Auf die Rede des weltweit mächtigsten Zentralbankers an einem Treffen der Gilde hat man letzten Freitag gewartet wie auf die Worte eines Messias. Die Erlösung hat Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, dann aber nicht verkündet, auch wenn er sich alle Mühe gab, Optimismus zu verbreiten:
I expect the economy to continue to expand in the second half of this year, albeit at a relatively modest pace. Despite the weaker data seen recently, the preconditions for a pickup in growth appear to remain in place.
Ok, tönt immerhin nicht nach einem Double-Dip. Kein Rückfall in die Rezession also – eine tolle Botschaft? Nicht im geringsten. Die Fixierung auf den Begriff Double Dip und die unbrauchbare offizielle Definition einer Rezession (siehe hier, besonders die Box) vernebelt die Sicht auf das Wesentliche. Bernanke klärt auf:
Although output growth should be stronger next year, resource slack and unemployment seem likely to decline only slowly. The prospect of high unemployment for a long period of time remains a central concern of policy. Not only does high unemployment, particularly long-term unemployment, impose heavy costs on the unemployed and their families and on society, but it also poses risks to the sustainability of the recovery itself through its effects on households’ incomes and confidence.
Wachstum ja. Doch ein viel zu geringes, um die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen. Rund 2,5 Prozent müssen es mindestens sein, nur damit die Arbeitslosigkeit nicht weiter steigt. Jetzt liegt die Arbeitslosenquote bei 9,5 Prozent (offizielle Messung). Normal sind für die USA rund 4,5 Prozent. Wenn man jene mitrechnet, die keinen Vollzeitjob finden, aber einen wollen, liegt die Arbeitslosenquote noch deutlich höher: Bei rund 20 Prozent.
Ben Bernanke muss dem ziemlich hilflos zuschauen, auch wenn ansonsten seine Institution die stärkste Waffe gegen Konjunkturkrisen hat: den Leitzins. Doch dieser liegt erstens schon bei Null und zweitens ist die USA wie Japan in der Liquiditätsfalle gefangen. Der Horror jedes Notenbankers.
Doch das ist nicht alles. Im Entscheidungsgremium der US-Notenbank wird überdies offen gestritten. Einer will trotz der hohen Arbeitslosigkeit das Ende der tiefen Zinsen einleiten, weil sonst mittelfristig Inflation drohe (momentan bewegt sie sich auf Tiefstwerten). Ein anderer will dasselbe, aber weil er angesichts der tiefen Zinsen das Gegenteil, eine Deflation, befürchtet. (Viertletzter Abschnitt. Über diese schräge Folgerung debattieren renommierte Ökonomen heftig, und keinesfalls immer gesittet: siehe zum Beispiel hier, hier oder hier. Vorsicht – ziemlich technischer Stoff).
Wie also wird sich Ben Bernanke den Herausforderungen stellen? Bernanke:
At this juncture, the Committee has not agreed on specific criteria or triggers for further action.
Er weiss es noch nicht.
Ratschläge?



Markus Diem Meier (48) ist seit Januar 2012 stellvertretender Chefredaktor der «Finanz und Wirtschaft» und leitet das sich im Aufbau befindliche Onlineportal des Wirtschaftsfachblatts.
Tobias Straumann (44) ist Wirtschaftshistoriker und Privatdozent an der Universität Zürich. Seit zehn Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Finanzkrisen und der Geschichte des Schweizer Finanzplatzes.
Mark Dittli (37) ist seit Januar 2012 Chefredaktor der «Finanz und Wirtschaft». Insgesamt arbeitet er seit zwölf Jahren für das Wirtschaftsfachblatt, fünf Jahre davon als Korrespondent in New York.


























































































Die Oekonomie welche seit dem verfolgen und konsequenten umsetzen Neoliberaler Theorien so manche Nation inkl. der dort lebenden Menschen an die wandgefahren hat, hat bis heute nicht begriffen welchen Irrweg diese Indoktrination verfolgt hat. Immer noch verfolgen und rechtfertigen unzählige diesen Sozialwissenschaftlichen und Oekonomischen Schwachsinn. Den Menschen und seine vielfältigen sozialen Ansprüche und Bedürfnisse auf rein Oekonomisches Denken und Handeln zu begrenzen war wohl eher eine Selbstprophezeihung. Wie auch anders wo doch jedes Indivduum mit Begriffen wie Eigenverantwortung dazu gezwungen wurde Gesammtgesellschafltiche Probleme zu bewältigen wären sich die Verantwortlichen aus Politik und WIrtschaft zurückgelehnt haben und sich mit stetigen Steuersenkungen primär für Vermögende beschäftigt haben. Die Steuergesetze schreiben die berücksichtigung der Wirtschafltichen EListungsfähigkeit vor, doch diese wurde über Jahre mehr und mehr ausgehölt. Eine moderne Gesellschaft aber ist ohne diese Umverteilungssysteme nicht lebensfähig. Ohne Regeln geht es nicht, nur mit Selbstüberwachung ebenfalls nicht. Die Oekonomie muss innerhalb der Gesellschaft wieder an den Platz inenrhalb der Sozialwissenschaften an den sie gehört so das alle anderen Aspekte ebenfalls berücksichtigt werden und nicht mehr nur primär von den Ansprüchen der Kapitaleigner/Aktionäre. Anfangen kann man wohl bei den WTO Handelsverträgen welche so manche Nation gezwungen hat ihre eigene Bevölkerung den Ansprüchen der global agierenden Investoren preiszugeben. Bereits 1842 stellte jemand fest: “Zwischen den Starken und den Schwachen, zwischen den Reichen und den Armen, zwischen dem Herrn und dem Diener, ist es Freiheit welche Unterdrückt und Gesetze die Befreien.” — Henri Lacordaire (1802-1861), in 52e Conférence de Notre-Dame, 1848.—
Vielen Dank, @Brock 20:31. Es gibt unzählige Alernativen zum Kapitalismus. Es wäre an der Zeit, sie zu evaluieren und ihre Realisierung anzugehen.
Und was waeren solche Alternativen? Der real existierende Sozialismus, der in den 80er Jahren bankrott ging? Oder vielleicht das chinesische System (Farbe der Katze spielt keine Rolle), das die Umwelt total zerstoert, die Menschen ausbeutet und uns die guenstigen Elektronikartikel und Spielzeuge beschert immer nach dem Motto “Geiz ist geil”? Es gibt auch noch andere gescheiterte Systeme, wie zum Beispiel das skandinavische oder seit neuestem das kubanische.
Was fuer eine bessere Alternative soll es sein und wie sieht die aus?
Aktuell sind es die WTO Handelsverträge und deren Derivate (GATS, ACTA etc.) und auch der IMF welche die Regeln vorgeben. Als weiterer Baustein noch die EU Verfassungw elche ich ebenfalls als ein weiteres Derivat der WTO Verträge betrachte. Demokratie sowie Soziale Aspekte die respektiert werden muss man auch in diesem Vertragswerk suchen. Einen höheren Blick von oben gibt es meiner Meinung nach nicht aus der man nimmt sich die Individuen vor welche das ausgearbeitet haben. . Die WTO Handelsverträge enthalten die typisch Neoliberalen Ansätze zur Gesellschaftssteuerung welche aber als primäre Faktoren die Oekonomie hinzuziehen. Andere Aspekte werden, wie in jeder Ideologie, ausgeklammert in dem “nicht funktionierende” Aspekte auf das Individuum verlagert werden. Der ungeregelte Markt als das goldene Kalb um das herum noch viele tanzen. Die Neoliebrale Indoktrination wird seit beinahe mehr als 20 Jahren verbreitet und ziemlich konsequent durchgesetzt.
Jeder der sich den Geist dieser Handelsvertäge in Kurzform erarbeiten möchte darf sich gerne mal um das MAI Abkommen (Mulitlaterales Investitionsabkommen) kümmern welches in den 90′ ausgearbeitet aber wegen Frankreich nie ratifiziert wurde. Der Geist des MAI aber ist seitdem beinahe vollumfänglich in den WTO Handelsverträgen umgesetzt worden. Aus diesem Blickwinkel heraus werden sich dann auch die nötigen Alternativen ergeben. Wie die Alternativen zu diesem Demokratie und Menschenverachtenden Vertragswerk konkret aussehen bzw. welcher politischen Richtung diese Folgen ist angesichts dessen wohl eher egal, aber Hauptsache weg davon…
Es gibt nur eine einzige , echte Alternative zum ganzen Elend dieser Welt: Freiwilliger Verzicht auf meine Ausbeutung anderer! So einfach ist das! Das Problem dabei: Das kann jeder nur für sich selber machen. – Fangen wir an!
Da ist es wieder, die Verantwortungsverlagerung von Gesellschaftlichen Problemen auf das Individuum welche aber so d.h. von einem einzelnen gar nicht gelöst werden können…
Mit zugeworfenen Attributen wie etwa Eigenverantwortung, Scheininvalide, Sozialschmarotzer, Ich AG usw. welche alle in den vergangen Jahren dazu benutzt wurden die Fehler die sich aus den Neoliberalen Theorien ergeben haben zu rechtfertigen wird aber keine Politik geamcht, Ja es veranlasst die verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft ja geradezu einfach nicht’s zu tun… Wie aber soll es einem Individuum denn möglich sein die Systeminherenten Verwerfungen wie etwa Arbeitslosigkeit alleine zu lösen? Es wird aber die ganze Zeit so argumentiert… und viele, viel zu viele haben diesen Unsinn bereits als Alternativlos verarbeitet und akzeptiert.
Bravo Uwe Bock!
unser hochgepriesener angelsächsischer Kapitalismus hat versagt. Die einen versuchen ihn noch zu retten, aber da gibts nichts mehr zu retten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis es alle grochen haben – den verschmorrten Braten. Aber dann ist die Umverteilung von unten nach oben schon längst abgeschlossen.
Wenn ich mir so ansehe was an Hochschulen für Manager herangezüchtet werden, Ethik und Berufsmoral sowie Nachhaltigkeit sind Fremdwörter. Jeder ist sich selbst der nächste, denn nach 1, 2 oder 3 Jahren ist man eh weg vom Fenster, also krall man sich das, was gerade rumliegt.
Wie perfide ist es, dass Firmen die tausende an Mitarbeiter entlassen, gleichentags, an der börse paar %te zulegen. Aber da müsste man beim Menschen und seiner Gier und unersättlichkeit anfangen – wie unbequem.
Die eigentliche Ursache für das wirtschaftliche Schlamassel ist die seit Jahrzehnten gepflegte Schuldenwirtschaft. Die begann spätestens anfangs der 60-er Jahre. Schon damals warben z.B. gewisse Fluggesellschaften mit dem Slogan “Fly now, pay later”. Aktiv gefördert wurde diese Schuldenwirtschaft auch von den Banken, die die nötigen Kredite verliehen. Nebst Kleinkrediten wurden auch Hypotheken auf “Teufel komm raus” vergeben. Insbesondere in den USA wurde massiv übertrieben. Deshalb wurde dort im Herbst 2008 auch der Knall ausgelöst. Die Schuldner waren betreffend die Zukunftsaussichten zu optimistisch und waren sich daher zu wenig bewusst, dass Schulden vorgezogene Ausgaben zukünftiger Einnahmen sind. Wenn dann aus irgend welchen Gründen später diese Einnahmen tiefer oder ganz ausfallen, sind sie nicht mehr in der Lage, ihren Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen nachzukommen. Eine Gilde von oberschlauen Bankern hat gemeint, mit raffinierten Formeln Finanzkonstrukte kreieren zu können, die die Ausfälle der Rückzahlungen auf ein Mass beschränken würden, das problemlos verkraftbar wäre. Heute wissen wir, dass sie sich mit diesen Kreationen selber überlistet haben, weil sie im entscheidenden Moment die Übersicht verloren. Die Bosse der grössten Banken wussten im Voraus, dass “ihre” Bank “too big to fail” war und daher vom Staat gerettet werden musste. Man nennt dieses Spiel “Moral Hazard”. Das “too big to fail” Problem ist bis heute nicht gelöst. Wenn es nicht nächstens gelöst wird, dürfte die nächste Katastrope mit Sicherheit früher oder später wieder eintreten. Ob dann die Staaten, die ja im Prinzip nur die Schulden der sonst kollabierenden Staaten auf ihre eigenen oben drauf geschichtet haben, nochmals in der Lage sein werden, die Situation zu retten, darf bezweifelt werden. Es ist unerlässlich, den systemrelevanten Banken die nötigen Leitplanken zu setzen. Und die aufgehäuften Schuldenberge müssen langfristig und planmässig abgebaut werden, weil sonst anstelle von nötigem Wachstum eine Kontraktion der Volkswirtschaften die Folge sein wird, worunter die Bevölkerungen zu leiden haben.
Eine Möglichkeit, Auswüchse zu verhindern, ist die größe von Betrieben jedweder Art zu beschränken. Eine Millarde Umsatz, 10.000 Mitarbeiter. Größer geht nicht. Und wenn doch – Zwangsteilung. Mehr Umsatz ist nicht überschaubar. Mehr Mitarbeiter sind nicht überschaubar. Mit solch einer Größe können aber neue Entwicklungen immer noch realisiert werden. Und mit der Zahl der Mitarbeitern können sie umgesetzt werden. Und ein “too big to fail” ist damit hinfällig.
Außerdem: Die Staaten müssen den Begriff “Daseinsvorsorge” (oder auch Gemeinwohl) wieder ernst nehmen. Privatisierung von Betrieben, die der Daseinsvorsorge dienen (Krankenhäuser, Energieerzeuger und -verteiler, Transportsysteme wie Bahn oder Straße) haben keine Zukunft, da deren Gewinne, die von den privatisierten Unternehmen eindeutig und massenhaft erwirtschaftet werden, eigentlich dem Staat gehören – für die Daseinsvorsorge.
Korrigenda: statt “Schulden der sonst kollabierenden Staaten” sollte es heissen “Schulden der sonst kollabierenden Banken”.
Ist euch no nie in den Sinn gekommen, dass das an die Wandfahren – absichtlich geschieht? So viele Hampelmänner stecken ihre Köpfe in den Sand – warum – sie ertragen die Tragik ihrer Taten nicht, sind aber der unsichtbaren Elite ausgeliefert, weil sie sich für den Preis eines Titels, Position “was auch immer” kaufen liessen – Stinkt gell…… und jetzt tun sie so als ob !!!
Wenn ich als Individuum nicht wahrnehme, dass die Verantwortung allein bei mir liegt, dann suche ich sie “da Draussen” ein Leben lang vergeblich. – Klar kann ich damit “die Welt” nicht verändern; ich muss mich “zur Rechten Zeit vereinen…” aber ans Ziel werde ich auch vereint nur mit “Freien Menschen” gelangen können; mit solchen die freiwillig verzichten können auf das Ausbeuten von Anderen. Parteipolitiker haben per se immer nur eine patielle Sichtweise der Wirklichkeit im Blick, nämlich jene, die ihnen am meisten bringt. Der “Freie Mensch” kann sich aber über den eigenen Egoismus selbständig erheben und einen Standpunkt einnehmen, der ganzheitlich eine Situation erkennt. Dann erst bin ich dort, wo es keine Gewinner und keine Verlierer mehr gibt. Das Ausbeuten von Anderen fängt bei mir schon beim alltäglichen Einkaufen an. Ich kann das ganze Leben lang Reden und Schreiben, wie es sein sollte damit die Welt für mich in Ordnung ist, damit ändere ich überhaupt nichts. Die Tat, meine Tat allein vermag die Welt zu ändern, in dem Sinne, dass sie keine negativen Folgen im Schlepptau hat für die Anderen und die Welt. Das ist aber nur mit “Verzichten auf..” möglich. Ohne Verzicht wird es niemals gehen. – Das ist für mich keine Verlagerung, sondern ganz einfach die einzig vernünftige Sichtweise der Wirklichkeit wie sie uns umgibt. In dem Sinne meine ich müsssen sich die “Freien Menschen” vereinen um vereint an der Verwandlung der obwaltenden Missstände zu arbeiten. Wie weit man kommt, ist m.E. nicht so wichtig; wichtig scheint mir nur, dass man es überhaupt tut.