Von Schulkindern wird zu viel verlangt

Ein Gastbeitrag von Roland Käser*

Mamablog

Umstrittener Fremdsprachenunterricht: Französischstunde an einer Zürcher Primarschule. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Kernkraftwerke werden stillgelegt, betonierte Flussläufe renaturiert und Medikamente zurückgezogen, wenn Fachwelt und Politik erkennen, dass ihr Schaden grösser ist als ihr Nutzen. Eingeständnisse mit Vollbremsung und Rückwärtsgang sind harte Kost für die Politik, zeugen aber von Grösse und Verantwortungsbewusstsein. In der Bildungspolitik fehlt aber die Tradition einer ungeschminkten Neubewertung mit einer allfälligen Vollbremse.

Der Ruf des international renommierten Forschers und Entwicklungspädiaters Remo Largo prallt an der Mauer der Politik ab. Man will nicht hören, dass mit dem obligatorischen Fremdsprachenunterricht in der Primarschule ein pädagogischer Irrweg beschritten wird. Dieser kostet eine Menge Geld, bringt aber nichts. Mit Recht prangert Largo die Bildungspolitiker an, die tun, als ob sie über Kinder frei verfügen könnten und diese beliebig lern- und anpassungsfähig wären. Er meint, dass Politiker ein Rückkommen auf einen früheren Entscheid als Gesichtsverlust empfinden könnten.

Werden Schule und Kinder als Spielball oder gar als Geisel der kantonalen und nationalen Politik behandelt? Der Ruf, der Bund möge – nicht nur beim Fremdsprachenunterricht – ein Machtwort sprechen, nährt solche Vorstellungen.

Kinder sind keine Motoren, die beliebig getunt werden können; auch keine Nürnberger Trichter, in die beliebig viele Lerninhalte gestopft werden können. Diese Grenze der Machbarkeit kann auch nicht durch ein Machtwort des obersten Bildungsdirektors durchbrochen werden, der postuliert, man müsse von den Kindern einfach mehr fordern.

Bei der ganzen Diskussion wird oft vergessen, dass nur etwa 15–20 Prozent aller Menschen intellektuell überdurchschnittlich begabt sind. Sie mögen in der Lage sein, neben dem ständig wachsenden generellen Lernstoff noch mindestens drei Fremdsprachen zu lernen (Hochdeutsch, Französisch, Englisch). Doch was ist mit all den anderen? Als Pädagoge und praktizierender Schulpsychologe bin ich täglich Zeuge schulisch gebeutelter Kinder. Es handelt sich dabei nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund.

Als teilnehmender Beobachter an der Schnittstelle von Theorie und Praxis der Pädagogik gewinnt man den Eindruck, nicht die Schule an sich sei das Problem, sondern die Lösungsversuche. Beispielsweise wurde im Kanton Zürich kurz nach Abschaffung von Klein- und Sonderklassen und Einführung des Integrationskonzeptes – auf Druck von Schulpraxis und Politik – mit Millionenaufwand das Nachbesserungsprodukt «Integrative Sonderschulung als Einzelfalllösung» (ISE) nachgeliefert, und kurz darauf in ISR (IS in der Kompetenz der Regelschule) übergeführt. Rasch zeigte sich, dass die Anwesenheit von mehreren Betreuungspersonen im Klassenzimmer zu Unruhe führt. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen, wurde vor zwei Jahren das Projekt «Fokus starke Lernbeziehungen» lanciert. Zwei Lehrpersonen mit einem leicht erhöhten Arbeitspensum übernehmen alle Zusatzaufgaben zur Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen (Hochbegabte eingeschlossen).

Dass ein Zusammenhang zwischen der Zunahme erfolgloser Lösungsversuche und der gesamtschweizerischen Verdoppelung der Bildungsausgaben für die Sonderschulung bestehen könnte, wurde bislang von der Bildungspolitik ausgeblendet.

211 Kommentare zu «Von Schulkindern wird zu viel verlangt»

  • Christoph Gut sagt:

    Man darf nicht vergessen, dass die Einführung der zweiten Fremdsprachen in der Mehrheit der Kantone mittels Volksabstimmung geschah. Und zwar haben dies die Kantone mit einem Konkordat, einem Vertrag zwischen den Kantonen (Staaten) beschlossen.

  • Papa Blog sagt:

    Ich kann dem Artikel nur beipflichten. In dem Zusammenhang: Bitte mit dem Unfug des Frühenglisch aufhören – sofort.
    Die Mär mit dem spielerisch Erlernen ist kläglich gescheitert. Das liegt nicht am Unter- oder Überdurchschnitt der Intelligenz der Kinder, sondern schlicht an der Zeit. Mit drei Schulstunden pro Woche ist nichts zu machen. Man investiert die Zeit besser in andere Fächer, z.B. Deutsch.

  • Roger Martin sagt:

    Was die Schule verlangt und von den Kindern erwartet ist mal das eine, und welchen Druck von zu Hause aus aufgebaut wird nochmals was anderes.
    Meine Kinder erhalten eben auch das Gefühl, dass sie die Besten sind, wenn das Zeugnis oder eine Prüfung mal was anderes sagt.
    Zu meiner Zeit wurden wir von solchen Übungen verschont und ich konnte meine Kindheit geniessen, ohne den Erwartungsdruck der Schule oder von zu Hause aus. Und trotzdem stehe ich mit meiner 5 köpfigen Familie mitten im Leben. Habe meine Diplome, die Welt gesehen, wohne im Eigenheim und verdiene überdurchschnittlich gut. Ich hätte nach heutigen Masstäben, wohl nur eine geringe Chance auf Erfolg, wie übrigens viel andere auch.
    Also, beendet diesen Mist und lasst die Kinder leben, in der Schule und zu Hause.

  • Paul Meier sagt:

    Ich kann es nicht mehr hören, das Märchen vom spielerischen Lernen. Es ist ja nicht so dass man beiläufig nebenbei englisch oder französisch redet miteinander und dadurch etwas von der Sprache mitbekommt. Nein. Man hat Schulstunden auf Kosten von mathematischen oder naturwissenschaftlichen Fächern kreiert. Man hat Prüfungen und Zeugnisnoten in der ersten und zweiten Fremdsprache. Und am Ende der Primarschule sind diese Noten massgebend ausschlaggebend für die Einteilung in die Oberstufe. Also keine Spur von spielerisch. Knallhartes Büffeln bei dem andere Fächer zu kurz kommen und das bei Kindern die nicht besonders sprachbegabt sind massiven Stress verursachen.

  • Bruno Banani sagt:

    So ein Unsinn habe ich noch nie gelesen. Wir kommunizieren mit unserer Tochter in 3 Sprachen. Sie ist nun 2.6 Jahre alt, versteht 3 Sprachen und kann in 2 Sprachen kommunizieren. Kinder lernen Sprachen spielerisch ohne Anstrengung. Man muss einfach verschiedene Sprachen mit Ihnen sprechen. Ohne Erwartungen, ohne Druck, ohne Büffeln, einfach so. Gratis und geschenkt. Tönt banal, ist aber so! Schweizer Kinder haben mit einem solchen Bildungssystem, mit solchen verwirrten Bildungsexperten im globalen Arbeitsmarkt der Zukunft keine Chance! Den verwirrten Bildungsexperten, empfehle ich, sich einmal mit Montessori zu befassen!

    • beat sagt:

      2.6 Jahre alt. Also noch nicht in der Schule. Ja, glaube ich auch, dass Kinder die Sprache so spielerisch lernen. Aber, wenn die Kinder in die Schule gehen müssen sie noch anderes lernen, nicht nur die Sprache. Und vor allem, welche Eltern sind in der Lage, mehrere Sprachen auch zu Hause mit den Kindern zu sprechen? Wenn nicht, dann ist es genau das Problem, das im Artikel aufgezeigt wird. 3 h pro Woche bringt gar nichts. Der Wiederholungseffekt ist zu klein.

    • alam sagt:

      Ha! Warten sie mal ab, bis ihr Kind die ersten Prüfungen schreiben muss. Da schmilzt der Vorsprung schnell…

    • Anton Keller sagt:

      Ich hoffe nur, dass sie mit ihrem Kind mehr als die üblichen 2-3 Wochenstunden in diesen Sprachen sprechen. Sonst hätten Sie ein hyperbegabtes Kind.
      Kinder bis zum Kindergarten lernen die Sprache mit Immersion, indem sie 24h / 7Tage mit Emotionen hören, begreifen und üben. 2-3 Wochenstunden ohne Emotionen genügen für eine Immersion nicht.

    • Jürg Reiser sagt:

      Auch meine Kinder wuchsen und wachsen mit 3 Sprachen auf. Das geht aber nur, wenn jeder Elternteil konsequent eine Sprache mit dem Kind spicht.
      Später in der Schule (z.B. in der Deutschschweiz) muss der Unterricht von allen Fächern (ausser deutsch) in der Fremdspache sein, incl. Sport. Nur mit vollem Eintauchen in die zweite Erstsprache kann das Funktionieren. Dazu sind die Schweizer aber nicht bereit. Also sollen Sie es besser sein lassen und erst in der Oberstufe die Fremdsprache einführen. Auch ich hatte erst in der Oberstufe eine Fremdspache, spreche heute aber perfekt 3 Sprachen und 3 weitere mehr oder weniger.
      Heute kann ein Teenager oder Erwachsener mit Duolingo und anderen Hilfsmitteln Sprachen lernen. Wenn genug Zeit investiert wird, dann funktioniert das auch.

  • Augustin Ralf sagt:

    Als Mittelstufenlehrer „beobachte“ ich den Fremdsprachenunterricht seit der Einführung im Jahre 1990. Mein Fazit: ein Rohrkrepierer erster Güte. Unzählige Studien haben längst bewiesen, was erlebte Realität tagtäglich zeigt. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Englisch und Französisch sind längst sog. Leistungsfächer geworden. Der Druck auf Lehrpersonen und Lernende erfolgt top down. Die Lehrmittel geben das Tempo vor – die übernehmende Oberstufe geht davon aus, dass die Kinder ein entsprechendes Niveau aufweisen und fordert dies ein. Logisch, denn das Lehrmittel gibt den Takt vor. Eltern haben dies erkannt und wissen, dass es übertrittsrelevante Fächer sind. Also auch hier Druck, diesmal von Seiten der Erziehungsberechtigten. So kann und darf es nicht weitergehen.

    • alam sagt:

      Warum steht ihr Lehrpersonen dann nicht dagegen auf? Warum fordert ihr dies top down weiterhin ein? Warum stossen Eltern bei euch auf Granit? Ihr seid nun mal unsere Kontaktperson. Wir werden immer wieder explizit darauf hingewiesen, dass alles immer zuerst über euch gehen muss. Wo und wie bitte sollen wir „Druck“ machen?

      • clic sagt:

        Genau das ist das Problem. Wir Lehrerinnen und Lehrer geben vor, was im Unterricht passiert. Der Lehrplan fordert in keiner Weise das, was in der Praxis umgesetzt wird. Die Diskussion läuft über das falsche Thema. Es sollte nicht darum gehen, ob 2 Fremdsprachen in der Primarstufe Platz haben, sondern wie der Lehrplan in der Praxis umgesetzt wird. Dass die Oberstufe Forderungen stellt, ist eine billige Ausrede. Wenn alle Primarlehrerinnen und -lehrer ihren Auftrag so erfüllen würden, wie der definiert ist, wäre das Thema vom Tisch. Die Kinder könnten mit Lust und Freude Fremdsprachen lernen und zwar mit Erfolg.

  • Dieter Neth sagt:

    In der Volksschule sollte in erster Linie Deutsch gelernt werden. Damit hapert es nämlich auch schon, sowohl bei Aussprache als auch beim Schreiben, Lesen. Fremdsprachen kann man auch noch später lernen. Ich bin nicht besonders begabt, weder sprachlich noch mathematisch und habe aus der Schule lediglich einigermassen Deutsch mitgekriegt. ich habe aber anlässlich eines USA Aufenthaltes (nicht wegen der Sprache) Englisch gelernt. Dann für eine Mexikoreise ein Spanischkurs. Nach einem Jahr in Mexiko (der Kurs war gut genug zum Flirten, was ich auf Deutsch gar nicht kann) konnte ich Spanisch gut genug fürs tägliche Leben. Leider gabs dafür keine Diplome. Fazit: Sprachen im Land lernen, wo sie gelebt werden. Ist billiger als jahrelang zu büffeln

    • Cornelis Bockemühl sagt:

      Mit dem Fazit bin ich völlig einverstanden!

      Dennoch ist Sprachenlernen schon in der Schule wichtig. So weit wie man eben kommt. Denn es ist die Basis dafür dass man später auch bei Bedarf weitere Sprachen leichter lernen kann!

      Wenn man sieht wie schwer sich Menschen mit dem Sprachenlernen tun die aus Ländern stammen wo Fremdsprachen kaum ERNSTHAFT gelernt werden wird verstehen was ich meine: Bewohner kleiner Länder sind da oft massiv im Vorteil…

  • alam sagt:

    Spielerisches Englisch mit Liedern und Reimen wäre schön und so war es wahrscheinlich mal gemeint: Als Kind schon in der Sprachensuppe schwimmen. Wenn aber Lehrpersonen über das Ziel hinausschiessen und 8-jährige Kinder von Beginn weg Wörtli büffeln und Tests schreiben müssen, dann ist das Ziel klar verfehlt. Obwohl im Lehrplan ausdrücklich steht, dass in der 3. Klasse die englische Rechtschreibung noch nicht geprüft werden soll, könne die Lehrpersonen jahrelang damit weitermachen, niemand stoppt sie.

  • Cornelis Bockemühl sagt:

    Wenn hier schon so viel Remo Largo zitiert wird dann aber bitte auch das was er WIRKLICH gesagt hat, und das ist: WENN SCHON zwei Fremdsprachen in der Primarschule, dann bitte mit einer entsprechend auf kleine Kinder angepassten METHODE!

    Denn bis zum Alter von 9/10 Jahren lernt man Sprachen noch völlig anders als später.

    Der Wahnsinn fängt aber für mich schon da an wo POLITISCHE GREMIEN über den Inhalt von Lehrplänen, Lernmethoden usw. entscheiden! Anstatt dass die Lehrenden vor Ort selber tun können. Denn die sind einer politischen Agenda verpflichtet anstatt unseren Kindern.

    Aber ja, ich weiss dass die Erziehung ein Gebiet ist wo Schweizer tendenziell anfangen, einem sozialistischen Staatsglauben anzuhängen…

    • Sportpapi sagt:

      @Cornelis: Ich bin nicht ganz sicher, aber: Gibt es bei Largo eine für Kinder zulässige, sinnvolle Methode, an der Primarschule neben allen anderen Fächern zwei Fremdsprachen zu erwerben? Eher nicht, oder?

      • Cornelis Bockemühl sagt:

        Ich bin kein Sprachlehrer, aber ich habe Kinder! Und da sehe ich wenn die Kleinen Lieder singend nach Hause kommen (auf englisch, französisch…) wie da doch etwas von der Sprache „assimiliert“ wird. Mit einem gewissen Spass den Klang, ein Grundvokabular, ein wenig die „Atmosphäre“ aufnehmen.

        Und wenn man sich dann ältere Kinder oder Teenager anschaut ist so ein Zugang auf diese Weise kaum noch möglich! Hingegen ist dann die Fähigkeit da (wenn auch nicht immer der Wille…) die Sache ein gutes Stück systematischer anzugehen.

      • Cornelis Bockemühl sagt:

        …wobei ich noch dazu fügen möchte dass natürlich auf für Teenager der Spass gesteigert werden kann wenn man z.B. mal ein kleines Stück auf französisch oder englisch auf die Bühne bringt! Anstatt nur Vokabeln zu büffeln und Fehler zu zählen…

        Dennoch: Ohne Letzteres geht es in diesem Alter nicht! Bei 7-8-9-jährigen aber ganz sicher.

      • Sportpapi sagt:

        Largo schreibt zu den entwicklungsgerechten Bedingungen für schulisches Sprachenlernen: a) Die Fremdsprache kommt im ge­samten Alltag konsequent zum Einsatz. b) Eine Person spricht lediglich eine Sprache. c) Das Immersionslernen beginnt früh (möglichst mit 3 Jahren), ist von hoher Intensität (täglich über mehrere Stunden) und von langer Dauer (über die gesamte Kindertagesstätten- und Grundschulzeit).
        All das ist nicht realisierbar in einer normalen Schule, mit normalen Lehrern, in drei Sprachen (Deutsch und zwei Fremdsprachen) und unter Berücksichtigung aller anderen Lernziele der Schule.

      • Cornelis Bockemühl sagt:

        Klar, das ist irre – und das verlangt ja auch keiner!

        Denn wie gesagt: Ich sehe so viele Kinder wo ein früher Bezug zur Sprache erfolgreich hergestellt wurde (inkl mir selber!) sodass mir das „geht nicht“-Argument nun mal nicht einleuchtet.

        Und irre ist eben auch dass man über das WAS abstimmt (=Politik!) ohne das WIE überhaupt zu thematisieren!

        Denn eins ist ja offensichtlich: Alle die hier „geht nicht“ schreiben haben Recht! Ebenso wie die anderen: Sie reden nur alle von unterschiedlichen „Unterrichten“.

        Quasi hier Äpfel, dort Elefanten.

      • Sportpapi sagt:

        Doch, genau das verlangt Largo. Steht so in seinem Artikel.

  • Diethelm-Knoepfel Monika sagt:

    Man soll bitte auch die überdurchschnittlich begabten Kinder nicht vergessen und dazu noch diejenigen, die sprachlich grosse Talente besitzen. Auch sie haben ein Recht auf einen spannenden Schulunterricht. Fremdsprache sind da ein wichtiges Angebot. Und gerade mit den modernen Englischlehrmitteln gibt es rasch Fortschritte. Unser Bub etwa konnte nach einem Dreivierteljahr Englisch schon mit seinen Cousins aus den USA, die kein Deutsch können, sprechen, und unserer jüngeren Tochter ging es bei einem USA-Besuch nach etwas mehr als einem Jahr Englisch ebenso.

  • Zürcher Kantonale Mittelstufe sagt:

    Unterstützenswerte Initiative zu diesem Thema: http://www.zkm.ch
    Danke für eure Mithilfe!
    Chantal Biber
    (Vorstand Zürcher Kantonale Mittelstufe)

  • Rosa Grün sagt:

    Wie sollen die Kinder Englisch oder Französisch lernen von Lehrern, die diese Sprachen selber kaum können? Die erste Anforderung für den Sprachunterricht sollte sein, dass die Lehrer die entsprechende Sprache als Muttersprache haben plus eine adäquate Ausbildung als Lehrer. Und dann kommt die Stundenzahl. Zwei bis drei Stunden pro Woche bringen nicht viel, Blockunterricht wäre besser…

  • Karin Boudebbouz-Saxer sagt:

    Es gibt auch Kinder, die gerne Fremdsprachen lernen. Meine Söhne lernen gerne Englisch und freuen sich auch aufs Französische. Gerade starke Lerner schätzen die zusätzliche Herausforderung. Ich denke Leistungsstarke sollten auch gezielt gefördert werden. Die Herausfordeungen nach unten Schrauben, weil einige Mühe haben, ist sicher nicht der richtige Weg. Bei Schwachen gibt es die Möglichkeiten von Lernzielbefreiungen.
    Ich hoffe, dass wir weiterhin gute herausfordernde öffentliche Schulen haben, die sich alle leisten können. Wenn wir jetzt die Fremsprachen abschaffen, werden die, die es sich leisten können, schnell zu Privatschulen wechseln, die weiterhin Fremsprachen anbieten.
    Mit dem Herunterschrauben der Anforderungen verbauen sich die Armen nur ihre eigenen Chancen.

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