Alleinerziehend, weil die Frau versagt hat?

Ein Gastbeitrag von Christine Finke*

ONE FINE DAY, Michelle Pfeiffer, 1996, TM & Copyright (c) 20th Century Fox Film Corp. All rights reserved.

Michelle Pfeiffer als alleinerziehende Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs in «Tage wie dieser…». Foto: Screenshot, Youtube.

«Alleinerziehende Mutter»: «Eine Frau, die bei Auswahl des Vaters oder beim Konfliktmanagement dokumentiert versagt hat. Oder glaubt irgendjemand, dass alle alleinerziehenden Mütter von fiesen Männern sitzen gelassen wurden?»

So stehts im Vorwurf-Sammel-Artikel von «Emil und der Ich» auf dem Fisch und Fleisch Blog. Da sind noch viele andere dumme Klischees zu lesen, die extra zu diesem Zweck zusammengetragen wurden. Es geht um berufstätige oder nicht berufstätige Mütter, ums Stillen und um die ganze Palette dessen, was deutsche Frauen in den Augen der Gesellschaft so falsch machen.

Das Erschütternde ist, dass viele Leute wirklich aus tiefstem Herzen so denken. Mir hat genau das, was oben einleitend steht, jemand kürzlich erst ins Gesicht gesagt. Ich habe versagt, hätte den Mann als nicht geeignetes Ehematerial erkennen müssen und niemals drei Kinder mit ihm bekommen dürfen. Schon gar nicht aber hätte ich ihn verlassen dürfen.

Das ist sowieso etwas, das in den Köpfen der meisten Leute gar nicht vorkommt, dass die Frau es ist, die sagt, mein Lieber, das geht so nicht, wir müssen getrennte Wege gehen. Sie tut es zum Schutz der Kinder, sie tut es aus Verzweiflung und sicher nicht aus einer Laune heraus. Aber es sind, zumindest in meinem Bekanntenkreis, ausschliesslich die Frauen gewesen, die ihre Ehemänner verlassen haben. Nicht eine, die ich kenne, wurde von einem fiesen Ehemann verlassen. Es war andersherum: Sie verliessen fiese Ehemänner. Betrügende, trinkende, lieblose, schlagende, spielsüchtige oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehemänner ohne jegliche Problemeinsicht.

Ich kenne, und das ist wirklich komplett gegen das Klischee, nicht eine einzige Alleinerziehende, deren Ehemann sie für eine Jüngere verliess. Ehemänner sind träge Masse, die bleiben lieber bei ihrer Frau, selbst wenn sie vielleicht nicht gelesen haben, dass verheiratete Männer im Schnitt zwei Jahre länger leben als unverheiratete. Während für Frauen die Ehe die Lebenszeit um ziemlich genau diese Dauer verkürzt.

Wieso, frage ich mich, soll eine Frau dafür verurteilt werden, dass sie sich und die Kinder in Sicherheit bringt? Weil das in der Vorstellungswelt der glücklich Verheirateten nicht vorkommen darf? Und dann muss man diese Frau, die ihr Bestes tut, damit die Kinder glücklich aufwachsen, auch noch mit unausgesprochenen Vorwürfen und Getuschel hinter ihrem Rücken strafen? Da ist es mir lieber, wenn die Leute offen auf mich zukommen und mir sagen, dass sie denken, ich hätte Mist gebaut. Dann kann ich wenigstens antworten. Und vielleicht das Bild der Alleinerziehenden ein bisschen gerade rücken.

Und überhaupt, Konfliktmanagement. Gut, bei der Auswahl des Partners war sehr wahrscheinlich Chemie im Spiel, da ist frau umnebelt und nicht ganz zurechnungsfähig, genauso wie der Mann. Aber das Konfliktmanagement, das kann ja wohl kaum das Ressort der Frau sein? Wie lange, überlege ich gerade, habe ich genau das getan, Konflikte aus dem Weg geräumt, für gute Stimmung gesorgt (oft genug unter Körpereinsatz, was mich heftig reut), den Hausfrieden gewahrt? Viel zu lange, viel zu oft. Das war der Fehler. Aber wenn ich das und so deutlich denjenigen gegenüber äussere, die mich dafür angreifen, dass ich den falschen Mann ausgewählt und obendrein die falschen Kinder bekommen hätte, dann schweigen sie. Es muss doch irgendwie die Schuld der Frau sein.

Nicht einmal habe ich erlebt, dass ein getrennt lebender Vater vorwurfsvoll gefragt wurde, was denn schiefgelaufen sei in der Ehe. Eher werden sie bedauert, diese Exemplare. Dass sie nun den Alltag ohne ihre Kinder erleben müssen, sie schrecklich vermissen und auch so furchtbar viel zahlen. Als ob das ein Gesetz wäre. Niemand muss den Kontakt zu seinen Kindern verlieren nach der Trennung. Das Vermissen ist gegenseitig. Und zahlen müssen alle, besonders aber die Alleinerziehende, die weniger Zeit hat als andere, weniger Geld und viel mehr Arbeit mit den Kindern und gleichzeitig fast keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Ihr solltet euch schämen, ihr Leute mit dem Klischee im Kopf, wir hätten die falschen Kinder mit den falschen Männern bekommen – und das sei alles unsere Schuld. Aber lieber beschämt ihr uns. Und die Kinder gleich mit. Die Versager, das seid ihr. Ihr versagt uns Solidarität und Anerkennung. Weil es so schön bequem ist zu glauben, es sei alles die Schuld der Frau. Die habe schliesslich die Familie zusammenzuhalten. Und genau da ist der Denkfehler. Familie, das ist Aufgabe aller Angehörigen. Sogar wenn sich die Familie auflöst oder neu strukturiert. Nein, gerade dann. Denkt mal darüber nach.

Christine Finke im Hof*Christine Finke bloggt als „Mama arbeitet“ und lebt mit ihren drei Kindern (6, 9 und 15) allein. Sie ist Kinderbuchtexterin, Autorin und Stadträtin in Konstanz.

191 Kommentare zu «Alleinerziehend, weil die Frau versagt hat?»

  • Georg sagt:

    Wenn ich gewisse Kommentare von gewissen Männchen lese, begreife ich gewisse Weibchen, dass sie von solchen so genannten Männchen nichts mehr wissen wollen: Welche Frau bleibt denn freiwillig bei einer Heulsuse von Buben, einem Jammerlappen, einem Schwächling, der ständig den Schwanz einzieht und sich vor einer Auseinandersetzugn mit der jämmerlichen Ausflucht drückt, er wolle ja nur das Beste für das Kind…. Ha! – PS. Nein, beruhigen Sie sich. Das ist kein Aufruf für dumpfe Machogewalt.

  • Alder sagt:

    Wozu eigentlich noch heiraten? Beim derzeit geltenden Eherecht kann es im Regelfall nur eines geben: nicht heiraten. Denn jeder Partner kann jederzeit die Ehe verlassen. Einen Grund braucht es dazu nicht. In der Regel tun dies, wie der Artikel zutreffend aufzeigt, die Frauen. Bis anhin musste, ob Gütertrennung oder nicht, die Hälfte der zweiten Säule an die Ehefrau und umgekehrt gehen. Neu können die Frauen auch hier mehr als die Hälfte abräumen. Die Gesetzesänderung tritt demnächst in Kraft. Wenn ein Mann heiratet, was kann man da noch tun? Der KESB anrufen, damit sie Massnahmen einleitet, um dies zu verhindern? Wird nichts nützen, denn die KESB lebt und wächst nur dank Problemfällen. Eine Ehevertrag schützt güterrechtlich nur schwach. Der wichtigeste Schutz, um finanziell nicht ruiniert zu werden, ist die Nichtheirat. Es lässt sich heute jedenfalls kein Grund mehr nennen, um zu heiraten. Niemand weiss, wie die gesetzlichen REgeln im Laufe der Ehe geändert werden. Das Bundesgericht hat in seiner unerschöpflichen Weisheit, wobei niemand weiss, woher es diese hat, neuerdings entschieden, dass das gemeinesame Sorgerecht ohne weiteres von der Ehefrau unterminiert werden kann. Im Blog ist die Frage nicht beantwortet: Wozu heiraten?

  • Heulsuse sagt:

    Alleinerziehend, weil die Frau versagt hat? Bei mir voll und ganz! Aber nicht im geschilderten Sinne des Textes. Heute bin ich als Mann die rare Spezies des alleinerziehenden Vaters dreier Jugendlicher. Und das bereits seit einigen Jahren. Und das auch, weil die Frau versagt hat, und zwar auf ganzer Linie. Am Scheitern der Ehe sind natürlich wir beide gleichenmassen Schuld. Aber der Rest?…mein lieber Herr Gesangverein. Dafür reicht hier der Platz leider nicht. Aber es steht völlig im Gegensatz zum obigen Text

  • Kiri sagt:

    Die Weisheit, das Menschen sich nicht ändern ist so alt wie der Mensch. Die Frage ist nicht warum man den trinkenden, betrügenden Mann am Schluss nicht mehr wil, sondern warum man ihn denn wollte. Die richtige Auslese ist bei Trauben und Männern das Wichtigste wenn man am Schluss reinen Wein will und nicht saure Töpfe.
    Anbei ist das Angebot genau der selben Frauen Frauen auf paarship und elitepartner so gross, dass sich dieselben Idioten nach der Scheidung problemlos auch wieder bedienen können nur dann ohne Verantwortung und Alimente.

  • Sportpapi sagt:

    Einmal mehr bedaure ich es, dass eine Blo g-Auto rin nicht mitdiskut iert, wenn sie doch schon die Komme ntare verfolgt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sportpapi

      was gibt Ihnen Anlass zur Vermutung dass sie (wenigstens) am mitlesen ist?

      Da hätten wir doch immerhin die Hoffnung dass auch was hängenbleiben könnte…

      • Sportpapi sagt:

        Dsa habe ich gesehen, als ich über ihre Homepage auch auf dem FB-Profil gelandet bin.

      • Brunhild Steiner sagt:

        interessant, nun stehen die Chancen wohl 50 zu 50 dass der Verlauf als Anlass zu einem weiteren Ar tikel, mit Schwerpunkt es habe sich immer noch gar nichts geändert, genommen wird-

        oder im besseren Fall vielleicht das Eine und Andere überdacht wird. Persönlich hoffe ich auf Letzeres…

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich da die Rückmeldungen so lese, dann zweifle ich. Da ist viel Zustimmung aus dem Fankreis.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        hm, bleibt wohl nichts anderes übrig als sich in Bescheidenheit zu üben und einfach dankbar zu sein, dass es den Fankreis (noch?) nicht hier reingeschwemmt hat…, schätzungsweise klang es bisschen nach „wehe wenn sie losgelassen…“?

  • Hans sagt:

    Hehehe, Klischees bekämpft man nicht, indem man noch mehr Klischees bemüht… dämlicher Artikel.
    „Niemand muss den Kontakt zu seinen Kindern verlieren nach der Trennung. “ Schön, schön, in ihrer Welt gibts wohl keine Mütter, die Kinder als Druckmittel benutzen mit dem Argument: „Wenn du nicht spurst, siehst du die Kinder nicht mehr!“ In meiner Bekanntschaft gibts zwei Fälle… Ponyhof!

  • fabian sagt:

    haha, da schimpft eine gegen „dumme Klischees“, um dann noch viel die dümmeren Klischees zu bemühen. Fiese Ehemänner und dergleichen. Ja, tut mir leid, aber das ist was vom dümmeren, das ich die letzte Zeit gelesen habe. Und ich bin mir einiges an femini stischem Schwac hsinn gewohnt.

  • Josef sagt:

    Jede Trennung hat ihre eigene Ursache. Bei mir war es die (noch) nicht diagnostizierte Borderline-Persönlichkeitsstörung meiner künftigen Ex-Frau. Auf diese Ursache kam ich erst, als ich meinem Psychiater das Herz ausschüttete. Und plötzlich machte Alles Sinn: Die Dramen und Tränen, die Geldverschwendung mit gleichzeitigem Vorwurf man sei selbst die Ursache für Geldsorgen, die sofortige und sinnlose Triebbefriedigung, das Durchsetzen und Verteidigen einer unnützen Weiterbildung, die permanente Leere und Trennungsangst, das Einfordern permanenter Liebesbeweise, die Erschöpfung nach der Rückkehr von Geschäftsreisen, die Emotionalität. Gestern noch der liebste Knuddelbär, das Goldlos, der perfekte Partner. Heute mit dem Spruch „wir sind zu verschieden“ zur Familienwohnung hinausgejagt, weil man den Wohnungsumbau der Frau besprechen wollte. Kein Alkohol, kein Seitensprung, keine Gewalt, keine Geldsorgen, keine Vernächlässigung. Pure Langeweile, und die Vergötterung der kürzlich geschiedenen besten alleinerziehenden Freundin, und der Hass auf ihren Exmann. Ihre Emotion hat sie nach Hause gebracht und auf mich projiziert, und nun bin ich der Bölimaa. Soviel zur These, dass alle alleinerziehenden Frauen sich selbst und ihre Kinder vor fiesen Ehemännern schützen wollen. Wer schützt meine Kinder jetzt vor dieser Frau?

    • Heinz Karrer sagt:

      Oje, ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen. War auch mal in einer solchen Beziehung. Ist der reinste Horrortrip und die erlebten Demütigungen wirken wohl ein Leben lang nach. Glücklicherweise war ich nicht verheiratet und konnte rechtzeitig die Notbremse ziehen.

  • ABC sagt:

    Diese Art der Argumentation mag ihre Berechtigung gehabt haben – ist aber mMn nicht mehr angebracht.
    Als frisch geschiedene eines gar nicht fiesen aber betrügenden Ehemannes, musste ich mich eher dafür rechtfertigen, dass ich auch mir einen Teil der Schuld zuschreibe, ihn nicht hasse und bei der Scheidung nicht ‚das Maximum‘ rausholen wollte sondern eine für alle – und vor allem das Kind – sinnvolle Lösung zu finden.

    Aber ich habe nicht jahrelang ausgeharrt und auf Besserung gehofft – darum hat sich wohl auch nicht so viel Frust und Enttäuschung angesammelt und ich fühlte mich nach kurzer Leidens – und Hoffenszeit wieder selbstbetimmt und -bestimmend.
    Vielleicht ist das der Erlebensunterschied und nicht die andere Generation.

    Das Schwarz-weissmalen war zum Aufbrechen der Strukturen wohl nötig. Bringt aber niemandem wirklich etwas – am wenigsten den Kindern.

    • Felix Stern sagt:

      Sie haben also nicht „das Maximum“ für sich heraus geholt? Das sagen alle. Wieso? Bei den Alimenten gibt es keine Grenzen. Egal, wo man sich einigt, die Frau hätte noch mehr haben können, wenn sie noch mehr gestritten hätte. Genau das hat ja das Bundesgericht vor kurzem festgehalten: wenn eine Frau nur hartnäckig genug streitet bekommt sie immer, was sie will.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @ABC: „Diese Art der Argumentation mag ihre Berechtigung gehabt haben – ist aber mMn nicht mehr angebracht….“Das Schwarz-weissmalen war zum Aufbrechen der Strukturen wohl nötig. Bringt aber niemandem wirklich etwas“
      Sehr gute Analyse. So kann/sollte man heute wirklich keinen Dialog mehr über Gleichberechtigung führen.

    • Sportpapi sagt:

      Ausharren und auf Besserung hoffen wäre hier ja typisch männlich – träge Masse halt…

      • ABC sagt:

        😉
        Ich wage die These, dass auch diese Aussage der ‚trägen Masse‘ aus einer ganz bestimmten Konstellation entstanden ist. Eine in der sich frau nicht selbstbestimmt fühlt und es je nach Gesellschaftsform auch nicht ist/war. Da passt sie sich an und ist unglücklich, während das dem Mann kaum bewusst ist und sich für ihn die Ehe als zumindest ok anfühlt.
        Ob er damit glücklich ist wage ich zu bezweifeln – aber das Motto mag sein: es ist halt wie es ist.

  • Hans-Jakob Hürlimann sagt:

    Hihi.. Schämen Sie sich mit ihren Klischees im Kopf!

    Offenbar verlassen Männer ihre fiesen, betrügenden, trinkenden, lieblosen, schlagenden, spielsüchtigen oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehefrauen ohne jegliche Problemeinsicht weniger häufig, nicht einmal für jüngere Klischeegeliebte.

    Seit wann ist eigentlich „träge Masse“ zu sein in einer Ehe nicht mehr wünschenswert?

    Auch die Lebenserwartung lässt sich doch ganz einfach (und ganz klischeehaft) erklären: Verheiratete Männer trinken & rauchen weniger, und ernähren sich gesünder – während verheiratete Frauen weniger Sport treiben und übergewichtiger sind (auch oder gerade weil sie nicht mehr fürchten verlassen zu werden.)

    Amüsant und sehr, sehr bezeichnend Frau Finke. Am meisten gelacht habe ich allerdings über das ‚denkt mal darüber nach‘, wirklich fabelhaft.

    • Erich Ed. Müller sagt:

      Leider haben Sie es verpasst, in die Moderne einzusteigen und pflegen immer noch das Bild der gütigen Mutter, liebenden Gattin usw. Der Vorwurf, Clichés zu kolportierne fällt somit an Sie zurück.
      Hingegen angesichts der Anzahl alleinerziehender Mütter, von eimem Cliché zu sprechen, ist schon etwas eigenartig. Dass die Mehrzahl der Männer, weder gewalttätig, noch kriminell onsder sonstwas hässliches ist, kann wohl nicht behauptet werden. Und mittlerweilen stellen sogar Fachleute – darunter durchaus auch Frauen – fest, dass der allgerösste Teil der Trennungen, die übrigens fast immer von der Frau ausgehehen, missbräuchlich ist und nicht selten eien egoistischen hintergrund aufweist.

      • lolarennt sagt:

        Wie kann denn eine Trennung missbräuchlich sein? Eine Trennung ist eine Entscheidung die jeder autonom treffen kann und darf. Und was heißt egoistisch? Ein Mensch, der aus einer nicht mehr beständigen Beziehung geht, sorgt letztlich gut für sich, das ist kein Egoismus, sondern Selbstfürsorge und Selbstschutz. Und Menschen mit Kindern trennen sich nicht leichtfertig, das ist ein Klischee. In meinem beruflichen und privaten Umfeld kenne ich niemanden, der ein Beziehungsende „gewürfelt“ hat. Es war immer ein langer Weg in die Partnerschaft wieder Ruhe und Liebe reinwachsen zu lassen. Und ein noch schmerzhafterer Prozess, das Beziehungsende anzuerkennen und zu durchleben. Und das sind keine schönen Lebensphasen, die jemand missbräuchlich oder egoistisch gewählt hat.

  • mboeni sagt:

    schade….. früher gab es Mütter…….. heute gibts nur noch Frauen und KIKAS Kinderabgabestellen; bin 59 Jahre und es tut wehh !

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Es gibt tatsächlich Frauen, die alleinerziehend sind weil sie versagt haben, häufig bei der Auswahl. Das sind dann meisten die Frauen, die im Fernsehen oder in Zeitschriften als arme Alleinerziehende dargestellt werden, dabei sind sie einfach dumm. Es gibt aber vermutlich ebenso viele, die haben eigentlich alles richtig gemacht bei der Auswahl und irgendwann ist dann trotzdem schiefgegangen, aber eben, das ist nur ein Teil.

  • Hafergrütze sagt:

    Also ich würde einem Vater, der sich beklagt, dass seine böse Frau ihn verlassen hat, oder wie schwierig es ist, sich mit der Ex auf einen Kinder-Besuchs-Plan zu einigen auch sagen, dass er sich halt die Falsche ausgesucht hat und Pech für ihn, und ich würde ihn auch unter Generalverdacht stellen, dass er irgendwas falsch gemacht hat…

    Bedauern würde ich einen Mann, der immer fleissig gearbeitet hätte, um die Famillie zu versorgen, während die Frau sich mit einem Anderen vergnügte. Oder einen, dem man ein Kind untergeschoben und dann wieder weggenommen hätte (so im Stil: übrigens, der Max ist gar nicht von dir und du wirst ihn nie wieder sehen. Oder einen, der immer fleissig im Haushalt geholfen hat, und den die Frau dann verlassen hat, weil sie ihn für einen Warmduscher hält.

    Nicht bedauern würde ich eine Frau, die mit der Samenbank ein Kind kriegt und sich dann beklagt, dass man es als alleinerziehende Mutter so wahnsinnig schwer hat. Oder eine, die ihren Mann aus nichtigen Gründen rausschmeisst und dieselbe Klage vorbringt. Oder eine, die sich (während der Ehe) einen anderen sucht und dann darüber aufregt, dass er als Stiefvater nicht nett zu ihren Kindern ist. Nicht bedauern würde ich eine Frau, die keine Kinder hat und sich scheiden lässt und keine Alimente kriegt.

    Bedauern würde ich eine Frau die betrogen wird (während sie selbst treu ist), insbesondere während der Schwangerschaft oder in der Erziehungsphase oder weil sie älter geworden ist. Ebenfalls bedauern würde ich eine Frau, die geschlagen oder ständig runtergemacht wird. Weniger bedauern würde ich eine Frau, die betrogen oder geschlagen wird und trotzdem bei ihrem Mann bleibt, und sich ständig beklagt.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Mir kommt dieser Beitrag nicht real vor. Welcher alleinerziehenden Mutter werden denn ständig nur Vorwürfe gemacht, dass sie versagt hat? Das kann doch pauschal nicht so gelten. Klar wurden auch mir Vorwürfe gemacht (vor allem von der Familie meines Ex-Ehemannes), aber doch nicht ausschliesslich, im Gegenteil: allen, denen ich auch nur einen Bruchteil von all den Vorkomnissen während meiner Beziehung erzählt haben, fanden, dass ich schon viel früher hätte gehen müssen. Sowieso: fiese Menschen gibt es auch in weiblicher Form.

  • Felix Stern sagt:

    „Dass sie nun den Alltag ohne ihre Kinder erleben müssen, sie schrecklich vermissen und auch so furchtbar viel zahlen. Als ob das ein Gesetz wäre. “ Genau das ist aber das Gesetz. Die Mutter bekommt das Sorgerecht, kann tun und lassen, was sie will und wird durch die Alimente vergoldet. Es sind die Mütter, die die Ehemänner sitzen lassen, weil es die Mütter sind, die durch die Alimete vergoldet werden und die Väter, die finanziell ruiniert werden. Das hat nichts mit Konfliktmanagement oder Trägheit zu tun. Deswegen haben die alleinerziehenden Mütter auch den schlechten Ruf, den sie verdienen.

    • Widerspenstige sagt:

      Ach, Sternchen ist wieder hier zum Lieblingsthema. Merken Sie es sich gut, was ich jetzt zum x-ten Mal Ihnen sage: VIEL ALIMENTE bezahlen nur gutverdienende Väter, die während einer Beziehung zu 100% ausser Haus Lohnempfänger waren. Hätten sie eine 80:40% oder gar 50:50% Aufteilung Lohnarbeit vs. Gratisarbeit gehabt während ihrer Beziehung, dann wären die Alimente tiefer. Also ganz einfache Rechnung und keine Verschwörung der Emanzen.

      Wichtig: Die Frau verliert ihren Anschluss an ihren Beruf, welcher natürlich kompensiert werden muss. Dasselbe gilt übrigens auch für Männer, die zu 50% Teilzeitarbeit mit 50% Gratisarbeit leisten. Die sind aber nach wie vor mit der Lupe zu suchen, Sternchen…

    • Felix Stern sagt:

      Selbst wenn die Frau während der Ehe nicht gearbeitet hat, gibt ihr das nicht den Anspruch, sich zu vergolden. Ungerecht ist ungerecht, auch wenn jemand viel verdient. Und zu guter letzt: vor unseren Gerichten spielt es keine Rolle, was sich während der Ehe abgespielt hat. Wenn die Frau sagt, sie kümmere sich jetzt um die Kinder und arbeite nicht weiter, dann kann sie die unbeschränkt Alimente einkassieren, bis der Exmann ausgeblutet ist. Das hat ja unser Bundesgericht eben einmal mehr festgehalten. Sie braucht nur eines dauerhaft zu tun: streiten.

  • Markus Schneider sagt:

    Drum merke: Nie und niemals ist die Ehefrau fies, im Zweifelsfall der Ehemann aber jederzeit. Und ja – sehr wohl ist es eine der Hauptaufgaben zukünftiger Ehepartner (also einschliesslich der weiblichen), den Wert ihres Gatten richtig einzuschätzen. Genau dafür und nur dafür gibt es diesen Vertrag nnamens „Ehe“, den der Staat und sogar die Kirche begünstigen. So gesehen interessiert mich die Meinung dieser Frau Finke eigentlich überhaupt nicht.

  • Reto Stadelman sagt:

    Gerne schreibe ich eine Replik. Sofern eine ehrliche Antwort von Ihnen überhaupt gewünscht wird.
    „Nicht eine, die ich kenne, wurde von einem fiesen Ehemann verlassen. Es war andersherum: Sie verliessen fiese Ehemänner.“
    Hier liegt der Hund begraben. Egal wie sie den Satz umstellen, es ist immer der FIESE Ehemann. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage, ob auch die Dame des Hauses an einer Scheidung Schuld trägt, werfen sie gar nicht auf.
    „Das ist sowieso etwas, das in den Köpfen der meisten Leute gar nicht vorkommt, dass die Frau es ist, die sagt, mein Lieber, das geht so nicht, wir müssen getrennte Wege gehen.“
    Das scheint eine persönliche Erfahrung zu sein. Darf ich ganz ungeniert fragen, wie alt sie sind? Ich habe das Gefühl, dass das vor allem Damen über 40 so sehen. Ich nehme an, dass die Sichtweise damals tatsächlich noch so war. Bei den geschiedenen Paaren die ich kenne, war es aber immer die Frau die sich scheiden wollte. Ich habe also eine andere Sichtweise. Aus meiner Sicht sind es meistens Frauen die sich scheiden lassen. Die Gründe dafür, zumindest bei den wenigen Fällen bei denen ich diese kenne, sind meistens persönlicher Natur und nicht fiese Ehemänner. Man fühlt sich leer, denkt man hätte etwas verpasst oder glaubt sich am besten selber verwirklichen zu können ohne einen störenden Mann. Der Mann. Er ist natürlich schuld. Das man selber das eigene Glück nicht verfolgt hat, auf diesen Gedanken kommen einige Frauen gar nicht.
    Natürlich gibt es den notorischen Fremdgänger, Männer die ihre Frauen schlagen oder psychische Probleme haben. Kontrollfreaks und ähnliche Gestalten. Aber das andere gibt es eben auch. Ja es gibt sie, Frauen die versagt haben und darum geschieden sind. Ich behaupte: Es gibt sie genau so häufig wie umgekehrt.

    • Sisifee sagt:

      Das finde ich eine gute Replik. Danke. Denn gerade Frauen können absolut fies sein und – als Beispiel – die Opferrolle als Machtinstrument einsetzen. In einer Beziehung geht es immer um eine Dynamik zwischen zweien, die sehr ungut sein kann. Jeder kann nur versuchen, das beste daraus zu machen. Und das sollten wir auch, selbst wenn es Trennung bedeutet.

    • Felix Stern sagt:

      Eines haben Sie unterschlagen, Herr Stadelmann: wenn die Frau nicht fähig ist, die Beziehung aufrecht zu erhalten, hat der Vater keione Möglichkeiten. Als Vater kann man sich eine Scheidung nicht leiten. Die Mutter kann das jederzeit. Das ist der Grund, warum alle Scheidungen in der Schweiz von den Müttern ausgehen. Sonst gar nichts.

      Wenn keine Kinder im Spiel sind, sieht die Kiste etwas anders aus.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Felix Stern

        Ich weiss zwar nicht, was für Frauen Sie kennen, die mit Kinderalimenten und nachehelichem Unterhalt „vergoltet“ wurden, aber das trifft wohl auf die wenigsten geschiedenen Frauen zu. Trotz Alimentenschulden von ca 160’000.- sFr macht mein Exmann die Segelprüfung und nennt ein Jakuzzi im Garten sein Eigen, während meine Kinder an Weihnachten und Geburtstagen mir Almosen abgespeist werden und die Kinder nur etwa 4-5 Male im Jahr zu sich nimmt. Zudem muss ich befürchten, in meinem neuen Wohnkanton ab nächsten August für meine Kinder keine Alimentenbevorschussung mehr zu bekommen, da der Verdienst meines Partners dazugerechnet werden kann.

      • Felix Stern sagt:

        @Tamar: Sie haben einen Rechtsanspruch auf das Geld vor unserem Gesetz. Ihr Exmann, den Sie offenbar schon um über 150’000 CHF ausbluten lassen wollten, hat auf gar nichts einen Rechtsanspruch. Und wenn Sie in Ihrer unermesslichen Gier die Dinge zu weit treiben, dann wird er halt irgendwann nicht mehr mitmachen. Sie können vor Gericht ziehen. Er nicht.

        Versetzen Sie sich mal in seine Lage. Da soll er also in kürzester Zeit 150’000 CHF abdrücken, weil die Ex-Frau gierig ist. Er weiss, dass jeder Franken, den er auf der hohen Kante hat, weggenommen werden kann. Einen Segelschein kann ihm keiner wegnehmen und ein Jakuzzi auch nur schwer. Wenn Sie zu weit gehen, dann ist das die Reaktion.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Felix Stern

        in Ihrem Kampf lassen Sie sich manchmal zu unsäglichen Antworten, in totaler Verkennung von Lebenssituationen hinreissen, wo einfach entweder Mund halten, oder mal erst genauer nachfragen angesagt wäre!

        Sie fordern von uns dass wir zur Kenntnis nehmen sollten dass Frauen gierige, verantwortungslose etc usw Menschen sein können (etwas das ich im Übrigen noch nie bestritten habe), im Gegensatz wäre es mal dran dass es auch in Ihrem Bewusstsein Platz für die Anwesenheit von komplett selbstbezogene, verantwortungslose etc usw Männer gäbe.

        Ihre Antwort an Tamar empfinde ich als riesen Frechheit, sie schreibt hier schon sehr lange mit, ich empfinde ihre Aussagen als konstant und authentisch, und reihe mich absolut ein in die Schar derjeniger, welche sich wundern dass sie überhaupt so lange bei einem sehr üblen Spiel mitgemacht hat.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Felix Stern

        Die 160’000.- Alimentenschulden haben sich seit 2005 angesammelt, wo er aufgrund 1monatiger Arbeitslosigkeit fast ein Jahr lang keinen einzigen Rappen Kinderalimente „abgedrückt hat und sogar die Kinderzulagen für sich behalten hat. Und mich bezeichnen Sie als gierig? Sie verdrehen wohl gerne die Dinge so, wie Sie sie haben wollen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Brundhild Steiner

        Danke für Ihren immer währenden Rückhalt, welcher eine Seltenheit ist. Ich musste lernend, dass Ehrlichkeit nicht gerne gesehen wird, auch oder gerade hier im Blog.

  • desPudelsKern sagt:

    Liebe Schreiber, ich vermisse das Thema Sex in euren Beiträgen. Mann will, Frau nicht. Frau Finke hat es auch nur angedeutet. Aber darum geht es doch vielfach bei den Problemen einer Partnerschaft mit Kids. Nur offenbar getraut sich keiner darüber zu schreiben …

    • Alpöhi sagt:

      Guter Punkt. Jemand hat es weiter oben schon geschrieben: Wenn auch die Frau was abbekommt, dann ist sie auch zu haben für Sex. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

      Das stellt eine Frage an die Männer: Wieviel Gedanken ist es dir wert, dass deine Frau wirklich etwas davon hat?

      Und es stellt eine Frage an die Frauen: Wie ehrlich seid ihr zu euren Männern, wenn es um die Befriedigung (!) eures Bedürfnisses geht?

      • Of der Alm, da gibt’s koa Sünd!

      • Sportpapi sagt:

        @Alpöhi: Also sind auch dafür in erster Linie die Männer zuständig? Meiner Erfahrung entspricht dies jedenfalls nicht. Es gibt Frauen, die wollen einfach nicht, oder nicht so viel, ganz unabhängig von den Bemühungen und Künsten ihrer Partner. Und sie sind gerade dann auch nicht unbedingt offen für neue Wege, da sie ja damit gar nicht unbedingt ein Problem haben.

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens könnten Sie sich heute beim Blick gerade dazu beraten lassen…

      • Jürg. sagt:

        wieviel Wahrheit erträgt ein Mann?

      • Alpöhi sagt:

        SP: Sagen wir so: Wenn es nicht Selbstbefriedigung sein soll, dann ist der Partner bzw. die Partnerin zuständig. Es bedarf aber – wie Jürg andeutet – dass die Partner einander die Wahrheit zumuten bzw. aushalten. Und dann miteinander ihren eigenen Weg durchs „Bett“ suchen, jenseits der Stereotypen. Dann lässt sich ein Weg finden.

      • Alpöhi sagt:

        …die Wahrheit zumuten bzw. aushalten – und zwar ausgerechnet da, wo wir am verletzlichsten sind. Setzt natürlich entsprechend Fingerspitzengefühl voraus.

    • Widerspenstige sagt:

      Von ‚….offenbar getraut sich keiner darüber zu schreiben…‘ ist in diesem Mamablog weniger die Rede, sondern von der Aufnahmenfähigkeit und Umsetzungswille im eigenen Leben der Lesenden. Es wurde darüber schon hitzig diskutiert und kein Blatt vor den Mund genommen. Aber man sollte halt immer wieder hier vorbei schauen und dann wird man fündig, alles klar desPudelsKern?

  • Danny sagt:

    Es geht auch umgekehrt.
    Mann trennt sich von seiner prügelnden, trinkenden medikamenten- abhängigen therapie-resistenten Frau und bleibt als alleinerziehender mit drei Kindern zurück. Und jetzt? Auch der Mann musste eine Lösung finden und die Doppelrolle übernehmen.
    Auch kenne ich einige Paare wo dann die Frau den Bad Guy oder den „Exoten“ aus den Ferien in Tunesien lieber mochte und den Familienvater vor die Tür setzte. Das Gejammere von denen ging dann los, als der Bad Guy auch tatsächlich bad wurde und sich das inzwischen aus „Liebe“ geheiratete Tuensienabenteuer als schlagender Alleinherrscher der sich aber alles erlauben kann entpuppte.

  • Anna Meier sagt:

    Ach Quatsch. Das Umfeld reflektiert in der Regel, was man selber ausstrahlt. Reagiert das Umfeld nicht wie gewünscht, dann liegt das in der Regel nicht „am Umfeld“ sondern an dem, was man selber ausstrahlt. Strahlt man Frust aus, wird das Umfeld auch davon ausgehen, dass man gefrustet ist und dann eben solche Schlüsse wie oben beschrieben ziehen, strahlt man hingegen Lebensfreude und Gelassenheit aus, dann wird das meist durch positive Rückmeldungen honoriert. Wie man sich fühlen möchte und was ausgestrahlt wird, kann jeder Mensch mit ein bisschen Übung selber entscheiden. Also, nicht immer die Schuld bei allen anderen suchen – das hat sich nämlich noch nie ausbezahlt 😀

    • Reincarnation of XY sagt:

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf Anna Meier, genau darum geht es.
      Die Gesellschaft gibt gar nicht immer der Frau schuld. Einzelne wohl schon, genauso wie es einzelne gibt, die immer den Männern die Schuld geben. Aber diese verstörten Individuen nimmt man doch nicht ernst.
      Aber das Umfeld widerspiegelt unsere eigene Ausstrahlung. Zudem nehmen wir diese Widerspiegelung noch sehr subjektiv wahr. Oftmals denkt das Umfeld gar nicht das über uns, was wir meinen, dass es denkt.
      Wer sich von allen verurteilt fühlt, verurteilt sich letztlich selbst.

      • Anna Meier sagt:

        Genau, danke für die Präzisierung. Es ist doch wie bei den Singlefrauen ü30. Es gibt diejenigen, die auf die Frage, wie der Beziehungsstatus ist sagen „ich bin leider (!!) single“, meist kombiniert mit einem mitleidsheischenden Blick und traurigem Schulterzucken und sich anschliessend darüber beschweren, dass die Gesellschaft Singlefrauen ü30 verurteilt, weil sie es „nicht geschafft haben einen Mann zu angeln“. Dabei projiziert das Gegenüber ja lediglich das eigene Selbstmitleid zurück. Dann gibt es die ü30 Singlefrauen, die „trotz“ fehlendem Mann Zufriedenheit und Glück ausstrahlen und beim Gegenüber positive Reaktionen auslösen. Dieses Beispiel kann man auf so ziemlich alles ummünzen wo man der Meinung ist, dass die Gesellschaft eine bestimmte Meinungen hat.

    • Sisifee sagt:

      Sie haben Recht. Aber so einfach, wie sie das beschreiben, ist es nicht für alle, Lebensfreude und Gelassenheit auszustrahlen, und es funktioniert auch nicht in allen Lebensphasen. Denken Sie, wer keine Lebensfreude ausstrahlt, hat negative Rückmeldungen verdient? Erst recht brauchen diese Menschen doch Zuspruch und POSITIVE Rückmeldungen!

  • vaterunser sagt:

    Ich muss zugeben: ich fühle mich ganz klar immer noch als Opfer eines mutterbegünstigenden Unterhalts- und Scheidungsrechts. Ich war naiv, es nicht gut genug zu kennen, bevor ich Vater wurde.

    Mein Eindruck nach 2-jährigem Kampf um einen alltäglichen Umgang mit meinem Kleinkind und nach regem Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen und Männern mit Kind: Frauen haben im Familiensetting eindeutig zu viel Macht: Fühlen sie sich ungeliebt, eingeengt, leer und perspektivenlos, ist für sie die Trennungsoption viel zu attraktiv. Umso mehr, als sie bisher von Kleinkinderbetreuungsgeldern in den ersten 2 Lebensjahren ja fast besser weiterleben konnten, einfach ohne „störenden“ Mann.

    Zum Glück werden nächstes Jahr teilweise diese Kleinkinderbetreuungsgelder nicht mehr beziehbar, da wurde viel Missbrauch betrieben.

    Dass Trennungen zu 80% von den Frauen initiiert werden, bestätigt meinen Eindruck. Ehrlich gesagt würde ich den Bettel auch viel schneller hinwerfen, wenn ich eine Frau wäre. Die Frau hätte dann wieder etwas Drama, das sie mit ihren Kolleginnen besprechen kann und dem waschlappigen Mann konnte sie auch grad noch eins auswischen.

    Ändert ändlich dieses völlig bescheurte Gesetz, den Kindern zu liebe.

  • Lala sagt:

    Wow… Wurde das in den 60er Jahren geschrieben und jetzt wieder hervorgekramt oder hat da jemand einfach die letzten 40-50 Jahre verpasst?

    • Anh Toàn sagt:

      Ist echt so: Gemäss dem Text werden Frauen entweder von miesen Männern verlassen oder sie verlassen fiese Männer.

      Gibt es fiese Frauen auf dieser Welt? Oder ist das Adjektiv „fies“ lediglich geeignet, Männer zu beschreiben?

      Am Schluss wird dann noch gesagt von alle hätten Verantwortung für die Familie und insgesamt unterstellt, dass Männer sich dieser Verantwortung entziehen.

  • Chris H. sagt:

    ich bin durchaus einverstanden, dass die Schuld nicht immer bei der Frau zu suchen ist. Aber es gibt bestimmt auch Fälle, wo der Mann kein Säufer, Zocker, Prügler oder konfliktunfähig ist. Manchmal passt es einfach nicht. Dass der Mann seine Frau nicht unbedingt freiwillig verlässt, ist aufgrund unseres Scheidungsgesetzes nicht verwunderlich. In vielen Fällen führt dies zum finanziellen Ruin. Vielleicht sollten sich die Paar wirklich besser kennenlernen, bevor man Kinder in die Welt setzt. Dann kommt noch hinzu, und das kenne ich aus eigener Erfahrung, dass viele Frauen aus lauter Kinderwunsch, halt den Typen auswählen, der am schnellsten „ja“ zum Kinderwunsch sagt. Das Kind soll das Resultat einer guten, funktionierenden Beziehung sein und nicht Mittel zum Zweck werden. Sonst geht die Sache meistens in die Hosen.

  • Widerspenstige sagt:

    ‚…Wieso, frage ich mich, soll eine Frau dafür verurteilt werden, dass sie sich und die Kinder in Sicherheit bringt? Weil das in der Vorstellungswelt der glücklich Verheirateten nicht vorkommen darf?….‘

    Ja, liebe Frau Finke, was nicht sein darf, ist nicht. Sie haben da wohl etwas Essentielles in unserer Gesellschaft missverstanden: Frauen wird weltweit der versöhnende Part innerhalb einer Familie zugeordnet. Gibt es Streit wegen irgendetwas zwischen den Kindern, dann sollte sie verständnisvoll schlichten und vorallem mit gutem Beispiel das vorleben. Gibt es Streit zwischen Mama und Papa, dann muss sie ein Auge zudrücken können und nachgeben. Das trägt zu einem harmonischen Familienbild nach aussen bei. Die Fenster sind präventiv zu schliessen, wenn harte Wortgefechte sich anbahnen, denn die Nachbarn sollen ja nichts oder kaum etwas mitbekommen davon. Die Kinder sollen subito in ihre Zimmer geschickt werden oder man verlegt so ein Streitgespräch in Zeiten, wo sie ausser Haus sind. Das geht niemand etwas an, verstehen Sie das denn nicht als öffentlich tätige Frau und Mutter? Bitte mässigen Sie sich etwas und schreiben Sie vorallem nicht Privates öffentlich in Blogs von der Seele. Das geziemt sich einfach nicht. Schweigen Sie besser und machen Sie es wie die meisten Männer, die verlassene Väter geworden sind: fühlen Sie sich keineswegs betroffen und weisen Sie sämtliche(!) Schuldzuweisungen wegen möglichen Versagens weit von sich. Das gibt Ihnen mehr Zustimmung und vorallem, mehr Unterstützung. Merken Sie den Unterschied? *mit einem Augenzwinkern geschrieben

    • Christoph Bögli sagt:

      Also ich weiss ja nicht, von welcher „Gesellschaft“ Sie da sprechen, aber in meiner wird nichts derartiges zugeordnet. Sondern da ist klar, dass auch Frauen gleichberechtigt für ihre Anliegen eintreten sollen. Und bei unzumutbarem, gar gewalttätigem Verhalten des Mannes diesen nicht nur verlassen dürfen, sondern sollen. Vielleicht ist das ja eine Generations- oder Regionsfrage, aber dieses Bild der duckmäuserisch-braven Ehefrau, die für den guten Ruf der Familie (im erzkatholischen Bauerndorf?) unten durch muss, wirkt doch sehr angestaubt auf mich. Ich bin sogar geneigt zu sagen: Sehr klischeehaft.

      Im übrigen ist es immer wieder interessant und auch amüsant zu sehen, wie sehr sich die sexistisch umwehte Opfer-Rhetorik bei gewissen Frauen- wie Männer-Gruppen gleichen, halt nur mit umgedrehten Vorzeichen. Die „Männerrechtler“ produzieren ja ähnlich schwarz-weisses Gejammer vom armen Mann, der nur schweigen, zahlen und schlucken muss und selbst dann noch eins auf die Kappe kriegt. Was ja herrlich ironisch ist, weil gerade man gerade bei der Betonung vermeintlicher Unterscheidung zeigt, wie gleich Frauen und Männer doch letztlich sind. Im Jammern über Klischees einträchtig vereint, gewissermassen..

      • Widerspenstige sagt:

        Christoph, Sie scheinen mit Scheuklappen ‚gesegnet‘ durch die engen Gassen Helvetiens zu schlendern und von nichts diesbezüglich etwas mitzubekommen. Aber trösten Sie sich: Sie sind damit in bester Gesellschaft unterwegs. Anders kann ich mir Ihre Sätze und solche Wahlausgänge wie vergangenen Sonntag nicht erklären.

        Was denken Sie sich zum Beispiel, wenn wieder mal in den Medien Schreckliches über ein sog. Familiendrama steht? Ach, das ist halt einfach passiert wie ein Unfall auf der Autobahn, wo im Radio täglich zur vollen Stunde, kurz vor den bad news versteht sich, noch der Strassenzustand/ Unfallmeldung durchgegeben wird. Lästig zwar, aber Hauptsache, der Verkehr soll raschmöglichst wieder flüssig und vorallem ungestört bleiben. Es gab zwar Tote an der Unfallstelle und es gab zuviele Gaffer, aber sonst nichts von Belang im eigenen Leben passiert. So what?!

    • Sportpapi sagt:

      Tja, es ist kein Beitrag sexistisch genug, dass die WS nicht doch immer noch das Gefühl hätte, das sei absolut angemessen.

      • Stranger sagt:

        Nicht auf die Person schiessen, SP, bitte, das ist meistens eher kontraproduktiv.

        WS sieht die Welt halt durch ihre Brille, und die verzerrt die Realität ziemlich (zumindest finden das die meisten anderen). Sie ist aber sicher eine flotte Person. Wie es weiland auch Pippi Langstrumpf war.

      • Sportpapi sagt:

        Und das ist jetzt weniger auf die Person geschossen, Stranger?

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpaps, siehe mein post an Christoph, der auch für Dich passend ist.

        Stranger, meine Sicht der Dinge ist geprägt von Lebensberichten von betroffenen Frauen und das verzerrte Bild mache ich mit zunehmender Besorgnis hier wie dort aus. Ja, wo ist eigentlich Pippi Langstrumpf verblieben? Falls sie hier wieder mal mitliest: lass was von Dir hören, ok?

      • Stranger sagt:

        Ich hätte auch nichts dagegen. Sie ist Bernerin, ob sie noch dort wohnt, weiss nicht.

  • Enttäuschte Leserin sagt:

    Mich dünkt dieser Artikel sehr undifferenziert. Doch, es gibt sie, die Männer, die ihre Ehefrauen verlassen (auch wenn die Autorin per Zufall gerade keinen kennt). Es gibt Frauen, die ihre Ehemänner verlassen. Eventuell für einen jüngeren Partner/eine jüngere Partnerin. Oder eine(n) ältere(n). Oder es hat gar nichts mit einer anderen Person zu tun. Ob der Partner, der geht, deswegen „Schuld“ am Ende der Ehe ist, mag ich zu bezweifeln. Es hat einfach nicht funktioniert. Zumeist werden wohl beide Partner Fehler gemacht haben. Ich denke, es sind immer beide – oder keiner- schuldig. Was mich stört, ist dieser aufhetzende Ton „Frauen gegen Männer“ sowohl im Artikel wie auch in den Kommentaren. Ich habe, als ich den Titel des Artikels gelesen habe, mehr erwartet.

    • Juerg. sagt:

      ein Elternblog wäre schön, alleinerziehende Väter kein Thema, zelebriert werden alte Rollenvorstellung, schöne konservative Welt!

    • Chris H. sagt:

      Danke für diese Zeilen! Ich sehe das genau so. Und noch schlimmer: So viele Frauen sehen sich dauernd in der Opferrolle. Immer sind es die Männer oder die ungerechte Gesellschaft, die es schlecht mit ihnen meint. Das mag in vielen Dingen ja auch stimmen, aber es wird gerne auch als Ausrede benutzt, wenn es nicht so läuft (sei das im Beruf oder in der Partnerschaft, wie man sich das vorgestellt hat.

    • Felix Stern sagt:

      Aber egal, wer „schuld“ ist: imi Scheidungsfall wird die Mutter vergoldet und der Vater ausgenommen. Und das ist falsch und gehört korrigiert.

  • Sisifee sagt:

    Ach Ihr Besserwisser! Ich habe den mitfühlendsten, loyalsten Mann geheiratet, den es gibt. Ich war alt genug, um einordnen zu können, welche Knackpunkte mich erwarten könnten und hatte genug Selbstkenntnisse, um zu wissen, worauf ich achten muss. Mein Mann hatte ein Burnout nur wenige Monate nach der Geburt, und es ist alles ganz anders gekommen als gedacht. In einer Phase, in der Paare sich neu organisieren, musste ich übernehmen, was ich konnte. Nach 5 Jahren ging es langsam in gleichberechtigteren Bahnen, mit sehr guten Phasen zwischendurch, wo alles überstanden zu sein schien. Noch heute, zehn Jahre später, kämpfe ich immer wieder in Phasen, in denen mein Mann energielos ist und sich zu Hause „ausklinkt“. Da ich auch 50% arbeite und wir mittlerweile drei Kinder haben, muss ich auch schauen, wo ich bleibe mit meiner Energie, und nicht immer ist es mir klar, ob ich es schaffe, mit meinem Mann, den ich nach wie vor liebe, alt zu werden. Einfach, weil es in schlechten Zeiten fast über meine / unsere Kräfte geht. Was will man uns vorwerfen?

    • Reisende sagt:

      Ich kann das gut verstehen. Das kann passieren und keiner hat es vergurkt oder böse gemeint. Verurteilung des jenigen, der sich trennt (ob man oder frau) sollte sehr mit Vorsicht genossen werden. Selbst wenn sich jemand in jemand anderes verliebt würde ich heute in der aufgeklärten Gesellschaft sagen: shit, but it happens. Wichtig ist doch nur einzig, wie erwachsen gehen die Eltern nachher damit um, damit den Kindern der Zugang zu beiden Eltern gewährt bleibt. Und überhaupt, jede Beurteilung von Aussenstehenden wie eine Partnerschaft zu handhaben gewesen wäre ist einfach nur anmassend.
      Den Artikel finde ich daher gut, aber schade, dass er doch verallgemeinert und deutlich den Fall ausschliesst, dass auch man durchaus mal von Frau verarscht werden kann, unter der Trennung leidet und sich auch noch solche Sprüche anhören muss. Aber das gibt es auch und es tut diesen Männern genauso weh.

      • Sisifee sagt:

        Verurteilungen sind grundsätzlich fehl am Platz, in der Regel sind beim Scheitern von Beziehungen Dynamiken von Ursachen und Wirkungen im Gange, die das Fassungsvermögen des einzelnen (geschweige denn des Umfeldes) übersteigen. Darauf zielt der Artikel meiner Meinung nach ab.

        Oh ja, ich weiss, dass Frauen ihre Männer durchaus verarschen können und ich kenne genügend Beispiele, da wird der Mann richtiggehend über den Tisch gezogen – oder Frauen inszenieren sich als Opfer und wickeln den Konflikt mit dem Mann über die Kinder ab, dabei hätten sie durchaus eine Mitverantwortung. Das geht meiner Meinung nach gar nicht. Aber auch diesen Familien ist nicht geholfen, wenn sie, statt wohlwollend unterstützt, verurteilt werden.

      • Bohne sagt:

        Gut geschrieben!

    • Carolina sagt:

      Warum sollten Sie sich Vorwürfe machen? Warum sollten Sie Vorwürfe anderer überhaupt registrieren? Diese ‚Vorwürfe‘, negativen Kommentare etc kämen auch, wenn Sie alles ganz anders machen würden. Wir (vor allem) Frauen müssen dringendst lernen, uns nicht immer wieder diese Opferrolle anzuziehen; uns mal kurz mit den Augen gutwilliger Freunde anzusehen und uns zuzugestehen, dass wir Dinge gut und richtig und nach bestem Wissen und Gewissen machen; vermeintliche Erwartungen anderer an uns auch mal in die Tonne treten dürfen und dafür (falsche) Erwartungen unsererseits an andere erkennen. Und uns nicht daran messen, was andere sagen, sondern daran, wie wir mit den Tiefen in unseren Leben umgehen; wie wir Probleme lösen, Krisen meistern. In Ihrem Fall: wie Sie eine Partnerschaft aufrechterhalten, weil Sie sie ‚für gute und für schlechte Zeiten‘ eingegangen sind.

    • Christoph Bögli sagt:

      Kein Vorwurf, aber eine ernsthafte Frage, die man sich da unweigerlich stellen muss: Wieso um Himmels Willen stellt man sich drei Kinder hin, wenn bereits mit dem ersten klar geworden sein sollte, dass die Kombination aus Kind, labilem nicht belastbarem Vater, und Arbeit eine enorme Herausforderung darstellt? Respektive wieso beschwert man sich dann hinterher über die Konsequenzen, wenn man verdreifacht was offenbar schon alleine schwierig war? Solche Geschichten erwecken immer ein wenig den Eindruck als würden Kinder einfach in einer kurzen Hochphase ziemlich gedankenlos oder als Beziehungskitt gezeugt..

      • Sisifee sagt:

        @Christoph Bögli: Und schon wieder so ein Urteil, das ja gerade den Kritikpunkt des Artikels bestätigt – leider. Mein Mann ist nicht als labil zu bezeichnen, und ich beschwere mich nicht über die Konsequenzen, sondern trage sie nach bestem Wissen und Gewissen. In Ihrer Frage, Herr Bögli, steckt der Vorwurf der Gedankenlosigkeit.
        Gerne beantworte ich den „Frageanteil“ ihres Posts: Das dritte Kind war eine sehr bewusst gefällte Entscheidung unter Einbezug beratender Personen. Dieses dritte Kind wurde nicht als Beziehungskitt gezeugt, sondern bringt uns unendlich viel Freude, natürlich auch Anstrengung. Aber: Sollten wir es nicht schaffen, dann nicht wegen der Anzahl Kinder, sondern weil wir es eben als Familie bzw. als Paar nicht schaffen. Die Anzahl Kinder ist in sich stimmig.

        Das Burnout – nicht gleichzusetzen mit einer psychischen Erkrankung – entstand nicht wegen der Kinder, für die mein Mann über alle Hochs und Tiefs hinweg präsent war und die ihm sehr viel geben, sondern wegen der Jobsituation. Wäre es denn richtiger gewesen, auf ein drittes Kind zu verzichten, das sich beide wünschten, im während mehreren Jahren erworbenen Wissen um die möglichen Konsequenzen? Weiss man den immer so genau, unter welchen Umständen man es schaffen wird und unter welchen nicht? Wissen Sie denn schon jetzt, wo Sie in 5 Jahren stehen werden? So einfach, wie sie postulieren, ist das doch nicht.

        Ich stehe zu meinen Entscheidungen, zu meinem Mann, zu unserer manchmal sehr schwierigen (weil phasenweise „energiemässig“ einseitigen) Beziehung, bei der ich mich manchmal frage, ob es irgendwann besser sein wird, wenn jeder für sich selbst schaut. Aber ich wehre mich gegen Leute, die für sich das Recht der Verurteilens und des Austeilens in Anspruch nehmen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sisifee: Wie gesagt, mir ging es nicht ums „verurteilen“, sondern die Frage ergab sich aus der ursprünglichen Darstellung des Sachverhalts. Dort schreiben Sie ja, dass sich der Mann immer wieder phasenweise zu Hause „ausklinkt“, was impliziert, dass er zumindest dann punkto Kinder und Haushalt eben gerade nicht sehr „präsent“ ist. Aber vielleicht war das nur missverständlich formuliert.

        Ansonsten möchte ich halt nur festhalten, dass man zu sich selbst schauen und eben gerade auch seine Grenzen kennen muss. Arbeit, Kinder, Privatleben, etc. alles braucht halt seine Energie und Zeit, darum muss man sich auch nicht wundern, dass er hart wird, wenn man da alles maximal zu betreiben versucht..

    • Malena Garcia sagt:

      Burnout (=Depression) als Trennungsgrund: ja, stell ich mir sehr belastend vor. Und wie bei anderen Trennungsgründen (Fremdgehen, Desinteresse, Lügen etc.etc.) sind Pauschalurteile fehl am Platz, die spezifische Situation ist immer einzigartig und kompliziert. Grundsätzlich sollte aber beiden Geschlechtern dasselbe Recht auf Schwäche zustehen. D.h. wenn Depression ein legitimer Grund ist einen Mann zu verlassen, sollte dies auch umgekehrt gelten (tut es aber nicht: ein Mann der eine depressive Frau verlässt ist der letzte A****). Ich danke jedenfalls den Männern in meinem Leben für ihre „Trägheit“ und Tragfähigkeit und glaube, dass es für uns ziemlich viel ungemütlicher wird, wenn die Männer beginnen uns gleich kritisch zu beurteilen und abzuurteilen wie wir sie.

      • Sportpapi sagt:

        „Ich danke jedenfalls den Männern in meinem Leben für ihre „Trägheit“ und Tragfähigkeit und glaube, dass es für uns ziemlich viel ungemütlicher wird, wenn die Männer beginnen uns gleich kritisch zu beurteilen und abzuurteilen wie wir sie.“ Danke Malena. Diese „Trägheit“ (Männer würden wohl eher von einer gewissen Toleranz und Gelassenheit sprechen) ist ja nicht nur negativ zu bewerten.

      • Sportpapi sagt:

        Nachtrag: Sie schreiben übrigens klipp und klar von Depression, während Sisifee wert darauf legt, dass dies auf keinen Fall eine psychische Erkrankung sei.

      • Widerspenstige sagt:

        Malena, diese Meinung teile ich gerne und auch dass es sehr ungemütlich werden kann für gewisse Frauen. Sie sollten wirklich besser öfters schweigen, wo es um Nebensächlichkeiten geht innerhalb ihrer eigenen Beziehung und auch schweigen über Mängel in anderen Beziehungen. Aber dort hinsehen und sich mehr solidarisch zeigen, wo physische und psychische Gewalt innerhalb einer Familie vorherrscht. Dieses Fingerspitzengefühl, ab wann hinsehen und ab wann grosszügig wegsehen, fehlt einfach sehr vielen Leuten wie mir scheint.

      • Stranger sagt:

        SP: Ein Burnout ist eine Form der Depression. Ziemlich genau definiert, ob das Sisifee auch findet, ist nicht so relevant. Und: es ist natürlich eine psychische Erkrankung, was soll es denn sonst sein? Ein Zeichen von Gesundheit ist es ja kaum, also ist es eines von Krankheit, ausserdem betrifft es nicht die Physis sondern die Psyche.

        Habt keine Angst vor Namen sondern benennt die Sachen richtig.

      • Malena sagt:

        @SP: Ich bin kein Experte, habe aber kürzlich im Vortrag eines Experten gehört, dass Burnout kein Symptom umschreibt, sondern schlicht den Verlauf zu einer arbeitsbedingt ausgelösten Depression. Burnout ist der gesellschaftlich besser akzeptierte Begriff, klinisch liegt aber bei fortgeschrittenem Burnout nichts anderes als eine Depression vor.

      • Sportpapi sagt:

        @Malena: Das entspricht auch meinem Wissen- Erschöpfungsdepression. Ich finde es aber immer wieder erstaunlich, wie wichtig es den Betroffenen eben ist, dass es sich nicht um eine Krankheit handelt.

      • Widerspenstige sagt:

        Wer will schon ungerechtfertigt stigmatisiert werden? Deshalb will man lieber von einem Burnout (durch langandauernden psychischen Arbeitsstress verursacht; eher vorübergehend und relativ schnell therapierbar) sprechen und lieber nicht von einer Depression (leichte bis schwere psychische Erkrankung meist unerklärlicher Ursache und langjährigem Zustand/Psychotherapie).

    • Stranger sagt:

      Oh, kenne ich. Nur hat mich die Frau verlassen, als ich unter einer Depression zu leiden begann. Wütend zu sein auf alle Frauen kommt mir deswegen aber natürlich nicht in den Sinn…

      • Sisifee sagt:

        Einfach zur Präzision: Meinem Mann wurde ein Burnout diagnostiziert, er musste jedoch keine Psychopharmaka nehmen und sich auch nicht stationär behandeln lassen. Ich denke, wir haben damit grosses Glück gehabt. Die Phasen des „Ausklinkens“ gleichen auch eher depressiver Verstimmtheit als einer Depression. Da diese Phasen auf Zeiten der beruflichen Überlastung (zB bei Jobwechsel) folgen, lässt es sich für mich einordnen. Es ist trotzdem sehr anstrengend.
        Ich wollte eigentlich einfach darauf hinweisen, dass sich der Verlauf zweier Biografien unmöglich voraussehen lässt und sich darum Urteile wie „Wieso muss die/der denn auch Kinder kriegen mit dem/der und dazu noch so viele“ schlicht unangemessen sind. Mal abgesehen davon dass sie niemandem helfen. Was hingegen hilft, ist Empathie mit allen Beteiligten.

    • Lichtblau sagt:

      @sisifee: „Mein Mann hatte ein Burnout nur wenige Monate nach der Geburt.“ Ich nehme an, des ersten Kindes? Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Warum haben Sie mit dem sicher liebenswerten, aber labilen Partner, von dem Sie offenbar zu wenig Unterstützung erhalten, zwei weitere Kinder bekommen? Wäre die Situation als kleinere Familie nicht einfacher zu meistern?

  • sjaeger sagt:

    Eigentlich eine Frechheit, dass so ein Artikel ohne Replik veröffentlich wird. Sexismus vom feinsten. Die Antwort von Mila gibt die Situation prägnant und auf den Punkt wieder. Danke dafür. Diese Antwort ist das einzig Gute am heutigen Eintrag. Die Tatsache, dass Frau Finke mit diesem primitiven und undifferenzierten Weltbild 3 Kinder erzieht und politisch Tätig ist erschreckt. Und zuletzt: Es geht der der sich nach der Trennung mehr Vorteile erwartet. Auch dank des sehr ungerechten Scheidungsrechtes sind das momentan die Frauen. Zeit für Gleichberechtigung.

    • Bohne sagt:

      Vielleicht darf ich aus Frau Finkes Beitrag kurz zitieren: „Sie verliessen fiese Ehemänner. Betrügende, trinkende, lieblose, schlagende, spielsüchtige oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehemänner ohne jegliche Problemeinsicht.“. Das hat weiss Gott nichts damit zu tun, dass man sich nach der Trennung Vorteile erhofft, sondern das ist aus blanker Not. Oder sollen sich diese Ehepartner weiterhin prügeln lassen? Hallo? Abgesehen davon gibts für verlassende Ehepartner das praktische „arm rechnen“, hab das aus nächster Nachbarschaft in CH erlebt. Chef bestätigt niedrigeren Lohn, damit Frau weniger bekommt. (in dem Spezialfall hat er sogar das Kindergeld einbehalten, das seinem Kind zugestanden hätte, wie schäbig ist das denn?) In Deutschland musste Frau Finke ihrem Exmann Rentenpunkte abgeben (so viel zu Gerechtigkeit; steht in ihrem Blog), sie erwartet Altersarmut.

      • Carolina sagt:

        Allein diese Aufzählung zeigt schon, von welcher Diskussionsgüte der heutige Beitrag ist. Ganz subtil wird der Leserschaft vermittelt, dass es sich hier um die Flucht vor Gewalttätigkeit handeln könnte. Dabei sind Adjektive wie fies, lieblos und psychisch angeschlagen ja wohl nicht von gleicher ‚Qualität‘ wie die anderen, oder?
        Wenn man den Blog von Frau F liest, ist nirgends auch nur andeutungsweise davon die Rede, dass sie vor einem prügelnden Mann flüchten musste, aber implizit werden hier alle Männer in denselben Unzulänglichkeitstopf geworfen. Das halte ich für unredlich! Jede Frau würde sich die umgekehrte Haltung verbitten, zu Recht!

      • AnneInside sagt:

        Dass Frauen sich heute erlauben können, sich von einem Mann zu trennen der sie misshandelt, säuft etc finde ich gut. Die heutige jüngere Generation von Frauen arbeitet auch trotz kleinen Kindern und damit ist das Armutsrisiko nach der Trennung auch kleiner.
        Ich habe 3 Erwachsene Kinder, arbeite wieder 100% und verdiene mehr als mein Mann. Deshalb fordere ich von ihm auch gleich viel Mitarbeit im Haushalt. Er hat immer wieder Phasen wo er das schleifen lässt, dann erinnere ich ihn gerne daran, dass ich auch gerne alleine leben kann. Das reicht.

  • Hanspeter Müller sagt:

    Meine Grossmutter hat immer gesagt: „Eins allein kann nicht streiten“. Und dann mussten wir selber die Verantwortung für unser Tun übernehmen. Unter dem Spiel „Schuld (und damit Verantwortung) hin und her zu schieben“ leiden am Meisten die Kinder, die ausgerechnet am Wenigsten dafür können. Wenn jeder die Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen würde, müsste er auch die Verantwortung für dessen Gestaltung übernehmen, und was er damit anfängt. In diesem Sinn habe ich auch nicht im Sinn mich zu schämen dafür was ich über Sie denke oder nicht denke, oder Sie meinen ich denke oder nicht denke. Ich habe keine Verantwortung für Ihr Leben. Die haben Sie, nehmen Sie sie endlich wahr.

  • Scheidungskind sagt:

    ich kann mich mit Frau Finke’s Beitrag sehr gut identifizieren. Meine Mutter wurde immer wieder mehr oder weniger direkt mit Vorwuerfen und Schuldzuweisungen an ihrem Zustand konfrontiert. Aber auch wir Kinder wurden mit dem Stigma belegt, halt aus einer kaputten Familie zu kommen. Wenn wir in der Schule Schwierigkeiten hatten, war es immer wegen des „abwesenden“ Vaters, als ob Vaeter in nicht geschiedenen Familien mehr fuer ihre Kinder present sind. Eine Annahme, welche bei genauem Hinschauen bei meinen Freundinnen nicht der Fall war. Bei mir war es halt offensichtlich, dass die Familie nicht funktionierte, und konnte nicht schoen geredet werden oder hinter der „gesellschaftlich akzeptierten“ Konventionen versteckt werden.

    • Stranger sagt:

      Mir ist sowas in der Art NIE zugestossen, obschon ich von einer alleinerziehenden Mutter in einem ländlichen, überaus konservativen Kanton aufwuchs. Warum nicht? Keine Ahnung. Vielleicht weil die Mutter Lehrerin war, vielleicht weil ich ein guter Schüler war, vielleicht weil ich mich immer um die Meinung von anderen foutiert habe.

  • Gerhard Engler sagt:

    Das Klischee lautet: die Ehefrau stellt den Ehemann eines Tages vor die Tür. Frau Finke bestätigt nun genau dieses Klischee. Faktisch ist es danach so, dass der Ehemann zahlen muss (wenn er kann) und deshalb oft am Rande des Existenzminimums steht. Er sieht daher kaum eine Chance, wieder eine neue Partnerschaft einzugehen. Auch dies wird von Frau Finke nicht bestritten. Es geht jetzt einzig noch um die Frage: wer ist schuld daran? Aber eigentlich haben wir im Eherecht (Scheidungsrecht) die Schuldfrage abgeschafft.

  • Max sagt:

    Vielleicht sollte Frau sich zuerst gründlich überlegen ob sie Kinder will oder nicht. Heutzutage bringt nicht mehr der Storch die Kinder sondern es ist jedermanns freier Wille. In den allermeisten Fällen geschieht dies freiwillig und ein wenig Gedankenarbeit vor dem ach so ’sehnlichen‘ Kinderwunsch täte jeder Frau gut.

    • Paul Levi sagt:

      Ich finde es unerhöhrt was Sie schreiben. Mit anderen Worten ist die Frau selber Schuld, dass sie überhaupt Kinder wollte. Denn ohne diesen Kinderwunsch, wäre sie nie alleinerziehend geworden. Wie können sich so eine Aussage anmassen? Die Ehe scheint ja mindestens 6 Jahre gehalten zu haben. Wie soll eine Frau wissen, dass die Ehe in 8-10 Jahren scheitern wird? Sie erwarten hellseherische Fähigkeiten von einer Frau, damit diese ja nicht mit dem falschen Mann ein Kind hat. Unglaublich!
      Wenn alle so denken würden, dann würde die Schweiz bald aussterben. Schon jetzt gibt es zu wenig Kinder, aber wenn so viel Gedankenarbeit verlangt wird, dann sagt man in Zukunft noch öfters nein zu Kindern.

      • Max sagt:

        Was uns Menschen von den Tieren unterscheidet ist unser freie Wille tun und lassen können was wir wollen. Allerdings gehören zu jedem Tun auch Konsequenzen, und die sollte sich jeder bewusst sein wenn er einen Entscheid trifft. Das Leben ist kein Ponyhof auf welchem es nur heile Welt und lustige Stunden gibt.

      • Paul Levi sagt:

        @Max: Es ist klar, dass Entscheidungen Konsequenzen haben. Sie aber unterstellen jemanden, leichtfertig eine Ehe geschieden zu haben. Das finde ich voll daneben. Es wurde eine Entscheidung getroffen, daraus sind Kinder entstanden und nun sagen sie, dass die Frau quasi selber schuld ist, wenn sie die Konsequenzen nicht mehr in deren Form tragen will. Sich für eine Trennung zu entscheiden (aus welchen Gründen auch immer) ist ja keineswegs eine Entscheidung für lustige Stunden auf dem Ponyhof, sondern für Schmerzen für die ganze Familie und viel Arbeit für die Alleinerziehende.
        Daher denke ich, dass Sie auf ganzer Linie unrecht haben.

      • Max sagt:

        Ich unterstelle keine leichtfertige Scheidung. Ich unterstelle eine leichtfertige Entscheidung zu Kindern. Der Prozess Kinder zu zeugen sollte sorgfältig und nicht nur emotional durchgeführt werden. Frau sollte sich bewusst sein was es heisst falls es zu einer Trennung kommt. Sie sollte sich bewusst sein was alles auf sie zukommt und nicht im Nachhinein jammern.

  • Erstens, das Wort „alleinerziehend“ ist ein Widerspruch in sich: Entweder erzieht eine Mutter, oder sie ist allein.

    Eine Mutter kann zum Beispiel allein sein, weil der Vater der Kinder gestorben ist. Den Fall schliessen wir einmal aus.

    Weil die Mutter allein versagt hat?
    Nein, versagen tut der Sozialstaat, der Eltern die Vollkasko gibt, um sich zu verkrachen, herumzuhuren, Kinder und Ehepartner im Stich zu lassen und für diesen anything goes Lebenstil die notwendigen finanziellen Mittel jederzeit bereitwillig zur Verfügung stellt.

    Versagen tun, die Steuerzahler, die den notwendigen Sozialarbeitern, Psychologen, Heilpädagogen, Kinderkrippenleiterinnen das üppige Leben finanzieren.

    Versagen tun die Stimmbürger, die den linken Parolen auf den Leim gehen, die individuelle Freiheit verkaufen und kollektive Verantwortungslosigkeit den Kindern gegenüber liefern.

    Im Zweifelsfall sind beide die Versager, die Mutter wie der Vater. Allerdings kennen wir aus der allgemeinen Lebenserfahrung die Muster: Mütter suchen zuerst den Versorger und wenn die Kinder und das Einfamilienhaus da sind, dann springen sie zum geilen Hengst ins Bett. Väter träumen dafür von der Pfirsichblütenhaut junger Frauen und wissen ihr zuhaus nicht zu schätzen. Schlampen auf allen Seiten.

    • Hotel Papa sagt:

      Die Wahlen sind vorbei, Du kannst die Hetzreden wieder einpacken.

      Aber, ja, ich weiss: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Vor allem für die Einthemenpartei.

    • 13 sagt:

      Eine Sache nimmt mich immer wieder Wunder. Vielleicht können Sie es mir erklären, Herr Brechbühl? Wie ist es möglich, dass die linken Parteien offenbar stets an allem Schlamassel schuld sind, einen übertriebenen Sozialstaat ausgebaut haben, Sozialarbeitern ein schönes Leben finanzieren, den Einzelnen aus jeder Verantwortung entlassen etc. etc., wo sie doch historisch gesehen in der der Schweiz noch NIE in der Mehrheit waren und seien wir ehrlich, mit ihren Anliegen die meisten Abstimmungen verlieren. Was macht denn die rechte Mehrheit? Kuschen vor der Minderheit? Schlafen?

      • @13

        Habe ich behauptet, die linken Parteien hätten den überbordenden Sozialstaat eingerichtet? Nein, ich sagte die Stimmbürger und die Steuerzahler hätten es getan, indem sie den Parolen der Linken auf dne Leim gingen.

        Zudem hat die Verwaltung ihr Eigenleben entwickelt. Jede Verwaltung vergrössert sich ständig selber, beschafft sich ihre Arbeit. Die Verlockung für Mütter und Väter sind natürlich vielfältig. Sie können die Verantwortung für sich selber und für ihre Kinder an den Staat abtreten und auf ewig Kindsbubi bleiben.

        Falls Sie, lieber 13, überhaupt abstimmen und wählen gehen, dann ist Ihnen vermutlich der Unterschied bekannt, zwischen einer Abstimmung über eine Sachfrage oder der Wahl in das Parlament. Und ja, wir sind hier in der Schweiz, da gibt es so etwas wie direkte Demokratie, falls Sie wissen, was das ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist doch ganz einfach. Alles links der SVP ist links. Und schon haben wir ständig eine linke Politik.

      • Ka sagt:

        Herr Brechbühl: die Verwaltung hat einen bürgerlichen Vorsteher, der den Laden führt, die Verantwortung liegt also in der Hand des Vorstehers. Ihr SVP Leute versteht es einfach meisterlich, die Verantwortung immer den anderen in die Schuhe zu schiebe. Das hat eine lustige Verbindung zum heutigen Blog. Immer der andere ist der böse und ich bin nur das arme Schwein.

      • 13 sagt:

        Herr Brechbühl,
        Ja, ich gehe abstimmen und wählen und kenne den Unterschied sehr gut, vielen Dank. Ihnen wird ja sicher auch mein Teilsatz „und seien wir ehrlich, mit ihren Anliegen die meisten Abstimmungen verlieren“ nicht entgangen sein. Und das ist der Punkt: Die Mehrheit der aktiven Wähler wählen rechts. Die Mehrheit der aktiven Wähler folgen bei den Sachabstimmungen den Parolen der bürgerlichen Parteien. Und doch sind es die Linken, die sie mehrheitlich beeinflussen? Interessante Interpretation.

        Sportpapi, Sie werden wohl eher den Nagel auf den Kopf getroffen haben.

      • Stranger sagt:

        Brechbühl ist ein elender Geiferi. Gar nicht Ernst nehmen, das Gewäffel.

      • @Ka
        Von welchem Kanton reden Sie? Ich bin im Kanton Bern daheim und da regiert das linke Gesocks. Der Vorsteher der Fürsorgedirektion ist nicht nur von der SP sondern er ist zudem schlichtweg unfähig in allen Belangen. Aber das spielt keine Rolle, weil er ist ja von der SP und nur darauf kommt es an.

      • @stranger

        Immerhin hat mein Einwurf
        a) eine sehr grosse Zahl von Antworten hier im Blog hergerufen, also wird er ernst genommen.
        b) hatten meine Provokationen eine grosse Zahl von Zugriffen auf mein Blog zur Folge, wo ich mich über die Qualitätsunterschiede zwischen der Ausbildung in der Biologie an der Universität Bern und dem Departemen für Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich auslasse.

      • @13

        Sie haben den anderen Teil übersehen: Verwaltungen machen sich selbständig und manipulieren die Politik, indem sie faits accomplis schaffen. Verwaltungen beschäftigen sich selber, sorgen für noch mehr Beschäftigung und vermehren die Anzahl Angestellter selbstätig.

        Nebeneffekt ist, dass auf diese Weise die SP ihren Wählerbestand halten kann. Der Hauptharst der SP Wähler wird objektiv, statistisch nachgewiesen von mittleren Kadern, Beamten und Lehrern gestellt. Je mehr Sozialarbeiter, Schulpsychologen, Heilpädagoginnen und Kinderhütewissenschaftlerinnen mit Bachelorabschluss sich um die alleinerzogenen G00fen kümmern dürfen, desto mehr SP Wähler finden den Weg an die Urnen.

        Arbeiter wählen SVP. Sozialarbeiter wählen SP. So ist das heute. Darum muss man die ArbeiterInnen übers Ohr hauen, ihnen das blaue vom Himmel herunter versprechen für den Fall, dass sie ihre Familien kaputt machen.

      • Sportpapi sagt:

        @Brechbühl: „Der Hauptharst der SP Wähler wird objektiv, statistisch nachgewiesen von mittleren Kadern, Beamten und Lehrern gestellt. “ Deshalb habe ich gestern in einer interessanten Analyse gehört, dass die SP eigentlich grundsätzlich als bürgerliche Partei zu bezeichnen wäre. Ich habe mich dann nur gefragt, wer denn die Wähler der anderen Parteien sind. Und was das über die Parteien aussagt.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Brechbühl: Es ist natürlich immer ein enormes Qualitätsmerkmal, wenn eine Partei primär von Ungebildeten und der Unterschicht gewählt wird (notabene obwohl diese primär eine Politik für Wohlhabene macht, ironischerweise). Von „Arbeitern“ im traditionellen Sinn kann man da sowieso nicht mehr reden, eine Arbeiterklasse gibt es in der Schweiz längst nicht mehr.

        Und noch so nebenbei: Der ach so linke Kanton Bern ist fest in bürgerlicher Hand, alleine SVP und FDP kommen auf über 40% der Grossratssitze, mit BDP und EDU gibt das eine stramme rechtskonservative Mehrheit. Aber vermutlich hatte da Sportpapi recht, in gewissen Weltbildern ist alles vom „linken“ Flügel der SVP an links. Nur doofe, schmarotzende Lehrer halt, keine wackeren Lastwagenfahrer, die viel besser über alles Bescheid wissen..

      • Stranger sagt:

        Also wenn man Widerspruch erntet, viel, dann kommt man an? Scheint mir etwas absurd, diese Argumentation, aber (um beim Kanton zu bleiben) „item“.

        Brechbühl, Sie sind kein funktionierendes Beispiel für die Gesellschaft. Es können ja nicht alle Geld verdienen aus Anlagen, wie Sie (wobei ich ihnen das jetzt mal glaube), so viel Geld gibt es ja gar nicht, ausserdem muss jemand ja produzieren… Aber item item.

        Ausserdem nennen Sie mich „Gesocks“. Das könnte ich nun durchaus als persönliche Beleidigung auffassen. Tu ich nicht.

      • @Christoph Bögli

        Ich kann nur aus der Stadt Bern berichten. Dort ist Bümpliz ein Arbeiterquartier und ein SVP Hochburg. Arbeiter sind heutzutags überhaupt nicht ungebildet. Alle meine Verwandten in Bümpliz haben eine sehr gute Schulbildung gehabt. Auch zur Unterschicht gehören sie nicht, sondern zum Mittelstand. Sie wissen einfach wie es wirklich läuft im Leben und sie sind diejenigen die das Geld verdienen, das dann von dem Beamten und Sozialarbeitern und Schulpsychologen und Heilpädagoginnen in den Sand gesetzt wird.

        Wie gesagt, die SP ist die Partei der mittleren Kader und der Beamten und das sind leider immer die überdurchschnittlichen Verdiener in diesem Land.

      • @stranger

        Ich lebe nur zum Teil vom Vermögensertrag, sondern in der Hauptsache vom Vermögensverzehr. Zu behaupten, das sei nicht typisch für diese Gesellschaft ignoriert die ganze Schar von Rentnern, die von ihrem in der Pensionskasse festgesetzten Vermögen leben.

      • Sportpapi sagt:

        @Brechbühl: Die einfachen Arbeiter gibt es nach wie vor. Nur sind die in der Schweiz vielfach nicht stimmberechtigt. Und der Mittelstand, der SVP wählt, sieht offenbar nicht, für wen sich diese Partei tatsächlich einsetzt, neben den paar symbolischen und meist ausländerfeindlichen Initiativen, die sie begeistern. Wo hat sich denn die SVP tatsächlich für die einfachen Arbeiter, oder den Mittelstand, eingesetzt?

    • Vaterunser sagt:

      Total einverstanden…

    • Christoph Bögli sagt:

      Meine Güte, was für ein grosser Haufen Hafenkäse. Aber wenn jemand nicht einmal in der Lage ist, einfache deutsche Wörter wie „alleinerziehend“ (=ein Elternteil erzieht das/die Kind/er allein, ganz egal aus welchen Gründen) zu verstehen, dann darf man sich wohl nicht wundern, wenn es bei politischen Themen vollends bachab geht. Konfuse Tiraden über „Schlampen“ und „Linke“, die an allem Schuld sind, sind jedenfalls nur peinlich und disqualifizieren sich selbst. Aber immerhin wird mir bei solchen Wortmeldungen klar, wer denn eigentlich Leute wie Erich Hess gewählt hat..

      • maia sagt:

        Wenn Mütter sagen sie seinen „alleinerziehend“, dann schliessen sie damit schon mal alle Väter aus (auch die liebevollen und engagierten) und disqualifizieren alle Personen, die sich engagieren – Grosseltern, LehrerInnen, HortnerInnen, PfadileiterInnen usw. usf. .

      • Christoph Bögli sagt:

        @maia: Wenn ein Elternteil alleinerziehend ist, dann gehe ich davon aus, dass der andere Elternteil im Leben des Kindes nicht präsent ist und damit keine Erziehungsfunktion wahrnimmt. Wenn beide Elternteile an der Erziehung beteiligt ist, dann sind diese natürlich nicht alleinerziehend und etwaige andere Aussagen sind Falschbehauptungen.

        Dass an der Erziehung von Kindern im weiteren Sinne oft noch viele andere Personen beteiligt sind, das sprichwörtliche Dorf also, ist zudem eine andere Geschichte. Bei „alleinerziehend“ geht es primär um den unmittelbaren, auch juristisch abgrenzbaren Begriff der Erziehungsberechtigten. Nur weil der Kunstlehrer oder die Fussballtrainerin die Entwicklung des Kindes auch beeinflussen können, stehen diese ja noch lange nicht auf gleicher Stufe mit den Eltern – rechtlich, verantwortungstechnisch oder emotional..

      • maia sagt:

        @Christoph Bögli: Mit der Bezeichnung „alleinerziehend“ wird der andere Elternteil (und auch andere Personen) schon sprachlich ausgeschlossen. Oft wird er ja auch tatsächlich ausgeschlossen. Juristisch haben Sie mit dem Begriff wohl recht, das sagt aber nichts über die Verantwortung oder die emotionale Bindung aus.

      • Stranger sagt:

        Ich glaube nicht, dass sie das tun. „Alleinerziehend“ sehe ich einfach nur als Bezeichnung dafür, dass die hauptsächliche Erziehungsgewalt in den Händen eines Menschen liegt. Dass es noch mehr Leute hat, die auch mithelfen, ist wohl allen klar.

      • maia sagt:

        @stranger: Ihnen ist das vielleicht klar, dass es noch andere Personen die mithelfen gibt. „Alleinerziehende“ Mütter (ich schreibe extra Mütter, weil ich von alleinerziehnden Vätern so etwas noch nie gehört habe) erzählen oft, dass sie 24h täglich voll und ganz mit ihren Mutterpflichten beschäftigt sind. Selbst wenn sie bei der Arbeit und die Kinder in der Schule/Hort/Krippe/beim Vater/Grosseltern usw. usf. sind.

      • Christoph Bögli sagt:

        @maia: Ich finde, da interpretieren Sie jetzt doch etwas gar viel hinein. Ich verstehe den Begriff jedenfalls primär mal als die Beschreibung eines simplen, zivilrechtlichen Sachverhalts. Jemand hat ja das Erziehungs- bzw. Sorgerrecht und normalerweise sind das halt beide Elternteile oder dann nur eines, womit dieses dann halt alleinerziehend ist.

        Im übrigen, in der Praxis ist es ja durchaus so, dass alleinerziehende Eltern dies nicht zwingenderweise sind, weil sie jemanden ausschliessen wollen oder weil sie möglichst sämtliche Verantwortung hamstern wollen, sondern weil sich das andere Elternteil mehr oder weniger vorsätzlich aus der Partner- und Elternschaft verabschiedet hat. Und dann ist man wohl oder übel alleinerziehend. Was m.E. keineswegs andere Bezugspersonen ausschliesst, auf die man dann meist erst recht angewiesen ist. So etwas hinein zu lesen wirkt für mich eher wie überkorrekte, spitzfindige Semantik.

      • maia sagt:

        @christoph bögli: „Im übrigen, in der Praxis ist es ja durchaus so, dass alleinerziehende Eltern dies nicht zwingenderweise sind, weil sie jemanden ausschliessen wollen oder weil sie möglichst sämtliche Verantwortung hamstern wollen, sondern weil sich das andere Elternteil mehr oder weniger vorsätzlich aus der Partner- und Elternschaft verabschiedet hat.“ ich weiss nicht wie es „in der Praxis“ ist. Ich kann nur von meinem Umfeld und meinen Erfahrungen reden und die sind leider allesamt so, dass der eine Elternteil vom anderen genau mit dem Argument „ich bin jetzt alleinerziehend!“ aus der verantortlichen Elternschaft herausgedrängt wurde.

      • Entweder ist eine Mutter mit ihrem Alleinsein beschäftigt, oder aber sie kümmert sich um ihre Kinder. Beides geht nicht.

        Der Egoismus ist die erste Wahl wenn sich eine mit dem Vater ihrer Kinder verkracht. Es gibt keinen Grund anzunehmen, die sei bei ihren Kinder beziehungsfähiger denn bei ihrem Mann. Wenn jemand nicht fähig ist für eine Beziehung dann ist das eine Frage des Charakters und unteilbar. My two cents.

    • Cybot sagt:

      Ja ja, ohne Sozialstaat war alles viel besser. Früher, da konnte der Mann die Frau noch betrügen, verprügeln, ganz egal, verlassen hat sie ihn trotzdem nicht, weil sie es schlicht nicht konnte. Werd doch am besten Salafist, die haben so ziemlich das gleiche Weltbild.

    • Sportpapi sagt:

      Oh ja, das üppige Leben von Kinderkrippenleiterinnen.
      Und, Jürg Brechbühl, von was genau leben Sie schon wieder?

      • @Sportpapi
        Ich leben von meinen Börsengeschäften und von meinem Vermögen.

      • Hanspeter Müller sagt:

        @ Brechbühl: Noch im Januar 2013 haben Sie in der Weltwoche geschrieben, Sie lebten seit 15 Jahren von der IV. In der Lesart der SVP also als Scheininvalider, der von den Steuern von uns SP-Gesocks lebt.

  • Sportpapi sagt:

    Also aufräumen mit all den (latenten) pauschalen Vorwürfen gegenüber alleinerziehenden Frauen. Denn die stimmen selbstverständlich gar nie. Und dafür her mit pauschalen Vorwürfen gegenüber allen Männern, vor denen die Kinder in Sicherheit (!) zu bringen sind (wobei die Auswahl dieser Männer aber keineswegs, auf gar keinen Fall, den Ex-Partnerinnen anzulasten ist).
    Als Disussionsgrundlage ist das nur ärgerlich. Aber dennoch, einmal mehr die Frage: Wenn alleinerziehend so wahnsinnig belastend ist, während die von den Kindern ferngehaltenen Väter ein schönes Leben haben: Weshalb bekommen dann so wenige zum Teil durchaus willige Väter das Obhuts- und Sorgerecht?
    Und die viel wichtigere Frage. Weshalb nennt man heute noch eine Frau mit Kindern ohne Mann im Haushalt alleinerziehend, obwohl die Kinder ja durchaus einen Vater haben? Der sich in den meisten Fällen durchaus einbringt?

  • marianne reifers sagt:

    Wieviel Anteil an Schuld jede und jeder bei sich selber abbuchen muss, das muss jede und jeder selbst herausfinden. Meist sind wir darin nicht frei, sondern vorgeprägt und mitgeprägt von der Gesellschaft um uns herum. Ich kenne keinen Mann und keine Frau, die ihren Ehepartner bewusst falsch ausgewählt hätten. Falsche Kinder gibt es überhaupt keine, nur glückliche und traurige und sehr traurige. Wer auf Menschen herumhackt, die ihr Schicksal nicht nach gängigen Vorbildern leben können, hat wohl selber ein Problem, hat Angst, dass ihm oder ihr auch Wichtiges entgangen sein könnte, oder dass sie oder er ein falsches Ja gegeben hat wegen falscher Voraussetzungen. Wir sind Menschen und wir sind nicht festgelegt und wir können uns irren, uns verrennen, uns selber krank machen. Glücklich, wer sich aus Schlingen befreien kann oder wer Hilfe dafür bekommt. Und wer seine Kindern zeigt, dass er oder sie nicht im Elend stecken bleiben muss.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Wer sich stets selbst rechtfertigen muss, hat wahrscheinlich das grösste Problem.
      Wenn ich mein eigenes Leben sehe, dann sehe ich unendliche viele Fehler und Dummheiten meinerseits. Und weil ich diese sehe, mache ich heute vieles besser und bin eigentlich ziemlich stolz auf mich und mein Leben.
      Wenn ich Leute höre, die nie einen Fehler machen und nur von der ganzen Welt zu unrecht verurteilt werden… na, dann weiss ich echt nicht mehr weiter. Klug werden kann man nur durch Einsicht der eigenen Fehlerhaftigkeit.

  • Stefan W. sagt:

    Glücklicherweise bedient dieser Blogbeitrag ja keine Klischees, sondern beschreibt nur das wahre Leben(tm): Abgrundtief böse Männer, die nur saufen und prügeln, und geplagte Frauen, die nur an das Wohl ihrer Kinder denken.
    Manche Shitstorms sind auch vorhersehbar und selbstprovoziert 🙂

  • Thomas Külling sagt:

    So so. Sie hat sich getrennt zum Schutz der Kinder. Fragt doch mal ganz offen ein Trennungskind, ob es diesen Schutz gewollt hat. Besser noch eines, das unbeinflusst, (noch) nicht in den Trennungswirbel geraten ist. Die Gesellschaft ist krank es den Frauen so einfach zu machen. Gewiss der Mann ist gefordert sich an tragbaren Verhandlungslösungen zu engagieren. In CH funktionierts bei ca. 50% der Ehen, immerhin. Ich drücke diesen lieben Manne und Froue beide Daumen.

  • Helmut Kohl sagt:

    Nun ja, Frau Dr. Christine Finke – schauen Sie jetzt auf Ihre kleine Restfamilie, Zeit für Kontemplation ist auch mal angesagt und eventuell stellt sich heraus, dass die Situation auch auf Ihrem eigenem Mist mitgediehen ist. Familie, Beruf, Politik, nicht jede ist eine Frau Von der Leyen – zum Glück. Beim Lesen Ihres Werkes dürften Sie sicher feststellen, dass vieles noch nicht verarbeitet ist, das ist auch i.O., nur bitte keine weiteren Ergüsse im öffentlichen Raum.

  • Christoph Bögli sagt:

    Es ist ein ziemlich billiger rhetorischer Trick, irgendein angebliches dummes Klischee aufzubauen und auf diesem herumzutrampeln. Das ist quasi das journalistische Äquivalent zum Gläserzerschlagen: mag vielleicht dem Frustabbau dienen, bringt aber keinerlei Erkenntnis und ist darum ziemlich uninteressant.

    Aus meinem persönlichen Umfeld kann ich jedenfalls vermelden, das ich noch nie ansatzweise derartige Urteile über (alleinerziehende) Frauen gehört hätte oder jemand ähnlich absurde Ideen vertreten würde. Frau Finke sollte sich also mal ernsthaft Gedanken darüber machen, in welchen Kreisen sie sich offenbar bewegt. Wobei ihr ja gleichermassen jede Fähigkeit zur differenzierten Betrachtung der komplexen Realität zu fehlen scheint. Denn Frau Finke versteigt sich letztlich in genau das, was sie den „Leuten mit dem (behaupteten) Klischee im Kopf“ vorwirft: Sie entwirft platte Klischees von fiesen Säufer-Ehemännern, die exklusiv für gescheiterte Ehen verantwortlich sind, und ach so armen Müttern, die ja ausschliesslich ihr Bestes tun und bloss die Kinder schützen müssen. Und das einzig auf der Basis irgendwelchen Hörensagens, also wohl den einseitigen Aussagen der betroffenen Frauen, die natürlich alles Schlechte nur beim Ex-Partner sehen.

    Alles in allem also ein sehr schlichtes Weltbild auf ziemlich dünnem Eis. Die Wirklichkeit ist aber nicht schwarz-weiss, sondern graustufig. Entsprechend verteilen sich auch bei jeder gescheiterten Ehe die Verantwortlichkeiten individuell, wobei meist beide Seiten mehr als genug dazu beitragen. Aber es ist natürlich einfacher, in Klischees zu denken und nur der anderen Seite die Schuld zu geben, wie Frau Finke das tut, als sich mit eigenen Fehlern auseinander zu setzen..

  • Muttis Liebling sagt:

    Um die Scheidung herum gibt es viele interessante Fragen. Leider geht der Blog auf keine einzige davon ein und bleibt gleich persönlich und nebulös.

    Wie viel Voraussicht kann man von einem erwachsenen Menschen erwarten? Ich glaube nicht, dass man ‚Betrügende, trinkende, lieblose, schlagende, spielsüchtige oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehemänner ohne jegliche Problemeinsicht‘ nicht bereits in den ersten Wochen des Kennenlernens identifizieren kann.

    Natürlich entwickeln sich die Partner in der Ehe weiter und das kann divergieren. Aber auch das ist voraussehbar, stellt aber die Frage, wie viel Divergenz beide bereit sind, zuzulassen. Das sollte man vor dem ersten Kind besprechen und nicht davon ausgehen, dass nach 3 Jahren Familienleben romantische Stunden noch zum Kernprogramm gehören. Nach 3 Jahren ähnelt eine funktionierende Familie eher einer Willens-, als einer Gefühlsgemeinschaft. Darauf muss man sich vorbereiten, bevor man heiratet.

    • Nina sagt:

      Ich glaube sogar, eine Partnerschaft, die langfristig angelegt wird und sogar in einer Ehe mündet, ist schon viel früher (bereits nach den ersten paar Monaten) hauptsächlich eine Willens- als eine Gefühlsgemeinschaft. Auf die Gefühle sollte man nicht zuviel geben. Wider seine Gefühle handeln aber erst recht nicht.

  • Carolina sagt:

    Ein ganzer Kosmos voller misshandelnder, gleichgültiger, bindungsunfähiger Männer….. Eine Frau, die verfolgt wird von ständigen Vorwürfen, negativen Urteilen ihrer Umgebung…. Die behauptet, es seien vor allem die Frauen (also sie selbst), die leiden, bei den Männern sei es Selbstmitleid…..
    Drehen wir das Ganze mal einen Gedankenmoment lang um und überlegen uns, wie es wäre, wenn ein Mann seine gesammelten Lebensenttäuschungen auf alle Frauen projizieren würde (natürlich auch hier schon geschehen und abgewatscht)….. Für mich klingt es – danke, mila – unerwachsen, weinerlich und in Selbstmitleid ertrinkend. Meine Lebenswirklichkeit (und ich arbeite als Paartherapeutin und in einem Frauenhaus mit, sehe also wirklich viel Elend) sieht völlig anders aus – in der Regel werden Menschen, aber doch auch sehr oft Frauen, Opfer (!) ihrer Erwartungen, ihrer Hoffnungen, die sie auf einen Partner, einen Lebenszustand, ihre Kinder gesetzt haben. Oft werden leider auch Beziehungen begonnen mit der Absicht, etwas Unerwünschtes dann schon zu ändern; wenn das dann nicht gelingt, nach langen Versuchen, Hoffnungen und gescheiterten Erwartungen, wird nicht gefragt, was ist eigentlich mein Anteil daran?
    Erwachsensein heisst, dass ich reflektieren kann, wo ich wirklich etwas ändern bzw lernen kann/muss, dass ich Verantwortung für meine Handlungen übernehmen muss und zwar ohne mich in eine ewige Opferrolle zu begeben und meine Kinder gleich mit hineinzuzerren. Dazu gehört auch, die angeblichen Vorurteile, die der heutigen Schreiberin ständig an den Kopf geworfen werden, irgendwann als das zu sehen, was sie vielleicht sind: dummes Geschwätz, vielleicht sogar Spiegelungen?

    • chrigu sagt:

      danke!

    • Brunhild Steiner sagt:

      immerhin lässt man Sie rein, mein sachter Hinweis dass Beschriebenes, sich darauf Berufendes, eben gerade KEIN Konfliktmanagment war welches sie da mit Ausdauer praktizierte, rauscht ab ins Nirgendwo…

      • Brunhild Steiner sagt:

        an die Betreuenden, bisschen mühsam heute…
        und die lK sind immer noch vermisst.

    • Hotel Papa sagt:

      Ist mir auf dem Arbeitsweg auf dem Velo auch durch den Kopf gegangen:

      Ist ja schön, dass sie auf irem Blog sich ihren Ehefrust von der Seele schreiben kann. Warum gesteht sie dann dem „Emil und der Ich“ nicht das gleiche zu?

      • Carolina sagt:

        Wie soll das gehen, HP? Wenn man so in seinem Ich-Arme-Zeugs gefangen ist, keinerlei Gespür dafür hat, dass man den beklagten Klischees einfach andere entgegensetzt, dass es immer mindestens zwei braucht, um eine Beziehung zu führen, woher soll dann plötzlich die Einsicht kommen, dass auch die anderen Bedürfnisse und Rechte haben? Da ist man dann in einer Wuthöhle, in der man alles und jedes als Feind ansieht.

      • Martin Frey sagt:

        Ich frage mich einfach, ist das die Aufgabe des Mamablogs, irgendwelchen Wutbürgern Plattformen zu bieten? Sollten nicht etwas andere Ansprüche gerade bezüglich Ausgewogenheit und Sachlichkeit gestellt werden können?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Die rege Diskussion gibt der Red doch recht. Je extremer eine Position, desto erfolgreicher hier.
        Nebenbei: Die Frau hat in Deutschland mit ihrer Petition zur Abschaffung der Bundesjugenspiele schon für sehr viel Aufsehen gesorgt und ich muss mich hüten, nur Ihre heutigen Aussagen zu kommen tieren, und nicht was ich sonst noch von ihr gelesen habe (obwohl jenes bei weitem nicht so daneben war wie das heutige).

      • Martin Frey sagt:

        Sie hat bitte was, Sportpapi? Unglaublich… Weshalb hat die besagte Dame nicht auch gleich den Sportunterricht per se abschaffen wollen? Der ist doch auch immer so demütigend und schrecklich kompetitiv! 😉
        Rege, naja. Der Grundtenor ist auf jeden Fall eindeutig. Man kann ja trotzdem versuchen, gewisse Mindeststandards zu beachten. Ein Text sollte einen doch wenigstens irgendwie weiterbringen, zum denken veranlassen und nicht einfach nur als Brandbeschleuniger fungieren. Wünschte ich mir zumindest.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Der ist doch auch immer so demütigend und schrecklich kompetitiv!“ Ja, darum gings. Und ja, letztlich auch um den Sportunterricht insgesamt. Wie auch immer – es löste jedenfalls eine intensive Diskussion aus.

    • Katharina sagt:

      Ach, da muss nur hier der (inzwischen fehlende) Verlauf von Kommentaren zu einschlägigen Themen gelesen werden. Diese Klischees werden nun einmal perpetuiert.

      Bei einer Situation wie hier, wo es eindeutig um häusliche Gewalt ging, zu sagen ’sehr oft Frauen, Opfer (!) ihrer Erwartungen, ihrer Hoffnungen, die sie auf einen Partner, einen Lebenszustand, ihre Kinder gesetzt haben‘ ist das allzu bekannte, das Opfer zu Täter/in, Verursacher/in zu machen. ‚Double Victimization‘.

      • Carolina sagt:

        Katharina, ich verwahre mich dagegen, dass ich hier eine Frau zum doppelten Opfer mache!
        Ich habe diesen Blog anders gelesen, ich sehe keinen expliziten Hinweis auf häusliche Gewalt! Sondern nur Hinweise darauf, dass ‚die Kinder in Sicherheit bringen‘ hier eben gerade eher etwas damit zu tun habe, dass der Ehemann nicht genügt, dass sich die Erwartungen, die eine Frau in ihre Beziehung gesetzt hat, nicht erfüllten. Sollte ich das falsch verstanden haben, entschuldige ich mich vorbehaltlos!
        Wie Sie wissen, habe ich lange in einem Frauenhaus mitgearbeitet: da kann man mit der Zeit tatsächlich den Eindruck bekommen, dass die Welt aus prügelnden, brutalen Männern besteht – aber darum geht es ja hier nicht! Sondern – so mein Eindruck – darum, alle (!) Männer für erlittenes Unrecht verantwortlich zu machen, sich verfolgt zu fühlen von Anklagen Dritter, die, wenn man wirklich verantwortungsvoll im Namen der Kinder gehandelt hat, ja völlig haltlos sind (und die wir ja alle in der einen oder anderen Art kennen, die immer von irgendjemandem gebracht werden, die gerade für Frauen oft eine falsche Wichtigkeit in ihren Leben haben).

  • Ria Eugster sagt:

    Jeder hat AUCH Verantwortung für das, was er in seinem Leben hat.

  • Ria Eugster sagt:

    Mit gegenteiligen Klischees auf Klischees zu antworten war noch nie besonders produktiv.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ich kenn da auch noch eines, das tatsächlich viele von Herzen glauben:

      „Wenn der Mann betrügt, dann weil er ein Schwein ist. Wenn die Frau betrügt, dann weil sie von ihm nicht die Anerkennung bekommen hat, die sie gebraucht hat.“

  • Christoph Schnyder sagt:

    Frau Finke kritisiert Klischees, die ich in meinem Leben noch nie gehört habe („Eine Frau, die bei Auswahl des Vaters oder beim Konfliktmanagement dokumentiert versagt hat.“), nur um dann gleich ihre eigenen zu präsentieren, die ich wiederum sehr gut kenne und regelmässig in Elternblogs und -foren lese und von diversen Frauen im Bekanntenkreis zu hören bekomme („Betrügende, trinkende, lieblose, schlagende, spielsüchtige oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehemänner ohne jegliche Problemeinsicht“), natürlich immer ohne die andere Seite der Geschichte zu kennen. Scheinbar bekommen Frauen und Männer grundsätzlich andere Vorurteile zu hören.

    Und bitte, wenn solche Argumente kommen wie „Sie tut es zum Schutz der Kinder, sie tut es aus Verzweiflung“. Schon mal überlegt, warum die Scheidungen mehrheitlich von Frauen ausgehen? Richtig, weil ein Mann bei einer (z.B. psychisch) nicht mehr tragbaren Frau meist gar nicht die Möglichkeit hat, zum Schutze der Kinder zu „gehen“. Er kann nämlich im Gegensatz zur Frau meist nicht damit rechnen, dass er die Kinder einfach mitnehmen darf – sei es nun aufgrund der Rollenverteilung oder der starrsinnigen Rollenbilder der Richter. Er muss in der kinderfeindlichen Ehe verharren und irgendwie versuchen, für die Kinder noch das beste draus zu machen. Wenn man das von einem Mann erwarten kann, warum ist es dann böses Klischee, dass man auch von einer Frau erwarten sollte, das gleiche zu tun?

    Und dann noch über das Leid von Trennungsvätern zu polemisieren ist ja wohl unterste Schublade. Doch, leider ist es auch heute noch praktisch ein Gesetz, dass ein Mann kaum eine Chance auf alternierende oder väterliche Obhut hat, wenn die Mutter nicht will und nicht schwerst erziehungsunfähig ist. Die Anzahl von Gegenbeispielen lässt sich schweizweit bis heute an zwei Händen abzählen.

  • Chris Stoffer sagt:

    „Es war andersherum: Sie verliessen fiese Ehemänner. Betrügende, trinkende, lieblose, schlagende, spielsüchtige oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbare Ehemänner ohne jegliche Problemeinsicht.“

    Frage ist nur: Entweder hat Frau diese Probleme vor der Heirat gekonnt ignoriert oder sie ist schuld, dass es soweit gekommen ist. Zu einer Ehe gehört Sex und das Frau attraktiv bleibt (=dünn). Und nein 3 Kinder sind keine Ausrede dafür. 1 mal einen Monat keinen Sex von Ehefrau kann man knapp durchgehen lassen (davon ausgehend sie ist nicht schwer krank…) aber kein zweites mal. Dann ist betrügen völlig OK. Selbst schuld, wenn Frau Ihren Teil der Ehe nicht erfüllt.
    Nächster Punkt ist wohl das ständige Nörgeln. Frau Finke, wie oft haben sie an Ihrem man herumnörgelt? „Hilf mehr im Haushalt“, „Arbeite nicht so viel“, „Was hasdt du da wieder für ein Mist gekauft?“,… Und jetzt Fragen Sie sich: Wie oft haben sie ihm einfach mal ein Sandwich gemacht, ein Bier gebracht und dann samt Kindern das Haus verlassen damit er seine Ruhe hat? Das und Sex. Mehr braucht es nämlich nicht. Aber das war wohl schon zu viel für sie.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Ab und zu ein Sandwich, ein Bier, leere Hauszeiten und regelmässig S ex und nicht nörgeln ist für Ihre Eheglückseligkeit genug?

      Nähme mich noch wunder was für zu erfüllende Teile würden Sie an den Mann stellen?

      • Christoph Bögli sagt:

        Also meiner Erfahrung nach freut sich auch Frau wenn man ihr ein gutes Bier und einen Burger serviert. Dann gibts auch nichts zu nörgeln und umso besseren Sex. Aber eben, das Problem beginnt ja meist damit, dass viele mehr darüber nachdenken, was der/die andere gefälligst für sie machen soll, als was man für den Partner machen könnte..

    • Christoph Bögli sagt:

      Also bitte, die sich gehen lassende Frau, die Sex verweigert, rumnörgelt und nicht einmal ein Bier zum Fernseher bringt – beziehen Sie Ihr Bild der Ehe und von Frauen ausschliesslich von „Al Bundy“ oder schlechten Witzen aus dem letzten Jahrhundert? So platt die Klischees sind, die Christine Finke hier in ihrer Polemik aufwärmt, mit fast noch dümmlicheren Klischees zu kontern ist nicht wirklich hilfreich.

      Ansonsten, so als kleiner Ratschlag: Wenn die Frau was vom Sex hat, macht sie auch gerne mit, Bier kann ich mir dank zwei funktionierenden Beinen noch selber holen und sich was Gutes selbst zu kochen ist allemal besser als irgendein doofes Sandwich. Und schon wird das Leben wesentlich angenehmer..

  • Eine Frau sagt:

    Schon wieder die bösen Männer.
    Komisch in meinem Umfeld wurden die Männer verlassen weil die Ehefrau das Gefühl hatte sie müsse sich bei einem anderen Bestätigung suchen. Die Kinder durften dann jedes mal bei der Mutter bleiben. (Jetzt sind sie alleinerziehend und arme Frauen)

  • Hans Hintermeier sagt:

    Mag sein, dass Frau Finke dies so erlebt. Finde es aber schon ein bisschen einseitig, dass sie schreibt, dass alle Frauen ihr Bestes getan hätten und der Mann schuld war an der Trennung und deshalb alle Geschiedenen Frauen gefälligst bewundert/anerkannt werden müssen oder wenigsten den unbedingten Opferstatus haben sollten. Wo in den Medien werden Frauen heute noch öffentlich kritisiert, ausser von Feministinnen und einem „Fleisch-Blog“? Frau Finke stört sich zwar an den Klischees, bei ihr sind die Opferrollen jedoch sehr klar verteilt „Es muss doch irgendwie die Schuld der Frau sein.“. „Niemand [kein Mann] muss den Kontakt zu seinen Kindern verlieren nach der Trennung“ (?). Die Frau ist sogar noch die Arme, wenn sie die Kinder hat und der Mann der Übervorteilte, wenn er die Kinder nicht ha!. Ich glaube heute sind Männer und Frauen beide von Klischees betroffen und immer so zu tun, als sei Frau, die Einzige, die betroffen sei (und der Mann überall übervorteilt sei), nervt langsam. Natürlich dürfen dann auch die Seitenhiebe auf das andere Geschlecht nicht fehlen: „Nicht einmal habe ich erlebt, dass ein getrennt lebender Vater vorwurfsvoll gefragt wurde, was denn schiefgelaufen sei in der Ehe (sie ist ja auch eine Frau!). Eher werden sie bedauert, diese Exemplare…“ „Ehemänner sind träge Masse“ . Ich glaube, solche einseitigen Artikel bringen uns nicht weiter. „Ihr solltet euch schämen, ihr Leute mit dem Klischee im Kopf“. Kann ich nur an die Autorin zurückgeben, für sie haben es die Männer allzu einfach in der heutigen Welt. Feministisches Klischee?

  • Ulrich sagt:

    Super Blog! Das kann ich alles bestätigen, weil ich es selber erlebt habe: Die Klischees und Vorurteile, die latenten Schuldzuweisungen. In der gescheiterten Beziehung: die jahrelangen geduldigen Bemühungen. Dann: die Kinder in Sicherheit bringen. Jetzt: alleinerziehend. Allerdings: ich bin der Vater, der Mann. Also: bitte auch das nächste Klischee ausräumen: den fiesen Mann, der an allem schuld ist, gibt es nicht so pauschal. Und ja, danach werden noch viele Klischees auf uns warten, bis wir frei, liebevoll und gleichberechtigt miteinander leben können.

  • Katrin sagt:

    ich habe vor mehr als 10 Jahren beim Auszug aus dem Familienhaus keinen fiesen Mann verlassen. Wir blieben für unsere damals sehr kleinen Kinder gemeinsam präsente Eltern – bis jetzt!
    Aber eines kenne ich von den ersten Jahren sehr gut, das Wort dafür gab es damals noch nicht, das Phänomen aber sehr wohl: Shitstorm!

  • mila sagt:

    Liebe Frau Finke, vorab: ich kann Ihre Wut als Betroffene – ja, die Wut jeder/s Betroffenen – verstehen. Und den Satz, dass Familie die Aufgabe aller Angehörigen ist – insbesondere beider Elternteile – kann ich nur unterstreichen. Nur denke ich, dass es sich hier doch (noch) Großteils um ein Generationenrelikt handelt: wir ‚Jüngeren‘ sind in der Einstellung gross erworben, dass Beziehung etwas ist, woran beide ‚arbeiten‘ müssen (wobei mich ökonomische Begriffe in Verwendung für zwischenmenschlichen Beziehungen grundsätzlich stören, so auch das Wort Konflikt- oder Beziehungsmanagement). Aber ob wir in der Einstellung, dass alle Beteiligten für eine (Familien-)Beziehung Sorge tragen sollten, auch erwachsen geworden sind, steht zugegeben auf einem anderen Blatt.

    In meinen Augen verläuft die neuere Trennungsdebatte in einem etwas anderen Fahrwasser. Da heisst es schnell, der Mann/Vater sei unfähig, keine Stütze, selbst ein ‚Kind‘. Entsprechend liegt das Bild des Schlappschwanzes in so manchem (weiblichen, aber auch männlichen) Kopf nicht fern. Von der Männerseite heisst es wiederum, die Frauen wollten respektive forderten zu viel, man(n) könne es ihnen schlicht nicht mehr recht machen. Die Wahrheit liegt in den meisten Trennungsfällen meist irgendwo dazwischen begraben, der Standard ist meiner Beobachtung nach nicht mehr der von Ihnen beschriebene ‚fiese‘ und insofern untragbare Mann, sondern die Floskel ‚wir haben uns auseinandergelebt‘, welche Mutter und Vater jeweils mit etwas anderem Bedeutungsgehalt aufladen (s. oben: er tut zu wenig, sie will zu viel). Dabei geht leider oft vergessen, dass es primär um die Kinder gehen sollte, denn auch bei einer Trennung ‚behalten‘ diese immer noch grundsätzlich zwei Elternteile, die sich die Erziehung weiter teilen sollten. Alleinerziehend ist man in meinen Augen, wenn ein Elternteil aufgrund Vorliegen grober Gründe (massive Beeinträchtigung oder Verletzung des Kindswohls) für das Kind untragbar geworden ist, oder sich einseitig aus seiner Elternpflicht verabschiedet hat. In allen übrigen Fällen wäre es die Aufgabe der Erwachsenen, über den Rand der eigenen (Beziehungs-)Verletztheit hinauszuschauen und eine tragfähige Lösung für die gemeinsame Sorge zu finden. Das gelingt so manchen leider nicht.

    Und zuletzt: erwachsen sein, heisst ebenfalls, sich nicht um die ‚Meinung‘ von Mitmenschen zu scheren, die gängige Klischees (aka Vor-Urteile) konkreten Nachfragen vorziehen. Zumal es kein Gesetz gibt, dass einem vorschreibt, dass man solche (vielfach substanzlosen) Äusserungen ernst, respektive sich zu Herzen nehmen müsste. Die Entscheidung, wie man mit ungefragter bis hin zu böswilliger Kritik verfährt, liegt insofern bei einem selbst – es kann sie einem niemand abnehmen. Erziehen können wir im Zweifelsfall nur unsere eigenen Kinder (zu hoffentlich selbständig und fair denkenden Menschen), nicht die Umwelt. Mit ihr müssen wir umgehen (lernen).

    • mila sagt:

      Hmm, einmal mehr wäre der Beweis erbracht, dass man beim Schreiben einen Blick auf allfällige Irrwege der Autokorrektur werfen sollte… 😉

    • hago sagt:

      Hallo Mila. Schade, hast nicht du den Blog geschrieben!
      Und bitte, liebe verlassene Mütter und Väter, ihr erniedrigt euch erst, indem ihr Rache an eurem/r Ex über die Kinder nehmt. Ihr seid stärker als ihr glaubt!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Danke mila – sehr gute antwort.
        Und Frau Finke: vielleicht haben Sie ja in ihrem eigenen Fall tatsächlich recht, und darum ist ihre Wut verständlich. Aber ihr Weltbild, dass die Männer immer, und die Frauen nie Schuld haben, das sie in ihrem Beitrag vermitteln, ist dermassen bedenklich und auf Augenhöhe mit den Klischees, die sie bekämpfen wollen, dass mir doch ein wenig Zweifel aufkommen. So geht das wirklcih nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ach und noch etwas, das ich ihnen ans Herz legen möchte: es klagt Sie nichts mehr an und rückt Sie nichts mehr in ein zweifelhaftes Licht, als ihre eigenen Worte.

      • Martin Frey sagt:

        @hago: „Schade, hast nicht du den Blog geschrieben!“ Für mich der beste Vorschlag heute. Liebe MB-Redaktion, gebt doch bitte einmal ausgewählten, passionierten MB-Followern die Möglichkeit, zu bestimmten Themen als Gastkommentatoren zu schreiben. Allemal besser als dass sich irgendwelche Drittkommentatoren teils auf unsachliche Art Promo für irgendwelche Bücher oder Blogs machen die die Welt whs. nicht so zwingend braucht.

      • mila sagt:

        @Roxy: Es stimmt, der Artikel ist stark tendenziös – darauf wollte ich nicht explizit rumreiten (eingedenk dessen, dass andere es tun werden). Ich halte es der Autorin zugute, dass sie zumindest auch eigene Fehler anspricht. Denn ja, die erste wichtige Einsicht (zumal im vorliegenden Fall) ist, dass man sich offenbar selbst in die Rolle, die man rückblickend kritisiert (die der Beziehungsmanagerin), hat reindrängen lassen. Und ich habe in der Tat Verständnis dafür, dass ein Mensch, dem es aus welchen dargelegten (und nicht dargelegten) Gründen auch immer den berühmten ‚Deckel gelupft‘ hat, bisweilen nicht mehr zu objektiver Fairness fähig ist. Selbstredend tut man sich keinen Gefallen, wenn man sich an so einem Punkt mit einem, vorsichtig ausgedrückt, sehr unausgeglichenen Rundumschlag ‚Luft verschafft‘. Aber vielleicht folgt daraus ja der zweite Schritt, den Carolina weiter unten ausgeführt hat: sich zu fragen, inwieweit man (frau) eben auch Opfer der eigenen Erwartungen geworden ist, respektive der eigenen Unfähigkeit, ‚reife‘ Beziehungsverantwortung zu tragen (‚unreif‘ ist in meinen Augen primär auch, dem anderen auf der einen Seite die Verantwortung abzunehmen, und auf der anderen Seite stetig über seine Verantwortungslosigkeit zu nörgeln – mit Nörgeln hat sich noch keine Beziehung zum Besseren gewendet, ebenso mit dem Abtun der Bedürfnisse des anderen als ‚übertrieben‘, frei nach dem Motto: ‚ich weiss nicht, was das Ganze soll, es ist doch eigentlich alles in guter Ordnung‘ und ‚er/sie hat mich ja schliesslich so kennengelernt‘). Mir wird es jedenfalls bisweilen sehr elend zumute, wenn ich höre, wie despektierlich und/oder total verständnislos sich Menschen in meinem Umfeld über ihre (noch nicht geschiedenen) Partner äussern.

    • Katharina sagt:

      Frau kann es sagen und drehen wie sie will, schlussendlich geschieht doch ‚Es muss doch irgendwie die Schuld der Frau sein‘ – auch wenn hier in schulmeisterlich herablassendem Ton in Floskeln wie ‚wir‘ ‚jüngeren‘ verpackt.

      Es ging eigentlich darum, wie mit Klischees in Kommentaren Meinungen perpetuiert werden. Das ist Anlass dieses Textes.

      Weiter hat Frau F mit ‚Körpereinsatz… den Hausfrieden gewahrt? Viel zu lange, viel zu oft‘ ziemlich eindeutig auf den Grund der Trennung hingewiesen. einer, unter dem gemeinsame Sorgepflicht nunmal nicht die gute Lösung ist.

      • Sportpapi sagt:

        „Weiter hat Frau F mit ‚Körpereinsatz… den Hausfrieden gewahrt? Viel zu lange, viel zu oft‘ ziemlich eindeutig auf den Grund der Trennung hingewiesen. einer, unter dem gemeinsame Sorgepflicht nunmal nicht die gute Lösung ist.“
        DAS halte ich nun für eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung. Aber selbstverständlich ist das männliche Bedürfnis nach Sex genauso ein ernst zu nehmendes Anliegen wie alle anderen, die in der Beziehung eingefordert werden.
        Ich für meinen Teil habe nicht gelesen, weshalb die Beziehung auseinander ging. Sondern nur, dass der Mann daran schuld war (wie immer), obwohl die Frau sich getrennt hat (wie meist). Und dass die Frau nun die Kinder hat (wie fast immer – ob gegen ihren Willen steht allerdings nicht da und ist aber auch nicht zu vermuten). Dass die Kinder in Sicherheit gebracht werden mussten steht, aber keinerlei Hinweise auf ein strafrechtliches Fehlverhalten des Vaters. Oder habe ich das übersehen?

      • mila sagt:

        Ich habe generell sehr viel Impliziti(ert)es in diesem Text gelesen, wenig Expliziti(er)es – ausgeführt in Gegen-Klischees, die in meinen Augen bezüglich Einzelfall wenig aussagekräftig sind, egal in welche (Eltern-)Richtung sie gehen. Entsprechend vorsichtig habe ich mich meinerseits versucht auszudrücken. Wenn das schulmeisterlich rüberkam, war das nicht so beabsichtigt. Und nein, in meiner Generation ist es tatsächlich weder geläufig noch üblich, der Frau/Mutter das Scheitern für eine Ehe zuzuschieben. In der Generation meiner Mutter war dies hingegen noch der Regelfall.

      • mila sagt:

        Noch eins, der Verständlichkeit halber: im Gegensatz zu Frau Fischer kenne ich kein Paar, dass sich deswegen getrennt hat, weil der Mann ‚fies‘ war – hier näher beziffert als ‚betrügender, trinkender, liebloser, schlagender, spielsüchtiger oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbarer Ehemann‘. Ich höre wirklich immer nur: ‚wir haben uns auseinandergelebt‘, bevor dann ggf. über etwaige Charakter- und Beziehungsmängel des anderen hergezogen wird. Soviel zum Thema unterschiedliche (individuelle) Erfahrungswelten. Aber ich kenne eine Mutter, die vom Vater erschlagen wurde – es war die Mutter von jemandem aus meinem näheren Kollegenkreis zu Gymizeiten. Deshalb begrüsse ich sehr, dass Anzeigen von Beziehungsdelikten nicht mehr zurückgezogen werden können, sondern von Amtes wegen weiter verfolgt und abgeklärt werden. Und noch mehr würde ich es begrüssen, wenn Kinder aus Familien, in denen es gemäss Abklärung nachweislich zu Handgreiflichkeiten, Schlägen und Missbrauch an welchen Familienmitgliedern auch immer kommt (gekommen ist), sofort aus der Familie genommen werden, falls das (mit-)betroffene Elternteil nicht selbst umgehend entsprechende Konsequenzen zieht (gezogen hat). Wie bezüglich Obhut weiterverfahren wird, wäre im weiteren Verlauf abzusehen – aber es kann nicht sein, dass Frauen mit ihren Kindern immer wieder zu Männern zurückgehen, die schlagen. Oder Männer bei handgreiflichen Frauen bleiben, weil sie keine (rechtliche) Alternative sehen.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: „im Gegensatz zu Frau Fischer kenne ich kein Paar, dass sich deswegen getrennt hat, weil der Mann ‚fies‘ war – hier näher beziffert als ‚betrügender, trinkender, liebloser, schlagender, spielsüchtiger oder psychisch für ein Familienleben nicht mehr tragbarer Ehemann‘.“
        Was ich immer wieder höre und lese ist, dass Frauen sich trennen, weil sie die ständigen Diskussionen um Erziehungsfragen satt haben. Logisch, dass sie dann auch wenig von gemeinsamem Sorgerecht halten. Und doch gehört doch genau dieses Abgleichen, mitenander einen Weg finden, dazu, sind doch beide Eltern auch hier in der Verantwortung.

  • Werner boss sagt:

    Merkwürdig ist nur, dass diese ach so vernachlässigten und misshandelten Frauen, dann immer wieder zu ihren früheren Lovern zurückkehrten, oder zumindest nach kurzer Vergessenheit, von ihnen Schwärmten! Dass bei solch zweifelhaftem Verhalten der Eltern,für die Kinder oft Nachteile für ihr ganzes Leben entstehen,das wird leider nach wie vor abgestritten! Und dies obwohl es mehrfach bewiesen ist. Die Frauen sind um kein Haar besser als die Männer!

  • Alex sagt:

    Ach, da war es wieder! Die armen armen Frauen, die nichts dafür können.
    Zu einer Trennung gehören immer 2. fifty-fifty! Dieser Artikel ist extrem einseitig.

    • ruedie sagt:

      NEIN, zu einer Trennung gehören nicht grundsätzlich zwei… man kann auch verlassen werden und das Gefühl habe das alles in Ordnung ist in der Beziehung, weil einem das Gegenüber das Glauben lässt und einfach zu feige ist es zu sagen das es nicht mehr stimmt…also wo bitte schön hat der 2te Teil mit Schuld??

      • mutter von 4 sagt:

        mein lieber ruedie,
        der 2te teil sollte selber merken wenn was nicht stimmt, sowas kommt schliesslich nicht von heut auf morgen, und das thema ansprechen. reden, reden und nochmal reden. ohne das gehts nicht. nichts desto trotz sollten beide dazu bereit sein sich zu ändern, fehler einzusehen und daran zu arbeiten usw. also es gehören beide dazu.

      • Lola sagt:

        Mutter von 4

        Ach so, man sollte hellseherische Fähigkeiten besitzen….ok, wenn der Mensch
        diese Fähigkeit hätte, würden viele Dramen im Leben nicht passieren…oder?

      • Papperlapapi sagt:

        „Reden, reden, reden“ ist eine sehr weibliche Herangehensweise. Auf das positive Fokussieren, schönes Geniessen, offensichtliche Fettnäpfchen und wunde Punkte des Partners umgehen und Probleme unter den Tisch kehren, ignorieren, hinnehmen, nicht ansprechen funktioniert mindestens so gut wie das stundenlange Auswalzen gegenseitiger Defizite und Versagen….

      • Sportpapi sagt:

        @Mutter von 4: Vielleicht sollte man wirklich. Tut aber nicht. Und nein, viel reden halte ich auch nicht für die einzige Lösung. Bzw. dann natürlich schon, wenn eine Seite gerade darin (und nur darin) die Lösung sieht.

      • Hotel Papa sagt:

        @MamiVoVier: Ist doch eigentlich bekannt, dass das mit der Thelepathie in der Beziehung nicht so klappt.

        Wenn der Anspurch besteht: „Wenn Du mich liebst, dann spürst Du das!“ Ist der Kommunikationsfehler nicht auf der Seite des ‚Gefühllosen‘.

      • Felix Stern sagt:

        @mutter von 4: Als Mutter von 4 können Sie den Vater dieser 4 Kinder verlassen und kassieren Alimene. Der Vater ist hingegen finanziell ruiniert. Das verschiebt die Interessenslage und die Dinge sind niht mehr 50-50. Und dass die Frauen die armen Opfer sind, wie in diesem Artikel beschrieben glauben ja nicht eimal die Mehrheit der Frauen.

  • Hotel Papa sagt:

    Dann schaffen wir doch die Ehe ab. Weil offensichtlich 50% der Männer nicht dazu zu gebrauchen sind, zu wenig Übermenschen sind. Übermenschen kommen grundsätzlich nur in der Form XX.

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