Terror-Nachrichten: «Den Kindern nicht zu viel zumuten»

Foto: michael_swan (Flickr)

Ohne politische Zusammenhänge, bitte: Kinder brauchen Geschichten mit einem guten Ende. Foto: michael_swan (Flickr)

Am Samstagmittag, ich befand mich gerade in der Küche, gefror mir das Blut in den Adern, einmal mehr. Die Vorkommnisse der letzten Nacht hatten einen Schleier von Traurigkeit über mich gelegt. Und dann plötzlich hörte ich aus dem Wohnzimmer gellende Laute; ein undefinierbares Gemisch aus Schreien und Musik.

Wie von einer Tarantel gestochen, flitzte ich zu meinem 13-jährigen Sohn, der auf dem Sofa sass und auf seinem Smartphone ein Video schaute: «Du schaust dir jetzt aber keine Zeugenvideos an, oder!?», sagte ich scharf. Das wolle ich nicht, auf keinen Fall. Er dürfe sich über die Attentate in Paris über die Medien informieren, ja. Und falls er abermals darüber reden möchte, so wisse er, könnten wir dies jederzeit tun. «Aber bitte, bitte halte dich von Videos fern, die verletzte und sterbende Menschen zeigen; den Terror und Horror ungefiltert, in brutalster Form.» Ich selbst sähe mir solches auch nicht an, erklärte ich. Aus Selbstschutz, weil ich nur zu gut wisse, wie sehr sich solche Bilder ins Gedächtnis einbrennen würden.

Er sah mich an, nickte und sagte: «Keine Bange.» Er schaue gerade Zusammenschnitte von «Energy Stars for Free» an – einem Konzert, das am Vorabend im Hallenstadion in Zürich über die Bühne gegangen war. Aber ja, er verspreche mir, solche Dinge nicht anzuklicken.

Seither haben wir immer wieder über die schrecklichen Nachrichten gesprochen. Über die Fassungslosigkeit darüber und weshalb Menschen so etwas tun. Aber auch über die Hintergründe, Fakten – und die Frage, ob jetzt wirklich Krieg herrsche oder ein solcher bald ausbrechen werde. In Europa, auf der Welt, bei uns. Darüber und über die damit verbundenen Gefühle offen mit meinem Sohn zu reden, halte ich für wichtig. Er hat Zugang zu allen nur erdenklichen Nachrichten- und Videoquellen. Umso notwendiger ist es, dem Jugendlichen dabei zu helfen, die Flut an Informationen einzuordnen und damit umzugehen.

Wie aber verhält man sich als Mutter oder Vater jüngerer Kinder? Was erzählt man ihnen, wenn sie fünf, sieben oder neun Jahre alt sind? Soll man mit ihnen offen über die erschütternden Ereignisse in Paris und aller Welt sprechen – oder sie vielmehr mit allen Mitteln davor schützen? Und dafür allenfalls gar lügen?

Sinnvoll ist wohl eine Mischung aus beidem, denke ich – doch aufdrängen würde ich ihnen die Nachrichten und vor allem auch die Bilder keinesfalls. Ich persönlich halte es für klug, kleinen Kindern bloss das Nötigste zu erzählen.

Dafür hat sich auch die «Spiegel»-Journalistin Anna Reimann entschieden. Sie schrieb am Sonntag darüber, wie ihr Mann und sie versucht hätten, den siebenjährigen Sohn mit allen Mitteln zu schützen. «Wir haben an diesem Samstag das Radio ausgelassen – und auch den Fernseher nicht angestellt. Ins Internet ist vor unseren Kindern ebenfalls keiner gegangen.» Freunden hätten sie eingebläut, kein Wort zum Terror von Paris zu sagen. Sie als Eltern seien selbst so erschüttert gewesen, dass sie sich nicht in der Lage gesehen hätten, ihrem Sohn die Angst zu nehmen.

Reimann schreibt, auch sie wisse, auf Dauer liessen sich Terrormeldungen von den Kindern nicht ganz fernhalten. «Doch wir können dafür sorgen, dass sie zuerst etwas von uns, die wir sie lieben, erfahren – und nicht die ganze Härte abbekommen.»

Den Kindern nicht zu viel zumuten: Dazu rät auch Maria Grosse Perdekamp. Sie ist Leitern der Onlineberatung der deutschen Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Ganz wichtig sei, kleinen Kindern etwa bis zum dritten Schuljahr das Ganze stark vereinfacht und mit gutem Ende zu erklären. Hintergründe wie politische Zusammenhänge seien für kleinere Kinder noch nicht nachvollziehbar.

Eltern sagen deshalb am besten etwas wie: «Dort haben böse Menschen andere angegriffen, weil sie mit der Politik in dem Land nicht einverstanden sind. Das ist falsch und ganz schlimm – aber die Polizei sucht die Leute und hat auch schon einige gefasst. Und die kommen dafür ins Gefängnis.»

Für Kinder sei dieses gute Ende ganz wichtig, um Ängste zu verringern. Und darum gehe es in erster Linie: Eltern sollten Sicherheit vermitteln. Auch wenn sie selbst nicht ahnen können, wie sich die aktuelle Situation weiterentwickeln wird.

Was ist Ihre Meinung? Wie und wie viel sollen Eltern mit ihren Kindern über Terror reden?

45 Kommentare zu «Terror-Nachrichten: «Den Kindern nicht zu viel zumuten»»

  • Muttis Liebling sagt:

    Alles was man selbst versteht, kann man Kindern jeden Alters auch altersgerecht erklären. Ein Blick in die Tageszeitungen zeigt, an dem ’selber verstehen‘ mangelt es gravierend. Selbst bei Politikern und Journalisten.

    Falsche Aussagen wie ‚böse Menschen haben …‘, oder Optimismus jeder Art (es wird nicht gut für uns enden) werden wegen der kindgerechten Anmutung nicht wahrer.

    Es herrscht seit mindesten 100 Jahren Krieg zwischen Arabien und Europa. Krieg gibt es immer dann, wenn mehr als eine Gruppe die gleiche Ressource beansprucht. Der Vorgängerkrieg nach dem selben Muster war die Ausrottung der indigenen Bewohner Nordamerikas durch die weissen Siedler.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wer Karl May gelesen hat, versteht noch mehr. Da gab es das ‚wilde Kurdistan‘ und heute gibt es das nicht mehr, statt dessen Fantasiestaaten namens Irak, Syrien. Warum?

      Und ausgerechnet da und nicht etwa zufällig liegt die Wurzel des Krieges, welcher das Wesen der nächsten Jahrzehnte, also die Jugend der jetzigen Kinder bestimmen wird. Den Krieg werden wir nicht gewinnen, das sollte man den Kindern auch gleich dazu sagen, wenn sie schon 12-13 sind.

      Was noch wichtig für Kinder ist, dieser Krieg hat wie jeder Krieg keine psychologischen und keine religiösen Wurzeln. Im Zweifelsfrei Winnetou lesen, da steht alles drin.

      • Brunhild Steiner sagt:

        „Es herrscht seit mindesten 100 Jahren Krieg zwischen Arabien und Europa.“

        Und das ist nun das Paradebeispiel für „komplex verstanden haben“?
        Warum erwähnen Sie nicht, dass lange vor diesen hundert Jahren der Krieg einfach innerhalb vor sich ging, ohne aubeutende Westmenschen welche im Hintergrund die Fäden zogen?

      • Ulrich Gassner sagt:

        Ihr ‚wildes Kurdistan‘ gehörte damals mehrheitlich zum Osmanischen Reich. Na und? Mit diesem Tiefpunkt beginnt ihr Beitrag, und von dort geht es mit ihm steil bergab.

      • Martin Frey sagt:

        Der grosse Meister hat wieder mal gesprochen. Und weiss nichts besseres zu tun, als ein hochkomplexes, weit über 1000 Jahre altes Thema mit sächsischer Belletristik zu erklären versuchen. 😀
        Unter uns, Blutsbruder, auch den edlen Wilden Winnetou gab es nie, so wie ihn Karl May beschrieben hat. Genauso wenig wie die Ausrottung der indigenen Völker Nordamerikas irgendetwas mit Erdöl, Salafismus oder Paris zu tun haben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Kriegen, daran wird sich auch nichts ändern. Auch Deutschland, Frankreich und die Schweiz sind auf dem Schlachtfeld entstanden. So allgemein versteht man es nicht. Es ist schon ein besonderer Krieg, eben wie der gegen die Indianer in Nordamerika.

      • Carolina sagt:

        ‚….oder Optimismus jeder Art (es wird nicht gut für uns enden)……‘ Genau, das ist die Form von Optimismus, die wir brauchen – einen, der sich selber aufhebt in tja, was genau: Rauchzeichen?
        Und Karl May als Referenz zu nehmen für die heutige Tagespolitik – da muss man schon ein Meister der Schlaufen sein!
        Howgh, ich habe gesprochen! 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        „Es herrscht seit mindesten 100 Jahren Krieg zwischen Arabien und Europa.“
        Und warum nicht seit mindestens 1400 Jahren?
        Das kommt davon, wenn man meint der Anfang aller Dinge sei Karl May.
        Ich empfehle Ihnen als Grundlage für ihre Weltschau besser Donald Duck zu nehmen. Das ist realistischer. Das grosse und gewaltige Brutopien macht gegen Dagobert Duck klar zweiter.
        Und es hat sich ja gezeigt, dass dies eine Vorwegnahme geopolitischer Ereignisse war.

  • Ali sagt:

    Kindern sollte man also nicht die Wahrheit über den leider zum Alltag gehörenden Terrorismus zumuten. Man sollte bei Kindern aber unbedingt ständig die Angst vor der bevorstehenden Klimakatastrophe, nicht biologisch produzierten Lebensmitteln, Weissbrot usw. schüren?

    • tom.schuurman sagt:

      Treffender Kommentar. Ich kann mich noch gut erinnern, als z.B. der WWF und Greenpeace in den 90ern grosse Poster mit einer dahinsiechenden und langsam erstickenden Welt an Kinder verteilten. Das hat ja auch niemandem geschadet. Wieso hängen Eltern nicht Poster von bewaffneten Jihadisten in den Kinderzimmern auf?

  • Hans Hintermeier sagt:

    Kinder können die Tragweite solcher Ereignisse nicht abschätzen, sie übernehmen aber die Art und Weise wie das Umfeld solche Ereignisse einordnet. Finde das Refraiming von Perdekamp deshalb sehr wichtig. Extremes Bsp. ist auch Janusz Korczak. Der Der Komponist Szpilman wurde Augenzeuge des Abtransports der Kinder aus dem Waisenhaus aus dem Warschauer Ghetto und beschreibt die Szene in seinen Memoiren: „…Sie würden aufs Land fahren, ein Grund zur Freude, erklärte Korczak den Waisenkindern… Als ich ihnen an der Gęsia-Straße begegnete, sangen die Kinder, strahlend, im Chor, der kleine Musikant spielte ihnen auf und Korczak trug zwei der Kleinsten… (ganzer Text: Wiki unter Janusz Korczak)

  • maia sagt:

    Ich empfehle den Artikel: Mit Kindern über Terror reden – heute in dieser Zeitung.

  • Sportpapi sagt:

    Bei uns laufen tagsüber keine Nachrichten am Fernsehen, sehr wohl aber am Radio. Dafür beginnt der achtjährige sich zu interessieren, und wir beantworten seine Fragen kindsgerecht. Die jüngeren hören gar nicht zu, also müssen wir ihnen die Informationen auch nicht aufdrängen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Genau so läuft es bei uns.

      Für mich ist es dasselbe wie die sogenannte „Aufklärung“.
      Ich denke, dass wir die Kinder weder künstlich von etwas fernhalten sollen, noch sie künstlich „halbwahr“ indoktrinieren sollen.

      1. Offenheit und keine Tabus
      2. das Kind selbst bestimmt, in welchem Tempo es über die Erwachsenenwelt aufgeklärt werden will.

  • tommaso sagt:

    Als ich am Samstag mit meinem 11-Jährigen einen Film auf DVD anschauen wollte, schaltete er den Fernseher ein und bekam gleich Bilder von Schwerverletzten zu sehen, die vom Bataclan weg geschleift wurden. Ich habe den TV gleich wieder ausgeschaltet. Früher waren die Bilder solcher Ereignisse viel abstrakter, man sah Polizeiautos und Absperrungen, fuchtelnde Helfer und Krankenwagen, aber kaum je Blut, Schreie, Schüsse… Ich finde die Frage, wie Kinder News konsumieren sollen, extrem schwierig. Die Tageszeitung ist zu abstrakt, TV und Internet zu grell. Bleibt eigentlich noch das Radio und, vor allem, das Gespräch…

    • Ali sagt:

      „Früher waren die Bilder solcher Ereignisse viel abstrakter, man sah Polizeiautos und Absperrungen, fuchtelnde Helfer und Krankenwagen, aber kaum je Blut, Schreie, Schüsse… “
      Ach ja? Welches Früher meinen Sie denn? Das bevor jeder einen TV Zuhause hatte? Spätesten seit Vietnam sind solche Bilder Gang und Gäbe. Auch die Toten, Blut usw der RAF Attentate waren immer am TV zu sehen. Soviel zur romantischen Verklärung, dass früher alles besser war.

  • Papperlapapi sagt:

    Ich höre mir am Abend das „Echo der Zeit“ während des Abendessens an, manchmal hören die Kinder zu, meist nicht. Wenn Fragen kommen, beantworte ich sie so ehrlich wie möglich und soweit ich es verstehe ohne rosarote Wolke. Die Tochter (10) beginnt in der Zeitung zu lesen: da ist sie diese Woche auf den Satz gestossen: „Sein Hirn spritzte auf meine Brillengläser“ (Südostschweiz!). Was soll man da entgegnen. Sie fand es „krass“. Ich auch. Im Fernsehen schaue ich keine Nachrichten, keine Sondersendungen, keine Diskussionsrunden. Wenn ich fernsehe, habe ich Feierabend und möchte unterhalten werden. Die Welt wird nicht besser, weil ich mir vom Übel der Welt meine Laune vermiesen lasse.

  • Markus Bern sagt:

    Super Eltern, danke…. jetzt weiss ich, warum die Jungs (10-12 J.) im Training völlig aufgeregt über „Paris“ sprechen wollten… das ehrliche Aufklären und versorgen mit Hintergrundinfos ist dann wieder bei mir als Trainer hängengeblieben… und ich lüge die Jungs nicht an!
    Ein Juniorentrainer

    • Alex Steiner sagt:

      Aha – und was für „Hintergrundinfos“ haben sie denn? Waren sie am Anschlag beteiligt? Müssen wir sie der Polizei melden?
      Oder haben sie einfach ihre Xenophobie den Kindern mitgeteilt?

      • Markus Bern sagt:

        @ A.Steiner: Die Jungs haben nun mal das Bedürfnis, für sie wichtige Anliegen Zeitgeschehen, Sexualität, etc.) zu besprechen und in meiner Person haben sie eine unabhängige, nicht „elternorientierte“ Person, welche sie gerne als Vertrauensperson in Anspruch nehmen.

      • Alex Steiner sagt:

        @ M.Bern: Das war nicht wirklich die Frage. Die Frage war warum sie glauben ein Experte in der Terror Thematik zu sein. Ich gehe davon aus das sie es nicht sind und einfach ihre eigene Ideen den Kindern eintrichtern.

      • Markus Bern sagt:

        …genug, um fundierte Erklärungen abgeben zu können; mehr braucht Sie, mit Verlaub, nicht zu interessieren….

  • Iris Hauser sagt:

    Mütter wissen nicht Bescheid, sollen aber aufklären. Kind, bitte denke jetzt nicht an einen Elefanten. Woran das Kind in diesem Moment wohl denkt? Kind, schau Dir nicht die Opfervideos an. Was wird da Kind im Verborgenen wohl tun? Mütter scheinen mir etwas naiv und sie sollten nicht zu selbsternannten Experten in Sachen Prävention werden. Ich habe meiner Tochter erklärt, wie sich solche Situationen entwickeln und warum die Schweiz kein Ziel der Terroristen ist – bis jetzt. Hab ihr aber auch erklärt, was der IZRS ist und was die dort tun. Sie wird Muslime künftig sicher meiden aber lieber so, als dass ich irgendwann um sie weinen muss.

    • Cybot sagt:

      Muslime künfig meiden? Ja, eine wirklich tolle Lösung, um nicht von einem Terroranschlag getroffen zu werden. Egal, die Chance im Lotto zu gewinnen ist eh 1000 Mal höher – selbst wenn man nur alle 10 Jahre mal spielt.

    • Widerspenstige sagt:

      Mütter scheinen Ihnen etwas naiv? Und Väter nicht, die sagen grad, was Sache ist, nicht wahr? Und natürlich Muslime meiden, die sind ja alle infiziert mit diesem Bazillus. Einmal waren es die Juden, dann die Italiener, dann die Jugoslawen, dann die Roma, dann die Westschweizer….

      Naive Frage: Warum ist die Schweiz (noch) kein Ziel, Frau Hauser?

    • 13 sagt:

      Ich hätte sogar drei Fragen:
      – Was genau hat der IZRS mit Paris zu tun?
      – Was tun „sie“ dort?
      – Was wissen sie darüber, wieviel Kontakt die Opfer von Paris mit Muslimen hatten?

      Genau darum sollte man die Kinder aufklären! Weil sie im Klassenzimmer neben Kindern sitzen, die zu Hause so aufgeklärt wurden. Und weil Wissen die beste Waffe gegen Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile ist. Eine Gefahr, die ich in der Schweiz als viel grösser einschätze, als die Gefahr eines terroristischen Akts.

    • Samira sagt:

      Muslime meiden? Was haben sie ihrer Tochter denn erklärt?
      Vermutlich nicht, dass sie Muslime meiden soll, weil sie sonst als Kollateralschaden enden könnte – denn immerhin sind 99% aller Opfer des islamistischen Terrors Muslime und auch nahezu alle Zivilisten bei den westlichen Angriffen auf die Städte in syrien dun Irak und sonstwo – nur so zur Erinnerung und Relativierung!
      Meine Cousine hatte als Kind Angst vor Schwarzen „die machen Krieg“ – damit war Vietnam und die schwarzen GIs gemeint….Absurd, oder?

      • Martin Frey sagt:

        Der Vorschlag, Muslime zu meiden ist natürlich Blödsinn. Trotzdem darf Ihre demonstrative Opferhaltung nicht unwidersprochen bleiben, Samira. Vorab würde mich wundernehmen wo Sie Ihre Zahlen her haben. Denn Boko Haram und ISIS sind allein für mehr 50% aller weltweiten Terroropfer verantwortlich, und gerade auch Boko Haram nimmt sich bekanntermassen ja gerne auch christliche Zivilisten vor. Die ISIS mit ihren ethnisch-religiösen Säuberungen stehen ihr nur unwesentlich nach.
        Dies nur zur Erinnerung und Relativierung!
        Auch wenn Sie recht haben damit, dass zumindest eine Mehrheit der islamistischen Terroropfer andere Muslime sind. Das aber hat primär mit dem innerislamischen Bruderzwist zu tun.

    • ma sagt:

      Frau Hauser, was haben sie erreicht? Dass ihre Tochter Angst vor Muslimen hat. Angst ist meist ein schlechter Ratgeber für den Lebensweg. Ganz abgesehen davon, dass, Sie ihrer Tochter Rassismus beibringen. Oder haben Sie Ihrer Tochter erklärt, dass es Schweizer Konvertiten sind, welche als IZRS ihr Unwesen treiben? Haben Sie Ihrem Kind gesagt, dass die grosse Mehrheit der Muslime, weltweit, weder Terroristen noch Barbaren sins?
      Die eigene ängstlich-feindliche Haltung gegenüber anderen Religionsgruppen als erzieherische Methode zu benutzen, schafft besonders zukünftig mehr gewalttätige Konflikte als dass sie Solche löst. Ich weine angesichts dieser Zukunft für all unsere Kinder!

  • 13 sagt:

    Frau Reinmann widerspricht sich doch selber, wenn sie sagt, sie halten alles von ihrem Kind fern einerseits und dass es wichtig wäre, dass das Kind es zuerst von ihnen erfährt andererseits. Wer seine Kinder nicht wie die Gantenbeins gestern zu Hause behält, der muss damit rechnen, dass sie auch etwas davon mitbekommen und da halte ich es für die bessere Lösung, sie kindergerecht und durch die Eltern aufzuklären. Zu siebenjährigen gar nichts zu sagen, ist schlicht fahrlässig, denn mitbekommen tun sie es eh.

  • Simone sagt:

    Lasst Eure Kinder die Kinder-Nachrichtensendung „Logo“ im KIKA schauen. Dort wird ehrlich erklärt, was in der Welt passiert. Auf kindgerechte Art erklärt (mit gezeichneten Figuren und Grafiken, keinen Terrorbildern) und nicht dramatisiert. Meine beiden Buben (7 und 10) wollten auch wissen, was in Paris geschah. Nach diesem Beitrag vom Samstagabend in „Logo“ waren sie zufrieden, das Thema ist für sie soweit vom Tisch.

  • Alpöhi sagt:

    Gestern stand in der Zeitung mit dem 20 im Namen, dass die Amis den Saudis Bomben verkaufen für 1.2 Mia Dollar. Die gleichen Saudis, die erwiesenermassen den IS unterstützen. DAS ist die schlimme Meldung.

    • Widerspenstige sagt:

      @Alpöhi
      Genau! Aber was kümmert das Mütter wie Väter, die ihrem Nachwuchs nur sagen, dass die ‚Bösen‘ aus der Wüste kommen oder aus dem dunklen Wald – um ein Märchen als Metapher zu nehmen für Vorschulkinder?

  • Andrea sagt:

    Manchmal ärgere ich mich über Eltern, welche ihren Kindergartenkindern in allen Details schreckliche Nachrichten erzählen. Diese Kindern erzählen es dann anderen Kindern weiter und schon ist der ganze Kindergarten mit schrecklichen Denkbildern eingedeckt. So geschehen bei der German Wings-Katastrophe. Wir haben keinen Fernseher. Am Abend vor dem Einschlafen erzählte mir damals mein Sohn in aller Ausführlichkeit, wie sich ein Pilot im Cockpit einschloss und die ganze Maschine zum Abstürzen brachte. Merci Eltern dieses Kindes. Ich versuchte dann, meinem Sohn zu erklären und zu relativieren.

    • Hans König sagt:

      Ja so ist es nun mal die Realität. Der Typ hat sich eingeschlossen und das Flugzeug zum Abstürzen gebracht. Wie wollen Sie bitte schön so eine Tatsache weichspülen ohne zu lügen? Er wird ein paar Nächte schlecht schlafen aber die Wahrheit ist immerhin besser als die Rumlügerei. Es gibt nunmal schlecht Menschen auf diesem Planeten so wie es auch Gute gibt. Man muss ja nicht mit Details irritieren. Warum beschweren Sie sich nicht bei der KIGA Leitung?

      • KA sagt:

        Wenn sie grössere Kinder haben, ist das einfach so. Da wird am Esstisch diskutiert, erzählt, erklärt. Was die Oberstufenschüler interessiert, bekommt auch der Kindergärtner mit. Die tragen das dann halt zu ihren Gspänli. Sie müssen deswegen den andren Eltern keinen Vorwurf machen, wir leben halt nun mal nicht in einer abgeschotteten Welt. Sonst wäre die Alternative dazu homeschooling.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das zeigt halt bloss, dass Versuche der völligen Abschottung wohl oder übel nie sonderlich erfolgreich sein werden. Zumindest sofern das Kind soziale Interaktionen ausserhalb des Elternhauses hat. Und daran ist letztlich auch nichts verkehrt, denn ein Kind muss auch lernen, mit Informationen umzugehen. Darum wäre es allemal sinnvoller, präventiv solche Ereignisse zur Sprache zu bringen. Nicht nur, damit das Kind es nicht von anderswo erfährt, sondern auch, damit dieses mit soliden Informationen gewappnet ist wenn es in der Schule oder sonst wo mit Gerüchten, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien und anderem Unsinn konfrontiert wird..

  • Chris Fogg sagt:

    Ich erkläre es immer so meinen Kindern: Unzivilisierte Eingeborene haben unsere Gesellschaft auf ihren Plünderungstouren angegriffen. Aber die Cowboys und die Kavallerie hat sie zurückgeschlagen und konvertiert.

    • Christoph Bögli sagt:

      Leider zeigt die schwarzweisse Cowboy-und-Indianer-Ideologie recht eindrücklich, wie problematisch es ist, die Wirklichkeit derart zu vereinfachen, bis diese völlig verzerrt ist. In der Realität waren es ja nicht zuletzt „die Cowboys und die Kavallerie“, die mehr oder weniger organisiert einen Landraub und Genozid betrieben. Ebenso lässt sich westliches Fehlverhalten in der heutigen Situation leider kaum ignorieren. Ob es langfristig sinnvoll ist, Kindern solch einseitige Propaganda einzuflüstern, würde ich darum bezweifeln. Bei Kleinkindern kann man ja noch ein Auge zudrücken, aber später kann man auch Kindern zunehmend differenziertes Denken zutrauen..

      • Blanib Berniz sagt:

        Ironie, kennen Sie?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Blanib Berniz: Durchaus, bloss was möchten Sie damit sagen? „Ironie“, die nicht als solche erkenntlich ist, ist entweder keine oder furchtbar schlechte. Immerhin gibt es genug Leute, die genau so denken und sich so äussern, da muss man sich nur das scheinheilige Kriegsgebrüll von Hollande und Co. betrachten..

  • Lia sagt:

    Ja, wir leben nicht mehr im Mittelalter, aber wir verzärteln unsere Kinder auch zu sehr. Früher war der Tod ganz normal, gehörte zum Leben, egal ob natürlich oder gewalttätig. Und heute macht man so ein Trara darum, verschweigt ihn, so dass die Kinder gar nicht anders können, als sich vor dem Tod zu fürchten.

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