Schwanger ist doof

«Die Schwangerschaft ist die bisher schlimmste Erfahrung meines Lebens»: Kim Kardashian an der New Yor Fashion Week 2015. (Peter Foley, Keystone)

«Die Schwangerschaft ist die bisher schlimmste Erfahrung meines Lebens»: Kim Kardashian an der New York Fashion Week 2015. (Peter Foley/Keystone)

Ich darf das sagen. Bei mir ist die letzte Schwangerschaft schon so lange her, dass ich nicht in Generalverdacht gerate, eine Kinder fressende Hexe zu sein, nur weil ich Schwangersein nicht mag.

Ich weiss, dass nicht alle Frauen diese Abneigung teilen, aber viele. Und natürlich dürfen wir Frauen heute sagen, dass es nicht so toll ist. Theoretisch. Aber wenn eine akut Schwangere es so unverblümt ausdrückt wie unlängst Kim Kardashian, dann hat sie den Stempel «Rabenmutter» schneller, als ein Spermium ein Ei entern kann. Kardashian kann das egal sein, auf diesem Sektor hat sie eh nichts mehr zu verlieren. Aber das sollte es eben auch uns sein.

Doch man hört es lieber, wenn normalsterbliche Schwangere da und dort mal ein Einzelsymptom auswählen, zum Beispiel Hämorrhoiden, und sich dann über dieses beschweren. Über das Brutgeschäft als solches sollten sie aber lieber nicht lästern. Das ist dann doch zu heikel. Zu grundsätzlich. Zu blasphemisch.

Eine Schwangerschaft hat ja etwas Heiliges, Faszinierendes, aber eben auch Beängstigendes. Da wohnt plötzlich so ein fremdes Ding in einem, eigentlich eine Art Parasit, ein Alien. Frau freut sich trotzdem in der Regel darauf. Zumindest wenn es gewollt war, und ernsthaft ungewollte Kinder sollte man heute wirklich nicht mehr auf die Welt stellen.

Dennoch ist und bleibt es auch unheimlich, und die Frage plagt, ob das Wesen da drin gesund ist. Ob es sympathisch ist, hübsch ist, man es gern haben wird, man sich gut um es kümmern kann, man nicht in eine Depression verfällt und überhaupt… Nichts auf der ganzen Welt ist so irreversibel wie der Tod und die Geburt eines neuen Menschen. Da ist da. Wer einmal Mutter ist, bleibt es für immer. Und zwar egal, was kommt.

Trotzdem soll die Frau dabei am besten nur rosa Gefühle haben, keine Angst und Zweifel und Ablehnung verspüren dürfen, wenn sie auf der Einbahnstrasse in die Endgültigkeit ist? Das ist doch absurd. Und es ist noch lange nicht alles. Zu den psychischen Faktoren kommt ja noch alles Körperliche hinzu: Sich selbst dabei zuzusehen, wie man sich überdehnt, aus der Form geht, an den absurdesten Stellen Wasser einlagert, sich immer plumper bewegt, so sexy fühlt wie ein Stück Brot, nicht schläft und sich überhaupt selbst fremd ist, macht nun wahrlich nicht jede Frau froh.

Vor allem nicht in der zweiten Schwangerschaft. Da ist alles schon mal erlebt worden, der Bauch stülpt sich willig aus wie ein schon mal aufgeblasener Ballon, und man geht optisch von null auf Monat fünf. Zudem weiss man dieses Mal schon, was alles noch kommen wird. Denn mit der Geburt ist die Sache ja noch nicht ausgestanden. Das Wissen um den Wochenbettfluss, den Milcheinschuss und die anderen Säfte, die dem eigenen und dem kindlichen Körper bald entströmen werden, macht es nicht gerade besser. Der Gedanke an den schaumig-weichen Hautlappen, der fortan das Bikinirändchen bedecken wird, auch nicht. Und weit und breit kein Schnaps. Kim, ich versteh dich.

Drum: Falls es die Medizin je möglich machen wird, dass auch Männer schwanger werden, werde ich einen Dreck tun, mich dagegen zu wehren und meine Rechte als Babygenerator zu verteidigen. Männer willkommen.

Jetzt wollen Sie bestimmt von mir hören, dass es sich dennoch lohnt, all das mitzumachen. Das kann ich hier selbstverständlich liefern. Sogar mit gutem Gewissen. Aber ist das wirklich nötig? Das wussten Sie doch schon, und es ist auch nicht immer wichtig. Manchmal muss man auch einfach sagen können, was nervt, ohne sich immer gleich in vorauseilendem Gehorsam dafür zu rechtfertigen.

Wenn Ärger und Frust auch mal pur und unverdünnt sein dürfen, kann es das Glück ebenfalls sein.

 


«Bin doch nur schwanger» von Knallerfrauen. (Quelle: Youtube)

80 Kommentare zu «Schwanger ist doof»

  • Kein Tabu sagt:

    – Probleme mit dem Stuhlgang
    – Blutende Nasenschleimhaut
    – Blutendes Zahnfleisch
    – Schalfstörungen
    – Übelkeit
    – Magenbrennen
    – Geschwollene Füsse
    – Wassereinlagen
    – Ungewohnte Gewichtszunahme
    – Brustspannen
    – Schmerzende Brustwarzen
    – Restless legs syndrome
    – Vorwehen

    bin im 8. Monat, kann also noch was dazu kommen. Meine Schwangerschaft ist gut, trotz der Aufzählung oben, aber ICH finde Schwangersein nicht das Grösste. Ich finde Schwangersein doof!
    Wenn es mich aber zu meinem Kind bringt, nehme ich die o.g. Punkte in Kauf. Aber ich finde, dass man sich ruhig über seine Beschwerden beschweren können sollte, denn jede Schwangerschaft ist – wie die Frau auch – individuell. Gewisse mögen es, keinen normalen Stuhlgang mehr zu haben und gewisse nicht. Ich nicht und teile das auch mit. Aber niemand sollte sich das Recht nehmen, anderen zu sagen wie sie sich zu fühlen haben oder noch besser, seine Gefühlswelt nicht mitteilen zu dürfen. Punkt.

  • Pia sagt:

    Liebe Frau Fischer

    Herzlichen Dank für diesen Text, Sie schreiben mir da aus der Seele!
    Es darf ja auch mal gesagt werden, dass nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist mit/während den Schwangerschaften.

  • Jean-Jacques sagt:

    „Schwanger ist doof“; Doof ist vor allem dieser Titel. Schwanger werden ist im Normalfall – eine individuelle Entscheidung.

  • Schwaschnu2015 sagt:

    Ich war bis im Mai schwanger. Die Schwangerschaft war eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben! Nur die Geburt und die bisherige Zeit nun mit unserem Baby ist noch schöner!

  • Dilek Demirel sagt:

    Ich finde es ok, dass man sich über seine Beschwerden beklagt. Was allerdings die heutige Frau mehr leiden lässt als die früheren, grösstenteils selbstverschuldet:
    – Das strenge Figurideal während und nach der Schwangerschaft >> sich darum foutieren schafft nicht nur seelisch sondern auch körperliche Entspannung!
    – Das Unvermögen, sich zurückzunehmen zugunstem jemand anderem, hier dem Kleinen >>> als Landwalfisch vielleicht doch lieber auf dem Sofa hängen statt mit den Freundinnen beim Prosecco oder Wandern
    – Mühe, die (vorübergehende) vermeintliche körperliche Schwäche zu akzeptieren. Da sind die Männer übrigens gleich mies drin, wenn der 2. Schnupfen kurz nach dem 1. kommt wird man gleich subaggressiv, weil es im Fitnessstudio/ beim Joggen nicht so rund läuft. Auch da gilt: Lieber ne Runde Sofa.
    – Narzisstische Selbstoptimierungszwänge: Karriere, Haushalt, Aussehen, Kinder, alles muss toll sein.
    – Ständiges Vergleichen mit den anderen, bei welchen es vielleicht besser läuft.
    Man hat also viele Ansatzpunkte, wie es einem besser gehen könnte während einer Schwangerschaft.

  • AnneInside sagt:

    Ich habe 3 Kinder über 20 und bereue es nicht.
    Aber die Schwangerschaften und die Stillzeiten waren nicht immer nur einfach, mir war in allen Schwangerschaften monatelang speiübel etc. Und der Rücken rebellierte von Kind zu Kind mehr.
    Zum Glück wurde ich einfach schwanger, hatte nie eine Fehlgeburt. Denn schon Qual und Kummer vor der Schwangerschaft hätte ich nicht auch noch gebraucht. Davon gab es nach der Zeugung genug.

  • Richard Schweizer sagt:

    Liebe Frau Fischer

    Sie sind jetzt 46 Jahre alt. Wahrscheinlich haben Sie das Thema Schwangerschaft für sich selber hinter sich gelassen. Weshalb konzentrieren Sie sich nicht auf die lustigen und lustvollen Dinge, die noch kommen, statt mit aufgeplusterten und nicht sehr echt wirkenden Aufgüssen der Vergangenheit gescheiteren Dingen den Platz zu rauben? Wenn sich Männer über Männerthemen derart auslassen würden, denke ich, wären Sie die erste, die herübergifteln würde.

  • Albert Baer sagt:

    Dieser Text zeigt schön warum die Männer immer geschaut haben, dass sie die Frauen und damit die Reproduktion unter ihrer Knute hatten: Damit sich die Frauen über ihr Weibchensein keinen eigenen Kopf machen können. 😉

  • Maettu sagt:

    Für eine Frau, die sich ein Kind wünscht, aber keines haben kann, sind etliche dieser Lamenti stossend. Eine Frau, die es sich überlegt, selbst schwanger zu werden, fühlt sich dadurch wohl kaum beruhigt, geschweige denn informiert. „Den Tatsachen ins Auge blicken“ ist wichtig. Doch das kann man auch mit positiver Attitüde erreichen.
    Das Kind im Bauch hört 24/7 mit und bekommt jedes Gefühl seiner Mama mit, als wäre es sein eigenes. Das ist so, weil die Botenstoffe beide Körper durchströmen. Die Mama überspielt also dem Kind während der Schwangerschaft quasi ihr eigenes Betriebssystem, und das Kind kann darauf keinen Einfluss nehmen. Die Mama trägt also nicht nur einen Menschen in sich, sondern damit auch eine grosse Verantwortung. Umso wichtiger ist die positive Unterstützung der Nächsten. Darum kommt dem Vater eine schützende und unterstützende Aufgabe zu.
    Ein Mann, der sich an den äusserlichen Veränderung des Körpers seiner schwangeren Frau stört, ist kein Mann, sondern ein unreifer Kindskopf. Doch die Frau muss verstehen, dass es auch für den Mann ein Erwachen ist, wenn er zum ersten Mal mitbekommt, beobachtet und erlebt, was da alles passiert.
    Männer sind dazu erzogen, immer cool und stark zu wirken. Da passt so eine tiefe Verunsicherung nicht ins Bild. Starke Männer wagen es auch zu ihrer Verunsicherung zu stehen. Denn mit ihrer Aufrichtigkeit unterstützen sie ihre Frauen mehr als mit unbedachten, unangebrachten oder gar herablassenden Kommentaren.

  • Irene sagt:

    Ich hatte eine wirklich gute Schwangerschaft. Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten … nun gut, das war die Nebenerscheinung die ich murrend auf mich genommen habe. Aber ich hatte nie Uebelkeit, konnte sehr lange sehr gut schlafen, ich habe es vor allem als extreme faszinierend empfunden. So sehr, dass ich – wenn auch unfreiwillig – 10 Tage übertragen habe.

    Tja, das was nachher kam – damit hatte ich dann meine Probleme, grosse Probleme. Mir hat das Mutter-sein massiv mehr Beschwerden gemacht als die Schwangerschaft. Aber das ist dann wieder ein Thema für sich.

    Einfach; es gibt auch Frauen die das Glück haben, eine tolle Schwangerschaft zu haben. Meine hätte ruhig 15 Jahre dauern können, über den Umfang dieses Bauches will ich aber lieber nicht nachdenken 😉

  • Knecht sagt:

    Schwanger sein ist Teil des Lebens. Warum schreibt man nicht gleich „das Leben ist doof“?
    Und Frau muss doch zugeben, dass die kleinen heranwachsenden Aliens niedlich und eine Bereicherung im Leben sind.

  • Leserin sagt:

    Ein Bericht über Schwangerschaft und – wie könnte es anders sein – die ersten beiden Kommentare stammen von Männern.

  • Anne sagt:

    Empfand ich auch so. Auseinandergehen wie ein Teig, kiloweise Gewicht rumschleppen, nicht mehr bücken können, ständiger Brechreiz, Geburt, Stillerei, die ganzen Kilos wieder loswerden, Brüste, die nach dem Stillen runterhängen wie zwei leere Ballone, akuter Schlafmangel ( für denn sich im Berufsleben niemand interessiert ), keine Zeit und Muse für die Partnerschaft inkl. Sexleben. Das alles hört sich wie Folter an. Trotzdem erwartet die Aussenwelt das immer rosa glückselige Lächeln auf dem zufriedenen Mama- Gesicht. Ich bin dankbar über solche Artikel. Sie sprechen vielen Frauen aus der Seele, auch wenn viele diese Gefühle erst gar nicht zulassen. Es braucht noch viele mehr, um die rosaroten Määrligeschichten zu ent-machten.

    • Carolina sagt:

      Ich habe diese angeblichen Erwartungen der Aussenwelt nie gespürt, keinen Moment lang, zumindest während meiner (4) Schwangerschaften. Erst später, als die Kinder auf der Welt waren, wurde ich mir Erwartungshaltungen anderer bewusst, die mich, zumindest anfangs, verunsichert haben. Auch das ging vorbei.
      Es scheint mir wie überall im Leben: Frauen neigen dazu, sich die Erwartungen anderer (wenn es sie überhaupt gibt) überzustülpen, ohne sie auf ihre Herkunft und Gründe dafür abzuklopfen. Natürlich sind viele, gerade beim ersten Kind, unsicher und saugen jegliche (vermeintliche) Informationen, Erfahrungsberichte und Meinungen auf wie Schwämme, das ging mir ebenso. Aber irgendwann kommt doch die Zeit (vor allem, wenn man mit Partner, Freundinnen und Familien sprechen kann, so gewünscht), wo man einsieht, dass jede Frau hier ureigenste Erfahrungen macht – dass aber der Vorgang der Schwangerschaft zwar für sie selbst monumental in jeder Beziehung ist, aber ansonsten millionenfach geschieht und schon geschehen ist. Das relativiert dann doch viel dummes Geschwätz (ich kann mich noch erinnern, dass mir gerade ältere ‚Damen‘ ab und zu mal fürchterlich auf den Geist gingen, weil sie irgendwie meinten, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gepachtet, weil sie mal ein Kind geboren haben….). Und dann gab es aber auch solche, die behutsam und ohne Predigerei einfach erzählten und mich faszinierten.

  • Christoph Bögli sagt:

    Ich kann die Perspektive von Frau Fischer, so weit als möglich, durchaus verstehen. Wäre ich eine Frau ginge es mir definitiv nicht anders, mindestens. Allerdings fehlt mir ein wenig die Einordnung in den grösseren Kontext. Diese Denk- und Sprechverbote, der Zwang zum Alles-toll-finden, gibt es ja nicht nur bezüglich der schwangeren Frau, sondern findet sich nach wie vor in fast allen Bereichen der Elternschaft.

    Etwa was hier bereits diskutiert wurde: Dass man als Mutter diese Rolle und die Kinder unbedingt super finden muss, da man ansonsten sonst erst recht als Rabenmutter da steht. Das Problem hört also definitiv nicht mit der Geburt auf, sondern zieht sich durch das ganze restliche Leben als Mutter. Ebenso sind allerdings nicht nur Mütter betroffen, vergleichbare Kritik-Tabus gibt es ja auch bei Vätern. Insbesondere, um beim Thema zu bleiben, punkto Schwangerschaft: Wehe ein werdender Vater wagt es, die ganzen physischen (und mentalen) Veränderungsprozesse seiner Frau nicht toll zu finden und das gar öffentlich zu äussern, die Super-Mami-Fraktion stünde in Windeseile mit Protestschildern vor der Haustüre..

  • mira sagt:

    Ich war auch nicht gerne schwanger, obwohl ich beide Male schlank blieb und auch wenig Beschwerden hatte. Wenn ich das erzähle, dann sind die Reaktionen gemischt: entweder: „ja, so ging es mir auch“. Oder: „nein, bei mir war das anders.“ Ganz normales Small-Talk halt, ohne irgendwelche Relevanz 🙂

  • Tom sagt:

    Da schreibt eine erfahrene Mutter und es klingt wie ein Teenie auf Selbstfindungstrip (inkl. dieses völlig nutzlose Kardashian Zitat).

    Mit Verlaub: Das ist ein Frauenproblem. Am besten schweigen, verständnisvoll nicken und sich schleunigst wichtigen Themen zuwenden.

    • Widerspenstige sagt:

      Mit Verlaub Tom: das ist ein Frauenproblem, genau! Sich WICHTIGEN Themen zuwenden?! Ach ja? Was sind denn ‚wichtige Themen‘, Tom? Da bin ich aber gespannt wie eine Feder, was da für wichtige Themen vorgeschlagen werden…

      • Tom sagt:

        Wichtig ist: Die Rahmenbedingungen für Mutterschaft, Vaterschaft, Elternschaft und Familienleben so gut wie möglich zu machen.
        Dieses Gejammere über offensichtlich völlig normale Vorgänge ist im Vergleich dazu lächerlich.

    • Valeria sagt:

      „Das ist ein Frauenproblem.“

      Und was soll das jetzt heissen?

  • Sibelune sagt:

    ‚Bei der Geburt sagt der Doc bzw. die Hebamme eh was zu tun ist.‘
    Es waere eigentlich zu hoffen, dass Aerzte/Hebammen eine Schwangere bei der Geburt unterstuetzen, aber dass eine Geburt, wenn dies die Gesundheit der Mutter und Kindes zulassen, nach den Vorstellungen der werdenden Mutter ablaeuft. Dazu kann ein Geburtsvorbereitungskurs viel beitragen, damit Frau weiss ob sie eine natuerliche Geburt wuenscht oder ob medizinische Eingriffe in ihrem Sinne sind.

  • Christoph Bögli sagt:

    Ich kann die Perspektive von Frau Fischer, so weit als möglich, durchaus verstehen. Wäre ich eine Frau ginge es mir definitiv nicht anders, mindestens. Allerdings fehlt mir ein wenig die Einordnung in den grösseren Kontext. Diese Denk- und Sprechverbote, der Zwang zum Alles-toll-finden, gibt es ja nicht nur bezüglich der schwangeren Frau, sondern findet sich nach wie vor in fast allen Bereichen der Elternschaft.

    Das trifft insbesondere bei einem anderen heiklen Thema zu, das hier bereits diskutiert wurde: Dass man als Mutter diese Rolle und die Kinder unbedingt super finden muss, da man ansonsten sonst erst recht als Rabenmutter da steht. Das Problem hört also definitiv nicht mit der Geburt auf, sondern zieht sich durch das ganze restliche Leben als Mutter. Ebenso sind allerdings nicht nur Mütter betroffen, vergleichbare Kritik-Tabus gibt es ja auch bei Vätern. Insbesondere, um beim Thema zu bleiben, punkto Schwangerschaft: Wehe ein werdender Vater wagt es, die ganzen physischen (und mentalen) Veränderungsprozesse seiner Frau nicht toll zu finden und das gar öffentlich zu äussern, die Super-Mami-Fraktion stünde in Windeseile mit Fackeln und Heugabeln vor der Haustüre..

    • Carolina sagt:

      Es gibt ja sehr wohl auch Tabus, die Sinn machen!
      Dazu gehört meiner Meinung nach auch ein Partner, der, gerade in der ersten Schwangerschaft, auch mal die Klappe hält, der zwar mit’leidet‘, Teilnahme zeigt und Interesse, aber sich in punkto Veränderung des Körpers zurückhält. Natürlich ist das vielleicht nicht immer einfach, aber glauben Sie mir, wir haben selber soviele Fragen, sind vielleicht so schockiert/bedrückt oder auch begeistert und erstaunt über das, was mit uns geschieht, dass wir keinen Partner brauchen, der sich negativ über diese Veränderungen äussert. Das erhöht den Druck, unter dem wir sowieso schon sind, ungemein und ist völlig unnötig.

  • Manuela sagt:

    Ich hatte schöne Schwangerschaften und eine Horrorschwangerschaft mit massiven gesundheitlichen Problemen. Nein, das war nicht schön. Nein, da freut man sich nicht aufs Baby, sondern will nur, dass es vorbei ist. Jedesmal ist es anders und jedesmal kann man mit der Situation anders umgehen.

    Aber was immer ist: Schwangerschaften sind unbeschreiblich anstrengend für Körper und Geist. Es zehrt an der Substanz und Frau absolviert da mal ohne mit der Wimper zu zucken einen Ironman von 40 Wochen. Schwangerschaften sind keine Krankheit, aber so zu tun, als wäre nichts ist eben auch falsch. Frau ist in anderen Umständen und hört eigentlich nur ein ‚Stell dich nicht so an, da musste halt durch.‘ Das ist sehr unfair. Und nein, auch früher haben Frauen nicht mal so nebenher 15 Kinder bekommen und gleichzeitig das Feld bestellt. Meine Urgroßmutter hatte viele Kinder und für sie war es eine Qual so fruchtbar zu sein. Sie sah mit 50 bereits aus, wie eine 90jährige und musste mit schweren körperlichen Beschwerden aufgrund der vielen Schwangerschaften leben.

    Schwangerschaften können spannend und beflügelnd sein, aber auch anstrengend und kraftzehrend. Und am Ende steht auch noch eine Geburt, was jetzt auch nicht grad eine Wellnessveranstaltung ist. Darum wäre Verständnis angebracht. Ich kann Frau Kardashians Aussage sehr gut nachvollziehen und würde auch lieber ein Kind liefern lassen, als es selbst auf die Welt zu bringen. Aber das funktioniert leider nicht. Seien wir also froh, dass wir nicht mehr duzende Kinder bekommen müssen und sich die Zeit, in der wir unseren Körper teilen müssen absehbar begrenzt ist.

  • Béatrice sagt:

    Frau Fischer Sie sprechen mir aus dem Herzen! Ich war 4 Mal schwanger ohne nennenswerte Beschwerden, trotzdem war ich nicht gerne schwanger. Manche Frauen blühen während einer Schwangerschaft regelrecht auf, ich gehörte definitiv nicht dazu.

  • Nadja sagt:

    …und da die Sätze, die mir wirklich sauer aufgestossen sind, schon kommentiert wurden, bleibt mir nur noch, die Schale auf der anderen Seite der Waage zu füllen:
    -Umstandsklamotten sind soooooo bequem!
    -Frau hat den Abstelltisch ab dem 8. Monat immer dabei
    -Im Bus kriegt man immer einen Sitzplatz
    -Babykleidershopping und Kinderzimmer einrichten macht Spass!
    -Menschen sind so hilfsbereit (oder ich hab einfach mehr um Hilfe gebeten)
    -Man nimmt sich plötzlich ganz viel Zeit für sich (und Bauchzwerg) und hat kein schlechtes Gewissen dabei
    -Diese Essensgelüste sind so faszinierend! …und jeder einzelnen wird nachgegangen, Kalorien hin oder her!
    -Jedes Gramm plus auf der Waage hat seine Daseinsberechtigung
    -Vorfreude ist das schönste, was es gibt, abgesehen von…

    DAS RESULTAT!!! ❤️❤️❤️

    Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass ich gerne schwanger war Ich bin aber auch grundsätzlich ein positiver Mensch und liebe das Leben.

  • Rüdiger sagt:

    Wer diese Frau braucht um Vergleiche aufzustellen… Was ein geleaktes Porno-Filmchen so alles auslösen kann. Und schwupps wird man bloggenden Instanzen als Beispiel genommen. Sagt einiges über den Mainstream und/oder die Bloggerin aus…

    • Muttis Liebling sagt:

      Irgend ein buntes Bild muss man ja oben an stellen und da es in Ermangelung einer Schweizer Kulturszene, welche den Namen verdienen würde, auch keine Geschmacksbildung gibt, bisher gegeben hat, nimmt man eben die Tussen von der nordamerikanischen Clonefarm. Bei richtigen Schauspielerinnen liefe man Gefahr, dass keiner die kennt. Nicht die Leserin überfordern!

  • Waldmeier sagt:

    Gut geschrieben, Andrea Fischer Schulthess, weiter so. Der Artikel erinnert mich stark an die Songtexte der genialen Nina Hagen. Es kann wirklich auch
    andere Lebens-Themen für eine Frau geben als nur Reproduktion. Aber eben, die meisten Menschen reflektieren nicht.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Bei Ihnen ist es aber auch nicht weit her mit dem Reflektieren, sonst würden Sie nicht so Schwarz-weiss-Aussagen/Extrempositionen von sich geben. Wer hat den geschrieben, bei einer Frau solle sich alles um die Reproduktion als Lebensthema drehen? Wo haben Sie das zuletzt gehört?

    • Carolina sagt:

      Waldmeier, irgendwie haben Sie etwas missverstanden. Es geht hier nicht um das Lebensthema Reproduktion, sondern um Frauen, die schon mitten drin sind in der Reproduktion. Also gebe ich Ihnen den Vorwurf der Nicht-Reflektion direkt zurück……

  • leila sagt:

    Hallo,
    der Artikel trifft es – zumindest für mich. Unsere beiden Kinder sind Wunschkinder, aber beide Schwangerschaften fand ich extrem mühsam. Die Ungewissheit, die Unumkehrbarkeit der Entscheidung, das Wechselbad der Gefühle, die Hormonschwankungen, die einsetzende Schlaflosigkeit, Übelkeit bis in den 6. Monat hinein – das ist ein extremer Zustand, und ich fand auch den Anspruch ‚Du hast es so gewollt, nun darfst Du nicht jammern‘, gepaart mit dem idealisierten Bild der angeblich von innen vor Glück leuchtenden Schwangeren wirklich nervig. Und mit entfernt von der Natur leben etc. hat das auch nichts zu tun – kann mir keiner erzählen, Buschfrauen hätten keine Hämorrhoiden oder Morgenübelkeit oder so. 🙂 Danke für den Artikel!

    • Nadja sagt:

      Genau so, wie es die Frauen gibt, die nicht gerne schwanger sind, gibt es auch Frauen, die es gerne sind, sich wohlfühlen und wirklich von innen heraus leuchten vor Glück. Ich war so eine. Nix von idealisiertem Bild, sondern pure Tatsache. So sind die Menschen verschieden.

  • dani sagt:

    „… und ernsthaft ungewollte Kinder sollte man heute wirklich nicht mehr auf die Welt stellen.“

    Wie bitte????

  • Brunhild Steiner sagt:

    „.. .und ernsthaft ungewollte Kinder sollte man heute wirklich nicht mehr auf die Welt stellen.“

    Definieren Sie „ernsthaft ungewollt“,
    wer von uns war für keine paar Tage „ernsthaft ungewollt“?
    Das so kategorisch hinzplatzieren finde ich genauso problematisch wie nicht darüber reden zu dürfen, dass schwangersein auch die schlechteste Zeit des Lebens sein könnte, zumindest in je nach dem kleinen bis grossen Teilbereichen.

    • Sili Sili sagt:

      Wieso sollte man heute ein Kind bekommen, wenn man dies nicht wirklich will, nicht wirklich bereit dazu ist, oder einfach sieht, dass es in der sich befindenden Lebenssituation eine Belastung für einem selber und die Gesellschaft wäre?
      Seien sie froh, dass sich gewisse Frauen Gedanken darum machen, dass es vielleicht gescheiter ist kein Kind zu kriegen weil es einem finanziell abhängig macht von der Gesellschaft.
      Ich mag Kinder…. aber ein eigenes kann ich mir aufgrund meines Lebensstandartes nicht leisten. Oder ich könnte es nur mit staatlicher Unterstützung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sili Sili

        ich habe kein Problem mit bewusster Entscheidung zu Kinderfreiheit (und entsprechender Vorsorge wenn man sich dessen schon so klar ist), aber generell einfach zu befinden bei einer „ungewollten Schwangerschaft“ sollte man heute halt den Notausgang nehmen, so als ob es gar keine Alternativen gäbe und keinerei Potential dass man von einem total ungewollt zu einem gewollt finden könnte, dagegen möcht ich die Stimme erheben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn man der Statistik trauen kann, sind 10% der ausgetragenen Schwangerschaften am Anfang ungewollt, wenigstens von einem der Partner. Dann finden sie sich aber rein und nach der Geburt spielt das meist keine Rolle mehr.

        Es gibt aber umgekehrt die Retrograd- Ausreden.

      • Widerspenstige sagt:

        ML, nur ca. 10% ungewollte Schwangerschaften, die trotzdem ausgetragen werden? Dieser Prozentsatz dürfte um einiges höher liegen nach meiner Einschätzung der Lage, aber das ist immer noch ein Tabuthema und dürfte wohl nur Gyn nicht verborgen geblieben sein während den ersten Untersuchungen. Diese müssen sich aber an die ärztl. Schweigepflicht halten nehme ich jetzt mal stark an. Also dürften nur Erfahrungsberichte in Foren etc. darüber mehr aussagen…

      • Sili Sili sagt:

        @brunhild steiner
        Ach ja…. welche Alternativen? Sozialamt? Damit man sich ein Leben lang Schuldgefühle machen muss? Das Alles war vielleicht in den 60er und 70er noch einfacher….. Heute finde ich Abtreibung definitv schlauer und der Gesellschaft gegenüber netter als ein Kind zu kriegen für das man nicht alleine aufkommen kann

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sili Sili

        um welche Frauen geht es Ihnen?

        Diejenigen welche entschieden keine Kinder wollen, aber nicht verhüten?
        Diejenigen welche das zwar tun, aber die Fehlerquote schlägt zu?

        Diejenigen welche der Ansicht sind, dass es ihre Umstände nicht zulassen, nicht verhüten oder verhüten mit Fehlerquote?

        Und woher die Idee mit dem Sozialamt?
        Erstens mal sollte niemand mit Anspruch darauf deswegen ein schlechtes Gefühl haben- oder als Konsequenz abtreiben, „weil es der Gesellschaft gegenüber netter ist“- entschuldigen, wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, was ist denn das für eine menschenunwürdige Denke?

        Sozialleistungen sind legitim! Da geht es doch um sehr viel mehr als bloss „werde ich damit zum Sozialamt müssen?“
        Und ist mit einer schnellen Entscheidung zur Abtreibung überhaupt nirgendwo auch nur ansatzweise gelöst, denn wenn das die Hauptursache wäre, dann liegen oft noch andere Problemfelder vor und diese Frauen brauchen mehr Hilfe und Unterstützung als bloss eine Abbrechung der Schwangerschaft.

        Und seit wann ist Schwangerwerden bloss Frauensache, irgendwo ist doch meist auch noch ein Vater.

        Ich jedenfalls bin froh um Organisationen wie die Mütterhilfe (nein, das ist kein „Fundiverein“, falls Sie das vermuten), welche sich nicht gleich auf die vorgeblich einfachste Lösung stürzen sondern viel Effort für Alternativen aufbringen.

  • Malena sagt:

    Hätte es wissen müssen, Titel wie „XY ist doof“ sind selten ein guten Omen… Und: „Nichts auf der ganzen Welt ist so irreversibel wie der Tod und die Geburt eines neuen Menschen.“ Oh la la, so dramatisch und anthropozentrisch! Machen Sie doch mal ein Rührei rückgängig. Oder Erosion. Oder die Teilung eines Bakteriums… 😉

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Nichts auf der ganzen Welt ist so irreversibel wie der Tod und die Geburt eines neuen Menschen.‘

    Anders herum gesagt, im Leben eines jeden Menschen gibt es zwei 100% sichere Ereignis, geboren werden und sterben. Gemäss der Informationstheorie gaben diese beiden Ereignisse keinen Neuigkeitswert, d.h. es lohnt sich nicht, darüber zu reden.

    • silvio sagt:

      „… hat keinen Neuigkeitswert, d.h. es lohnt sich nicht darüber zu diskutieren.“ Dann wohl lieber über so etwas „Weltbewegendes“ wie das neueste iPhone vermutlich??

      • Muttis Liebling sagt:

        Das neue iPhone ist so interessant wie alle Waren, Frau Kim eingeschlossen. Da beschäftige ich mich mit, wenn die beginnende Demenz nichts anderes mehr zulässt.

        Hier können wir lieber spekulieren, ob nach Empfängnis ohne Sex auch Kinder ohne Schwangerschaft denkbar sind. Kann man nicht alles in eine technische ‚Gebärmaschine‘ verlagern?

        Und danach auf der Bildungsfarm aufziehen? Dann können die Damen sich frei entfalten (ohne Schwangerschaftsfalten).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        also der Bildungsfarm in Form von ausgelagerter Tageswochen-Betreuung sind Sie doch jeweils durchaus zugeneigt, oder nicht?

      • Muttis Liebling sagt:

        Aber ja, Brunhild. Der Gedanke stammt schliesslich von Platon, war aber nur für Kinder der Eliten gedacht. Wie ich schon öfters erwähnte, haben sich die Adelshäuser bis zur französischen Revolution daran gehalten. Zumindest wurden die Kinder nach der Geburt von der Mutter getrennt und erst sehr spät wieder in die Familie zurückgeführt.

      • Anh Toàn sagt:

        @ML: Warum nur den Sex und die Schwangerschaft an eine „technische Gebärmaschine“ auslagern? Säuglinge, Kinder und Teenager sind ja noch anstrengender als Föten. Am Besten designen wir gleich die Renten- und Krankenkassennettozahler mit CAD am Compi und senden dann zum 3D Printer.

      • Widerspenstige sagt:

        Apropos ‚Gebärmaschine‘ habe ich im threat ‚Wenn aus Freunden Co-Eltern werden‘ noch diese Denkanstösse hinterlassen (die wohl wegen den immer noch fehlenden letzten Kommentaren untergegangen sein dürften):
        ‚…Der spirituelle Moment, der mir sehr wichtig erscheint bei einer Zeugung eines werdenden Lebens, liegt irgendwo dazwischen. Daran kaue ich noch ziemlich herum, wo genau dieser Zeitpunkt sein könnte, aber wie ich schon einmal beschrieben habe, kümmert sich der werdende Mensch als Zellhaufen nicht um das wo (sich Eltern aussuchen = nein!) und wann (richtiger Zeitpunkt zur Zeugung gibt es nicht), sondern nur um das Eine: das Einnisten und Menschwerden, wenn immer möglich in einem Uterus einer Frau.
        Man bewahre uns vor dem Augenblick, wo im sog. Menschwerdungsprozessor Föten in sterilen warmen, vor sich hin blubbernden Fruchtwassergefässen mit Nahrungszuführung mittels Schlauch (wie anbringen und ab wann wieviel u welche Nahrung scheint noch der Knackpunkt zu sein), Musik-/Stimmenbeschallung und künstlichen Wiegebewegungen vor sich hin gedeihen sollen. Als Ersatz für menschliche Wärme und wiegenden einschlummernden Mutterbewegungen, Atemgeräuschen, Gefühlsadaptionen. Daran wird ja sehr intensiv geforscht und Gnade denjenigen ‚Wissenschaftlern‘, die das erste Retortenbaby ohne Nabelschnur uns als Sensation verkaufen wollen!…‘

    • zwerg zwack sagt:

      Wie K. Tucholsky schon bemerkte:
      Am besten wäre es gar nie geboren worden zu sein, doch wem passiert das schon.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das ist viel älter. Die Stoiker sagten, am besten wäre es nicht geboren zu sein, aber wenn es schon mal passiert ist, sollte man es kurz halten. Der Gedanke ist leider etwas verloren gegangen.

      • zwerg zwack sagt:

        Der alte Kurt war ein Dieb ?
        Scheisse wieder ein Vorbild weniger.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Als Mann kann ich nicht mitreden, wie es ist schwanger zu sein. Ich kann aber schreiben, wie die ganze Diskussion auf mich wirkt (und meine Frau in der Schwangerschaft unterstützen, wo es geht): Es scheint in letzter Zeit modern geworden zu sein praktisch nur noch negativ über Schwanger- und Mutterschaft zu schreiben, ist es wirklich nur, weil es früher als Tabu angesehen wurde? Mich erschreckt, wie sehr wir „modernen“ Menschen uns von unserer Natur künstlich entfremden/abspalten, so sehr, dass wir ein Baby im Bauch als „Alien“ empfinden. Hauptsache die Bikinzone stimmt und man ist sexy? Tolle Werte haben wir entwickelt!

    • fabian sagt:

      hauptsache die bikinizone stimmt! und die karriere!

      • daniela sagt:

        Ach seien Sie doch nicht so humorlos! Die Bikinizone und die Karriere haben auch ihre Existenzberechtigung.

    • sole sagt:

      HH: Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Diskussion so auf sie wirkt. Aber ich glaube nicht, dass das mit einer Entfremdung der Natur zu tun hat. Es ist halt wirklich so, dass man da einen kleinen „Parasiten“ im Bauch hat, und das kann schon mal beklemmende Gefühle auslösen, auch wenn das Kind geplant, gewünscht und geliebt ist. Plötzlich macht man so grosse körperliche Veränderungen durch wie seit der Pubertät nicht mehr und hat allerlei Beschwerden. Da geht es nicht primär um die Bikinizone, sondern z.B. darum, monatelang nicht mehr als 2h am Stück zu schlafen, weil man dauernd aufs WC muss, um schmerzende Hämorrhoiden, etc… Man kriegt eben nicht nur einen schnuckligen Kugelbauch, sondern der gesamte Körper verändert sich. Zudem erlebt das jede Frau anders. Es tut schon gut, wenn man sagen darf, dass das ganz schön anstrengend ist, ohne sich Vorwürfen auszusetzen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Sole: Wie gesagt, über die Beschwerden der Schwangerschaft kann ich nicht mitreden, masse mir das nicht an. Nebst der „Entfremdung von der Natur“ erschreckt mich vielleicht noch viel mehr der lieblose Ton des öffentlichen Diskurses und dass dies in den Medien gefördert wird: „Alien“, „Parasit“. (Ich hoffe nur, die Kinder lesen später nie, was ihre Mütter über sie geschrieben haben). Irgendwie kommt es mir vor, als wolle man die Entfremdung/Emanzipation der Mutter vom Kind bewusst fördern.

      • sole sagt:

        @HH: Sie sollten diese einzelnen Wörter nicht überbewerten. Das Wort „Parasit“ habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Biologisch betrachtet ist es doch schon so, dass ein Baby der Mutter Ressourcen klaut und sich in dem Sinne wie ein Parasit verhält. Aber das ist ja nicht das einzige oder wichtigste Merkmal. Ich behaupte von mir, dass ich diese Aussage treffen kann, ohne meine Mutterliebe zu schmälern oder mich von meinem Kind zu entfremden. Für mich war es gleichzeitig wahr, dass ich mich sehr auf mein Wunschkind gefreut habe, aber auch die Schwangerschaft zeitweise als beschwerlich empfunden habe. Das Gefühl, dass der eigene Körper nicht nur einem selbst gehört, ist nicht immer toll (was sich ja übrigens auch in die Stillzeit hinein zieht, trotzdem habe ich über ein Jahr gestillt). Es gilt halt positive und negative Gefühle gleichzeitig auszuhalten, für mich gehört das zum natürlichen Lauf der Dinge.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Sole: Ihnen glaube ich das. Die Anführungszeichen sind mir auch aufgefallen. Es hat jedoch in diesem Forum schon viele Wortmeldungen von Frauen gegeben, die aus diesem Grund ganz auf eine Schwangerschaft verzichten, weil sie Kinder im Bauch als „Parasiten“ sehen und dies wohl auch so gehört haben. Dies kann jeder so sehen, wie er will, nur dass in letzter Zeit öffentlich diese Sichtweise gefördert wird, empfinde ich als schade.

    • mila sagt:

      Ich würde das Ganze – trotz tendenziell ’negativer‘ Medienpräsenz – nicht so schwarz sehen, Herr Hintermeier. Auf jede ‚kritische‘ Schwangere kommen meiner Beobachtung nach immer noch gut dreimal soviele ‚euphorische‘. Es gibt jedenfalls einen Grund, weshalb ich Begegnungen mit anderen Schwangeren – und sei es nur im Geburtsvorbereitungs-Gruppenkurs – grossmehrheitlich umschiffe… Auf das damit nicht selten verbundene gegenseitige ‚Messen‘ und ‚Vergleichen‘ verspüre ich einfach keine Lust. Womit ich nicht sagen will, dass ich die Schwangerschaft an sich als Belastung empfinde. Zwar sage ich ab und an zu meinem Partner, dass es wirklich schade ist, dass wir keine Pinguin-Eltern sind. Aber das ist nun wirklich mehrheitlich partnerschaftliches Spassgeplänkel. Man (frau) kann eine Schwangerschaft eben auch einfach als das nehmen, was sie ist: die ‚Inkubationsphase‘ für ein neues Leben, welche zwar eine persönlich recht einschneidende (und meist mehrheitlich schöne) Erfahrung ist, aber letzten Endes etwas vollkommen Natürliches. Und damit nicht-zu-Überhöhendes. Zumindest entspricht dies meinem Empfinden, weshalb ich, wie gesagt, den Kritikerinnen wie Euphorikerinnen zur Zeit lieber aus dem Weg gehe.

      • Martin Frey sagt:

        Sie besuchen keinen Geburtsvorbereitungskurs, mila? Schade, das sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen.
        Ich werde meinen wohl nie vergessen… 😉

      • mila sagt:

        Wir gehen ‚privat‘ zu einer Hebamme. Bin gerade dabei, es terminlich aufzugleisen…

      • Martin Frey sagt:

        Macht inhaltlich wohl auch mehr Sinn. Denn die Idee ist an sich richtig.
        Wir haben uns damals sagenhafte sieben Abende angetan. Der Lerneffekt war zugegebenermassen eher bescheiden (auch für die anderen Teilnehmer), vorteilhaft war jedoch, alles mal vorab gesehen zu haben.

      • tina sagt:

        kritische schwangere sind doch nicht permanent kritisch. manchmal verflucht man eben seinen zustand. ich kann mich zum beispiel noch sehr gut erinnern (trotzdem es 1,5 jahrzehnte her ist), wie schwierig velofahren war, nachdem der schwerpunkt so massiv verschoben wurde zwischen gestern noch schwanger und morgen milcheinschuss. kann jeder, der möchte, mal ausprobieren, indem er erst ein paar kilo auf bauchhöhe montiert und so ein paar wochen velofährt, und dann diese abmontiert und dafür welche auf brusthöhe montiert. viel spass

      • Emma sagt:

        mila da haben Sie nach meinen Erfahrungen auch nichts verpasst 😉 Ich habe meinen nicht gebraucht. Bei der Geburt sagt der Doc bzw. die Hebamme eh was zu tun ist. Das einzig Gute an dem Geburtsvorbereitungskurs (mit Partner an einem WE) war, das wir dort ein nettes Paar getroffen haben und die Kinder nun im selben Alter sind.

      • mila sagt:

        Der Witz ist ja eigentlich der, dass ich vorab nicht alles ganz so genau wissen, nicht jede Eventualität kennen will. Ich habe mich nach dem positiven Testergebnis, das ich zugegeben erst mal ’schlucken‘ musste, ganz bewusst auf eine ’normale‘ Schwangerschaft und Geburt eingestellt. Für mein Sicherheitsbedürfnis reicht(e) mir das, denn im Zweifelsfall vertraue ich darauf, dass ich a) nachfragen, mich bedarfsweise informieren kann, und b) kompetentes Personal um mich habe, dass mich situativ ‚richtig‘ begleitet (siehe Antwort Emma).

        Die Menschen in meinem Umfeld kennen mich, mit ihnen tausche ich mich auch sehr gerne aus. Da kommt es eigentlich kaum vor, dass ich prophylaktisch mit Erfahrungen eingedeckt werde – ein Stück weit möchte ich meine Erfahrung ja auch genuin selbst machen. Aber als ich noch gearbeitet habe, habe ich doch das eine oder andere Mal darüber staunen müssen, wie ungeniert Nicht-Direkt-Beteiligte bisweilen auf Schwangere ‚zugehen‘ (in der restlichen ‚Öffentlichkeit‘ ist mir das allerdings wiederum kaum passiert, ich habe bisher nur zuvorkommendes, sich-mit-freuendes Verhalten erlebt). Glücklicherweise bin ich ‚reif‘ genug, um Gespräche abzublocken, wenn sie mir entschieden zu weit gehen – aber nicht jede Schwangere ist das. Ich wäre es vor einigen Jahren vermutlich auch noch nicht gewesen. Deswegen ist für mich beispielsweise auch klar, dass ich mich in Zukunft selbst gegenüber Schwangeren lieber etwas zurückhalten werde. Selbst wenn mir das eine oder andere noch so unter den Nägeln brennen mag.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila

        die euphorischen umschiffen, mein vollstes Verständis 😉

        allerdings wird das messen/vergleichen auch noch später ein Umschiffungsgebiet sein, wünsch schon mal gute Navigation!

    • mila sagt:

      @sole: Was (als belastend empfundene) ‚Beschwerden‘ sind, werden Schwangere individuell empfinden. Nichts nervt mich persönlich mehr, als wenn ich von anderen Schwangeren und Müttern vorsorglich mit ‚guten‘ Ratschlägen und ’solidarischen‘ Warnhinweisen eingedeckt werde. Ja, ich stehe nachts auch seit längerem mindestens zweimal auf und rechne damit, dass es nun im letzten Drittel noch etwas gehäufter vorkommen wird. Ja, Fahrten im ÖV werden zunehmend mühsamer, respektive wollen strategisch geplant sein – nicht jede öffentliche Toilette ist zumutbar. Ja, ich kann höchstens noch (wenn ich Glück habe) bis sechs Uhr ‚durch‘-schlafen, danach geht nichts mehr; und abends fallen mir die Augen regelmässig zu, bevor nur schon die Hälfte der jeweiligen Serienepisode durch ist. Aber ob mich das derart ’stört‘ oder beeinträchtigt, dass ich das auch nur schon erwähnenswert finde, ist eine andere Frage.

      Selbstredend kann mehr mehr Glück oder Pech haben, was die Art der Beschwerden angeht. Meine halte ich (bislang, Klopf aufs Holz) für eher belanglos; die frühe Übelkeit geht in aller Regel vorbei, an die Müdigkeit gewöhnt man sich wohl oder übel – auch im Hinblick auf das ‚Nachher‘. Über nachfolgende Bauchfalten und Schwangerschaftsstreifen mache ich mir ehrlich gesagt keine weiterführenden Gedanken, auch wenn ich diesbezüglich (so gut wie es halt geht) vorsorge. Mir tun Frauen, die sich über abzusehende Figurveränderungen sorgen/beklagen, ehrlich gesagt auch etwas Leid. Ich hatte meine ‚guten‘ Jahre und muss diese nicht zwangsmässig bis 50 oder darüber hinaus ‚konservieren‘. Für mich ist Veränderung entsprechend vor allem eins: Leben. In allen Facetten, die der ‚Lauf der Dinge‘ halt so an einen heranträgt.

      • tina sagt:

        das waren jetzt aber schon viele beschwerden, dafür dass du noch nicht im letzten drittel bist, liebe mila :). ich hatte all diese beschwerden nichtmal und trotzdem fühlte ich mich wie ein gestrandeter wal 2 wochen vor der geburt.
        alles gute weiterhin!!!

      • sole sagt:

        @mila: Da sind wir glaube ich ganz ähnlicher Meinung. Auch ich finde vorsorgliche Ratschläge sehr entbehrlich. Interessanterweise bekam ich kaum welche, obwohl alle immer darüber klagen. Vielleicht strahle ich das einfach aus, dass man mir mit so etwas gar nicht kommen muss. 🙂

        Auch ich hatte eine problemlos verlaufende Schwangerschaft. Aber gerade dann muss man m.M.n. eben vorsichtig sein, nicht zu verallgemeinern und das Gefühl zu haben, „ich weiss ja jetzt wie das ist, alles natürlich, das ist halt der Lauf der Dinge“. Jede erlebt das eben anders. Und auch ich habe meine Nullproblemo-Schwangerschaft irgendwann nur noch mühsam gefunden und dachte mal „also das zweite wird dann adoptiert…“ Hat sich inzwischen aber geändert. 🙂

      • mila sagt:

        @sole: Ja, das sehen wir definitiv ähnlich. 😉

        @tina: Obwohl ich bislang noch nie geflucht habe (das kommt wohl noch, spätestens dann bei der Geburt…), fühlte ich mich schon im fünften Monat wie ein Walross, respektive wahlweise wie eine Watschelente. Und merke nun quasi täglich, dass das noch gar nichts war… Aber um ehrlich zu sein, empfinde ich sogar das als irgendwie schön – die zunehmende Schwerfälligkeit, oder, wenn man es etwas gefälliger benennen will, Gemächlichkeit. Deshalb setzte ich ‚Beschwerden‘ einstiegsweise auch in Anführungszeichen – was die eine als Beeinträchtigung empfindet, empfindet die andere – mangels besseren Ausdrucks – womöglich als so etwas wie ‚Erlebnisqualität‘.

      • Melanie sagt:

        @mila
        Ich bin ganz ihrer Meinung, dass man nicht auf all die „gutgemeinten“ Ratschläge hören muss und seine eigenen Erfahrungen machen muss. Allerdings finde ich es etwas anmassend, wenn man während der Schwangerschaft (wohlgemerkt noch nicht im letzten Monat angekommen) sich über Themen nach der Geburt wie Schwangerschaftsstreifen und Schlafmangel ausgiebig ausspricht, denn „erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“

      • mila sagt:

        Ich wollte nicht ‚anmassend‘ rüberkommen. Wenn ich an etwas festhalte, dann daran, dass vieles, wenigstens ein Stück weit, (auch) Einstellungssache ist: mein Schlafverhalten hat sich jetzt schon ziemlich gewandelt, und ich rechne damit, dass es noch bunter kommt. Wenn es soweit ist, und ich vor Müdigkeit nicht mehr weiter wissen sollte, werde ich ganz sicher nicht ein künstlich strahlendes Gesicht dazu aufsetzen. Sondern mir jede Unterstützung holen, die ich kriegen kann.

        Aber doch, beim Thema Schwangerschaftsstreifen etc. bin ich schon ziemlich auf eine bestimmte ‚Linie‘ eingeschossen, insofern ich jegliche Art von Frauenzeitschriften u.ä. seit mehr als fünfzehn Jahren erfolgreich boykottiere. Meiner Selbstwahrnehmung, nach Phasen von leichtem Über- bis Fast-Untergewicht (mit Nahezu-Essstörung) hat das enorm gut getan. In dem Sinne, dass Körperfixiertheit nicht mehr meinen Alltag bestimmt, und ja, das empfinde ich allemal als befreiend, gerade auch jetzt – situativ – wieder.

      • Carolina sagt:

        Warum sollte es anmassend sein, über diese Dinge schon vor Ende der (ersten) SS zu sprechen? Im Gegenteil, ich finde, nur so kann man einen Eindruck von der riesigen Vielfalt, die Leben nach der Geburt eines Kindes haben, erhalten. Man kann z.B. auch seine Vorstellungskraft etwas trainieren, kann sich darüber im klaren werden, wie unterschiedlich Menschen dieses Thema handhaben. Und mit etwas Glück lernt man vielleicht, Unkenrufer von wohlmeinenden und teilnehmenden Mitbürgern zu unterscheiden……

    • Manuela sagt:

      Ich empfinde jedes Kind in meinem Bauch als Alien, einfach, weil ich zuvor über 20 Jahre meine Körper für mich allein hatte und ich ihn nun teilen muss. Ich muss meinen Körper zur Verfügung stellen und bekomme dadurch auch noch gesundheitliche Beschwerden.

      Haben Sie als Mann je ihren Körper oder ein Körperteil jemand anderem zur Verfügung stellen müssen 24/7 für Monate? Haben Sie schon mal massive Beschwerden in Kauf genommen, verursacht von jemand anderem?

      Wissen Sie, auch Parasiten sind ganz natürlich, probieren Sie doch mal ne Bandwurm oder Ektoparasiten aus. Da sind Sie zwar noch lang nicht an ner Schwangerschaft dran, aber hey, ist ja nix dabei, wenn sich ein anderes Lebewesen von Ihnen ernährt. Ich versprech Ihnen, Sie brauchen nur ein natürliches Verhältnis zu Ihrem Körper – ist quasi Einstellungssache – und Sie werden sich bereichert fühlen mit dieser Erfahrung.

    • Kathy sagt:

      @Hans:es geht nicht um die Bikinizone oder um Sexyness. Ich bin jetzt bald im 8.Monat und eine dieser unzufriedenen Schwangeren. Ich freue mich unglaublich auf das Kind – und ebenso auf mein „Ich“. Eigentlich bin ich eine fröhliche, ausgeglichene, belastbare Person mit guter Verdauung und Bewegungsdrang, nun bin ich ein emotionaler Walfisch, der schon in Tränen ausbricht wenn er merkt, dass der Schnürsenkel wieder mal aufgegangen ist und neu gebunden werden muss. Ich erkenne mich selbst nicht wieder und fühle mich oft ausgeliefert.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Das möchte ich ja gar nicht abstreiten. Ich hoffe ihr Mann/Partner/Kindsvater unterstützt Sie, so gut er kann.

    • Claude sagt:

      @Hans Hintermeier: Als sich der Bauch meiner Frau im 9. Monat an den seltsamsten Stellen bewegte, sah das nun mal wirklich sehr Alien-Mässig aus 😉

      Und klar, Frauen wollen sich gerne auch während und nach der Schwangerschaft noch gefallen. Ich als Mann rasierte mich während der Schwangerschaft meiner Frau ja auch, ging ins Fitness, schilef meinen Schlaf, zog meine Lieblingskleider an, ass mein Lieblingsessen, ging meinen Hobbys nach, ging mit Freunden auf ein Bier etc. Das ging bei ihr aber alles nicht mehr. Technisch mag so eine Schwangerschaft ja natürlich sein. Praktisch ist jedoch fast alles in dieser Zeit ein grosser Ausnahmezustand. Aber klar: Niemals möchte ich diese Zeit missen. Eine wunderbare Zeit.

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