Welcher Erziehungstyp sind Sie?

Aussergewöhnliche Erziehungsmassnahmen in Nanny McPhee Returns. (Universal Pictures)

Zaubern mit Erziehungsauftrag: Szene aus «Nanny McPhee Returns». (Universal Pictures)

Es gibt nichts Ungehorsameres als Babys. Die tun und lassen, was sie wollen. Tun Milch rein. Und lassen sie wieder raus. Natur pur. Stört niemanden. Solange die Muttermilch nicht öffentlich verabreicht und die Windel luftdicht entsorgt wird. Schliesslich wollen nicht nur Kinder, sondern auch Eltern erzogen sein. Deren Babys mutieren nur allzu schnell zu kleinen Kindern. Und diese tun und lassen einiges mehr. Ich beginne gar nicht erst mit einer Aufzählung, sie würde das Datenzentrum von Google sprengen. Vieles von dem, was kleine Kinder eben so tun, stört. Die Eltern, die Grosseltern, die Freunde, die Nachbarn, die Schweiz, ja die ganze Gesellschaft. Deshalb greifen alle zusammen in die Natur ein. Und nennen es Erziehung. Oder anders gesagt: Wir sagen den Kleinen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Um der drohenden Anarchie durch heranwachsende Kinder etwas entgegenzusetzen, haben wir uns einen bunten Strauss von Methoden einfallen lassen. Hauptsächlich dienen sie Eltern dazu, Autorität zu erlangen und die ungehorsame Meute zu bestimmten Handlungsweisen zu motivieren. Ich versuche die am häufigsten hervorgebrachten Strategien zur Manipulation der kindlichen Natur und deren Wirkungsgrad kurz zu erläutern.

1. Die Frage

«Wollt ihr nicht das Zimmer aufräumen?»

Klingt nach einer humanen und respektvollen Methode, kleinen Menschen entgegenzutreten. Funktioniert aus eigener Erfahrung aber nicht. Und sicher nicht zuverlässig. Entscheidungsfreiheit wirkt auf Kinder (und auch auf viele Erwachsene) nicht befreiend, sondern eher belastend. Das Sprichwort «Die Qual der Wahl» kommt nicht von ungefähr.

2. Die Bitte

«Räumt jetzt bitte das Zimmer auf!»

Bittsteller liefern sich aus. Keine gute Verhandlungsposition. Vor allem nicht, wenn die Sache nicht verhandelbar ist. Eltern überlassen dem Kind die Macht. Keine gute Idee. Und wer das Zimmer nach abgeschlagener Bitte selber aufräumt, ist selber schuld, wenn in Zukunft jede Bitte gnadenlos abgelehnt wird.

3. Der Befehl

«Ihr müsst jetzt das Zimmer aufräumen!»

Wenn das Fragen und Bitten nicht wirkt, muss der Befehlshaber ein Machtwort sprechen. So will es das Klischee. Mama fragt und bittet 1000-mal, und schliesslich kommt der Papa und befiehlt. Das Modell ist leider immer noch häufig zu beobachten. Der Wirkungsgrad dieser Methode hängt stark vom Befehlston und von der Autorität des Befehlausgebers ab.

4. Die Zielvereinbarung

«Wir haben doch abgemacht, dass ihr das Zimmer aufräumt!»

Hier spricht der Human-Resources-Manager. Kinder funktionieren aber nicht wie Arbeitnehmer. Sie kriegen zwar auch ein schlechtes Gewissen. Aber man kann ihnen schlecht kündigen, wenn sie die Ziele nicht erreicht haben. Höchstens den Lohn kürzen. Die Methode dürfte daher eher bei Jugendlichen greifen.

5. Die Konsequenz

«Wenn ihr jetzt das Zimmer nicht aufräumt, gibt es morgen keine Corn Flakes!»

Die Wenn-dann-Strategie ist weit verbreitet. Höre ich praktisch jedes Mal in irgendeiner Variation auf dem Spielplatz. Unglaublich, wie kreativ manche Eltern sind. Aber Achtung. Je nach angedrohter Konsequenz stellt das Kind jegliche Tätigkeit zugunsten eines Heulkrampfes ein. Dieser endet erst, wenn die Konsequenz zuerst mehrfach abgeschwächt und schliesslich durch eine Glace der Marke Trost ersetzt wird.

6. Die Drohung

«Wenn ihr jetzt das Zimmer nicht aufräumt, stirbt ein Einhorn.»

Ungemein kreativ. Habe ich kürzlich in einem Heft gelesen. Ich glaube, es war im «Wir Eltern». Musste ich natürlich sofort ausprobieren. Hat tatsächlich funktioniert. Allerdings nur bis zum nächsten Tag. Dann hat die Kleine Mama gefragt, ob das wirklich stimmt mit dem Einhorn. Bei der meist wirksamen Drohstrategie ist immer zu beachten, dass die Drohung im Ernstfall wahr gemacht werden kann und muss.

7. Das Goodie

«Wenn das Zimmer aufgeräumt ist, dürft ihr Tom & Jerry schauen.»

Die positive Drohung respektive Konsequenz ist mein neuer Lieblingsansatz. Diese je nach Goodie sehr motivierende Strategie muss allerdings in homöopathischen Dosen eingesetzt werden, da die Erwartungshaltung sonst stark ansteigt. Ich warte noch auf den Moment, wenn die Kinder das Zimmer ungefragt aufräumen und danach die Tom-&-Jerry-DVD selbst einlegen.

64 Kommentare zu «Welcher Erziehungstyp sind Sie?»

  • Leif Czerny sagt:

    Androhung von Strafe Ist doch nicht dasselbe wie Konsequenz… Konsequenz würde bedeuten entweder: „wenn du dein Zimmer nicht aufräumst ist es unordentlich und du wirst nachher im Dunkeln über deine Sachen stolpern“, oder sich selbst konsequent zu verhalten, indem man zum Beispiel selbst sein eigenes Zimmer aufräumt. Oder indem man dem Kind gegenüber darauf besteht, dass jetzt aufgeräumt und vorher nichts anderes gemacht werden soll.

  • Leif Czerny sagt:

    Wir wäre es denn einfach mal mit „ich möchte, dass du jetzt dein Zimmer aufräumst?“

  • Martin sagt:

    Zurzeit benutzen wir die Entweder Oder Methode. Wenn das Kleine nicht Zaehneputzen will, zeige ich zwei Zahnbuersten und frage mit welcher sie putzen will. Funktioniert mit Pulli und Socken usw. Trinken/Essen. Fast ueberall. Wenn es nicht klappt, dann ist etwas anderes nicht gut.

  • Petra sagt:

    „…. Sobald ihr das Zmmer aufgeräumt habt, könnt ihr…. / können wir….“ Funktioniert immer und überall und ganz ohne Druck für keinen. „Solange“ ist ebenfalls eine seht gutes Wort, funktioniert ebenfalls bestens. „Solange ihr streitet, kann ich Euch ….“. Integrative Erziehung nach Maria Kennesey / ifipp.ch – sehr zu empfehlen! Maria hat noch viele solchen kleinen Tricks – es ist wirklich ganz einfach.

    • Samichlous sagt:

      @Petra: Sie retten meinen Tag!

      Die Welt ist doch noch nicht verloren. Es gibt noch Eltern mit Herz und gesundem Menschenverstand wie Sie 🙂
      Ja Maria Kennesey kann auch ich als alter Chlous allen Eltern schwerstens ans Herz legen.
      So erzieht ihr eine nächste gesunde Generation heran und nicht noch mehr gefrustete agressive Kinder.
      Auch gut ist das Buch „integrative Erziehung im Vorschulalter“ von Frau Huber, welche nach Maria Kennesey Kurse und Vorträge hält, wünsche ich der Mamablosleserschaft unter dem Weihnachtsbaum

      http://www.svipp.ch/bucher/

  • Sepp sagt:

    Ich gebe mich geschlagen, bin nur ein Mann. Bei mir klappts oft mit: Achtung, fertig, los, ich stopp die Uhr wie lang wir brauchen um aufzuräumen.

    • Nala Rubischon sagt:

      Ich bin zwar eine Frau, aber bei uns lief das ähnlich. Erst haben wir alles was rumlag in eine grosse Kiste (alternativ aufs Bett oder einen Haufen am Boden) gelegt, und dann durfte jeder 5 Minuten lang aufräumen. Achtung, fertig, los. 1. Kind, nach 5 Minuten das 2. Kind nachher ich selber noch 5 Minuten. Wesentlich länger als 1-2 Runden brauchte man selten um alles aufzuräumen. Unglaublich wie schnell die das Zeugs verräumen können, wenn man eine Stoppuhr dazu nimmt.

    • Martin sagt:

      guter Vorschlag, werde es ausprobieren, wenn sie aelter ist.

  • Schnee sagt:

    ich habe die tollsten erfolgen mit folgendem satz: “ ich hab heut Putztag – in 10 minuten (je nach Chaos variable zeitangabe) komme ich mit dem Staubsauger vorbei, wenn ihr eure Lego also noch braucht……“

  • Tobias sagt:

    Die Bitte käme doch vor der Frage, und letztere ist doch nur rhetorisch, eigentlich ist es schon ein Befehl, wie auch die „Abmachung“ nur einseitig ist, und deshalb auf Widerstand stösst, weil es keine ehrliche Sache ist.
    Die Bitte im Beispiel ist auch keine Bitte, sondern ein Befehl: Bitte wäre: „könnt ihr bitte noch das Zimmer aufräumen?“ Also mit Fragezeichen und nicht mit Ausrufezeichen.
    Die positive „Drohung“ empfinde ich gar nicht als Drohung sondern als Motivation und empfinde das als sinnvolle Erziehung (was aber wenn sie auf Tom und Jerry verzichten?).

  • Werner sagt:

    Dann bleibt das Zimmer eben unaufgeräumt. Ich muss ja nicht dort wohnen. Bei Ueberschreitung der allg. Hygieneregeln (also es stinkt) – hilft nur noch der Kärcher und Desinfektion. Mit zunehmendem Alter – bringen Freundin/ Freund nach Hause, bessert es sich meistens sowieso. Ein eh. ‚leidgeprüfter‘ Vater von erwachsenen Kindern, die sehr reinlich geworden sind. Mein Schreibtisch ist ein ‚kreatives Chaos‘; bitte sehr…

  • Simone sagt:

    grässliche Ansätze und Umsetzungen.
    geht gar nicht.

  • Christine sagt:

    Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen. Ich hatte die Kraft nicht und noch viel weniger die Lust, mich wegen Nicht-Aufräumen des Zimmers aufzuregen und habe es selbst gemacht, wenn es mir zu chaotisch war. In der Pubertät begann es, dass sie meinten, ich müsse jetzt nicht mehr bei ihnen aufräumen, sie tun es selbst (was sie auch machten), sie wollten ihre Privatsphäre schützen:-)
    Beide halten ihre Zimmer nun in Ordnung, ohne jahrelanges Training, freiwillig und ohne Stress für uns alle!

    • Werner sagt:

      Danke für Ihren Kommentar.

      • plop sagt:

        Ja, der bereicherndste –

        darf ich fragen: haben Sie auch Erfahrungen zum Thema essen/nicht essen?
        Haben Sie da das selbe „Prinzip“ angewandt?

      • Christine sagt:

        @Plop: Bezüglich nicht-essen habe ich keine Erfahrung, wir sind gute Esser:-)
        Das „Prinzip“ bestand und besteht bei mir in einem tiefen Zutrauen in die Kinder und ihre natürliche Entwicklung, in meiner Bereitschaft, meine vielleicht starren Vorstellungen zu revidieren und gemeinsam mit den Kindern unser Zusammenleben zu entwickeln. Zum „Prinzip“ gehört auch, dass mir klar ist, dass meine Kinder vielleicht etwas anderes brauchen, als ich mir vorstelle. Beim Essen z.B.: Wir haben vielleicht nicht die gleichen Mechanismen und Bedürfnisse bzgl Essen. Vielleicht ist das familiäre Beisammensitzen nicht die optimale Essensform für das Kind.. oder 3 Mahlzeiten pro Tag… Befreiung von Normvorstellungen und Ausprobieren kreativer Lösungen empfinde ich als hilfreich:-)

      • plop sagt:

        Hmm, ja – das braucht auch eine gute Portion Mut und Selbstvertrauen. Häufig „scheitere“ ich dann an den „Vorstellungen der Gesellschaft“, welche ich eigentlich nicht partout den Kindern aufdrücken will aber irgendwie doch nicht unumgänglich sind, wir leben nicht abgeschottet…

        (Ich habe extrem schlechte Esser mit sehr dicken Schädeln – und ich kann die Kinder ja nicht zwingen, etwas zu essen, nur mit so blöden wenn-denn’s, welche ich gar nicht mag – was eben in der „Öffentlichkeit“ (bei Freunden/Grosseltern etc) zuweilen grosses Kopfschütteln auslöst, dass meine Kinder nicht mal „probieren“) Ach ach.

        Merci für Ihren unterstützenden Kommentar, er wird mich nun begleiten –

      • Christine sagt:

        Nur Mut…. ! 🙂
        Ich finde, es gibt Vorstellungen der Gesellschaft, die sehr wohl umgänglich sind, vor allem wenn dabei niemand Schaden nimmt…. wer sagt denn, dass es für eine gute Entwicklung notwendig ist, dass die Kinder alles probieren müssen? Oder so viel essen, wie wir Erwachsenen uns vorstellen?
        Dickschädel machen flexibel und sind extrem bereichernd, ich spreche aus Erfahrung:-), vorausgesetzt, man beharrt nicht auf Biegen und Brechen auf der Überzeugung, die eigene Vorstellung vom Leben gestalten sei die einzig richtige. Vorausgesetzt auch, man traut Familie und Freunden zu, ihre Vorstellung von guter Erziehung und Zusammenleben mit Kindern etwas zu flexibilisieren:-)
        Ich möchte die Horizonterweiterung nicht missen!
        Alles Gute!

      • Sozialpapa sagt:

        @Christine:
        Zu Ihrem Kommentar „…meine vielleicht starren Vorstellungen zu revidieren und gemeinsam mit den Kindern unser Zusammenleben zu entwickeln …“ und „Dickschädel machen flexibel und sind extrem bereichernd, … vorausgesetzt, man beharrt nicht auf Biegen und Brechen auf der Überzeugung, die eigene Vorstellung vom Leben gestalten sei die einzig richtige.“
        Und das Dickschädel-Kind im Gegenzug braucht aber nicht flexibel zu sein? Es darf stur auf seiner starren Haltung beharren, dass es etwas nicht will? Sein Wille ist Ihre Richtschnur für Ihr Handeln? Lernt das Kind so, Ihre flexible Haltung dereinst zu teilen? Ich wage es zu bezweifeln.

    • Martin sagt:

      schoener Kommentar.

  • tststs sagt:

    „Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.“ (M. Twain)

    In diesem Sinne: konsequent und authentisch sein, dann könnte der Kampf gewonnen werden 😉

  • tina sagt:

    versuchts mal nur so zum spass:
    anstatt befehlen oder bitten kann man fragen: „wie lange möchtet ihr noch spielen?“ oder „wann räumst du auf?“. voraussetzung ist natürlich, dass das kind weiss wie man eine uhr benutzt. die frage muss genau so sachlich gemeint sein und bei total unrealistischen antworten darf man einen lachanfall bekommen und dann die frage nochmals ernsthaft stellen. von „funktionieren“ möchte ich dabei nicht sprechen, es ist kein trick.

    • tina sagt:

      bei streitereien die einmischung erfordern kann man, anstatt in opfer und täter einzuteilen oder tathergänge zu untersuchen, die frage stellen „was ist hier los?“ (ebenso sachlich gemeint wie die obenerwähnte „wann“-frage). wie gesagt, das ist kein trick, aber der effekt ist trotzdem magisch.

  • plop sagt:

    Wenn die Kinder gar keine Ohren haben wollen wirken bei uns Befehle in Fremdsprachen. Italienisch bei Tisch und fürs Zähneputzen englisch, warum auch immer…

    Da ich beiden Sprachen nur mässig mächtig bin, sind das dann ganz kurze Befehle – Mangiare! Vieni, ma subito! – das nützt.

    Ansonsten ein bisschen von allem…

    • Anh Toàn sagt:

      @plop

      Ich denke das nützt weil Kinder sind für mich Terroristen, mit Terroristen wird nicht verhandelt. Mit Drohung oder Belohnung, eröffnet man ja dem Kind eine Wahlmöglichkeit, man verhandelt bereits. Gibt es eine Wahl, kann man versuchen, die Konsequenz zu verhandeln.

    • Anh Toàn sagt:

      Besser als: „Wenn Du jetzt Dein Zimmer nicht aufräumst, gibt’s nachher kein Eis“ ist „Zuerst räumst Du das Zimmer auf, danach gibt’s Eis“. Einfach den Ablauf beschreiben, als Alternativlosigkeit, Mutti Merkel macht das gut, streng ohne zu hauen. Keine Konditionalverknüpfung zwischen den zwei Dingen, denn damit gibt’s schon Alternativen und weitere Verhandlungsoptionen („Ich will zuerst Eis, dann aufräumen“)
      Etwa so werde ich es dann versuchen.

  • Dave McWide sagt:

    Ich habe die gute alte „ich hau dir den Hosenboden voll“ Erziehungsmethode vermisst. (verdammt wo ist nun die Ironie Taste?)

  • Sven sagt:

    Momentanes Lieblingsspielzeug konfiszieren gepaart mit „Bekommst du wieder wenn aufgeräumt ist.“ funktioniert auch ganz gut. Alternativ noch Fernseh-, Playstation, PC-Entzug als verschärfte Massnahme androhen. Letztes Mittel alles vorherige inkl. Hausarrest.

  • Philipp sagt:

    @Carolina: Bei mir ist’s genau umgekehrt: ich finde totes Vieh (Kakerlaken, Käfer etc.) im Bett meiner tierliebenden Tochter und bringe sie „unauffällig“ in den Garten…

  • bcn sagt:

    ich bin für die staubsaugermethode. dann sage ich einfach, „morgen kommt die putzfrau. entweder sind alle (gefühlte 1000) lego-starwars-teile in der box oder im staubsauger!“. das hilft.

    • Carolina sagt:

      Oder, das funktioniert aber nur ein- oder zweimal und auch nur bei ganz krassen Messy-Kinderzimmern:
      ein totes Vieh (Kakerlaken, Käfer etc) aus dem Garten ins Zimmer legen und ‚zufällig‘ finden…… 🙂
      Zumindest bei Mädchen funktioniert das sehr gut!

    • Sportpapi sagt:

      Das funktioniert eigentlich immer. Aber natürlich nicht, wenn es dann auch passiert. Bzw. in unserem Fall komme ich dann mit dem grossen Besen, und all das Zeug geht in den Abfallsack und zumindest für einige Zeit weg.

      • Blanche Wu sagt:

        Die Abfallsack Methode ist Gold wert. Bei uns hat sie immer funktioniert, aber die Drohung wurde auch in die Tat umgesetzt. Der Vater verstand keine Spässe und man wusste genau, jetzt wird es ernst. Keine leeren Drohungen od. Versprechen wurden gemacht. Absolut fair und man wusste woran man ist und ab welcher Grenze die Eltern wirklich ausrasten und wütend werden…natürlich strapazierte man die Nerven und kriegte aufs Dach…gehört alles dazu.

    • Sportpapi sagt:

      nur, wenn es auch passiert. Nicht, wenn es dann nie passiert…

  • Caro sagt:

    Danke für die gelungene Ausführung! Ich selber springe – manchmal erfolgreich – zwischen den Erziehungstypen. Dann ist es überraschend für die Kids, und entsprechend können sie sich nicht so routiniert widersetzen…

  • Bedenken sagt:

    Ungesundes Essen als Belohnung bzw. Entzug dessen als Strafe?
    Was für ein Essverhalten entwickeln Erwachsene, die so erzogen wurden? Aber ja, das ist so weit verbreitet, dass man es normal findet.
    So wird die Übergewichtsquote besser nachvollziehbar und man versteht auch, warum so viele Leute es psychologisch nicht schaffen, die schlechten Gewohnheiten zu lassen.

    • sonic sagt:

      und wer nur gute Gewohnheiten hat, wird humorlos und langweilig und schafft es psychologisch nicht davon wegzukommen..

      • Bedenken sagt:

        Ab und zu mehr auf das Vergnügen und weniger auf die Gesundheit achten ist auch eine gute Gewohnheit. Aber eben, die Kunst liegt im „ab und zu“.

  • Georg sagt:

    Es wäre mir egal, wie die Leute ihre Blagen erziehen, 1. erzögen sie sie nicht in der Öffentlichkeit und 2. hätte die misslungene Erziehung keine Folgen für mich, der ich nicht daran beteiligt war.

    • Hans sagt:

      Ich nehme an, Sie haben zuhause einen Supermarkt 1-1 nachgestellt, damit die Kinder nicht dort erzogen werden müssen, sondern erst dort reingehen, wenn sie absolut perfekt erzogen sind.
      Dasselbe natürlich mit Tram, Restaurant, etc.

    • Meier sagt:

      Erziehungsmassnahmen müssen zeitnah am Geschehen erfolgen – kein Kind könnte abends den Bezug auf einen Vorfall am Tag herstellen. Somit findet Erziehung auch in der Öffentlichkeit statt. Ich bin diesbezüglich schmerzfrei und meine Kinder wissen das auch…

      Und – ich konnte die letzten 20 kinderlosen Jahre sehr erfolgreich allen misslungenen Erziehungsversuchen anderer folgenlos aus dem Weg gehen indem ich Orte mit vielen Kindern einfach mied.

    • Patrick sagt:

      Mir wäre es lieb gewesen, wenn auch sie erzogen worden wären, meinetwegen sogar in der Öffentlichkeit.

  • Philipp Rittermann sagt:

    eine gute erziehung für kinder, haustiere und frauen basiert auf 3 pfeilern:
    1) artgerechte haltung
    2) gute und faire behandlung
    3) eine starke hand.

    • Georg sagt:

      Den Teil mit den Frauen betrachte ich als Scherz (als guten, der mir gefällt), den Teil mit den Haustieren und den Kindern betrachte ich als Ernst, der mir erst recht gefällt. Setzen Sie aber mal den Helm auf, denn Sie werden nun einer langen Reihe von Hinterrücksattacken zahlreicher Mamelibloggers ausgesetzt ein. Ich auch, aber das ist mir wurscht, denn man muss für die Wahrheit einstehen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Wenn man seinen Kindern Werte wie Unordnung und Chaos weitergeben will, kann man auf solche Erziehungsmethoden ganz verzichten.

  • Muttis Liebling sagt:

    Nur die nicht- konditionierte Anweisung OHNE das Wort ‚Bitte‘ erfüllt den Anspruch an eine Erziehungsmassnahme.

    • Franz Vontobel sagt:

      Yep, genau das ist es, was viele Deutsche so sympathisch macht: der konsequente Verzicht auf das Wort „Bitte“ – „Ich krieg‘ dann mal ein Brötchen!“

    • Andrea sagt:

      Man soll sich dann einfach nicht wundern, wenn die Kinder bei ihren Anfragen an die Eltern auch das Wort BITTE weglassen. Man ist halt immer Vorbild.

      • Samichlous sagt:

        Danke Andrea!

        Ich staunde immer wieder, wie unhöflich Eltern mit ihren Kindern umgehen und dann aber im gegenzug Antsand und Respekt erwarten.

        Macht das mal mit anderen Leuten – wie es in den Wlad schreit, so…
        Das gilt für alle Menschen, egal ob jung oder alt. und bei Jungen ist es noch wichtiger, dass wir anständig mit ihnen sind- die schauen uns noch alles ab!

        Mein Kind sagte schon früh Danke, ohne dass ich ihm je gesagt hätte „sag schön Danke“. Es kam von ihm aus, und weil ich mich bei ihm bedanke.

  • Claudia sagt:

    Seit meine Söhne am Abend mit ihren i-pods oder Minecraft beschäftigt sind, wirkt die Methode: „Wenn das Zimmer nicht aufgeräumt ist, wird nicht gespielt!“. Wenn die Treppe nicht geputzt wird, gibts Gameverbot. Selten war etwas so effektiv. Einfach warten, bis die Kinder in das Tablet oder Computer Alter kommen. Dann wirkt diese Strategie unglaublich gut.

  • Dieter Neth sagt:

    Ist es wirklich so wichtig, dass das Kinderzimmer aufgeräumt ist? Vor allem, wenn das Elternzimmer ebenfalls ein bisschen chaotisch aussieht. Wenn’s dann zuviel wird: Grossputz ansagen, und ALLE räumen auf. Wenn nämlich Papi die Garage in ein Messie-Paradies verwandelt hat und die Mutter in der Küche nicht aufräumt hilft alles Rumkommandieren und Einhorn-Töten nichts. In der Erziehung wirkt nichts so gut wie das gelebte Vorbild. Worte sind nur Schall und Rauch. Auch das mit der Konsequenz ist kaum hilfreich. Fernsehverbot? Dann wird im Garten rumgespielt. Keine Süssigkeiten? Früchte sind auch süss! Keine Cornflakes? Mist, dann muss ICH am morgen auch noch kochen! Unsere 3 waren da sehr kreativ. Und hielten eine Menge aus ohne sich was anmerken zu lassen.

    • Blanche Wu sagt:

      Bei uns wurde immer am Samstag geputzt. Alle Kinder mussten ihr Zimmer aufräumen und die Eltern die anderen Zimmer. Ausserdem musste jeder etwas erledigen wie WC Putzen, Boden saugen, Boden feucht aufnehmen, Küche putzen oder sonst etwas. Und zwar von Papa bis Mama und Kinder. Bis 17:00 musste alles erledigt sein, sonst kam das Donnerwetter. Ab und zu kriegten wir 5 Franken, wenn wir ohne zu murren unsere Ämtli erledigten. Bei der Aktion lief immer fetzige Musik um uns in Stimmung zu bringen…dann ging das zackig voran.
      Wenn jedoch das Zimmer nicht aufgeräumt wurde über Wochen, drohte der Vater schon mal mit dem Abfallsack und dass er alles was herum liegt entsorgt. Wir mussten ihn auch schon vor dem abpacken abhalten und räumten dann im Turbo das Zimmer auf.

  • Carla sagt:

    Wenn ich Zeit habe () machen wir aus dem Aufräumen ein gemeinsames Spiel: „Kommt, wir räumen auf.“ Dann machen wir mal Rätsel („Wer weiss, wohin der rote Bauklotz gehört? Wo schläft Barbie?…“), mal eine Feuerwehrschlange zur Aufräumbox, in der die rumliegenden Spielsachen zwischengelagert werden, wenn das Aufräumen schnell gehen muss usw. Das macht mir auch Spass. Geht vermutlich nur bei kleinen Kindern, mal sehen wie es dann weitergeht…

  • Brunhild Steiner sagt:

    Zu sieben, das Goldkrönchen der kindlichen Selbstmotivation wäre dann: sie räumen unaufgefordert auf und verzichten auf die Tom&Jerry-Belohnung, weil ihnen die Freude am tatkräftigen Einsatz Belohnung genug war 😉

    (zugegeben, das DVD-selber-Einlegen hat wohl definitiv die höhere Chance auf bis zum Auszug praktiziert…)

    Und was waren eigentlich die Vorschläge zum wirkungszeigenden Tod des Einhorn? Muss man dem armen Ding vor Kinderaugen den Hals abdrehen?

Kommentar

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