtschaftsfragen anbelangt konnte sich bisher noch niemand so blamieren wie die Bürgerlichen.

  3. Thomas Trachsel sagt:

    Zypern ist keine “griechsche Insel”, sindern ein eigenständiger Staat mit griechischer Sprache.

  4. Rene Wetter sagt:

    Und dann kommt wieder die Phrase: Die Schweizer Exporteure sind deshalb gut beraten, wenn sie die Erschliessung von aussereuropäischen Märkten vorantreiben – je schneller desto besser. Ja, die BRIC Staaten sind unsere Zukunft nur jetzt hat sich gezeigt dass alle diese Staaten massive Probleme haben, die Währungen und das Wachstum sacken ab. Jetzt kommt sicher einer und weist auf die Wachstumszahlen in Afrika hin.
    Zu Zypern: Der Bankenplatz ist erledigt, Zypern muss lernen wieder kleinere Brötchen zu backen. Es gibt wie bei der Insel Kreta die etwa gleich viele EW hat, 2 Wirtschaftspfeiler: Tourismus und Landwirtschaft. Natürlich schrumpft dabei die künstlich aufgeblähte Wirtschaft, viele überzählige Banker müssen sich umorientieren. Auch der Staatssektor muss schrumpfen. Ich sehe es aber nicht ein warum der Steuerzahler der anderen Länder für das Bankendesaster einstehen sollte und Hilfsgelder zahlen soll damit auf Zypern die tiefen Steuersätze erhalten bleiben

    • Johnny Smith sagt:

      Ich bin nicht ganz so negativ, was die Emerging Markets angeht. Die stehen in der Entwicklung noch ein paar Jahrzehnte hinter den Industriestaaten: weniger Verschuldung, Wachstum zwar sinkend, aber noch deutlich höher (wir würden ja träumen von Wachstum 3 oder 4% ++, dafür aber auch gewisse Inflationsprobleme.

      “Zypern muss lernen wieder kleinere Brötchen zu backen.” Diesen Satz können wir auch auf ganz Europa ummünzen, selbstverständlich inkl. Schweiz: Europa muss lernen wieder kleinere Brötchen zu backen. Auch die USA sind auf dem absteigenden Ast. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Abstieg nur ‘relativ’ zu den Mitbewerbern stattfindet, wie bislang üblich in der Geschichte der Wirtschaft, und nicht absolut.

      • Rene Wetter sagt:

        @Smith: In vielen euroäischen Staaten, inklusive Schweiz ist der Normalbürger seit 20 Jahren auf Diät gesetzt. Insbesondere Deutschland wo immer mehr Leute sich mit Billigjobs durchschlagen müssen. Gerade in Zypern konnte die Leute ihre Einkommen in den Vorkrisenjahren deutlich steigern, das sieht man auch an den doch recht ansprechenden Durchschnittsvermögen in gewissen südlichen Ländern
        Zu dem Emerging Markets: Das schwankt zwischen Euphorie und Panik, die Wachstumszahlen blenden die Leute, man muss immer sehen dass das Wachstum von tiefer Basis erfolgt. Wer da glaubt die Umsatzeinbrüche der europ. Staaten mit den BRIC Staaten zu kompensieren liegt falsch.

        • Johnny Smith sagt:

          @ René Wetter

          “Wer da glaubt die Umsatzeinbrüche der europ. Staaten mit den BRIC Staaten zu kompensieren liegt falsch.”

          Ich weiss es auch nicht, hoffe aber schon auf Kompensation aus besserlaufenden Wirtschaften. Ansonsten geht es uns in unserer Weltwirtschaft nicht nur relativ sondern absolut schlechter.

          Wie kann es sein, dass gleichzeitig, wenn man den Aktienmärkten glauben würde, wir überhaupt keine Probleme hätten. Sorry, ist eine andere Diskussion. Aber die Blindheit der Investoren ist gerade heute wieder mal augenfällig – oder leben die einfach in einem anderen Universum?

          • Anh Toan sagt:

            @Johnny Smith: “die Blindheit der Investoren”

            “You don’t need eyes to see, you need vision”

            Mazi Jazz (Faithless)

            Den mit dem Arzt betreffend Visionen kenn ich schon, aber die Zukunft kann niemand sehen, ist aber das einzige, was relevant ist an den Märkten.

  5. Anh Toan sagt:

    “Tatsache ist, dass ein grosser Teil der Eurozone in einer Depression gefangen ist, d.h. eine schnelle wirtschaftliche Erholung ist auf Jahre hinaus nicht in Sicht.”

    Habe keinen blassen Schimmer ob das so ist (in einer Debression gefangen) oder so wird, und finde als einziges Argument dafür eine Lüge, nämlich dies seien Tatsachen: Tatsächlich sind dies beides keine Tatsachen, sondern Wertungen und Zukunftserwartungen.

    • Anh Toan sagt:

      Interessant am Eurostat Link finde ich die Graphik auf der ersten Seite :

      Das Auf- und Ab- in der Industrieproduktion von 2004 bis 2013 zeigt zwei Linien: Die europäischen Euro Staaten und die Zahlen aller 28 EU-Staaten: Tatsache ist, die 2 Kurven haben kaum Abweichungen voneinander.

      Wie kommt das denn?

      • Johnny Smith sagt:

        Einmal, weil die Eurostaaten einen grossen Teil der EU28 ausmachen. Wenn da die Korrelation nicht hoch wäre, müssten die Alarmglocken läuten…

        und zum zweiten, weil auch Nicht-Euro-Europa mit im Boot drin sitzt. Vielleicht mit einem etwas zusätzlichen und besseren Regenschutz ausgerüstet, aber ebenfalls im Sturm.

        • Anh Toan sagt:

          ich sehe den “zusätzlichen und besseren regenschutz” nicht in dieser Statistik, und sitzen tun alle im gleichen “USD Boot” oder Weltwirtschaftsboot” und gerade nicht im gleichen “Euro Boot”: Die nicht Euro Staaten würden im Euro Boot sitzen, erscheint mir, zumindest ohne Argumente, warum das auf den ersten Blick widersprüchliche auf den zweiten nicht widersprüchlich sei, widersprüchlich!

          • Johnny Smith sagt:

            @ Anh Toan

            Herrlich, wie oft, Ihre Wortspiele!

            Ich meinte auch gar nicht ein irgendwie genanntes EUR-Boot (und habe das auch nicht gesagt, Ihr EUR-Verteidigungsreflex hat das vielleicht hinein interpretiert), sondern eine Art “bislang über den Verhältnissen, jetzt dann kleinere Brötchen”-Boot (siehe Kommentar unten)

          • Johnny Smith sagt:

            hab den zusätzlichen Regenschutz vergessen… meinte dabei die Flexibilität einer eigenen Währung. Währungspolitik ist aber nur ein Punkt des “Bootes”

          • Anh Toan sagt:

            @Johnny Smith: Die zwei Kurven zeigen doch gerade, dass die europäischen Länder ohne Euro keine Vorteile aus ihrer eigenen Währung ziehen können.

            Die einzigen, die wirklich eine eigene Währung haben, sind die USA. Die USA können mit Währungsabschwächung reales Wirtschaftswachstum generieren, da dennoch alle USD kaufen/halten müssen. Alle anderen landen im Teufelskreis von Abwertung und Kapitalflucht. Eine schwache Währung zieht keine Investitionen an, Investition ist aber, was gefragt ist, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Starke Währungen sind attraktiv für Investitionen.

          • Anh Toan sagt:

            Der ste Anlageentscheid ist nicht Anleihen oder Aktien, der erste Anlageentscheid ist welche Währung: Sich eine schwache Währung auszusuchen kann dann lukrativ sein, wenn möglichst viel, am besten über 100% der Investition in der schwachen Währung finanziert werden können, ansonsten sind, gemessen in einer starken Währung, Verluste zu erwarten.

        • Anh Toan sagt:

          @Johnny Smith: ” Wenn da die Korrelation nicht hoch wäre, müssten die Alarmglocken läuten”

          Da stimme ich zu, jedoch,

          Die Alarmglocken, oder noch mehr, die Glocke mit “abandon ship” werden in der Schweiz für den Euro geläutet, obwohl die Korrelation frappant hoch ist.

  6. Linus Huber sagt:

    Welche aussereuropäischen Märkte sind hier wohl gemeint? Die USA, welche an einer enormen externen Überschuldung leidet? Japan, was nun jegliche Scham in Bezug auf monetäre Manipulation verloren hat? China, welches mit dem Kreditboom der vergangenen Jahrzehnte Geisterstädte und eine überproportionierte Infrastruktur aus dem Boden stampfte? Indien, welches zur Zeit einen Immobilien-Kollaps erfahren dürfte? Australien, welches von Chinas wirtschaftlichem Boom abhängt? Südamerika, wo jeder Staat mit seinen Problemen kämpft? Der Nahe- und Mittlere Osten, welcher sich ein einer allgemeinen Umwälzung befindet? Die Tigerstaaten, welche aufgrund der FED Manipulation an massivem Inflationsdruck leidet? Afrika, welches weiterhin unter massiver Korruption leidet?

    Na ja, vielleicht gibts auf dem Mars noch ein paar Typen, welche sich verschuldsklaven lassen.

    • Hans Ernst sagt:

      Am ehesten wohl die USA! Sie wird von vielen, wohl auch aus einer gewissen Antipathie sehr unterschätzt. Doch die Verschuldung ist in den USA im Vergleich zu vielen Ländern gar nicht so schlecht (auch zu Europa), die Löhne sind tief, die Bevölkerung wächst, neue Energievorkommen (Gas, Öl) machen die USA bald betreffend Energie unabhängig, was auch das Handelsbilanzdefizit stark reduziert, die Vorschriften für die Wirtschaft sind nicht so eng, dass diese erdrückt würde, die Banken sind am besten saniert und am stabilsten beinahe weltweit, nach langer Krise und Unterinvestionen tut sich ein grosser Bedarf auf, was die Wirtschaft antreiben kann und ein Teil der Schulden wird wohl über Inflation aufgelöst. Auch ist das Land in vielen Bereichen technologisch immer noch führend und kann am leichtesten Talente aus aller Welt anziehen. Und schliesslich im Vergleich zu fast allen andern Ländern steht die USA einfach besser da, so dass sie auch deshalb wirtschaftliche Aktivität anziehen wird. Kurz vieles spricht dafür, dass die USA sich erheben könnte wie ein Phönix aus der Asche.

      • Linus Huber sagt:

        @ Hans Ernst

        “die Verschuldung ist in den USA im Vergleich zu vielen Ländern gar nicht so schlecht”

        Bei oberflächlicher Betrachtung mag dies sehr wohl zutreffen. Jedoch müssen Sie die Situation der einzelnen Staaten und Staedte mit berücksichtigen, wo so viele Verpflichtungen anstehen, welche über deren finanzielles Wohlbefinden entscheiden duerfte. Detroit is nicht wirklich eine Ausnahme, sondern einzig ein Vorreiter, welchem weitere Problemfälle folgen dürften. Es bestehen hohe Pensionsansprüche, welche vielerorts nicht wirklich gedeckt sind, womit entweder der Steuerzahler und/oder der Pensionsempfaenger bluten wird.

  7. Marc Goldinger sagt:

    Da Zypern bereits für ein zweites Hilfspaket in Brüssel anklopft, wird es zumindest dem deutschen Steuerzahlern noch lange genug in Erinnerung bleiben…

    • Zlatko Jukic sagt:

      Die Bankenunion ist wie die Klimarettung: Alle fordern sie ständig, aber keiner will zahlen.
      Wie wäre es, wenn diejenigen für die Bankenunion aufkommen, die sie am heftigsten fordern? Also vor allem Frankreich und die Schweiz. Da müsse doch genug zusammenkommen.

      • ast sagt:

        @Zlato Jukic

        Geld ist genug in Umlauf gekommen, bloss fehlt die Umlaufgeschwindigkeit. Hier am Beispiel der USA:
        http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Velocity_of_M2_Money_Stock_in_the_US.png

        Ein erbärmliches Resultat, durch dieses Quantitative Easing wurde die Ulaufgeschwindigkeit sogar massiv gedrosselt, weil das Geld in der Sackgasse landet und vor allem in den Taschen von Marktspekulanten. Von dort kann es nur noch mit Gewalt befreit werden, etwa mit einem Schuldenschnitt, oder einer massiven Abwertung.

  8. Astrid Meier sagt:

    Ich interessiere mich nach wie vor für die Sitution in Zypern. Aber täglich wird eine neue Sau zwecks Meinungsmache durchs mediale Dorf gejagt, und genauere Informationen zu den Schattenseiten der Okonomie wird von den Meinungsmachern schlicht nicht geschätzt. Dafür dürfen wir alle zusammen Muslimbrüder hassen und uns vor syrischen Asylbewerbern fürchten.

  9. ast sagt:

    Für dieses Ausblenden vor der Öffentlichkeit gibt es schon Gründe. Der wird nämlich erzählt dass das Schlimmste vorüber sei.

    Dann gibt es noch jenen Grund der mit dem Ringen um die Bankenunion zu tun hat und der Kanzlerwahl in Deutschland. Weiter ist es in Brüssel nicht gerade leicht gefallen den Umschwenk der Zyprioten zu den Russischen Investoren zu schlucken, welche nun die grösste Bank dort als Aktionäre kontrollieren. Dann haben wir noch das weitum bekannte soziale Phänomen, dass man sich an einen diskriminierenden Umgang gegen Schwächere immer mehr zu gewöhnen scheint.Letzteres hat mit dem politischen Marktkapitalismus zu tun wo es legitim erscheint das Schwache höhere Zinsen bezahlen müssen und auch sonst benachteiligt werden sollen.

  10. anton Schneider sagt:

    Eine treffende Analyse.
    Diese Analyse müsste den Bundespolitikern in Bern – bzw. Allen CH-Politikern gelehrt werden.
    Deren Entscheide und Diskussionsschwerpunkte lassen grosse Zweifel bestehen, wie Ernst doch die Lage ist und Schwerpunkte in der Politik gesetzt werden müsste. Die Schwerpunktthemen der Tagespresse widerspiegeln den Zweifel.

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