Übermannt von Vaterstolz

Ein Papablog von Beat Camenzind*

Superdads flutet das Internet mit Bildern von ihren tollen Kindern – und sich selber. Foto: Christ's Place (Flickr)

Superdads fluten das Internet mit Bildern von ihren tollen Kindern – und vor allem von sich selber. Foto: Christ’s Place (Flickr)

Es geschah an einem Sonntagnachmittag. Der Winter machte einen auf Herbst, ich hatte meine Tochter zu einem Spaziergang überredet. Wir gingen entlang der Limmat und waren nicht die Einzigen. Wir machten Slalom um Kleinsthunde. Wir wichen auf die Wiese aus, damit eine Mutter ihren riesigen Zwillingskinderwagen vorbeikutschieren konnte, und hüpften zur Seite, wenn Sportler vorbeirollten, -rannten, -robbten.

Und manchmal grüssten wir einfach so Leute, die uns begegneten, um ein wenig Wanderstimmung zu verbreiten. (Das mit dem Grüezi ist da so eine Sache in der Vorstadt: Der Ort ist zu gross, als dass jeder jeden kennen würde und man sowieso grüsst, aber zu klein für so richtige Anonymität. Aber wen nun grüssen? Ich hab mich aufs Reagieren verlegt, was kein guter Ratschlag ist. Denn Alteingesessene erwarten, dass Neuzuzüger zuerst grüssen, glaubs. Und wer das nicht tut, hat schon mal grundsätzlich schlechte Karten. Beim Spazieren aber grüsse ich manchmal einfach alle, ganz laut mit einem fröhlichen Grinsen. Ich nenn das «Kampfgrüezi», und es macht Spass.)

Foto: Clintus (Flickr)

«Hau dem eine rein!», sagt die Stimme im Kopf des Autors. Foto: Clintus (Flickr)

Und dann passierte es: Meine Tochter erzählte mir gerade eine spannende Mobbing-Geschichte aus der Schule. Ich war fasziniert von der Gruppendynamik von Zehnjährigen, wie sie zielsicher den Schwächsten und dessen Macken ausmachten, um darauf herumzuhacken, und was der Schulsozialarbeiter und die Lehrerin dagegen unternahmen.

Ich war so gebannt von der abgeklärten Analyse meiner Tochter (das hat sie von mir!), dass ich ihn erst im allerletzten Moment entgegenkommen sah: den Sonntagnachmittag-Superpapi! Mit breiten Schultern, bolzengeradem Rücken und ausladenden Schritten pflügte er sich durch die Spaziergänger. Er trug seinen fünfjährigen Sohn auf dem Arm wie eine Trophäe. Dazu strahlte er, als wäre der Sohn gerade frisch geschlüpft. Und weil das ganze Gehabe ganz viel Platz braucht, konnte er mir nicht ausweichen: poing, ein Rempler.

Ich spazierte weiter. War noch versunken ins Gespräch mit meiner Tochter. Da hörte ich eine leise Stimme in meinem Kopf: «He, Beat, du bist gerade von einem aufgeblasenen Wichtigtuer angerempelt worden. Hau dem eine rein!» – «Ach so, äh, ja, nö», antwortete ich. Die Stimme nölte noch etwas rum und war dann still. Später, als ich auf einer Parkbank sass, lachte ich darüber: Ich bin gerade von einem Mann beim Spazieren angerempelt worden. Beim Spazieren, nicht im HB Züri. Wo man doch allen Platz und alle Zeit der Welt hat, um problemlos aneinander vorbeizukommen. Wo die Sonne lacht und man Wildfremde grüsst. Aber nein, falsch, der Mann war nicht am Spazieren: Ich habe es gewagt, einem überstolzen Papi über seinen Laufsteg zu spazieren.

Und plötzlich kamen mir ganz viele Geschichten von ganz vielen Papis in den Sinn, die nur noch von ihrem überaus tollen Kind erzählen (und wie es ihnen gleicht) und das Internet mit Bildern von ihrem tollen Kind fluten (und drei Viertel vom Bild füllen sie selber aus). Ich spülte diese Bilder mit einem grossen Bier weg, da kam die Stimme wieder: «Du bist doch genauso! Darum nervst du dich darüber.» – «Noch ein Bier, bitte!»

Was halten Sie von den aufgeblasenen Papis? Und soll man denen sagen, dass sie nicht die Einzigen sind, die Kinder auf die Welt stellen?

96 Kommentare zu «Übermannt von Vaterstolz»

  • Muttis Liebling sagt:

    Untergehende Kulturen zeigen nicht nur bedrohliche, eigenartigerweise auch drollig- infantile Symptome. Wenn man mehr als notwendig über das Elternsein sinniert, liegt das wohl daran, dass man nicht mehr so recht in der Zeit zum Elternsein ist. Zuviel Zeit, zu viel Geld, zu viel Selfie- Mentalität, zu wenig Distanz zu Allem, vor allem zu einer kommerziell erdachten Realität ohne Realitätsbezug.

    Das gibt sich, wenn die Menschen wieder mehr richtige, weil vitale Sorgen bekommen. Es wird einfach viel zu wenig gehungert und gestorben. Aber das kriegen wir wieder hin.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … klar, die Ersteroberung/Neubesiedelung Europas ist am laufen, und geschickt getarnt arbeiten die weiter weg im Osten an der unblutigen Landeinnahme für den späteren Zeitpunkt.

      Wir lullen uns derweilen in den verschiedensten Bl0gs erfolgreich ein und verpassen das wirklich Wichtige.

      (Blöd ist allerdings, dass Sie teilweise damit sogar noch Recht haben…)

      • Diana sagt:

        Liebe Brunhild, ML ist schlicht noch nie auf der Idee gekommen, so früh am morgen jeden Glas Wodka mit je einem Glas Woda abwechselnd anzuwenden 🙂

    • Flo sagt:

      ML ??????????????????????????????????????????????
      selten soviel Stuss zu einem Thema glesen. Immer öfters wundere ich ich über ihre Beiträge – was für ein Mensch sind sie nur – da muss etwas gewaltig schief gelaufen sein!

    • Reincarnation of XY sagt:

      „Den Menschen geht es zu gut.“
      Dieser versteckte Hass auf den Nächsten, liegt jedem apokalyptischen Glauben zu Grunde.

      • Muttis Liebling sagt:

        Warum endet dann das NT, das Buch der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit, mit der Offenbarung des Johannes?

      • Reincarnation of XY sagt:

        weil Johannes mit zunehmendem Alter frustriert war?

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Johannes der Offenbarung, wohl 91 n. Ch. auf einer griechischen Insel geschrieben, ist nicht der Johannes der Evangelien.

        Was heute in der Bibel steht, haben endlose Bischofsgremien so 1000 Jahre nach Christi kanonisiert. Da steckt mehr Zeitgeist des Mittelalters, als Ur- Christentum drin. Das Petrus- Evangelium hat es nicht ins NT geschafft, obwohl Petrus der erste Papst war und Jesus, im Gegensatz zu den anderen Evangelisten, persönlich kannte.

        Der Gedanke der Apokalypse wird seit dem Gilgamesch- Epos, zeitlich also seit der Persistenz der neolithischen Revolution, immer wieder aufgegriffen. Das hat schon seinen Sinn. Siehe heute im TA, ‚es ist 3 Min. vor Weltuntergang‘ (was natürlich nicht stimmt, aber eine Zeitaussage ist).

      • Reincarnation of XY sagt:

        ML – besten Dank. Da sprudelt ja ihr überschüssiges Wissen nur so aus ihnen raus.
        Aber wie dem auch sei. Ob es nun dieser oder jener Johannes oder Pseudo-Johannes geschrieben hat – das ändert nichts an der Tatsache, dass der Schreiber wohl aus Frustration heraus geschrieben hat.
        Die Untergangs- und ihr-habt-es-verdient-Rache-Gedanken geistern nun bald 2000 Jahre durch die Köpfe (natürlich schon länger, ja ich weiss, ich weiss) und faszinieren immer wieder neue Anhänger, die das Ende kaum abwarten können.

        Nebenbei: ich bin nicht unempfänglich für künstlerische Bearbeitungen des Stoffes. Darin sehe ich sogar einen Nutzen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nein RoXY, der hat nicht aus Frustration geschrieben. Nichts auf dieser Welt geschieht aus Menschlichkeit, aus Psychologie, aus Individualität. Geschichte ist das, was passiert, wenn gerade alle schlafen.

        Im Gegensatz zu den Fassadenpersonen der Zeit kann ich die Zukunft vorhersagen. Kurzfristig präzise, langfristig nur tendenziell.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ach jetzt aber ML – jetzt driften sie aber sehr stark in Guru-artige Thesen ab, nur damit sie recht behalten können. (psychologische Ursache)
        Ich verstehe, was Sie meinen. Sie glaubten nie an die Freiheit des Menschen, sie halten diese auch nicht für wünschenswert. Früher haben sie deshalb postuliert, dass das „politische“, stets über das menschlich-individuelle herrschen muss.
        Nun ist ihnen der Gedanke gereift, dass „die Geschichte“ einziges Subjekt auf der Erde ist. Was eigentlich nichts anderes bedeutet, als das alles Tun, Gedeihen und Verderben letztlich die Handlungen von Gott-ist-Grösser sind.
        Nichts Neues – weder originell, noch besonders gescheit und vor allem ein Standpunkt der eine vernünftige Debatte im Keim erstickt. (psychologisch leicht erklärbar)

    • Irene feldmann sagt:

      Ich kann ihre Meinung gut verstehen, nur das übergegockel des superpapies ist Gottseidank kein Trend der Massen so können wir uns den 3 Weltkrieg noch eine weile aufsparen….:)

      • Muttis Liebling sagt:

        Nee, das ist nur ein Nebengleistrend, mit dem Ziel, das Hauptgleis nicht zu finden. Den 3. Weltkrieg erspart das nicht, der kommt so sicher, wie der nächste Regen. Aber das ist dann der letzte.

      • irene feldmann sagt:

        ja wenn sie meinen….dann bin ich ja beruhigt, wenigstens kann ich dann in ruhe ruhen…..::::))))

      • irene feldmann sagt:

        und noch was, muttis luemmel wahl der worte, bildung der saetze mit mehrgedanklichen inhalten ist extrem speziell und es braucht mehrmaliges lesen um der essents auf den grund zu kommen. trotzdem denke und empfinde ich, auch ohne spezielle BILDUNG das, einige wie er in diesem falle, unserer zeit voraus sind …das wuerde missverstaendniss, allfaellige wut und sonstige wirre gefuehle gut erklaeren….also einen sonnentag wuensche ich noch, moegen die superpappas unsere einzigen tagesprobleme sein, salut

      • Muttis Liebling sagt:

        Irene, Sie sind ja ein richtiger Schatz. Glauben Sie mir, es gibt einen Verstand, neben dem prostituierten Gesunden Menschen… Sie haben den.

        Irgendwie bekommen es die Vielen da draussen einfach nicht mit. Wir wollen nur Verstand, statt gefühlter Wirklichkeit.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Früher wurden immer die abwesenden Väter beklagt und nun ist es auch wieder nicht recht, wenn sich die Väter stolz mit den Kindern identifizieren. Irgendwie kann es der Mann einfach nie richtig machen (die Meinung anderer sollte einem deshalb egal sein!). Lasst doch den Vätern die Freude/Stolz! Leben und Leben lassen. Ich brauche auch keinen Orden fürs Vatersein, nehme aber all die stolzen Papas mit Humor. P.s. zum Anrempeln braucht es immer zwei. Evtl. hat der Andere genau gleich gedacht wie Sie. Wenn man dann dem Anderen deswegen und weil er ein stolzer Vater ist, gleich eine Reinhauen will, ist man (glaube ich) nicht so mit sich im Gleichgewicht.

    • fabian sagt:

      Schweizer Bünzlis gönnen keinem anderen etwas mehr Emotionen als sich selbst, Feministinnen müssen prinzipiell engagierte Männer schlechtreden. In diesem Text sehe ich beides zusammen paradigmatisch vereint.

      Passend das Gedicht von Eugen Gomringer:
      Schwiizer

      luege
      aaluege
      zueluege

      nöd rede
      sicher sii
      nu luege

      nüd znäch
      nu vu wiitem
      ruig bliibe

      schwiizer sii
      schwizer bliibe
      nu luege.

      • Carolina sagt:

        f: Ist Ihnen eigentlich kein Thema zu blöde, mit ihrer einfältigen Feministinnenschelte zu kommen? Wenn ich mich recht erinnere, sind Sie einer derjenigen, die sich auch über Mütter aufregen, die angeblich ‚zuviel‘ Stolz und Sorge um ihre Kinder vor sich hertragen.
        Kann man eigentlich nicht einfach Freude daran haben, dass ein Vater oder eine Mutter (macht nämlich keinen Unterschied) stolz sind auf ihre Kinder? Natürlich geht es Aussenstehenden im Uebermass dann irgendwann auf den Keks, aber es gibt wirklich schlimmeres……
        Diese Missmut, diese Sauertöpfigkeit, die sich in Beiträgen wie Ihrem, ML und francesca widerspiegelt, ist viel schlimmer für eine Gesellschaft als Stolz auf den Nachwuchs.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Was macht Sie so sicher dass das ein leicht blindfleckiger Superpapi war, und kein stolzer Götti, Onkel oder sonstwas?

    Jedenfalls freuts mich ja zu lesen, dass es doch sehr wohl auch „mit-Kinderthema-zumüllende-Papis“ gibt, und es nicht nur Frauen sind welche, wie hier immer wieder mal beklagt, ihr gesamtes Umfeld mit Nachwuchsthematik non-stop beliefern 😉

    • Muttis Liebling sagt:

      Brunhild, verweiblichte Männer, schwatzhaft mit Fönfrisur, Tiefengang wie ein Balsaholzfloss, sind hier und heute definitiv in der Überzahl. Zum Glück erreichen uns wieder vermehrt junge Männer aus Kulturkreisen, wo der Mann noch Mann ist, weil er zum Mann erzogen wurde.

      Das bisschen Zuviel Testosteron schleifen wir denen schon ab. Wenigstens gibt es bei denen noch was zu schleifen.

      ‚Unsere Jungs‘ fallen wegen schwerer Materialmängel von vornherein aus der weiteren Wertung. Epigenetischer Ausschuss.

      • Brunhild Steiner sagt:

        … hm, also meinen Sie wirklich mir sollten die „schweren Materialschäden“ mehr Sorgen, als das „bisschen zuviel Testosteron“ machen?

        Irgendwie empfinde ich letzteres schon wesentlich existenzbedrohender.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ ah, und wer genau sollte denn da „abschleifen gehen“, die mit dem „schweren Materialschaden“ werden wohl kaum in der Lage sein dazu?

      • Muttis Liebling sagt:

        Als Schleifpapier benutzen wir Banknoten. Die entfalten ihre Wirkung kulturübergreifend und äusserst präzise.

        Schauen Sie sich die türkischen Familien in Berlin- Kreuzberg an. Die Grossmutter kam mit 2 Kindern aus Anatolien und bekam noch 4 dazu. Kam die Familie zu Geld, bekommt die Enkelin genau so wenig Kinder wie die Deutsche. Wurde aus der Familie eine Hartz IV- Dynastie, bleibt auch die Enkelin bei 6 Kindern.

        So wie Alkohol das Schmiermittel der Psyche, ist Geld das Schmiermittel der Kultur.

      • Papperlapapi sagt:

        Die meisten ‚unserer Jungs‘ meistern ihr Leben doch sehr gut. Sie arbeiten, kümmern sich um Frau und Kind. Der Ausdruck „epigenetischer Ausschuss“ ist völlig inadäquat und entwertend, schlimm. Das sagt viel mehr aus über ihren Charakter, als über den Charakter der Beschriebenen. Sie tun mir heute mal wieder nur Leid.

      • Flo sagt:

        mir sind schwatzhafte, fönfrisierte und gefühlsschwangere Papis, sehr viel lieber als so bitterböse Zyniker wie sie ML. Wie sie zu dem Namen “ Muttis LIEBLING“ kommen konnten ist mir schleierhaft!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Paps merke: Ein Misanthrop der Tag für Tag selbstverliebten Kram ins Netz postet, betreibt eigentlich nur Selbstanalyse, wenn er von einer degenerierten Gesellschaft und einer nicht mehr vorhandenen Männlichkeit schreibt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich nehme gern noch Anmeldungen für den Grundkurs ‚Ironie für Anfänger‘ entgegen. Der Preis ist zwar hoch, aber dafür wirkt der Kurs auch auf Teilnehmer, welche lebenslang auf unreflektiertes und linear- einschrittiges Denken konditioniert wurden. Was u.a. heisst, Brunhild muss nicht teilnehmen.

      • KA sagt:

        @ ML: das mit dem Testosteron übernimmt vielleicht auch unser durch die Pille mit Östrogen verseuchte Grundwasser 😉 und zur Kinderanzahl, hat natürlich mit Geld zu tun, aber auch mit Bildung, (wobei Bildung vom Geld abhängig ist) Die deutsche Harz-IV Familie hat ja ev. auch 6 Kinder

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, Ironiekurs bei ML… das wäre ja wie ein Abstinenzkurs bei RS! 😀

      • Muttis Liebling sagt:

        @KA, da haben Sie das Wesentliche beschrieben. Der deutsche Hartz IV- Empfänger unterscheidet sich deutlicher vom deutschen Mittelschichtler, als vom türkischen Hartz IV- Empfänger.

        Nur ist es im Detail nicht das Geld an sich, sondern der damit zementierte Sozialstatus. Ich denke schon, dass die Tatsache der sich stärker fortpflanzenden Ränder, die der sozial Unter- und der Überpriviligierten, gegenüber der trögen Mittelschicht, ein postbiologischer evolutionärer Vorteil ist.

      • Carolina sagt:

        Ich melde mich gleich freiwillig ab vom Ironiekurs, ML! Jemand, der sich immer dann auf Ironie beruft, wenn der Gegenwind zu stark wird, sollte vielleicht lieber einen Kurs in, äh, untergehenden Staatsformen geben – obwohl, come to think of it, wäre ja auch völlig kontraproduktiv.
        Mir fallen übrigens bei den (unsäglichen) Stichworten ‚e.A.‘ und ‚Materialmängel‘, auf Menschen angewandt, auch Menschen mit schwerer Suchtproblematik ein – oder zählt das nicht dazu?

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, das Wort ‚unsäglich‘ würde ich unter der Rubrik gezielt verbale Fehlorientierung einordnen. Der Vorteil menschlichen Denkens besteht u.a. darin, Fehlverhalten verbal oder gedanklich vorwegzunehmen und es daraufhin als Handlungsoption auszuschliessen.

        Tiere und einfache Menschen müssen erst handeln und dann das Resultat sehen. Gebildete Menschen spielen erst gedanklich durch und bewerten vor der Handlung.

        Man darf alles sagen, alles denken, nur nicht alles machen. Wie schon Schopenhauer erkannte, der Mensch darf zwar alles tun, was er will, aber nicht alles wollen, was er tut.

        Das Wort ‚unsäglich‘ fällt weit hinter diese Erkenntnis zurück. Das ist dümmlichster, sog. Gesunder Menschenverstand. Eine demagogische Floskel. Verdummend, vom Kern der Frage ablenkend.

      • Carolina sagt:

        Auch wenn ich wieder mal nur die Hälfte von dem verstanden habe, was Sie da produziert haben, ML, (ganz ehrlich: ich schalte schon auf Durchzug;-): ich bleibe dabei, ich halte Ihre grossmannsüchtige, überhebliche und bessermenschenpropagierende, mechanistische Sprache oft genug und in diesem Fall für unsäglich! Und das von jemandem, die politische Korrektheit hasst……

      • Franz Vontobel sagt:

        „…vom Kern der Frage ablenkend.“

        Ganz im Gegensatz natürlich zu einem länglichen Exkurs über eine harmlose Vokabel… wobei das natürlich Zweck der Übung war.

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, Du möchtest mit einem Menschen sprechen und behandelst mich so. Ich bin aber nur Meinung, nur Ideologie mit sprachlichen Werkzeugen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Vontobel, ‚unsäglich‘ ist keine harmlose Vokabel. Die wurde zu einem Schlüsselbegriff, seitdem pseudoinhaltliche Begriffe die Diskussion einer Kultur dominieren, der der Wertevorrat und damit die Begrifflichkeit ausgeht.

        Sprache dominiert das Denken, deshalb ist präzise Sprache so wichtig. Aber Denken dominiert nicht das Handeln, deshalb kann man Handeln nicht auf Sprache abbilden.

        Wenn ich Handeln manipulieren will, greife ich nicht auf Sprache zurück. Das mache ich nur, wenn ich Denken manipulieren will und glaube, damit auch Handeln zu beeinflussen. Aber das funktioniert nicht, auch wenn unbedarfte Politiker und Journalisten das glauben. Sie glauben es, weil sie nichts anderes haben. Sie haben also nichts.

      • tina sagt:

        hallo bildungselite. nicht dass ich mich mit schopenhauser auskennen würde, aber das zitat lautet: der mensch kann wohl tun was er will, aber er kann nicht wollen was er will. aber pha, schopenhauer. ist das nicht dieses muttersöhnchen, das von seinen schwester fertig gemacht wurde?

      • tina sagt:

        sorry für die schreibfehler.
        schopenhauer gegooglet, seine peinlichen texte über frauen gelesen, lachkrampf bekommen, thema schopenhauer ist gegessen. daher kam wohl meine idee, dass der mann bestimmt unter mutter und schwestern gelitten haben muss.

      • Muttis Liebling sagt:

        Vontobel und Carolina, wenn Ihr Euch wirklich für das, was ich hier schreibe, interessiert, lest mal das LTI. Bildung schadet nicht.

        Es schadet auch nicht, zu wissen, dass Person und Meinung dissoziieren können. ML lässt sich nicht auf Ralf abbilden. Umgekehrt auch nicht.

        ML vermittelt Haltungen, welche Ralf nicht leben muss, aber manchmal tut. Aber da ist kein organischer Zusammenhang. Es gibt keinen Konsistenzzusammenhang zwischen Person und Meinung und wenn man das nicht akzeptiert, hat man keine Chance, z.B. Politik zu verstehen.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Es gibt keinen Konsistenzzusammenhang zwischen Person und Meinung“

        „Doppelmoral“ nennt man sowas doch politisch etwas weniger korrekt – oder „Wasser predigen und Wein saufen“…

      • Muttis Liebling sagt:

        tina, es ist doch völlig Wurst, was Schopenhauer für ein Mensch war. Die Frauen -ab- und Überwertung zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte.

        Minnegesang, haben die Kreuzritter erst aus Arabien in unsere Kultur gebracht. überhöht. Der erste Heilige der Katholischen Kirche, Augustinus, bezeichnete Frauen als Menschen, die es nicht zum Mann geschafft haben. Das ist doch alles Nebenwerk. Sicher war Augustinus ein Ödipussi, der es nie aus dem Dunstkreis seiner Mutter, der später auch heilig gesprochenen Monika geschafft hat.

        Aber das illustriert nur Geschichte, das ist nicht Geschichte. Geschichte findet ohne Menschen statt. Auch und gerade, weil Euch im Geschichtsunterricht das Gegenteil erzählt wurde.

      • Muttis Liebling sagt:

        Vontobel, Doppelmoral bezeichnet Meinungsinkonsistenz, weil eben Moral, nicht Handeln.

        Das Handeln und ideele Werte in Form von Moral sich widersprechen, ist Standard in der Neuzeit. Wir lasen das gerade Gestern bei der Behandlung von sektenähnlich strukturierten Vertrieb. Mir kann niemand erzählen, dass dies den Protagonisten nicht bewusst ist. Dazu ist das Modell zu einfach.

        Ich lege Wert darauf, nicht mit der intellektuellen Projektion meiner Person verwechselt zu werden. Ich kann Dinge denken, welche ich nicht in der Lage bin, leben zu können. Denn mein Denken ist unbegrenzt, mein Leben nicht.

      • tina sagt:

        so ganz egal ist schon nicht, was für ein mensch zitiert wird. aber vorallem hast du falsch zitiert ML und darum auch die aussage des satzes.
        ich kenne das zitat aus der rede von einstein, die die fantastischen vier auf „lauschgift“ eingebaut haben :). es geht dabei darum, dass einstein den menschen mit humor betrachtet und ihn milde stimmt, dass der mensch zwar tun kann was er will, aber nicht wollen was er will. was ja nicht bedeutet dass er nicht will was er tut (wie du das verdreht hast). vielleicht wärst du auch milder mit der menschheit, wenn du das richtigrum verstanden hättest

      • Muttis Liebling sagt:

        tina, Da ich gar nicht zitiert, sondern nur inhaltlich wiedergegeben habe, ist es kein Falschzitat. Aber ich hatte das so in Erinnerung und falsch ist die Aussage ja nicht.

        Kommt das Denken vor dem Handeln, oder das Handeln vor dem Denken? Thema in fast jedem zweiten Krimi. Ich gehe davon aus, dass man alles auf dieser Welt gedanklich vorausnehmen kann und es keinerlei praktischer Versuche bedarf, diese abzusichern.

        Das gilt ganz profan für Tierversuche in der Pharmakologie und Gesellschaftsversuche in Syrien. Alles auf dieser Welt kann man rein intellektuell lösen, das handelnde Subjekt ist immer nur Egotrip und ansonsten vollständig überflüssig.

        Verallgemeinert: Der Mensch ist Objekt der Geschichte, aber nie Subjekt.

      • Carolina sagt:

        ML: Dieses pseudo-soziologische/psychologische/philosophische Geschwafel macht mir keinen Eindruck – damit können Sie vielleicht dann Ihre zukünftigen Leser beeindrucken. Relevanz für den Alltag hat es jedenfalls mMn nicht. Die Tatsache, dass Sie sich selber immer wieder überhöhen müssen, dass Sie die Definitionshoheit über Bildung zu haben meinen und gleichzeitig voller Verachtung, preussischer Herablassung und Arroganz auf uns kleine Nichtse hier herabpredigen zeigt ja, dass Sie selber eben nicht trennen können zwischen Objekt und Subjekt – sonst hätten Sie es ja nicht nötig.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nicht aufregen, Carolina, seit heute wissen wir doch, dass ML das alles ironisch meint… 😀

      • Carolina sagt:

        Sie haben ja recht, Franz. Vielleicht sollte ich mich doch bei seinem Seminar anmelden…… Oder wird das von Ralf Schrader geführt? Oder welchem alter ego? 😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Nein, Ralf hat leider keine Zeit für das Ironieseminar, der ist zu sehr eingespannt bei seinen Einsätzen für AA und das Blaue Kreuz… 😀

      • Carolina sagt:

        FV: 🙂
        ML: Ach übrigens, wofür steht eigentlich LTI? Sie müssen schon verzeihen, aber soweit reicht meine Bildung tatsächlich nicht….. Meinten Sie, äh, Victor Klemperer? Die Sprache des dritten Reichs? Eher nicht das Lichttechnische Institut oder London Taxis International, oder?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        „aber dafür wirkt der Kurs auch auf Teilnehmer, welche lebenslang auf unreflektiertes und linear- einschrittiges Denken konditioniert wurden. Was u.a. heisst, Brunhild muss nicht teilnehmen.“

        Dafür dass ich mich sonst in, von Ihnen heftig kritisierten konditionierten Bahnen bewege, nehme ich das jetzt mal dankend als Kompliment entgegen. Und bin froh um die Ersparnis, damit kann ich mir die nächsten Schundheftli alimentieren… (oder so ein Kosmetikköfferli zulegen???)

      • Carolina sagt:

        Brunhild: Exakt! Sie dürfen es als Kompliment auffassen und können sich auch das Köfferli sparen!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        aber, Sie wollen mir doch nicht etwa dieses Köfferli, dieses gute, abspenstig machen? Vielleicht würde es sogar für deren zwei reichen!

        Und nun noch bisschen Ernst des Lebens, dass kommuniziert gesperrt werden musste ist ja schon heftiger, würd mich ja wundernehmen was da noch alles kam…

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚dass kommuniziert gesperrt werden musste ist ja schon heftiger, würd mich ja wundernehmen was da noch alles kam…‘

        Was versteckt sich hinter dieser Formulierung?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        mein Gwunder was da alles an Hässigkeiten auftauchte, dass sich die Redi veranlasst sah im Verlauf drauf hinzuweisen, dass sie nun gewisse Beiträge entfernt haben/entfernen werden- und alles nur ausgehend vom Thema „Köfferli“.

  • Martin sagt:

    Ach lasst die Superdads doch leben. Mir ging es auch nicht anders. Ich bin fast explodiert vor Glueck und Stolz, als meine Tochter zur Welt kam. Ich bin sicher, ich habe die halbe Bekanntschaft deren Geduld enorm strapaziert mit meinen Geschichten. Irgendwann merkt man es selber und dann legt es sich. (nur die Geschichten werden weniger, weil es ausser mir vermutlich niemanden interessiert.)

    • Flo sagt:

      ihr Kind/ihre Kinder werden sich noch heute darüber freuen und ihnen auch dankbar dafür sein!

      • Christoph Bögli sagt:

        Seit wann freuen sich Kinder darüber, wenn Eltern anderen Mitmenschen ungefragt Informationen über das eigene Leben aufdrängen, oft bis hin zu überaus privaten Details? Es mag ja nett sein, wenn die Eltern stolz sind auf die Kinder, aber das entsprechende Verhalten ist doch nur nervig. Fand ich zumindest immer, alleine schon, weil mit meinen Geschichten ja auch meine Person in nerviger Weise anderen aufgenötigt wurde und das fällt ja auch irgendwie negativ auf einem zurück bzw. zumindest meint man das..

  • Eisenbahner sagt:

    Das wahre Problem sind wohl eher passiv-aggressive, aufgeblasene Blogger und andere Möchtgern-Wutbürger.

  • Flo sagt:

    ist es nicht ein bisschen seltsam das man stolze, ja auch übermässig stolze Papis, als aufgeblasene Väter bezeichnet? Was ist mit Müttern, die ja sehr oft das, nachvollziehbar, Gefühl haben, d a s einzigartigste klügste, schönste Kind zur welt gebracht zu haben. Noch sind ja Männer/Väter auch an diesem „Produkt“ beteiligt!
    Ich freue mich an jedem Elternteil welcher das Gefühl hat etwas ganz einzigartiges zustnde gebracht zu haben. Und ich denke diese Haltung tut dem Familienleben, dem Kind nur gut. Seine/Ihre Umwelt wird sie noch rasch genaug auf den Boden der Tatsachen zurückbringen.
    Es kann einem, Kind nur gut tun als etwas besonderes ngesehen zu werden.

    Ist mir bei weitem lieber als wenn Kinder in der Familie keinen besonderen Status haben oder gar nicht beachtet würden.

  • Peter Huber sagt:

    Es braucht immer zwei zum Anrempeln.

    • Maria Sommer sagt:

      Uh, heikel! Einen Nerv getroffen?
      Natürlich braucht es zwei. Aber wenn einer dermassen unbeirrt seiner Wege geht – in aller Breite und Bestimmtheit seines Seins – dass die anderen nur noch auf die Seite hüpfen können, bleibt die Frage, wie weit denn dessen Freiheit die Freiheit des Restes der Welt einschränken soll.
      Wenn ich mich an Ihre Devise halte, spaziere ich bei solchen Menschen im Strassengraben – mit vielen anderen höfliche Menschen allerdings.
      Wir im Strassengraben übrigens würden problemlos freundlich grüssend und Rücksicht nehmend aneinander vorbeikommen.
      Das hat mit Empathie zu tun, mit (zumindest) non-verbaler Kommunikation – verlangt natürlich aber, dass ich mich als Teil und nicht als leuchtenden Stern der Gesellschaft halte – zu gefährlich wohl für manche Menschen…

  • Silke sagt:

    Da unterhält sich ein super Papa mit einer super Tochter über eine „spannende Mobbing-Geschichte“, die ist ja so faszinierend und es trifft immer nur die Schwächsten … viel Spass, wenn es mal das eigene Kind trifft, einfach weil es zu gross, zu klein, zu dick, zu dünn, falsch angezogen oder was auch sonst ist, weil Mobbing kann jeden treffen. Aber halt: ausser natürlich die super Kinder!
    Ich bin keine super Mama und ich habe keine super Tochter, aber ich liebe meine 10Järhige von Herzen – Ihre Sicht auf Mobbing ist ein Dolchstoss in selbiges.

    • Mira Bell sagt:

      @Silke: Habe mich auch sehr darüber geärgert. Ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern, deren Kinder gemobbt werden. Der Vater und seine Prinzessin scheinen völlig empathielos zu sein, wenn sie von einer „Gruppendynamik von Zehnjährigen“ dieser Art fasziniert sind.

      • Christoph Bögli sagt:

        „Fasziniert“ zu sein heisst doch nicht, etwas gut zu heissen. Seien wir mal ehrlich, wie grausam Kinder sein können und wie erfinderisch und strategisch geschickt sie dabei oft sind, ist doch effektiv „faszinierend“, wenn auch eher in erschreckender Weise. Aber genau das Erschreckende sind ja die Geschichten, die fesseln. Ein guter Horrorfilm oder Thriller packt einem ja auch hundert Mal mehr, als irgendeine Feelgood-Komödie, aber deshalb findet man Serienmörder ja auch nicht toll..

  • francesca sagt:

    Ich denke mir oft meinen Teil, wenn wieder so ein aufgeblasener Goggala samt Lendenfrüchten wichtig einhermarschiert und so tut, als sei er der einzige, bei dem je ein paar Tropfen rausgekommen sind, die zu einer schwangeren Mutti geführt haben. Es sind meistens die, die sonst nix haben und – ausser dem Wichtigtun – nix können.

    • Stefan Moser sagt:

      „Lendenfrüchte“ – Hammer! 🙂 Noch nie gehört. Ansonsten empfehle ich Ihnen, Francesca, etwas weniger output-fixiert zu sein zu diesem Thema. Ist doch schön, wenn Väter Freude haben – auch wenn sie dann halt mal anrempeln. Leben und leben lassen.

      • francesca sagt:

        Da haben Sie völlig recht. Aber bitte in einem einigermassen vertretbaren Mass, wenn’s denn recht ist. Wo sie sich früher nämlich viel zu wenig mit ihre Kindern kümmerten, übertreiben sie es heute teilweise masslos, tun noch kindischer als ebendiese und nerven damit ihre Umgebung bisweilen bis an die Schmerz- und Ekelgrenze.

    • Reincarnation of XY sagt:

      was soll der Mensch tun gegen soviel Hass?

      • francesca sagt:

        @Wiederfleischwerdung: Sich mal Ihren alles überstrahlenden Heiligenschein ausleihen und dann schauen, ob’s besser wird…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja probieren sie das. Vielleicht hilft es ihnen.

      • Muttis Liebling sagt:

        RoXY, hassen Sie jemand? Wahrscheinlich nicht, wie ich auch nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, jemals jemanden zu hassen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das ist eine sehr persönliche Frage.
        Darf ich fragen, warum sie das interessiert? Da sie ja nicht müde werden zu betonen, dass das menschlich-individuelle belanglos sei.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das Menschlich- Individuelle ist im öffentlichen Raum belanglos, nicht im privaten.

        Ich frage das, weil ich eben glaube, dass Hass für die Erklärung gesellschaftlicher Spannungen, bis hin zu Kriegen, keine Rolle spielt. Wie auch Religionen.

  • hago sagt:

    Wer in der Geschichte ist der Super-Dad und warum?

  • Friedli Fritz sagt:

    Falls sich die Geschichte wie geschildert zugetragen hat: Der Rempler ist natürlich voll daneben. Aber ein Vater, der nicht überzeugt ist, seine Tochter sei die schönste und beste auf der Welt, ist ein schlechter Vater. Punkt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ach was. Auch Eltern sollten ihre Kinder hinterfragen und auch realistisch einschätzen können. Unreflektierter Glaube, dass das eigene Kind etwas ganz spezielles ist, wirkt hingegen eher kontraproduktiv, erst recht wenn das dem Kind selbst noch permanent eingeimpft wird. Der früher oder später eintretende Realitätsschock wird dann für Eltern wie Kinder nur umso brutaler..

  • Friedli Fritz sagt:

    Könnte es sein, Herr Camenzind, dass Sie ein wenig provozierend auf einen maskuline Typen wirkten? Auf der freien Wildbahn ist es halt nun mal so, dass der Schwächere dem Stärkeren weicht. Wir sind zwar alle Menschen, aber es muss ja nicht gleich jeder jeden mögen.

  • Ladybird sagt:

    Was ist denn bitte schön, an diesen Vätern wieder falsch?! Ehrlich, mir sind solche vor Glück strahlende Väter, die mit ihrer neuen Lebenssituation im Reinen sind, viel lieber als griesgrämige Zeitgenossen. Zudem ist es doch das Beste, was einer Gesellschaft überhaupt passieren kann, wenn die Kleinen willkommen sind, mit Stolz angenommen sind und in ihrer Familie ihren festen, liebevollen und wohl auch behüteten Platz einnehmen. Sie werden dann noch früh genug mit der ungeschützten Realität in der Aussenwelt konfrontiert. Ich jedenfalls freue mich über diese Väter!

  • Meike sagt:

    Dem würden wir gerne einen schönen Artikel hinzufügen:
    http://lieblingichbloggejetzt.com/danke-papa/

  • Mara sagt:

    Wenn diese ach so stolzen Väter so bleiben, ihren Kindern weiterhin gute Vorbilder sind, sie auch in schwierigen Lebenssituationen begleiten, dann dürfen sie doch stolz sein…. nur mit einem pubertierenden Teenager ist das dann halt weit mühsamer, als mit dem Kleinkind…

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Das hat eigentlich nichts mit aufgeblasenem Vaterstolz zu tun sondern mit ganz normalem Mangel an alltäglichem Anstand, den ich in unseren Städten immer wieder beobachte. Vor allem wenn Gruppen von Leuten daherkommen, setzen sie selbstverständlich voraus, dass der andere zur Seite springt, womöglich noch vom Trottoir auf die Strasse herunter, sonst wird der halt zur Seite gerempelt. Wie gesagt, normal, alltäglich, genauso wie Velofahrer auf dem Trottoir.

  • Rosa Grün sagt:

    Mir fällt auf, dass Männer tendenziell nicht ausweichen. Sie erwarten eher, dass die anderen ausweichen. Habe dazu schon eine längere Testreihe gemacht.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Wirklich? Bin ich noch der letzte Gentleman? Da muss man als Mann aber wirklich tief sinken, um eine Frau anzurempeln! Zu Ihrem Experiment: Schon mal über self-fulfilling prophecy nachgedacht?

      Also meine Erfahrung ist, dass oft beide (egal ob Mann oder Frau) die Körperposition/Gang leicht zur Seite verschieben. Wenn das beide machen, kommt man wunderbar aneinander vorbei. Also Bonus kann man den anderen/ die andere auch anlächeln/grüssen, kostet ja nichts. Probieren Sie es mal aus (auch bei Männern), Sie werden Wunder erleben. Verschönert den Tag ungemein. Das Gegenteil ist, wenn man von anderen erwartet, dass sie gefälligst auszuweichen haben., aus was für Gründen auch immer….

    • Christoph Bögli sagt:

      Wie genau sah diese „Testreihe“ denn aus? Ein Problem bei sowas ist nämlich, dass Sozialverhalten meist reziprok ist. Will heissen: Wer selber nicht ausweicht, der provoziert eine äquivalente Reaktion beim Entgegenkommenden und damit die Kollision. Ausser vielleicht, man wirkt furchteinflössend genug, dass alle schon vorher aus dem Weg springen oder die Strassenseite wechseln. Auf der anderen Seite wird einem meist Raum gewährt, wenn man dies selber tut.

      Was letztlich auch ein sinnvolles Verhalten ist. Allerdings halten sich nach meiner Erfahrung v.a. mit Kampf-Kinderwagen ausgerüstete Eltern, ach so noble Herren und Damen, etc. am wenigsten an solche sozialen Grundregeln. Weshalb ich dann zum Spass manchmal bei solchen Leuten auch extra die Schulter etwas weiter draussen lasse..

      • Rosa Grün sagt:

        Es geht um die Fragestellung: Man geht alleine in eine Richtung, es kommen einem zwei Personen entgegen. Es ist nur Platz für 2 Personen, die sich kreuzen, nicht 3. Wer von den beiden entgegenkommenden weicht aus?

        Wenn die zwei entgegenkommenden eine Frau und ein Mann sind, weicht fast immer die Frau aus, egal ob sie in der Mitte oder am Rand ist, bzw. ergreift fast immer die Frau die Initiative auszuweichen.
        Wenn zwei Frauen entgegenkommen ist vom weitem schon klar, dass sie Platz machen werden. Wenn zwei Männer entgegenkommen weichen sie meist erst in letzter Minute aus, wenn sie merken, dass sie wirklich nicht vorbei kommen (bzw. dass der/die entgegenkommende nicht vom Trottoir hinuntersteigen wird, um ihnen auszuweichen).
        Vielleicht wurde der Autor deshalb angerempelt.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Väter-Gezicke: Lächerlich! Gut ist natürlich nur der (sub)urbane, rezeptive, empathische und progressive Teilzeit-Journi-Papi mit der obligaten, schwarzen Retro-Lesebrille, der immer eine Freitag-Umhängetasche trägt, ein super cooles Fixie fährt, in einem trendy Quartier wohnt und ständig damit herum prahlen muss, wie modern er doch im Gegensatz zu all den „Sonntagnachmittag-Superpapis“ ist..! Da kommt fast schon Schulhof Atmosphäre auf: Ich bin besser und schöner und stärker als du, ätsch!

    • Franz Vontobel sagt:

      Und inwiefern ist ihr Gekeife hier weniger lächerlich & klischiert..?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ganz einfach: Gar nicht. Aber ich habe damit auch nicht begonnen, lieber Freund.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ehrlich? Herablassendes „Lieber Freund“ und Argumente auf dem Niveau „Er hat angefangen!“ – ich hoffe nicht, dass das der Level ist, auf dem sie ihre Kunden beraten…

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nein, nein, wo denken Sie hin, lieber Herr Vontobel: Das Niveau, auf dem ich meine Klienten berate, ist noch viel tiefer.

      • Franz Vontobel sagt:

        Aha. So unterscheidet sich also „Väter-Gezicke“ von „Männerberater(?)-Gezicke“ – die Unterschiede scheinen nicht wirklich erkennbar zu sein…

        Aber ich bin ja auch bloss ein Laie…

      • Zufferey Marcel sagt:

        Sie scheinen mich besser zu kennen, als ich mich selbst: Männerberater..?! Und entschuldigen Sie meine Süffisanz- aber so weit ich mich erinnern kann, hatten wir hier schon mehrmals das Vergnügen miteinander. Sie mögen mich nicht besonders- und genau darauf habe mit meiner ersten Antwort angespielt. Fadegrad, das ist meine Natur.

        Zum Blogbeitrag: Ich denke, wir Väter tun alle meistens das Menschenmögliche für unsere Familien, vor allem unsere Kinder. Da bringt eine Hierarchisierung der Familien- und Vatermodelle eigentlich nichts.

  • Sabine sagt:

    Wie kann man bloss so missgünstig sein, wenn sich ein Vater mit seinem Kind und seiner Vaterrolle riesig freut?

Kommentar

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