«Viele Paare machen sich was vor»


Sexualpädagogin Barbara Balldini gibt Tipps für eine gute Beziehung. (Lea Koch)

Elternpaare, die kein gemeinsames Liebesleben mehr haben, dafür umso wildere Affären. Beziehungen, die wegen des Familienalltags, des vielen Arbeitens oder der Eifersucht in ihren Grundfesten erschüttert werden. In zwei Mamablog-Postings der letzten beiden Wochen ging es um die Frage, wie viel Freiräume sich Paare in einer Beziehung gewähren und wie sie mit Beziehungskrisen umgehen sollen.

Es gab reichlich Kommentare dazu: Man definierte Leidenschaft, diskutierte über Ansprüche und die Wichtigkeit von Freiräumen als auch Treue. Ich nahm dies zum Anlass, mit einer Frau zu reden, die Expertin auf dem Gebiet ist: Barbara Balldini (51), diplomierte Sexualpädagogin, Kabarettistin und Mutter dreier Kinder.

Frau Balldini, Sie plädieren für Freiräume in einer Beziehung. Was genau meinen Sie damit?
Einander Freiräume zu geben, ist elementar in einer Paarbeziehung, genauso wie gegenseitiges Vertrauen. Nur wer loslässt, kann behalten. Mein Lebenspartner und ich haben es so geregelt, dass jeder einmal die Woche einen freien Abend zur Verfügung hat, in jedem Quartal ein freies Wochenende und jährlich eine ganze Woche für sich.

Sie selbst leben eine offene Beziehung: Nebst Ihrem Lebenspartner, mit welchem Sie seit 20 Jahren zusammen sind, haben Sie auch Liebhaber. Wie geht das?
Wir haben definiert, dass wir zusammengehören, aber gleichzeitig frei sind. Das hat mich meinem Liebsten eigentlich noch näher gebracht. Wir können uns in die Augen schauen und sind unglaublich erleichtert. Da hinzukommen, war allerdings ein langer Prozess und nicht einfach. Doch daran kommt man meiner Meinung nach nicht vorbei, wenn man die Beziehung ernst nimmt.

Woran kommt man nicht vorbei? Offen miteinander zu reden, auch was mögliche Affären angeht?
Absolut. Sich damit auseinanderzusetzen, kann letztlich die Beziehung vertiefen. Und es ist nun mal Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Männer und Frauen ihre Partnerinnen und Partner betrügen. Ich bin überzeugt, es sind sehr viele Menschen polyamor veranlagt. Doch das auch wirklich zu leben, braucht ein Riesenpotenzial an Reife.

Sie glauben also, viele Paare machen sich was vor.
Ja. Ich will nicht bewerten, was richtig oder falsch ist. Jeder muss für sich herausfinden, was seine eigene persönliche Wahrheit ist und sein ganz persönlicher Stil. Es gibt Paare, die einen Deal haben, dass man über allfällige Affären nicht spricht, weil man sich nicht verletzen will. Kann ich verstehen, denn nirgendwo ist es so heikel, darüber zu reden, wie beim Seitensprung. Weil es so verletzt! Es tut dem anderen weh, so unendlich weh. Dennoch hat jeder Einzelne eine Verantwortung zu tragen. Man muss sich fragen, ob man mit Seitensprüngen dem Lebenspartner schadet. Glaube ich das, so muss ich mich damit auseinandersetzen und mit ihm darüber reden.

Wird Treue in Beziehungen überschätzt?
Kommt darauf an, welche Treue Sie meinen. Die soziale und die emotionale Treue sind elementar in einer Beziehung: Damit meine ich, das Paar steht zueinander und hat einen liebevollen Umgang miteinander. Zudem unterstützen sie sich gegenseitig: im Alltag, in der Kindererziehung. Mit der körperlichen Treue allerdings ist es schwieriger, zumal nach spätestens zwei Jahren Beziehung die gegenseitige körperliche Anziehung nachlässt. Das ist Fakt. Genauso, wie nach 4 Jahren der Körper keine Glückshormone ausschüttet, wenn der andere den Raum betritt. Hinzu kommt, dass wir von Natur aus nicht monogam veranlagt sind – und dass die Angebote gross sind, in Zeiten von Internet sowieso. Um Ihre Frage zu beantworten: Ja, körperliche Treue wird überschätzt.

Nach zwei Jahren lässt die sexuelle Anziehung ja aber nicht zwingend nach.
Nicht, wenn man für die gemeinsame Sexualität etwas tut. Man sich also nicht nur sexuell abregt, sondern sich auf den anderen einlässt. Daraus entsteht im Idealfall Intimität. Andernfalls umhüllt einen die Normalität, und das ist der Tod für jede Beziehung.

Sie sprechen von Sex als bindendes Element.
Absolut. Das ist für die Paarbeziehung elementar. Und vergessen wir dabei nicht die Männer.

Wie meinen Sie das?
In einer Familie fühlen sich Männer oft an den Rand gedrängt, wenn Kinder da sind. Es sollte deshalb noch so etwas wie eine Paarbeziehung bestehen. Wir Frauen müssen die Männer mit ihren Bedürfnissen auch ernst nehmen. Was glauben wir denn, was passiert, wenn Männer lange keinen Sex mehr haben? Dass sie ihre Erektionen rausschwitzen? Nein. Er schaut Pornos und onaniert und sucht sich vielleicht eine Geliebte. Er lebt es irgendwie. Und dann sind wir schockiert, wenn wir davon erfahren.

156 Kommentare zu ««Viele Paare machen sich was vor»»

  • melanie sagt:

    schade zu diesem thema solch einen Interviewpartner mit solch einer meinung zu bringen … wie lange leben sie ihre beziehung schon so? sind sie langfristig über 20 Jahre glücklich?
    haben sie keine moralischen bedenken so etwas hier zu veröffentlichen? wenn man so über sex denkt finde ich kann man mit sex geld verdienen gehen.

  • Lola sagt:

    ich finde es am besten, wenn mein_e partner_in mich offen anspricht sobald er/sie lust auf neues hat. und am schlimmsten, wenn er/sie es mir sagt nachdem es passiert ist.
    denn ich glaube, ist der eine gelangweilt, sind es meist beide und wir können gemeinsam nach einer lösung suchen. es gibt ja verschiedene wege mit sexueller langeweile umzugehen. man kann sich ja zb. jemand drittes in schlafzimmer holen.

  • Barbara Balldini sagt:

    Grundsätzlich rate ich zu nichts anderem, als zum „wahrhaftig sein“. – Das ist nicht immer leicht und kann beim Gegenüber Schmerz verursachen. Wie die Menschen mit ihren Bedürfnissen, Wünschen und Sehnsüchten umgehen, überlasse ich ihnen und ihren Wertvorstellungen. – Grundsätzlich bin ich für einen liebevollen, respektvollen Umgang miteinander, auch in schwierigen Zeiten!! – Letztendlich will ja jeder ernst genommen werden und sich angenommen fühlen. – Wenn ich leide, untersuche ich stets für mich genau die Ursachen und muss zu meinem Erstaunen immer wieder feststellen, dass es ausschließlich mit meinem gottverdammten Ego zu tun hat. –

    • Carolina sagt:

      Liebe Frau Balldini
      Wenn Sie wirklich die Wertvorstellungen anderer achten, dann würde ich an solchen Sätzen wie ‚Andernfalls umhüllt einen die Normalität, und das ist der Tod für jede Beziehung‘ noch etwas arbeiten – das hört sich nämlich für mich nicht wie Achtung, sondern Verachtung an.

  • Thomas M. sagt:

    2/2 Wünsche nicht verstanden werden, oder man nicht will, dass mit unbedachten Äusserungen der Partner verletzt wird? Als logische Folge davon beginnt man sich umzusehen und verwirklicht die Träume woanders, sei es in einer Liebschaft oder im Freudenhaus. Diese Vorgehensweise ist nicht mal so schlecht: Alles bleibt wie gehabt, und die Phantasien können trotzdem ausgelebt werden. Wer dies verurteilt, möge in den Spiegel schauen und seine eigene Beziehung resp. die eigene Beziehungsfähigkeit hinterfragen.

    • ina müller sagt:

      NB: Ihre hochgelobte und bequeme Lösung Freudenhaus funktioniert nur für Männer, gell. Gleichberechtigung geht anders. Ihre Frau vermisst bestimmt auch etwas – (was und warum auch immer), wo kann sie es sich holen?

      (Und ja, ich habe in den Spiegel geschaut und hinterfragt. Was ich sehe, gefällt mir durchaus.)

      • Sportpapi sagt:

        Weshalb funktioniert das nur für Männer? Und was vermisst die in diesem Fall hypothetische Frau, das sie sich nicht holen kann? Geben Sie uns mal ein Beispiel.

      • Thomas M. sagt:

        @ina müller
        1. Jeder der fremdgeht, braucht einen Partner. Damit ist erhellt, dass gleichviele Männer wie Frauen fremdgehen!
        2. Eine Frau geht Tanzen oder in eine Bar (100%ige Abschleppgarantie wenn sie dann will, da fast alle Männer sexhungrig sind). Der Mann geht in der Regel ins Bordell (100%ige Sexgarantie). So einfach ist das.
        Im Übrigen: 90% der Kommunikation sind Missverständnisse. Sollte es daher in einer Beziehung Mann/Frau besser sein?

    • Carolina sagt:

      Ina, ganz ehrlich. Thomas hat in seinem Beitrag geschildert, wie es sehr vielen Paaren/Männern geht. Genau diese Fragestellung sehe ich in der Praxis ständig. Es sind oft Paare, die viel miteinander erlebt und bestanden haben, die sich aufrichtig lieben und zusammenbleiben wollen – aber irgendwann kommt dann bei einem oder beiden diese Unruhe auf, eine Sehnsucht nach Ausleben von Fantasien oder manchmal eben auch einfach nur Sex, den es vielleicht in der Beziehung nicht mehr gibt.
      Das sind vertrackte Situationen, denn auch die Thomas’se dieser Welt wollen ihre Frauen nicht verletzen, wissen aber, dass allein schon das Anmelden dieses Bedürfnisses genau das tun wird.
      Als Therapeutin bleibt mir hier nur, den Paaren (einzeln) zu zeigen, dass sie immer noch Individuen sind, dass sie

      • Carolina sagt:

        /2 auch in einer liebevollen Beziehung nie dieselben Bedürfnisse wie der Partner haben werden. Das Schwierige ist, dass Entscheidungen getroffen werden müssen, die man vor sich selber vertreten kann – eine mögliche ‚Lösung‘ ist durchaus, dass jemand, der sich so nach Sex sehnt, zu Prostituierten geht. Es ist ganz erstaunlich, wieviele Menschen in einer Partnerbeziehung ‚ahnen‘ bzw gezielt wegschauen, wenn es darum geht, wo und wie sich der andere sexuelle Befriedigung holt.
        Ich habe mich jetzt an Thomas orientiert, aber das gilt auch mit umgekehrten Vorzeichen: ich glaube, SP und so mancher andere Mann würde sich wundern, wieviele Frauen es gibt, die ihre Männer lieben und bei ihnen bleiben möchten, aber sehr wohl ihre Befriedigung irgendwo finden. Aber heimlich, denn letztlich ist

      • Carolina sagt:

        /3 die Beziehung zum eigenen Partner oder der Familienzusammenhalt wichtiger als schneller Sex.
        Das gehört leider zum Erwachsenenleben dazu: dass wir alle Entscheidungen und Güterabwägungen treffen müssen, selbstverantwortlich und mit Weitsicht. Daher würde ich diesen Weg nie verurteilen (auch wenn er nicht meiner wäre), sondern halte ihn in manchen Fällen für durchaus gangbar, er ist ein möglicher.
        Denn es ist illusorisch, dauernde Gespräche und wiederaufgelebte Kommunikation zu verlangen – oft genug führen ständige Diskussionen zum Gegenteil dessen, was man sich erhofft.
        Also, Thomas: ich finde, Sie verhalten sich durchaus verantwortlich und finde Ihre Ehrlichkeit gut.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich würde mich wundern, wenn dieses Bedürfnis vorwiegend sexueller Natur wäre. Ansonsten sehr einverstanden mit deinen Ausführungen. Gerade auch damit: „Denn es ist illusorisch, dauernde Gespräche und wiederaufgelebte Kommunikation zu verlangen – oft genug führen ständige Diskussionen zum Gegenteil dessen, was man sich erhofft.“ Denn es ist ja auch so, dass man seinen Partner/seine Partnern mit seiner Ehrlichkeit auch unter Druck setzt bis nötigt.

  • Thomas M. sagt:

    1/2 Zu Beginn einer Beziehung ist alles himmelblau und rosarot. Mann und Frau entwickeln sich jedoch weiter, möglicherweise aber nicht parallel. Die Kommunikation flacht ab, sei es wegen pupertierenden Kindern, dem beruflichen Engagement oder weil nach 20 Jahren Alles gesagt ist. Der Umgang miteinander ist dennoch liebevoll, da man miteinander derart viel erlebt hat, dass eine immense emotionale Bindung entstanden ist. Damit einhergehend ist bei langjährigen Partnerschaften die finanzielle Absicherung.
    Irgendeinmal kommt aber der Wunsch nach zusätzlichem Pepp auf, auch wenn man sich noch so gut mag und die körperliche Anziehung nach wie vor funktioniert. Was also ist zu tun, wenn sodann eine vertiefte Kommunikation nicht möglich ist, weil ja bisher alles so schön lief,

  • Ewa Wirth sagt:

    Oh Gott, wo geht die Welt nur hin?? Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder und würde nicht mal im Traum daran denken, fremdzugehen. Warum? 1) Wenn sich hier jemand etwas vormacht, dann sind es Paare, die eine „offene“ Beziehung haben. Ist wie mit friends with benefits, einer ist dann immer der Angeschmierte. So toll es auch klingt, Sex hat mit Emotionen zu tun und das Konzept von Affäre und Beziehung funktioniert nicht!! 2) Vielleicht sollten die Paare lieber Zeit dafür verbringen, an der Beziehung zu arbeiten anstatt andere Partner zu suchen. Wir leben leider in einer „Alles-Haben“ Gesellschaft. Anstatt die Dinge, die wir haben zu geniessen, wollen wir immer mehr und mehr und alles gleichzeitig. Dass darunter auch die anderen Familienmitglieder leiden, ist wohl den Fremdgängern egal….

    • ina müller sagt:

      In Punkt 2 stimme ich mit Ihnen überein. Man verpasst im Leben mit jeder Entscheidung immer etwas: Man verpasst es, eine berauschende Affäre zu haben – oder man verpasst es, zu erleben, wie es ist, jemandem (körperlich) treu zu sein. Zudem bin ich nun mal Romantikerin. (neben der Grossen Liebe glaube ich an allerhand andern unrealistischen Mist wie das Gute im Menschen, die Wahrheit in der Kunst und so.)
      Dazu kommt: Woher bitte soll ich neben Kind, Mann (seit 10Jahren derselbe), Arbeit und rarer Freizeit noch die Zeit für eine Affäre herholen???? Wichtiger finde ich, an mir selbst zu arbeiten, in meinen freien Stunden mal allein zu sein.

  • Michknut Schteinelch sagt:

    Was sagt Frau Therapeutin? Dass wir „von Natur aus nicht monogam“ seien?! – Nun ja, wir sind von Natur aus auch geneigt, dem andern gerne mal die Legospielsachen wegzunehmen und ihm, wenn’s uns denn überkommt, eins über den Kopf zu donnern. Das ist Natur, im Rohzustand. Und es ist das Ende jeder Zivilisation, wenn man diese Sorte Natur zum Massstab des menschlichen Handelns macht. Ratgeber dieser Sorte sind schlicht und fatal Totengräber der (Mit)Menschlichkeit. Man sei auf der Hut vor ihren Argumenten!

  • Anna sagt:

    Die meistene hier haben die offene Beziehung kommentiert und mit den meistenen Kommentaren stimme ich überrein. Was mich noch mehr gestört war aber: *wir dürfen zwar mit anderen Menschen schlafen, aber wir teilen die „persönliche, freie Zeit“ sehr genau (und schweizerisch?) ein und schreiben sie vor. Einen Abend pro Woche für sich….und was soll man in den restlichen Abenden machen, immer nur das was der Partner will, sich stundenlang in die Augen schauen? Und was ist, wenn ich zwei mal pro Woche mit meinen Kollegen länger feiere, darf ich dann nächste Woche keine Zeit mehr nur für mich haben? Zählt das online kommentieren dieses Artikels als Zeit für mich oder nicht? Selten eine seltsamere und für mich peinlichere Einstellung kennengelernt.

  • Paul Moser sagt:

    Kommt hier als total polarer Artikel an: Da wird zwar von grosser Auseinandersetzung geschrieben, wie ihre Partnerschaft nun „gestaltet“ werden soll. Gleichzeitig wirkt alles so oberflächlich, Hauptsache mann oder frau bekommt genau das, was er/sie will – also rein egoistischer Ansatz. Nein, ich kann damit nichts anfangen.

  • Sabina Tschudi sagt:

    Frau Balldini scheint ihre persönliche Lösung als DIE Lösung zu propagieren. Warum? kann sich bitte jedes Paar selber frei entscheiden?
    Es ist wissenschaftlich erwiesenermassen falsch, dass wir angeblich nicht monogam seien; wissenschaftlich ist lediglich erwiesen, dass Menschen in verschiedenen Kulturen und Zusammenhängen manchmal monogam, manchmal nicht monogam, sind. Die Behauptungen, Menschen seien nicht, oder sehr wohl, monogam, sind beide gleichermassen falsch. Bitte Frau Balldini, bei den Fakten bleiben, danke.

  • Rob Robertson sagt:

    Ich kann mich mit der Idee einer offenen Beziehung einfach nicht anfreunden…ich finde Treue, egal in welcher Form, sehr wichtig. Ich will doch nicht eine Freundin, die es mit jedem treibt, der ihr gefällt. Zudem kann sie das auch von mir mit anderen Frauen erwarten. Da komme ich mir irgendwie ausgenutzt vor. Um quasi nicht allein zu sein, hat man einen festen Partner und für den Spass sind andere zuständig. Und was ist mit den Kindern? Ich könnte nicht in Kinderaugen schauen mit dem Wissen, dass jeder Elternteil mit anderen Leuten in die Kiste steigt. Man macht es sich halt so einfach und bequem.

  • Lila Blau sagt:

    Sex ist toll. Sex mit jemandem zu haben, dem/der man voll und ganz vertraut ist noch um ein Vielfaches erfüllender.. Ich habe mir meine Hörner während meiner Jugend genügend abgestossen und habe mit der Zeit gelernt, dass Sex mit verschiedenen Personen auf Dauer zur Belastung werden kann und man sein Glück nicht zwischen den Laken von Affären findet. Je besser man seinen Partner kennt, desto besser wird auch der Sex. Ich widerspreche den Thesen der massiv überbewerteten Mme Balldini nachdrücklich. Ich bin meiner Partnerin, welche ich von ganzem Herzen liebe, mental und sexuell treu und sehe dies nicht als Bürde an. Polygamie steht nicht für eine moderne Beziehung, sondern zeugt von Faulheit und Schwäche.
    Aber: Leben und leben lassen – jedem seine Meinung! In diesem Sinne: En schöne Obe

  • Rosa Grün sagt:

    sex ohne lust? weil die sextherapeutin es sagt? klingt g’fürchig…
    meistens hat einer mehr lust als der andere, der kann sich dann auf Frau baldarini berufen… du hast zwar keine lust, aber Frau b. sagt…
    wie weit ist es dann noch zum drängen, zur Vergewaltigung in der Ehe?

    • fabian sagt:

      ich glaube, mit einer solchen einstellung finden sie gar nicht erst einen mann, der mit ihnen dem beischlaf frönen will. das ist wohl auch ganz gut so.

  • Nina sagt:

    Nu ja. Ich bin da wohl ziemlich simpel gestrickt, für mich gibt es einfach zwei Kategorien von Männern: solche, die ich sexuell anziehend finde und solche, die mich abstossen. Und das hat sich auch noch nie im Verlauf der Zeit geändert bei mir. D.h. folglich, ob ich Lust auf meinen Mann habe oder nicht, ist bei mir in erster Linie abhängig von meiner eigenen mentalen & körperlichen Verfassung – die entscheidet nämlich, ob ich überhaupt Lust auf Sex habe oder nicht. Lust auf Sex, aber nicht auf meinen Mann – das habe ich noch nie erlebt. Und der Sex wird mit der Zeit immer besser, nicht schlechter. Weil ich dem Partner mehr und mehr vertraue, die Intimität der Beziehung wächst und ich dadurch zunehmend experimentierfreudiger werde. Deshalb ist polyamor für mich keine Option.

  • Lia sagt:

    immer diese sogenannten Experten, die das, was sie für sich als richtig erachten, gleich als allumfängliche Wahrheit herausposaunen. Wir sind seit 10 Jahren verheiratet, haben 2-3mal pro Woche sehr erfüllenden Sex, das nach 3 Kindern, und finden uns immer noch anziehend. Es ist tragisch, dass eine Therapeutin behauptet, nach 2 Jahren könne man sich körperlich gar nicht mehr anziehend finden. Für uns ist nach wie vor sexuelle Treue etwas vom Wichtigsten an unserer Beziehung, und wir wünschen uns keine anderen Partner. Das haben wir besprochen und wir sind uns einig. Wieso muss uns aufgedrängt werden, dass wir gefälligst „polyamor“ und „polygam“, oder anders, notgeil, zu sein haben?!

  • Glücklich ohne sagt:

    Entweder sind meine Partnerin und ich einfach anders oder die Idee dass Sex ein bindendes Element ist schlicht und ergreifend falsch. Wir haben beide kein Interesse daran und trotzdem können wir uns weder Affären noch ein Auseinandergehen im Geringsten vorstellen.

  • Peter Aebelard sagt:

    Die gute alte Frau Baldini macht sich doch was vor. Sie glaubt in diesem mechanischen Verständnis der Sexualität ihr Glück zu finden. Mich erinnert ihre Sichtweise an ein Zitat des Psychotherapeuten Lütz: „Sexuelle Pornografie nimmt Sexualität nicht ernst, indem sie sie zur serienweisen Gymnastikübung mit Körperberührung degenerieren lässt.“ Ganz anders und einfach unbeschreiblich wunderschön ist doch Sexualität in einem absolut vertrauensvollen zärtlichen und liebevollen Rahmen, wenn es eben gerade nicht nur um reine Lustbefriedigung geht, sondern um Liebe. Und diese lebt von Verantwortung, Treue, Hingabe, Opferbereitschaft, Wertschätzung gepaart mit Zärtlichkeit und Sexualität. Diese existenzielle Erfahrung wünschte ich Frau Baldini.

  • Roland sagt:

    Statt dieser Schubladenkonzepte zur Paarbeziehung würde mich an dieser Stelle viel mehr interessieren, was ich bloss meiner Frau zu Weihnachten schenken soll. Ein Ratgeber zur Polyamorie wäre wohl eher unpassend.

    Ideen?

    • Widerspenstige sagt:

      Schenken Sie ihr eine Schlittenfahrt mit klingelndem Pferdegespann in weisser glitzernder Schneepracht irgendwo in der Höhe…sie wird es nie vergessen!

      • Dewisch sagt:

        Sehr gute Idee! Volle Punktzahl! :-)) Aber sehr warme Jacke mitnehmen und vielleicht noch eine Thermosflasche mit Glühwein.

  • Katharina sagt:

    Ich hätte das nicht auf Gender reduziert. Zudem gibt es auch keine Beweise dafür, ‚dass wir von Natur aus nicht monogam veranlagt sind‘. Genausowenig wie für Polyamorie. Das sind Beziehungsformen, nach denen jedes seinem inneren Antrieb entsprechend strebt. Solange die Person(en), die das Ziel des Strebens sind, mit ihren Zielen dazu passen, kann ein Beziehungsmuster erfüllen. Passt es nicht (mehr), ist es besser, offen darüber zu reden und evt konsequent sein.

    Meine Erfahrungen mit offener Beziehung waren gemischt. Als sporadische Affären ok. Der Schmerz, wenn meine Partnerin dasselbe machte, lässt einen schalen Geschmack zurück.

    Polyamorie betrachte ich nicht als eine mainstream Beziehungsform. Sie ist nur im oberen Bereich für Leute, die eine Liste abhaken.

    • Katharina sagt:

      aber eben. Ihr Stundensatz ist wahrscheinlich höher als für eine gemietete Lady.

    • Widerspenstige sagt:

      Sie ist auch Kabarettistin (siehe ihre Website) mit frech-witzigem Programm und ich denke, sie nimmt das Ganze ziemlich ‚locker vom Hocker‘ auf die Schippe im Sinne von ‚alles Schlampen, die sich so geben oder was darf’s denn sein, gnädiger Herr?‘

      P.S. Ist doch echt ein Aufsteller, dass man hier direkt durchkommt, nicht wahr Katharina? Übrigens Deine galaktische Sternschnuppenträumerei vor ein paar Tagen war inspirierend für mich und ich sah dann in den sternklaren und funkelnden Nachthimmel…seufz

  • Malena sagt:

    Wahrscheinlich würden die meisten zustimmen, dass sexuelle Treue in einer Beziehung grundsätzlich weniger elementar ist als emotionale und soziale Treue. Aber das ist in der Theorie leicht gesagt. In der Praxis lässt sich das nicht so einfach trennen. Eine sexuelle Beziehung hat in der Regel auch eine emotionale und soziale Komponente, jedenfalls die spannenden. Wir suchen eben meist nicht nur Reibung bei anderen Menschen, sondern Aufmerksamkeit, Interesse, Bestätigung unseres Marktwerts, Priorität vor anderen potenziellen , sozialer Status, Träumereien von einem besseren Leben etc. Rein polygam ist nicht interessant, wirklich polyamor überfordert uns. So wursteln wir uns durch und wiederholen Phrasen bis wir selber daran glauben…

  • Mate sagt:

    Den richtigen Partner/in zu finden ist wie ein 6er im Lotto.Ich hatte in meinem Leben 3 Beziehungen und mit meiner aktuellen Freundin bin ich seid 11 Jahren zusammen.Auch nach 11 Jahren kommt der Augenblick immer wieder hoch wenn Sie mich mit ihren wunderschöne grünen Augen anschaut und ihre tiefe wunderbare Seele damit offenbart und das Feuer in mir sprichwörtlich lichterloh brennt.Ja die Verliebtheit war nach kurzer Zeit weg was danach kam war tiefe Liebe die bis heute anhält und uns das Leben immer wieder von Neuem die schöne Zeiten als Paar aufzeigt.Ich komme kulturell aus einem anderen Land als der Schweiz.Wichtige Eigenschaft für Partnerschaft: Selbe moralische Lebenseinstellung.Fremdgehen war für mich immer suspekt. Aber wers braucht jedem das Seine.

  • Ri Kauf sagt:

    Das ist alles o.k. Aber war’s das? Ich dachte, da kommt noch ein bisschen mehr….schade.

  • Derwisch sagt:

    Frauen sind doch diese zartbesaiteten, moralisch erhabenen, reinen Wesen, die mit dieser abscheulichen und ekligen Sache rein gar nichts zu tun haben wollen. Nicht im Traum würden sie an sowas denken! Sie interessieren sich ausschliesslich für die schönen Künste. Die Männer sind eh alles Schweine. Also: Lassen wir es doch einfach bleiben. Soll sich jede(r) 2, 3 schöne Hobbies besorgen und sehen, dass er oder sie gut im Job ist. Das müsste ausreichen zur Glückseligkeit.

    • marusca sagt:

      Ich weiss jetzt nicht, was Ihnen in der freien Wildbahn draussen so an Frauen über den Weg gelaufen ist, aber viel Schlaues kann nicht dabei gewesen sein. Mit mir hätten Sie’s auf jeden Fall besser getroffen, würdern sich des Lebens freuen und müssten nicht frustrierte Kommentare verfassen.

  • Peter-Jürg Saluz sagt:

    Ein Kernproblem bei diesem Thema sind die vielen ungefragten Ratgeber(innen). Nach meinem Dafürhalten muss jedes Paar den richtigen Weg für sich selbst suchen. Dabei steht das seelische und körperliche Wohlbefinden im Vordergrund. Beiden soll es gut gehen, denn dann bleibt die Verbindung glücklich und harmonisch. Wo Zuneigung und Wertschätzung vorhanden sind und gepflegt werden, kann nichts schief gehen. Paare, die nach diesem Grundsatz leben, haben keine Probleme mit der Moral und auch keinen Bedarf an wohlmeinenden Ratschlägen. Wer trotzdem Hilfe braucht und daher Fragen stellt, wird jedoch immer fachkundigen Rat finden, und auch das ist gut..

  • Luise sagt:

    Vielleicht hat ML ja recht wenn er schreibt, da gäbe es nichts zu diskutieren. Das Thema ist einfach zu komplex. Es gibt so viele Arten von Beziehungen wie es Menschen gibt. Die einen brauchen mehr Sex, die anderen weniger. Es gibt auch Frauen, die gerne mehr Sex hätten und der Mann ist desinteressiert, aus was für Gründen auch immer. (Ja, sicher ist die Frau schuld, zu dick, zu ungepflegt, etc.. ) Sex kann eine gute Basis sein und schafft jedenfalls Nähe. Bumse ich nun aber regelmässig mit jemand anderem, geht Nähe verloren. Will ich dieses Risiko eingehen? Darauf findet jeder Mensch seine individuelle Antwort.

  • Hans Weder sagt:

    Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich eine Stadtwohnung anzuschaffen. Das erleichtert die Logistik ganz erheblich. Ebenso wichtig ist es, die jungen Assistentinnen nach einer Weile auszuwechseln – eher beiläufig, mit gutem Zeugnis, versteht sich. Auch zum Selbstschutz. Weiter kann man der Ehefrau grosszügige Geschenke machen – Fettabsaugen oder Brustvergrösserung, zum Beispiel. Das erzeugt bei ihr ein Gefühl begehrt zu sein – und reduziert den Neid auf die junge Assistentin. Nachhaltiger ist natürlich ein Ferienhaus in der Provence. Wenn das nicht reicht, dann kann der finanziell in Notlage geratene Jogalehrer hinzugezogen werden, um die Ehefrau auf andere Gedanken zu bringen. In jedem Fall: Regelmässig bis in die Abendstunden arbeiten, um die Stadtwohnung zu legitimieren.

  • Silvia Müller sagt:

    Letzthin einen Mann, 55, kennengelernt, der in einer Brüderchen / Schwesterchen-Beziehung lebt. Grosse Verliebtheit. Leider ist es nicht zum leidenschaftlichen Sex gekommen, da ihm schon die „Kennenlern“-Treffen zuviel waren, denn kennenlernen wollte er mich nicht wirklich, weil zum Reden hatte er ja seine Frau zuhause. An den Wochenenden Funkstille. Heisse sms und Emails. Das wars dann auch. Keine Einladung zu einem romantischen Candlelight Dinner im Restaurant, weil man hätte ja gesehen werden können – trotz „offener“ Beziehung, die er angeblich hatte. Gross von „Beziehung“ reden, Scheidung irgendwann schon, wenn er eine Frau hat, mit der alles stimmt. .. Nach einigen Wochen hin und her ohne Fortschritt, sagte er, dass er mir nicht geben könne, was ich verdiene. Er hatte recht.

    • Sarah Halder sagt:

      Wenn eine Single Frau mit einem verheirateten Mann ein Verhältnis anfängt. Und wenn die beiden sich verlieben. Dann gibt es Probleme. Die Ehe des Mannes ist gefährdet. Die Frau kommt sicher zu kurz, und wird versuchen, den Mann ganz für sich alleine zu gewinnen. Ausserdem ist in den Ehen, in denen die Frau prüdes Klosterschwesterchen spielt (umgekehrt gibt es genau so oft), die Unzufriedenheit gegenseitig. Und plötzlich findet Klosterschwesterchen einen Mann, mit dem wilder Sex Spass macht.
      Denn sie war ja auch vor der Sex-Totenzeit mal eine ganz Wilde und kein Kind von Traurigkeit.
      Und plötzlich lässt sich diese vermeintlich Prüde dann aus heiterem Himmel scheiden.

    • Sarah Halder sagt:

      Und noch was: Die älteren Männer (ü45) sind heute meist ein bisschen vorsichtiger und nicht mehr so unbedarft, was die Spielerei mit Zweit- und Drittfrauen angeht, sofern sie sich das finanziell leisten können. Der eine oder andere hat gemerkt, dass viel auf dem Spiel steht, wenn man mit dem Feuer spielt. Darum verzichten heute viele auf das Spielen, solche, die vor 15 Jahren – als das Leben noch unbedarfter war – durchaus gespielt hätten.

    • MrT sagt:

      …ich denke, wir sollten mal zusammen ausgehen, es dürfte auch in der Öffentlichkeit sein, ohne Angst, erkannt zu werden…

  • MrT sagt:

    bin seit 15 Jahren in einer festen Beziehung und seit 10 Jahren ohne sex. das nervt gewaltig. als ich das ansprach, hiess es, ich hätte nur sex im Kopf… oder, ich könnte ja zu einer nutte gehen… wenn es finanziell einfacher wäre, wäre ich aus dieser Sache längst ausgestiegen…

    • Silvia Müller sagt:

      Ich habe mich von einer Ehe scheiden lassen, bei der mein Mann 10 Jahre lang keinen Sex mehr wollte, und mich nur noch zurückgewiesen hat, bis ich keine Annäherungsversuche mehr machte.
      Heute stehe ich nach 5 Jahren Aufbrauchen des Vermögens vor dem Sozialamt. Ich habe keinen Job mehr gefunden. Damit habe ich niemals gerechnet, und ich habe es am Anfang nicht ernst genommen.
      Jä nu. So ist das Leben. Lieber Sozialamt als den Luxus von vorher mit einem Mann, mit dem nichts mehr stimmt. Aber eine Beziehung habe ich trotzdem nicht gefunden, weil die meisten tollen Männer in meinem Alter verheiratet sind, und sich aus finanziellen Gründen (vor allem)… oder Haus, Kinder… nicht scheiden lassen wollen. Und auf ein Leben als Nebenfrau, als Nr. 2, und nur für schnellen Sex. Nöö.

      • Reiner Zufall sagt:

        @Silvia. Da muss ich Sie enttäuschen.Tolle Männer gibt es. Nur wo trifft man die? Ich möchte (wirklich ohne Arroganz) behaupten, dass ich solch ein Exemplar bin. 50-jährig und geschieden zwar, mit drei Jugendlichen alleinerziehend, voll erwerbstätig, also schlichtweg Gebrauchtware; aber mit dem Herzen am rechten Fleck, unabhängig, sportlich schlank, für allerlei Schabernack zu haben, absolut treu (auch sexuell) und nicht an oberflächlichen Beziehungen interessiert oder solchen, die schlichtweg keine sind. Und trotz meiner 50 Lenze könnten Sie Sex haben bis zum Abwinken 😉

      • Silvia Müller sagt:

        Also lustig 😉 Wenn Reiner Zufall mir schreibt, dann könnten wir ja mal gucke: silviamueller49 at gmx.ch Würde mich freuen. Warum nicht. Schliesslich suche ich einen Mann. Er sollte geschieden / solo sein (nicht immer noch verheiratet) und sicher mal treu. Das bin ich auch. Alles oder Nichts. Und keine halben Sachen. Und natürlich die ganze Liste, die man so hat auch 🙂 Und ja, ich sehe so gut aus, dass jemand, der mir schreibt, sicher nicht enttäuscht ist… und kochen kann ich auch noch göttlich…

      • Reiner Zufall sagt:

        Liebe Silvia. Jetzt habe ich mich wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt, dass ich nun solch ein Angebot von Ihnen bekomme. Doch das schmeichelt mir sehr…Danke!
        Bin wieder fest vergeben seit einem halben Jahr und werde mich deshalb sicher nicht melden.
        Es tut mir leid, wenn ich vielleicht ein bisschen stille Hoffnungen geweckt haben sollte.
        Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg bei der Suche.
        Ihren Ansatz „Alles oder Nichts“ finde ich übrigens hervorragend. Meistens ist das leider nicht so bei potentiellen Partnern.

      • Silvia Müller sagt:

        Lieber Reiner Zufall 🙂 Oje. Ja, das schmerzt. Jetzt bin ich traurig und leide ungemein. Schade. Dabei wäre Ihr Profil das Profil des absoluten Traummannes gewesen. Darum habe ich es vielleicht fast nicht ganz so richtig glauben können. Papier ist bekanntlich geduldig und nimmt alles an, ebenso wie Forengeplauder 😉 Macht nichts. Das Leben geht weiter. Und irgendwann werde ich mich von dieser zerschmetterten Hoffnung erholen, darüber hinwegkommen und wieder Lachen können.
        Scherz beiseite: Auch Ihnen alles Gute!

      • Trudy. Déja-vu sagt:

        Ich bin ü45, schon länger alleinstehend und habe die Hoffnung auf einen Traummann aufgegeben. Oft wird man angesprochen Das Gegenüber ist amüsant, nett, flirtet, möchte mehr, und nach einer anregenden Stunde im Café oder an der Bar stellt sich heraus, der Typ ist ja verheiratet. Trägt aber keinen Ring. Und wenn einer mit der immergleichen, uralten Bruder-Schwester-Leier kommt. Langweilig. Was bringt es schlussendlich? Zeitverlust. Hat er bekommen, was er wollte, flattert er zur Nächsten. Frust. Unschön. Immer. Vielleicht bin ich selber schuld, ziehe solche Typen an, weil ich sexy gekleidet bin, auftrete. Aber so bin ich. Und die Männer sind auch enttäuscht. Somit bin ich sexy und gleichzeitig sogar zu blöd für eine Affäre. Manchmal ärgere ich mich über mich selber. No fun, no sex, nothing.

      • Reiner Zufall sagt:

        Liebe Silvia. Schmerzen wollte ich keine auslösen, obwohl Ihre Antwort ja ironisch ist/klingt.
        Aber es ist schon so, dass mein Profil hundertprozentig stimmt und noch weiter ausgeschmückt werden könnte. Klar habe ich Sonnen- und Schattenseiten. Ich glaube aber, dass ich insgesamt ganz okay bin und zudem kein typischer 50-jähriger Mann mit Bauchansatz und nur noch im ersten Gang fahrend. Eher etwas ausgeflippt, grossflächig tätowiert, ein bisschen rockig aber mit beiden Beinen fest im Leben. Hier im Forum glaubt es sowieso kein Mensch, was ich verstehen kann, da ja auch ich ein Pseudonym verwende.

    • Silvia Müller sagt:

      @ Reiner Zufall, Natürlich glaube ich Ihnen, dass Sie genau so und genau das sind, wie und was Sie schreiben. Was soll daran nicht glaubwürdig sein?
      Das meine ich ernst.
      Natürlich gibt es Menschen, die loyal, treu, gutaussehend, belesen etc. usw. sind.
      Und natürlich ist niemand perfekt.
      Jeder Mensch hat auch Schwächen.
      Was keine Tragödie ist, sondern was das Leben spannend macht. Die meisten Menschen sagen heute mehr oder weniger offen, wer sie sind, was sie sich wünschen. Man muss nur zuhören können, und sich nicht selber betrügen in der Wahrnehmung von anderen.
      Und je höher die Ansprüche bei der Partnersuche sind, desto schwieriger wird es halt. Und ob Pseudonym oder richtiger Name spielt keine Rolle. Man möchte so oder so einfach mitteilen, was einem bewegt.

      • Reiner Zufall sagt:

        Naj. Mit der Glaubwürdigkeit ist das so eine Sache. Und auch, dass die meisten Menschen heute sagen, wer sie sind und was sie sich wünschen, stimmt nur bedingt.
        Im Prinzip kann hier jeder/jede schreiben, was er/sie will. Ob das alles dann auch stimmt, ist nicht überprüfbar. Ich mache eher die Erfahrung, dass viele sich erst mal in ein positives Licht rücken wollen und es mit der Wahrheit dann nicht so genau nehmen. Das Erwachen kommt dann später.
        Sie haben selbst ein Beispiel gebracht mit dem 55-jährigen Mann. Es scheint mir, dass im Nachhinein sich vieles als unglaubwürdig entpuppte und nicht immer ehrlich gesagt wurde und klar war, wer da vor Ihnen sass und was er wirklich wollte und was nicht. Letztlich wurden Sie enttäuscht.

      • Silvia Müller sagt:

        Da haben Sie recht. Nur, warum soll ich in einem Forum etwas schreiben, was nicht meine Meinung ist, und meiner Überzeugung entgegengesetzt ist? Macht keinen Sinn.
        Wie man sich selber und andere persönlich sieht, ist tatsächlich oft eine kuriose Wahrnehmungssache- oder -verfremdung.
        Darum sollte man in der Realität ja auch erst mal jemanden kennenlernen, bevor man sich zu stark einlässt. Ob der 55jährige gelogen hat? Jein. Verliebt war er. Nur hatte er eine andere Vorstellung von „Beziehung“… und durch das Kennenlernen konnte das geklärt werden. Natürlich war ich sehr ent-täuscht. Was ich wollte, und was er wollte, hat halt nicht gepasst. Da nützen alle Herzli nichts…
        Taten sprechen lauter als Worte 😉
        Schönen Nachmittag!

  • Christa sagt:

    Und wenn man offen sprechen sollte, wäre auch noch zu fragen: wie stehen die Kinder dazu???
    DAS sollte man als Vorbild den Kindern beibringen?

  • Peter Sandler sagt:

    So ein Blödsinn! Wunschträume oder Phantasien. Keine zwei Menschen ticken gleich, auch in Paarbeziehungen nicht. Irgendwann entstehen bei einem Partner Eifersucht und verletzte Gefühle in „offenen Beziehungen“. Und danach ist meistens Schluss mit der Beziehung. Eine Paarbeziehung kann nicht nur rational oder sachlich abgehandelt werden. Und die Gefühle entwickeln sich nun mal nicht parallel. „Offene Beziehungen“ funktionieren auf die Länge nicht. Auch wenn man sich das noch so oft und medial einredet!

  • Kasperli sagt:

    … und dass die Angebote gross sind, in Zeiten von Internet sowieso.

    Ich habe selten so einen Blödsinn gelesen. Das gilt zumindest für den Mann nicht. Eine kleine Minderheit findet an jeder Ecke eine Frau für den Seitensprung. Der ganz grosse Rest muss dafür bezahlen. Daran ändert auch das Internet nichts.

    Abgesehen davon kann eine Beziehung ohne Seitensprung und der ewigen Liebe funktionieren. Ich bin Single, aber meine Eltern haben das Ideal vorgelebt.

    • Anh Toàn sagt:

      Würde man lediglich die Kinder fragen, wären Seitensprünge der Eltern äusserst selten, noch seltener, als wenn man die „betrogenen“ Beziehungspartner befragt. (Der Partner erfährt als letzter von „Tätigkeit ausserhalb der Beziehung“, weil die Kinder erfahren es nie.

  • tom rast sagt:

    Drei Dinge dazu:
    1. Spannender zu lesen als Frau Balldinis Polyamoreien-Rechtfertigung wäre zu erfahren, wie der professionell gehörnte Herr Balldini die Sache sieht.
    2. Ich finde nicht, dass es derart viel Konstruktionsholz braucht, um den Seitensprung einer sexlustigen Frau ideologisch, philosophisch, biologisch, soziologisch, sexologisch und dann auch noch zeitgeistig zu zurechtzuzimmern. Soll sie doch einfach sagen, dass sie spitz ist und sich damit durchsetzt.
    3. Es gibt eine Tradition, die Viellieberei als Sexhimmel für besonders reife Menschen zu beschreiben und zu propagieren. Das ist aber nur Überheblichkeit, verpackt als Religion. Wer Polyamorie praktiziert, hat ein Problem in der Paarbeziehung und versucht es zu lösen, indem er es verbreitet. Darum auch die Propaganda.

    • Küre sagt:

      Gut gebrüllt, Tom. Ich teile dein Unbehagen über diesen Polyamorie-Propagandabullshit. Mir scheint, die lautesten Trommler für diesen Kram sind die guten alten Egoisten, die Füfi und Weggli haben wollen. Status, Sicherheit und Sparvorteile durch die Paarbeziehung, emotionale Wärme durch gemeinsame Kinder und das – ui näi, wie verrucht! – zügellose Lotterleben beim Raclette-Abend im Swingerclub.

    • Sportpapi sagt:

      Es geht ja gerade um das Lösen allfälliger Probleme in der Paarbeziehung. Wenn es dabei um unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich Sex geht, hilft der freundliche Hinweis, man könne als zivilisierter Mensch doch auch mal verzichten, nicht entscheidend weiter. Also was wäre Ihr Vorschlag?

  • Hanspeter Niederer sagt:

    „In einer Familie fühlen sich Männer oft an den Rand gedrängt, wenn Kinder da sind.“ Nur einer dieser naseweisen Sätze dieser allwissenden „Expertin“. Dazu passt natürlich auch der zu 100% und bis ins Grab schwanzgesteuerte Mann, der seine Partnerin innigst liebt und trotzdem eine andere Dame bumsen muss. Ich bin tief beeindruckt….

    • Christa sagt:

      Sie haben es genau auf den Punkt gebracht 🙂 stimme Ihnen ganz zu! Man sollte seinen Prinzipien treu bleiben und nicht solchen „Experten“-Tipps folgen. Von einer funktionierenden langjähriger Beziehung, wo gewisse Werte (und nicht nur hauptsächlich Sex) vorhanden sind, wird leider nicht berichtet. Es gibt sie aber.

      • Sportpapi sagt:

        Berichten Sie doch mal. Mir scheint es hingegen nicht so abwegig, dass viele Beziehungsprobleme letztlich auch mit Sex zu tun haben oder sich auf dieser Ebene äussern.

  • fabian sagt:

    wenn ich manchmal junge väter höre, die mir erzählen, dass sie seit der geburt (d.h. zum beispiel seit 2 jahren) praktisch keinen sex mehr hätten, dann denke ich mir amigs das meine. und die frauen wundern sich dann, dass er sich bald mal den sex sonst wo holt. wie kann man nur so naiv doof in einer beziehung sein?

    • marusca sagt:

      Veilleicht liegt es daran, dass sich „die jungen Väter“ vorher amigs zu wenig überlegen, ob sie wirklich Vater werden wollen. Dass das Sexleben dann meistens – oder zumindest für eine gewisse Zeit- nicht mehr dasselbe ist, kann sich schliesslich jeder Manno ab 20 und einem gewissen IQ unschwer selber vorstellen.

      • fabian sagt:

        ja. und jede frau ab 20 mit einem gewissen IQ kann sich unschwer selbst vorstellen, dass eine beziehung ohne sex im normalfall auseinandergeht. ich glaube es bringt dir oder den frauen nichts, die schuld reflexhaft auf die männer zu schieben.

    • 13 sagt:

      Vielleicht sollte es ein vernünftig denkender und nicht nur triebgesteuerter Mensch mit Ursachen- und nicht Symptombekämpfung versuchen. Wenn zwei Jahre nach einer Geburt die Libido noch nicht da ist, dann stellt sich die Frage, wieso das so ist. Ist die Mutter überfordert und insbesondere übermüdet, weil sie ganz alleine für das Kind zuständig ist, 24 Stunden am Tag? Ist sie schlicht ausgebrannt durch den Versuch alles (Kind, Beruf etc.) unter einem Hut zu bringen und hat da zu wenig Unterstützung? Liegt eine postpartale Depression vor? Normal ist das nicht, aber man hat sich ja irgendwann in „guten und in schlechten Zeiten, Gesundheit und in Krankheit“ geschworen und es wäre da anzusetzen, anstatt bei Vorwürfen oder Fremdgehen. Keine Lust ist ja meistens eine Folge und keine Ursache.

      • fabian sagt:

        13, sie sehen natürlich wie üblich die frau als opfer und den mann als triebgesteuerten und egoistischen faulen täter. sie arme frau.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Immerhin sagen Sie, dass dies nicht normal ist. Dass eine Mutter keine Lust mehr hat, weil sie a) vielleicht generell nicht so interessiert ist und b) jetzt all ihre Liebe auf das Kind konzentriert wäre aber vermutlich doch auch eine Variante.

  • Rosemarie Andrin sagt:

    Für mich klingt das alles nach ganz ganz vielen Klischees. Sex und Orgasmus sind nur eine, gleichberechtigte, Variable unter tausenden anderen, die eine Beziehung ausmachen und alle genauso zentral sind. Das ist alles höchst individuell, da gibt es nichts generalisierendes, wie „Absolut. (Sex) ist für die Paarbeziehung elementar. Und vergessen wir dabei nicht die Männer.“ So was Dummes. Das kann nur eine Frau sagen. Aber SextherapeutInnen müssen ja Sex als wichtigster Aspekt einer Beziehung festhalten, sonst wären sie ja nicht SextherapeutInnen (und verdienten nichts). Ich finde Beziehungsfachleute interessanter. Die Welt ist nunmal etwas komplizierter, selbst wenn es um simplen Sex geht.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Sie bringen einen wichtigen Punkt ins Spiel.
      Bei einer Sextherapeutin muss der Sex im Mittelpunkt stehen. Bei einer Paartherapeutin stehen andere Dinge im Mittelpunkt.
      Nur, was soll daran falsch sein? Zur Sextherapeutin werden die Paare gehen, für die Sex eine zentrale Bedeutung in der Beziehung hat. Zur Paartherapeutin diejenigen, die eher ihre Ansicht teilen.
      Beide gehen dorthin, wo sie am ehesten Hilfe erwarten und beide Therapeuten werden aufgrund ihrer Erfahrung mit Paaren zum Schluss kommen, dass ihr Ansatz der ist, den Paare vor allem brauchen.
      Warum das gegeneinander ausspielen?

    • Widerspenstige sagt:

      Hihi….ähnliche Gedanken erhaschten mich beim Überfliegen des heutigen Artikels und dann bei der Kurzbiograhie gelächelt: Sexualpädagogin und Kabarettistin…..that’s it! Ein Kabaret der besonderen Art wird hier kurz vor den ach so lasterhaften Festtagen aufgetischt. Ja dann mal guten Appetit allerseits und es kommentieren natürlich vorallem Männer…

    • Carolina sagt:

      Rosemarie, Sie haben das sehr viel besser ausgedrückt als ich. Aber eines muss ich doch korrigieren: ‚Beziehungsfachleute bzw Paartherapeuten‘ machen zwar keine Sextherapie im Sinne von Frau B, aber das Thema ist eminent wichtig und fehlt praktisch in keiner Therapie. Was mir nur immer mehr auffällt (als ich anfing, habe ich das weniger oft gesehen) ist, dass Paare eine Art Zwang dazu zu empfinden scheinen, dass ihr Sexleben nicht mehr das der Anfangszeit ist. Erstaunlicherweise lassen sich Menschen von Zeitgeist, von sogenannten Experten, die immer und überall aufpoppen und zur Zeit eben gerade propagieren, dass Sex immer der Gradmesser für eine gelungene Beziehung ist, sehr beeinflussen. Es tut vielen sehr gut, wenn sie die Prioritäten in ihrer Beziehung gemeinsam überdenken, wenn

      • Carolina sagt:

        /2 sie, manchmal zum ersten Mal nach vielen Jahren, offen sagen ‚dürfen‘, was für sie wichtig ist, was sie verletzt, was sie sich wünschen etc. Und oft ist es überraschend, wieviele Uebereinstimmungen es da gibt oder auch: wie sehr es notwendig ist, die ‚Vereinbarungen‘ der Anfangszeit zu überarbeiten. Es kann eine grosse Erleichterung sein für ein Paar, wenn sie feststellen, dass sie gewisse Erwartungen gar nicht zu erfüllen brauchen, dass sie von Haltungen ausgegangen sind, die längst überholt sind.

  • Dieter Neth sagt:

    Wer sich in der Ehe Affären leisten muss hat den Falschen oder die Falsche geheiratet! Es wird zuviel Wert auf Gemeinsamkeiten gelegt und zuwenig aufs Sexuelle. Wenn es dort beim Erstenmal nicht zu 100% harmoniert ist es sinnlos, von ewiger Treue zu träumen. Und ewig ist ganz schön lange. Es wird die Zeit kommen, wo es auch das Letzte Mal war, nur spricht darüber keiner. Deshalb sooft und so verrückt wie möglich – solange es noch geht und auch Spass macht. Sex im Alter nur weil man es heutzutage in den Himmel lobt? Ich weiss nicht so recht. Sobald es nur noch mit Hilfsmitteln oder mit Vorsicht geht ists nur noch ein Abgesang. Ein bisschen so, wie wenn man eine Torte essen will und unter Diabetes leidet.

    • Tom Walther sagt:

      Sex mit Diabetes vergleichen haut nicht hin. Wenn ich als Diabetiker eine Torte essen will, kann ich das tun, wenn ich mir die entsprechende Menge Insulin verabreiche oder mich körperlich betätige, zum Beispiel beim Sportklettern oder mit meiner Frau schlafe.

  • Martin sagt:

    Zitat: „Genauso, wie nach 4 Jahren der Körper keine Glückshormone mehr ausschüttet, wenn der Partner den Raum betritt.“ Sie sollten nicht von sich auf andere schliessen, Frau Baldini. Ich bin nun seit 14 Jahren mit meiner Partnerin zusammen und es schüttet nach wie vor gewaltig…

    • Silvia Müller sagt:

      Ich glaube auch, dass es Beziehungen gibt, die mit den Jahren wachsen – in asiatischen Ländern wird das angestrebt und gepflegt – und nicht wie hier im Westen üblich, mit den Jahren immer weniger werden. Es ist durchaus möglich, dass eine Liebe mit der Zeit immer grösser und stärker wird, und Sex immer besser und schöner.

    • beatrice sagt:

      haha martin, das dachte ich auch…

      wir sind zwar erst etwas mehr als 5 jahre zusammen aber auch bei uns schuettet es immer noch gewaltig. und ich koennte meinen partner stundenlang anschauen als haette ich nie zuvor was schoeneres gesehen. schmetterlinge sind immer noch da. wenn wir ‚kinderlos‘ sind, koennen wir flirten und turteln wie frischverliebte (nicht dauern, keine angst)

      vielleicht lliegt es daran, dass wir getrennte haushalte haben!? das bereichert ungemein 😉

    • Widerspenstige sagt:

      Silvia Müller, was Sie erwähnen wegen asiatischen Ländern wäre noch interessant zu wissen, welche Sie genau damit meinen. Ich habe diverse Beziehungsmöglichkeiten in Thailand gesehen und war nicht schlecht erstaunt, wie tolerant damit ungegangen wurde. Da ist zB eine verheiratete Frau über Monate geschäftlich ausser Haus und der Ehemann lebt alleine und geht ab und zu in ein Bordell. Dann gibt es die traditionelle Ehe gegen aussen, der Mann geht regelmässig fremd, sie tuldet es ohne grosse Gemütsbewegung. Oder es wird gar offen polygam gelebt mit zB zwei Familien und einem Mann. Er ist für das monetäre zuständig und erhält dafür emotionale, soziale und sexuelle Befriedigung. Das Leben ist spannend, wenn man es nicht zu eng schnürt.

    • adrian wehrli sagt:

      Eben. Der Segen einer natürlichen Naivitiät sollte nicht unterschätzt werden.

    • Anh Toàn sagt:

      @widerspenstige „sie tuldet es ohne grosse Gemütsbewegung“

      Wenn Gemütsbewegungen von aussen nicht sichtbar sind, heisst dies, gerade in Asien noch lange nicht, dass diese nicht da sind.

      • Anh Toàn sagt:

        Die sichtbaren Gemütsbewegungen sind in Asien meistens „Lüge“.

      • Anh Toàn sagt:

        Kennen Sie einen asiatischen Mann, der duldet, dass seine Frau fremdgeht?

      • Anh Toàn sagt:

        @Widerspenstige

        Dass Sie die zutiefst patriarchalische Gesellschaft Thailands derart romantisieren, überrascht mich dann doch.

      • Anh Toàn sagt:

        Mir fällt noch ein:

        Ich kenne asiatische Männer die dulden, dass ihre Frauen fremdgehen, aber nur solche, zu welchen Cash oder andere geldwerte Leistungen aus dem Fremdgehen deren Ehefrauen fliessen. Diese nenne ich Zuhälter.

      • Widerspenstige sagt:

        Anh Toàn, ich habe nur beschrieben, was ich selber so gesehen habe und dass ich mich darüber gewundert habe. Und ja, Gemütsbewegungen ausser einem Lächeln sind in der Öffentlichkeit nicht angebracht. Was genau hinter verschlossenen Türen abgeht, wie oft diese Frauen weinen und sich darüber grämen ist nicht bekannt. Was ich damit sagen wollte ist ja eben genau beschrieben: Mann geht seinem Vergnügen nach und Frau duldet es wie überall in patriarchalen Strukturen. Ob aus Tradition oder aus Abhängigkeit oder aus anderen Gründen blieb mir verschlossen. Ja, ich kenne solche asiatischen Männer, die das zulassen aus pragmatischen Gründen wie eigene Krankheit, sexuellem Versagen etc. Je selbständiger die Frau, desto weniger lässt sie auch in Thailand von ihrem Mann bestimmen, wohin sie geht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        „Ich habe diverse Beziehungsmöglichkeiten in Thailand gesehen und war nicht schlecht erstaunt, wie tolerant damit ungegangen wurde.“
        „Das Leben ist spannend, wenn man es nicht zu eng schnürt.“

        Nur beschrieben? Das glauben sie jetzt wohl selbst nicht, oder?

  • Gerhard sagt:

    Heutzutage gilt es also als sexualpädagogisch wertvoll, verheiratet zu sein, Kinder zu zeugen und sich gleichzeitig der Promiskuität hinzugeben. Offensichtlich bin ich ein hoffnungslos altmodischer Mensch, der aus unerklärlichen Gründen seit 17 Jahren mit seiner Gefährtin zusammen ist und nicht das geringste Bedürfnis hat nach „Affären.“ Wahrscheinlich brauche ich dringend eine sexualpädagogische Beratung…

    • Alpöhi sagt:

      Ich bin auch so einer… 20 Jahre auf dem Zähler. Und zu allem Überfluss haben wir noch Lust aufeinander! Immer wenn wir ausgeruht sind (Kinder fort oder wir fort) landen wir garantiert im Bett.

      • francesca sagt:

        @Alphöhi: Mein Mann und ich sind seit 42 Jahren verheiratet. Nie während all dieser Zeit habe ich auch nur ansatzweise daran gedacht, mich mit jemand anderem einlassen zu wollen, auch wenn es an Möglichkeiten weiss Gott nicht gefehlt hätte. Und, bevor ich’s vergesse, Lust haben wir – man lese, staune, kichere oder geniere sich – ebenfalls nach wie vor aufeinander, denn „ausgeruht“ sind wir sowieso immer und Kinder, die erst „fort sein“ müssen, hatten wir nie.

      • Tina sagt:

        @Alpöhi/francesca: Meine Güte, haltet Ihr zwei hier einen Sportwettbewerb ab? Wer schafft’s länger, höher, besser? Wer lebt die perfektere Beziehung?

      • tststs sagt:

        Meine Herren, es geht auch nicht darum, auf biegen und brechen ein Gspusi zu finden und zu begatten…
        Es geht doch viel mehr darum: wenn’s mal so weit ist, sollte man es als menschlichen Charakterzug sehen und nicht unnatürlich aufblasen…

      • Annina sagt:

        Solche Kommentare lese ich gerne. Sie geben mir Hoffnung. Was man von diesem Artikel nicht behaupten kann. Mein Freund und ich sind auch nach ein paar Jahren noch wie frisch verliebte und werden oft gefragt, ob wir erst seit ein paar Wochen zusammen seien. Ich denke nicht, dass die Beziehung alltäglich wird und dadurch langweilig, sondern dass der langweilige Schweizer Alltag sich auf die Beziehung auswirken kann. Das hat nichts mit Sex zu tun. Solange das Leben spannend bleibt, bleibt auch die Beziehung spannend. Ich denke es ist wichtig, dass Paare zusammen ein Hobby ausüben, Ausflüge machen, sich zum Essen ausführen, reisen gehen etc. Wenn man müde von der Arbeit ist, bleibt halt die Lust auf Sex oftmals weg. Teilzeitarbeit macht deshalb auch für kinderlose Paare Sinn.

  • Peter Wäsch sagt:

    Sex, Sex, Sex, Sex,…..
    scheint ja irgendwie schon DAS Thema zu sein. Und an zweiter Stelle die Freiräume. Ich brauche unbedingt einen Abend nur für MICH. ICH bin ja so wichtig.

    • Hum Bug sagt:

      Ja.
      Und?

    • marusca sagt:

      @PW: Im Italienischen gibt es ein treffendes Sprichwort: „La lingua batte, dove il dente duole“. „Die Zunge trifft immer dorthin, wo der Zahn schmerzt“. Das sagt eigentlich schon alles. Wären nämlich alle mit ihrem fünfmal täglichen, supertollen Sex (was auch immer sie darunter verstehen) zufrieden, verhallten die dämlichen Ratschläge der dussligen Madame und sonstiger Koriphäen auf diesem Gebiet bald einmal im Winde. Und noch etwas: Es wäre vielleicht hilfreich, wenn anstatt rund um die Uhr, jahrein und jahraus ständig von und über Sex auch einmal von Liebe gesprochen und geschrieben würde. Dieses Wort scheint nämlich aus dem Vokabular der Neuzeit definitiv verschwunden zu sein..

  • Bibi sagt:

    Trotz des sehr offenen und erfrischenden Artikels, finde ich es schade, wird gerade von einer Frau, wieder nur die sexuelle Verweigerung der Frau angesprochen. Dass es eben auch viele Beziehungen gibt, bei denen die Frau die treibende Kraft ist und sich der Mann sexuell verschliesst. Durch solche Artikel wird das Zabu des lustlosen Mannes nicht gebrochen und Frauen an deren Seiten fragen sich umso mehr was falsch an ihnen ist!

    • beatrice sagt:

      genau bibi,

      so war es auch bei mir und darum nervt mich auch die aussage einiger vorschreiber dass nur maenner eben mehr sex brauchen.

      ich, frau (43) brauche sex. nicht einfach nur triebbefriedigender sex mit irgendwem sondern die tief erfuellnde art mich koerperlich auf den partner zu verbinden. es ist einfach eine besondere art mich mit ihm auszutauschen.

      ich brauche sex, mal mehr, mal weniger, nie einfach nur ‚rein-raus‘, manchmal ruhig und konventionell, mal wild und versaut, immer offen fuer neues aber nicht auf dauer-suche nach dem kick.

      zurueck zum thema: ich bin eine frau und ich brauche SEX in meinem leben und in einer beziehung. guter sex ist fuer mich essentiell in einer partnerschaft!!!

    • Widerspenstige sagt:

      Gut, dass das auch noch angesprochen wird und es nicht von mir kommt. Das vermisse ich ganz beträchtlich im vorliegenden Artikel. Es betrifft beide Geschlechter, nur wird es dem versagenden (sich versagenden und sich verweigernden, nur damit ich mich klar ausgedrückt haben will) Mann fast nie unterstellt, weil immer noch ein Tabu.

    • Sportpapi sagt:

      Solche Beziehungen sind mitgemeint. Aber ob sie so häufig vorkommen?

      • mila sagt:

        Offenbar oft genug (zumindest in meinem Bekanntenkreis). Und offenbar nehmen Frauen ihre sexuellen Bedürfnisse mittlerweile so ernst, dass aus einem One Night Stand gerne mal – bei Unzufriedenheit – ein Half Night Stand wird. Siehe gestrige Medienmeldungen (ohne ‚Substanz‘ würde solches wohl nicht breit vermeldet werden). 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        Meine Damen – natürlich muss heute gesagt werden, dass Frauen GENAUSO mehr Sex wollen und dass Männer GENAUSO die Verweigerer sein können.
        Aber es ist eben NICHT genauso, sondern das sind Einzelfälle, welche die Regel, das Klischee bestätigen.
        Der Milliarden-Umsatz der Sexindustrie ist die einzig verlässliche Zahl, die anzeigt, dass der Sexhunger von Mann und Frau definitiv nicht gleich verteilt ist. Wäre es „genauso“, würden gleich viele Frauen für Prostituierte bezahlen – bzw. Männer müssten gar nicht Milliarden bezahlen.

      • Sportpapi sagt:

        Welche Medienmeldung meinen Sie, mila? Ich bin da jedenfalls ganz bei RoXY.

      • mila sagt:

        Die Sexindustrie investiert relativ viel in ‚Frauenpornos‘, und, ganz aktuell: ist niemandem die Amorelie-Dauerwerbung im TV aufgefallen? Kommt hinzu, dass so gut wie jede Frau, die Sex haben will, Sex an quasi jeder Ecke haben kann – im Gegensatz zu den meisten Männern. Pornos als Ersatz u.ä. erübrigen sich da.

        Wobei ich schon denke, dass das erklärte ‚Zielpublikum‘ ein tendenziell jüngeres ist. So, wie die Frauen meiner Generation (und jüngere) sicherlich (tendenziell) etwas anders mit dem Thema umgehen als ältere. Hat auch etwas mit (fehlender) Sexualerziehung und gesellschaftlicher Prägung zu tun (soviel weiss ich aus der Lektüre einer einschlägigen Doktorarbeit, die auf einer statistischen Erhebung zum Sexualempfinden/-verhalten von Frauen über 50 basierte).

      • mila sagt:

        Sprich: Frauen müssen nicht erst lange via Ashley Madison suchen, wenn sie ein ’sexuelles Abenteuer erleben‘ wollen (Tinder scheint aber zu funktionieren). Zahlen müssen sie in aller Regel auch nichts dafür (ausser, sie befänden sich in der Rolle der ‚Sugarmom‘, zumal auf gewissen einschlägigen Ferieninseln). Meine Empfehlung an Sie, meine Herren, wäre deshalb, doch etwas umzudenken. Nur weil Frauen anders vorgehen, und andere ‚Reize‘ bevorzugen als beispielsweise die allzu plakativen der regulären Porno-Angebote, sind sie nicht prinzipiell weniger lust-bereit. Ausser, sie wären vom (Mutter- und/oder Arbeits-)Alltag erschlagen, wie es an anderer Stelle für meine Begriffe ziemlich einleuchtend ausgeführt wurde.

      • mila sagt:

        PS, zu Half Night Stand: einfach Begriff googeln.

      • mila sagt:

        PS 2: Nicht zum ersten Mal möchte ich auch auf die Milliardenumsätze in der ‚frauenspezifischen‘ Buchbranche hinweisen. Und ich meine damit nicht nur die Riesenerfolge von ’50 Shades of Grey‘ und ähnlichem, sondern auch die Heerscharen von Historicals/Paranormals/(Urban) Fantasies etc. mit klar erotischem bis hin zu porno-eskem Inhalt. Machen Sie sich also bloss keine Illusionen, dass Frauen nur süsse ‚Romanzen‘ lesen würden… Die ‚bittere‘ Wahrheit in so manchem Fall könnte somit sein, dass Frauen sehr wohl so einiges an Lust haben – nur vielleicht gerade nicht auf den eigenen Mann, aus welchen (individuellen Paar-)Gründen auch immer.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Jetzt bin ich aber wirklich entsetzt, was Sie uns da für „Substanz“ unterjubeln möchten. Die „Cosmopolitan“ fragt in irgendeiner Frauenrunde ein bisschen herum und kreiert einen neuen Trend und 20min kopiert den Artikel, weil „Sex sells“, gibt aber schon im Lead vor, dass davon nicht wahnsinnig viel zu halten ist (haben Sie übrigens gesehen: Nicht unerwartet sind die Männer froh, wenn die Frauen wieder gehen…)
        Auch sonst argumentieren Sie nicht wirklich schlüssig. Was meinen Sie denn, weshalb ist es für eine interessierte Frau so einfach, zu Sex zu kommen, sogar ohne zu zahlen? Ganz sicher nicht, weil das Bedürfnis von Männern und Frauen vergleichbar wäre – sonst könnten ja auch die Männer viel Geld sparen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        mila – du sagst ja selbst, dass Frauen, wenn sie nur wollen Gratis Sex um jede Ecke haben können. Das beweist wiederum, was ich schon vorher gesagt habe: Der Sexhunger ist nicht gleich gross und vor allem auch nicht gleich gelagert.
        Gerade die 50 Shades Erfolge liegen auch darin, dass viele Frauen im Kopfkino wildeste Phantasien pflegen, aber in der Realität das gar nicht so richtig ausleben wollen.
        Der Beweis, dass dies auf viele, viele zutrifft: immer noch das extrem Gefälle, dass viel viel mehr Männer für Sex bezahlen müssen, als Frauen.

        Klar gibt es Frauen, die an Geilheit 90% aller Männer übertreffen – und Männer die mit Sex nicht viel anfangen können. (Kenne beides sogar persönlich) – aber gesamtgesellschaftlich stimmt das Klischee eben doch.

      • mila sagt:

        SP, ich sehe es Ihnen nach, dass sie keine Frau sind, und offenbar keine ‚Frauengespräche‘ aus ’näherer‘ Betrachtung kennen. Sonst würden sie die unterschiedlichen Argumentationsstränge, die ich Ihnen serviert habe, nicht so achtlos beiseite schieben. Dass für Frauen die Aussicht auf ‚Qualität‘ mehr zählt als auf schiere ‚Quantität‘, sollte aber auch für Sie eine Binsenwahrheit sein. Sprich: eher wird sie sich mit dem fiktionalen Alpha-Billionaire begnügen, als mit einer wenig reizvollen reellen ‚Nummer‘. Klingelt es jetzt ein wenig? Es ist demnach tatsächlich, am Ende, keine massiv anders gelagerte Lust-Frage, sondern eine Frage der Umsetzung.

      • mila sagt:

        Und ja, ich möchte gar nicht in Abrede stellen, das so manche Frau Sex als Tauschware ‚handelt‘. Und nur dann zur ‚Tat‘ schreitet, wenn es sich für sie – aus welchem Grund auch immer – ‚lohnt‘. Dies entspricht ja Ihrer Wahrnehmung von Beziehungsmechanismen, auch wenn beileibe nicht alle es so halten.

        @Roxy, bzgl. ’nicht so richtig ausleben wollen‘. Das hat was Wahres, und wiederum auch nicht ganz. Es darf dann vielleicht etwas in der Mitte sein. Ich würde auch nicht jedem Mann, der tendenziell gewalt- und erniedrigungsverherrlichende Pornos schaut, per se unterstellen, dass er das alles in Reinform ’nachstellen‘ will. Ganz besonders nicht mit einer Frau, die er liebt und respektiert.

      • Reincarnation of XY sagt:

        kommt noch hinzu, dass nie mehr gelogen wird, als wenn es um Sex geht. Mit dem neuen Frauenbild werden nun auch hier die Frauen den Männern mit „Heldengeschichten“ nacheifern.
        Natürlich ist manch eine Heldengeschichte wahr. Aber es gibt nichts wahreres als Zahlen und in der Schweiz geben Männer jedes Jahr Milliarden im Bordell aus.

        Ein Thema wird nie erwähnt (schade): Sehr interessante evolutionsbiologische Theorien, punkto. Frauen spüren keine sex. Attraktion mehr zum Vater ihrer Kinder, obwohl sie ihn lieben. (Weiss kommt auch bei Männern vor, aber viel weniger.)
        Sehr interessant, wird aber viel zu selten zum Thema gemacht. Vielleicht weil uns diese Theorien mit unbequemen Tatsachen konfrontieren, die wir gerne leugnen würden.

      • mila sagt:

        Und bevor ich wieder entschwinde, schon mal eine Vorab-Antwort auf eine zu erwartende Rückfrage: ja, ich habe meine ‚Hausaufgaben‘ auf Youporn etc. gemacht. Mit Gewalt und Erniedrigung meine ich nicht einfach ‚harten Sex‘, sondern bestimmte Praktiken, die ich tatsächlich nie in Betracht ziehen würde. Das fängt beim Würgen an, geht mit wüsten Beschimpfungen weiter, und hört dann irgendwo bei Handlungen auf, die ich hier nicht näher beim Namen benennen möchte. Und ja, auch diesbezüglich mag es Frauen geben, die das ganz anders sehen, respektive empfinden (und keine Portostarlets sind).

        Sie beide hingegen haben vermutlich, umgekehrt, noch nie ein einschlägiges ‚Frauenbuch‘ in der Hand gehabt? Ich meine ohne jede Ironie, dass Ihnen damit etwas entgeht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, natürlich Kopfkino ist Kopfkino – das ist bei Männern auch so.
        Aber Männer sind offenbar so sexgeil, dass ihnen fast nichts zu billig ist. (Milliarden fürs Bordell)
        Während bei Frauen oft alles so Qualitativ Hammer sein müsste, dass ihnen in der Realität dann die Lust vergeht.

        Ich vereinfache. Du weisst, ich gehöre zu den Männern, die noch nie einen Cent im Bordell ausgegeben habe. Aber in der Gesamtheit trifft diese Vereinfachung eben zu.
        Und dadurch entsteht dieses Gefälle. Das natürlich ganz viele Ausnahmen kennt, wo es genau andersrum ist.

      • mila sagt:

        Ein letztes, @Roxy: Ganz allgemein scheint die Attraktivität des eigenen Partners bei Frauen schneller nachzulassen als bei Männern – so die Autoren von ‚Sex at Dawn‘. Ob das bei Männern dazu führen sollte, sich mehr um die Frau zu bemühen, vor allem im Versuch, die Funktionsweise ihrer Lust zu verstehen? Das kann ich als Frau nicht beantworten. Und nein, mir geht es nicht um Heldengeschichten, sondern um die Tatsache, dass die weibliche Lust anders gelagert ist als die männliche, und auch anders ‚befriedigt‘ werden will. Aber es hapert, zumindest meiner Beobachtung nach, oft gerade nicht an genereller Unlust, wenn eine Frau keinen oder nur wenig Sex will, sondern an einer partner(schafts)-spezifischen. Wie gesagt: wenigstens in meiner Generation.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich habe die unterschiedlichen Argumentationsstränge nicht so gesehen. Vielmehr glaube ich wie RoXY, dass Sie eigentlich eher unsere Argumente untermauern, auch wenn Sie das nicht so sehen.
        Ich habe keinen Zweifel, dass auch Frauen von gutem Sex träumen. Aber im Zweifelsfall verzichten sie lieber, wenn da nicht gerade ein Traumtyp anklopft. Nach dem Sex nach Hause halte ich übrigens für typisch für den One-Night-Stand und ist ein Symbol dafür, eben gerade keine Beziehung anzustreben. Und eine letzte Bemerkung noch: Mir scheint immer wieder, dass Frauen bei Sex zunehmend auf „Qualität“ pochen, was immer das ist. Die Verantwortung dafür soll aber dann ausschliesslich der Mann tragen?

      • Sportpapi sagt:

        Ah, noch: Geben Sie uns doch mal einen Hinweis für ein solches „Frauenbuch“, damit ich mir das mal anschauen kann. Ich wäre diesbezüglich z.B. bei Gabaldon gelandet.

      • mila sagt:

        Ok, doch noch ein Allerletztes: Ja, SP, es ist schon ziemlich fies, was manche Frauen den Männern an ‚Erwartungshaltung‘ aufbürden, und dies nicht nur in Bezug auf Sexuelles. Ich halte es da eher (wie immer) mit Eigenverantwortung, sprich: es ist meine Aufgabe, über meine Sexualität (respektive meine Bedürfnisse) möglichst gut Bescheid zu wissen, und dies auch weiterzuvermitteln. Und für mich muss es auch nicht permanent ‚Kaviar‘ sein, ich gebe mich zwischendurch auch gerne mit einem Butterbrot zufrieden (wobei ich zugeben muss, dass ich Butter liebe…). Ich denke, jeder Mensch, der sexuell halbwegs mit sich im Reinen ist (ob Mann oder Frau), wird vieles entspannter sehen, als uns die mediale Dauerpräsenz des Themas in allen Spielarten weismachen will.

      • mila sagt:

        Und, wichtiger noch: wird den Mangel an Lust beim Partner nicht ausschliesslich an diesem festmachen, nur weil es z.B. die Frau ist, und Frauen ja ‚generell‘ weniger Lust haben. Wer so denkt, macht es sich schlicht zu einfach. (Das würde selbstredend auch umgekehrt gelten, wenn der Mann plötzlich nicht mehr, und zwar so gut wie gar nicht mehr, will – alles schon gehört, und nicht nur einmal.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        mila / SP – ich denke, wir haben alle drei Recht, nur betrachten wir das Thema aus verschiedenen Perspektiven.
        Mit evolutionsbiologischer Brille sind die Bemühungen der Männer, (mehr Aufmerksamkeit etc.) gerade oft kontraproduktiv. (War wirklich eine extrem spannende und hilfreiche Abhandlung, die ich dazu gelesen habe.)
        Ich glaube auch, die ungerechtfertigten Forderungen kommen nicht nur aus Unkenntnis dem anderen Geschlecht gegenüber, sondern auch sich selbst gegenüber.
        Dann sollten wir auch noch mehr Verständnis haben, was der Unterschied zwischen Natur und Kultur ist. Die Zwei beissen sich oft. Und deshalb ist unsere Lust oftmals paradox.

      • mila sagt:

        Lesehinweis? Aber gerne doch. Wenn Sie es mit dem äusserst beliebten (und langlebigen) Regency-Segment versuchen wollen, empfehle ich Sarah Maclean – sie hebt sich einigermassen originell vom üblichen Stereotyp ab. Wählen Sie einfach eines von den ‚Rules of Scoundrels‘ Büchern, damit greifen Sie nicht daneben. Susan Elizabeth Phillips wäre eine Wahl aus der Contemporary-Sparte, da erfahren Sie nicht nur etwas über sexuelle Fantasien von Frauen, sondern auch allgemeineres – meine liebsten Titel sind ‚What I did for love‘, ‚Honey Moon‘ und ‚Ain’t she sweet?‘. Beide Autorinnen sind allerdings nicht die explizitesten, respektive erotik-fixiertesten.

      • mila sagt:

        Mich langweilen ‚reine‘ Erotica, daher diesbezüglich kein Tipp von mir. Sollten Sie es allerdings richtig düster (und zugleich richtig explizit) haben wollen, müssten sie nach Autorinnen wie D H Sidebottom greifen – ‚The Decimation of Mae‘ wäre so ein Machwerk. ’50 Shades of Grey‘ liest sich daneben wie die handzahme Hausfrauenfantasie, die sie in Tat und Wahrheit ist. Dies allerdings auf eigene Gefahr.

      • mila sagt:

        …und jetzt gehe ich erstmal ‚häuslichen‘ Aufgaben nach. Einen schönen Rest-Tag noch, die Herren. 😉

      • Sportpapi sagt:

        Gut, ich habe mal eins bestellt (thematisch passend: kopfüber in die Kissen). Auch wenn mich der Beschrieb an Sandra Brown und Co erinnert. Ihnen empfehle ich noch einmal Diana Gabaldons Romane, die jetzt auch verfilmt werden (als Serie).

      • mila sagt:

        Jedem Tierchen sein Pläsierchen… Der kernige schottische Naturbursche/Kämpfer (ihm widmet sich ein eigenes Untergenre) ist nicht so ganz mein ‚Typ‘. daher bin ich trotz mehrfacher Empfehlung bislang vor Gabaldon zurückgeschreckt. Aber ich werde bei Gelegenheit in die Serie reinschauen.

        Dass Sie wiederum bei einem von Phillips Sport-Helden landen würden, sollte mich nicht überraschen. 😉 Ich hab sie alle auch gelesen, nur nicht mehrfach wie die erwähnten anderen. Und ich hoffe, Sie haben doch ein bisschen Lesespass dabei.

      • Sportpapi sagt:

        Schauen Sie mal in die Serie hinein – ist ganz gut gelungen, wenn auch natürlich nicht so dicht wie die sehr umfassenden Bücher. Neben dem Naturburschen gefällt, dass auch „Claire“ eine ganz starke Rolle einnimmt.

  • Gerald sagt:

    In der heutigen ‚ich-zentrierten‘ Gesellschaft ist es natürlich schwierig seinen Penis bzw ihre Vagina für sich zu behalten. Vielleicht bin ich ein wenig old-fashioned, aber etwas Zurückhaltung finde ich persönlich sehr reizvoll.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ohje, die obligate Zeitgeist-Kritik. Als wäre man nicht früher genau so fremdgegangen und hätte Affären gepflegt. Wenn überhaupt, dann bestand der Unterschhied lange darin, dass man nicht darüber sprach und sich die Option Scheidung von selbst verbat. Alles andere ist doch wirklich nichts Neues.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Wir haben heute viele Möglichkeiten, warum sich einschränken? Etwas verpassen? Wie es Binsw anger heute schrieb: „es war… die Werbeindustrie, die (uns) manisch vorgegackert hat, wie kostbar und einzigartig jede einzelne unserer Ansichten, Empfindungen und Lüste sei“. Wir nehmen Gefühle wie Verliebtheit heute viel zu ernst. Warum eine liebevolle Beziehung riskieren für ein kurzes Gefühl der Verliebtheit (geht auch wieder vorbei!). Verliebtheit/Erotik ist oft/immer eine Projektion eines Idealbildes auf einen Menschen und ist nicht am Menschen selbst. Warum nicht wieder auf seine Frau/seinen Mann projizieren? Die Beziehung/Sexualität neu entdecken in der Ehe/Partnerschaft?

    • Hans Hintermeier sagt:

      Es ist doch natürlich, dass der Ehe-Partner Ängste bekommt, den anderen zu verlieren, wenn er einen 2. Partner hinzunimmt. Zumal wenn jemand seine momentanen Gefühle so ernst nimmt, kann es ja auch kippen und er denkt sein Sexpartner sei sein Seelenverwandter und es sei nun mal Schicksal, man kann ja gar nichts dafür. Warum freuen sich nicht alle mit mir? Und in 5 Jahren stehen sie wieder am gleichen Punkt. Immer auf der Suche nach „Empfindungen und Lüste“ nie angekommen/ zuhause, immer Angst etwas verpassen zu können, es muss doch noch mehr drin liegen…war es das schon? Glück findet man so nicht.

    • Carolina sagt:

      Danke, HH. Das von Ihnen Gesagte deckt sich mit meinen Gedanken. Ich bin zwar keine Sexualtherapeutin, aber therapiere Paare. Der Satz, der mir am meisten aufstösst, ist der: ‚..Andernfalls umhüllt einen die Normalität, und das ist der Tod für jede Beziehung….‘ Das ist genau die Art von Lifestyle-Kacke, die uns immer wieder versucht weiszumachen, dass wir ja so einzigartig sind, so individuell, ein Recht auf ständige Befriedigung jeder Art haben – genau das, was Sie anständiger als ich ausgedrückt haben.
      Die Paare, die ich berufshalber kennenlerne und dann noch so einige aus dem privaten Bereich (denn ich bin sehr neugierig!) sind meistens in diesem kritischen Alter und die Anzahl derer, die kein oder nur noch wenig Sex miteinander haben, hat mich anfangs sehr schockiert. Nur: in

      • Carolina sagt:

        /2 dieser Coolio-Welt vergessen wir alle (oder lassen uns einreden), dass es keine Krankheit gibt, keine Burnouts, keine Arbeitslosigkeit. Sex hat immer die Grundlage für eine funktionierende Beziehung zu sein – das stimmt mit der Realität nicht überein. Viele Paare raufen sich wieder zusammen, auch wenn der Sex Nebensache geworden ist bzw aus irgendwelchen Gründen nicht stattfindet. Und zwar weil Intimität (das schreibt BB auch selber) viel wichtiger ist, über die Jahre auch immer mehr Wichtigkeit einnimmt – und die geht über Dem-anderen-und-sich-selber-Sorge-tragen, Sich-Mitteilen und manchmal auch Ueber-seinen-Schatten springen.
        Allerdings: ein Gleichgewicht immer wieder herzustellen zwischen den Bedürfnissen beider ist unerlässlich. Nur geht es nicht immer um Sex!

      • Anh Toàn sagt:

        @Carolina

        Doch, es geht immer um Sex, und gibt’s den nicht in der Beziehung, dann woanders. Gibt es den Sex woanders, entstehen Eifersucht, Verlustangst usw.

        Mag sein, dass manche Frauen länger ohne Sex sein können, Männer nur ausnahmsweise.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Da sind sie ja wieder carolina – diesmal auf der Gegenseite. Nichts für ungut.
        Und ich muss Anh Toan diesmal zustimmen. Genau so, wie er es sagt ist es.

        Für sehr viele (ich eingeschlossen) geht es nicht ohne Sex. Damit meine ich nicht, dass nicht auch mal eine lange Dürre Platz haben kann. Aber sexuelle Treue impliziert für mich ein intaktes Sexualleben. Wenn ein Partner dazu keine Lust mehr hat, muss der, welcher Sex in seinem Leben braucht, sehr offen darüber sprechen und seinen Standpunkt klar machen.
        Die asexuelle Lösung mag für einige Paare natürlich auch die Richtige sein, ich kann sie mir einfach nicht vorstellen.

      • Carolina sagt:

        Auf der Gegenseite???
        Jedes Paar muss wohl oder übel das Gleichgewicht in seiner Beziehung immer wieder neu definieren, das gilt für alle Bereiche! Aber ganz sicher nicht nur für den sexuellen Bereich! Nur weil man es sich nicht vorstellen kann (ich übrigens auch nicht), gibt es eben doch Paare, die in der Praxis ganz andere Prioritäten setzen. Niemandem ist geholfen, wenn sogenannte Sexualtherapeuten ihre persônlichen Lösungen zum Mass aller Dinge machen. Das verunsichert viele und macht andere Lösungsansätze oft schwieriger….

      • Alpöhi sagt:

        Sex ist nicht die Grundlage einer guten Beziehung, sondern das Resultat. Wenn der Sex ist gut, dann ist (vorher schon) auch die Beziehung gut.

      • fabian sagt:

        caroline, nur so nebenbein, wenn sie über lifestyle kacke schreiben: therapien, coachings und beratungen sind sowas von lifestyle.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich habe das ganz anders verstanden
        Sie sagt doch ausdrücklich, dass „offene Beziehung“ nicht jederpaars Sache ist und dass, das zu leben ein Riesenpotential an Reife verlangt.
        Sie plädiert mehrmals für Offenheit.

        Uns als Paar hat es nur gut getan auch diese Option einer Beziehung durchzusprechen.
        Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir das nicht wollen, vor allem seit es uns gelungen ist, unser Intimleben wieder in Schuss zu bringen.
        Dennoch habe ich grossen Respekt vor allen Paaren, die bereit sind das Thema mit gleicher Offenheit anzugehen.

      • Sportpapi sagt:

        Das ist jetzt etwas speziell, wenn die eine Therapeutin über die andere lästert. Bist du denn sicher, dass die Paare, die zu dir kommen, immer absolut ehrlich sind?
        Mit der Lifestyle-Kacke magst du teilweise recht haben. Aber selber haben wir doch auch das Gefühl, wir hätten nur ein Leben, und dieses sollten wir nicht verschwenden. Viel wichtiger scheint mir hier auch wieder ein pragmatischer Ansatz: Seid ihr denn sicher, dass es es nach der Veränderung/Trenung/neuer Beziehung etc. besser geht?

      • Carolina sagt:

        Alpöhi: Nein, das halte ich für viel zu eng. Es gibt genügend Beziehungen, die eng und vertraut sind, in denen kein Sex mehr stattfindet oder nur wenig. Entscheidend ist, ob das für beide stimmt oder nicht.
        Fabian/SP: Ich habe den Satz, der mich so stört, oben zitiert: Normalität sei der Tod der Beziehung. Das halte ich in dieser Ausschliesslichkeit für völlig falsch und sage das auch – von mir aus lästere ich, das dürfte BB auch, wenn sie mich bei so einer Aussage erwischen würde.
        RoXY: Auch an Sie nochmal: Es geht mir nur darum, immer wieder zu sagen, dass das Sexleben in einer Beziehung nicht von allen Paaren als Priorität benannt wird – während es bei anderen die höchste hat. Daher kann ich Aussagen wie der, dass bei allen Paarbeziehungen Sex elementar sei, nicht unterstützen.

      • Carolina sagt:

        Fabian: Entschuldigung, die Antwort an Sie kommt hier, habe Sie falsch platziert: Das dürfen Sie so sehen. Interessant finde ich immer, wieviele Paare in grosser Not/kurz oder während der Trennung uns die Türen einrennen – aber dazu stehen die wenigsten (Männer!). Ich sehe es relativ pragmatisch: mein Auto bringe ich auch regelmässig zum Service, aber irgendwie haben die meisten Menschen (bei jungen Leuten ändert sich das gerade) das Gefühl, Beziehungen laufen und laufen, ohne jemals angeschaut zu werden. Dabei könnte ein regelmässiger Check-up so manches Problemchen, das sich später zum Trennungsgrund auswächst, vorzeitig beseitigen. Klar: können Sie Lifestyle-Kacke nennen, ich nenne es nach-dem-wichtigsten-in-meinem-Leben-schauen.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Jetzt mal ernsthaft, was vorhin nur angetönt war: Glaubst du denn, wenn diese Paare in höchster Not bei dir anklopfen, dass das Bedürfnis nach Therapie bei beiden gleich gross ist? Und dass beide ehrlich mitarbeiten, und ihre Bedürfnisse auspacken? Oder anders gefragt: Wenn sie statt zu dir zur Sextherapie gehen, weil eine/r der beiden meint, das laufe zu wenig (und sonst müsse er/sie sich trennen), dann würde der/die so genötigte plötzlich voller Elan mitspielen und seine/ihre Bedürfnisse anmelden, die sie bisher doch gar nicht verspürt hat? (sollte ich das Geschlecht versehentlich mal nicht offengelassen haben, bitte ich um Nachsicht)

    • Ulrich Gassner sagt:

      HH, Carolina, ich bitte Sie. Jetzt hat doch ML schon bestimmt, dass es hier nichts zu diskutieren gibt. Bitte reissen Sie sich etwas zusammen.

  • Sportpapi sagt:

    Das deckt sich nun im Wesentlichen mit meiner Sichtweise und erscheint mir wohltuend pragmatisch und ehrlich.

    • Muttis Liebling sagt:

      So ist es und damit gibt es auch keinen neuen Gedanken und damit nichts Diskussionsfähiges zum Thema.

    • Reincarnation of XY sagt:

      wohltuend pragmatisch und ehrlich – damit stimme ich überein.

      Aber deckt es wirklich ihre Sichtweise, ausser diejenige, dass wir Männer nun einmal Sex „brauchen“ – (womit ich mit ihnen vollstens übereinstimme)?
      Bis jetzt habe ich sie immer so verstanden, dass der Mann einer sexuell gelangweilten (langweiligen) Frau, heimlich ins Bordell gehen soll, um die Beziehung zu retten. Also die traditionelle 0815 „Lösung“.
      Der Ansatz, für den hier in erster Linie plädiert wird ist Offenheit. Dass ein Paar all die verschiedenen Ansätze offen durchdiskutiert und für sich eine Lösung findet.

      • Sportpapi sagt:

        @Roxy: Ich habe es noch einmal gelesen. Nun ja, wo ich gar nicht übereinstimme ist bei der Polyamorie, die für mich ein Widerspruch zur sozialen und emotionalen Treue ist. Und die Priorität für absolute Ehrlichkeit habe ich so nun nicht gelesen. Aber vielleicht habe ich das auch etwas missverstanden. Dass man auch mal Klartext redet, dafür bin ich aber auch. Das heisst aber nicht, dass man jedes Thema abschliessend besprechen kann.
        Und, nebenbei, für heimlich Bordell bin ich gar nicht, persönlich. Aber ich verurteile auch Menschen nicht, die diesen Weg wählen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Danke, für ihre Antwort. SP

        Polyamorie – dürfte die meisten von uns überfordern. Offenbar gibt es aber Paare die damit umgehen können. Nur – genau wie mit der „offenen Beziehung“ – können das die Allerwenigsten.
        Viele können nicht mal offen miteinander reden.

        Und wenn wir schon gerade dabei sind: ich verurteile Menschen auch nicht, die Dinge tun, die ich prinzipiell für den verkehrten Weg halte.

        („Prinzipiell“ ist angefügt, weil es immer eine spezielle Geschichte gibt, in der das ansonsten prinzipiell Falsche evt. doch das Richtige sein könnte – nichts ist absolut.)

    • fabian sagt:

      eine beziehungsform die einem der partner gegen seinen willen enthaltsamkeit über jahre predigt, ist einfach keine beziehung. man zwingt schliesslich auch niemanden zu, sagen wir: atheismus, wenn er vorher religiös war, oder veganismus, wenn er gerne fleisch ist. da ist ein kritischer blick auf die form der beziehung, die klassische paarbeziehung mit kindern in der schweiz, notwendig.

      • Patrick sagt:

        Ich glaube, der Grundgedanke hinter der Polyamorie ist, dass man davon ausgeht dass keine Person die Bedürfnisse des anderen zu 100% deckt, folglich braucht es ausserhalb der Ehe Beziehungen, die dieses Manko decken, damit man zu 100% erfüllt ist.
        Ob offen oder nicht, der Haken, oder das Schwierige dabei ist, das was dem Partner an ihr fehlt ist nicht zwingend das, was der Partnerin am Partner fehlt. Der eine braucht vielleicht mehr Sex, die andere nur Geborgenheit oder eine dicke Freundschaft.
        Dadurch sind die ausserehelichen Beziehungen verschieden, was zu Spannungen führen kann (Du hast bedeutunglsosen Sex aber ich bedeutungsvollen, etc).
        Offen sollen diese ausserehelichen Beziehungen sein, damit man weiss, was dem anderen fehlt und das so akzeptiert.

        So verstehe ich es…

Kommentar

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