Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Mature woman looking anxious

Ein Kontaktabbruch hat meist eine lange Vorgeschichte. Foto: Getty Images.

Wenn Leute sie nach ihrer Mutter fragen, sagt sie jeweils, die sei schon lange gestorben. Was allerdings nicht stimmt. Meine gute Freundin, von der hier die Rede ist, hat noch eine Mutter, doch sie hatte eine enorm schwierige Beziehung zu ihr, ja eigentlich gar keine. Die letzten zehn Jahre haben sich die beiden weder gesehen noch gehört, und keine von beiden scheint das Bedürfnis danach zu haben. Aber das sei etwas, was man den Leuten nicht erklären könne, ohne dass sie schockiert seien oder über Gebühr Mitleid hegten, erzählte mir meine Freundin unlängst. Deshalb habe sie ihre Mutter für tot erklärt. Das sei einfacher, und meistens kämen dann auch keine weiteren Fragen mehr.

Eine so drastische Entfremdung zwischen Mutter und Tochter ist zwar eher selten, aber doch häufiger, als man meint. Die Psychotherapeutin und ehemalige Journalistin Claudia Haarmann hat ein Buch darüber geschrieben: «Kontaktabbruch, Kinder und Eltern, die verstummen».

Im Zentrum des Buches steht die Mutter-Tochter-Beziehung, eine oft äusserst delikate Angelegenheit, aber auch Väter und Söhne sind mitgemeint. Es richtet sich vor allem an Eltern und Grosseltern, die nicht verstehen, warum ihre Kinder sich von ihnen abgewandt haben oder den Kontakt zu den Enkeln vorenthalten, und zeigt auf, dass solche Entwicklungen immer eine sehr lange Vorgeschichte haben – oft sogar über Generationen hinweg.

Es ist kein einfaches Buch. Zwar ist es leserlich, anschaulich und berührend geschrieben, aber eben auch schonungslos ehrlich. Schliesslich geht die Autorin davon aus, dass Menschen, die ein solches Buch lesen, bereit sind, etwas an ihrer Situation zu ändern. Sehr klar schält sie heraus, dass ein Kontraktbruch in einer Familie seine Wurzeln in der Regel im elterlichen Verhalten hat, und zwar schon während der sehr frühen Jahre der Kindheit. Aber sie ist sich aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit auch bewusst, wie schmal der Grat ist zwischen der Einsicht, dass man Ursache ist für ein Problem, und lähmenden Schuldgefühlen und Scham.

Denn eigentlich wollen praktisch alle Eltern ihren Job wirklich und aufrichtig gut machen. Aber je nach eigener Geschichte fällt es schwer, einem Kind die Aufmerksamkeit und Bestätigung zu geben, die es braucht. Auch Stabilität ist ein ganz zentrales Thema. Eltern, die selbst instabil sind, aus welchen Gründen auch immer, geben ihren Kindern nicht die Geborgenheit, die diese zum Leben brauchen. In vielen der erwähnten Fallbeispiele ist von Kälte die Rede, von unaufrichtiger oder fehlender Kommunikation oder von zu niedrigen bzw. zu hohen Erwartungen an die Kinder. Deren Reaktion auf all diese Missstände ist stets grosser emotionaler Stress. Wie sich der auswirkt, ist allerdings stark abhängig vom Kind. Das Spektrum reicht von Rebellion über Rückzug und Überangepasstheit bis hin zu einer verblüffenden Stärke und Selbstständigkeit.

Vor allem bei den sogenannt braven Kindern fallen Eltern aus allen Wolken, wenn diese sich als Erwachsene scheinbar plötzlich von ihnen abwenden. («Er oder sie war doch immer so lieb und hat nie Probleme gemacht.»)

Auf differenzierte Weise führt Claudia Haarmann die Leser über Fallprotokolle und Erkenntnisse aus der Psychologie daran heran, sich selbst Dinge einzugestehen, die man so bislang nicht gesehen hat, sehen wollte. Dem zugrunde liegt ihre Überzeugung, dass es möglich ist, wieder in Kontakt zu treten – aber nur, wenn Offenheit und wahrer Wille zur Einsicht und Veränderung da sind. Ohne Wenn und Aber.

Auch wenn wir uns gern in Sicherheit wähnen: Das Buch ist durchaus auch für Eltern mit Kindern lesenswert, die noch jünger sind. Es führt eindringlich vor Augen, wie essenziell es ist, mit ihnen in Kontakt zu stehen, sich aufrichtig für sie zu interessieren, ihnen nicht unsere Ängste und Sorgen aufzubürden oder unsere übersteigerten Erwartungen. Lieben, zuhören. Reden. Eigentlich ganz einfach. Aber je nach eigener Geschichte oft schwerer, als wir es wahrhaben möchten.

Am eindringlichsten illustriert dies für mich die Beziehung von Alice Miller und ihrem Sohn, die Haarmann ausführlich bespricht. Miller war eine Schweizer Psychologin und Kindheitsforscherin, verstand sich in den 70er- und 80er-Jahren als Advokatin der Kinder und wurde damit sehr berühmt. Nur ihrem eigenen Sohn gegenüber war sie offenbar ausserstande, die Wärme und Empathie aufzubringen, für die sie so vehement plädierte. Allein schon ihre Briefe an ihn, in denen sie sich und ihm eingesteht, dass die Härte und das Schweigen in ihrer eigenen Kindheit so prägend waren, dass sie alles verdrängte – und gerade deshalb unbewusst weitergab –, macht das Buch zu einem Lesestoff, der unter die Haut geht und dort auch noch lange schwelen wird.

PS: Die Mutter meiner eingangs erwähnten Freundin stammt übrigens aus Ungarn und hat eine harte und oft sehr entbehrungsreiche Kindheit hinter sich. Die einzige Art, wie sie so etwas wie Zuneigung ausdrücken konnte, ging über das Essen. Davon besorgte sie ihrer Tochter immer und reichlich.

86 Kommentare zu «Wenn Kinder den Kontakt abbrechen»

  • Urs W. Scheu sagt:

    seit elf jahren bin glücklich zum zweiten mal verheiratet. aus meiner ersten ehe, die doch 12 jahre dauerte habe ich zwei kinder. eine tochter, 26 und einen sohn 22 jahre alt. mit meiner ehemaligen frau (ex tönt sö negativ) habe ich nach wie vor einen guten kontakt. meine kinder leben leider nicht in der nähe, aber wissen dass die sie mich jederzeit kontaktieren, bzw. besuchen können. was sie auch rege nutzen.
    alls während der pubertät meines sohnes probleme auftraten bat mich meine ehem. frau mit ihm zu sprechen, quasi von mann zu mann.. es hat gefruchtet! seinen neuen vater konnte er nie akzeptieren, hat offen gegen ihn getrotzt. mir hingegen hat er zugehöhrt.
    gruss urs
    ps. meine kinder und ich sind hochgradig ADHS’ler…

  • Charles sagt:

    Was ist denn das für ein Unsinn, zu behaupten, die Eltern seien tot, obwohl die quicklebendig sind? Man kann doch ganz einfach und klipp und klar sagen, man habe keinen Kontakt zu den Eltern und wünsche auch keinen, und das Thema sei kein Gesprächsthema. Es gehört etwas Reife und Stärke dazu, aber nicht viel. Und wenn jemand dennoch weiterbohrt, ist das eine gute Gelegenheit, auch den Kontakt zu dem abzubrechen…

  • BZ sagt:

    Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen, weil mein Vater unter einer chronischen (unbehandelten) Schizophrenie litt und während akuten Phasen extrem gewalttätig war. Ich habe unzählige Prügel-, Messer- und Würgattacken (üb)erlebt und meine Eltern trotzdem geliebt. Der Kontaktabbruch erfolgte erst 12 Jahre nach meinem Auszug aus dem Elternhaus. Ausschlaggebend für den Kontaktabbruch war (und ist) die Tatsache, dass meine Eltern kategorisch leugnen, dass die oben erwähnten Vorfälle stattgefunden haben.
    Und ja, auch in meinem Umfeld reagieren die Leute meist mit einem spontanen „aber man muss seinen Eltern doch verzeihen, alles andere ist unreif“, wenn sie mitbekommen, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe. Und nein, diese Reaktion ist nicht wirklich hilfreich…

    • Doia sagt:

      Hallo BZ, das war die absolut richtige Entscheidung! Lassen sie sich auf keinen Fall etwas anderes einreden. Den Kontak zu den Eltern abbrechen ist in unserer „modernen “ Gesellschaft ein no go und somit immer noch ein Tabuthema. Ich habe noch von keinen Eltern gelesen, welche zugeben zu wissen warum ihre Kinder den Kontak abbrechen. Sie stellen immer die Kinder als die Bösen hin und sie die armen Eltern. Warum soll man bei Menschen bleiben die einem quälen, obwohl sie einem lieben sollten? BZ, super gemacht. Schützen sie sich. Viel Glück.

    • Bärbel Schenk sagt:

      Hallo BZ
      Ich finde deine Entscheidung richtig, denn bei solchen Eltern kann und sollte man nicht bleiben.
      Ich gehöre leider zu den Eltern, wo das Kind den Kontakt abgebrochen hat. Bei mir sind es ganz harmlose Sachen. Meine Schwiegertochter kommt mit meiner Art nicht klar und das sehe ich nicht als Grund an, den Kontakt abzubrechen. Ich leide sehr darunter meinen Sohn und die Enkelkinder nicht sehen zu können. Ich liebe sie alle trotzdem.
      Wünsche dir viel Glück im weiterem Lebens. L. G Bärbel

  • Dr. Cox sagt:

    Irgendwann habe ich gemerkt, dass er mich niemals etwas gefragt hat, da war er so um die 15. Das Verhältnis zu ihm schien mir eigentlich recht normal – soweit man von „normal“ sprechen kann, wenn man sich in den 12 Jahren seit der Scheidung von seiner Mutter nur etwa alle zwei Wochen sehen kann und nur noch sporadisch am Leben und Großwerden seines Kindes teilnehmen kann. Dann igelte er sich zunehmend ein an den wenigen Besuchswochenenden, alle Kommunikationsversuche blockierend. Das zog sich so über Jahre hin und wurde dann für alle Beteiligten immer mehr zur Farce bis ich vor zwei Jahren die Reißleine gezogen habe. Kein Taxidienst mehr über 500 KM pro Besuchswochenende. Das Ergebnis: Kein Anruf mehr. Keine E-Mails. Nicht ein einziger Besuch. Kein Interesse. Nada. Stattdessen Post von Anwälten und Gerichtsvollziehern. Und das 15 Jahre nach der Scheidung, über 100 TEUR gezahltem Unterhalt, unzähligen Wochenenden auf der Autobahn und ungezählten Wochenenden, deren Planung mit der „Zweit“-Familie mal wieder kurzfristigst über den Haufen geworfen wurde mit all dem dazugehörigen Stress.

    Ich hab keine Ahnung, welcher Igel da gebürstet wurde. Aber wenn ich mir heute seine Posts auf Instagram so anschaue, dann weiß ich, dass es so besser ist. Mein Sohn ist einfach eine Flachzange, nicht unbedingt intellektuell, aber zumindest emotional – hart aber wahr. Wie gut dass da kein Kontakt mehr ist.

    • Mann Weinenicht sagt:

      @Dr. Cox: Willkommen im Club der verstossenen Viel-Fahrer-Väter. Mich erstaunt ein wenig, dass kein einziges Kommentar auf das Thema PAS verweist. Die 99 Studien des US-Experten Gardner müssten doch Alarm auslösen.

    • Charles sagt:

      Wenn ich Geschichten wie die Ihre mitbekomme, frage ich mich immer, wieso ein Mann so lange einen solchen Mist mitmacht. Weil er „sein Kind liebt“? Unsinn! Dem hätte er einen grösseren Dienst mit einem klaren Tarif erwiesen.

  • Beat Bannier sagt:

    In unseren Klein und Kleinst Familien ist auch der Horizont (Einstellungen, Meinungen dem Leben gegenüber) sehr klein, die Beeinflussung durch die Eltern umso grösser, und häufig auch länger als Früher.
    Schuldzuweisungen, weshalb die Eltern-Kind Beziehungen nicht Lebenslänglich attraktiv bleibt, sind kontraproduktiv u. entspringen einer Zwangsvorstellung.
    „Unsere Kinder sind nicht unsere Kinder…denn ihre Seelen wohnen im Haus von Morgen, dass ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen“. Khalil Gibran.

  • Alpöhi sagt:

    Schwieriges Thema. Zwar stimmt es, dass man Vergebung nicht einfordern kann, und doch denke ich, dass sie der Schlüssel zur Heilung ist. Eltern tun gut daran, ihren Kindern zu vergeben, und umgekehrt. Wenn ich der Person x nicht vergebe, dann trage ich der Person x etwas nach. Dabei trage ICH; die deutsche Sprache ist hier sehr genau.

    Es geht also darum, die Fehler unserer Nächsten nicht mehr herumzutragen. Abzulegen. Loszulassen. Das ist etwas ganz Anderes als Verdrängen.

    Als Chri st darf ich mir vorstellen, dass G.tt auch in allen schlechten Momenten da war und mitgelitten hat. Das hilft mir. So fand ich Frieden. Your mileage may vary, andere dürfen das anders sehen.

    • Anne Baynor sagt:

      Ja, danke. So sehe ich das auch und wünschte es mir.

    • bruno menzi sagt:

      Finde ich immer besonders einleuchtend, wenn solche Superchristen wie sie dem Rest der Menschheit erklären wollen, wie sie zu funktionieren hätten, damit es untereinander klappen würde…

      • Alpöhi sagt:

        Menzi, zum einen dürfen Sie meinen letzten Absatz wegdenken, wenn Sie wollen. Mein Beitrag ist dann immer noch vollständig. Zum anderen habe ich nichts dagegen, wenn Sie Ihre Last weiter (nach-) tragen wollen.

      • Charles sagt:

        Herr Menzi, wenn man ohne jeden religiösen Gedanken Ihre Worte liest und die des Herrn „Alpöhi“, findet man in Ihren Zeilen nicht den geringsten Lösungsansatz oder -versuch, in den Worten des „Alpöhi“ jedoch findet man eine Möglichkeit einer Lösung.

      • Hagen sagt:

        Guten Tag,
        Meine persönliche Meinung ist, man kann Probleme nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen die zu seiner Entstehung beigetragen haben.
        Und genau da wird’s komplex ! sich am Ursprung zu orientieren, ihn gar zu kennen ist, sein wir mal ehrlich nicht leicht.
        Ein wichtiger Punkt ist wie ich annehme zu denken was der andere eventuell
        von „mir“ denkt, was aber nur zu Kompromissen oder „angepassten“ verhalten führt, und das auch noch grundlos – so können sich mit der Zeit der eigene Standpunkt, vorstellungen , freundschaften negativ entwickeln .
        Sagen was zu sagen ist, nicht auf den „passenden“ Moment warten, und der eigenen Empathie mehr Raum lassen .

  • andreas lamers sagt:

    eine erfahrung die geschiedene vaeter sehr haeufig haben, ich habe zu meiner aeltersten tochter keinen kontakt mehr, obwohl ich zu hause geblieben bin und immer fuer sie da war, nach der scheidung noch kurz aber nach dem das besuchsrecht eingestellt worden ist kaum mehr, und das wenige waren eben geld forderungen weil einen neune vater hat sie ja. zu meinen stiefkindern die alter sind habe ich gute kontakte, zu meiner juengsten nicht da die bei kontaktversuchen zufaellgierweise nie da ist. denke nicht das das wieder gut wird in 10-20 jahren wenn sie selber kontakt aufnehmen koennte.

    • Charles sagt:

      Vielleicht möchten Ihre Kinder gerne Kontakt zu Ihnen, schaffen es aber nicht, Ihre Mitteilung zu lesen. Könnten Sie sich bitte mal einen verständlicheren Ausdruck beibringen lassen? Danke!

  • Christine sagt:

    Ich gehöre auch zu denjenigen, die zu einem Elternteil den Kontakt abgebrochen hat. Im Moment des Abbruchs war ich davon überzeugt, dass die ganze Schuld und Verantwortung beim Elternteil lag. Mittlerweile aber bin ich davon überzeugt, dass wir in unseren charakterlichen Eigenschaften inkompatibel waren. Der Stress war dauernd und wohl gegenseitig. Der Elternteil hat sich ausgelebt in Erniedrigungen und Aggressionen, war aber wohl auch ziemlich hilflos im Umgang mit dieser Unverträglichkeit. Wäre es „normal“ gewesen, dass es auch innerhalb der Familie Persönlichkeiten gibt, die nicht miteinander klar kommen und auch nicht klarkommen müssen, dann hätten wir uns wohl vor zig Jahren „im Frieden“ getrennt und uns in Ruhe gelassen, das wäre beiden wohl besser bekommen. Da aber für die Menschen um uns herum eine innerfamiliäre Trennung nicht in Frage kam und moralisch aufgeladen wurde, haben wir diesen wahrscheinlich wohltuenden Schritt verpasst, auf Familienbande gemacht und Schaden genommen, zumindest ich.

  • M.V.R. sagt:

    Wir dürfen uns freuen, dass -zumindest in unseren Breiten- dank der vielen Ratgeber, Therapien etc.- eine Generation von Eltern wirkt, bzw Kinder heranwachsen, die endlich das Stadium des archaischen Zeitalters überwindet. Fromme würden dieses Zustand wohl als „paradiesch“ bezeichnen. Keinen Schmerz, keine Last, keine Abhängigkeiten, keine ungesunden Prägungen mehr. bzw. kaum Verletzungen, Einschränkungen. etc. Der freie, selbstbestimmte, emphatische Mensch, welcher sich (jenseits manipulativer Menschen, sorry Mütter) frei entfalten und mit der gesamten Kraft dieser schmerzfreien Existenz, den Rest der Welt befriedet. Oder so. Sollte es doch noch zu dicke oder zu dünne, zu neurotische oder zu „leidende“ , und damit zu individualistischer „Prägung“ kommen, wird uns sicher bis dahin eine Software zur Verfügung stehen, die auch die letzten „Unvollkommenheiten“ menschlicher Wesen (also Mütter) substituieren kann. Auch da bin ich voll zuversichtlich. Man müsste diese Substrate nur perfekt programmieren. Die Therapeuten in einen Sofwarekurs schicken. Womöglich. Wer Ironie findet, darf sie behalten. 😉

  • Helena sagt:

    Ich kann nur empfehlen, dass sich Mutter/Tochter bzw. Sohn/Vater mithilfe einer psychologisch geschulten Person (Mediator) aussprechen. Es gibt immer viele Missverständnisse, falsche Annahmen, wenn die Eltern-Kind-Beziehung im Argen liegt. Sind die Eltern dann wirklich gestorben, ist es zu spät, und man bereut für den Rest des Lebens, das alles nicht aufgeklärt zu haben. Es ist nie zu spät – ausser wenn sie gestorben sind.

    • Lala sagt:

      Genau solche Kommentare sind für Betroffene sehr verletzend. In manchen Fällen bringt diese Aussprache nichts oder war erfolglos.
      Wenn du für Jemanden keine guten Gedanken hast, entlasse ihn aus deinem Herzen.
      Man kann den Kontakt auch abbrechen ohne Groll. Würde man noch in Kontakt stehen, würde man hingegen ständig streiten.

  • Freddy sagt:

    Dieses „Abbrechen“ hat keine organisch psychischen Wurzeln, sondern beruht meistens auf der Tatsache ; dass die Tochter die Mutter haarfein durchschaut und damit nicht einverstanden ist ! …nicht mehr und nicht minder…

    • maurena salzmann sagt:

      Lieber Freddy
      Danke für diese Formulierung, besser hätte ich es nicht schreiben können. An starken Tagen denke ich mir, dass meine Mutter unglaublich viel strenger mit sich selber sein muss als sie es mit mir war und das ganz schrecklich sein muss, an schlechten Tagen macht es mich stinksauer, dass sie ihren eigenen Schmerz so schamlos an uns Kindern ausgelassen hat.

      Ich sage immer, dass ich es vermisse, eine Mutter zu haben, jedoch meine Mutter ganz und gar nicht vermisse.

  • Daniela sagt:

    Schauen wir doch nun in die andere Richtung – nach Vorne….
    An alle nicht geliebten (was unbewusst sehr viele sind, denn was ist wohl diese klägliche Leere in uns, welche wir versuchen, mit gekauften Sachen oder unterhaltungsorientierten Ausflügen, ständig zu stopfen….): liebt eure Kinder vom Anfang der Zeugung – schenkt ihnen gerechte Aufmerksamkeit – tragt sie so häufig es geht – lässt sie euren Herzschlag spüren, sie werden sich genug früh trennen wollen, ihren eigenen Weg gehen….. und dann immer mal wieder zurückkehren und hallo sagen.
    und ja, danke @h.meier, man bekommt keine Kinder, um geliebt zu werden sondern um Liebe zu geben.

  • Carolina sagt:

    Es gibt mMn tatsächlich Konstellationen und Familienverhältnisse, bei denen ein völliges Abwenden die einzige Möglichkeit ist. Manche mögen das Verdrängen nennen, aber Verdrängen kann auch eine (manchmal nur temporäre) Strategie sein, um sich aus dem Leidens-Teufelskreis auszuklinken.
    Eine Pflicht seitens der Kinder zur Vergebung gibt es nicht – oft klingt es für diese wie Hohn, wenn zur tiefsten Verletzung auch noch von aussen dazu geraten wird, sie müssten vergeben (was immer das überhaupt heisst).
    In manchen Fällen können Kinder irgendwann ihre Eltern als das akzeptieren, was sie sind/waren, vielleicht sogar ein gewisses Verständnis entwickeln und damit sich selber von falscher Verantwortung befreien. In anderen aber ist es besser für die eigene Psychohygiene, einen klaren Strich zu ziehen – auch wenn die Vergangenheit und die eigenen Haltungen und Strategien, die ein Kind sich angeeignet hat, immer im Hintergrund lauern. Es ist mühsam und sehr, sehr schmerzhaft, aber Menschen können als Erwachsene lernen, die Eltern für die Lasten, die sie ihnen aufgebürdet haben, auch verantwortlich zu machen.
    Ich musste zu Beginn meiner Tätigkeit lernen, dass Dinge oft völlig anders sind, als sie sich nach aussen darstellen. Einige Male habe ich vorschnell geurteilt und jammernde Eltern als Opfer angesehen – dafür schäme ich mich heute noch. In allen Fällen, bis auf einen, bot sich später ein anderes Bild, in dem Eltern (manchmal auch Grosseltern oder Geschwister) die alleinige Verantwortung für die Flucht der Kinder/Enkel trugen (ganz selten gibt es Fälle, in denen Erklärungen auf eine psychische Krankheit/Befindlichkeitsstörung hinweisen). Der Missbrauch besteht darin, dass den Kindern auf perfide Art und Weise die Verantwortung für das (Fehl-)Verhalten der Eltern auferlegt wurde und sie diese noch als Erwachsene nicht loslassen können.
    Also halten wir uns alle mit Be-/Vorverurteilungen zurück – es gibt so gut wie immer gute Gründe für dieses Verhalten.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Carolina

      „In manchen Fällen können Kinder irgendwann ihre Eltern als das akzeptieren, was sie sind/waren, vielleicht sogar ein gewisses Verständnis entwickeln und damit sich selber von falscher Verantwortung befreien. In anderen aber ist es besser für die eigene Psychohygiene,…“

      ich finde nicht dass sich das ausschliesst, im Gegenteil.
      Aktzeptieren und verstehen dass es so war wie es war, und sich im schlechteren Fall eben auch nicht zum Besseren wenden wird weil die Eltern (kann auch für Geschwister gelten) in ihren Möglichkeiten limitiert sind; und es gerade deshalb für die eigene Gesundheit besser ist die Leinen gekappt zu halten…

      Bei „kontaktarmut-jammernden Eltern“ klebe ich eher vorschnell das Etikett „Täter!“ drauf… 😉

      • tina sagt:

        kontaktarmut und totaler kontaktabbruch sind aber schon 2 dinge.
        auch eltern haben eltern und wurden auch in rollen gezwungen, häufig doch nichtmal mit böser absicht, aber auch die eltern unserer eltern haben eltern ;-). seid ihr alle so sicher dass ihr alles achso richtig macht und keine verletzungen anrichtet? ich wäre mir da nicht so sicher.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        erstens, ob Kontaktarmut oder totalerAbbruch spielt keine Rolle wenn Eltern darüber jammern/klagen ohne Einsicht dass es an ihnen liegen könnte…

        zweitens, weshalb leiten Sie umgehend ab, diejenigen welche hinstehen und unangenehme Dinge benennen, seien in der Kategorie „Stolz“ zu versorgen? Dass man sie auch umgehend dran erinnern müsste ob sie sich denn sicher seien alles achso richtig zu machen?

        Und drittens, bezüglich Geschwisterschaft bin ich mir sogar sicher es zumindest viel besser zu machen- ich nehme mir die Freiheit auch meine Erziehungsarbeit „bewerten/einschätzen“ zu dürfen.
        Das dann grad auf die Schiene „ach, überzeugt keine Verletzungen anzurichten?“ aufzugleisen ist schönstes schwarz-weiss-malen.

      • tina sagt:

        wieso so schnippisch?
        kontaktabbruch wird schon auf drastischeren vorkommnissen beruhen.
        denken nicht alle eltern, sie machen es besser als ihre eltern? ich habe das beobachtet: sie wollen es besser machen, und machen dafür etwas anderes falsch und merken es nicht mal, denn aus ihrer perspektive haben sie es besser als ihre eltern gemacht.
        mein gedanke war etwas mehr verständnis für eltern und an stolz dachte ich überhaupt nicht. ich glaube du interpretierst einen tonfall in meinen text der nicht so gemeint war. lass mich nett und fragend tönen, danke

      • tina sagt:

        im gegenteil brunhild, ich denke ich werde im besten willen alles besser als meine eltern zu machen, fehler machen, die ich nicht bemerke. meine kinder werden sich irgendwie in ihre rolle einfügen (oder eingefügt haben) und erst mit 20 oder 50 merken, dass ihnen die rolle, die ich ihnen „verpasste“ nicht gerecht wird. natürlich tue ich mein bestes, das nicht zu tun! aber ich glaube einfach dass man das nicht komplett durchschaut

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ ich hab noch viertens vergessen, wir alle haben, in bescheidenem oder grosszügigerem Massstab, Prägungen welche sich destruktiv auswirken können.

        Das gehört als Reaktionskette „verstanden“, im besten Falle versöhnt-nachvollzogen, richtig.
        Aber falsch wäre es, und das klingt mir ein bisschen danach, die Verantwortung auszublenden.

        Egal was meine Lasten/mein innerer Gifttank sind, es ist meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass ich diese Lasten und Gift nicht Anderen aufbürde. Selbstverständlich brauchts dafür Einsicht dass man Andere mit gewissen Dingen nicht allzu glücklich macht, vielleicht sogar unglücklich und mehr. Aber das gehört zum Er-wachsen werden mit dazu, wird vielleicht zu oft unter den Tisch gewischt.

      • tina sagt:

        ich verstehe nicht, was an meinem text als „verantwortung“ ausblenden verstanden werden kann.
        wenn man aber der ansicht ist, man macht alles richtig (wenn man nur nicht die fehler macht, die man seinen eigenen eltern vorwirft), dann ist das für mich schon ein alarmzeichen, dass man sich selber zu wenig kritisch betrachtet und das wiederum finde ich, kann tatsächlich dazu führen dass man die eigene verantwortung nicht genügend trägt. grad von gifttank zu sprechen finde ich etwas drastisch.
        ein bisschen erschreckend fand ich eure ettikettausteilere schon, ja.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina
        es geht um Kontakarmut bis Kontakabbruch, in der Regel führen die „üblichen Fehler“ nicht dazu, sondern es braucht es gewichtigeres. Deshalb auch „Giftank“, ein kleines Ungeschick führt nämlich nicht unbedingt zu von Ihnen als „drastisch“ formulierten Massnahmen.

        Und nein, wenn Kinder das noch als einzigen Weg sehen gesund zu bleiben finde ich Verständnisaufrufe nicht einfach nur „fragend-nett“.
        Erschreckend finde ich eher, dass davon ausgegangen wird, oder fast schon unterstellt, man sei der Ansicht „alles richtig zu machen“ und umgehend darauf hingewiesen werden muss.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina
        es geht um Kontakarmut bis Kontakabbruch, in der Regel führen die „üblichen Fehler“ nicht dazu, sondern es braucht es gewichtigeres. Deshalb auch „Giftank“, ein kleines Ungeschick führt nämlich nicht unbedingt zu von Ihnen als „drastisch“ formulierten Massnahmen.
        Ob ich mir das Gift selbst gebraut hab oder eingeflösst erhielt spielt für die darunter Leidenden keine grosse Rolle, aber es ist „Gift“ wenn meine Kinder vor mir fliehen müssen, und das soll so gesagt werden können.

        Und nein, wenn Kinder das noch als einzigen Weg sehen gesund zu bleiben finde ich Verständnis aufrufe nicht einfach nur „fragend-nett“.
        Erschreckend finde ich eher, dass davon ausgegangen wird, oder fast schon unterstellt, man sei der Ansicht „alles richtig zu machen“ und umgehend darauf hingewiesen werden muss.
        Da reagiere ich empfindlich, denn ich habe zuviele Menschen gesehen die enorm viel auf sich nehmen mussten um in einigermassen gutes Leben zurückzufinden.

      • tina sagt:

        du kannst das anders sehen, klar, aber ich meinte wirklich, und so schrieb ich das (und erklärte nochmals), dass ich sicher bin, dass man nicht jeden fehler mitkriegt. rollen die sich einschleifen aufgrund von elterlicher unperfektheit, das kann eine höllenbürde sein für ein kind, aber trotzdem nicht ein schlimmer, offensichtlicher fehler der eltern.
        das kann schon auch zu kontaktabbruch führen, aber hier war ja auch die rede von kontaktarmut (hier zwischen dir und carolina).
        natürlich sind auch in diesem beispiel von mir die eltern schuld. aber von täter und gifttank zu sprechen finde ich völlig unnötig überspitzt. manchem tut die elterlich zugeteilte rolle, die sich ja als kleinkind einspielt und unbewusst übernommen wird, einfach dermassen nicht gut, dass er sich ausklinken muss. aber ohne dass etwas dramatisches vorgefallen wäre.
        es ist meine persönliche haltung, dass ich glaube, dass die menschen im allgemeinen nicht fehlerfrei sind. familiäre rollenmechanismen sind ja wirklich nicht so leicht zu durchschauen. und was elterliche äusserungen im kindlichen kopf an gedanken auslösen und reaktionen, das kannst du nicht kontrollieren.

      • tina sagt:

        anscheinend habe ich da ein fettnäpfchen oder eine empfindlichkeit erwischt. sorry, ich wollte nicht darauf herumtrampeln

      • tina sagt:

        ich finds auch ein bisschen müssig, dass du mir erklärst worum es geht. mal gehts um kontaktarmut, 2 beiträge später im selben thread wieder nicht.
        mein gedankengang war nunmal, dass es auch durch nicht so drastische fehlverhalten der eltern dazu kommen kann, dass familiäre mechanismen einem familienmitglied nicht gut tun, so dass es sich da rausnehmen muss oder will.
        aber du erklärst mir, darum geht es nicht. dieses rumpelnde „dir sage ich jetzt wie die welt funktioniert“ ist übrigens genau ein punkt, warum ich mir meine eltern manchmal ein paar monate lang nicht antue ;-). sie werdens nie lernen, dass ich zwar die jüngste bin, aber inzwischen doch auch über ein wenig lebenserfahrung verfüge und den einen oder anderen eigenen gedanken entwickle

      • Carolina sagt:

        Brunhild, ich habe mit Ihrem 14:48 von gestern keinerlei Probleme – habe mich nur ein wenig polarisierend ausgedrückt.

        Tina, ohne diese Diskussion jetzt weiterziehen zu wollen: ich habe nicht von Kontaktarmut gesprochen! Im Gegenteil, ich habe versucht darauf hinzuweisen, dass es hier nicht um ’normale‘, wahrscheinlich in den meisten Familien irgendwann auftauchende Fehlbarkeiten der Eltern geht, sondern um gravierende, zumindest von den Kindern als gravierend eingestufte, Verletzungen geht. Das kann von extremer Lieblosigkeit, Vernachlässigung, Benachteiligung bis zu Missbrauch aller Arten gehen.
        Eine einigermassen intakte Familie wird es – zumindest irgendwann – verkraften, dass auch Eltern Fehler machen; bei Dingen wie von manchen hier geschilderten steht das sehr in Frage. Das Phänomen, dass die meisten Menschen irgendwann verstehen, warum ihre Eltern so oder so gehandelt haben und von da an auch verständiger und gelassener mit ihnen umgehen können, ist eines; dass Kinder auch noch (implizit) mitverantwortlich gemacht werden für wirkliche Sünden der Eltern und daran vielleicht ein Leben lang zu tragen haben, ist etwas anderes. Und natürlich liegt die Grenze bei jeder Familie woanders.

  • Hebert Meier sagt:

    Eltern können sich auch bei den erwachsenen Kindern melden, und umgekehrt. Zu erwarten, dass in einem von selbst der Wunsch entsteht Kontakt aufzunehmen ohne, dass je etwas dafür getan wurde, ist falsch. Essen auf den Tisch zu stellen bedeutet nicht, dass eine Beziehung besteht. Es braucht zwischenmenschlichen Austausch.

    Eltern / Kind sind nicht Freundschaften, aber, authentisches Interesse und Respekt führt zum Erfolg, beiderseits. Wenn die Eltern das schon gemacht haben als die Kinder kleine waren, um so besser.

    Denn, nicht das Kind macht den ersten Schritt, sondern die Eltern müssen den ersten Schritt machen, sie gehen auf das Kind zu, von Kindesalter an. Die Kinder sind 20-30 Jahre in der Entwicklung weiter zurück. Zu erwarten, dass Kind habe einem einfach gern oder es wisse schon alles, ist falsch. Es wächst unter Umständen in einem Umfeld auf in dem es sich nicht wohl fühlt und entsprechend dann sein Umfeld verlässt, auch wenn es bedeutet, dass es den Kontakt mit den Eltern abbricht.

    Kurz, wenn ein Kind wegen den Eltern eine Psychotherapie braucht und macht, kann es sein, dass die Eltern Verhaltensmuster haben welche sie selber nicht realisieren aber dem Kind gegenüber nicht gerecht sind. Dies zu realisieren und allenfalls zu korrigieren bedarf einer gewissen Offenheit auch der Eltern am eigenen Verhalten zu arbeiten. Aber das ist sehr schwierig und Zeitintensiv. Wenn also ein Kontakt erloschen ist, dann vielleicht auch mal bei sich beginnen und versuchen auf den anderen zuzugehen, ohne dabei wieder in die Muster zu fallen welche überhaupt zum Kontaktverlust geführt haben.

  • Peter sagt:

    Ich bin der Mann einer asiatischen Frau die am Ende keine Wahl mehr hatte als jeden Kontakt zu Ihren Eltern abzubrechen. Ueber 30 Jahre lang war sie immer nur zweite Wahl neben ihrem Bruder dem alles verziehen wurde und der alles bekam. Sein Name ist in allen Vermoegensanlagen aufgefuehrt, meine Frau nirgends. Wenn er wieder einmal Mist baute wurde sofort bezahlt um die Familienehre zu wahren. Wenn er in einem anderen Land lebt und den Husten hatte steigt Mama sofort ins Fluzeug um ihrem Babyboy beizustehen. Aber wenn meine Frau schwer krank im Spital lag wurde die Mutter nie gesehen – auch wenn sie nur zwanzig Minuten weit weg war. Vor einem Jahr wurde ein grosses Haus verkauft und die Eltern sind vor uns gestanden und haben uns versprochen dass alle ihren fairen Anteil bekommen. Mein Frau wartete ueber 20 Jahre auf ihren Anteil – fuer ihre Kinder. Leider wieder nur eine groesse Luege, aus dem Profit kauften sich die Eltern ein noch groesseres Appartment, die Mutter kann den Hals nicht volkriegen. Dann kauften sie dem Sohn ein Business,dass er galant mit Riesenverlusten in den Sand setzte weil arbeiten halt schwerer ist als in der Welt herumzufliegen.

    Ach ja, die Eltern sind auch noch tiefglaeubig und alles geschieht hier natuerlich im Namen Gottes und der Kirche. Diese goettliche Scheinheiligkeit ist einfach nur zum Kotzen. Und meine Frau ist ein seelisches Wreck, auch 50 Stunden mit klinischen Psychologen waren nicht ein Penny wert. Vergeben und vergessen und mit dem Leben weitermachen als waere nichts geschehen, Heilungsprozesse etc? 1000 Psycho Buecher, immer das Gleiche – in der Realitaet kannst du das alles vergessen – weil alles wie zuvor ist, nichts aendert sich, meine Frau ist immer noch nur zweite Klasse, sie hat immer noch nicht das Geld das ihr zustehen wuerde und ueber 30 Jahre fehlende Elternliebe fehlen fuer immer. Die Eltern streiten natuerlich jede Anklage ab und seien jetzt traurig. Nackte Arroganz ueberdeckt mit dem 24/7 Gott Business. Passt natuerlich nicht in die unbefleckte Familien Ehre. Schockierend.

    (Asiatische) Eltern dort draussen, wenn Ihr Eure Toechter so behandelt, wundert Euch nicht wenn ihr sie verliert. Gott sei Dank, dass Ihr sie verliert. Ihr verdient es nicht besser. Ihr werdet es auf Eurem Totenbett bereuen. Aber leider erst dann. Zu spaet. Geht zuer Hoelle.

    Der einzige Weg in einem solchen Fall ist sich zu trennen und strikt jeden Kontakt abzubrechen. Es macht meine Frau kaputt. Total. Jeden Tag und Nacht. Bis zum bitteren Ende. Und ich muss auch damit leben. Jeden Tag und Nacht. Bis zum bitteren Ende. Weil ich meine Frau sehr liebe. Weil sie eine herzensgute Frau ist. Ihre Eltern werden das nie wissen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Peter

      das kann Ihnen mit europäischen Eltern/Schwiegereltern auch passieren, der einzige Weg: das eigene Leben in die Hand nehmen, dankbar sein für die eigene Existenz (das manchmal einzig positive was sich solchen Eltern irgendwie „anrechnen lassen lässt“)

      aber ansonsten wie Sie schon gesagt haben: alle Leinen kappen, manchmal wirklich der einzig gangbare Weg für ein erfülltes Leben.

      • Kathy sagt:

        Aber das sind doch zwei paar Schuhe.. einerseits die fehlende Liebe und die Abwertung gegenüber dem Bruder, was ein nachvollziehbarer Grund für einen Kontaktabbruch und sehr traurig ist. Andererseits die Sache mit dem Geld. „Sie wartet darauf, dass sie bekommt was ihr zusteht“, solche Sätze kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Meine Eltern dürfen mit ihrem Geld machen was sie wollen, hauptsache sie sind glücklich. Und wenn sie ein Geschwister von mir mehr unterstützen, oder sogar nur dieses, was bei mir der Fall ist, heisst das doch nicht, dass sie mich weniger gern haben! liebe kann auch anders als durch Geld ausgedrückt werden.

  • dimpfl sagt:

    Ich bin eins von den Kindern, die den Kontakt abgebrochen haben. Vorausgegangen waren Jahrzehnte von Zwang, Unterdrückung, Drohung, Kränkung, Demütigung, Beschimpfung, Entwertung, Respektlosigkeit, Lügen, Instrumentalisierung… Meine Eltern wollten nie eine Schuld wahrhaben.

    Wenn ich mit jemandem darüber sprach, war die Reaktion immer sofort ein entsetztes „Du MUSST ihnen vergeben“. Nein, muss ich nicht, und diese übereilte Reaktion finde ich billig.. Meine Eltern waren, zumindest auf dem Papier, erwachsen und sie hätten wohl die Konsequenzen ihres Handelns bedenken können.

    Nun sind sie beide tot und ich bin befreit.

    • AnnaK sagt:

      @ dimpfl

      Danke für Ihren ehrlichen Beitrag. Schön wenn sich jeweils auch Leute melden, die aus eigener Erfahrung reden, und erklären können wie und warum es so weit kommen kann, dass sich Kinder zum eigenen Schutz distanzieren müssen.

      „Zwang, Unterdrückung, Drohung, Kränkung…“

      Mögen alle Eltern, die noch imer der ollen autoritären Erziehung nachhängen, sich das nochmals durch den Kopf gehen lassen.

      Es geht eben nichts über eine respektvolle und liebevolle Erziehung.

      • Peter sagt:

        AnnaK, ich bin in einer ähnlichen Position wie dimpfl (siehe mein Kommentar um 17:08), bin jedoch mit Ihrem Kommentar betreffend „ollen autoritären Erziehung“ absolut nicht einverstanden. Autoritäre Erziehung und Liebe schliessen sich nicht gegenseitig aus. Hingegen, ähnlich wie dimpfl darlegt, führte das konstante Erniedrigen und Demütigen bei mir zu einem Kontaktabbruch und der Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung. In meinen Augen führt die wischiwaschi antiautoritäre Erziehung zu den verhätschelten, selbstüchtigen Jungen, welche man heute oft sieht, Menschen ohne Anstand und Respekt vor anderen denn „ich komme immer zuerst“ und damit habe ich einige Mühe. Es sind oft auch diese, welche jedesmal zu Mami oder Papi rennen, wenn ihnen jemand „Unrecht“ antut.

    • irgendwer sagt:

      Aussenstehende haben meist eine extrem romantische und naive Vorstellung von „Elternschaft“. Dabei gibt es auch solche Elternteile, die sich ganz und gar nicht so verhalten, wie man es von einem üblichen Elternteil erwarten würde. Es gibt auch Eltern(teile), die diese „Beziehung“ bloss zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen und alle Informationen, die sie kriegen, noch gegen die eigenen Nachkommen verwenden, um diese fertig zu machen. Da gibt es nur eines: Konsequenter Kontaktabbruch. Keine weiteren Informationen liefern. Bei mir war es die Scheidung der Eltern und das Verhalten eines Elternteils während mehr als 10 Jahren danach, die das wahre Gesicht des betreffenden Elternteils gezeigt haben. Seither ist unwiederbringlich und endgültig Schluss von meiner Seite.

  • wolfgang eisenbeiss sagt:

    Mir fällt auf, dass in allen Kommentaren das Wort Liebe fehlt. Einher geht die Entwicklung fehlender Liebe mit einem Trend hin zum Atheismus, den leider auch die Kirchen mangelnder Verbindung zur göttlichen Welt (sic!) nicht zu stoppen vermögen (dieses Thema bedürfte einer eigenen Behandlung). Wer es fertig bringt, sich das grösste ‚Selbstgeschenk‘ in Form eines tragenden Gottesglaubens zu erringen (denn von selbst kommt dieser nicht zustande), dem ist die Liebe im weitesten Sinn ins Herz gelegt und es ist die beste Waffe, um Beziehungen ins Lot zu bringen. Freilich kann man Gott nicht im Sinne eines irdischen Beweises erleben, man muss lernen und sich bemühen, ihn zu erfahren und darin liegt der Schlüssel zur Liebe und Erlösung.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @wolfgang eisenbeiss

      „Wer es fertig bringt, sich das grösste Selbstgeschenk…“;
      und wer es nicht fertigbringt hat bezüglich gelingender Kinderbeziehung schon mal verloren?

      Zudem Ihnen schon bewusst ist dass auch die „ganz nahe Dranlebenden“ da manchmal Dinge verwechseln können und zu Destruktivem in der Lage sind?

      • wolfgang eisenbeiss sagt:

        Liebe Brunhild, Sie haben zwei Fragen gestellt betr. meinem Beitrag.
        ad a) Nein, sie haben nicht ‚einfach‘ verloren, wenn Sie es nicht schaffen, aber Sie haben es bedeutend schwerer. (In meinem Buch steht zuvorderst Jeremia 29, 13-14, bitte lesen Sie mal).

        ad b) da haben Sie recht, aber auch hier gilt: Ein fundierter Glaube hilft Ihnen, solche Fehler weniger zu machen! Alles Gute!

    • Christoph Bögli sagt:

      Achja, der gute alte Gottesglaube. Gibt es eine Ideologie, die mehr Verheerungen in Familien angerichtet hat, als die ganze religiöse Bigotterie der verschiedenen christlichen Kirchen? Angesichts der traditionellen christlichen Erziehungsmethoden und damit einhergehender körperlichen und psychischen Misshandlungen schwer vorstellbar. Insbesondere der Umstand, dass das religiöse Weltbild vielfach über alles andere gestellt wird und damit auch eine etwaige Andersartigkeit der Kinder nicht akzeptiert werden kann, ist seit je her fatal. Letztlich sieht man selten einen derartigen Mangel an Empathie wie bei jenen, die sich besonders von göttlicher „Liebe“ beseelt fühlen. Insofern dürften die Eltern-Kind-Beziehungen unter dem Niedergang der Kirchen allemal profitiert haben..

    • Peter sagt:

      Herr Eisenbeiss, kein Gott dieser Welt, auch Ihrer nicht, kann ins Lot bringen was Eltern vermurkst haben. Da hilft alles Beten nichts, nur wer es fertig bringt, sich von den eingeprägten Verhaltensmustern zu lösen, hat eine Chance auf ein normales Leben. Liebe wie Sie sie verstehen scheint in Richtung „Friede, Freude, Eierkuchen“-Harmonie zu gehen. Meine Eltern schenkten mir sehr viel Liebe, haben aber einiges verbockt was zu einem Kontaktabbruch über mehrere Jahre hin führte. Und da wir gerade beim Thema sind, wo ist denn die Barmherzigkeit Ihres Gottes abgeblieben, dass einige durch ihre Kindheit bis in den Suizid getrieben werden?

      • wolfgang eisenbeiss sagt:

        Peter
        Sie machen einen Denkfehler: Hätten besagte Eltern, die soviel verbockt haben, diesen von mir geschilderten Gottesglauben gehabt, dann wäre es gar nicht zu diesem ‚verbocken‘ gekommen. Dennoch: es ist nie zu spät, ein besseres Leben anzustreben.

  • Dani sagt:

    Meine Eltern hatte sich scheiden lassen, als ich 14 Jahre alt war. Grund: „mehrmaliges Fremdgehen.“ Ich war so lange wütend auf meinen Elternteil, so dass ich 3-4 Jahre keinen Kontakt, oder nur sehr schwierigen Kontakt hatte. Doch mit den Jahren konnte ich immer mehr Verhaltensmuster erkennen und auch verstehen, dass Fremdgehen nicht nur die Schuld eines Partners ist. Ich konnte viele Dinge erkennen, bei denen mir wohl die Lust als Partner auch vergangen wäre. Heute habe ich wieder zu Mami und Papi einen guten Draht, auch wenn sie getrennt leben. Manchmal wenden sich die Kinder auch von den Eltern ab, weil einfach die Reife und das Verständnis des Kindes fehlt, was der Eltern Situation hervorgerufen hat.

    • tina sagt:

      vor den eigenen kindern können eltern auch dinge nicht verbergen, die man vor allen anderen super verbergen oder übertünchen kann. ich meine keine schlimmen leichen im keller, sondern mehr oder weniger normale unzulänglichkeiten. solche unzulänglichkeiten die sonst niemanden tangieren oder etwas angehen. aber auf die eigenen kinder haben sie eben auswirkungen, weil eltern sich dieser „unzulänglichkeiten“ (vielleicht sind es auch neurosen, was ich meine, was weiss ich) nicht wirklich bewusst sind, oder sich irgendwie verbiegen als taktik um damit klarzukommen. für aussenstehende sind das vielleicht schrulligkeiten, aber für kinder, die alles auf sich beziehen und auch über solche schrulligkeiten erzogen werden, kann das auswirkungen haben, die sie nicht verstehen und sich einfach falsch fühlen. kann sein dass ich damit falsch liege, aber ich glaube, dass ich das beobachten kann. ich würde das nicht als schuld der eltern einordnen. keiner ist perfekt. schwierig für die kinder ist es trotzdem

  • P. Gerber sagt:

    Zitat aus einem Politikerforum in Zürich Stadelhofen mit Gymnasiasten: …man soll den Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen, damit sie eine Arbeit mit viel Geld bekommen und, wenn ihre Eltern alt werden, sie aus schlechtem Gewissen pflegen….Zitat (September 2015) von SVP Politiker R.Köppel, an Gymnasiasten gerichtet.

    • Stranger sagt:

      Hm. Es wird in Zukunft immer weniger Arbeit nötig sein. Fakt, auch laut HSG. Nur noch sehr gut Qualifizierte werden Arbeit haben. Dito. Abhilfe, laut HSG: Ausbildung.

      Mann, sind die doof. Wenn es keine Arbeit hat für 80% der Leute, dann ist es egal, wie gut diese ausgebildet sind. Sie FINDEN nix.

      Die HSG besteht wohl aus ziemlichen Flachzangen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Korrektur: Es wird immer genügend Arbeit geben, insbesondere die Arbeit des Menschen am Mensch (Pflege) wird kontinuierlich zunehmen. Nur lässt sich daraus immer seltener ein Erwerbsmodell konstruieren. Folglich wird die Erwerbstätigkeit schrittweise verschwinden, m.M. aber über den Umweg, dass Geld, Besitz und damit Schulden verschwinden. Diesen paradoxen Effekt erzeugt die sog. Finanzwirtschaft aus ihren eigenen dynamischen Gesetzen heraus.

  • Martin sagt:

    „Er/sie hat doch nie Probleme gemacht…“ Wieso soll das „Probleme machen“ bedeuten? Manche Eltern ändern sich nie! Wieso sollte dann das Kind noch Kontakt mit ihnen wollen, wenn die Eltern doof sind? Nicht immer die Kinder sind blöd, manchmal sind es auch die Eltern! Wieso sollte man mit solchen Leuten noch Kontakt haben wollen? Sie sind vielleicht hinterhältig oder versuchen mit allen Mitteln zu bewirken, dass das Kind nach ihren Vorstellungen lebt? Viele Eltern „erpressen“ ihre Kinder, das reicht dann irgendwann auch mal dem „anständigsten“ Kind. Vielleicht liegt es an den Eltern, sich zu ändern?

    • Becca sagt:

      Da kann ich nur zustimmen. Es gibt leider Eltern, die das Kinderkriegen besser sein gelassen hätten. Meine wünsche ich niemandem und ja, sie für tot zu erklären ist wesentlich einfacher, als jedem die verworrenen Geschichten von physischem aber vor allem psychischen Missbrauch zu erklären und dass es gar Eltern gibt die nicht davor zurückschrecken, ihre Kinder finanziell wie eine Weihnachtsgans auszunehmen usw. (und wer total indoktriniert wurde, wehrt sich nicht einfach dagegen.. das braucht Jahre an Therapie und Hilfe von Aussen!) Wenn man Kinder emotional so verdreht, dass sie erst als Erwachsene mal lernen müssen, dass es Leute gibt, die einem annehmen, schätzen auch wenn man nicht perfekt ist… dann muss man sich wirklich nicht über Kontaktabbruch wundern…

      • Martin sagt:

        Harte Worte! Aber es muss ja nicht unbedingt aus finanziellen oder psychologischen Gründen sein. Es kann auch daran liegen, dass bspw. die Eltern Hippies sind und die Kinder genau das Gegenteil. Da prallen Welten aufeinander. Oder es sind andere Gründe. Wenn bspw. die Eltern ihre Kinder ständig als blöd betrachten oder immer wie ein kleines Kind behandeln, nicht auf Fragen eingehen oder so was in der Art. Politische Gründe; Eltern bspw. SP, Kind SVP. Es gibt viele Gründe, weshalb Kinder den Kontakt abbrechen. Wie oben beschrieben, sucht ja nicht mal die Mutter mehr den Kontakt. Seine Eltern für tot zu erklären, obwohl sie es nicht sind, finde ich doch etwas drastisch. Man kann es ja kurz und knapp sagen. Oder sagst Du das eventuell auch Deinem Freund/ Freundin? Wer keinen grossen Kontakt zu seinen Eltern pflegen will, der soll das so handhaben, aber lügen, das kommt nicht gut. Vor allem: Wieso müssen Kinder den Kontakt aufrecht erhalten? Die Eltern sind ja pensioniert und können sich um den Kontakt bemühen oder kümmern?

      • Becca sagt:

        Martin:

        Ja, es gibt verschiedene Gründe. Aber der Grossteil der Leute hat immer noch das Gefühl, dass v.a. alle Mütter automatisch liebevoll sind und meist wird man gleich vollkommen entsetzt damit konfrontiert, als Kind müsse man vergeben usw usw. Nach 15 Jahren Therapie bin ich soweit, dass ich auf die Frage nach Familie sage, ich hätte keine.. und für mich sind sie gestorben. Ich habe sie aus meinem Leben verbannt und habe mir eine Wahlfamilie geschaffen, die für mich da ist und mir all das gibt, was ich die ersten 25 Jahre meines Lebens nie bekommen habe. Ich habe Jahre gebraucht um sie nicht mehr mein Leben bestimmen zu lassen und obwohl ich viel aufarbeiten konnte, leide ich auch heute immer noch unter den Folgeschäden. In manchen Situationen ist es einfach, seine Erzeuger für sich „zu beerdigen“ und mit ihnen abzuschliessen, als ob sie wirklich tot sind. Anstatt sich immer zu fragen, warum man es nicht wert war, dass die Eltern einem geliebt, beschützt und fürs Leben gestärkt haben, statt einem zu missbrauchen und seelisch beinahe zu vernichten.. Meine engen Freunde kennen die Wahrheit.. aber jeden Kollegen oder lockeren Bekannten gehen die Details nichts an.

  • Brunhild Steiner sagt:

    für den k a rm a hinweis um siebennullsechs

    da f r e u t es mich doch sehr, dass ich mich nicht unter einer Z u s a t z l a s t all der „v e r m a s s e l t e n L e b e n s e n t w ü r f e meinerseits“ f ü h l e n muss-

    sondern b e f r e i t und m o t i v i e r t mein jetztiges und einziges E r d e n l e b e n anp a c k e n kann- für B e l a s t u n g e n ist schon so ausreichend gesorgt, k a r m ö s e s brauchts da nicht auch noch.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Das mit dem „wollen eigentlich“ möchte ich mit Fragezeichen versehen, was heisst schon wollen? Und was beinhaltet ein bewusstes „wollen“ Mit was allem müsste man sich auseinandergesetzt haben um sich das „sie hat wirklich nur Gutes gewollt, ist halt leider bisschen schiefgegangen, aber ihre Absichten waren die besten“, verdient zu haben?
    Schwierige Elternbeziehungen gibt es und für die Betroffenen ist das nicht einfach, denn „ablegen“ wie eine schiefgegangene Freundschaft kann man das nicht, und erst mit der Haushaltauflösung ist dann wirklich jeder Bezugspunkt (mit dem man konfrontiert werden kann, resp sich nicht entziehen kann) vorbei.
    Schwierig finde ich auch wenn sich Kindern dann irgendwie rechtfertigen müssen, die Elternbeziehungsgeschichte für Aussenstehende genug Gravierendes enthalten muss damit sich so eine Konstellation für sie genug erklärt.
    Das gilt auch für Geschwisterbeziehungen welche vor Kontaktabbruch ebenfalls nicht geschützt sind, und vermutlich auch dort auf elterlicher Ebene irgendwas nicht besonders optimal gelaufen ist.
    Daher ist das für mich der zweite Fokus neben dem „unsere Elternschaft wirklich reflektiert leben“, die Geschwisterschaft unserer Kinder aufbauen und stärken, denn auch diese fällt nicht einfach so vom Himmel.

  • Zora sagt:

    Viel Aufschluss gab mir das Buch „Nebelkinder – Kriegsenkel treten aus dem Traumaschatten der Geschichte“. Europaverlag, 2015. Für therapeutisch Arbeitende und für interessierte Laien ein aufschlussreiches Buch.
    Unbehandelt dauert es ca 4 Generationen, bis traumatische Kriegserlebnisse die Familiengeschichte nicht mehr negativ beeinflussen. Das gilt auch für die Schweiz; der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos an ihr vorbei.

  • Monica sagt:

    Manchmal sind Eltern einfach nur auf dem Papier Eltern … heute werden Kinder durch die Behoerden besser geschuetzt, frueher wurde ganz einfach weggeschaut, wenn das Kind gut genug funktionierte.
    .
    Um sich selber besser schuetzen zu koennen, gibt es Kinder die dann stark genug sind, den Kontakt abzubrechen.
    .
    Karma hin oder her ….

    • James Rathey sagt:

      BS

      • Monica sagt:

        Sorry James, das ist kein BS, sondern Realität … meine Realität.
        .
        Ich habe vor über 23 Jahren, nach der Geburt meines Sohnes, den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, da ich die Demütigungen und ständigen seelischen Verletzungen einfach nicht mehr aushielt.
        .
        Das nach einer sehr unschönen Jugend übrigens …
        .
        Also, wirklich KEIN BS.

      • Stranger sagt:

        Monica, nimm diese Schnellspritzer nicht so ernst, bitte. Das sind Trolle.

  • Brunhild Steiner sagt:

    test

  • Rolf Hefti sagt:

    Wie wird man in der Kindheit unfreiwillig erhaltene Rollenspiele erfolgreich los?

    • Zora sagt:

      Psychotherapie hilft meistens und wird von Kassen oft auch bezahlt, wenn die Lebensqualität unter dem Geschehenen leidet.

    • Zora sagt:

      Psychotherapie hilft meist

    • Zahir sagt:

      sich bewusst machen, dass es muster aus der kindheit sind, und diesen dann nach und nach die möglichkeit über das eigene leben zu bestimmen entziehen.
      dass es muster gibt, macht sinn, und einige muster sind sicherlich auch sinnvoll, es wäre zu mühsam, sein verhalten ständig hinterfragen zu müssen.
      also: muster erkennen, beurteilen, belassen, wenn ok, verändern, wenn nicht ok….und viel geduld (mit sich) mitbringen.

      • Sandra Müller sagt:

        Man wird sie leider nur los, wenn man irgendwann die Kraft hat, zu einem guten Therapeuten zu gehen und schonungslos offen daran arbeitet. Ich schaffte das erst, nachdem auch noch eine schwere Krankheit dazukam, die mich aufgerüttelt hat. Traurig genug, dass man mit fast einem halben Jahrhundert an Lebensjahren immer noch an seinen Kindheitstraumata leiden muss!

        Mir geht es auch so und nachdem ich bereits vor Jahren den Kontakt zu dem Mann abgebrochen habe, der sich „Vater“ nannte, aber für mich nur Erzeuger ist, musste ich vorerst auch noch den Kontakt zu weiteren Familienmitgliedern abbrechen… Nur weil jemand Familie ist oder gar Mutter/Vater, heisst das noch lange nicht, dass man auf Biegen und Brechen weiter Kontakt zu diesen Menschen haben muss. Menschen, die einem nicht gut tun, muss man nicht um sich behalten!

        Es tat mir nicht mehr gut und nun gehe ich diesen Weg konsequent. Manchmal ist das sehr schmerzhaft und mit vielen Tränen behaftet, aaaber: dazu gehören ZWEI Menschen und auch die Gegenseite müsste sich bewegen, um eine neue Basis zu schaffen. Wo dies nicht gegeben ist, kann das Schweigen im Walde auch Jahre oder sogar ein Leben lang dauern.

  • diva sagt:

    es mag alles gut und recht sein, was hier zum thema gesagt wird, doch die eigentliche antwort, die alle fragen beantwortet, findet man in den karmavorträgen von rudolf steiner. dieses schweigen, dieser kontaktabbruch, die kälte und was auch immer, haben ursachen, die von viel weiter her kommen, als von einer schweren kindheit der mutter…

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Esoterisches Karma-Geschwurbel scheint Ihnen zu helfen, die Verdrängung aufrechtzuerhalten. Es sind IMMER die Eltern, die ein Kind kaputt machen. Das heisst noch nicht, dass man den Eltern dafür eine objektive Schuld zuweisen MUSS. Für das betroffene Kind ist es aber essentiell, dass es diese Schuld den eigenen Eltern anlasten kann und darf. Erst diese Möglichkeit und Freiheit schafft die Voraussetzung dafür, dass ein Vergeben eines Tages möglich werden KANN – und nicht muss.

      • Ri Kauf sagt:

        man darf aber nicht NUR alles den eltern anlasten. die gesellschaft, schule, umfeld prägen ein kind auch.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @di va

      weiter unten (10.05) eine Antwort, keine Ahnung was mich jeweils in Orkus befördert hat.

      • Stranger sagt:

        Das ist Karma, Brunhilde, reines Karma.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Stranger

        also so irgendwie hab ich den Verdacht dass es da technik-menschlich/menschlich-technik teilweise eher undurchschau-nachvollziehbar über uns drohend schwebt…

  • Muttis Liebling sagt:

    Im deutschen Sprachraum erscheinen 90.000 Bücher/ Jahr und 95% der Auflagen landen am Jahresende in der Papiermühle. So viel gibt es einfach nicht zu erzählen. Im konkreten Fall kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine Journalistin Fundiertes zu Psychologie schreiben kann. Man merkt es denn auch an Sätzen wie ‚dass ein Kontraktbruch in einer Familie seine Wurzeln in der Regel im elterlichen Verhalten hat‘ im obigen Text.

    Wenn man Kluges zu Psychologie/ Psychiatrie/ Medizin schreiben will und das gibt es ja schon vereinzelt im Fachbuchbereich, stünde da u.a., dass man auf Begriffe wie ‚Ursache‘, ‚Norm‘ konsequent verzichten muss. Alles was man beobachten kann sind Verteilungsfunktionen und die haben immer Ränder. Da kann man sich künstlich eine Norm hinein konstruieren, die gilt aber immer nur für die Gesamtheit, nicht für das Individuum. Statistik allein sorgt dafür, dass es das gedacht Abnorme gibt. Das kann man nicht bekämpfen oder verhindern und hat keine generische Ursachen.

    Im konkreten Fall ist allgemein bekannt, das 1% der Menschen weder Interesse noch die Fähigkeit haben, emotionale Beziehungen zu pflegen. Das ist so und hat keine konkreten Ursachen. Früher sind die schnell weggestorben, weil keiner denen Hilfe angedeihen liess. Heute überlebt alles, was geboren wird über Jahrzehnte und wir beobachten wir immer mehr absonderliches. Alles nur Statistik.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Ihr Kommentar ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie ein Mensch mithilfe seines kühlen Intellekts seine Gefühls-Verdrängung aufrechterhält. In Ihrem Fall ist es die Inschutznahme der eigenen Eltern durch ein angepasstes, unterworfenes Kind, das Angst vor seinen eigenen negativen Gefühlen den Eltern gegenüber hat. Über die Bücher gehen – über die selbst Geschriebenen in Ihrem Fall.

    • Sam Fuller sagt:

      Sie finden aus fachlicher Sicht, dürfe man nicht von „Ursachen“ schreiben und wagen es dann, folgende Sätze hinzupfeffern ?: „Im konkreten Fall ist allgemein bekannt, das 1% der Menschen weder Interesse noch die Fähigkeit haben, emotionale Beziehungen zu pflegen. Das ist so und hat keine konkreten Ursachen.“ Zuhauf Allgeimplätze und Behauptungen! oje.

    • Ri Kauf sagt:

      wie kann mann nur so herz-los, um nicht zu sagen hirnlos, sein! wahrscheinlich wissen sie nicht, dass das herz 5000x mehr energieströme hat wie das hirn. ihr kommentar lässt tief blicken.

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