Wenn das Kind «nur» Durchschnitt ist

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Kein Bock auf Schule? Da werden die Eltern aber keine Freude haben. Foto: Pink Sherbet Photography, Flickr.com

Überengagiert, ehrgeizig und mit einer immens hohen Erwartungshaltung gegenüber den eigenen Kindern. Ist von heutigen Eltern die Rede, beschreiben Lehrer und Psychologen Mütter und Väter oft als extrem fordernd; Eltern als forsche Optimierer. Von Druck wird gesprochen, von fixen Vorstellungen, was aus dem Zweitklässler mal werden soll, und von Förderstunden ohne Ende. «Das Problem sind die Eltern» titelte in diesem Zusammenhang die «SonntagsZeitung» vergangenes Jahr. Und im «Spiegel» konnte man im Report «Du bist Mozart!» lesen: «Ein penetranter Typus Eltern breitet sich aus. Mütter und Väter, die ihre Kinder für kleine Genies halten und deren Schwächen mithilfe von Anwälten, Ärzten und Psychologen bekämpfen.»

Es finden sich darin weitere schauderhafte Sätze wie «Wenn Kindheit zur Krankheit wird» oder: «Es gibt Eltern, die Ärzte drängen, ihren Kindern Therapien zu verordnen, um sie von schlechten Schulnoten zu heilen.» Sätze wie diese bleiben haften. Was ist davon zu halten? Stimmt es, was Lehrer und Psychologen erzählen? Falls ja, welche Folgen haben die übermotivierten Eltern für die Kinder?

Der Zürcher Psychologe Roland Käser arbeitet seit Jahrzehnten im schulpsychologischen Dienst. Er bestätigt die oben beschriebene Tendenz. Der erfahrene Psychologe klärt Schulkinder ab und berät Familien. Er muss «den Eltern oft die Realität aufzeigen und ihnen Mut machen, das Unabdingbare zu akzeptieren.» Sprich: Roland Käser macht den Eltern häufig klar, dass ihr Sohn, ihre Tochter, kognitiv gar nicht in der Lage ist, die von ihnen erwarteten Ziele zu erreichen, wie etwa einen Übertritt ins Gymnasium. Viele Mütter und Väter könnten das kaum akzeptieren, sagt Käser, «denn sie gehen davon aus, dass alles irgendwie optimierbar ist. Sie glauben, sie brauchen für das Kind nur den richtigen Kurs zu buchen und fähige Experten beizuziehen. Doch Fakt ist: Die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Kinder ist oft begrenzt.»

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Roland Käser. Foto: PD

Um die kognitiven Grenzen eines Kindes zu erkennen, macht Roland Käser in der schulpsychologischen Praxis häufig Intelligenztests mit ihnen. Das habe sich bewährt, er arbeite gerne mit dieser Methode – auch wenn gewisse Kollegen sie kritisieren würden. Die Resultate eines IQ-Tests zeigten das kognitive Potenzial auf und die Familie könne sich damit auseinandersetzen. Es erlaube den Eltern, ihr Kind besser wahrzunehmen und realistischer einzuschätzen. Sehe man beispielsweise, dass ein Schüler oder eine Schülerin einen Intelligenzquotienten von nur 70 habe, sei die Ausgangslage klar. Die Eltern müssten sich in einem solchen Fall von ihren hochgesteckten Zielen verabschieden und sich realistische Ziele setzen. «Das kann wehtun», sagt Käser. «Für viele Eltern ist dies verständlicherweise eine sehr belastende Diagnose.»

Der Schulpsychologe sagt, er habe Verständnis, wenn Eltern wollten, dass es ihrem Kind «gut» gehe. Doch was heisst das? Wohlstand, eine Karriere, Prestige, Zufriedenheit? Roland Käser wünscht, dass Eltern entspannt genug sind, gegenüber dem Kind offen zu bleiben, «damit es seinen Möglichkeiten entsprechend das Bestmögliche erreicht.» Er verweist auf die vielfältigen Bildungswege und deren zahlreiche Möglichkeiten; auch dies ein wichtiger Punkt in Elterngesprächen.

Neu ist das Phänomen des Optimierungswahns bei Kindern nicht: Roland Käser schrieb schon vor dreissig Jahren in Artikeln darüber, dass «durch die Machbarkeitseuphorie der Glaube an die unbegrenzten Möglichkeiten bei Eltern auf ein unrealistisches Mass heranwachsen» könne. Kinder sollen etwas Besonderes sein oder werden, aber auf keinen Fall «nur» Durchschnitt.

Auf die Frage, was Eltern tun können, um ihre Kinder zu unterstützen, sagt der Psychologe: Strukturen und Vorgaben im Alltag schaffenund diese auch einhalten. «Das ist sehr wichtig.» Das betreffe zum Beispiel den Umgang mit Hausaufgaben, Bildschirmzeiten, Abwechslung von Zeiten der Ruhe und Aktivität, Sozialkontakte in Jugendgruppen und Sportvereinen. «Denn die Hirnentwicklung der Kinder wird stark durch die Umwelt mit geprägt.»

163 Kommentare zu «Wenn das Kind «nur» Durchschnitt ist»

  • andreas sagt:

    Wenn diese Kommentare lese, werde ich erst recht aufpassen, dass ich mich mit Problemen dieser Art bestimmt nie herumschlagen muss.

  • Mina Peter sagt:

    Hauptsache gesund und zufrieden! Geht mal in ein Kinderspital und besucht die schweren Fälle.

  • Lisa Keller sagt:

    Gerne würde ich mein Sek.A- Klasse manchmal mit allen Aufgaben & Verantwortungen für ein paar Wochen solchen Eltern übergeben, die immerzu glauben, besser zu wissen, wie zu beurteilen ist, wie Aufgaben gestellt sein müssen und welche Kompetenzen ihre Kinder erlernen müssen & welche überflüssig sind – ich wäre gespannt, wie das zu- und hergehen würde.
    Meine Klasse liegt mir sehr am Herzen & ich bin überzeugt, die Fähigkeiten & Möglichkeiten dieser Kinder zum aktuellen Zeitpunkt realistisch einschätzen zu können. Das dies später im Leben komplett anders aussehen kann, ist nur menschlich.
    Anmassend finde ich aber die Erwartungshaltungen an Lehrpersonen, welche über das „menschlich sein“ oft weit hinaus gehen.

  • Erich Kellerhals sagt:

    Kann es nicht sein, dass Durchschnitt kombiniert mit Fleiss allemal für die meisten Studien ausreichen, wenn wir mal von Studien wie Physik, Mathematik etc. absehen? Wieder andere sagen: Psychologen machen ihre Probleme zum Beruf, und erzielen damit Erwerbseinkommen. Immerhin eine gute Marketing-Strategie die eigenen „Fähigkeiten“ in Geld umzusetzen. Auch eine Leistung. Vor allem: dafür braucht es Abnehmer. Der Tagesanzeiger gewährt offenbar solchen Psychologen gerne Foren, um ihr Business als ratio scripta zu verkaufen. Mit Gratis-Werbung im Text-Teil des Tagesanzeigers.

    • Walter Kühn sagt:

      Na ja. Dann möchte ich doch mal sehen, wie Sie Herr Kellerhals reagieren würden, wenn Ihre Herzoperation von einem zwar fleissigen, aber dämlichen Chirurgen gemacht werden sollte. Und auch der Kardiotechniker, der ihre Herz-Lungen-Maschine in dieser Zeit bedient und überwacht, nur Mittelmass wäre.
      Und wie ist das mit dem Lehrer Ihres Kindes`? Darf der fleissig aber dämlich sein? Im Moment würden Sie ihn ja wahrscheinlich eher umgekehrt beschreiben – was genaus falsch ist.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Dann also lieber kluge, dafür faule Leute? hochintelligente Chirurgen, die halt nicht so flinke Finger haben, weil sie nicht so gerne geübt haben?

    • Muttis Liebling sagt:

      Unter allen Kombinationen von Fleiss und Lernfähigkeit ist die von ‚Dumm‘ und ‚Fleissig‘ die schlimmste. Generell sollte man sich besser vor fleissigen Menschen hüten. Die schaden fast immer.

    • Meier Hansueli sagt:

      Wie sagte einst mein Mathematikprof nach dem ersten Semester: „Stellen sie sich vor ihr Kind ist sehr krank, würden sie es zu einem Arzt bringen der mit ähnlich wenig Leistung sein Studium überstanden hat wie sie das hier vorhaben? Das ist der Grund warum wir hier die Spreu vom Weizen trennen und uns in den kommenden Monaten von der Hälfte der hier anwesenden Studenten trennen müssen.“

  • fritz lingenhag sagt:

    lieber hermann meier

    was sie da sagen entspricht keinerlei wahrheit. haben sie einmal das maturitätszeugnis von albert einstein gesehen? da würde ihnen wahrscheinlich ein dementi ihrer aussage bestens anstehen……

  • Hermann Meier sagt:

    IQ Tests sind Schwachsinn. Mein Kind machte je nach testender Person, überdurschschnittliche, dann unterdurchschnittliche und dann wieder überdurchschnittliche Resultate. Mir tun die Eltern leid, die diesen Mist ebenfalls durchmachen. Eigentlich ist es eine dumme Anmassung von einem fragwürdigen Berufsstand, welcher sich zutraut, Kinder anhand von ein paar erlernten Parametern schubladisieren zu können. Ps. Edison und Einstein waren zur Schulzeiten ziemlich miese Schüler. Es würde mich nicht überraschen wenn die Beiden beim IQ Test schlecht abgeschnitten hätten. Einfach weil da keine Lust da war, getestet zu werden.

    • Paul Korelis sagt:

      Nö Herr Meier. IQ Tests sind mit Abstand das am plausbilesten und effizientesten arbeitende Werkzeug. Da gibt es sehr viel Literatur dazu. Klar, wenn am Tag an dem der IQ gemacht wird das Kind blockiert ist, eingeschüchtert, abgelenkt, krank, was auch immer, kann es falsch sein. Aber einen guten IQ Test unter guter Betreuung toppt nichts. Wenn Sie dazu etwas gutes Lesen wollen, Lesetipp: Dieter E. Zimmer – Ist Intelligenz erblich. Super Buch.

      PS: Habe selbst zwei Kinder. Falls die unterdurchschnittlich Intelligent sein sollten, naja. Hauptsache gesund, und machen was im Leben was ihnen Spass macht und etwas bringt.

      PPS: Das mit dem in der Schule schlechten Einstein ist eine urban legend.

      • Hermann Meier sagt:

        Mit Einstein mag ich mich getäuscht haben.. Edison wurde jedenfalls zu Schulzeiten als „Hohlkopf“ bezeichnet, bevor er aus der Schule flog. Jedenfalls hat bereits der Erfinder vom IQ Test erklärt, dass Intelligenz nicht wirklich messbar ist. Des weiteren sind die Tests tranierbar und führen so zu besseren Resultaten. Es bleibt für mich darum fragwürdig, Eltern miese IQ Test-Resultate unter die Nase zu halten und damit die schulische Zukunft ihrer Sprösslinge negativ zu beeinflussen.

    • Dario Aliotta sagt:

      Maturitätszeugnis von Einstein, Aargau Kantonsschule. Albert Einstein Aarau, den 5. Sept. 1896
      Deutsch 5, Französisch 3, Englisch -, Italienisch 5
      Geschichte 6, Geographie 4,Algebra 6
      Geometrie 6, Darstellende Geometrie 6
      Physik 6, Chemie 5,Naturgeschichte 5
      Kunstzeichnen 4Technisches Zeichnen 4
      Noten: 6 = sehr gut, 5 = gut, 4 = genügend, 3 = schwach, 2 = sehr schwach, 1 = unbrauchbar

  • Hannes Müller sagt:

    IQ 70 ist allerdings=debil

  • Widerspenstige sagt:

    Da kommt ja dann die Abstimmung dieses Jahr über das gesicherte Grundeinkommen (BGE) wie gerufen. Sollen die Wirtschaftsverbände doch Roboter in ihre Hallen stellen und das am WEF in Davos auch noch hochjubeln. Dann dürfte das mit der Finanzierung u.a. von AHV-Renten geklärt sein und auch gestresste Familien könnten etwas aufatmen. Genau hinsehen bei dieser Initiative und sich nicht mehr länger Gängeln lassen durch fragwürdige Systeme. Versagensängste müssen ernst genommen werden und das BGE ist ein Lichtblick im Systemtunnel. Nur Mut zu diesem Systemwechsel – es lohnt sich für alle.

  • Susanne Reich sagt:

    Kein Wunder! Schliesslich sind Kinder quasi „Produkte“ ihrer Eltern und widerspiegeln deren Eigenschaften. Man sonnt sich – jedenfalls manche Eltern – doch darin, welch tollen Sohn / welch tolle Tochter man doch auf die Welt stellen konnte. Schade, wenn ein Kind nicht mehr sich selbst sein darf und seine Persönlichkeit entwickeln, denn nur so wird es glücklich und gesund selbstbewusst.

  • Gabi Bossert sagt:

    Angst setzt Druck frei. Unsere Gesellschaft ist eine geprägte Leistungsgesellschaftliche geworden. Eltern kapitulieren vor dem rasanten Fortschritt, sie selbst erlebten eben noch die leisere Gangart. Enorm hoher Druck an Anforderung überfordert junge Menschen, weil sie sich nicht mehr verstanden und begleitet fühlen. Die Versagensangst wächst, die Angst vor deren Konsequenzen hockt in den Eltern fest, sie überträgt sich täglich auf die Heranwachsenden. Und nun kommt unsere Wirtschaft und warnt vor einer fast überflüssigen Arbeiterwelt, die durchaus ersetzbar ist durch Technik, womit nur noch die Spezialisierung, der höchst Qualifizierteste eine Chance offen hat, wobei ja Bildung inzwischen kaum noch bezahlbar werden wird, weil sie für den Durchschnitt die gekürzte Ausgabe sein wird.

    • Suzanne sagt:

      @G. Bossert, ich frage mich bloss, wie das dann mit der AHV laufen soll. Wollen die dann eine Technik hinkriegen, die AHV Beiträge einbezahlt?

  • Huber sagt:

    Siehe TA-Artikel: „Warum kein Kind ‚besonders‘ sein sollte“ (9.3.2015) und „Vergötterte Kinder schaden der Gesellschaft“ (10.3.2015).
    Eddie Brummelman von der Universität Amsterdam hat hervorragende Arbeiten verfasst. Lesen empfehlenswert.
    Zusammenfassung: Dieses Phänomen westlicher Länder hat einen Namen : narzisstische Persönlichkeitsstörung, darunter leiden eine erschreckend hohe Zahl Menschen.

  • Hansli sagt:

    Die Voraussetzung für den Erfolg ist für mich eine Kombination aus Fleiss, Intelligenz, Frustrationstoleranz und die Akzeptanz von Kritik. Wer nie lernt hart zu arbeiten, der wird trotz Intelligenz keinen Erfolg haben, wer nicht mit Frust umgehen kann genauso wenig und wer sich bei berechtigter Kritik nicht verbessert, wird ebenfalls scheitern. Ich hab viele Genies scheitern sehen, weil sie bis Ende Studium nie wirklich arbeiten mussten. Im Job waren Sie nachher unbrauchbar. Genauso unbrauchbar sind Leute die meinen immer alles besser zu Wissen. Denn irgendwann macht jeder einen Fehler.
    Als durchschnittlich Begabter kann man viel erreichen, wenn auch nicht die Topkariere. Denn ein fleissiges Genie kann man dann trotzdem nicht überholen.

  • Patrick sagt:

    Viele Leute haben die Vorstellung, dass PsychologInnen und PsychiaterInnen unfehlbar sind, dabei gilt das Gleiche wie bei ChirurgInnen, LehrerInnen, HandwerkerInnen, TramfahrerInnen usw.: Es kommt darauf an, WARUM sie ihren Job machen. Manche sind fähig, Andere eben nicht. Manche machen ihren Job nur wegen des Geldes und sind unmotiviert, Andere nicht.
    Leider sind heutige Eltern oft eine Gruppe von ungeduldigen NarzisstInnen, weil ihre Generation weitgehend ohne grössere Schwierigkeiten aufgewachsen ist (bin 1976er) und sie es sich nicht gewohnt sind Geduld haben zu müssen. NarzisstInnen, weil sie sich auch in den eigenen Kindern verwirklichen wollen und vieles in diese hineinprojizieren, weil sie nicht wissen, wer sie selbst sind, oder aus Frustration (siehe Al Bundy).

  • Carola sagt:

    Mein voriger Text war zu lang,hier noch das Ende:
    Wer erwartet dann zu viel von den Kindern? Die Eltern oder die Lehrkraft? Wo bleibt der gesunde Menschenverstand. Wie weit wollen wir noch gehen? Bis das letzte Kind ein Burnout in der Elementarstufe hat?
    Und von solchen Beispielen, habe ich viel zu viele,… und meine Kinder sind erst in der 4. und 5. Klasse!

    • KA sagt:

      also wenn die Note unter 4.0 ist geht man reklamieren, wenn darüber, dann lässt man es sein, Aufwand lohnt sich nicht für solche Bagatellen. Ein wichtiger Teil der Schulkarriere besteht darin, zu lernen dass die Benotung nicht so wichtig ist. Selber mit dem geleisteten zufrieden sein, zu wissen was man gelernt hat, aus dem grossen Angebot herausfinden, was einem selber wichtig ist, das sind die Lernziele der Schulzeit.

      • Sportpapi sagt:

        Nein, bei offensichtlichen Fehleinschätzungen reklamiert man, unabhängig von der Note.

      • KA sagt:

        OK, bei ganz klaren Fehleinschätzungen schon! Trotzdem bewahrt man sich einer gewissen Unabhängigkeit, wenn man die Noten nicht zu ernst nimmt. (gerade im Turnunterricht ist die Benotung doch sehr durch Sympathien geprägt)

      • Sportpapi sagt:

        @Ka: Deshalb setze ich mich ein, dass der Sport Promotionsfach wird (oder bleibt). Und dass die Lehrer auch in diesem Fach eine korrekte Note setzen, mit transparenten Kriterien und Tests.
        Wir haben gerade über unsere Erwartungen zum ersten Zeugnis unseres Ältesten gesprochen. Und da würden wir sicher nachfragen, wenn die Noten nicht den vielen von uns unterschriebenen Leistungskontrollen entsprechen würde – unabhängig vom Niveau.

    • Suzanne sagt:

      Ich hatte vor zig Jahren auch so einen Lehrer. Der sagte zu Beginn einer schriftlichen Arbeit: Macht einen Rand. Die Schüler, die einen Rand gelassen hatten, bekamen einen Abzug bei der Note. Begründung: Ich habe nicht gesagt: Lasst einen Rand, ich habe gesagt macht einen Rand. Der Depp wollte eine links auf dem Blatt eine senkrechte Linie sehen. Als ich der Sekretärin (Handelsschule) einmal sagte, unsere Klasse hätte Mühe mit diesem Lehrer, antwortete sie mir: Ihre Klasse ist zu intelligent für diesen Lehrer.

  • Carola sagt:

    Eltern erwarten viel von ihren Kindern,…
    aber, wenn die Mathe Lehrerin bei der Prüfung ½ Punkt abzieht, weil die Kinder den Punkt am Ende einer Antwort vergessen (Textrechnen. 2 Mal den Punkt vergessen = minus 1 Punkt in der Benotung);
    …. wenn die Lehrerin in einer deutschen Prüfung fragt „Was brachten die 3. Heilige Könige?“ und die Antwort „Gold, Myrrhe und Weihrauch“ für den vollen Punktzahl nicht reichte (sie erwartete, dass die Kinder noch die Namen der 3. Heilige Könige schrieben – aber in der Frage stand es nicht!),…
    Also, wenn das nicht „schikanieren“ heisst und für die Kinder demotivierend und frustrierend ist, was dann?
    Wer erwartet dann zu viel von den Kindern? Die Eltern oder die Lehrkraft? Wo bleibt der gesunde Mensch?!!

  • Jürg. sagt:

    Was sollen Eltern tun, wenn feststellen dass die Lernziele für die nächste Prüfung noch nicht sitzen?
    Gute Noten sind auch Motivation.

    • Alpöhi sagt:

      Im Grundsatz würde ich nur eingreifen, wenn das Kind von sich aus will, dass der Stoff sitzt. Dann will das Kind Hilfe und dann wird es auch funktionieren.

      In den anderen Fällen (Kind war faul oder Lehrperson hat zu hohe Ansprüche) halte ich die Hilfe der Eltern für kontraproduktiv: Ein paar schlechte Noten in der Schule verasuen nicht den Lebenslauf, ist also aufs Ganze gesehen nicht so tragisch.

      Merke: Wenn ein Kind „ungenügend“ ist, hat das Kind das Lernziel nicht erreicht. Ist die ganze Klaee ungenügend, hat die Lehrperson das Ziel nicht erreicht. Punkt. Es ist nicht Sache der Eltern, das auszubügeln.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Alpöhi
        … da wäre ich vorsichtiger, kommt sehr auf die Stufe an!

        @Jürg.

        Spätestens in der Oberstufe sollten alle Kinder wissen dass neben den Noten auch die Kreuzleinseite im Zeugnis enorm wichtig für die Lehrstellensuche sein wird, und man sich mit entsprechender Vorsorge den Stress ein bisschen leichter machen kann, oder zumindest erschwerende Faktoren mindern.

        Da dies nicht alle Kinder von sich aus erkennen ist die Hilfe/Unterstützung der Eltern von hoher Wichtigkeit und nicht zu unterschätzen!

  • E. Thiersen sagt:

    Man hört es nicht gerne. Aber die meisten, die allermeisten von uns sind nicht mehr oder weniger Durchschnitt!

    • Brunhild Steiner sagt:

      … und deswegen nicht weniger wertvoll oder einzigartig, was doch einer der springenden Punkte bei dem ganzen „nicht-Durchschnitt-sein-wollen“ ist…

      • KA sagt:

        ist nicht die Definition von Durchschnitt, dass was die meisten sind??? Gibt doch so ne Gaussche Verteilkurve?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @KA

        richtig, bloss werten einige den richtungsangebenden Durchschnitt als fast schon minderwertig, und dem sollte man wohl unter allen Umständen entkommen…

      • KA sagt:

        richtig, bloss bleibt die Mehrzahl per definitem immer der Durchschnitt, egal ob sich die ganze Kurve nach oben oder unten verschiebt. Und sind wir doch ehrlich, die meisten Kinder wollen so sein wie alle anderen, dazu geben sie sich alle Mühe 🙂

  • Erich Kellerhals sagt:

    tja, auch wieder ein Experte, der zu verstehen gibt, dass er unfehlbar ist. Man kann sich diese sparen. Dem Kind aufzeigen, was es für Lösungen gibt, allenfalls auch Weg über die Berufsmatura. Viel hängt von den Fähigkeiten der Lehrerin (Lehrer gibt es ja kaum in der Primarschule) ab. Lücken lassen sich durchaus mit Nachhilfe lösen, weniger gut mit Psychologen: alle wollen halt verdienen. Die Frage bleibt, wieso soll ein Psychologe wissen können, was die Anforderungen sind, um z.B. das Gymi zu bestehen? Kann man das tatsächlich mit einem der vielen Tests ermitteln? Warum ist dann die Gymiprüfung nicht einfach ein solcher Test, wenn der so unfehlbar sein soll? Aber eben: Auch Experten wollen im Grunde genommen das Gleiche wie die kritisierten Eltern: Geld verdienen.

  • Dersim Barge sagt:

    Unser Kind ist im Kindergarten 1. Jahr von den Lehrpersonen als unfähig in allen 3 Bereichen (Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Sachkompetenz) eingestuft, was natürlich nicht stimmte! Kurz darauf haben wir unser Kind bei einer neuropsychologischen Fachperson einer Schulreifetestung (30 verschidene Tests in allen Entwicklungsbereichen) unterzogen. Resultat: In keinem dieser 30 Tests was es unter dem Durchschnitt und sogar in vielen dieser Tests ober- und überdurchschnittlichen Bereich abgeschnitten. Das pure Gegenteil von dem, was die LPs uns vorgegaukelt haben. Da gab es einen riesen Streit etc. Jetzt ist unser Kind in der Primarschule und alles läuft bestens.

    • KA sagt:

      Die Test sind auch nicht über alle Zweifel erhaben. Unsere Tochter hat im Kindergarten an einem freiwilligen Test mitgemacht, war eine Studie für die Uni Basel. Dabei kam heraus, dass ihre Sozialkompetenz miserabel sei. Kindergärtnerin und wir Eltern, alle die sie kennen, mussten nur lachen. Genau das ist ihre Stärke, hat sich nun in all den Jahren über alle Lehrer immer wieder bestätigt. Fazit, Tests und auch Einschätzungen von Lehrern immer hinterfragen. Die Eltern kennen das Kind am Besten!!

  • Annette Anonymous sagt:

    Darf ich mal eine Frage stellen? Mich würde interessieren was man tun soll, wenn das Kind weit, weit über dem Durchschnitt ist, jedoch keinen akademischen Werdegang anvisieren will? Die Leererschaft (mit Absicht so geschrieben) nötigt Kind und Familie mit Gymnasiumsgeschichten, etc. Und Kind will partout nicht. Schlimmer noch: Hat in der Schule längst abgehängt, verweigert jegliches Lernen und ist trotzdem immer noch mit Abstand Klassenprimus. Was tun???

    • Alpöhi sagt:

      Vor allem eines: Aufpassen, dass das Kind den Anschluss nicht verliert, wenn der Wissensvorsprung aufgebraucht ist.

      Und sonst? Dem Kind bewusst genügend Freiräume einbauen, in denen es sich austoben kann. Dazu gehört eine angemessene Menge Freizeit, die nicht durch Hausaufgaben verplant ist.

    • Papperlapapi sagt:

      Wenn Kind partout nicht will: nicht zwingen. Soll es eine Lehre machen zum Landwirt, Automechaniker, Elektriker, KV, Maurer, Schreiner…… Seine Intelligenz wird ihm überall nützen und es wird seinen Weg machen. Vielleicht als Aussteiger auf einer Alp, vielleicht als Geschäftsführer eines grossen Unternehmens. Und wenn es später will, kann es noch immer Akademiker werden. Muss ja aber auch nicht sein.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Anette Anonymous

      halb so wild, niemand mit Matura ist verpflichtet den akademischen Werdegang einzuschlagen, da würd ich mir kein schlechtes Gewissen machen wenn schon vornherein klar scheint, dass nach Matura eher Lehre oder Fachhochschule gewählt wird- was sich ja auch noch ändern könnte.

      Falls noch nicht zu spät, herausfinden was sonst noch für Vorstellungen bezüglich Gymi da sind, vielleicht würde es dem Kind rein vom Schulbetrieb her gefallen? Ansonsten die Bedürfnisse und entsprechenden Futterquellen (Bibliotheken etc) im Auge behalten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        allerdings würde ich das „abgehängt-haben“ sehr ernstnehmen, denn das „aus dem Nichts lernen, resp ohne lernen immer noch Überdurchschnitt bringen“ kann sich ganz schnell ändern, und wenn man da mal abstürzt geht der Fall meistens ein paar Stufen. Vielleicht sind Missverständnisse entstanden, Vorbehalte die geklärt werden müssten damit die Freude an der Schule, oder am Wissen/Fähigkeiten erwerben nicht abstirbt, resp zurückkommt.

  • Vivianne Gerber sagt:

    80% des Schulstoffs sind 1 Jahr nach Abschluss erwiesenermassen vergessen. Gute Noten und Abschlüsse sagen gar nichts über ein Kind aus und sind keine Erfolgsgarantie. Es gibt keine durchschnittlichen Kinder, wir machen sie durch ein stumpfsinniges Schul- und Lernsystem dazu. Hirnforscher Prof. G. Hürth geht aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse andere (Lern-) Wege. Mit Erfolg: Mittlerweile studieren die ersten jungen Menschen mit Trisomie 21 erfolgreich an der Uni, während wir hier weiterhin gesunde Kinder zu Problemfällen und Störfaktoren degradieren und durch ein schulisches und therapeutisches Horrorszenario jagen. Eine Schande.

    • Sportpapi sagt:

      Erwiesenermassen? Und wirklich, Noten und Abschlüsse einer anspruchsvollen Schule sagen nicht, gar nichts über die Schüler aus?

      • Suzanne sagt:

        @Sportpapi
        Es gibt Schüler, die im Gymnasium den Stoff einfach nur auswendig lernen. Deren gute Noten sagen daher wirklich gar nichts über sie aus. Wenn diese Schüler einen Aufsatz schreiben sollen, sieht es dann schon etwas anders aus, denn da bringt das auswendig Lernen nichts mehr.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Selbst beim Aufsatz hatten wir noch Leute in der Klasse, die brav gelernt hatten zuvor. Weil immer ein Thema sich um das aktuell behandelte Buch drehte.
        Aber ja, beim Aufsatz haben Sie recht (wobei man auch da mit Fleiss einiges tun kann – korrekte Grammatik, viel verarbeitet Literatur, …). Aber sonst? Im Wesentlichen ist es irrelevant, ob man ein Thema sofort oder erst nach fleissigem Nacharbeiten verstanden hat.

  • Dani sagt:

    Es ist halt nun einmal eine Tatsache, dass man sich bewusst werden muss, dass die Intelligenz nicht gleich verteilt wurde, und auch Interesse, Bereitschaft und Aufnahmefähigkeit unterschiedlich sind. Solange alle Eltern das gefühl haben, dass sie das schönste und intelligenteste Kind der Welt haben, dann ist es wünschenswert, aber leider oftmals falsch, und setzt die Kinder einem Zwang aus, der schlicht unfair ist. Ein Kind kann im Leben auch erfolgreich sein, wenn es nicht Anwalt oder Arzt ist, sondern auch als Schreiner, Elektriker oder mit anderen Berufen kann man erfolgreich sein. Viele Kinder sind Spätzünder, dafür werden wir ja auch 80 und nicht nur 20.

  • Christoph Bögli sagt:

    Was man nicht vergessen sollte: Eltern bzw. Erwachsene im Allgemeinen können bereits bei sich selbst oft nicht akzeptieren, dass man wohl oder übel in den meisten Bereichen bestenfalls Durchschnitt ist. Vielmehr glaubt man gerne an das Mantra, dass man etwas ganz „Spezielles“ sei und dass es (natürlich) nicht für den Top-Job, Ruhm und Reichtum gereicht hat ist primär Pech und dem Umfeld geschuldet. Und wer meint, man sei selbst der/die Tollste, der erwartet das Gleiche erst recht von den eigenen Kindern, bloss dass diese es dann auch noch in die Tat umsetzen wollen.

    Fehlende Selbsterkenntnis wird da also schlicht durch die Generationen weitergereicht. Dabei hätte es durchaus etwas befreiendes, einfach mal anzuerkennen, dass man in vielen Bereichen „nur“ Durchschnitt ist..

  • beat lauper sagt:

    Der Schaden, der bis heute an Generationen von Kindern durch falsche pädagogische und leistungsmässige Einstufung erreicht wurde überwiegt bei weitem den, der durch ambitionierte Eltern verursacht wurde. Natürlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft. Insbesondere in einem Land ohne natürliche Ressourcen und in einem Land wo unqualifizierte Beschäftigung wegrationalisiert worden ist bleibt Bildung die einzige Möglichkeit wirtschaftlich zu überleben.

    • Marie sagt:

      Genau, diese Einschätzung teile ich. Die falsche pädagogische und leistungsmässige Einstufung erfolgt weitgehend durch die Lehrpersonen. Ist deren Einstufung mal erfolgt, ist das Kind leider bei den meisten Lehrpersonen ein für allemal positiv oder negativ qualifiziert. Die heutige Tendenz, immer und überall die ambitionierten Eltern zu sehen ist äusserst fragwürdig; vielmehr ist die Macht der Lehrpersonen (welche einfach auch nur Menschen sind) durch deren nicht immer zutreffenden Einschätzung der Schüler einem Kind Selbstvertrauen zu geben oder leider auch in manchen Fällen in ungerechtfertigter Weise zu nehmen und es damit für sein Leben zu zeichnen, nicht zu unterschätzen.

    • Suzanne sagt:

      Wenn man es durch blosses Strebertum an die Uni schafft, so nenne ich das nicht „Bildung“.

  • Franziska sagt:

    Trennen wir uns doch vom Wahn der „Spitzenleistungen“ und „Eliten“ – vor allem in Bezug auf unsere Kinder. Die „the winner takes ist all – Mentalität“ tut Ihnen noch weniger gut als uns selber. Seien wir ehrlich, auch diejenigen unter uns, die das Gymnasium und die Uni mit besten Noten durchflogen haben, sind nicht alle an der Weltspitze, sondern bestenfalls in interessanten Jobs im (oberen?) Mittelstand gelandet. Der Mittelstand insgesamt trägt eine Gesellschaft. Vermitteln wir das glaubhaft auch den Kindern. Etwa dann, wenn der Handwerker im Haus die Dinge zum Laufen bringt, die Verkäuferin im Laden gut berät. Achten wir selber die Arbeit aller, welche sie gut tun! Das gibt den Kindern die rechte Einstellung auf ihren Lebensweg mit, welchen immer sie einschlagen werden.

    • Anni Mathys sagt:

      Franziska, Ihren Beitrag kann ich nur unterschreiben. Genau diese Einstellung habe ich unseren Kindern vermittelt. Mir ist sehr wichtig, dass wir alle unsere Mitmenschen respektieren. Immerhin funktioniert unser tägliches Leben nur, wenn alle „Rädli“ nahtlos ineinander greifen.

  • Philipp Weiss sagt:

    Ich war beim Schulpsychologen, der meinem Vater eröffnete, dass ich bestenfalls eine Anlehre meistern könne. Heute bin ich Kardiologe… Allen meinen drei Kindern wurde vom Übertritt ins Gymnasium abgeraten, haben aber Matura…

    • thomas mann sagt:

      Lieber Herr Weiss, mir gings genauso. Ich wurde durch die Schulpsychologin in die Sonderschule verbannt. Sie können sich vorstellen was für einen Werdegang ich durchmacht habe. Und vor allem was meine Eltern durchgemacht haben. Heute arbeite ich an der ETH und bin promovierter Wissenschafter.

    • marusca sagt:

      @PW: Ging mir fasst gleich wie inen: Früer konte ich das wort Inschinööhr nich Ein mal schreiben. Eute bin ich selbst einen…

    • Sportpapi sagt:

      Interessant: Da ich keine solche Fälle kenne, bzw. nur solche, die plötzlich doch noch den Knopf aufgemacht haben, würde mich dazu schon interessieren, was zur falschen Einschätzung geführt hat.

      • Amman Esther sagt:

        Kann ich bestätigen. Meinen Bruder wollten Sie als nicht schulbar deklarieren. Beim IQ-Test, der eigentlich diese „Diagnose“ bestätigen sollte, kam heraus da es unter einem IQ von 148 „leidet“. Ups! Dumm gelaufen! Vielleicht sollten sich die ach-so-fähigen Experten mal hinterfragen!

      • Sportpapi sagt:

        @Esther Ammann: Weshalb hat denn Ihr Bruder sich offenbar als nicht schulbar gezeigt? Diese schwerwiegende Abqualifizierung ist ja kaum aus der Luft gegriffen. Und was war die Rolle der Eltern dabei?

    • 13 sagt:

      Ich reihe mich ein. Mein Klassenlehrer hat meinen Vater am Elterngespräch direkt gefragt, was ich denn als Frau und Ausländerin mit einem durchschnittlichen Notenschnitt in einem Gymnasium will. Heute bin ich Anwältin.

      @ SP
      Bei mir persönlich war es neben der fragwürdigen Einstellung meines Klassenlehrers, dass der „Knopf“ erst an der Uni aufging, nämlich dann, als ich mich endlich auf meine Stärken konzentrieren und diejenigen für mich persönlich völlig unerheblichen Fächer nicht mehr besuchen musste. Ich bin auch heute nicht davon überzeugt, dass alle Schüler alle Fächer bis zur 9. Klasse brauchen, im Gymnasium sowieso nicht. Denn die lateinischen Namen irgendwelcher Wolken oder Steine brauchte ich seither nie wieder, damals führten diese aber so zu einigen schlaflosen Nächten.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Bei diesem Elterngespräch wäre ich gerne dabei gewesen. Ich werde wohl glauben müssen, dass es vor 15 Jahren wirklich noch Lehrer mit einer solchen EInstellung gegeben hat. Andererseits hat er ja recht: mit durchschnittlichen Noten in Primarschule oder Sek haben Sie an einem Gymnasium nichts verloren.
        Das andere nennt sich Bildung und ist der Grundsatz der gymnasialen Ausbildung. Über Lehre, Fachhochschule etc. wäre ein anderer Weg möglich. Aber ich finde die Erwartung auch angemessen, dass man sich auch in weniger geliebten Fächern durchbeissen kann.
        Über die Lateinkenntnisse freue ich mich für meinen Teil heute noch. Aber ich mochte das Fach ja damals schon gern.

      • KA sagt:

        ich habe auch so eine Erfahrung: der Lehrer sagte zu meinem Vater „Arbeiterkinder haben am Gymnasium nichts verloren“ OK ist nun schon 35 Jahre her und ich hab dann über die Fachhochschule doch noch meinen Weg gemacht.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        20 Jahre trifft es schon eher, aber es ist wahr. Fachhochschulen für Juristen gibt es nicht und überhaupt, warum den Umweg wählen, wenn man von vornerein weiss, dass man studieren will? Dann wählt man doch den direkten Weg, was ja auch gut geklappt hat.
        Ich persönlich finde die Erwartungen an Kinder, dass alle das gleiche lernen sollen, ziemlich anmassend. Ich als Erwachsene würde ja auch keinen Job wählen, der mir weder liegt, noch mich interessiert und ich wäre darum auch nie Geologin geworden. Ich denke eher an ein Punktesystem, dem Bologna ähnlich, wo jeder eine Bildung erfährt, bestehend aus einigen Basis- und vielen Wahlfächern, wobei vielleicht aus jedem Bereich mind. ein Fach gewählt werden muss, beginnend ab der Oberstufe, lieber noch ab der 5. Klasse bis zur Matur.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich sehe ja die (Aus-) Bildung eher als Baum, mit einem starken Stamm und vielen Ästen. Eine gewisse Auswahl gibt es ja längst über die Maturatypen sowie die Schwerpunkt-/Ergänzungsfächer. Ich denke, bereits heute ist die Grenze erreicht, bei einer weiteren Spezialisierung ist der universielle Universitätszugang nicht mehr gewährleistet. Was auch bedeutet, dass sich bereits Jugendliche gewisse Studiengänge verbauen/den Zugang erschweren. Aber ich überlege gerade, was ich wohl gewählt hätte, und mit wie vielen Fächern ich dabei auf die Nase gefallen wäre…

      • Sepp Wanner sagt:

        Ich glaube das Problem derer die als nicht genug intelligent fürs Gymi eingestuft wurden und dann doch den Master oder die Doktorarbeit gemacht haben ist ein Anderes: Nämlich dass die Anforderungen an Studenten sehr niedrig (geworden) sind. Wenn man nämlich mal schaut wieviele dilettantische Ärzte, Psychologen Richter usw. es in der Schweiz hat (Ärztepfusch habe ich schon zweimal selbst erlebt und im Verwandtenkreis praktisch monatlich, Fehlurteile von Richter sieht man in der Presse jede Woche), man fragt sich wirklich wie die das mit ihrem offensichtlichen Fensterplatz im Studium geschafft haben.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Andererseits wären bereits heute einige Fakultäten froh, wären die Maturanden wenigstens etwas vorbereiteter auf den Lehrgang. Aber auch das wäre halt so, dass diejenigen, denen gewisse Fächer fehlen, am Anfang der Uni halt mehr zu kämpfen hätten. Wobei ich kaum denke, dass jemand, der 4 Jahre lang einen im naturwissenschaftlichen Bereich nur das Minimum gemacht hat, plötzlich ETH-Student wird. Man wählt ja die Fächer nach Interesse und Fähigkeiten.

      • Hannes Müller sagt:

        „Arbeiterkinder haben am Gymnasium nichts verloren“
        Der war ein patentiertes *pieps*

        Trifft sich aber mit dem, was mir italienische Einwandererkinder sagten. Die dann trotz der *pieps* ihren Weg gingen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das sehe ich nicht so. Ausserdem erinnere ich mich an meine Kollegen, die sich damals für „neusprachliche“ Ausrichtungen entschieden haben, nur um dann bei der Studienwahl zu merken, dass ihnen fürs Sprachstudium nun Latein fehlt. Ich glaube daran, dass eine breite Bildung sinnvoll ist, und der freie Zugang zu allen Studiengängen eine so grosse Bedeutung hat, dass man das auf keinen Fall aufs Spiel setzen sollte (nacharbeiten ist gut, ganze Fächer nachholen nicht!)

    • Rolf Hinterland sagt:

      Sehr hoffnungsvolle Kommentare Herr Weiss, Herr Mann und Co. Vielen Dank dafür!

      • Suzanne sagt:

        @ 13 „Man wählt ja die Fächer nach Interesse und Fähigkeiten“. Erzählen Sie das einmal den Vertretern der Indeustrie. Die sind ja wahrhaftig der Ansicht, es reiche, die naturwissenschaftlichen Fächer stärker zu fördern in der Schule, um dann mehr Absolventen in diesen Fächern zu erhalten. Wobei ich mich frage, ob die überhaupt wissen, was naturwissenschaftliche Fächer sind, da die Industrie ja immer jammert, es fehle an Ingenieuren.

  • Blanche Wu sagt:

    Die Optimierung kann auch ins Negative schlagen: Das Kind hat immer weniger Lust, wird dadurch immer schlechter.
    Nur weil das Kind einen Kurs besucht, ist es nicht besser. Das Kind muss ja auch lernen wollen und wenn es nicht will, dann will es nicht. Da kann die beste Nachhilfe nichts tun. Es gibt Kinder die haben einfach keine Lust oder wenn sie ins Teenie-Alter kommen, absolut andere Prioritäten was sich ebenfalls auf die Noten auswirken kann.
    Wenn Eltern dann Druck ausüben, kann es auch zu Denkblockaden kommen, auch wenn das Kind sich bemüht. Es geht einfach nichts mehr rein.
    Unterstützung ist sinnvoll, aber mit Liebe und Zeit. Kein Zwang, Druck und eine schwarze Zukunft malen.

  • Meike sagt:

    Einen schönen Beitrag zum Thema „Mama & Kind“ habe ich hier gefunden: lieblingichbloggejetzt.com/das-leben-mit-kindern-so-ist-es-wirklich/

  • rolff sagt:

    Nun, wir Eltern verinnerlichen auch nur das, was uns im Erwerbsleben ständig gepredigt wird: Du musst dich konstant verbessern, nie zufrieden sein, dich ständig weiterbilden, ein Leben lang immer besser werden, durchschnittliche Arbeitnehmer werden durch bessere, ehrgeizigere, jüngere, fittere ersetzt und landen auf der Fürsorge, bla bla bla…
    Und wir… geben das Erlernte brav weiter an die Kinder. Bis wir irgendwann selber kolabieren: Burnout nennt man das dann auf Führungsebene, Depression weiter unten. Für Durchschnitt ist bald kein Platz mehr in unserer Wohlstandgesellschaft, die unterdurchschnittlichen sind die meisten schon raus.

    • anna marusch sagt:

      Sie schreiben exakt das, was ich auch denke

    • Suzanne sagt:

      Ein Kind ist keine Zitrone, die man auspressen kann bis zum geht-nicht-mehr. Im übrigen haben die Eltern nicht von ihren Kindern zu verlangen, diese sollten das erreichen, was sie selbst nicht geschafft haben.

      • Paul Korelis sagt:

        Komisch, ich habe das von meinen Eltern nie erfahren. Leistungsdruck, auf konstruktive Art, ja. Aber Angst haben vor zu schlecht sein? So bin ich nicht erzogen worden. Und selbst wenn, dann wüsste ich ja wie ich es selbst bei meinen Kindern besser mache. Zum Beispiel durch Entkoppeln von Wertschätzung vom „Funktionieren“. Das ist ja das tolle an Kindern – und Eltern. Bedingungslose Zuneigung/Liebe.

  • markus kohler sagt:

    Rein arithmetisch sind die meisten Leute durchschnittlich gross, intelligent, erfolgreich und glücklich. Abweichungen vom Durchschnitt sind in den meisten Fällen nicht positiv. Überdurchschnittlich gross, schwer oder auf irgendeine Art empfindlich ist meistens kein wirklicher Selektionsvorteil und wenn alle ausgeprägt begabt sind, ist es letztlich keiner. Deswegen sollten die Herkunftsfamilien und die Schule die Kidz auf ihr Durchschnitt sein vorbereiten und nicht versuchen alle zu „Genies“ umzudefinieren.

    • Muttis Liebling sagt:

      Rein arithmetisch sind inzwischen 60% der Bevölkerung übergewichtig. Das weist eher darauf hin, dass die Norm künstlich in Bereiche verschoben wird, welche nur für Minderheiten möglich sind.

      Wenn das keiner bremst, wird man mit Hilfe der ganzen Fitness- Checker bald ein Krankenkassensystem entwickeln, welches nur eine extreme Minderheit 5-10% für gesund lebend erklärt und mit niedriger Prämie belohnt. Egal wo die Grenzen ist. Wenn mehr dazu stossen, werden die Grenzen wieder verschoben, bis es wieder nur 5-10% sind.

      Woran man erkennt, dass die statistisch festgelegte Norm nie die wirkliche Norm sein kann, falls es die überhaupt gibt.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Eine statistisch festgelegte Norm kann sehr wohl ganz brauchbar sein. Zumindest wenn dazu auch relevante Risikofaktoren benannt werden können. Dass pro Schulklasse 2-3 Kinder übergewichtig sind, hätten wir wohl auch ohne Normen früher schon erkannt.
        Relevant ist es aber doch, wenn dann immer mehr Leute übergewichtig werden, also das Gewicht rein objektiv über die Jahrzehnte stark ansteigt. Soll man da laufend die Normen anpassen, nur um ja keine Aussage zu machen?

  • Beatrice sagt:

    zum glück: meine 2 kids (13 & 15) sind sowas von durchschnittlich! aber für mich sind sie was besonderes, ich finde sie die schönsten teenager der welt, für die ich durchs feuer ginge um sie tags darauf wieder auf den mond zu schiessen. ich liebe sie so wie sie sind, mit all ihren schwächen und krämpfen. pickelige, launische, zuweilen rotzfrech aber immer liebenswürdig und liebensWERT! sie können vieles aber sind nirgends genies. in der schule sosolala, je nach fach mal besser und mal schlechter. aber sie sind ehrlich und engagiert, sagen was sie denken, sind loyal und hilfsbereit und haben das herz am rechten fleck und tragen es zuweilen auch auf der zunge. das gute daran: auch ich als mutter habe nicht den anspruch an mich perfekt zu sein oder ein genie. irgendwie entspannend, nicht?

    • Anton Keller sagt:

      So durchschnittlich sind diese Kids auch wieder nicht. Sie haben die beste Voraussetzungen von Ihnen erhalten resilient durchs Leben zu gehen. Diese Chance haben nicht viele, auch intelligente nicht.

  • Jana sagt:

    Die armen Kinder.
    – Es gibt keinen Nachweis dafür, dass Universitäts- und Fachhochschulabsolventen später mal zufriedener und glücklicher mit ihrem Leben sind als andere.
    – Wer ins Gymnasium übertritt wird mittels Quote festgelegt. Wer sein durchschnittliches Kind pusht und in Vorbereitungskurse steckt, endet vielleicht damit, einem überdurchschnittlich begabten Kind den „Platz wegzunehmen“, weil dessen Familie kein Geld für diese Kurse hatte.
    – Indem an den Gymnasien immer mehr unterdurchschnittliche Kids auftauchen, sinkt die Qualität der dort angebotenen Ausbildung und der Abschlüsse. Dann dürfen sich alle wieder auf Numerus Clausus an der Uni freuen (oder die Quotierung wird abgeschafft, dann haben wir wie in D 50% Gymnasiasten)

    • Jana sagt:

      ganz abgesehen davon, dass gerade diese gepushten Kinder in der Schule nur noch die Panik haben. Schlechte Noten sind ein Drama. Die Schulzeit kann für Kinder eine sehr schöne und wertvolle Erfahrung sein – oder aber es ist schlicht und ergreifend die Hölle. Die Kindheit geht viel zu schnell vorbei, und dann wünscht man sich diese Zeit zurück. Wenn wir an unsere eigene Kindheit denken, glaube ich nicht, dass wir sagen würden: „Oh ja, ich muss unbedingt nochmal 8 Jahre alt sein, damit ich diesen Förderkurs noch machen kann. Dann wäre ich heute vielleicht CO und nicht Vize-CO“.

    • Anton Keller sagt:

      „Mithilfe seines Marshmallow-Tests zeigte Walter Mischel die Wichtigkeit des Belohnungsaufschubs für den akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg einer Person.“ Quelle: Wikipedia

      PS: Schlechtreden von Nichterreichtem ist ein starker Selbstschutz.

    • Sportpapi sagt:

      @Jana: Wo gibt es eine solche Quote?
      Kürzlich hat mal jemand geschrieben, unter den Gymnasiasten gäbe es einige, die gar nicht wirklich intelligent seien, und die deshalb am falschen Ort wären. Als ob ihr Fleiss gar nicht relevant wäre.

  • alam sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass weder Frau Braun noch auch nur einer der Kommentierenden Kinder im Primarschulalter hat. Hier wird durchgehend völlig an der Realität vorbeigeschrieben. Die Sparmassnahmen der letzten Jahre haben unser Volksschulwesen auf den Stand vor meiner eigenen Kindheit zurückgeworfen. Eine SHP-Lehrperson ist mit 10-15 Lektionen für alle besonderen Bedürfnisse (inkl. Hochbegabung, Diskalkulie, Legasthenie, etc. Einzelförderung zeitlich nicht möglich) von rund 100 Kindern zuständig. Man nennt das „integrierte Schulform“. Sie ist in jeder Klasse mindestens 1 Lektion beobachtend mit dabei. Egal wie gut sie arbeitet, sie kann unmöglich allen Kindern auch nur annähernd gerecht werden. Sie hat nicht mal die Zeit, geeignetes Übungsmaterial für zu Hause herauszusuchen.

    • Mehliger sagt:

      Die Schule wird von der Wirtschaft stark geprägt. Alle müssen funktionieren, Ziele erreichen, alles andere ist störend. An den Berufsschulen werden allgemeinbildende Fächer gekürzt und Fächer wie Buchhaltung – solche die der Wirtschaft näher sind – aufgewertet.

    • Blog-Redaktion sagt:

      @alam: Mein Kind besuchte die vergangenen sechs Jahre die Primarschule. Die integrierte Schulform ist mir selbstverständlich bekannt, wie auch vielen anderen hier. Ich habe im Posting den hohen Erwartungsdruck von Eltern thematisiert, was durchaus eine Realität ist. / gb

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Ich erinnere mich nicht, dass es zu meiner Zeit an der Primarschule überhaupt SHP-Lehrpersonen gab. Heute hat es bei uns einige, dazu Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, diverse Therapeuten, usw.

      • alam sagt:

        Früher gab es die externe Legasthenietherapie, und zwar bereits vor 40 Jahren, mit Einzelstunden. Heute gibt es Legasthenie-„Gruppen“, oft bei SHP-Lehrpersonen, die das Legastheniemodul gar nicht absolviert haben. Für die Kindergärtler gibt es noch die Logopädin. Andere Therapien gibt es nicht.

  • clara müller sagt:

    Ich habe zwei Kinder, die „durchschnittlich“ sind und eines, das in einigen Aspekten sehr „undurchschnittlich“ ist. Meine persönliche Erfahrung: Das Leben im guten durchschnittlichen Bereich ist bedeutend einfacher und normaler als im undruchschnittlichen, für das Kind und für die Eltern …

  • Mehliger sagt:

    Da uns täglich das naturwissenschaftliche als eine höhere Begabung zelebriert wird, identifizieren sich viele bewusst oder unbewusst damit. Dabei gibt es noch viele andere Begabungen, die sich aber in der Gesellschaft nicht gleich gut auszahlen. Das zeigt doch wie stark wir manipuliert sind.

  • KA sagt:

    Das Problem ist doch, dass in unserer Gesellschaft der glückliche HSG Absolvent mehr Anerkennung erhält, als der glückliche Strassenarbeiter. wenn wir diese Werte überdenken, und allen Arbeiten gleiche Wertschätzung entgegenbringen würden, hätten wir und unsere Kinder viel mehr Freiheiten.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich denke eher, dass es ein gravierendes Problem darstellt, überhaupt die Kategorie ‚Glücklich sein‘ einzuführen. Ich halte das nicht nur für nicht notwendig, sondern auch schädlich.

      Wenn ich eine Aufgabe annehme, dann immer im Spannungsfeld zwischen zwei Polen. In der Gesellschaft existieren nur die Kategorie ‚Notwendig‘ und ‚Hinreichend‘, Glück gibt es nicht. Wenn es gesellschaftlich zwingend notwendig ist, dann ziehe ich auch in den Krieg und tue Dinge, die niemanden glücklich machen. Gibt es dazu konkurrierende private Werte, der andere Pol, haben die zurück zu treten.

      Privates ist immer Nebensache und stellt in der Wertehierarchie gleich dem Individuum die niedrigste Stufe dar.

      • KA sagt:

        das Wort „glücklich“ habe ich eingefügt, weil wir Eltern unsere Kinder ja gerne Glücklich hätten. Dabei vergessen wir, dass sie für ihres Glück selber zuständig sind. Ich stimme die zu, dass diese Messlatte schädlich ist, insbesondere da bei uns Glück in Geld gemessen wird. Das ist genau das Problem, ein Job der mehr Geld einbringt ist mehr wert, als ein schlechter bezahlter Job. Diese Wertigkeit prangere ich an. Notwendig sind beide, der Strassenarbeiter und der Arzt!

      • Muttis Liebling sagt:

        Man kann Sozialsysteme immer nur als Ganzes betrachten. Es nutzt nichts, wenn alle Menschen geniale Erfinder werden, es aber keinen Konsumenten gibt, welcher die Erfindungen kaufen oder benutzen will.

        Ohne das Heer von Sozialhilfeempfänger hätte Aldi nie eine Chance gehabt, die No. 1 in Europas Detailhandel zu werden. Ich dachte immer, die schweizerischen Politiker wären nie so dumm, Renten oder Sozialleistungen zu kürzen, weil das ja nur bedeutet, Denner & Co. indirekte Subventionen zu streichen. Aber …

        Man braucht auch den unteren Rand der Sozialgemeinschaft. Es scheint sogar ein Symmetriegesetz zu geben. Wenn man die Dummen ausrottet, sterben auch die Klugen aus. In der DDR jedenfalls war das so.

  • Vera Kindle sagt:

    Na ja, die Schule ist aber auch nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung: Ich erinnere mich, als uns im 1. Kindergarten eröffnet wurde, unser Sohn sei abgeklärt worden und benötige zusätzliche Unterstützung. Auf meine Frage, wieviele Kinder dene zusätzliche Unterstützung benötigen würden, hiess es, über die Hälfte der Kinder. Wie kann also eine „Norm“ richtig sein, wenn über die Hälfte der Kinder diese nicht einhält? Ganz abgesehen davon, dass man den Eltern das Gefühl gibt, ihr Kind entspreche nicht der „Norm“.

  • Franz Vontobel sagt:

    „Sehe man beispielsweise, dass ein Schüler oder eine Schülerin einen Intelligenzquotienten von nur 70 habe, sei die Ausgangslage klar.“

    Ziemlich klar… ist man mit einem IQ von 70 doch gerade an der Schwelle zur „leichten geistigen Behinderung“ (gemäss WHO).

    • Muttis Liebling sagt:

      Nur das dabei zwei Dinge unbeachtet bleiben:

      1) Sind in der Kindheit ermittelte Messwerte Biographie- stabil?
      2) Inwieweit repräsentieren Messwerte ganz bestimmter Tests tatsächlich die zu messende Grösse.

      Es gibt einen auf räumliche Vorstellung beruhenden Test, da schneide ich regelmässig mit 85 ab. Bei anderen mit 135.

      Die zentrale Frage für mich ist sowieso, ab welchem Alter man aus der kindlichen Entwicklung heraus das Erwachsensein extrapolieren kann. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man das schon vor der Pubertät kann. D.h. u.a., dass der Übergang in die Gymnasialstufe in fast allen Staaten viel zu früh stattfindet.

    • Blog-Redaktion sagt:

      @Franz Vontobel: Genau. Ziemlich klar, würde man meinen. Doch offenbar gibt es gemäss dem zitierten Schulpsychologen solche Fälle: Eltern, die verzweifelt sind, weil ihr Kind ungenügende Schulleistungen erbringt – sie aber wollen, dass ihr Kind ins selbe Gymnasium geht, wie seine älteren Geschwister. Ein IQ-Test kann in einem solchen Fall offenbar Klarheit bringen und zugleich entlasten. / gb

      • Franz Vontobel sagt:

        Frau B, mit IQ 70 müssten die Eltern des Kindes froh sein, wenn es nicht lernzielbefreit in einer Sek B Klasse herumdümpelt… mit IQ 70 ist z.B. flüssiges Lesen praktisch ausgeschlossen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Forrest Gump hat einen IQ von 75 – „my brain is like a box of chocolate…“

      • Alpöhi sagt:

        FV: Nein. „Life is like a box of chocolates.“

      • Franz Vontobel sagt:

        @Öhi: Ach tatsächlich..? Jetzt wo sie’s sagen, fällt’s mir auch auf… 😀

  • Stevens sagt:

    Mich stört, dass in diesem Bericht nur von einer „starken Zunahme“ solcher Eltern berichtet wird. Nicht aber, wieviele „Fälle“ so sind dh. wie gross der Anteil solcher Eltern ist. Von drei auf fünf Fälle bei dreihundert Kindern ist auch eine „starke Zunahme“. Aber da sind noch 295 normale Eltern…

    Ich behaupte nämlich, dass der Gross-Grossteil der Eltern, ganz „normal“ sind und ihr Kind richtig einschätzen können. Und auch nicht traurig sind, wenn es „nur“ eine Lehre macht.
    Und diese grosse, stumme Masse wird einfach mal wieder in den gleichen Topf geworfen.

    Man soll über solche Themen diskutieren. Man soll aber auch darlegen, worüber man diskutiert.
    Liefern sie uns doch bitte ein paar Zahlen dazu, Frau Braun

    • Muttis Liebling sagt:

      Man braucht weder Zahlen, noch Details, um objektive vorhandene und jedem sichtbare Probleme zu benennen. Im Gegenteil, ich mach bei vielen Schweizern, insbesondere Politikern und Medien ein Überbewertung von Details aus, welche so weit geht, das die wesentlichen Gesamtzusammenhänge verloren gehen.

      Wenn man vom Wald spricht, spielen Bäume keine Rolle und wenn man von (Bildungs-) Politik spricht, spielen Menschen keine Rolle.

    • Blog-Redaktion sagt:

      @Stevens. Stimmt. Werde die betr. Zahlen nachreichen. Entweder noch heute oder in einem weiterführenden Posting nächste Woche. Grüsse, gb.

  • alam sagt:

    Sorry, aber der grösste Druck kommt doch von der Schule! Kommt natürlich immer auf die Lehrperson an. Aber wenn ich sehe, welches Pensum mein 4.-Klässler bewältigen muss, immer mit der unterschwelligen Drohung einer Repetition, falls er nicht 1A spurt… dies nachdem fast die halbe Klasse bereits repetiert hat und er aus dem guten Mittelfeld inzwischen am untersten Ende des Klassenschnitts angelangt ist. Weil überall gespart werden muss, müssen die Kinder jahrelang auf die notwendige Legasthenietherapie warten und erhalten sie nur, wenn die Eltern sich vehement dafür einsetzen. DAS ist die heutige Realität. Eltern und Lehrpersonen sollten aufhören, einander den schwarzen Peter zuzuspielen, es sei denn sie wollen weiterhin munter helfen, die Bildung kaputt zu sparen.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Und oben hiess es noch, all diese unnötigen Therapien werden den Eltern aufgedrängt…

      • alam sagt:

        Weiss nicht wo und wann das war, aber wohl kaum im Jahr 2016 in meinem Wohnkanton.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ob die Therapien aufgedrängt oder von Eltern beantragt werden ist vielleicht nicht so entscheidend, Fakt ist, dass viele Kinder den Erwartungen der Schule nicht genügen. Auch hier wieder muss das nicht ein Fehler der Lehrer sein, sondern das Programm ist für die einen zu schwierig (und für die anderen überhaupt nicht). Wir haben zwei Kinder, das eine meistert das mit links, das andere müssen wir mit Engagement unterstützen.
        Anderen Eltern geht es genau so. Ich habe etwas Mühe mit pauschalen Schuldzuweisungen. Es ist einfach so, wie es ist. Finde es aber gut, wenn Kinder die Mühe haben Unterstützung bekommen.
        (PS SP – habe ihnen geantwortet im anderen Blog)

      • Alpöhi sagt:

        RoXY: Sehe ich auch so. Unser Jüngstes ist in der Mittelstufe und muss Zeugs lernen, das die Grösseren erst in der Oberstufe hatten.

        Wir denken uns, „was mich nicht umbringt, macht mich stärker“, und halten still, solange es unserem Kind gut geht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        unsere lernen in der Unterstufe Dinge – die wir nie hatten – ich finde das nicht per se schlecht. Im Gegenteil, ich finds toll. Aber nicht wenige sind damit überfordert. Erst recht wenn man bedenkt, dass die offizielle Haltung der Schule ist, dass man Kindern bei den Hausaufgaben nicht helfen sollte. Ich denke, da würde wohl knapp die Hälfte der Kinder ungenügende Tests schreiben.

      • Alpöhi sagt:

        RoXY: Bingo! Dass die Eltern die Hausaufgaben für die Kinder machen, ist ein Teil des Problems, weil es der Schule eine Leistungsfähigkeit der Kinder vorgaukelt, die gar nicht vorhanden ist.

        Ich sage meinen Kindern: „Die Lehrperson will nicht wissen, ob der Papi es kann.“ – Was nicht bedeutet, dass ich nichts erkläre, wenn sie eine Frage haben.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Also scheint es mir etwas töricht ständig den Mythos von einer Generation immer überambitionierterer Eltern in den Medien zu puschen, während die meisten von uns einfach versuchen den Anforderungen des Schulsystems von heute gerecht zu werden.

        Überambitionierte Eltern gab es schon immer. Die Kennedys zum Beispiel – eigentlich ein erfolgreiches Beispiel, wie es ML gefallen würde, wäre da nicht die eine Tochter, die nicht so „spurte“ wie die anderen, und bei der der Vater soweit ging, dass er eine Lobotomie anordnete. (Das Beispiel zeigt eben auch, dass eine Sache für 9 von 10 gut sein kann – für einen aber nicht.)

      • Sportpapi sagt:

        Alam: Lesen Sie oben
        Zum anderen: Ob die Anforderungen der Schule wirklich gestiegen sind, kann ich noch nicht sagen. Unser Ältester, nun in der zweiten Klasse, hat jedenfalls nur ein Problem, das ich damals schon hatte: Die Schönschrift. Wir kontrollieren seine Hausaufgaben, er macht sie aber vollständig allein. Aber natürlich werden wir ihn dereinst dabei unterstützen, wenn es nötig ist.

      • Sportpapi sagt:

        Ausserdem sind wir gespannt auf das erste Zeugnis, und natürlich ambitioniert. Insofern als wir schon erwarten, dass er seine Möglichkeiten ausnutzt. Das heisst, dass er bei Bedarf auch mal gleich viel investiert, wie es vielleicht schlechtere Schüler tun (müssen).

  • Franz Z. Margot sagt:

    Hauptsache, mein Kind ist und bleibt ein zufriedener Mensch und möglichst oft glücklich. Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob mein Kind studieren wird oder nicht. Ich habe an der Uni studiert, das hat jetzt nicht unbedingt zu meinem Glücklichsein beigetragen.

    • Beatrice sagt:

      tolle einstellung. meine meinung!

      die kindheit ist so kurz, ich sehe das bei meinen teenagern.

      lassen wir eltern doch wenigstens unsere kinder kinder sein. klar, den druck der schule leckt keine geiss weg aber wir koennen unsere kinder darin bestaerken und unterstuetzen dass es auch noch andere kompetenzen gibt, die fuers leben ebenso wichtig sind.

      meine kinder werden im ersten ausbildungsweg keinen uni abschluss machen. sie sind durchschnittliche sek-schueler. was sie nachher machen ist offen. tochter mal jetzt mal KV.

      ich selber war uebrigens eine grottenschlechte schuelerin, hab KV mit ach und krach geschafft. nachher ist der knopf dann doch noch auf und heute hab ich einen tollen, anspruchsvollen job. und das beste: ich bin gluecklich und zufrieden 🙂

  • Frau Moser sagt:

    Wir leben in einer Zeit mit sehr hohem Leistungsdruck. Immer ist von work-life-balance die Rede, doch davon ist schon in der Schule nichts zu merken. Die Kinder stehen unter einem grossen Druck und sind sie nicht genau so, wie es von der Gesellschaft erwartet wird, werden sie zum Psychologen geschickt. Ich war doch sehr verwundert, als ich merkte, dass bereits bei den 2. Klässlern schon fast die Hälfte der Klassenkameraden meines Kindes zur Abklärung geschickt wurde. Und zwar von der Schule aus!!!! Dies ist ein riesen Geschäft. Die meisten Eltern sind übrigens nicht gerade begeistert davon, dass ihr Kind zur Abklärung geschickt wird und könnten darauf verzichten. Vielleicht sollte man die Menschen einfach wieder mal ein wenig mehr so nehmen, wie sie sind – mit seinen Stärken und Schwächen!

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Dies ist ein riesen Geschäft!‘

      Das ist der wichtigste Satz. Alles, rein alles, was privatwirtschaftlich realisiert wird, auch die Behandlung in der Spital AG und der professionelle Nachhilfeunterricht, dient nicht dem Wohl der Menschen, sondern ausschliesslich dem Erzielen von Profit.

      Nur eine Entkommerzialisierung aller Lebensbereiche wäre die Voraussetzung, zu einer humanen Lebenswelt zurückzukehren. Davon sind wir aber so weit wie nie entfernt.

      • Alpöhi sagt:

        Bildungspolitik in drei Zeilen:
        Der Kommunismus hat’s nicht gebracht.
        Der Kapitalismus hat’s nicht gebracht.
        Eigenverantwortung à la SVP?

      • alam sagt:

        Was bitte ist der Unterschied zwischen 2 und 3?

      • Muttis Liebling sagt:

        Kommunismus hatten wir noch nicht, noch nicht mal Sozialismus. Im Kommunismus wird es keines der heute im Vordergrund stehenden Probleme mehr geben, weil es da definitionsgemäss weder Staaten, noch Geld und damit auch keinen Besitz gibt.

        Im Sozialismus gilt noch das Leistungsprinzip, im Kommunismus gilt ‚Jeder nach seinen Bedürfnissen‘.

        Mit einem Wort: Was dem Christen das Himmelreich, ist dem Sozialisten der Kommunismus. Der Ur- Kommunismus ist im übrigen auch aus der katholischen Soziallehre abgeleitet.

      • Alpöhi sagt:

        ML: In der Theorie einverstanden. Allein, in der Praxis funktioniert es nicht.

      • Alpöhi sagt:

        alam: Unterschied zwischen 2 und 3? – Beispiel:
        • Im Kapitalismus wollen dir die Zahnärzte einschwatzen, dass dein Kind eine Zahnspange für $$$$ benötigt, weil das Gebiss „nicht der Norm entspricht“. Das Stichwort „Riesengeschäft“ stimmt leider schon.
        • Eigenverantwortung ist, wenn man die Spange nicht kauft, weil der Spanbgen-Hype noch vor 25 Jahren schlicht nicht vorhanden war. Und man das Geld ganz einfach zum Leben benötigt.

    • Sportpapi sagt:

      Ah ja, ein riesiges Geschäft? Für wen denn? Übrigens finden sowohl Abklärungen, als vor allem auch Therapien nicht ohne Einwilligung der Eltern statt.
      Aber klar, ich wäre auch nicht begeistert, wenn mein Kind zur Abklärung geschickt würde…

      • Alpöhi sagt:

        Die Therapie-Industrie ist ein Riesengeschäft.
        Da war ein Artikel in der NZZ, da wurde von einem unkonventionellen Sparvorschlag für den Bildungsbereicht berichtet, der genau dies wollte: Therapieindustrie minimieren statt Lektionenzahl.

      • Sportpapi sagt:

        @Alpöhi: Es sind Stellen entstanden, es werden Löhne bezahlt, es gibt Kosten. Aber wer bitte macht damit ein „Riesengeschäft“?

    • Michael sagt:

      Alpöhi
      Also ihr vergleich von Kapitalismus und Eigenverantwortung hinkt ja wohl…fast schon so fest, dass er nen Rollstuhl braucht.

      Und….warum hats der Kapitalismus nicht gebraucht? Er funktioniert doch mehr oder weniger? Wenn wir Menschen uns eingestehen würden, dass wir halt nicht wirlkich nett und sozial sind sondern egoistisch, würde er noch viel besser klappen…aber wir würden uns dabei schlecht fühlen, darum belügen wir uns lieber.

      Eigenverantwortung à la SVP wäre dann Schule abschaffen und das ganze Geld an die Bauern zahlen?

  • Lila sagt:

    Wenn überdurchschnittliche Begeisterung (wofür auch immer) vorhanden ist, ist das viel wertvoller, macht sehr zufrieden und wiegt jede (unter)durchschnittliche Begabung auf.

    • Mehliger sagt:

      überdurchschnittliche Begeisterung auf was? Mein Sohn liebt Kriegsspiele und kann nicht aufhören zu naschen.

      • Geert sagt:

        Das ist doch ein eindeutiger Fall. Er wird später mal erfolgreicher Koch bei der Landesverteidigung werden. Ich würde mir da keine Sorgen machen 😉

  • tina sagt:

    jäncke, neurologe, definierte etwa so: talent macht sich bemerkbar bei der elite, an der spitze, bei den besten. wer von den 10 besten ist der allerbeste. bis dahin ist engagement entscheidend und mit genügend einsatz schafft jeder es bis zu spitze. fragt sich nur, ob man genügend engagement hinlegen kann und will. man müsste sich voll für das angestrebte einsetzen und das bedeutet, dass alles andere zu kurz käme. das ist ungesund weil einseitig

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tina

      für mich lautet die Frage eher: ist es denn von Vorteil wenn alle an der Spitze wären? Wenn niemand mehr engagiert im Sockel unterwegs ist weil den Sockelmenschen keine Wertschätzung entgegengebracht wird? Kann so die Gesellschaft funktionieren?

      Ich finde definitiv: sie kann nicht!
      Aber die Spitzenliebhaber werden das wohl nie kapieren.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Wertvollsein und Einzigartigkeit des Menschen hat nichts mit Durchschnitt bezüglich irgendwelcher Leistungserfassung auf egal welchem Gebiet zu tun!

    Und unsere Gesellschaft wäre schon bald mal in die Wand gefahren wenn, schätzungsweise von genau diesen Menschen als „nicht anzustrebender Durchschnitt“-Bezeichnete,

    nicht jeden Tag eine „durchschnittliche“ Arbeitsleistung auf einem durchschnittlichen Gebiet, aber mit Einsatz, Plichtbewusstsein und im Idealfall mit Freude verbunden, erbracht werden würde!!!

  • Heidi sagt:

    Lasst die Kinder in Ruhe! (Wolfgang Bergmann, Gegen den Förderwahn in der Erziehung)
    Gebt ihnen Zeit, freie Zeit um sich zu beschäftigen mit selbstgewählten Aktivitäten, lasst sie SPIELEN ! Frei spielen! Das Spiel ist für die Entwicklung einer der wichtigsten Faktoren.

    • alam sagt:

      Schön und gut, liegt aber leider nicht in der Entscheidung der Eltern. Schüler haben viel zu wenig Zeit dafür.

      • Jana sagt:

        Schüler haben formal zu wenig Zeit dafür. Das hatten wir damals schon. Das ist der Grund, um Hausaufgaben am Morgen im Bus abzuschreiben, die Flötenstunde zu schwänzen und wieder aus dem Fussballverein auszutreten.

      • Alpöhi sagt:

        Die Eltern können schon etwas tun. Fallbeispiel aus meinem Bekanntenkreis: Ein Sechstklässler bringt ordentliche Noten nach Hause. Die erfahrene Lehrperson meinte, er solle das Gymi versuchen. Da der Junge aber gerne draussen ist und auch sonst immer dauernd 1000 Hobby-Projekte am laufen hat, würde ihm die Zeit dafür fehlen, wenn er am Gymi wäre. In welche Richtung drängen äh unterstützen nun die Eltern?

      • Sportpapi sagt:

        @Alpöhi: Natürlich zum Gymnasium. Zu recht. Dort sollen die hin, die dafür nicht am Limit laufen.
        @alam: Das verstehe ich nun nicht. Soooo viele Schulstunden haben Schüler nun auch wieder nicht. Ausser natürlich, sie gehen in Tagesschulen etc…

  • Heidi Merz sagt:

    Ja, man soll dem Kind gegenüber offen sein, es darin bestärken, seinen eigenen Weg zu finden. Aber das gilt in beide Richtungen. Ich kenne genügend Menschen, denen aufgrund von Tests ein mässiger IQ bescheinigt wurde, die aber trotzdem erfolgreich studiert haben, weil sie selbst es unbedingt wollten.

  • Muttis Liebling sagt:

    Wenn der Selbstoptimierer auf die Helikoptermutter trifft … und das natürlich in einem Alter, in welchem man Orchideen züchten kann, aber keine Kinder mehr haben sollte.

    Obwohl ich die Gründe meine zu kennen, verblüfft mich doch immer wieder, dass in allen Wohlstandsgesellschaften die Mittelschicht mit völlig abwegigen Erwartungen an und überhaupt keinem Wissen zu Gesundheit, Psyche und Politik hantiert.

    Ganz einfache Grundsätze, dass Leistung immer nur aus dem Mittelwert kommen muss und man sich besondere Anstrengungen für die 2-3 besonderen Gelegenheiten im Leben vorbehält. Normalerweise strenge ich mich nie an, nur wenn es ums Eingemachte geht und der Sensenmann schon in Sicht ist. Aber doch nicht wegen Alltagsproblemen am Arbeitsplatz oder zu Hause.

    • Sportpapi sagt:

      Es ist ein Privileg, ohne Anstrengung bereits genügende oder gar gute Leistungen zu erbringen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das mag sein, aber ich denke, dass für den Aspekt der allgemeinen, noch nicht ausdifferenzierten mentalen Begabung die Erziehung eine Schlüsselrolle spielt.

        Ich halte viel von den Familiendynastien, wie in D die v. Weizsäckers oder v. Schirachs. Eine derartige Häufung von Begabung über Generationen kann man rein biologisch nicht erklären.

        Dazu ist es notwendig, dass die Kinder in einer häuslichen Umgebung hohen Niveaus aufwachsen, ohne Fernsehserien, Facebook und Vulgärpersonen. Mit Kunst und Wissenschaft sowohl im Alltag und im Freundeskreis der Eltern.

        So haben das meine Eltern gehalten, und so halten es jetzt meine Kinder mit den Enkeln und da muss sich niemand Sorgen um die mentale Leistungsfähigkeit machen. Ohne Hilfsmittel und -Strukturen.

      • Alpöhi sagt:

        Zustimm! – Nur: Solche Kinder landen dann garantiert beim schulpsychologischen Dienst, weil sie der Klasse meilenweit voraus sind. Alter und Entwicklung des Kindes passen nicht mehr zum „Durchschnitt“.

        „Glücklich aufwachsen“ heisst dann für solche Kinder: Eltern und Schule müssen miteinander ein Umfeld schaffen, das möglichst gut passt. Das kann heissen, eine Klasse zu überspringen. Alle sagen dann: „boah ey, super gescheit!“ Das grenzt gerade ebenso aus wie wenn das Kind eine Klasse repetieren musste.

      • Sportpapi sagt:

        @Alpöhi: Eher nicht. Solche Kindern haben Zeit für anderes, für Hobbies, für ihre Interessen.

      • alam sagt:

        Nein, Sportpapi. Auch diese Kinder müssen Ihre Zeit im Schulzimmer absitzen und Sachen repetieren, die sie längst können.

      • Mehliger sagt:

        Kenne Leute, die mit Wissenschaft und Kunst aufgewachsen sind, aber den Geruch der Strassen nie kennengelernt haben. Kurz: Gescheit aber weltfremd.

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt, alam. Aber dann haben wir noch die Kinder, die nicht zum Sport dürfen, weil die Hausaufgaben nicht gemacht sind. Die Nachhilfe brauchen. Die wahnsinnig viel Zeit benötigen, um Prüfungen vorzubereiten, die andere quasi im Vorbeigehen mitnehmen. Gilt aber natürlich noch mehr für die Oberstufe/Gymnasium.

  • Jo sagt:

    Durchschnitt? – im schulischen Umfeld vielleicht. Möglicherweise weist das Kind aber eine überdurchschnittliche Begabung auf, was Zeichnen, Singen, Sport und sonstiges angeht!
    Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch kann irgend etwas besser oder aber schlechter als ein anderer.
    Das wichtigste, was Eltern ihren Kindern beibringen sollten ist ein gewisses Mass an Anstand, sehr viel Selbstvertrauen (aber auch nicht zu viel – man zappe nur einmal zu „DSDS“!) und die Offenheit für den Moment und die Zukunft.
    Vielleicht wird das Kind einmal ein begabter Maler, eine gesuchte Hundetrainerin, oder oder oder

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jo

      hier liegt möglicherweise aber genau unser Problem: „… eine überdurschnittliche Begabung… jeder kann irgend etwas besser…“-

      ist das so?
      Auf mindestens einem Gebiet kann ich etwas deutlich besser als ein anderer- das mich dann „zum Durchschnitt“ abgrenzen lässt, überdurchschnittlicher macht, meinen „sonstigen Durchschnitt“ irgendwie wettmacht? Und wenn alle meine Fähigkeiten nicht besonders überragend sind?

      Mir wäre lieber wir könnten auf diese Begrifflichkeiten, welche mit Wertzuordnung verbunden scheinen, verzichten.

      Durchschnitt macht die Einzigartigkeit des einzelnen Menschen in keiner Weise kleiner, würden wir dieses Wort wertneutraler empfinden hätten wir ein paar Probleme weniger.

    • Martin sagt:

      Was macht man mit Kindern die ueberdurchschnittlich gerne faulenzen, Mist bauen, of das Gegenteilige machen, sich pruegeln? Erziehung, Leitplanken setzen fuer das Kind, eine enorme Herausforderung, jeden Tag immer aufs Neue.

    • Muttis Liebling sagt:

      Diese oft gehörte, planierende Einschätzung scheitert am aktuellen Wertesystem. Vor ein paar Tagen habe ich im CH- Rundfunk einen Vortrag gehört, in welchen ausgeführt wurde, dass Gerechtigkeit und Gleichheit heute völlig gesichert sind, weil für alle Menschen der gleiche Wertmassstab ‚Geld‘ gilt.

      Wenn das Kind, wie genannt und in meiner Familie der Fall, ein aussergewöhnlich begabter Maler ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit, damit den Lebensunterhalt zu verdienen < 4%. Es ist mitnichten gleichgültig, auf welchem Gebiet man überdurchschnittlich ist.

      Umgekehrt bedarf es ausser nicht unter Oligophrenie zu fallen Nichts, um eine politische Karriere zu machen, was eine finanziell ausserordentlich stabile Angelegenheit ist.

    • Mehliger sagt:

      tatsächlich kann jeder etwas gut oder sehr gut. Dabei stellt sich aber die Frage des Wertemasstabs. Was ist gut, was ist schlecht? Es gibt Leute, die sind oft fröhlich, andere oft verträumt wiederum andere sehr sozial. Das sind auch Talente, die gefördert sein wollen. Wir beschränken Begabung zu stark auf Logik. Die Wirtschaft freuts, wenn Eltern mitmachen.

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