Wenn sich Kinder für ihre alten Eltern schämen

Husband and wife actors Catherine Zeta-Jones and Michael Douglas arrive with children Dylan and Carys for the European premiere of "Ant-Man" at Leicester Square in London, Britain July 8, 2015. REUTERS/Luke MacGregor - RTX1JME6

Verschiedene Welten: Als Sohn Dylan im Jahr 2000 auf die Welt kam, war Michael Douglas 56, bei der Geburt von Tochter Carys 59 Jahre alt. Catherine Zeta-Jones, die Mutter der beiden, ist 25 Jahre jünger als Douglas, das Foto stammt aus dem Jahr 2015. Foto: Reuters

Er ist aufgeregt, erzählt mit Begeisterung von seiner baldigen Aufgabe. Es geht nicht um einen neuen Job oder Karrieresprung, nein. Mein Bekannter wird zum ersten Mal Vater. «Vater! Stell dir vor!» Er will es noch immer nicht recht glauben und in seine Vorfreude mischt sich etwas Nervosität. Vielleicht hat es auch mit seinem Alter zu tun; er ist 54.

Wie sich sein Leben wohl verändern wird, fragt er sich – und wie die Konstellation der Patchworkfamilie. Am Herzen scheint ihm zudem die Vorsorge zu liegen: Die finanzielle Absicherung sowohl seiner zwanzig Jahre jüngeren Frau als auch des gemeinsamen Kindes. Wir sprechen über die kommenden Veränderungen in seinem Leben und er fragt sich kurz, wie es für das Kind wohl sein wird, einen älteren Vater zu haben. Dabei erzähle ich ihm von dem sehr guten Buch, das ich erst kürzlich gelesen habe, wo es um eben diese Frage geht: Was es für die Kinder bedeutet, die Paare erst mit über 40 bekamen. «Späte Kinder» heisst das Buch, geschrieben vom Journalisten Eric Breitinger.

Breitinger thematisiert darin die Sichtweisen der Kinder von älteren Eltern. Er sammelt deren Erfahrungen, zieht Expertenstimmen und Forschungsergebnisse hinzu und lässt seine eigene Geschichte mit einfliessen. In einer Zeit, in der die Zahl der Paare, die mit über 40 Eltern werden, von Jahr zu Jahr steigt, ein überaus wichtiges Buch. Denn auch wenn spätes Kinderkriegen in den Medien oft thematisiert wird, so drehen sich die vielen Berichte dazu doch fast ausschliesslich um die eine Perspektive – jene der Eltern. Dabei kommen meist die Vorteile zur Sprache: Wie die Kinder davon profitierten, dass ihre Mütter und Väter psychisch etwas stabiler und finanziell abgesicherter sind als jüngere Eltern. Und sie mehr Zeit, Energie und Aufmerksamkeit in ihre Erziehung investieren könnten als jüngere Paare, die oft noch sehr mit sich und der Suche nach ihrem Weg beschäftigt sind. (Lesen Sie dazu auch das Posting «Die Gnade des späten Gebärens»).

Das mag tendenziell alles stimmen, doch erstaunlicherweise bekommen die Hauptbetroffenen des Trends der späten Elternschaft – die späten Kinder – bei dem Thema kaum Aufmerksamkeit. «Das ist umso verwunderlicher», schreibt Breitinger, «als viele von ihnen in ihrer Kindheit und Jugend oft grundlegend andere Erfahrungen gemacht haben als Gleichaltrige mit jüngeren Eltern.»

Dazu gehört eben auch, dass der grosse Altersabstand zu den Eltern die Kinder oft in zwei Welten leben lässt. Das erschwert laut Breitinger besonders in der Pubertät die Kommunikation. Schwierig seien dabei insbesondere die verschiedenen Wertvorstellungen von Kindern und deren Eltern. Späte Kinder erlebten ihre Werte als antiquiert, überholt oder «aus der Zeit gefallen». Gemäss Soziologieprofessor Francois Höpflinger, der im Buch zitiert wird, ist das nicht weiter erstaunlich: Der wertemässige Abstand zwischen Kindern und Eltern in späten Familien sei oft grösser und führe zu Konflikten. Nicht selten überschattet zudem eine schwere Krankheit eines Elternteils die gemeinsamen Jahre. Die Kinder werden oft früh Waisen. Zudem haben Kinder älterer Eltern häufig mit einer gewissen Stigmatisierung zu kämpfen – und sie schämen sich für deren Alter.

Nebst vielen weiteren Aspekten geht der Autor detailliert darauf ein, warum der späte Nachwuchs boomt und was späte Eltern wie auch deren Kinder tun können. So sollten späte Kinder wichtige Fragen an ihre älteren Eltern nicht auf die lange Bank schieben – und sich als junge Erwachsene nicht dazu verpflichtet fühlen, die Eltern zu pflegen.

Der Tipp an die Eltern lautet: Sich die eigene geistige Flexibilität sowie Gelassenheit erhalten ─ «und mehr gemeinsame Zeit mit den Kindern verbringen». Gerade ältere Väter hätten oft viel freie Zeit, doch einer deutschen Studie zufolge widmen sie ihren Kindern nicht mehr Zeit als jüngere Väter. Und dabei wünschten sich späte Kinder vor allem eines: mehr gemeinsam verbrachte Zeit.

Mein Bekannter und ich haben diese Themen in unserem Gespräch indes bloss kurz gestreift. Nach der Geburt kann er sich noch immer damit beschäftigen. Wir haben vor allem erst mal angestossen und uns gemeinsam über den bevorstehenden Lebensabschnitt gefreut.

138 Kommentare zu «Wenn sich Kinder für ihre alten Eltern schämen»

  • Rainer sagt:

    Tja, wenn’s klappt werde ich auch so einer dieser Ü40 Väter.
    Je älter ich wurde, desto mehr habe ich die Leute bewundert, die das schon während des Studiums „geregelt“ haben.
    An alle, die immer „musst halt früher anfangen“ rufen – das ist ja alles richtig, aber es gehören immer zwei dazu.

    Meine Freundin hat recht spät den Führerschein gemacht und wir sind auf einen Verkehrsübungsplatz in .de gefahren. Dort habe ich einen älteren Herrn gesehen, der einem c.a. 18-jährigen das Autofahren erklärte. Da hatte ich dann wirklich das erste mal einen dieser „Oh Shit“-Momente, wo man 40+20 addiert und merkt, was für ein alter Sack man jetzt schon ist – und was in 20 Jahren noch draufgesattelt wird..

  • Rolando sagt:

    Was für eine Diskussion!
    Mit 40 wurde ich Vater. Mit meinen beiden 8-jährigen Töchtern unternahm ich div. Trekking-Touren auch in Neuseeland. Seit 3 Jahren fahren wir Ski oder Spielen Hockey. Seit 2 Jahren bringe ich meinen Kindern Kung Fu bei und mittlerweile beteiligt sich das halbe Quartier. Diesen Frühling startet die ganze Familie eine Motorrad-Tour durch Frankreich. Bin ich nun un-cool? Das wichtigste aber geht in dieser „Diskussion“ unter: Das Geben einer bedingungslosen Liebe und das Empfangen deren Dankbarkeit! Wir haben im Gegensatz zu vielen anderen Eltern (auch jüngere) ein inniges, liebevolles Verhältnis und nur das zählt!

    • Muttis Liebling sagt:

      Nein, primär zählt die Biologie. Wir wissen noch wenig über die Krankheitsbiographie spät Geborener, aber das was wir wissen, klingt nicht gut.

      Sie werden es nicht erleben, wenn Ihre Kinder früher und miserabler sterben, als die von jungen Eltern.

  • franziska sagt:

    Alten Eltern bzw. hauptsächlich alte Väter müssen aus ihrem Einkommen kaum für Kinderkosten aufkommen, weil das immer noch durch die Allgemeinheit per Giesskanne stark subventioniert wird:
    – Kindergeld bis 940.- von der AHV
    – 20% der BVG-Rente zusätzlich als Kinderrente
    – das normale Kindergeld von 200.- bzw. 250.-, das alle bekommen

    Für mich ist nicht einsichtig, weshalb bei Kindern von Rentern, die erwerbstätig waren, andere Masstäbe gelten sollen, als bei jungen Eltern, die oft deutlich weniger Geld zur Verfügung haben.

    Zumindest heute ist üblicherweise ein Elternteil beim Kinderbekommen durchaus in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und für das Kind aufzukommen. Dieser alte Zopf kann also diskussionslos abgeschnitten werden – 1947 war das sicher noch topaktuell.

  • Hannes Müller sagt:

    Mein Vater war 60, als ich auf die Welt kam. Ich werde ungern grob, aber hier fällt es mir schwer. Ich finde es völlig rücksichtslos, in diesem Alter noch Kinder zu haben. Meine Mutter war 40, und ich habe schon sie immer als alt empfunden, geschweige denn den Vater.

    Von Grosseltern ganz zu schweigen (es gab noch eine Grossmutter, die aber das Zeitliche segnete, als ich etwa 6 oder 7 war. Sie ist mir in Erinnerung, weil sie immer jedem Enkelkind etwas zu Weihnachten buk. Das kam dann per Post, weil sie woanders wohnte, aber die Mühe, das überhaupt zu machen, habe ich schon früh als lieb empfunden.)

    Nein, Leute, macht die Kinder in euren Zwanzigern. Da macht ihr noch Fehler, da habt ihr noch Träume, da habt ihr noch Energie.

  • Rosa Grün sagt:

    Irgendwie scheint das Alter des Kinderkriegens sich an die Lebenserwartung anzupassen, und die ist nun mal gestiegen… um fast 20 Jahre seit 1920

    • Muttis Liebling sagt:

      Das erscheint auch mir seit langem plausibel, wenngleich ich mir den Mechanismus nicht vorstellen kann. Fakt ist, dass bei einem Median der Geburtlichkeit um 20-25 Jahren 4 Generationen einer Familie gleichzeitig leben würden. Das gäbe enorme Spannungen und eine zu grosse Menge familiärer Verpflichtungen.

      Die meiste Zeit der Menschheit betrug die Lebenserwartung ca. 30 Jahre, die Hälfte davon Adoleszenz und die andere Hälfte Erwachsensein, Kinder, usw.

      Heute sind die Proportionen bei einer zunehmenden Anzahl Menschen analog. Kindheit und prolongierte Pubertät bis 35-40, danach, in der zweiten Lebenshälfte, der Beginn, wenn überhaupt, von eigener Familie und Kinder.

  • Mody Bühler sagt:

    Den Kindern ist’s egal, schliesslich schämen sie sich auch nicht um ihre Grosseltern. Die Gesellschaft muss ihnen einfach nichts reinreden. Schliesslich ist’s auch ein Vorteil, wenn der Papi im AHV-Alter Kinder zeugt, dann hat er viel Zeit, um sich um sie zu kümmern..

  • Christoph Meyer sagt:

    Bin etwa im selben Alter, was ich allerdings am wenigsten gebrauchen könnte ist eine schwangere Ehefrau… Stell dir mal vor, wenn das Kind volljährig wird hast du die 70 schon überschritten, schon ziemlich fragwürdig! Ein weiterer Gedanken ist derjenige, dass du bei der Einschulung deines Kind bereits 60 bist und sich in der Schule alle fragen: Wieso kommt der mit dem Grossvater?

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Zitat: „Späte Kinder erlebten ihre Werte als antiquiert, überholt oder «aus der Zeit gefallen». “
    Mir kommt das komisch vor.

    Vor allem bei meinen jungen Studienkollegen an der ETH beoachte ich, dass sie die konservativen Werte ihrer Grosseltern leben, in allem was Ausbildung, Beruf, Beziehungen angeht. Sie verhalten sich so, wie das meine (80-jährigen) Eltern mich gelehrt hatten.

    Was meine Generation (um die 50-jährig) betrifft, so wurde sie kürzlich in der Weltwoche treffend als die „verlorene Generation“ bezeichnet, als die Generation ohne eigene Werte, ohne klare Zielvorstellungen ohne beruflichen Ehrgeiz, ohne den Mumm, etwas eigene anzupacken.

    • Jürg Brechbühl sagt:

      Darum habe ich grosses Vertrauen in diese junge Generation und ich würde jedenfalls gerne in meinem Alter noch mit einer jungen Frau eine Familie gründen.

      Und ja, das Hauptthema ist nicht die körperliche Fitness, sondern die zuverlässige finanzielle Vorsorge.

    • alam sagt:

      Ha! Ja klar, die Weltwoche, unser aller Lebensleitfaden würde am liebsten das Rad der Zeit um 50 Jahre zurückdrehen. Weil wenn der Herd die Frauen verliert, ist die ganze Generation verloren.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Ihr wisst aber schon, dass die Zeta-Jones um ihrer Karriere Willen ihre Geburtspapiere gefälscht hat und sie in Wirklichkeit 10 Jahre älter ist. Der Altersunterschied zwischen den Eltern wäre demnach nur 15 Jahre.

  • mia sagt:

    Na, erst steppt jahrzehntelang der Bär und es wird nichts ausgelassen, solange, bis bald der Sensenmann an die Tür kloppt. Dann fällt ihnen ein, dass man eigentlich noch Kinder in die Welt setzen könnte. Die späten Lendenfrüchte (falls es sich dann tatsächlich um diese Lenden handelt) dürfen den Papa dann spätestens mit 20 im Seniorenheim besuchen.

    • alam sagt:

      Nö, bei den Lendenfrüchten steppt mit 20-40 natürlich ebenfalls der Bär. Die sind hoffentlich nicht hier, sondern nutzen die Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen.

  • Elisabeth Brunner sagt:

    Ich bin 3-fache Grossmutter. Meine Enkel sind 18/16J. und 9 Mon. alt. Mein Vater war 43, meine Mutter 24 als ich auf die Welt kam. Mein Vater war eher mein „Grossvater“. Zärtlichkeit, Verständnis für Kinder kannte er nicht. Es musste alles nach seinen Vorstellungen ablaufen, sonst wehe. Als Mädchen und als Erstgeborene wurde mir sehr viel Arbeit aufgebürdet. Einen Beruf durfte ich nicht lernen, „Mädchen heiraten sowieso“. Meine Mutter wagte es nicht ihrem Mann je zu widersprechen oder mir für die Berufsbildung zu helfen- trotzdem sie auch gelitten hatte, weil sie als Halbwaise keinen Beruf lernen konnte, trotzdem Geld da gewesen wäre. So meinte meine Taufpatin, als ich schon erwachsen war, ihr Bruder,mein Vater, sei ein richtiger Familientyrann gewesen.

    • Katja sagt:

      @ Elisabeth Brunner
      Ich finde es sehr bedauerlich, was Sie in Ihrer Kundheit und Jugend erleben mussten. Gleichzeitig stelle ich mir jedoch die Frage, ob der schwierige Charakter Ihres Vaters tatsächlich aufgrund seines Alters so zutage kam oder ob es nicht vielmehr an einer herrischen Persönlichkeit lag. Vermuten möchte ich fast letzteres. Es gibt einfach solche Menschen. Leider.

  • alam sagt:

    Eine meiner besten Schulfreundinnen hatte alte Eltern. Der Vater war sogar schon pensioniert. Sie hatten viel Zeit, um mit ihr all die coolen Sachen zu unternehmen, für die unsere Eltern keine Zeit hatten. Sie hatte immer das coolste Velo, etc. Was haben wir sie beneidet…

  • Eveline Hasler sagt:

    Aufgewachsen sind meine Kinder leider ohne Grossvater. Mein Vater war etwa so alt wie der Grossvater meiner Mitschüler. Ein grauhaariger Herr mit Anzug und Krawatte am Besuchstag in der Schule.
    Ein guter Vater. Nur leider wurde er krank kurz vor seiner Pension. Einige Jahre Krebs, Chemo. Die Mutter überfordert, die Tochter (ich) im Teenageralter noch mehr. Das Thema hier ist nicht Sport oder Schämen, sondern dass die Kinder am Ende die Konsequenzen der späten Elternschaft tragen, zuviel Verantwortung ihrem Alter entsprechend übernehmen müssen. Alleine, denn leider sind die Grosseltern ja auch schon längst tot. Von mir kein Loblied auf die späten Eltern, auch wenn sie sich im Moment noch so dynamisch, fit und modern fühlen mögen, denn der Alterungsprozess lässt sich nicht aufhalten.

    • alam sagt:

      Krebs hat aber nicht unbedingt mit dem Alter zu tun, oder?

      • Eveline Hasler sagt:

        Es geht um Häufigkeit und Risiko. Informationen über den signifikanten Anstieg nach 55 nachzulesen bei: bfs.admin.ch unter: Todesfälle pro Krebslokalisation und Altersklasse.

  • Claudia Egger sagt:

    Alle Kinder schämen sich in einem gewissen Alter für ihre Eltern – egal, ob die nun alt oder jung sind. Spätestens in der Pubertät ist man für seinen Nachwuchs „voll peinlich“ und sollte sich darüber auch freuen: Das Kind nabelt sich ab und entwickelt sich „voll normal“.
    Und wenn ich mich (54) im Quervergleich mit den Müttern anderer 14 Jähriger anschaue, kann ich nur eines sagen: Das Alter ist definitiv nicht das, was ausschlaggebend ist. Es ist die Beziehung. Meine Tochter weiss, dass sie auf mich zählen kann und dass ich sie bedingungslos liebe.

    • LoriLo sagt:

      Das kann ich voll unterstützen!

    • Carolina sagt:

      Sehe ich genauso, CE. Ich würde noch weitergehen und sagen, wenn die Kinder in der Pubertät nach aussen ihre Eltern nicht peinlich finden, dann wäre das etwas merkwürdig. Die Eltern, die das einigermassen souverän ertragen, werden vielleicht sogar damit belohnt, dass das Verhältnis innerhalb der Familie immer noch innig und vertrauensvoll ist.
      Ich finde es eher lächerlich, eine gute Beziehung zu den Kindern daran festmachen zu wollen, ob man alt/jung/sportlich/unsportlich/unternehmungslustig etc ist – Eltern sind für Kinder Eltern, irgendetwas ist in der Pubertät immer peinlich, aber wenn sie sich auf sie verlassen können, ist es völlig wurscht, ob sie fünfmal im Jahr mit den Kindern durch Europa radeln…..

      • francesca sagt:

        Besser, die Kinder schämen sich eine Zeitlang für ihre voll peinlichen, alten/jungen/coolen/uncoolen/sportlichen/un-sportlichen usw. Eltern, als die Eltern sich für ihre Kinder. Ersteres geht irgendwann vorbei, das andere bleibt meistens bestehen.

  • alam sagt:

    Ich bin hier die älteste Mutter weit und breit… und trotzdem die einzige, die Familien-Zeltferien mit dem Velo macht. Je jünger die Eltern sind, desto schwerer fällt es ihnen, ihren A… auch nur ein paar hundert Meter ohne Auto zu bewegen. So sieht es jedenfalls in meinem Umfeld aus.

    • Simone sagt:

      spannendes umfeld, das
      sie haben..
      das, was sie beschreiben, hat doch nichts mit dem alter zu tun.
      meine kinder finden es toll und betonen immer wieder, dass sie junge eltern (ich war 28 und 30 bei der geburt der kinder, der vater der kinder 30 und 32) haben und auch relativ junge und fitte grosseltern mütterlicherseits. manchmal finden sie es uncool, dass meine freundinnen noch so kleine kinder haben.
      die eltern des vaters meiner kinder waren alte eltern und aus diesem grund wollte er immer schon früh vater werden. ich finde immer noch toll, dass wir uns so jung, kurz nach ende des studiums, für kinder entschieden haben.
      letzthin hat eine freundin meiner tochter gesagt, dass es ihr unangenehm sei, dass ihre mutter 55 sei (sie ist 14).

    • Sina Meier sagt:

      Ich bin knapp 30 und habe vor einigen Wochen unser zweites Kind zur Welt gebracht. Beim grösseren, war ich 27.
      Wir sind jeden Tag draussen, bei jedem Wetter. Dies ist für mich selbstverständlich und meine Jungs sind draussen glücklich. Hat also nichts mit dem Alter zu tun.

  • LoriLo sagt:

    Mein Mann und ich sind erst spät Eltern geworden (ich 40, mein Mann 45 Jahre alt) – ganz überraschend und für uns das grösste Geschenk! Wir sind jung gebliebene, sportliche Eltern und fühlen uns total fit. Jedoch haben wir uns aus ‚Vernunftsgründen‘ bewusst entschieden, kein zweites Kind auf die Welt zu stellen (sofern es überhaupt geklappt hätte) denn auch wir haben uns gefragt, ob wir den Kindern solch alte Eltern überhaupt noch zumuten können, vor Allem wenn wir daran denken, wie alt wir sein werden wenn unsere Kinder in die Pubertät kommen. Der Preis dafür ist jedoch, dass unser Kind ein Einzelkind bleibt. Ist das wirklich die ‚vernünftigere‘ Entscheidung? So nach dem Motto: wie mans macht ists falsch.

    • Maier Tom sagt:

      Ein mutiger Entscheid, es kommt nicht darauf an ob Sie sich mit ü40 zu Alt oder eben nicht fühlen. Auch nicht ob Ihr Kind als Einzelkind oder Teil einer Horde aufwächst. Wichtig ist einzig Ihre Liebe und Zuneigung, Ihre Bereitschaft sich täglich mit Ihrem Kind auseinander zu setzten.
      Bin Vater mit 31 geworden, habe mich in Schule und privat bei Familien engagiert und kann sagen dass es Versager/innen in allen Altersklassen gibt, genauso wie es Väter/Mütter allen Alters gibt die sich für Ihr Kind hingeben.

      • LoriLo sagt:

        Danke. Aus Ihnen spricht die Erfahrung, das spürt man gut. Ich bin da ganz Ihrer Meinung, wenn Sie schreiben, dass das Wichtigste die Liebe, Zuneigung und das Auseinandersetzen mit dem Kind ist.

      • 40 und wohl zu alt für ein Zweites sagt:

        @Mair Tom Danke für diese weise und stärkende Antwort

    • Lena sagt:

      Wir sind – unfreiwillig – auch erst mit 41 Eltern geworden. Grundsätzlich finde ich das zu alt, aber es hat halt nicht früher geklappt. Um so glücklicher sind wir heute. Ich finde aber schon, dass wir es unserem Kind schuldig sind, so fit wie möglich zu bleiben; im Körper und noch viel wichtiger, im Geist. Zum Glück sehen wir beide eher jünger aus und haben schon immer Sport getrieben. Wir wohnen auf dem Land und ganz ehrlich, im Geiste sind da einige Vollzeitmütter, die 10 Jahre jünger sind als ich, sehr viel älter als ich.

  • Nina sagt:

    Ich hatte junge Eltern wie damals die meisten anderen auch, trotzdem hätte ich sie nicht uncooler finden können.

  • Rolf Ramseyer sagt:

    Mein Sohn ist 34 Jahre alt. Ich war alleinerziehender Vater, voll berufstätig, und habe in der Freizeit viel mit ihm unternommen. Eisenbahnfahrten, in den Zoo, ins Verkehrshaus, in die Ferien, etc. Keinen Sport, ich treibe keinen Sport. Heute wohne ich im Ausland und wir telefonieren jede Woche 1-2 Mal. Öfters hat er mir schon von Freunden erzählt, die keinen Kontakt zu den Eltern haben, weil diese früher auch nie Zeit hatten.
    Mit 62 habe ich nochmals geheiratet und habe nun zwei (Stief-)Kinder von 7 und 9. Wieder keinen Sport. Aber zum Fussballtraining fahren, ins Schwimmbad gehen, an den Strand, in den Zoo, gemeinsame Ferien, etc.
    Nicht der Sport ist wichtig, das hohe Alter von ‚Papa‘ ist auch kein Problem.
    Was zählt und bleiben wird ist einzig, dass zusammen Zeit verbracht wird.

  • soswald sagt:

    Die Stimme der heutigen Kinder mit älteren Eltern fehlt in dieser Diskussion. Meine Mutter war 35 und mein Vater 34 Jahre alt, als ich (1. Kind) auf die Welt kam. Das galt damals als alt, und ich empfand es als uncool alte Eltern zu haben. Das lag überhaupt nicht daran, dass meine Eltern zu wenig, auch in sportlicher Hinsicht, mit uns unternommen hätten. Ich stellte mir einfach junge Eltern als viel cooler vor. Und ich glaube, es geht den Kinder mit älteren Eltern heute noch so.

    • tststs sagt:

      „Ich stellte mir einfach junge Eltern als viel cooler vor.“ Sie bringen es auf den Punkt „Ich stell(t)e mir vor…“
      Ich empfand den Spruch „Wow, das ist deine Mutter, es könnte deine Schwester sein“ irgendwann in der Pubertät auch ziemlich uncool…
      Und ich wette, es wird die Zeit kommen, da werden Charlene, Myla, Leo und Lenny die Retrosperktive mit dem heulenden Papi von anno 2003 mit Augenrollen anschauen 😉

    • 13 sagt:

      Man kann natürlich nichts verallgemeinern, aber ich erlebte junge Eltern auch als viel cooler. Meine Eltern bekamen mich (1. Kind) mit 25 bzw. 27 Jahren. Da beide Akademiker sind, war das schon sehr früh. Und ich hatte oft das Gefühl, dass es bei uns zu Hause weniger spiessig zuging als bei vielen meiner Kameraden. Feste Essens- oder Schlafenszeiten? Fehlanzeige. Auch mal essen auf dem Sofa, kein Problem. Ausgang? Klar, wir fahren Dich hin, gehen selber in den Ausgang und holen dich auf dem Rückweg wieder ab. Ich bin davon überzeugt, dass meine Eltern mehr gefeiert haben als ich und auch sonst wurde vieles gerade so aus dem Bauch heraus entschieden. Gemeinsame Unternehmungen hatten wir sowieso en masse. Und doch sind wir gut rausgekommen 😉

      • 13 sagt:

        Und was man auch noch erwähnen muss: Unsere Kinder haben auch heute noch junge Grosseltern (bei der Geburt des ersten Enkels knapp 50, beim fünften und letzten knapp 60), die mehrere Wochen im Jahr mit ihnen in die Ferien fahren, Übernachtungspartys organisieren und vieles unternehmen. Ob sie das in 10 Jahren auch noch können, bin ich mir nicht sicher.

    • Jürg Brechbühl sagt:

      Mein Vater war 28, meine Mutter 27 und sie hatten bereits sechs Jahre lang in Ostafrika gelebt und 19 Staaten dieser Erde durchreist, bevor ich zur Welt kam. In der Schule hatte kein anderes Kind so alte Eltern.

      Dass ich Eltern hatte mit Lebenserfahrung und viele Geschichten von ihnen wusste, die sie immer beim Essen erzählten — das machte mich zum Aussenseiter in der Schule.

  • Reto sagt:

    Da man sein Leben allein den Eltern zu verdanken hat, sollte man sich nicht für sie schämen. Aber alle Kinder schämen sich wohl irgendwann mal wegen irgendwas für ihre Erzeuger.
    Ein Freund verlor früh seine Eltern und wuchs darum bei seinen Grosseltern bzw. seinem Grossvater auf. Mit 20 hatte er schon die halbe Welt und alle, wirklich alle Hauptstädte Europas gesehen. Sein Grossvater hatte Zeit und genügend Geld, sodass sie oft auf Reisen waren. Auch sonst war sein Grossvater immer für ihn da. Als er dann starb, erbte mein Freund noch das Haus. Welcher Mann Ende 20 hat heute schon ein Haus (notabene eines ohne Hypothek)? Mein Freund vermisst seine Eltern. Doch so viel wie sein Grossvater, das hätten sie ihm laut seiner Aussage wohl niemals geben können.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Dieser Grossvater hätte das alles ja ohnehin mit dem Enkel unternehmen können, so wie auch nur finanziell solvent dastehende „alte“ Väter dies mit ihren Kindern machen können- dass man einiges über 50 ist sagt noch nicht viel über seine Zahlungskraft….

    • Bruno Juchli sagt:

      „verdanken“.
      Nein danke. Kinder zeugen ist ein egoistischer Akt und es gilt mal in erster Linie keine Dankbarkeit von den Kindern zu erwarten – das ist doch eine absurde Geisteshaltung!
      Den Dank hat man sich zu verdienen.

  • Roger Martin sagt:

    Werde nun 44 und habe 3 Kinder im Alter von 20, 10 und 1 Jahr. Wohnen noch immer noch alle unter einem Dach und geniessen die gemeinsamen Momente. Natürlich gibt es unterscheide in der Erziehung, dem grössten konnte finanziell nicht gleich viel geboten werden, auch war ich selbst noch in Weiterbildung und musste meine Zeit einteilen. Für den Mittleren stand einerseits mehr Geld und auch Zeit zur Verfügung, welche ich für beide Jungs einsetzten konnte. Der Kleinste hat nun die Aufmerksamkeit von allen und bereitet auch den Grösseren viel Freude. Nun kümmert sich die Mutter vor allem um den Kleinen und ich mich um die beiden Anderen. Bedingt durch die Altersunterschiede sind die Interesse sowieso ziemlich unterschiedlich und die Eltern ziemlich gefordert.

  • Marco Garcia sagt:

    Krass wird es, wenn der Sohn in der Pubertät ist und die Mutter in den Wechseljahren.

  • Ladybird sagt:

    Bis jetzt wurde etwas nicht themasiert: Die Verlustangst, die solche Kinder plötzlich haben! Der Vater meiner besten Freundin war 55 als sie geboren wurde, ihr Mutter 34. Als meine Freundin in die Pubertät kam, realisierte sie das Alter so richtig. In ihren Augen war (und blieb) er ein uralter Mann. Objektiv gesehen traf das nicht zu! Klar, er war gesetzter, aber stets dabei. Zudem finanziell, zeitmässig und freizeittechnisch stets grosszügig mit allen. Aber sie schämte sich einfach. Dazu kam jahrelang diese Verlustangst, dass er nun sicher bald sterben wird. Er starb mit 80. Sie liebte ihn zweifelsohne, aber da war auch viel Schatten. Heute noch, weil ihre Kinder dadurch nie einen Grossvater erlebten. Daher: Diese Verlustangst sollte bei diesen Kindern unbedingt ernst genommen werden.

    • tststs sagt:

      Verlustangst sollten bei jedem Kind ernstgenommen werden.
      Ich glaube, alle Kinder erleben diese existenzielle Verlustangst (Tod eines Elternteils), sobald sie das Konzept von Tod und Sterben begriffen haben.
      Und ganz ehrlich: Ich fürchte mich jetzt schon vor dem Tag, an dem meine Eltern nicht mehr sein werden! Rotz und Tränen werden fliessen, egal ob ich an die Beerdigung noch hüpfen könnte oder selber schon den Rollator schiebe…

      • Ladybird sagt:

        Ja, da haben Sie wirklich vollkommen recht: Eltern zu verlieren, ist in jedem Alter einfach nur schwierig! Bei meiner Freundin war es einfach allgegenwärtig wegen der Bemerkungen des Umfelds, ihr Vater sei aber schon recht alt, im Grossvater-Alter. Und weil in ihrem Kollegenkreis die „echten“ Grosseltern der anderen verstarben, war ihre Verlustangst gegenüber dem eigenen alten Vater einfach viel realer als wie Sie es beschreiben, wenn man abstrakt das Konzept von Tod und Sterben begriffen hat. Es half ihr nicht einmal, dass ich ihr als Halbwaise sagte, sie hätte im Unterschied zu mir ihren Vater ja noch, zwar halt älter aber immer noch vorhanden. Ängste sind halt irrational und nicht jeder reagiert gleich. Es kam mir einfach beim Lesen des Artikels wieder in den Sinn, wie sie es empfand.

  • Widerspenstige sagt:

    Das ist eine ernst zu nehmende Aussage, um die sich dieser Artikel eigentlich dreht: ‚..So sollten späte Kinder wichtige Fragen an ihre älteren Eltern nicht auf die lange Bank schieben – und sich als junge Erwachsene nicht dazu verpflichtet fühlen, die Eltern zu pflegen…‘ Wieso nehmen Sie das negativ sich anfühlende Wort ‚verpflichtet fühlen‘ in diesem Zusammenhang? Als Familie ist man eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt, motiviert, inspiriert und füreinander da ist. Diese Aussage ist völlig überflüssig, denn Eltern schauen für ihre Kinder und Kinder schauen für ihre Eltern.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige

      haben Sie Ihren Kindern gegenüber die Erwartung, dass diese „dann mal schauen werden“?

      Ich finde es wunderbar wenn diese gegenseitige Unterstützung auf gesundem Boden gedeiht und Früchte trägt, aber oft geht damit sehr viel Schmerz und Last einher, nicht umsonst sind gerade pflegende Angehörige besonders gefährdet sich in totale Erschöpfungszustände hineinzumanövieren, ich finde das ganz und gar nicht unterstützenswert.

    • Widerspenstige sagt:

      Eine Erwartungshaltung ist immer fraglich, das muss von sich aus kommen und einem echten Bedürfnis entsprechen und ja, Zeit dazu zu haben. Ich finde es einfach merkwürdig, wenn ich die zwei sozialen Welten vergleiche in meinem familiären Umfeld: das asiatisch geprägte Umfeld kennt solche Fragestellung überhaupt nicht, sondern da gilt einfach Familie als tragender Pfeiler für Geben und Nehmen sprich das Yin-Yang-Prinzip. Aber auch das ist in Gefahr, um es keineswegs schön zureden. Dann der krasse Gegensatz dazu hier und versinnbildlicht in den von mir erwähnten Wörtern in solchen Artikeln. Es gibt eine Zeit des Gebens (Nestwärme/Erziehung und alles, was damit zusammen hängt) und eine Zeit des Nehmens (Aufmerksamkeit, Pflege für eine gewisse Zeit im Alter von den Kindern).

      • Anh Toàn sagt:

        @Widerspenstge: Sie beschreiben so schön das ideal, aber es kommt nicht von sich aus in Asien, sondern ist gesellschaftliche Erwartungshaltung.

        Da wird Jungfräulichkeit verkauft, um den Vater vor der Todesstrafe zu retten, Gratisanwälte gibt es nicht, Körper-(teile), damit die Geschwister zur Schule können, das Leben ist kein Ponyhof, Yin-Yang-Familien-Geben-und Nehmen-Prinzip oder so.

  • 13 sagt:

    Warum ist es so eine Überraschung, dass die Kinder nicht immer begeistert sind von der späten Elternschaft. Wer wartet mit dem Kinderkriegen bis ü40, weil das so gut für die Kinder wäre? Kaum jemand. Es geht beim Entscheid, ein Kind zu bekommen, egal ob mit 20 oder mit 40, in erster Linie um die Eltern und späte Elternschaft erfolgt aufgrund anderer Gründe, als ob das für die Kinder ideal ist, nämlich inneren (später Kinderwunsch, Karriere) oder äusseren (kein passender Partner, Empfängnisprobleme) Faktoren. Das bedeutet aber nicht, dass die Kinder grundsätzlich nicht damit glücklich sind. Bei jüngeren Eltern würde sie vielleicht etwas anderes nerven, wer weiss.

  • Cybot sagt:

    Wenn die Kinder sich deswegen schämen, sollten sie an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Wenn das ganze wirklich ein Problem wäre, gäbe es das auch bei all den Kindern, die bei ihren Grosseltern aufwachsen, davon gibt es ja auch einige. Dass die besondere Probleme deswegen hätten, hat man nun wirklich noch nie gehört.

    • Hotel Papa sagt:

      Ist nicht die gleiche Situation. Denn Grosseltern sind Grosseletern. Auch wenn sie Haupt-Erziehende sind, ist das eine komplett andere Rolle.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ach kommen Sie HP, es ist einfach so.
        Sich schämen tut man aus mangelndem Selbstbewusstsein oder weil der Alte tatsächlich eine Flasche ist. (Wobei das zweite sehr leicht zum ersten führt.)

        Alter ist nebensächlich, Persönlichkeit (fast) alles.

      • Anh Toàn sagt:

        Es gibt einen Unterschied zwischen Grosseltern und Eltern. Unabhängig vom Alter haben Grosseltern Erfahrung im Erziehen, Eltern sind Anfänger.

  • Hotel Papa sagt:

    Ich muss sagen, ich habe die Frotzeleien von meinem (nach-)pubertierenden Sohn über seinen alt werdenden Vater genossen, und ich war bei seiner Geburt 30.

    Ob er die Sprüche auch so unbeschwert gegenüber einem 70-Jährigen gemacht hätte?

    • Anh Toàn sagt:

      Meine Freunde haben unter anderem gesagt: Wenn Dein Kind zwanzig ist, bist Du ja ein alter Mann. Ich habe geantwortet, da muss ich nicht warten, bis mein Kind zwanzig ist, ich bin schon jetzt ein alter Mann: Kurz, man macht vorzugsweise die Sprüche, die ohnehin kommen, selber.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Anh Toin bringt es auf den Punkt – in den guten alten, armen Zeiten sind Kinder meist von den Grosseltern aufgezogen worden. Also knüpfen die heutigen alten Eltern wieder an diese Zeit an.
    Deshalb ist es halb so wild.

    Zum anderen wegen der Generationenkluft: na das ist nun wirklich Typabhängig. Ich bin z.B. heute fitter als vor 10 Jahren. Auch mein Nervenkostüm ist belastbarer.
    Dann gibt es Leute die sind jünger als ich und die hören nur „ihre Musik“ aus den glorreichen alten Zeiten und finden alles von heute nicht mehr gut, schütteln unverständig den Kopf über die „Kultur der Jungen“…
    Es gibt nicht wenige, die sind schon mit 35 konserviert, während andere mit 60 noch zum Pferde stehlen sind.
    Wenn Kinder unter Eltern leiden, hat das wenig mit dem Alter zu tun.

  • Mara sagt:

    Aber Elternsein hängt doch nicht nur vom Alter ab, sondern auch von der Bereitschaft Verantwortung für die Kinder zu übernehmen. Ich hatte relativ alte Eltern, die spielten nicht Fussball mit uns, aber dafür gab es Freunde. Ich spürte immer, dass ich keine Last war für meine Eltern. Mein fünfzehnjähriger Enkel hat junge Eltern, die aber in keinster Weise bereit sind, für ihr Kind da zu sein. Karriere, Statussymbole, ( auch das Kind ist so eines) sind immer noch immens wichtig. Darum finde ich, Eltern sollte man nur werden, wenn man sich bewusst ist, dass ab dann alles anders wird, Eltern ist man dann nämlich ein Leben lang, und das bedeutet eben auch Verzicht und Verantwortung.

  • Ylene sagt:

    Na, wenn sich Kinder nicht für ihre alten Eltern schämen, dann halt für ihre uncoolen oder sonstwas Eltern. Wenn man sich schämen will, findet man doch immer etwas… Zudem hängt es auch vom Selbstbewusstsein des Kindes ab, ob es sich schämt. Es gibt viele Jugendliche, die möglichst gleich wie alle anderen sein wollen, damit sie nicht auffallen – wenn die Eltern dann alt oder anderer Hautfarbe oder sehr reich oder beides Männer sind, fallen sie halt auf.

    • Hotel Papa sagt:

      Es gibt andererseits in einem gewissen Alter nichts uncooleres, als Eltern die mit Macht der Generation ihrer Kinder entsprechend „cool“ sein wollen.
      Pubertierende haben da durchaus gern ihren Abstand…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Leute die sich verstellen, sind allgemein peinlich. Das hat nichts mit Pubertät oder sonst was zu tun.
        Wer sich als Eltern künstlich anpasst, ist peinlich. Wer aber von sich aus jung geblieben, neugierig auf Neues und offen ist, der ist es nicht.
        Und das ist weniger eine Frage des Alters, als eine des Charakters.

  • sabine sagt:

    ich empfehle den Frauen, zwischen 25 und 30 Kinder zu bekommen. Ab 30 steigt das Risiko von Gebärmutter-Myomen und die können ganz schön eklig werden und eine Schwangerschaft/Empfängnis verkomplizieren.

    • tststs sagt:

      Was für ein Schmarrn’…
      Zugegeben, ich musste „Gebärmutter Myom“ zuerst googlen, aber nach kurzer Studie muss ich doch sagen:
      1) Kann alle Frauen im gebärfähigen Alter betreffen
      2) Sie können zu Unfruchtbarkeit führen, stehen aber genauso idR während einer Schwangerschaft keine Gefahr dar.

      • sabine sagt:

        achso, sie mussten es erst googlen. Dann sind sie ja Experte.

        Ich habe die Dinger selbts in der Gebärmutter und bin 33 Jahre.

        Bei laparoskopischer Entfernung enstehen Nähte an der Gebärmutterwand, die bei Überdehnung zu einem Gebärmutter-Riss führen können. Ein Kaiserschnitt ist so oder so nötig.

        Ausserdem verursachen sie starke Blutungen (Gefahr von Aborten).

      • Nina Bretscher sagt:

        @sabine: nein, ein Kaiserschnitt ist nicht so oder so nötig. Je nach Schweregrad ist eine Spontangeburt ohne weiteres möglich.

      • tststs sagt:

        Nope, Expertin sicher nicht, aber in 10 Minuten genug Einblick erhalten, um Ihre Aussage als oberflächlich und z.T. inkorrekt zu „entlarven“ (sorry, mir fällt kein besseres Wort ein, das nicht so polizistig tönt).
        Bevor ich weiterschreibe: Beste Genesung! (Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass Sie unter grösseren Myomen leiden und diese entfernen müssen. Sicherlich kein leichter Eingriff, der noch Spätfolgen haben kann.)
        Zurück zum Thema: Auch in einem schweren Fall wie Ihrem ist es gut möglich, dass man die Myome schon seit 15 Jahren mit sich rumträgt, sie aber erst jetzt bemerkt, z.B. weil sie übermässig anwachsen.

      • sabine sagt:

        Fasznierend, wie sehr sich die Internet-Community immer als Experten aufspielt, nach einer Google Recherche.

        Nach 3 jährigen Problemen mit Myomen weiss ich, wovon ich spreche.
        Und ich kann nur das widergeben, was mir die Spezialistin in der Frauenklinik des Inselspitals Bern gesagt hat.
        Wenn die Nähte der Myom-Entfernung nicht richtig genäht sind (und das kann passieren), kann es bei Schwangerschaften Risse geben. Und ich habe grosse Myome. Trotzdem, dass ich seit 10 Jahren jedes Jahr zum Frauenarzt gegangen bin.

      • Susi sagt:

        @Sabine: Ich habe ein Myom in der Grösse eines Tennisballs. War aber nie ein Problem.

  • Ann sagt:

    Meine Halbschwester (8) hat vor kurzem gesagt, sie finde es „voll doof“ einen „so alten Papi“ zu haben (56). Kann ich (25) gut verstehen. Als ich in ihrem Alter war hatte ich einen Super-Papi, ein richtiges Energiebündel! Heute hat er keine Energie mehr für seine Kids sondern hockt nur noch auf dem Sofa und liest Zeitung. Denke aber, das ist vor allem eine Charaktersache und hängt nicht nur vom Alter ab. Das komische ist nur, mein Halbbruder (7) kommt in die erste Klasse und mein Vater besucht ein Seminar zur frühzeitigen Pensionierung…..

    • tststs sagt:

      Das liegt dann aber eher am Charakter als am Alter (körperliche Gebrechen/Krankheit mal ausgenommen, denn diese können einem auch in jungen Jahren erreichen).
      Als Gegenbeispiel: Da meine Mutter immer berufstätig war, mussten meine Grosseltern als Betreuung einspringen. Hauptsächlich war dies mein Grossvater, da er bereits pensioniert wurde, als ich ca. 8 Jahre alt war.
      Okeee, er rannte vllt nicht mehr wie wild umher, aber wir gingen ständig mit ihm in die Berge, waren mit den Hunden unterwegs oder haben sonst was gemacht… Die Energie war also durchaus da (und das nach 50 Jahren Handwerk)!

  • Ruf sagt:

    Wie wärs mit gemeinsam Musik machen statt Sport? Das kann ungemein verbindend sein innerhalb der Familie und da gibt es Nichts zum Schämen, im Gegenteil.

  • Anh Toàn sagt:

    Ich bin 54 und werde dieses Jahr zum ersten Mal Vater. Unser Kind wird immerhin eine für CH Verhältnisse eher junge Mutter (30) haben. Klar ist es nicht ideal, alte Eltern(-teile) zu haben, aber das Leben ist nun mal nicht perfekt. (Meine Frau ist Vietnamesin, vielleicht ist es besser, einen relativ alten Vater zu haben, der Bildung und Gesundheitsvorsorge garantieren kann, als einen jungen aber armen Vater).

    Ausserdem bedingt dies für mich, wenn es gesundheitlich möglich ist, zu arbeiten, bis mein Kind erwachsen ist, denn als Kind wollte ich keinen „Grossvater“, der Pfeife rauchend auf dem Balkon Geschichten von früheren Kriegen erzählt, sondern einen Vater, der arbeitet, im Leben steht, und dennoch Zeit für mich findet.

    • Anh Toàn sagt:

      Ich sehe auch in Vietnam: Die Eltern sind jung dort, irgendwo zwischen 18 und 25 meistens, 30 ist schon sehr spät für Kinder, aber die Kinder leben nicht bei den Eltern, sondern werden von den Grosseltern aufgezogen, da die Eltern Geld verdienen müssen.

      Ich denke, dies war in den meisten Gesellschaften so, als es noch die Grossfamilie gab: Primär wurden die Kinder von den Grosseltern aufgezogen, die Eltern hatten „wichtigeres“ (Mittel beschaffen) zu tun.

      • Kien sagt:

        Anh Toan, wenn ich fragen darf, sind Sie selber Vietnamese, nur aus Neugierde.

      • Anh Toàn sagt:

        @Kien

        Nein, ich bin kein Vietnamese, nur, was wissen Sie jetzt mehr?

      • Kien Long sagt:

        Nichts, das trifft aber auf die meisten Beitraege zu. Es ist einfach Neugierde…

      • Anh Toàn sagt:

        @Kien

        Ich habe angefangen, meinen vietnamesischen Namen als Nick zu verwenden, als ich in Saigon lebte. Inzwischen mehr in der Schweiz, aber vielleicht auch eine Zeit wieder mehr in Saigon, bin auch über meine Arbeit mit Vietnam und der Schweiz verbunden, lebe halt in zwei Welten für viele, für mich gibt’s schon lange nur eine Einzige.

        Die Schlüsse, welche aus dem Namen gezogen werden, sind oft interessant, darum meine Gegenfrage.

    • tststs sagt:

      Ach, machen Sie sich keine Sorgen! Kinder brauchen in aller erste Linie Liebe! Und die kann man in jedem Alter geben.
      Und Sie deuten es ja schon an: Kinder brauchen Eltern, nicht Idealisten/Perfektionisten 😉

    • Anh Toàn sagt:

      Noch etwas möchte ich anfügen:

      Wäre ich jung Vater geworden, hätte ich mein Kind bestimmt auch geliebt, dennoch hätte ich vermutlich schon auch bereut, was ich wegen diesem Kind vermisse: Sport (freeride war mein Ding) mit den Freunden ist als lustiger als dem Kleinkind Skifahren beibringen, Party machen im Club bis 3 Uhr und „after Party“ zu Hause, bis zur Zeit, in der andere mit der Vorbereitung des Kindergeburtstages fast fertig sind, Sportwagen statt Familienkutsche: „I had it, I had it, I’m kickin‘ a habit, I found something new“ (Dominique (RIP) & the wondertoys.)

      • Mara sagt:

        Ja eben, weil Sie Party machen und alle Zutaten schon hinter sich haben, werden Sie bestimmt ein wundervoller Vater werden, freuen Sie sich darauf.

  • gion-duri mengold sagt:

    die challenge ist nicht vater werden,sondern vater sein, d.h. 18-20 stunden „on duty“ und das mit ü 50, viel spass!!!!!
    es sei denn, man hat eine nanny, eine putzfrau etc.
    vom kind aus gesehen: grosse chance, früh halb- oder vollwaise zu werden.
    eigentlich verantwortungslos von den Eltern, die so Ihr ego befriedigen.

    • Anh Toàn sagt:

      @gion-duri mengold „18-20 stunden „on duty“ ..mit Ü50″

      Ja klar, das ist kein Problem da zeitlich Deckungsgleich mit „seniler Bettflucht“:

      Das Schlafbedürfnis nimmt im Alter ab, bzw stören Unterbrechungen weniger.

    • Anh Toàn sagt:

      @gion-duri Mangold: „halb oder Vollwaise“

      Ich weiss nicht auf Anhieb, wo ich entsprechende Statistiken zur Lebenserwartung finde (klar bei den Versicherungen), aber ich denke: Die Chance für einen 25 Jährigen, in den nächsten 20 Jahren zu sterben, ist in CH nur wenig kleiner als für einen 50 Jährigen: Die jüngeren sterben an Sport und Arbeit, die älteren eher an Krankheit.

    • tststs sagt:

      Hmmmm, also wenn 50 die Grenze für „18-20h on duty“ sein soll, dann frage ich mich, wieso so viele Unternehmen gerade von Männern dieser Kategorie geleitet werden?!?

  • Susi sagt:

    Kinder erst spät zu haben, erhöht die Lebenserwartung der Mutter:

    http://sciencev1.orf.at/news/132502.html

  • tststs sagt:

    1. Wenn sich Kinder nicht dann und wann für ihre Eltern schämen (oder zumindest die Augenbrauen verwundert nach oben ziehen), haben die Eltern ihren Job nicht richtig erledigt – unabhängig davon ob sie 20, 35 oder 54 sind!
    2. Schon früher bekamen Menschen im fortgeschrittenen Alter Kinder. Der Unterschied ist nur, dass es dann nicht das erste war, sondern irgendwas zwischen Kind Nr. 6 und 16!

    • Sportpapi sagt:

      2.) Und dann wurden die späten Kinder aber weniger von den Eltern, und vielmehr von den älteren Geschwister aufgezogen.

      • tststs sagt:

        Wenn diese dann nicht schon selber Familie haben… aber ja, man nannte es schlicht Grossfamilie, wo nicht nur Mami und Papi auf den Nachwuchs schauten, sondern auch ältere Geschwister, Grosseltern, Tanten etc.

  • Martin sagt:

    mit dem Alter kommt auch die Gicht und mehr Krankheiten. Wenn man mit Knapp 60 nochmal Vater/Mutter wird, kann es schwierig werden mit dem Kind in der Pubertaet eine Runde Fussball zu spielen, da man selber dann bereits >70 ist.

    • Susi sagt:

      Während 95% der „jungen“ Eltern, die in der Pubertät ihrer Kinder Mitte 40 sind, natürlich voll locker mit dem sportlichen Niveau ihrer Teenies mithalten können…
      😀

    • tststs sagt:

      Mal ganz abgesehen davon, dass es für Kinder und Jugendliche nichts, aber auch gar nichts Lässigeres gibt, als mit den Eltern Fussball zu spielen… 😉

      • Martin sagt:

        ok, lass uns wandern gehen.

      • Susi sagt:

        Es ist einfach eine Minderheit der Bevölkerung, die sich in diesem Alter überhaupt noch sportlich betätigt. Wenn ich in meinem Umfeld rumschaue, haben die wenigsten ein Fitnessabo oder treiben anderweitig regelmässig Sport, das hängt nicht in erster Linie vom Alter ab. Meine Schwiegereltern machen jedes Jahr zwei Wochen Fahrradferien, wo sie täglich 4-6 Stunden radeln. Beide sind bald 80.

        Das mit dem (nicht) Fussbalspielenkönnen ist ein echt lahmes Argument.

      • Sportpapi sagt:

        Natürlich ist es für ganz viele Kinder toll, wenn sie mit den Eltern Fussballspielen können. Und natürlich gibt es ganz viele Väter (und Mütter), die das auch tun. Und noch viel Anderes, Sportliches. Dass man das schliesslich auch dem Bewegungsverhalten der Kinder anmerkt, kommt noch dazu.

      • Susi sagt:

        @SP: Ich sehe eigentlich nie irgendwo irgendwelche Eltern intensiv Fussball spielen mit ihren Kids. Klar tust du das wahrscheinlich, aber du bist auch nicht die Regel, die Mehrheit der Eltern haben nämlich nicht Sport studiert. Als Sportlehrer hast du zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit ein entsprechendes Umfeld mit ebenfalls sportlichen Eltern. Aber das entspricht nicht der Norm. Wie oft sieht man in einer Freizeitanlage Eltern, die sich wirklich körperlich mit ihren Kindern betätigen anstatt beim Latte zu sitzen?

      • Sportpapi sagt:

        Susi, ich wohne neben dem Schulhausplatz. Während ich beim Latte sitze (wäh!), kann ich andere Eltern beim Sport treiben beobachten. Aber ja, natürlich habe ich ein sportliches Umfeld. Genauso wie du vermutlich ein anderes hast. Ich war ja beispielweise auch Skifahren mit meinen Kindern, und habe dort ganz viele andere Eltern getroffen, die ebenfalls auf der Piste waren. Verzerrte Wahrnehmungen gibt es hier wohl auf beide Seiten.
        Mir ging es aber darum, dass Kinder sich freuen würden, meistens. Und dass das elterliche Vorbild einen enormen Einfluss auf die Kinder hat (sagte ich schon, dass mein Vater lange noch im gleichen Team mit mir gespiel hat?)

      • Susi sagt:

        @SP: Nein, ich habe kein unsportliches Umfeld, mein Mann spielt ja noch immer Interclub (genau, Senioren, aber das Niveau ist recht hoch auf Nati B) und wir sind mit den Familien aus dem Team befreundet, die meisten hatten ihre Kinder eher spät und treiben aber viel Sport mit der Familie. Aber ich sehe die Sportlichen nicht als Norm, sondern als Ausnahme. (Ich selbst bin ja auch nicht total unsportlich, mit zweimal Fitness und einmal Schwimmen mache ich wahrscheinlich mehr als der Durchschnitt. Spiele trotzdem nicht Fussball mit meiner Tochter.) Die Eltern, die ich erst über das Kind kennengelernt habe, entsprechen einfach nicht diesem Bild.

      • Susi sagt:

        Und klar, wenn Eltern Sport machen, dann gehen sie vielleicht auf den Sportplatz. Die 5% sind dann dort versammelt, wo du sie siehst.

      • Stevens sagt:

        @tststs:
        Ich bin jetzt etwas bös, aber vermutlich ist es nicht ganz falsch: Wer so eine Einstellung hat, unternimmt auch sonst nichts mit den Kindern.

        Und das ist, was ich bei ganz vielen Eltern beobachte. Sind die Kinder klein, spielt man mit ihnen. Aber sobald sie etwas grösser sind, unternehmen viele nichts mehr mit ihnen, lassen sie einfach allein machen.
        Aber Kinder verbringen gerne Zeit mit ihren Eltern. Egal, ob es jetzt Fussball spielen, basteln, backen, Hütte bauen, Velofahren oder was auch immer ist.

        Auch noch mit 12, 14 oder 16 Jahren.

      • Susi sagt:

        @Stevens: Ja, aber die Frage ist ja, ob das vom Alter der Eltern abhängt oder nicht.
        Ich käme auf jeden Fall nicht auf die Idee, zu behaupten, dass ältere Eltern sportlicher sind, weil mein Mann und seine Freunde Ende 40 noch regelmässig trainieren. (Obwohl, wenn man es überlegt: Wer sich mit 40 noch fit genug fühlt, sich fortzupflanzen, wird wahrscheinlich tatsächlich fitter sein als diejenigen, die sich nicht dazu in der Lage fühlen.)
        Aber meine Behauptung ist, dass die meisten Leute, nachdem sie Kinder bekommen haben, sowieso träger werden und sind nicht bei jeder Gelegenheit mit ihrem Nachwuchs am herumsporteln. (Solche Sportlichen kenne ich auch, aber eben, nicht ganz Junge…)

      • Sportpapi sagt:

        Susi, das ist jetzt nicht wirklich eine Gewinn bringende Diskussion. Offenbar haben wir gegensätzliche Wahrnehmungen. Und auf meine Kernaussagen von 8:48 gehst du nicht ein.
        Mir fällt aber auf, dass du heute etwas im Verteidigungsmodus bist. Warum?

      • Susi sagt:

        @SP: Deine Kernaussage um 8:48h liegt ja auf der Hand, es würde wohl niemand behaupten, dass es nicht gut ist für die Kinder, wenn die Eltern Sport mit ihnen betreiben und es wäre schön, wenn das auch so praktiziert würde. Die Zahlen der unsportlichen Kinder sprechen aber eine andere Sprache, und das weisst du besser als die meisten. Meine Kernaussage ist hingegen, dass das einfach nicht vom Alter abhängt. Wenn man schaut, wessen Kinder unsportlich sind, dann sind es eher die von bildungsfernen Familien, die keine Ahnung vom Einfluss von Sport und Ernährung auf die Gesundheit des Kindes haben, und nicht die von den älteren Eltern. Aber genau dies wird in diesem Thread suggeriert. Und da spreche ich dagegen.

      • Stevens sagt:

        @Susi: Natürlich hängt dies nicht vom Alter der Eltern ab.
        Sondern, ob man als Eltern bereit ist, eine gemeinsame Beschäftigung mit seinen Kindern zu suchen, oder nicht.

        Wenn man mit der Einstellung an die Sache geht, Kinder fänden es sowieso doof, mit den Eltern Fussball zu spielen, ja dann funktionierts auch nicht.

        Aber wenns die Knochen nicht mehr mitmachen: Man könnte auch Tennisbälle mit der Tennisball-Wurfmaschine abschiessen und das Kind bringt sie zurück. Wenns allen Spass macht. Wieso nicht? Geht auch im Rollstuhl.

      • Martin sagt:

        Man kann als aelterer Mensch weisere Gespraeche fuehren und vermutlich den Kids mehr Tipps mit auf den Weg geben. Wer aber immer noch im Saft steckt kann einfach mehr mitmachen. Ein Besuch im Museum ist interessant, aber eine Woche Skiferien, Robinson Weekend, Zelteln und eigenes Essen ausschlachten/fangen/herstellen, Inline Skates, Fahrradtouren, das wird mit dem Alter immer schwieriger.

        Du koenntest das Kind auch auf den Sozius deiner Harley oder ins Cabrio setzen und herumprotzen, aber darum geht es nicht.

        Fussball ist nur ein Start, kenne viele die das unglaublich gerne machen.

      • Susi sagt:

        Wenn man noch fit genug ist, ein Kind zu machen, wird man sicherlich auch noch 10 Jahre vital genug sein fürs Fahrrad und Zelten, wenn man denn überhaupt auf sowas Lust hat! Und falls man mit 30 viel auf Inlines gestanden hat, wird man das auch mit 45 noch können. (Ich gehöre nicht zu denen. Liegt nicht an meinem Alter, sondern an meinen Interessen.)
        Mein Punkt ist: Der Zeitrahmen, wo die Kinder Interesse an solchen Aktivitäten mit den Eltern haben, ist eher klein. Da ist man auch als „alte Mutter“ wie ich (5 Jahre über dem CH-Schnitt) noch genauso dabei, gesetzt der Fall, man war schon vorher einigermassen da.
        Vitalität kann sich auch in später Elternschaft zeigen.

      • Stevens sagt:

        @Susi: Zitat von dir: „Mein Punkt ist: Der Zeitrahmen, wo die Kinder Interesse an solchen Aktivitäten mit den Eltern haben, ist eher klein. “

        Das ist einfach nur Quatsch, quatsch, quatsch. Es ist eine Ausrede dafür, sich als Eltern nicht mit den Kindern beschäftigen zu müssen und sich in Ruhe seinen Interessen widmen zu können.
        Bis ins Teenie-Alter haben Kinder Interesse daran, mit den Eltern was zu unternehmen.

        Man ist kein schlechter Mensch, wenn man als Eltern keine solche Aktivitäten unternimmt. Die Kids beschäftigen sich gut auch alleine.
        Aber es ist nicht so, dass die Kinder kein Interesse daran haben, mit den Eltern etwas zu unternehmen. Es liegt daran, dass die Eltern das nicht wollen.

      • Susi sagt:

        @Stevens: Ich sprechen von den oben erwähnten Aktivitäten. Also, ich wäre als Teenie im Boden versunken, wenn ich mit meinen (jungen) Eltern hätte Skaten müssen… Kino mit Mami war aber auch dann noch okay.

        Anfang der 90er war ich AuPair. Ich war in körperlicher Topform, eine Stunde Training jeden Tag, inkl. WE. Aber die sportlichen Aktivitäten mit meiner Tochter heute sind genau die gleichen wie vor über 20 Jahren mit den AuPair-Kindern: Schwimmen und Fahrrad.

        Quatsch ist vor allem, dass das altersabhängig sei.

      • Stevens sagt:

        @Susi: Ich glaube, es ist nicht möglich, einen Katalog zu definieren, was geht und was nicht geht.
        Sie hätten sich geschämt, mit ihren Eltern zu skaten. Andere würden es gerne machen. Andere hätten sich geschämt, mit Mami ins Kino zu gehen.

        Das hängt doch einfach von Charakter, Interessen etc… der Kindern/Jugendlichen und ihrer Eltern ab.
        Hauptsache, man macht etwas zusammen. Hier hapert es oft.

      • tststs sagt:

        Sorry, ich muss mich da jetzt auch einmischen.
        „Bis ins Teenie-Alter haben Kinder Interesse daran, mit den Eltern was zu unternehmen.“ Ähm nur so zur Erinnerung, Teenie-Alter beginnt mit 10!
        Und ich glaube auch, Sie dürfen das nicht so generell als „Ausrede“ abtun; wenn die Kinder gemeinsame Beschäftigung wünschen und man will nicht, dann, ja dann kann es eine Ausrede sein.
        „Sie hätten sich geschämt, mit ihren Eltern zu skaten. … Andere hätten sich geschämt, mit Mami ins Kino zu gehen.“ Es liegt also schon im Bereich des Möglichen, dass Kinder – aus welchen Gründen auch immer – gewisse Dinge mit ihren Eltern nicht machen wollen; selbst wenn die Eltern wollen… oder?

      • Stevens sagt:

        @tststs

        „Bis ins Teenie-Alter haben Kinder Interesse daran, mit den Eltern was zu unternehmen.“

        Ist unglücklich geschrieben. Gemeint ist:

        Auch Teenies haben Interesse, mit den Eltern etwas zu unternehmen.

      • Susi sagt:

        @Stevens: Ja, aber eben, Teenies muss man beispielsweise auch nicht mehr rumtragen. Und mit der körperlichen Fitness eines Teenies können die meisten Eltern sowieso nicht mithalten.
        Aber NATÜRLICH haben Teenies in der Regel noch Interesse, mit den Eltern etwas zu unternehmen. Die Aktivitäten ändern sich meiner Meinung nach einfach sehr stark.

        Ich finde im Übrigen ältere Kinder sowieso viel interessanter, genau aus diesem Grund, weil mich die Kinderaktivitäten nie gross interessierten, auch wenn die kleineren Kinder herziger sind.

      • Carolina sagt:

        Susi/Martin/Ts: 🙂

        Stevens, auch wenn Sie immer mehr relativieren: die völlig natürlich Entwicklung eines Kindes ist die, dass es sich zunehmend von den Eltern abnabeln will – das heisst ja überhaupt nicht, dass es nicht gewisse Dinge auch mit ihnen machen will. Aber ein Teenie wird in der Regel mehr und mehr allein oder mit seinen Kollegen machen wollen; die Kinder, die sich an ihren Eltern nerven, die der Meinung sind, sie müssten sie ständig beschäftigen bzw ständig bei allem dabei sein, sind wohl Legende.
        Und dann noch dieser impliziter Vorwurf, den Sie immer wieder bringen, dass die meisten Eltern kein Interesse mehr für ihre Kinder haben – ist vielleicht Ihr privates Problem, aber für problematischer halte ich es, ständig an seinen heranwachsenden Kindern zu kleben.

      • Sportpapi sagt:

        Natürlich ist es altersabhängig, ob, welchen und in welchem Umfang Eltern Sport treiben. Ich glaube auch, ob und in welchem Umfang sie diesen mit ihren Kindern treiben. Aber natürlich gibt es auch andere, vermutlich wichtigere Faktoren.
        Ob es dann Fussballspielen mit Jugendlichen sein muss, weiss ich nicht. Aber ich hoffe schon, dass meine Jungs in zehn Jahren auf ausgedehnten Wanderungen nicht allzulange auf mich warten müssen. Und in den letzten Jahren war nur einiges möglich, weil ich den Jüngsten auch mal bei Bedarf ein rechtes Stück tragen konnte. Das ist zwar nicht wahnsinnig wichtig, es waren aber doch ein paar schöne Erlebnisse dabei, die auch meine Söhne nicht missen wollten.

      • Sportpapi sagt:

        Ich verstehe gerade auch nicht, weshalb man sich schämt, wenn man mit den Eltern skatet. Weshalb sollte man?

      • Stevens sagt:

        @Carolina: Ist immer erstaunlich, was einem alles vorgeworfen wird. Da lohnt es sich wirklich nicht, darauf einzugehen, tut mir leid.
        Hab ich dich da ganz bös getroffen, oder woher kommt die Giftigkeit?

      • marsel sagt:

        Die meisten Kinder so ab 10 spielen lieber mit anderen Kindern als mit den Eltern. Auch Fussball. Und die viele Kinder über 10, die lieber mit den Eltern spielen, haben mehr oder weniger ausgeprägte soziale Probleme.
        (Nein, das ist nicht wissenschaftlich erwiesen, nur eine Beobachtung im erweiterten Bekanntenkreis)

      • Carolina sagt:

        Stevens, ich bezog mich auf diesen Satz von Ihnen:
        ‚….Das ist einfach nur Quatsch, quatsch, quatsch. Es ist eine Ausrede dafür, sich als Eltern nicht mit den Kindern beschäftigen zu müssen und sich in Ruhe seinen Interessen widmen zu können.‘
        (Das ‚Quatsch, quatsch, quatsch‘ bezog sich auf Susis Vorschlag, dass der Zeitrahmen für gemeinsame Kinder-/Elternunternehmungen eher klein ist).
        Was genau habe ich daran jetzt falsch verstanden oder unterstelle ich Ihnen?

      • Carolina sagt:

        Marsel: vielleicht würde ich nicht ganz soweit gehen, aber ich finde, es ist schon eine Kunst (und eine Erfahrungssache – kann man ja mal bei sich selber anfangen: meine Geschwister und ich und später dann unsere Kinder hätten wahrscheinlich alles unternommen, um nicht mit 10 plus noch mit den Eltern wandern gehen zu müssen. Das musste uns und unseren Kindern schmackhaft gemacht werden, z.B. in dem man Freunde mitnahm, am Ende ein Fondue stand etc. ), als Eltern die Erwartungshaltungen an die Kinder nicht allzuweit auszuformulieren – am Ende steht unter Umständen Enttäuschung. Auf keinen Fall gibt es hier, wie meistens, ein immer, auf jeden Fall, Eltern sind blöd, weil…….

      • Sportpapi sagt:

        „Die meisten Kinder so ab 10 spielen lieber mit anderen Kindern als mit den Eltern. Auch Fussball. Und die viele Kinder über 10, die lieber mit den Eltern spielen, haben mehr oder weniger ausgeprägte soziale Probleme.“
        Um das lieber geht es aber nicht. Ich habe/hätte mich gefreut, wenn der Vater mal mitgespielt hat. Und ich war stolz, wenn er dafür fit genug war. Und auch wenn z.B. das gemeinsame Wandern nicht immer gleich beliebt war, so erinnere ich mich heute doch noch gerne an Säntis-Besteigungen etc. als Jugendliche. Das hat geprägt und war ein Erlebnis. Der Sonntagsspaziergang eher weniger…

      • Stevens sagt:

        @Carolina:
        Es gab die Aussage, der Zeitrahmen wo die Kinder Interesse an solchen Aktivitäten (gemeinsame Eltern-/Kindaktivitäten) hätten, sei klein.
        Und das ist Quatsch. Auch mit 12, 14, 16 besteht von den Kindern/Jugendlichen immer noch der Wunsch, gemeinsam mit den Eltern was zu machen.

        Und darauf haben sie gemeinsame Aktivitäten mit „an den Kindern kleben“ gleichgesetzt.

        Das haben sie mir unterstellt.

  • Julien Sorel sagt:

    Lasst doch die Jungen einmal ihre Jugend geniessen und ihre Ziele meistern! Der Kinderwunsch kommt in der Regel zum richtigen Zeitpunkt. Die Frauen zu frühen Geburten zu verpflichten, hiesse, ihnen die Chance auf einen spannenden Beruf zu rauben und die Freiheit, ausgelassen ihre Zeit in den Zwanzigern und Dreissigern zu geniessen.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Meine Mutter hatte mit 18 Kinder. Karriere hat sie später gemacht. Scheint mir zumindest auch ein guter Weg, wenn nicht sogar der Erfolg versprechendere.
      Verpflichtet werden kann aber sowieso niemand. Hingegen kann man feststellen, dass sich vielfach die unbeschwerte Kindheit/Jugend immer weiter ins Erwachsenenalter verlängert.

    • Caroline sagt:

      So einfach ist das nicht. Der Kinderwunsch – und da spreche ich jetzt aus meiner Erfahrung- kann durchaus früh, nämlich in einem biologisch sinnvollen Alter kommen. Man drückt ihn dann halt weg, weil er während der Ausbildung und in der frühen Berufsphase unpassend kommt. Studium und Kind, Praktikum und Kind, Stellensuche und Kind, Teilzeitarbeit, externe Kinderbetreuung,… all das ist nach wie vor so schwierig, dass man den Kinderwunsch aus reiner Vernunft verschiebt und dann irgendwann mit 34 den „richtigen“ Zeitpunkt findet. Sicher gibt es die andere Variante auch, aber diese begegnet mir in meinem Umfeld doch am häufigsten.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Julien Sorel

      Elternschaft um 40 zählt ja auch nicht zu besonders spät, aber ab 50 und weit nach oben verweigert man dann eigentlich ja den eigenen Kindern diese Unbeschwertheit, da sie sich schon ziemlich früh mit „alterstechnischen“ Problemstellungen beschäftigen werden müssen…

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Das erschwert laut Breitinger besonders in der Pubertät die Kommunikation. Schwierig seien dabei insbesondere die verschiedenen Wertvorstellungen von Kindern und deren Eltern.“

    Das empfinde ich nun eher als seltsames Argument, könnten diese (im Gegensatz zu vergleichsweise jüngeren Eltern) höheren „Wertunterschiedlichkeiten“ etwas mit der sozialen Schicht der Untersuchten zu tun haben? Oder ist (sehr) späte Elternschaft diesbezüglich gleich verteilt?

    Entscheidender, und für mich deshalb auch dagegen-sprechend sind vorallem die gesundheitlichen Aspekte und das Auseinanderdriften innerhalb von Generationen.

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