Die Währungen der Liebe

Ein Gastbeitrag von Birgit Ludwig*

Mamablog

Die Ansprüche an den Partner steigen mit dem Alter: Filmplakat zur Komödie «Die anonymen Romantiker». Foto: PD

Um die 50 tut man sich nicht leicht, nochmals einen Partner zu finden. Diejenigen, die nach 25 Jahren Ehe wieder auf dem Markt zu haben sind, erfinden sich gerade neu, laufen Marathon, machen Yoga und kümmern sich um eigene Kinder. Ansonsten gibt es Restposten: Männer und Frauen mit unerklärlicher Vergangenheit, gescheiterten Beziehungen und vager Zukunft. Oder sind unsere eigenen Ansprüche schuld?

Meine Freundin Gabi lehnt sich in der Gartenbeiz über den Tisch und sieht mich bedeutungsvoll an. «Seit zwei Jahren hatte ich keinen Mann mehr im Bett», murmelt sie. «Seit das mit Martin vorbei ist, habe ich einfach niemanden mehr gefunden.» Das mit Martin war eher eine Butter-und-Brot-Lösung unter Freunden. Gemeinsam baden, gemeinsame Ausflüge mit den Jungs, manchmal Bett. Kein Prickeln, eher brauchbare Hausmannskost. Doch ohne Romantik wollte Gabi irgendwie nicht mehr.

Treffen im Internet? Sie schüttelt die kurz geschnittenen dunklen Haare. «Wenn ich mein Foto veröffentliche, meldet sich kein einziger Mann.» Gabi ist eine unglaublich patente, toughe, alleinerziehende Mutter mit wachen Augen, dreckiger Lache und sexy Stimme. Das soll keinen mehr interessieren? Kaum zu glauben.

Vielleicht ein Einzelfall. So wie Maria. Maria (46) war zehn Jahre mit Robert liiert. Italienerin, eine kluge, disziplinierte Frau, die jahrelang auf Roberts Befindlichkeiten und seinen anspruchsvollen Job Rücksicht genommen und auf Kinder verzichtet hat. Jetzt ist Robert neu verliebt, Maria ist aus der gemeinsamen Eigentumswohnung wieder ausgezogen und hat ihm ihren Anteil verkauft. Er nimmt mittlerweile Rücksicht auf seine neue – alleinerziehende – Freundin; vielleicht, weil er selber 50 ist und das Gefühl hat, es klappe sonst nicht mehr mit den Frauen.

Jetzt macht Maria eine Weiterbildung und datet im Internet attraktive Männer mit guten Jobs. Gross. Erfolgreich. Geschäftsführer, Selbstständige. Man trifft sich einmal, zweimal. Spätestens wenn Maria mit ihnen im Bett war, werden die SMS seltener. Der Mann ist im Ausland. Er muss die Kinder abholen. Er ist die ganze Zeit online, aber schreibt nicht zurück.

Warum wird eine tolle Frau wie Maria regelmässig enttäuscht? Sucht sie vielleicht nach den falschen Kriterien? Muss es immer ein Geschäftsführer sein, ein guter Job? Maria möchte Sicherheit. Dabei hat sie selber einen guten Job.

Spätestens ab 40 ist den meisten Frauen klar, dass die Männer mehr verdienen, die besseren Jobs kriegen und konsequenter ihre Karriere vorangetrieben haben. Und dass es als Frau ganz schön mühsam sein kann, für sich und die eigenen Lebenswünsche Verantwortung zu übernehmen.

Dann werden Ansprüche an den neuen und womöglich an den Ex-Mann gestellt. So wie bei Martina. «Ich lass mich doch jetzt noch nicht scheiden. Attilio soll weiter die Wohnung zahlen. Ich arbeite ja nur 80 Prozent.» Egal, dass sie ihren Attilio und ihre Kinder nach 25 Jahren Ehe für den Klavierlehrer verlassen hat. Attilio ist zwar keine Stimmungskanone, sondern chrampft sich seit 25 Jahren in einer Bank ab. Verständlich, dass er so langsam die Scheidung möchte. Doch Martinas neuer Freund ist nicht auf Rosen gebettet, finanziell und gesundheitlich angeschlagen. Deshalb macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft. Und muss selber für Steuern, Kleidung, Essen und Ausgehen aufkommen.

Um den Unterhalt hat auch Susanne pickelhart mit dem Ex-Mann gestritten. Fünf Jahre nach der Scheidung hat sie endlich ihren ruhigen Walter kennen gelernt. Er ist 57, hat erwachsene Kinder und ist ein Arbeitstier, das auch am Wochenende am Schreibtisch hockt. Dafür ist Walter, im Gegensatz zu Susanne, keine Sportskanone. Zwei Fahrradstürze und einen Skiunfall hat er hinter sich: Rippenbrüche und Kreuzbandriss. «Und dieser Bauch!», nervt sie sich. Jetzt hat Walter tatsächlich acht Jahre vor der Rente für Susanne, sich und ihre vier Teenager ein neues, teures Eigenheim angeschafft. Doch sie ist nicht wirklich zufrieden: «Ich wollte nicht aufs platte Land.» Dass Walter ziemlich oft Rücksicht nimmt, sieht sie nicht.

Dabei sind nur die wenigsten Männer und Frauen ab einem gewissen Alter bereit, etwas von ihrem Vermögen zu teilen. Erst recht nicht, wenn sie bereits mindestens eine Scheidung hinter sich haben und Kinder gross zu kriegen sind. Kinder machen die Situation bei der Partnersuche um die 50 nicht unbedingt einfacher. Bockige Teenager testen neue Interessenten, vor allem bei den Müttern, auf Herz und Nieren. Im besten Fall mögen die neuen Partner die vorhandenen Kinder und sehen über regelmässige Provokationen hinweg. Deshalb ist man als Frau mit Teenagern im Haushalt besser bedient, wenn man nicht gemeinsam wohnt und nur schöne Stunden aushäusig teilt.

«Sex ist schon wichtig», findet auch Gabi. Möglicherweise wird guter Sex als Bindungsgrund im fortgeschrittenen Alter noch bedeutsamer, weil die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn hat, drastisch abnimmt. Doch Spielraum bei der Partnersuche ist nicht jedem vergönnt. Männer, die finanziell gut gestellt sind und nochmals eine neue Familie finanzieren oder Sicherheit bieten können, finden immer eine Frau. Fast egal, wie alt sie sind. Der Handlungsspielraum dieser Männer steigt proportional zu ihrer Grosszügigkeit.

Frauen um die 50 dagegen finden nicht oft einen Partner, der gleichaltrig ist. Sie finden entweder einen erheblich älteren Mann, mit dem sie einen Kompromiss eingehen: gemeinsame Unternehmungen, Ruhe, Sicherheit. Oder sie haben Spass mit einem wesentlich jüngeren Mann, der selber den Ansprüchen junger Frauen aus dem Weg geht.

Erotisches Kapital ist dabei die Währung, die vor allem Frauen einsetzen – und das muss nicht unbedingt etwas mit Aussehen oder Alter zu tun haben. Sondern mit Charme, Authentizität, Lebenslust und Nachsicht gegenüber den Schwächen anderer. Doch Frauen ab 50 und Männer, die weder über erotisches Kapital noch über finanzielle Mittel verfügen, haben es schwer, jemanden zu finden.

Leider stehen sich vor allem Frauen oft mit unrealistischen Ansprüchen selber im Weg. Dann hilft nur eines: sein eigenes Mantra überprüfen. Denn wer ständig scheitert, kann spätestens mit 50 nicht mehr darüber hinwegsehen, dass nicht immer die anderen Schuld an der Beziehungsmisere haben. Vielleicht hat man ja seine eigenen Lebensträume aus den Augen verloren und strahlt deshalb chronische Unzufriedenheit statt Lebensfreude aus?

Ex-Freund Rüdiger (57) findet den Beziehungsmarkt lächerlich: «Alles überbewertet!» Er kriege nur noch wenige, aber eindeutige Angebote… «Diese Frauen suchen was fürs Bett!» Als brotloser Künstler käme er als Partner nicht mehr infrage. Es sei denn, eine alte Freundin wie ich käme vorbei, die ihn heute noch sieht, wie er früher war: kreativ, gut aussehend, kinderlieb, mit gradlinigem Charakter und Humor. Wieso habe ich Rüdiger eigentlich verlassen? Ach ja, richtig: Er wollte sein Leben als brotloser Künstler nicht ändern, und ich wollte Familie und Sicherheit. Vielleicht sollte ich ihn mal Gabi vorstellen.

157 Kommentare zu «Die Währungen der Liebe»

  • Sascha sagt:

    Was ist den Liebe überhaupt ? Im Mittelpunkt steht da für mich die Selbst-Vergessenheit. Nehmen wir das mal einfach als Zustand an wie Luftanhalten oder besoffen sein, nur viel weiter. Wie beschreibt man diesen Zustand ? Ungeahnte freigesetzte Energie, verbunden mit der Welt und allem was einem umgibt, Freiheitsgefühle, Glückseligkeit usw. Unsere Gesellschaft setzt diesen Zustand in Abhängigkeit mit einer Person und Bedingungen. Und hier liegt der Fehler der zu Verzweiflung und tiefem Fall führt. Jeder kann diesen Zustand für sich allein erreichen, in andern Kulturkreisen nennt man das dann Erleuchtung, Erwachen usw. Soviel zum Thema weit entwickelte Gesellschaft und Erkenntnis. Hauptsachen wir decken uns am Valentinstag mit teuren Rosen ein … 😛

  • Simone sagt:

    Sehr guter und realistischer Text, zum richtig nachdenken..genau so ist es in der Wahrheit..Endlich jemand der auch diese Meinung ist,und die mit uns Lesern teilt. Danke :-)))

  • Clara sagt:

    Ein gutes Leben ohne Liebesbeziehung in der zweiten Hälfte des Lebens ist möglich. Und nicht einmal zwingend schlechter als mit Liebesbeziehung. Das ist ein ebenso gleichwertiges Leben. Aber offenbar nimmt man (Liebes)Beziehungen als normal wahr – ein Leben ohne scheint irgendwie als eine Anomalie wahrgenommen zu werden. Meines Erachtens erzeugt diese Wahrnehmung eine „verkrampfte“ und „gekünstelte“ Sucherei; und das ist mühsam für alle Beteiligte und (ver)hindert Leben. Schade für die Zeit, die so schnell vergeht und nichts entstehen lässt.

    • Franziska sagt:

      Ich teile diese Meinung: Viele können einfach nicht alleine sein und leben lieber in unbefriedigenden Beziehung als in keiner. Suchen krampfhaft. Als finanziell unabhängige Frau ü50 kann habe ich ein gutes, interessantes Leben. Wenn ein lieber Mann daran teilhaben will – ist’s gut, sonst gilt für mich: lieber allein und frei!. Ich habe den besten aller Partner für mich übrigens seit 10 Jahren gefunden. Keine Ansprüche – einfach gegenseitige Achtung. Und vor allem: Kein gemeinsamer Haushalt! Das gemeinsame Waschen von Socken u.a. festigt keine Beziehung.. Ab einem gewissen Alter wird alles eher einfacher: Die schwierige Frage „Familie“ zum Beispiel hat sich biologisch gelöst. Also: Was ist schwierig über 50? Ausser man hält’s alleine nicht aus, sei’s emotional oder finanziell.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Lebens- und Erlebnisstruktur eines 50- jährigen ist im allgemeinen sehr viel anders, als die eines Mittzwanzigers. Das kann man nicht mit den gleichen Geschichten beschreiben.

      Alles im Leben hat seine Zeit und alles tritt auch irgendwann in den Hintergrund, so bedeutend es mal war. Das gilt auch für die Liebe.

      So wie es keine universellen Menschenrechte gibt, gerade und weil Populistenpolitiker das behaupten, so wenig gibt es universelle individuelle Werte.

      Jedes Ding hat seine Zeit und auch die der Liebe ist mal irgendwann vorbei. Nur der eine oder andere stirbt eben früher.

      • Diana sagt:

        @ML: Stellen Sie sich mal vor, Sie würden sich jetzt in einer Prostituierte verlieben. Weil diese eben Mitgefühl haben kann, streicheln kann, auch Ihre Seele… aber die Liebe wird ja oft überbewertet.
        Erotik übrigens auch. In Ihrem Alter sollten Sie das wissen.
        Wer ab 50 alleine da steht (ich hoffe sehr, mir wird das nicht passieren) und schon eine Familie mit vollem Einsatz (fast) durchgebracht hat, der/die will doch nur noch eines: Ruhe. Viel Zeit zum lesen, schreiben, nachdenken. Nicht wahr?

      • Muttis Liebling sagt:

        Diana, die Mode hat Zyklen mit der Länge von ca. 20 Jahren. Gleiches gilt für Biographien von Menschen.

        20 Jahre Primärausbildung in der Elternfamilie, dann 20 Jahre eigene Familie und der tastende Teil der Berufstätigkeit.

        Danach kommen die 20 Jahre konzentrierter Ausarbeitung der Lebensziele, mit oder ohne Familie, auf jeden Fall ohne Kinder, weil die inzwischen erwachsen sind.

        Die letzten 20 Jahre kann man dann wahlweise zum Austrudeln mit Arbeit nebenbei oder zum vorrangigen Arbeiten nutzen.

        Das ist das von mir präferierte serielle Lebensmodell und in dem spielt die Geschlechterliebe nur in Phase II eine dominante Rolle. Aber wenn man Phase II bis zum 80. LJ ausdehnen kann, bitte. Was ich dümmlich finde, ist eine Wiederholung der Phase II nach der Lebensmitte.

  • Marcel Zufferey sagt:

    2) Nun sind gestandene Leut‘ und so etwas von überpolitisiert, prätentiös, neurotisch, verzogen und verwöhnt… In jungen Jahren haben wir nach den Sternen gegriffen, weil es einfach möglich war- und nun, angegraut wie wir sind, stellen wir ernüchtert fest, dass die Sause fast vorüber ist und wir… vielleicht vieles falsch gesehen haben, damals. Zumindest viele von uns, nicht alle. Doch nun ist es zu spät.

    Nein, ich habe kein Mitleid mit uns: Wir haben nichts besseres verdient!

  • Marcel Zufferey sagt:

    1) Ein schöner und ausgewogener Text! Ja, wir von der Generation Golf… sind keine einfachen Menschen! Sozialisiert wurden wir von Alice Schwarzer, Ettore Sottsass, U2, Dirty Dancing, Mad Max, Piaggio oder Puch (und die ganz Verwegenen von Sachs) und dem Nemax 50 (oder der Nasdaq, je nach dem). Wir haben die multioptinale Welt noch erlebt, das Anything Goes in jeder Beziehung!

  • Raton Lavor sagt:

    Da bekommt man fast zum Eindruck, dass alle noch Kinder geblieben sind und mit einer Weihnachtsgeschenk-Wunschliste auf die Erfüllung warten, in der Meinung, in einer ewig dauernden Gegenwart unsterblich zu sein. Vielen täte es vielleicht gut, diese Wunschliste zu vergessen und sich nicht so auf das zu fokussieren, was man nicht erzwingen kann. Vor allem auch zu akzeptieren, dass das Leben auch Überraschungen und Gelegenheiten bereit hält, die man natürlich aber erst wahrnehmen und darauf einzugehen, bereit sein muss. Sich nicht hinter einer Liste von Anforderungen zu verstecken und nur all jene Punkte sehen, die scheinbar nicht erfüllt werden.

  • Carolina sagt:

    Ich frage mich, wieviel Zustimmung dieser heutige Blog wohl bekommen hätte, wenn davon die Rede gewesen wäre, wieviele Männer heutzutage (angeblich) nur auf unverbindlichen Sex aus sind (höre ich jedenfalls immer, wenn es um dating platforms geht), ihr altes Modell gegen das neue austauschen; in Kauf nehmen, dass eine viel jüngere Frau sie nur ihres Geldes/sozialen Status nimmt etc. Zu jeder dieser beklagten Situationen hier gibt es eine – in der Regel – männliche Gegenseite: ein Mann, der genau weiss, dass er sich auf die Beziehung mit einer Frau einlässt, die nur wenig Interesse an einem Beruf zeigt und sofort auf Teilzeit umstellt; ein Mann, der genau weiss, dass, wenn er mal 50 plus ist, die blonde 29jährige ihn ziemlich sicher nicht wegen seines Intellektes

    • Carolina sagt:

      /2 anbaggert; ein Mann, der an seine Frau vor 30 Jahre genauso viele (unrealistische) Erwartungen gestellt hat wie sie an ihn…….
      Beim heutigen Thema geht komplett vergessen, dass jede Beziehung zwei Seiten (mindestens) hat; dass es an jedem selbst liegt, schlechte Erfahrungen in irgendeiner Form zu verarbeiten, statt sie zu verallgemeinern; seinen eigenen Anteil an einem Scheitern anzuschauen. Es gibt unzählige Beispiele für gescheiterte Beziehungen und Beziehungen, die von aussen gesehen aus den ‚falschen‘ Gründen eingegangen wurden – entscheidend ist eigentlich nur, wie die Partner damit umgehen: eigenverantwortlich oder machen sie ‚die Männer‘ oder ‚die Frauen‘ verantwortlich…..

    • Sportpapi sagt:

      @Caro: Ich finde ja, heute wird erfreulicherweise die Frage nach Schuld und Verantwortung eher ausgeklammert, und nüchtern beschrieben, was da ist. Zumindest empfinde ich es so.

      • Carolina sagt:

        Ich wollte keinesfalls eine Gender-Frage aus diesem Blog machen – wie Du wohl weisst. Aber ich möchte darauf hinweisen (vor allem an die hier, die ständig wieder darauf hinweisen, dass die meisten Frauen nur auf reiche Männer aus sind, während sie selber dem Luxusleben fröhnen), dass zu Beziehungen zwei gehören, immer! Jedes hat seine Verantwortung, seinen Beitrag, seine ganz eigene Art, das hat mit Schuld eben gar nichts zu tun. Wenn man (also beide Seiten) einigermassen sehenden Auges in eine Beziehung gehen und darauf achten, Veränderungen mitzubekommen, nichts als für ewig gegeben anzuschauen, besteht eine viel grössere Chance, eine erwachsene, dauerhafte und kritikfähige Beziehung zu führen. Dann ist sie wahrscheinlich immer noch nicht perfekt, aber es ist schon viel getan…..

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich dachte, das geht hier um die Besonderheiten der Liebe am Beginn der zweiten Lebenshälfte, welche anderen Regeln folgt, als in der Zeit zuvor. Lesen kann ich immer nur die gleichen dürren Sätze, die sich nicht mit biographischen Besonderheiten auseinandersetzen.

      • Carolina sagt:

        Wieso, ML, Sie haben uns doch Ihre eigenen biografischen Besonderheiten und Ihre ( wohl doch ganz leicht an den Wünschen und Sehnsüchten der meisten Menschen, egal welchen Alters, vorbeigehenden) speziellen Haltungen mal wieder dargelegt. Ich dachte immer, Einzelschicksal sei für Sie irrelevant?

      • Muttis Liebling sagt:

        Was haben Einzelschicksale mit biographischer Sichtweise zu tun? Ansonsten siehe mein Statement weiter unten.

  • Patrick sagt:

    Ich habe mit meiner Frau zusammen zwei tolle und wunderbare Kinder im Teenager-Alter, wir sind seit 17 Jahren verheiratet. Vor ungefähr 4 Jahren hat mir meine Frau eröffnet, dass sie mich nicht mehr liebt…. So leben wir jetzt als Zweckgemeinschaft zusammen, was eigentlich ganz gut klappt. Meine Frau hat auch bereits eine gescheiterte „Affäre“ hinter sich, war gefrustet und enttäuscht. Ich bin Mitte 50 und frage mich, wie ich jetzt eine neue Partnerin finde könnte, und was das für mich und meine Kinder bedeuten würde… ich habe schon jetzt manchmal nicht genug Kraft, die Erziehung und Betreuung meiner Kinder wahrzunehmen, wenn meine Frau arbeitet. Dazu kommt ein 100%Job mit Schichtarbeit…. Ich wünsche mir eigentlich nur jemanden, der mich mal in den Arm nimmt… eigentlich traurig…

    • Benni Aschwanden sagt:

      Genau so dürfte es wohl bei vielen anderen Paaren auch aussehen. Obschon die Emotionen verflogen sind bleibt man halt zusammen, aus finanziellen Gründen, aus Gewohnheit, aus Sozialprestige, aus Angst vor dem Alleinsein.

    • Reiner Zufall sagt:

      Das können sie gleich vergessen. Ziehen sie einen Schlussstrich. Sonst wird es immer teurer für sie; auch emotional. Eine neue Partnerin wird längerfristig keine Freude daran haben, dass sie sich aus Gewohnheit (oder was auch immer) nicht von ihrer ungeliebten Frau trennen wollen und weiterhin mit ihr zusammenleben.

  • Susanne sagt:

    Ich, ü50, brauch keinen mit Geld, hab ich selber, brauch auch keinen mit Karriere, hab ich selber, brauch auch keinen mit Haus, hab ich selber, aber ich hätt gern einen Freund der offen und selbständig ist, viele Themen und Ansichten zu beleuchten und zu diskutieren, mit dem ich lachen kann (gleicher Humor!) und der mir sympathisch ist. Stimmen diese Kriterien gefällt er mir, auch wenn er nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht und wenn er mir gefällt will ich auch ins Bett mit ihm. So einfach und so schwierig ist das! –
    und so lange das nicht passt geniesse ich die Zeit lieber allein 🙂

  • Hannes Müller sagt:

    Das Muster ist schon deutlich: Die Frau will ausgehalten werden, der Mann soll aushalten. Alles andere kommt nachrangig.

  • Trix sagt:

    …Egal, dass sie ihren Attilio und ihre Kinder nach 25 Jahren Ehe für den Klavierlehrer verlassen hat…Doch Martinas neuer Freund ist nicht auf Rosen gebettet, finanziell und gesundheitlich angeschlagen. Deshalb macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft. Und muss selber für Steuern, Kleidung, Essen und Ausgehen aufkommen…
    solche Exemplare wie ich es bin, gibt es wohl nur sehr selten. ICH habe meinen ex verlassen, also ging ICH aus dem Haus und noch dazu kaeme mir niemals in den sinn geld von meinem ex zu wollen. ICH habe ihn verlassen und habe ihn betrogen. fuer die kinder, die wir haelftig betreuen, kommt er aber auf…mir ist wohl so! klar war es auch seine schuld, unsere scheidung. aber den mann noch finanziell ausquetschen, nachdem man ihn verlaesst, das hoert man immer wieder!

    • Sportpapi sagt:

      „fuer die kinder, die wir haelftig betreuen, kommt er aber auf…“ Warum?

      • Trix sagt:

        weil er 100% arbeitet und ich nicht. das war eine vereinbarung. damit ich nach der schule fuer die kinder da sein kann. somit verzichte ich auf einen nicht ganz unwesentlichen einkommensteil.

        im gegenzug kommt er fuer finanziell fuer die kinder auf. zumal er ja auch einiges mehr verdient als ich.

        da aber die kinder 50% der zeit bei mir sind, ist das nur halb so tragisch wie es toent. ich komme fuer ferien, auslagen, essen, etc auf, wenn sie bei mir sind

    • 13 sagt:

      @ Trix
      Sie hinken dem echt rund 17 Jahre hinterher. Warum sollte es für die finanziellen Belange eine Rolle spielen, wer wen verlässt. Alimente sind doch keine Entschädigung für das Verlassen werden….

      • Trix sagt:

        haha… meinen sie?

        naja, es muss fuer jeden stimmen! und glauben sie mir; fuer mich stimmt es. bin niemandem rechenschaft schuldig.

        und ich kann arbeiten, verdiene gut….

        also kein problem.

        egal was man macht, es gibt immer einen aufschrei. entweder ist man doof und hinterwaelderisch wenn man kein geld vom mann will oder man ist geldgierig und nimmt den mann aus, wenn man geld nimmt!

      • Hotel Papa sagt:

        Und genau deshalb könnte ich schreien, wenn wieder eine Kampfemanze die Worte Patriarchat und Männliches Privileg in den Mund nimmt.

        In dieser Situation ist mann einfach nur der verarschte.

      • 13 sagt:

        @ Trix
        Entschuldigen Sie, es sollte „Recht“ und nicht „echt“ heissen. Das ist mir sogar sehr sympathisch, dass Sie so denken und doch wäre eine Rückkehr zur Verschuldensfrage sehr fragwürdig 😉

    • Benni Aschwanden sagt:

      Diese Regelung ist aber wirklich eine Ausnahme. Zunehmend bekommt man eher den Eindruck, vor allem für Frauen habe sich der ganze Ablauf Beziehung – Heiraten – Kinder kriegen – Scheidung zu einem Businessplan entwickelt. Ich kenne Frauen, die sich effektiv bereits beim ersten Kennenlernen eines Mannes die finanziellen Optionen nach einer allfälligen Scheidung überlegen. Und ich kenne Männer, die nach der Trennung der Ex die Hälfte ihres Einkommens überweisen müssen, obwohl die Ex mehr verdient! Soviel zum Thema „echte Liebe“. Kuhhandel trifft’s eher, wie hier bereits kommentiert wurde.

      • Reiner Zufall sagt:

        Der Ex die Hälfte überweisen, obwohl sie mehr verdient? Nie und nimmer. Ich habe in diesem Bereich nun einige Jahre Erfahrung. Das kommt bei Gericht niemals so durch. Dann lief da was falsch. Der Betroffene muss eine Urteilsabänderung verlangen und die finanziellen Karten werden dann neu gemischt, je nachdem wer wieviel verdient und wer die Kinder hat.

  • Carolina sagt:

    /2 ist wohl sehr rar – denn sie setzt intakte Selbstliebe voraus, Vertrauen erst einmal in sich selber, das Leben bewältigen zu können. Die grösste Crux scheinen mir die Erwartungshaltungen der jeweiligen Partner zu sein (die auch in Partnerschaften anderer Art bestehen, übrigens) und der Fehler, die Partnerschaft nicht ab und zu auf neu sich auftuende Probleme und Mängel abzuklopfen, sondern aus Bequemlichkeit lieber den Kopf in den Sand zu stecken.
    Ich würde, vor allem bei den jungen Menschen, die immer öfter eine Paartherapie aufsuchen (nicht, weil ihre Beziehung problematisch ist, sondern um jetzt schon anstehende Fragen regelmässig zu klären), dazu raten, sich von Anfang an ab und zu aus der rosaroten Wolke herauszubewegen und einen

    • Carolina sagt:

      /3 Realitätscheck zu machen, vielleicht mit Hilfe von aussen. Sich bestimmte Fragen ehrlich zu stellen, sich mal kurz aus der Lovey-Dovey-Situation rausstellen und sich zu überlegen, wie der andere vielleicht in ein paar Jahren ist; was ich in einem Partner suche etc……
      Man kann sich auf Enttäuschungen wahrscheinlich nicht vorbereiten, aber man kann den Gedanken zulassen, dass es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt, der alle Erwartungen an ihn erfüllen kann und sollte. Kann man damit leben?
      Eine gewisse Grundskepsis und sich selber immer wieder hinterfragen ist hilfreich.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, Carolina – kürzlich in einem unserer unendlichen Palaver mit meiner Frau – sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wohl die meisten Beziehungen scheitern oder hohl werden, weil man die eigenen Konflikte (noch) nicht gelöst hat.
        Kaum einer hat das, wenn er noch jung ist. Deshalb ist die wichtigste Paar-Arbeit, letztlich auch eine Arbeit an sich selbst.

  • Carolina sagt:

    Als Erfahrungsbericht aus meiner Praxis folgendes: es gibt in jedem Alter in alle möglichen Spielarten des Nichtfindens, Findens und der Beziehungspflege. Vielleicht ist die Enttäuschung und Verzweiflung grösser, wenn man noch Kinder hat, die zuhause leben. Es gibt natürlich keine alleingültige Form von Liebe, sie nimmt alle möglichen Formen ein: ich habe Frauen kennengelernt, die expressis verbis auf Versorgung und CH-Pass etc aus waren, ihrem Mann dafür aber auch unbedingte Loyalität geschenkt haben; Männer, die viel jüngere Frauen geheiratet haben, ihnen aber davonliegen, als sie merkten, dass sie das ganze Spiel mit Familie und Kindern nicht nochmals wollten.
    Eine Form von Liebe, wie RoXy sie oben beschreibt, die bedingungslos liebt und maximales Vertrauen verschenkt,

  • Liebesberatung sagt:

    Ich denke auch, dass dies nicht nur ein Problem der Ü50 ist. Ich sehe Gleiches bei meiner Generation Ü30. Habe selber sehr gut aussehende Freundinnen Ü30, die seit Jahren Single sind und wenn sie überhaupt einen Mann kennenlernen, oftmals als solche entpuppen, die sich nach Sex sehnen und haben sie diesen bekommen, plötzlich Luft werden. Daneben gibt es aber ganze viele tolle Männer, ich habe einen. und dann gibt es noch die ganz vielen Seitensprünge, heimliche Geliebte, Affären, die gerne verschwiegen werden, um an alten Beziehungsmustern festzuhalten. ich glaube, wir müssen unsere Beziehungen und Beziehungsmuster ernsthaft hinterfragen, wenn wir nicht alle einsam sein wollen. Ein wenig Offenheit und Ehrlichkeit ist wünschenswert, nicht jede Beziehung muss mit einem Ehevertrag enden.

  • Christoph Bögli sagt:

    Inwiefern ist das ein spezifisches Problem um die 50? Das läuft grundsätzlich auch um die 20, 30, 40 oder 60 nicht viel, allenfalls ändern sich die Nuancen leicht. Der Beziehungsmarkt hat immer seine eher unerfreulichen, sozioökonomischen Restriktionen und ist in keinem Alter wirklich einfach, gerade wenn man aus einer langjährigen Beziehung kommt oder aus anderen Gründen in der Restposten-Abteilung landet, vor allem aber auch wenn man zu viel erwartet. Weshalb wohl der Bereich 30-40 noch problematischer zu bewerten ist, weil da viele (noch) in erster Ehe gebunden sind während der Rest umso verzweifelter nach dem vermeintlichen Partner fürs Leben sucht. Ab 50 wird das m.E. eher besser, da es „nur noch“ um etwas Gemeinsamkeit, Spass und allenfalls ökonomische Absicherung geht..

  • Reiner Zufall sagt:

    Ich kann das nicht bestätigen. Bin als alleinerziehender Vater (50J.) dreier Jugendlicher nach 5 langen Jahren seit einer Woche endlich geschieden. Habe seit längerem eine gleichalte Partnerin mit zwei Jugendlichen. Finanzielle Absicherung spielt keine Rolle. Die „Gefahr“ einer Schwangerschaft existiert nicht. In wenigen Jahren sind alle Kids flügge. Mit dem Erfahrungsschatz der gescheiterten Ehen können wir uns neben dem täglichen Hamsterrrad um unsere Partnerschaft kümmern und ihr, wo immer möglich, Raum geben und alte Fehler vermeiden. Die Zukunftsaussichten sind prächtig. Und dass Sex gegenseitig keine Rolle spielt oder Mittel zum Zweck ist, glaubt sowieso niemand. Das Kennenlernen und sich überhaupt Über-den-Weg-laufen war kein Problem.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Die Zukunftsaussichten sind prächtig.‘

      Ist das ernst gemeint? Wenn man mit 50 immer noch minderjährige Kinder in der Verantwortung hat, wann beginnt dann die Zukunft? Mit dem Rentenbescheid oder den ersten Symptomen von Rheuma und Arthrose?

      Tatsächlich sieht man zunehmend auch das Modell Pflegegemeinschaft bei Neupartnerschaften im höheren Alter.

      • Reiner Zufall sagt:

        Mit den Zukunftsaussichten ist die Zeit gemeint, nachdem alle Kinder ausgeflogen sind.
        Das heisst auf keinen Fall, dass die Zeit jetzt nicht auch sehr schön ist. Sie ist aber vor allem vom täglichen Hamsterrad geprägt mit all den Aufgaben rund um die Jugendlichen. Dieses Hamsterrad hätte ich auch, wenn ich ohne Partnerschaft wäre. Zeit für die Pflege der Partnerschaft, also die reine Frau-Mann-Beziehung, muss bewusst geplant und genossen werden. Und sie ist zurzeit recht dünn gesäht, was ja nicht weiter schlimm ist. Die Aussicht darauf, dass in Zukunft mehr gemeinsame Zeit zur Verfügung stehen kann und wird, finde ist tatsächlich prächtig. Das bewusste Planen der Bezihungspflege wird um einiges einfacher als heute.

    • Beatrice sagt:

      genau aus diesem grund wohnen mein partner und ich nicht zusammen. wir sind seit 4 jahren zusammen und haben 3 teenager, von welchen 2 im sommer in die lehre kommen.

      wir leben im selben dorf aber nicht in der selben wohnung.

      das hamsterradgefuehl des alltags entfaellt groesstenteils.

      fuer uns ist es perfekt! teilen viel. es ist nicht so dass wir nur die schokoladenseiten des partners und dessen leben kennen. aber wenns wirklich noetig ist, hat jeder seine eigenen 4 waende. und unsere kinder schaetzen das uebrigens sehr!!!

      • Simone sagt:

        ziehen wir doch zuerst mal die Kinder gross und räumen auf- innen und aussen…

      • Reiner Zufall sagt:

        Hallo Beatrice. Das ist bei uns auch so. Zwei Wohnungen/Häuser bis die Kinder alle aus dem Haus sind. Anschliessend dann in wenigen Jahren Zusammenzug in ein gemeinsames Haus. Die Vorfreude darauf ist bei uns beiden sehr gross. Und das jetzige Zwei-Haushalte-Leben mit fünf Jugendlichen ist die perfekte Zwischenlösung. Ein „Zusammenleben“ ist auch mit derzeit zwei Haushalten sehr gut möglich. Und für die Jugendlichen ist es perfekt.

      • Beatrice sagt:

        Simone, wie meinst du das?

        schliesst das eine den das andere aus?

        verstehe ich nicht, müssen sie mir erklären.

        und dass man nach einer trennung/scheidung auch innen aufräumt, dass ist extrem empfehlenswert. sonst klappts womöglich aus denselben gründen WIEDER nicht mit dem neuen partner!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Vielleicht sollte man auch noch sagen, dass Liebe tatsächlich helfen kann.
    Wenn man einen Menschen wirklich liebt, übt das eine unglaublich grosse Kraft aus.
    (Fast) jeder von uns, will geliebt sein. Wer seinen Partner wirklich liebt, der wird schwerlich von ihm verlassen. Und wenn man jemanden wirklich liebt, ist man auch bereit seine fixen Vorstellungen von dem perfekten Partner über Bord zu werfen. Dann zählt eben nur die geliebte Person.
    Aber in den meisten Fällen, ist diese Liebe so sehr auf das eigene Selbst bezogen, dass dann die nackte Ökonomie das Rennen macht. Trotzdem ist sie nicht alles.
    Also: nicht motzen, wenns nicht so läuft. Entweder man liebt oder man muss nehmen, was man kriegen kann.

    • Reiner Zufall sagt:

      Sehr gut geschrieben….genau so ist es!

    • Sportpapi sagt:

      „Wer seinen Partner wirklich liebt, der wird schwerlich von ihm verlassen.“ Ach ja? Wieso das?

    • KA sagt:

      Das ist aber nun doch eine ziemlich Schlag in die Magengrube aller Verlassenen. „Hochmut kommt vor dem Fall“. Ich wünsche dir, dass für dich diese Prophezeiung aufgeht. Aber Bedenke, dass sich der Partner ev. in jemanden verliebt, der noch mehr liebt?

    • Xavier Zurbuchen sagt:

      Haha, was für eine schöne naive Welt. Sieht in der Realität aber ganz anders aus. Nicht die Liebe der anderen Person ist entscheidend, sondern wenn überhaupt, die eigene Persönlichkeit und wie sehr man mit sich in Frieden ist, also Selbstliebe. Denn sonst lässt man sich nicht auf den Anderen um dessen selbst willen ein, sondern es geht am Ende trotzdem um den Selbstbezug. Dass ganz viele trotzdem felsenfest überzeugt sind, es handele sich um waschechte Liebe, tut nichts zur Sache. Und was liebst Du im Anderen? Das, was Dir selbst fehlt und von dem Du hoffst, dass es Dich „rund“ macht? Ist das überhaupt Liebe? Naja, da wären so einige Dinge zu klären, bevor man ein solches Statement ernst nehmen könnte.

    • Muttis Liebling sagt:

      Vielleicht sollte man auch noch sagen, dass es auch ohne Liebe geht. Zumindest war das in der gesamten Menschheit bis vor 150 Jahren so der Standard.

      Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob das scheinbar allgegenwärtige Schema der Liebe nicht so eine Art anerzogene Massenspsychose ist. Man kann ja schlecht gross werden, ohne an allen Stellen die Liebe besungen zu sehen. Dabei merkt man sehr schnell, wenn man es probiert, dass es sehr gut auch ohne Liebe geht.

      Aber auch das eine Frage der Kultur. Nicht zufällig hat eine meiner wenigen Jugendfreundinnen darüber ein Buch geschrieben:

      https://www.youtube.com/watch?v=8BITdWsOOyk

      Wir haben wohl schon als Kinder anders getickt als der Mainstream.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – seufz, hab ich doch gesagt, warum fragen Sie? Lesen sie doch meine Begründung.

        KA – Liebe ist nicht so einfach. Es ist aber trotzdem so – irgendwie. Nichts ist zufällig. Erst recht nicht, wenn sich der Partner in jmd anderen verliebt.
        Die meisten haben ein völlig falsches Konzept von Liebe. Darum fühlen sie sich ihr ausgeliefert, hilflos.
        Meine Aussage hat nichts mit Hochmut oder Naivität zu tun, aber sehr sehr viel mit Erfahrung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – natürlich geht es ohne Liebe.
        Aber für mich ist das nichts.

        Sie müssen einfach mal einsehen, dass es auch Menschen gibt, die anders sind als sie.
        Ich weiss das fällt ihnen schwer.

        Ohne Liebe bleibt eben nur die Ökonomie. Und darüber sollte man sich dann nicht beschweren.

      • Sportpapi sagt:

        Seufz – nein, die Antwort darauf finde ich auch beim wiederholten Lesen nicht.

      • KA sagt:

        also Rincarnation; gemäss ihrer Aussage wird ein Partner den ich wahrhaftig leibe, mich nicht verlassen? Sorry das ist doch Wunschdenken. Ich Liebe meinen Mann wirklich, und das was ich für ihn empfinde ist ein Geschenk von ihm an mich. Gibt mir aber doch nicht die Garantie, dass er nicht auch von einer anderen Frau so geliebt werden kann. Vielleicht entscheidet er sich dann für die andere? Wäre sein gutes Recht, ändert auch nichts an meiner Liebe. und ganz vieles ist zufällig, tausende Variablen bestimmen einen Moment. Die Kunst des Lebens ist es, die Momente des Glücks zu erkennen und diese zu geniessen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – (Fast) jeder von uns, will geliebt sein.
        Wenn ein Mensch wirklich MICH liebt, wirklich MICH meint, MICH versteht und ich ihm absolut VERTRAUEN kann. Wow – nein, den verlasse ich nicht.
        Ausser ich habe ein Problem mit mir selbst.

        So einfach ist das – und natürlich auch viel komplexer. Aber manchmal sollten wir uns an die einfachen Gleichungen halten. Die Komplexität sie zu erfüllen, ist dann Lebenserfahrung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        KA – ich brauche keine Garantien. Mir reichen Überzeugungen, die ich lebe.
        Aber an ihr Konzept von Liebe glaube ich nicht.
        Keiner verliebt sich zufällig. Das ist dummes Zeug.
        Und Liebe ohne Treue ist keine Liebe. Das ist reine Selbstgefälligkeit. Der Fokus auf das eigene Glück und das eigene Selbst gelegt.

        Wenn ich zu einem Menschen JA gesagt habe, muss sehr viel passieren, dass ich zu ihm nicht mehr JA sage. Und bevor das geschieht werde ich mit ihm sprechen, streiten, fighten. Für mich sind Menschen und Beziehungen halt kostbar. Für andere halt weniger. Oder sie verstehen nicht, dass wir eben nicht irgendeinem fiesen Liebesgott ausgeliefert sind. Wir gestalten unsere Beziehungen Tag für Tag. Mit den Jahren ergibt das eine ganz feste Form.

      • Carolina sagt:

        RoXy: Ich glaube, diese Form der erwachsenen Liebe ist tatsächlich relativ rar – viele Menschen, die in der Beziehung durch eine Krise gehen (was immer vorkommt), geben auf, ohne Ihren Kampfsinn zu haben. Daher meine These, dass die Beziehungen, die sich ab und zu hinterfragen, hadern, miteinander ‚kämpfen‘, vielleicht langfristig stabiler sind. Aber eine Garantie ist das keinesfalls: denn auch Partner, in die man die Erwartung gesetzt hat, sie dächten genauso wie man selbst, handeln manchmal anders, verändern sich, haben vielleicht einfach keine Lust mehr.
        Dann kommt es eher darauf an, nicht mit Begriffen wie ‚Schuld‘ zu hantieren, sondern klar zu sagen, dass jeder letztlich seines eigenen Glückes Schmied ist – auch wenn es hart ist.

      • Carolina sagt:

        Auch wenn es hart klingt, aber der einzige Mensch, auf den ich mich 100%ig verlassen kann, bin ich selber. Ich habe nur einen minimalen Einfluss auf das Verhalten, die Ansichten und das Interesse von geliebten Menschen mir gegenüber – und diese können sich ändern, ohne dass ich unbedingt etwas damit zu tun habe. Und wenn all mein Hinterfragen und Hadern und meine Verzweiflung zu nichts führen, bin ich auf mich selber zurückgeworfen. Und das würde ich schaffen/habe ich geschafft.
        Nennen Sie es Zynismus – für mich ist es Realitätssinn.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich kann kämpfen, mich aufopfern, an der Beziehung arbeiten, unglaublich tolerant sein bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus, lieben wie verrückt. Aber all das ist nur mein Teil. Partnerschaft besteht aus zweien.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Carolina – wie so oft: bin mit ihnen einig und freue mich, dass sie mich so gut verstehen.

        SP – ja das stimmt. Aber ich habe einen extrem grossen Einfluss auf meinen Partner.

        Übrigens: Opferbereitschaft und Toleranz ist manchmal nicht der rechte Weg. Manchmal braucht es auch Konfrontation, Einfordern etc.
        Liebe kann sehr Komplex sein.
        Aber wenn mir etwas wichtig ist (und das gilt eigentlich für jeden Menschen) dann kann ich auch über mich hinauswachsen. Anfangs unserer Beziehung war ich dieser Herausforderung überhaupt nicht gewachsen – aber man kann extrem viel lernen – wenn es einem wichtig ist.

        Wenn man das nicht will, soll man sich nicht über die Ökonomie beklagen.

    • Beatrice sagt:

      @ Reincarnation of XY
      tja, toent zwar hochmuetig aber ist so.

      ich verstehe genau was du meinst. jeder kriegt den partner den er verdient.

      denn jeder muss sich fragen: liebe ich den partner mit allen schwaechen und macken oder will ich gerne meinen partner so ummodelieren, dass er mir dann aber auch ja passt. oder brauche ich einfach jemanden der mich bestaetigt und gluecklich macht und ich nicht alleine sein kann?

      im grunde genommen muss JEDER zuerst sich annehmen und lieben lernen. erst dann ist er bereit bedingungslos zu lieben und anzunehmen was ist. kein partner ist dazu da, einen gluecklich zu machen. das koennen wir nur selbst.

      hilfreich ist auch, wenn der partner mit seinem persoenlichn reifeprozess in etwas auf augenhoehe ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        danke beatrice – ich bin immer wieder froh, wenn ich sehe, dass es auch noch Menschen gibt, die aus Erfahrung verstehen, was ich sage.

  • Marco sagt:

    Ich finde den Text sehr interessant.
    Meine Meinung: Viele Männer wollen doch auch eine Frau, welche unselbständig ist und welche sie (den Mann) dann ein wenig anhimmelt. Ja keine beruflich erfolgreiche Frau, welche vielleicht sogar noch mehr verdient.
    Aber ich denke schon, dass halt viele Frauen es sich recht bequem machen und es ihnen nicht schaden würde, die Verantwortung für das eigene Leben selber in die Hand zu nehmen bzw. diese Verantwortung nicht an den aktuellen oder Ex-Mann abzugeben.

    • Peter sagt:

      „Viele Männer wollen keine Frau, die vielleicht sogar noch mehr verdient als sie.“: Man kann den Spies genau so gut umdrehen: Von den Männern wird in der Damenwelt erwartet, dass sie mehr oder wenigstens einfach viel verdienen. Frau möchte also gerne Karriere machen u.s.w., u.s.f., aber im Privatleben herrscht immer noch genau das gleiche, uralte Rollenverständnis. Rosinenpicken würde ich das mal nennen.

    • Malena sagt:

      Meine männlichen Freunde sagen mir, dass sie kein Problem haben mit erfolgreichen, unabhängigen und starken Frauen. Warum auch? Hingegen wollen sie keine hochnäsige, egoistische und rücksichtslose Partnerin. Selbst- und Fremdeinschätzung gehen diesbezüglich oft etwas auseinander.

    • fabian sagt:

      Marco, weil du ein Huscheli als Frau willst, musst du damit doch nicht auf alle Männer verallgemeinern. Die meisten Männer wollen eine Frau auf Augenhöhe als Partnerin.

  • Thomas Frey sagt:

    Viele Frauen, die nichts können, wollen Sex und Geld. Das ist nicht neu. Genau hier liegt der Hund begraben und die Frauen fallen immer und immer wieder darauf rein – zu Recht. Reiche Männer können sich ihre Frauen FAST IMMER aussuchen, denn für Geld kriegt man praktisch jede Frau. Alles im Umfeld selber erlebt. Was die Frauen IMMER vergessen ist, dass die wohlhabenden Männer sich Abwechselung einfach leisten können. Die ältere willige MILF wird zum Spielzeug und wird danach natürlich gegen eine jüngere eingetauscht. Die älteren sind fürs Bett, versteckt zu Hause und die Jungen zum vorzeigen. Würden die Partner mehr und intensiver über ihre Wünsche sprechen, gäbe es solche Situationen auch weniger. Frauen die nur auf Geld und Spass aus sind, die benutzen wir dann eben – zu Recht.

    • Sofia Baffo sagt:

      So handhabe ich es auch: Männer die nur auf Jüngere und Spass aus sind, die benutze ich dann eben – zu Recht, finde ich.

  • Irene feldmann sagt:

    Erfrischender Artikel, amüsant- traurig und reel. der Satz: was ich hab das will ich nicht und was ich will das hab ich nicht, ist mehr und öfter im Trend. Jeder von uns ist ja schon massiv reich, man hat sich selber und alles was sich noch dazu gesellt ist einfach ein Bonus! 🙂

  • Peter sagt:

    Früher hiess es: Ein Mann muss nicht schön sein, er muss nur im Beruf gut sein. Heute formuliert man es etwas anders: Geld und Status machen einen Mann sexy. Also hat sich eigentlich nichts geändert, Gleichstellung hin oder her.

    • Sofia Baffo sagt:

      Das Aussehen spielt schon eine Rolle, keine Angst, denn alles ist oberflächlich in diesem Markt. Mann sucht gutaussehend und jung / Frau sucht gutaussehend und vermögend.

  • Carla sagt:

    „Spätestens ab 40 ist den meisten Frauen klar, dass die Männer mehr verdienen, die besseren Jobs kriegen und konsequenter ihre Karriere vorangetrieben haben. Und dass es als Frau ganz schön mühsam sein kann, für sich und die eigenen Lebenswünsche Verantwortung zu übernehmen.“ Was für ein Schwachsinn. Vielleicht ist es ein Generationenproblem. Ich, 32 Jahre alt, verdiene mehr als mein Partner und bin sicher nicht mit ihm zusammen, damit er mir mein Leben finanziert sondern weil er ein grossartiger Mensch und Partner ist. Wir jungen Frauen sind auch gut ausgebildet und streben genauso nach Erfolg und Erfüllung im Beruf wie Männer in unserem Alter. Diese Diskussion ist von vorgestern.

    • Hotel Papa sagt:

      Aber die Generation gibt es noch und die sind genau jetzt in diesem Problemfeld. Die werden hier besprochen. Nicht die, die jetzt ers langsam ins Alter kommen, wo sie sich überlegen, ob sie vielleicht doch noch Kinder wollen.

      Wie es bei Euch dann aussieht beurteilen wir in 15, 20 Jahren.

      Im Moment machen mir die Frauen Deiner Generation wirklich Mut. Echt gleichberechtigt und mit wenig Prinzessinnensyndrom. (Wenigstens die, die sich wirklich einsetzen. Frau kann es, wenn sie gewisse Attribute vorzeigen kann, immer noch leisten, auf Prinzessin zu machen.)

    • Sportpapi sagt:

      Ach ja. Ich habe gerade letzte Woche wieder mit einer Gruppe Studentinnen gesprochen, die bereits jetzt mit 23 ihr Studium und die weiteren Optionen darauf ausrichten, bald einmal Teilzeit arbeiten zu können.

      • Valentina sagt:

        @ Sportpapi: Sorry, aber das ist doch etwas plump. Von Ihnen hätte ich etwas Differenzierteres erwartet. Mag sein, dass es immer mal junge Frauen gibt, die Teilzeit in Betracht ziehen oder Cinderellas auf der Suche nach dem Märchenprinzen sind. Bekanntlich kommen solche Frauen schnell mal auf die Welt, wenn sie ins Leben treten. Dass sie überhaupt so denken, hat ja auch sehr viel mit gesellschaftlichen Vorstellungen zu tun, mit denen sie über Medien, Erwachsene und und nicht zuletzt die eigenen Eltern indoktriniert werden. Also, nicht alles auf die Jugend schieben. Vor allem nicht in einem Land, in dem es immer noch genug Leute gibt, die es bedauern, dass Frauen überhaupt ein Stimmrecht haben.

      • KA sagt:

        Ich teile deine Beobachtung, auch mir kommt es vor, als wäre die heutigen jungen Frauen auf der Suche nach Ernährer und Beschützer, die jungen Männer im Gegenzug müssen Karriere machen, damit sie eine Frau bekommen. Frauen meiner Generation (45-55) aus meinem Bekanntenkreis haben oft ein eigenes Geschäft, Praxis, Beratung etc. dass nun mit dem erarbeiteten Beziehungsnetzt zu rentieren scheint und sie deshalb finanziell unabhängig von einem Partner macht.

      • Sportpapi sagt:

        „Von Ihnen hätte ich etwas Differenzierteres erwartet. “ Das ehrt mich. Ändert nichts daran, dass ich nur von meinen Erfahrungen mit „modernen“, (bald) gut ausgebildeten Frauen berichten. Erfahrungen übrigens, die mich ziemlich frustrieren.
        Selber finde ich es allerdings etwas billig, solche Entscheidungen auf Indoktrination zu schieben.

      • Sportpapi sagt:

        @KA: Finanziell unabhängig möchten auch diese Frauen sein, zumindest sein können. Deshalb eröffnen sie sich die Option für Teilzeit, verzichten gleichzeitig aber teilweise auch auf Weiterbildungen, die Chancen auf mehr eröffnen würden (aber nur, wenn man dann auch dran bleibt). Es geht nicht um Finanzielles, nicht um Unabhängigkeit. Sondern um den Lebenstraum Familie, und dann auch Zeit für die Kinder zu haben, und trotzdem einen interessanten Job – eben Teilzeit. So falsch finde ich das nicht.

      • KA sagt:

        @sportpapi: nein falsch ist dieser Traum ganz sicher nicht, und heutzutage kann man ihn sogar sehr oft verwirklichen!! Aber man zahlt auch einen Preis dafür.Nun wünsche ich den Männern, die das auch wollen, noch viel Mut und Unterstützung.

      • Carolina sagt:

        Ich habe gerade neulich mit einer Gruppe junger Männer gesprochen – Praktikanten -, die mir klipp und klar gesagt haben, sie arbeiten darauf hin, nicht mehr 100% oder sogar Ueberstunden zu leisten, sondern einen Teilzeitjob zu ergattern – genau das, was sie dann auch ihren Frauen zugestehen würden. Also vielleicht ändert sich gerade etwas, SP, und es hat nichts mit vollvorsorgesuchenden Frauen zu tun!? Eher vielleicht damit, dass auch Männer zunehmend für Kinder und Familie da sein wollen und daher die alten Muster aufbrechen……

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Über die Männer habe ich nicht gesprochen. Mag sein, dass da auch etwas passiert. So stark wie bei den Frauen nehme ich das allerdings nicht wahr. Aber selber habe ich ja auch so gehandelt.

      • Sofia Baffo sagt:

        Ich gehöre zu dieser Generation-Praktikum und bestätige die Regel: Möglichst wenig Arbeit ist das Ziel. Ich suche keinen Mann, um mich aushalten zu lassen, auch weil ich die Glorifizierung der Prostitution nicht besonders goutiere. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass meine Lage recht prekär ist, viel dagegen kann ich aber nicht tun (es sei denn, ich mutiere plötzlich zu einem überleistungsfähigen Roboter).

    • 13 sagt:

      Und doch ein paar Fragen, Carla:
      Wieviele Familien mit Kindern kennen Sie, wo die Frau mehr verdienen würde, aber trotzdem der Mann mehr arbeitet?
      Wieviele kennen Sie, wo es umgekehrt ist?

      Ich kenne einige in der ersten und keine in der zweiten Sparte. Und damit wird es auch noch für unsere Generation (ich bin zwei Jahre älter als Sie) zur Frage. Um die 30 und ohne Kinder sind die Unterschiede klein. Dann jedoch beginnt die Entwicklung, wo die Frau im Normalfall diejenige ist, die die Karriere für die Familie schleifen lässt und spätestens ab 40 haben wir dann den oben geschriebenen Fall.

  • Peter sagt:

    Als 40-jähriger Mann erlebe ich dies anders. Wenn ich in Datingprofilen von Anfang an klar stelle, dass mir Statussymbole nicht wirklich wichtig sind und ich eher mit Zufriedenheit durch einfachen Lebensstil kokettiere, dann melden sich auch Frauen, welche ähnlich denken.
    Es gibt schon genügend Frauen, welche mit beiden Beinen im Leben stehen – aber davor haben wiederum nicht wenige Männer Angst.

    • Remond Fischer sagt:

      Donnerwetter, ich bin 39, und auch auf einer Datingplattform. Bei mir meldet sich niemand oder schreibt zurück…sind Sie George Clooney? 🙂

      • Peter sagt:

        Gar nicht, bin ziemlich durchschnittlich 😉
        Aber es gibt die Plattformen, auf welchen das Bild das hauptsächliche „Kommt in Frage“-Kriterium ist. Da hatte ich so gut wie keine Matches.
        Und dann gibt es die besseren Anbieter, bei welchen die Bilder zuerst gar keine Rolle spielen, weil man sie nur gezielt freigibt. Da kommen dann Wortwitz, Humor und Authentizität im Profil mehr zum Tragen. Habe das aber auch erst neulich rausgekriegt…

      • Remond Fischer sagt:

        Danke Peter, ich werde dann mal wohl die Datingplattform ändern. Oder ich bleibe einfach Junggeselle…

      • Simone sagt:

        kann ich mich da einmischen? 😉
        ihr zwei gefällt mir!

  • Roman sagt:

    Mal ganz ehrlich : Wo ist das der Unterschied zur Prostitution? In Zürich ist die Suche nach einem Geldsack ganz extrem ausgeprägt. Die immer erste Frage die kommt: “ Was machst du beruflich? Eigentumswohnung ? Etc…. Das aber so alte Frauen noch solche Anforderungen stellen hat mich schon sehr überrascht!Ich war bisher gegenüber der Prostitution negativ eingestellt. Aber nach all den Erfahrungen die ich bisher machte ist es die kostengünstigste Alternative und weitaus billiger als eine teure Freundin zu haben die bei kleinsten Problemen schon einen Abgang macht. Vielleicht war die Liebe schon immer nur eines : Ein Geschäft und wenn das Geschäft nicht mehr gut funktioniert löst man diese Bindung auf.

    • Lucrecia sagt:

      Wenn Sie ein guter Partner sind, mit wem man lacht, schöne Erfahrungen macht, eine positive Lebenseintellung teilt und guten Sex hat, dann ist Geld nicht das Einzige, was die Frauen an Ihnen schätzen. Wenn Sie aber eher schlechte Stimmung machen und selbstfixiert sind, dann müssen Sie schon ganz viel Geld haben, damit eine Frau (sei es aus Gier oder aus Not) bei ihnen bleibt. Und ja, dann ist es nicht viel anders als Prostitution.

      • Sportpapi sagt:

        Nun ja, man kann auch trotz Geld ein guter Partner sein. Vermutlich hilft Geld/Prestige tatsächlich bei der Partnersuche, für manche mag das gar ein unverzichtbarer Faktor sein.

  • Zeppo sagt:

    Meine Grossmutter empfahl mir den Schoggi-Test: Beim ersten Date der Dame eine Tafel Schokolade mitbringen und die Reaktion abwarten. Steckt sie sie einfach ein? Bedankt sie sich? Teilt sie?

  • Dieter Neth sagt:

    Schöner Text! Und wegweisend. Leider gab es damals vor 30 Jahren sowas noch nicht, und zumindest ich glaubte halt, man müsse Berge bezwingen und Wüsten durchqueren, um die wahre Liebe zu finden. Dabei ist es halt immer noch so wie weiland bei Gotthelf. Man sollte sich die Existenz nicht allzusehr verkomplizieren. Wenn man fühlt es passt, dann passts! Auch wenn man vorher halt doch ein paar 1000 km Wüste durchquert hat. Und dann hilft es, sich gelegentlich an die Mühen der Einsamkeit zu erinnern, und an die vielen glücklichen Episoden zu zweit. Und verzichtet auf diese allzu schweizerische Motzerei und Rechthaberei und spart sich den Anwalt. Nur allzuselten kommt etwas Besseres nach!

  • Lucrecia sagt:

    Meinm Bruder geht es ähnlich wie Rüdiger, obwohl er erst 30 ist. Besonders gutaussehend, 1m90 gross, sportlich, sehr lieb und ein echter Gentleman. Nach einer langjährigen Beziehung möchte er sich neu binden und staunt, wie Frauen in unserem Alter heute ticken und wie komplizert es geworden ist. Viele Frauen wollen mit ihm ausgehen, gesehen werden und ins Bett. Aber eben nur das. Selbstständigerwerbend, er hat seinen Job aus Leidenschaft gewählt und bietet die Sicherheit eben (noch) nicht.
    Ihn interessiert es aber nicht, ein Trophee und Sex-Friend zu sein. Er will eine richtige Partnerin.
    Leider ist es auch so, dass viele Frauen denken, ein besonders attraktiver Mann sei wahrscheinlicher untreu und daher als Partner zu riskant. Auch die emotionale Sicherheit spielt eine Rolle.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Einer der besten Texte. Ehrlich, unpolitisch – einfach so, wie es ist. Sollte man den jüngeren zu lesen geben. Die Ökonomie der Liebe wird in diesem Alter schonungslos deutlich.
    Ich sehe einmal mehr, wie sehr es sich gelohnt hat, mein Leben in die Beziehung zu investieren, in der ich nun schon seit Jahrzehnten lebe. Gemeinsam kann man (fast) alles erreichen, was man will. Aber das funktioniert natürlich nicht von alleine. Man muss durch dick und dünn und und unter Umständen echt bereit sein, bis zum äussersten zu gehen.
    Aber wer sich dazu zu schön ist, der endet halt auf diesem doch eher traurigen Markt.

    • Undundund... sagt:

      Es kann einem Menschen genauso passieren, dass er/sie alles in die Beziehung investiert, aber der Partner irgendwann nicht mehr (z.B. indem er/sie fremd geht, einN NeueN findent, etc.). Diese Menschen finden sich dann auch auf „diesem traurigen Markt“. Oder es kann passieren, dass dIer PartnerIn stirbt.
      Ich finde es ja schön für Sie, dass Ihnen beides nicht passiert ist, aber da war auch eine Portion Glück dabei.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Undundund …. ohne Glück, wären wir längst tot. Wir hatten alle Glück im 20 Jhd, in der Schweiz geboren zu werden. Glück – so weit gesund zu Sie meinen, dass eine langjährige Beziehung sei vor allem Glückssache sei, liegen Sie falsch. Wir hatten als Paar überdurchschnittlich schwere Voraussetzungen, es zu schaffen. Bei unserer Hochzeit hat NIEMAND an uns geglaubt (mit gutem Grund!). Gerade darum rede ich hier auch mit sehr viel Bestimmtheit.

        Natürlich gibt es keine Garantie. (Was mir hier auch ständig gesagt wird.) Wohl aus diesem Grund wollen viele eben auch nicht zu viel investieren. Aber ist halt so: nur wer wagt, gewinnt auch.

      • Katharina sagt:

        naja RoXY, aus buddhistischer Sicht ist ‚Wir hatten alle Glück im 20 Jhd, in der Schweiz geboren zu werden‘ eher ein zurück auf den Start Karma.

        Also eine Strafrunde in Mindfucking.

      • Undundund... sagt:

        Schön für Sie, wenn Sie investiert haben und nicht verloren haben. Aber das so weit zu verallgemeinern, dass Sie sagen, dass alle, die im fortgeschrittenen Alter suchen müssen, selber schuld sind, finde ich komplett unzulässig. Damit verletzen Sie all jene, die auch investiert haben, aber vom Glück weniger begünstigt waren als Sie. Gut für Sie, dass es für Sie gut ging, aber daraus kann man keine Regel machen…

      • Reincarnation of XY sagt:

        tja Katharina – was einige als Unglück lamentieren, nehmen andere als Glück
        ich gehöre offensichtlich zur zweiten Sorte

        undundund -na dann viel Spass, wenn sie sich im Unglück suhlen. Offensichtlich wollen sie sich nicht einmal ansatzweise mit einem neuen Denkansatz konfrontieren.
        Ich sage es aber nocheinmal: das Universum mag aus Zufall entstanden sein, aber wie sich zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln, ist definitiv KEIN Zufall. Das hat mit Glück und Unglück nichts zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        Das ist doch nicht im Unglück suhlen. Sondern schlicht der Hinweis, dass es unzulässig ist, in dieser Absolutheit Leuten, die verlassen wurden, die volle Verantwortung dafür zu geben. Natürlich kann man einiges beeinflussen. Aber längst nicht alles. Meiner Partnerin ist eine eigenständige Person mit einer eigenständigen Entwicklung. Ich besitze sie nicht, ich kann sie zu gar nichts zwingen. Nur mit meinem Verhalten wesentlich dazu beitragen, dass sie sich immer wieder für mich entscheidet.

    • Reincarnation of XY sagt:

      ach kommen sie SP – ich sagte nie „volle Verantwortung“ – sondern schlicht „wird schwerlich“ verlassen, was ja den Raum offengelassen hat, dass es nicht 100% unmöglich ist. Aber bloss weil nichts 100% ist, heisst das nicht, dass es grosse Wahrscheinlichkeiten, sinnvolle Regeln und Massstäbe gibt. Ich sagte und wiederholte nur, dass die Entwicklung von zwischenmenschlichen Beziehungen eben nicht zufällig sind und es deshalb nicht um Glück oder Unglück geht. Sie, und all die anderen, die das nicht hören wollen, dürfen gerne einmal logisch argumentieren, warum das Gegenteil der Fall sein soll. Ich bin wirklich gespannt auf diese Argumente. Denn nichts ist so offensichtlich, als dass die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen nicht zufällig sind.

      • Sportpapi sagt:

        Die Logik bringe ich gerne. Eine Beziehung besteht zwingend aus zwei Personen, die beteiligt sind. Es kann also nicht sein, dass eine Person allein die Qualität dieser Beziehung garantieren kann. Dass man in einer Partnerschaft mit dem eigenen Verhalten viel dazu beiträgt, dass der andere sich ebenso verhält, das bestreitet ja niemand.
        Nebenbei gibt es auch Menschen, die mit ihrer Liebe ihr Gegenüber schlicht erdrücken. Die sind dann umso geschockter, wenn die Partnerin/der Partner dann doch aus dem goldenen Käfig ausbricht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        auch das habe ich an anderer Stelle bereits erwähnt und zwar ihnen gegenüber(!): ich sagte „manchmal braucht es auch Konfrontation und Einfordern“ etc. – jmd. mit Liebe erdrücken ist eben keine echte Liebe, das ist extrem Selbstbezogen.
        Ich sagte stets, dass es Komplex ist, dass aber die einfache Gleichung trotzdem ihre Richtigkeit hat.
        Wenn man natürlich auf all das nicht eingeht, was ich sage… ja, was soll ich dann noch sagen?
        Ein Beispiel: wenn sie ihre Kinder wirklich lieben, werden diese sie später schwerlich hassen. Das stimmt auch, wenigstens zu 99%.

        Wer mich mag, den mag ich auch. Wer mich liebt, den lieb ich auch. – Stimmt in den allermeisten Fällen. – Oder ist das bei Ihnen etwa nicht so?

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich habe auch schon jemanden verlassen, der mich sehr geliebt hat. Aber ich war nicht zufrieden.
        „wenn sie ihre Kinder wirklich lieben, werden diese sie später schwerlich hassen.“ Das stimmt. Aber ob sie mich immer so lieben werden, wie ich sie? Immerhin geht es bei der Paarbeziehung ja auch um den einzigen Menschen, um Exklusivität. Vielleicht liebt Sie Ihre Frau dereinst ja immer noch, aber jemand anderen vielleicht noch etwas mehr?

      • Reincarnation of XY sagt:

        OK – das lass ich ihnen – es ging ja nur darum ein grundsätzliches Prinzip zu veranschaulichen.

        Wenn sie aber alle meine Kommentare hier lesen, würden sie schon merken, was ich meine.
        Wie gesagt – Garantien habe ich keine, aber meine Überzeugungen reichen mir vollkommen. Sie haben sich im Lauf der Jahre sogar noch verdichtet. Beziehungen sind keine Glückssache, sondern eine ziemlich genaue Abbildung dessen, was in sie hineinfliesst.
        Die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs ist genau so gross, wie in allen anderen Dingen, bei denen man auf die Regeln acht gibt. Einzig die Materie ist komplexer. Hier aber herrscht der Tenor als seien wir völlig hilflos den Launen von ?? ausgeliefert. Das ist vollkommen falsch.
        Man erntet, was man sät. So hart müssen wir zu uns selbst sein.

  • Franz Pfister sagt:

    „Und dass es … ganz schön mühsam sein kann, für sich und die eigenen Lebenswünsche Verantwortung zu übernehmen.“

    Wow, und diese Erkenntnis bereits so früh im Leben?
    Willkommen im Klub der „Ernährer“.

    Ist es mit der Selbstverantwortung (Emanzipation) doch noch nicht so weit her wie ich mir das bei der „modernen Frau“ gedacht hätte?

  • Thomas Bollinger sagt:

    Der Artikel ist ausgezeichnet und wiederspiegelt das Dilemma, in dem viele stecken. Aus meiner männlichen Sicht frage ich mich aber ebenfalls, warum Frauen ab 50 meistens wiederum so fixiert sind auf eine feste, traditionelle Beziehung. Wäre es nicht an der Zeit, die Zielsetzungen zu hinterfragen?

    • Muttis Liebling sagt:

      >50- jährige, welche noch so fit sind, über Liebe nachdenken zu können, gibt es erst seit 3-4 Generationen. Also hat es dafür kein evolutionäres Programm.

      Da frage ich mich auch, warum man dann so phantasielos ist, einfach das für 20-40 Jahre optimierte Programm nachzuspielen?

      Ich wollte immer eine Familie haben und hatte die auch 26 Jahr lang. Am Ende waren die Kinder erwachsen und das primäre Ziel der Familie war erreicht. Wir konnten uns trennen, weil wir für die weitere Zukunft völlig andere Vorstellungen hatten.

      Jetzt habe ich gelegentliche Liebschaften, meist Prostituierte und möchte nie wieder erleben, dass jemand in der Wohnung ist, wenn ich abends nach Hause kommen. Denn das, was mich im Kern interessiert, lesen, schreiben, nachdenken, geht allein am besten.

    • Ladybird sagt:

      Dieses Dilemma sehe ich darin, weil die Frau idR die Einzige beim Mann sein will. Also seine „Priorität“ und nicht eine „Option“ unter vielen. Daher strebt sie idR tendenzell eher eine Beziehung an, weil in ihr die Exklusivität am ehesten gewährt ist. Eine Beziehung im übrigen, die keinesfalls traditionell im Sinne von gemeinsamem Wohnen oder gar einer neuer Ehe sein muss. Im Gegenteil viele Frauen in dieser Situation streben getrennte Wohnungen an. Aber: Oft ist es so, dass die gleichaltrigen Männern (50+) sich nach der Scheidung/Tod der Ehefrau erstmals ausleben und austoben wollen und sich nicht gerade wieder auf jemanden festlegen wollen. Und so tut sich dieser Graben auf….

    • Simone sagt:

      das frage ich mich auch…

  • Michu sagt:

    Die Frage, welche sich offenbar niemand stellt, ist: Was kann ich in eine Beziehung bringen? Was kann ich dem anderen geben? Wie funktionieren wir zusammen, als Team?

    Die (hoffentlich überzeichneten) Beispiele hier: Wie kann ich profitieren?

    Und eine Beziehung funtioniert sehr selten, wenn man nur nimmt.

  • Karl-Heinz sagt:

    Sehr gut beschrieben! Teilweise finde ich mich dabei wieder, auch ich würde nicht die mißratenen Sprößlinge meiner Angebeteten mit meiner Altersversorgung zuschütten wollen. Und dann noch etwas: auch Frauen über 50 haben immer wieder beträchtliches erotisches Kapital. Und finde ich noch, Ausstrahlung und Geist stechen Aussehen.

  • Martin Frey sagt:

    Auffallend scheint an den Beispielen die offensichtliche Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ansprüche und Realität divergieren mit zunehmendem Alter anscheinend immer mehr. Gepaart mit teils völlig fehlender Flexibilität und Kompromissbereitschaft macht das die Leute auf dem Beziehungsmarkt oft nicht vermittelbar. Insbesondere gewisse Frauen in einem Alter, aber teils auch Männer bräuchten daher dringend einen Reality-Check, nicht zuletzt da die Objekte ihres Beuteschemas entweder dünn gesät oder anderweitig besser versorgt sind. Ein Trussardi hat halt nicht auf Gabi gewartet, und auch Clooney wird Susanne wohl eher kein Kaffee anbieten.
    Was ich schon gar nicht verstehe: Weshalb und wofür um Himmels Willen braucht eine Frau um die 50 „finanzielle Sicherheit“?

    • Sportpapi sagt:

      Wer mit 18 seinen „Wert“ daran misst, im Ausgang nicht bezahlen zu müssen, ändert diese Einstellung wohl nicht so bald.

    • Tino sagt:

      Weshalb „finanzielle Sicherheit“? Einerseits um die unersättlich hohen Ansprüche an Shopping, Weekends, Wellness befriedigt zu bekommen und andererseits um bei den „Freundinnen“ angeben zu können, was für einen erfolgreichen und „wichtigen“ Partner ma doch noch trotz langsam welkendem Körper ergattert hat.

    • Benni Aschwanden sagt:

      Weil bei Frauen um 50 die Ansprüche an den eigenen Wohlstand steigen. Es ist nicht mehr wie mit 20, als eine romantische Altbauwohnung zum Glücklichsein genügte, Hauptsache man (frau) war verliebt und zusammen. Frauen (und Männer) wollen ab 50 nochmals Luxus geniessen. Bei Männern wird das dann „Midlife-Crisis“ genannt. Im Unterschied zu Männern können sich Frauen das oft nicht selber leisten, also brauchen sie dazu das Geld vom Schatz / Ex / Liebhaber / Daddy etc. In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie wenig Skrupel viele Frauen haben, das Geld anderer Leute auszugeben.

    • 13 sagt:

      Irgendwann hat frau halt auch nicht unbedingt eine Wahl. Eine Frau, die mit 20 einen Partner findet und weiss, dass er die finanzielle Sicherheit wohl nie ganz ermöglichen kann, hat noch die Möglichkeit, selber etwas zu tun, eine Ausbildung, Karriere etc. Ich persönlich habe mich mit 20 genau dafür entschieden und im Wissen geheiratet, dass ich die Hauptverdienerin sein muss. Dank guter Ausbildung auch kein Problem. Wer aber die letzten 30 Jahren, also ab 20 bis 50, sein Leben darauf ausgerichtet hat, dass jemand anderes vorsorgt, der hat mit 50 diese Wahl nicht unbedingt mehr. Zusammengefasst brauchen alle die finanzielle Sicherheit. Eine Frau, die nach der Lehre x Jahre zu Hause war, wenig gearbeitet hat und nichts in den Beruf investierte, kann sie einfach nicht selber gewährleisten.

      • Franz Pfister sagt:

        Stimmt alles. Ist aber doch ziemlich naives Verhalten, zumal eine (Versorgungs-)Gemeinschaft selten nur einseitig beendet wird.

        Wäre noch interessant zu wissen, wieviele der „modernen Frauen“ heutzutage noch auf die riskante Karte Fremdversorgung setzen und die Verantwortung (Überspitzt: Rechte und Pflichten) an den Mann abgeben.

      • 13 sagt:

        @ FP
        Was verstehen Sie unter „moderne Frau“? Eine Frau, die heute lebt oder „moderne“ Ansichten hat? Und die Frage heute ist doch eher, ob eine Frau, die heute 50 Jahre alt ist, also diese Entscheidung vor 20-30 Jahren gefällt hat auch darunter fällt?

      • Franz Pfister sagt:

        @13:
        Darunter verstehe ich eine jede Frau mit modernen Ansichten (ich bin geneigt „emanzipiert“ zu sagen).
        Im Kontext meiner Frage spielt das aber keine Rolle, da eine heute 50-jährige eher nicht mehr die Wahl hat „auf die Karte Fremdversorgung zu setzen“. Die Frage bezog sich also auf heute junge Frauen die das erste Mal vor dieser Entscheidung stehen.

      • 13 sagt:

        @ FP
        Ich glaube eine Statistik gelesen zu haben, dass Einverdienerehen etwa 20% ausmachen, wie das betreffend Alter und Einstellung verteilt ist und wie lange dieses System in der Regel gelebt wird, weiss ich nicht. Ich erlebe solche Entwürfe in meinem beruflichen Umfeld schockierend häufig, im privaten gar nicht. Beides wird kaum repräsentativ sein.

      • Franz Pfister sagt:

        %-Angaben, welche Aufteilung in welcher Ehe gelebt wird ist irrelevant. Auch die „Zweiverdienerehe“ schliesst nicht aus, dass man (vermutlich primär die Frau) fremdernährt wird.

        Ich würde es begrüssen, wenn ein Gleichstellungsbüro eine representative, anonyme Umfrage machen würde wie viele % der jungen Frauen das Ziel haben „sich aushalten zu lassen“.
        Als Folgeumfrage dann auch sogleich wie viele derjenigen die emanzipiert sein wollen ihren Worten Taten folgen lassen und effektiv etwas dafür tun, sich selbst ernähren zu können (da fallen z.B. auch Studentinnen „unnützer“ Fächer schon mal weg).
        Diese Folgeumfrage-Prozentzahl wäre interessant.

      • Sportpapi sagt:

        @FP: Ich glaube, die Frauen sind durchaus in der Lage, sich selber zu ernähren. Aber nicht mehr, nicht eine ganze Familie.

      • Sportpapi sagt:

        Diese, nicht die. Möchte hier nicht verallgemeinern.

      • Franz Pfister sagt:

        Es geht nicht um das „Können“. Es geht darum ob man (frau) sich der Entscheidung bewusst ist und ggf. auch etwas dafür tut sich selbst ernähren zu können.
        Meiner bescheidenen Meinung nach ist nach wie vor Folgendes die Regel:
        – Mann sucht sich einen Job aus der ihm möglichst viel Geld einbringt.
        – Frau sucht sich einen Job aus der ihr gefällt.

        Welche Variante führt wohl eher in die Abhängigkeit?

      • Sportpapi sagt:

        @FP: Von jedem normalen Job kann sich eine Einzelperson durchbringen.

      • Hannes Müller sagt:

        13, Sie sind die Ausnahme. Ich gratuliere Ihnen dazu (bin auch mit so einer Ausnahme verheiratet, die Rollenverteilung definitiv ergab sich dann eher zufällig – aber die Grundeinstellung war vorhanden)

      • 13 sagt:

        Herr Müller, danke, auch wenn ich das Gefühl habe, die gleichen komischen und unverdienten Lorbeeren zu erhalten, wie ein Vater, der für das Windeln wechseln gelobt wird. Sehen Sie, ich messe dem Geschlecht einfach keine so grosse Rolle zu, dass dieses die Aufgabenverteilung erheblich beeinflussen würde, bis vielleicht auf die ersten Monate nach einer Geburt. Der Rest ergibt sich aufgrund Charakter, Fähigkeiten und Interesse.

      • Martin Frey sagt:

        Auch wenn Sie all das als selbstverständlich betrachten, 13, es ist es nicht. Mit dem Windelnwechsel ist es dasselbe. Aus Sicht der Person, die zu etwas mit einer gewissen Selbstverständlichkeit befähigt ist und eben dies auch tagtäglich zu leben pflegt, bedeutet dies nie eine grosse Sache um die man speziell Aufhebens machen sollte. Wie von Hr. Müller gesagt, das spricht für Sie.

    • Martin Frey sagt:

      „Wer aber die letzten 30 Jahren, also ab 20 bis 50, sein Leben darauf ausgerichtet hat, dass jemand anderes vorsorgt, der hat mit 50 diese Wahl nicht unbedingt mehr.“ Aber ist gerade das nicht ein etwas anachronistisches Modell, 13, implizit ausgelegt darauf, von jemandem abhängig (aka Sicherheit) zu sein? Ich denke doch, dass auch frau heutzutage in diesem Land genug Zeit, Möglichkeit und Ressourcen hat, im Rahmen der Lebensplanung in einen eigenen Beruf und auch in eigene Vorsorge zu investieren. Letztendlich geht es doch einfach um Selbstverantwortung, meine ich. Ansonsten sind wir tatsächlich nicht viel weiter als bei der Haltung, die SP anschaulich skizzierte.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Völlig einverstanden. Ich halte das nicht unbedingt für erstrebenswert, auch wenn ich dann wieder als die böse gelte, die die klassische Rollenverteilung und die Hausfrauen nicht akzeptiert. Die Frage, bei der ich eher zögere, ist einfach, ob die Zeit, Möglichkeiten und Ressourcen mit 50 auch noch da sind, wenn man die Möglichkeit, dass niemand da ist, der für die finanzielle Sicherheit aufkommt, zuvor nicht oder zu wenig in Betracht gezogen wurde.

      • Sportpapi sagt:

        Es gibt ja nicht nur schwarz-weiss. Man kann auch die klassische Rollenteilung leben, und doch einen Fuss im Beruf haben – das haben doch die meisten heute. Und dann braucht es auch nicht wahnsinnig viel, um alleinstehend sich selber versorgen zu können, sollte die Beziehung doch mal bachab gehen (dass auch noch ein Ausgleich stattfinden muss, da bin ich natürlich auch dafür).

      • Martin Frey sagt:

        Da bin ich für einmal ganz bei Sportpapi. Ich denke auch dass beides möglich sein sollte, vorübergehend oder auch länger klassische Rollenverteilung und trotzdem einen rechten Beruf gelernt zu haben in dem frau jederzeit wieder einsteigen kann. Sofern sie dazu bereit ist. Natürlich kann man da einwenden dass dieser Einstieg nicht mehr in allen Branchen 1:1 möglich sein wird. Aber genau das muss halt auch bei der Berufs- und Lebensplanung überlegt sein.
        Eine andere Geschichte sind dann natürlich die (teils überhöhten) Ansprüche, womit wir dann wieder bei meinen Ausgangsthesen wären.

      • KA sagt:

        also vor 30 Jahren war doch eine sehr emanzipierte Zeit. Wenn man als Frau da auch nur ein bisschen die Augen aufgemacht hat, wusste man, worauf man sich einlässt, wenn man sich „nur“ auf Haushalt und Kinder beschränkt. Ich habe damals bewusst noch ein Studium angefangen, damit ich finanziell unabhängig bin. Auch die Doppelbelastung mit Beruf und Familie war ein bewusster Entscheid, damit ich auf eigenen Beine stehen kann. Bin zum Glück immer noch glücklich verheiratet, versuche nun, mich nicht zu fest von einem finanziellen Standard abhängig zu machen. Das Wissen, dass ich auch mit wenig Geld glücklich sein kann, gibt mir das Gefühl grosser Freiheit. Ich glaube auch, dass es unsere Partnerschaft bereichert und zu ihrem Gelingen beträgt. Sicherheit gibt es aber nie.

      • 13 sagt:

        @ SP/MF
        Entschuldigt die Verwirrung, ich meinte mit „klassischer Rollenverteilung“ eine sehr enge Definition, wo die Frau gar nicht mehr arbeitet und das über viele Jahre hinweg. Das kam nicht klar rüber.

        @ Sp
        Durch die heute eher späte Familiengründung, sind viele Frauen mit 50 eben nicht unbedingt alleinstehend, sondern haben noch 1-2 Teenager zu Hause, da verzögert die Berufsaufnahme/-ausdehnung nochmals um ein paar Jahre und irgendwann ist es dann halt wirklich sehr spät.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das verstehe ich nun nicht. Wenn die Frau ohne Partner dasteht, wird sie sich wohl nicht von Teenagern im Haus davon abhalten lassen, beruflich wieder auf eigenen Füssen zu stehen. Zumindest wird sie es versuchen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nun, so einfach ist es nicht. Einige werden sich nicht davon abhalten lassen, viele jedoch doch. Die Kinder sind es gewöhnt, dass jemand da ist, sie haben es gerade schwer wegen der Trennung, ich habe seit 15 Jahren nicht gearbeitet, wo soll ich was finden, ich habe ihn immer unterstützt, nun soll er bezahlen. Das nur so Müsterchen meines Alltages. Alles nachvollziehbar und doch bringt es einen nicht weiter. Ich glaube, dass es schwer ist, sich von einer Idee zu trennen, an die man immer geglaubt und die man 20 Jahre oder mehr gelebt hat. Ich weiss nicht, wie alt Sie sind, vielleicht wird man mit dem Alter auch weniger flexibel, keine Ahnung, ich kann das mit 34 noch nicht sagen. Dann ist da noch die Angst, ob man es im Arbeitsmarkt (noch) schafft.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin ein paar Jahre älter als Sie – meine Frau könnte aber den gleichen Jahrgang haben. Ok, Sie haben recht. Wenn man(n) es sich leisten kann, mag es sein, dass eine Frau sich auf eine solche Position festlegt. Tatsächlich habe ich das im Umfeld auch erlebt, bei einer gut 40jährigen Frau mit einem einzigen schulpflichtigen Kind, die bereits die letzten Jahre die Beziehung nur aufrecht erhalten hat, um versorgt zu sein, und die sich nun unglaublich schwer tut, wenigstens Teilzeit wieder zu arbeiten.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich behaupte ja nicht, dass das die Regel sei, das ist es heute ganz sicher nicht, aber es kommt aber vor. Und dann bestehen für die Frau drei Möglichkeiten: selber aktiv werden, den gewohnten Wohnstand erheblich runterzuschrauben oder einen neuen Versorger finden. Die dritte Option scheint oft am einfachsten, ob sie das ist, wird nicht bei jedem gleich sein.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, die dritte Option war bei meinem Fall auch die angestrebte – nur will der Auserwählte noch nicht so recht. Männer sehen ja auch, was läuft.

    • Gregory Miller sagt:

      Gut geschrieben Herr Frey. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen zwischen 40 und 50 sehr, sehr hohe Ansprüche an einen vermeintlichen Partner haben. Gerade auf Dating-Plattformen sind die Listen der Ansprüche lang. Im Gegensatz dazu werden aber kaum selber alle Anforderungen erfüllt. Oder die Frauen suchen gar keine Partner für länger sondern möchten sich bestätigen, dass sie einen „haben“ könnten, wenn sie nur wollten. Dafür gehen sie aber keine Kompromisse ein (das hatte ich schon etc., etc.) und verunmöglichen eine Beziehung mit Perspektiven. Ich bestätige daher die Aussage, dass Wünsche und eigenes Angebot weit auseinander klaffen. Dies mit dem Effekt, dass frau alleine bleibt (oder oftmals mit den Kindern, dann ist frau ja nicht ganz alleine und täuscht sich selbst).

      • Simone sagt:

        ich finde es unglaublich, dass sich Paare immer noch dazu entscheiden, dass jemand nichts verdient, sprich zu Hause bleibt. ich finde das absolut unverantwortlich.

      • Greatsheep sagt:

        Das dürfen Sie unglaublich finden, geht Sie und alle anderen aber rein gar nichts an wie Paare sich organisieren. Solche Einmischungen gebären so kranke Ideen wie einen Arbeitszwang via Steuerrecht einzuführen. Ein Gedanke einer Alt-Bundesrätin. War die Gleiche die ein Betreuungs-Permit auch für Familienmitglieder einführen wollte.

  • Peter sagt:

    Bei Frauen machen lange Haare und lange Beine sexy. Bei Männern macht’s der Status und reichlich Geld (was ja die grosse Mehrheit nicht hat). Ist es am Ende also doch nur ein Tauschhandel: Geld gegen Sex und vielleicht noch etwas Konversation und Begleitung ins Theater oder am Wochenende ins Tessin? Ist das jetzt also die vielzitierte Gleichstellung der Geschlechter? Wenn allen beteiligten bewusst ist, worum es geht und sie mit dem Handel einverstanden sind? Oder braucht es doch noch etwas anderes, um gemeinsam alt zu werden?

    • Simone sagt:

      es kann auch anders sein: nochmals einen Karrieremann und Statussymbole hier und dort und langweilige Geschäftsanlässe und teure Autos etc.. NIE wieder. Velo und Tshirt und Picknick am See und Zeit und Musse..
      und das coole: das geht wunderbar mit mir und / oder mit FreundInnen!

  • Angelo sagt:

    Gut und ehrlich geschrieben, man kann sich aber schon Fragen, geht es um Liebe und Zweisamkeit oder und um finanzielle Absicherung. Die Frauen sind doch Selbstständig und Emanzipiert, sollte man meinen….
    Traurig wenn man das liest, nur eine Chance zu haben, wenn man Geld hat.
    49 Jähriger Single….

  • Eduardo sagt:

    Schön, wenn eine Frau mal zugibt, dass es den meisten Frauen bei Männern vor allem um Versorgung, Luxus und Angeberei geht. Deshalb die heissersehnten vermögenden Karrieremacher mit den langen Beinen. Sex ist da vor allem notwendig, um sie an die Kette zu legen.
    In meinem Bekanntenkreis war dies früher oft bei Frauen um die 30 bis 35 der Fall. Klar, die sexuellen Verzauberungs- bzw. Verhexungsfähigkeiten nahmen ab da exponentiell ab, und mit dem Kinderkriegen wurde es bereits schwieriger, also nahm man den besten gerade verfügbaren Geldmann. Jetzt, wo alle diese Frauen in ihren Fünfzigern sind, beneide ich keinen dieser Männer mehr um ihre Partnerinnen und erfreue mich alleine am sehr behaglichen Leben, das mir mein Vermögen endlich ermöglicht. So ist halt das Leben.

    • Martin Frey sagt:

      Ich weiss nicht ob Sie nicht da etwas verwechselt haben, Eduardo. Das mit den langen Beinen ist typischerweise eher kein Attribut der heissersehnten vermögenden Karrieremacher, sondern eher von deren Objekt der Begierde 😉 Notabene wohl das Attribut weiblicher Schönheit welches dem Zahn der Zeit am wenigsten Tribut zollt. 🙂

  • Melanie sagt:

    amüsant und sehr wahr! Toll geschrieben.

  • Hotel Papa sagt:

    Schonungslos ehrlich und treffend: Liebe ist ein Kuhhandel.

Kommentar

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