Beschneidung von Buben – ja oder nein?

Ein Gastbeitrag von Regula Portillo*

epa03656140 Filipino boys gather in a waiting area to undergo circumcision, in Marikina City, east of Manila, Philippines, 10 April 2013. Close to 200 boys aged between 10 and 12 years old underwent circumcision conducted for free by city health workers, a common practice in urban poor districts where free medical assistance and services are provided during the summer season. Male circumcision is considered by some as a rite of passage into manhood. EPA/ROLEX DELA PENA

Philippinische Jungs warten in Manila auf ihre Beschneidung. Der Eingriff markiert den Übertritt vom Jungen zum Mann. Foto: Keystone

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, unsere Söhne sind nicht beschnitten. Die Diskussion, ob und warum gab es allerdings tatsächlich. Mehrmals.

In Mexiko, wo mein Mann herkommt, wird bei den meisten Jungen bereits am Tag nach der Geburt eine Zirkumzision durchgeführt, das heisst, die Vorhaut wird vorsorglich entfernt. Das Hauptargument der Befürworter dieser Praxis – die übrigens auch in den USA geläufig ist – besteht darin, dass das feuchtwarme Klima unter der männlichen Vorhaut die Vermehrung von Krankheitserregern nicht nur ermöglicht, sondern geradezu begünstigt.

Hierzulande gilt das Hygieneargument als überholt; Jungen werden höchstens aus religiösen oder medizinisch relevanten Gründen beschnitten, keineswegs aber routinemässig oder zur Vorbeugung von Krankheiten. Hier und dort – zwei grundlegend verschiedene Haltungen.

Unsere Söhne sind in Bern geboren, wo sich mein Mann während eines privaten Geburtsvorbereitungskurses bei der zuständigen Hebamme erkundigte, ob im Spital, wo wir angemeldet waren, Beschneidungen vorgenommen würden. Er hat die Frage offen und allgemein formuliert – es war eine Interessensfrage, denn damit, dass wir die Buben nicht beschneiden lassen würden, hatte ich mich damals schon durchgesetzt.

«Womöglich mit einem rostigen Büchsendeckel», fuhr ihn die Hebamme zornig an; eine Antwort, die uns beide etwas ratlos zurückgelassen hatte. Ratlos, weil es in Anbetracht dessen, dass weltweit rund 25 Prozent der männlichen Bevölkerung beschnitten sind, eine legitime Frage war. Und weil zwischen schmerzhaften Genitalverstümmelungen an Kindern und einem durch einen Arzt in Narkose vorgenommenen operativen Eingriff unser beider Ansicht nach ein grosser Unterschied bestand.

Immerzu musste sich mein Mann für seine Fragen und Bedenken rechtfertigen – natürlich nicht nur der Hebamme, sondern in erster Linie auch mir und unseren Freunden gegenüber. Er tat mir manchmal schon fast ein bisschen leid.

Nun – allerdings nicht sehr lange, denn sechs Monate nach der Geburt unserer Zwillingsbuben zogen wir nach Mexiko. Kein einziger Kontrollbesuch bei verschiedenen Kinderärzten verstrich ohne die besorgte Frage, warum unsere Söhne nicht beschnitten seien. Tanten, Onkel, Grosseltern, befreundete Eltern anderer Buben unisono: Aber warum nur?

Auf einmal war ich es, die sich rechtfertigen musste. Und wie. Es fiel mir nicht immer leicht, stichhaltige Argumente zu finden, denn zugegebenermassen konnte ich meine Meinung auch nicht vollumfänglich und fachkundig begründen. Die mir wichtigste Begründung, meine Kinder keiner Operation und damit verbundenen Schmerzen auszusetzen, die mir medizinisch nicht notwendig erscheint, stiess auf wenig Verständnis. Der Eingriff sei kurz und die möglichen Krankheiten, die später auftauchen könnten, seien viel schmerzhafter und relevanter. Über das Argument der Ästhetik, das mehrfach in die Diskussion eingebracht wurde, wollte ich mit meinen mexikanischen Verwandten nicht streiten.

Bis heute bin ich der Ansicht, dass Buben nicht vorsorglich beschnitten werden müssen, etliche wissenschaftliche Studien und eine hierzulande neu entfachte Debatte zur rechtlichen und ethischen Lage zielen in die gleiche Richtung – doch ich weiss: Wäre ich in Mexiko aufgewachsen, sähe ich das vermutlich anders.

Regula_Portillo*Regula Portillo studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Freiburg. Vor, während und nach dem Studium verbrachte sie mehrere Jahre in Norwegen, Nicaragua und Mexiko. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Frankfurt am Main und arbeitet als freie Texterin und Autorin.

216 Kommentare zu «Beschneidung von Buben – ja oder nein?»

  • Andres sagt:

    Man kann das Thema betrachten, wie man will – und es gibt ja endlos viele Meinungen über das für und wider, ob religiös, sexualmedizinisch, empirisch oder auch „aus eigener Erfahrung“ – ABER, letztendlich steht es keinem Menschen zu, für einen anderen Menschen zu entscheiden, ob dieser sein Leben mit einem Penis ohne Vorhaut verbringen muss, oder ?
    Ich jedenfalls konnte das zum Glück für mich selbst entschieden.

  • Hannes sagt:

    @ Alfred
    Wo ist da ein Widerspruch?
    Die Eichel eines intakten Mannes IST sensibel, aber die innere Vorhaut ist es auch. Vor allem anders sensibel.
    Die innere Vorhaut trägt Tastkörperchen, die wir normalerweise an Lippen, Handflächen und am Darmausgang haben. Diese feinen Tastrezeptoren nehmen selbst feinste Reize wahr, zarteste Berührungen. Die Eichel kann das nur eineschränkt, am Eichelkranz beispielsweise. Sonst ist die Eichel empfänglich für tiefere Druckempfindungen.
    Wenn die Vorhaut verloren geht, rückt die Eichel als sensibelste Stelle am Penis vor. Aber sie trocknet aus, ihre Haut verdickt sich und stumpft ab. Die „Beschneidung“ schadet also mehrfach:
    Sie zerstört empfindliches Gewebe, die verbliebene Empfindlichkeit nimmt ab und der natürliche Gleiteffekt der Vorhaut, die eine reibungs- und damit schmerzlose Penetration ermöglicht, wird auch zunichte gemacht.

    Manche Männer und Frauen haben damit kein Problem. Gut und schön für sie. Das ist die eine Wahrheit.
    Manche allerdings haben große Probleme damit. Das ist die andere Wahrheit. Und sie muss ebenso gesehen werden.

  • Alfred sagt:

    Fällt eigentlich niemandem der Widerspruch auf, wenn Beschneidungsgegner einerseits behaupten, die Vorhaut wäre der sensibelste Teil des Gliedes und andererseits behaupten, die Eichel wäre zu sensibel, um ohne Vorhaut keinen Schaden durch die Reibung an der Kleidung zu erleiden!? Also was denn nun, ist jetzt die Vorhaut sensibler oder etwa doch die Eichel, die durch die Vorhaut geschützt wird?

  • Artin Penik sagt:

    Eines vorneweg, ich selbst bin beschnitten und werde meinen Sohn auch beschneiden lassen.
    Warum?
    Zum einen ich vieles über die unzähligen Vorteile der Beschneidung gelesen habe, und das von renommierten Stellen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO, der amerikanischen Kinderärzteorganisation AAP und dem amerikanischen Pendant zum Robert-Koch-Institut, dem Centers of Disease Control and Prevention CDC.
    Zum anderen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es noch besser sein könnte als es bei mir jetzt ist. Ich bin froh, dass ich keine Probleme bekommen kann (Phimose, Smegma, geringere Infektionsanfälligkeit, etc.) und dies wird auch von meinen Partnerinnen geschätzt, da auch sie direkt davon profitieren, denn ein gesunder, sauberer Mann ist auch Voraussetzung für eine gesunde Partnerin.

  • Toller Artikel sagt:

    Danke für diesen interessanten Artikel, der uns zeigt, wie stark kulturelle Voreingenommenheit unser Denken beeinflusst. Es ist wichtig, das dies, insbesondere im Kontext der Beschneidungsdebatte, auch einmal thematisiert wird. viel zu sehr wird in dieser Debatte unter dem Vorzeichen der kulturellen Voreingenommenheit (gegen Beschneidung) Schwarz-Weiss-Malerei betrieben. Ihr Artikel ist ein Beitrag zur Nuancierung der Debatte.

  • Sportpapi sagt:

    Man kann beim Thema ja durchaus geteilter Meinung sein. Ich für meinen Teil wundere mich nur, wie viele Meldungen hier abgegeben werden, wie intensiv die Diskussion geführt wird, wie sonst vor allem bei Fragen um das Kopftuch oder ähnliches. Und wie auf der anderen Seite, zumindest für mich, weit relevantere Fragen wie Schulthemen etc. vielfach wenig Beachtung finden. Die Prioritäten sind schon etwas verschoben, finde ich.

    • Martin Frey sagt:

      Das liegt wohl daran, dass das Thema vielleicht nur vordergründig banal scheint. Denn letztendlich tangiert es nahezu alle Menschen, weil es soziokulturelle Fragen aufwirft, und dem gegenüber das Recht jedes Menschen auf seine bedingungslos intakte, physische Integrität stellt. Zudem reden wir über Entscheidungen die über den Kopf der Betroffenen hinweg, primär ohne sachlich begründbaren Zugzwang oft sogar in den ersten Lebenstagen gefällt werden. Dies berührt grundsätzliche gesellschaftliche Themen, in dessen Rahmen der Vorhaut wie auch dem Kopftuch eine nicht zu unterschätzende Symbolkraft zukommen.

  • Charles sagt:

    Wer anderen Menschen Körperteile wegschneidet, ohne dass die Ge- oder Beschnittenen das als Mündige wollen oder ohne dass das medizinisch nicht zu umgehen ist, ist ein Verbrecher, der andere Menschen verstümmelt.. Ich habe hierzulande noch nie eine Wohnung ohne Dusche oder mindestens Wasserhahn gesehen. Das Hygieneargument ist also verlogen oder verblödet. Und ausserdem habe ich genug von diesen widerlichen Diskussionen, ob wir in unserer Gesellschaft irgendwelchen rückständigen Mist dulden sollten. Wer das will, kann sich geografisch ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte verschieben.

  • Nils Holgren sagt:

    Abgesehen davon, dass ich die Beschneidung von minderjährigen Knaben ohne medizinische Notwendigkeit ablehne, amüsiert es mich, vor allem von Frauen und (offensichtlich) unbeschnittenen Männern zu lesen, was für üble Folgen eine Beschneidung bzgl. Hygiene, Psyche, Gefühl und Sexualität hätte. Ich wurde im Alter von 30 beschnitten, kenne also beide Zustände und kann von mir behaupten, dass ich weder negative Auswirkungen auf die Sexualität hatte (im Gegenteil), noch auf sonst irgendwas, war das Beste was mir passieren konnte. Natürlich, das ist meine subjektive Meinung (und die der anderen Beschnittenen die ich kenne) und es mag bei anderen anders sein. Auf jeden Fall verstehe ich nicht, warum sich Gegner der Beschneidung -intressanterweise meistens Nichtbetroffene- darüber so „ereifern“ können.

    • Habs Georg sagt:

      Und ich ließ mich mit mitte 20 beschneiden, weil mir gesagt wurde, es sei die einzige Möglichkeit meine rel. Phimose zu heilen. Frenulum und innere Vorhaut müssen bei einer Beschneidung immer entfernt werden. Ist jetzt 15 Jahre her. Und ich finde es immer noch Sch… Ich kann NICHTS als Verbesserung sehen. Alles wurde verschlechtert, ohne Gleitmittel Sex oder SB is nicht mehr, das sexuelle empfinden gleich Null, Ejakulation geht noch, das Orgasmusgefühl ist weg…

      • Anais sagt:

        @Habs Georg,
        Danke für Ihre Offenheit, es braucht noch viel mehr so mutige Männer wie sie!
        Mein Mann hat die gleichen Probleme wie sie, nur denkt er, so sei es normal und Beschneidung bringt ja nur Vorteile.
        Er kennt eben nicht den Unterschied, weil er als Jugendlicher beschnitten wurde, aber ich weiß, wie viel mehr, Intakte Männer fühlen können und ich kannte keinen Beschnittenen der annähernd daran gekommen wäre.

  • Lovasimedve sagt:

    Dieses barbarisches Ritual gehört verboten.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ein Eingriff am Körper ist grundsätzlich Körperverletzung, straflos nur dann, wenn er nötig ist oder auf Wunsch des Betroffenen passiert. Beides ist hier nicht gegeben. Das Argument, dass auf die Vorhaut verzichtet werden kann, ist Blödsinn. Auf einen Teil der Ohren oder der Nase kann auch verzichtet werden, deshalb kommt niemand auf die Idee, sie abzuschneiden. Wir sind ein Volk von Heuchlern, weil wir es nicht hinkriegen, derartige Eingriffe grundsätzlich zu verbieten!

  • Arjuna sagt:

    Beschneidung von Buben ist ganz klar eine Verstümmelung und gehört verboten. Es gibt kein Argument für diese Verstümmelung! Weder das Argument der Hygiene noch das Ritual bestimmter Religionen sind sind ethisch vertretbar!

  • Pro Kinderrechte Schweiz (www.pro-kinderrechte.ch) weist auf folgende Fakten hin: Seit Jahrzehnten werden Knaben aus verschiedenen Gründen beschnitten. Dabei wird jedoch kaum einmal davon gesprochen, was denn eigentlich weggeschnitten wird und welche irreversiblen und lebenslänglichen Schädigungen dieser Eingriff verursacht.
    Die Vorhaut ist, was alle intakten Männer beim Sex erleben und was durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt ist, eine einzigartige, spezialisierte Struktur mit immunologischen, schützenden, mechanischen, erogenen und sexuellen Funktionen. Die Vorhaut ist hoch sensibel und für den normalen Geschlechtsverkehr unbedingt erforderlich. Sie darf daher nicht einfach weggeschnitten werden.
    Wie jeder Mediziner weiss, entstehen die weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane aus denselben Anlagen und Strukturen. Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane sind also bloss in ihrer äusseren Erscheinungsform unterschiedlich, die grundlegenden Strukturen und Anlagen sind beim Mann und der Frau jedoch die gleichen. Männer sind an ihrem Geschlecht daher in physischer und psychischer Hinsicht genau gleich empfindlich wie Frauen. In logischer Folge muss daher bei einem Eingriff beim Mann mit den gleichen physischen und psychischen Folgen gerechnet werden wie bei der Frau. Es gibt aus medizinischer Sicht daher keinen Grund, warum die weibliche und die männliche Beschneidung (Genitalverstümmelung) unterschiedlich betrachtet und beurteilt werden sollte. Von einer Beschneidung (Genitalverstümmelung) ist aus diesen und vielen weiteren Gründen daher auch bei Knaben unbedingt abzuraten.
    Für weitere sachliche Informationen besuchen Sie bitte http://www.pro-kinderrechte.ch

    • Widerspenstige sagt:

      ‚..Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane sind also bloss in ihrer äusseren Erscheinungsform unterschiedlich, die grundlegenden Strukturen und Anlagen sind beim Mann und der Frau jedoch die gleichen. Männer sind an ihrem Geschlecht daher in physischer und psychischer Hinsicht genau gleich empfindlich wie Frauen…‘

      Das ist einfach nicht wahr, denn die weiblichen Genitalien sind ganz anders aufgebaut und besitzen 4x mehr Empfindungsnerven (ca. 20’000!) bei Berührung und entsprechend weitere Ausbreitung während einem Orgasmus in den gesamten Beckenbereich langanhaltend als dies bei männlichen Genitalien (ca. 5’000 Nervenzellen) der Fall ist. Woher Sie Ihre Behauptung nehmen, steht in Ihrer Website nirgends. Also bitte informieren Sie sich eingehender über die biologische Beschaffenheit bei Frau wie Mann.

      • Anais sagt:

        @Widerspenstig
        Woher weiß Du, dass die Frau 20.000 Nervenzellen hat? Ich habe darüber nichts im Internet gefunden nur dies hier:
        Die Vorhaut enthält rund 20000 sogenannter spezialisierter Nervenenden verschiedener Typen, die selbst leichteste Bewegungen und Temperatur- wie Textur-Unterschiede wahrnehmen können, welche aber durch die Beschneidung unwiederbringlich verloren gehen. [Im Vergleich dazu befinden sich auf der weiblichen Klitoris nur rund 8000 und auf der Glans Penis (Eichel) nur rund 4000 überwiegend nicht spezialisierte, sogenannte freie Nervenenden, die nur grobe, ungenau lokalisierte Reize wie etwa Schmerzen, Hitze oder Kälte wahrnehmen können.]

        Die häufig in der medizinischen Laien- und Fachliteratur wie auch in vielen Elternratgebern aufgestellte Behauptung, die Beschneidung hätte „keine Negativauswirkungen auf die Sexualität“, widerspricht nicht nur dem Hausverstand, sondern auch den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft.
        http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/beschneidung-und-sexualitaet.html

  • Bela sagt:

    Das es Männer gibt, die mit ihrer Beschneidung nicht glücklich sind, wird und wurde immer geleugnet. Wenn sich mal jemand dahin gehend äußert, wird er oft verspottet, ausgelacht und verhöhnt. Dabei, ist es nicht ein Recht eines jeden Menschen unversehrt durch das Leben zu gehen? Unnötige OP´s an Kindern, wenn an Säuglingen sogar ohne wirksame Narkose, sind nicht in Ordnung. Männern Reinlichkeit abzuerkennen, ist ein Schlag ins Gesicht. Allerdings gibt es mittlerweile zwei Bücher auf dem Markt, in dem negativ Betroffene zu Wort kommen. Das eine heißt „Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – Nur ein kleiner Schnitt?: Betroffene packen aus über – Schmerzen – Verlust – Scham

    von Clemens Bergner
    Das andere
    Unaussprechliche Verstümmelungen: Beschnittene Männer sprechen darüber
    von Lindsay R. Watson und Ulf Dunkel

    Ich denke, das sollten sich vor allen Ärzte mal durchlesen, damit sie wissen, was sie da manchmal so anstellen. Klar gibt es zufriedene Männer, aber es gibt auch die anderen …

  • Pumuckl sagt:

    Grundsätzlich kann es den Jungs / Männern ja egal sein, ob sie beschnitten sind oder nicht. Den Frauen dagegen sollte es nicht so egal sein. Zumindest nicht mehr seit man weiss, dass sich HPV Viren gerne im Smegma unter der Vorhaut tummeln. Nicht weiter gefährlich für uns Männer …. aber bei euch halt für Gebärmutterkrebs verantwortlich. So gesehen ist eine Beschneidung durchaus nicht völlig sinnlos. Sehr gute Körperpflege wäre durchaus auch eine mögliche Variante …. aber da habe ich bei vielen Männern ernsthafte Zweifel.

    • Katharina sagt:

      diese viren bewegen sich auch im blut…. noch so ein voodoo wissenschaftler.

      • Pumuckl sagt:

        Das sagt ausgerechnet die Person, die sich auf Websites wie „circumcision.org“ bewegt?
        Wie gesagt … mir ist es egal. Als Frau hätte ich da wahrscheinlich eine andere Ansicht.

      • Christoph Bögli sagt:

        Mir wäre keine Studie bekannt, die Beschneidung als wirksame Prävention von HPV-basierten Krankheiten nahelegen würde. Insofern scheint das maximal eine gewagte Behauptung um das HIV-Argument wieder zu beleben. Fakt ist, dass es genau zwei wirklich wirksame Präventionsmethoden gegen HPV gibt: Die Impfung (zumindest gegen gewisse Typen) sowie das Kondom. Etwas anderes zu propagieren oder sich aufgrund sowas wie einer Beschneidung auf der sicheren Seite zu wähnen ist darum geradezu grobfahrlässig.

    • Rerun sagt:

      Die empfohlene Vorgehensweise gegen HPV ist eine Impfung, sowohl für Männer wie Frauen möglich ist. Wenn Sie wegen HPV Angst vor einer Vorhaut haben, nehmen Sie ein Kondom, leben abstinent oder sonst was, aber das ist nun wirklich kein Argument dafür, Kindern Teile der Geschlechtsteile zu amputieren. Männer stecken sich beim Geschlechtsverkehr übrigens auch an. Die tummeln sich an der Labia Minora. Lassen Sie diese bei sich prophylaktisch entfernen, um ihre männlichen Sexualpartner zu schützen?

  • Katharina sagt:

    Zu den angeblichen hier vorgebrachten gesundheitlichen ‚Vorteilen‘ von Beschneidung, also OHNE medizinische Indikation und den herumgereichten WHO Studien und falschen Zitaten, was die AAP sage, dies hier:

    http://www.circumcision.org/

    Meiner Meinung nach hat zudem Art 11 BV vor Art 15 vorrang. Sodass ich ein Beschneidungsverbot (also ohne medizinische Notwendigkeit) an Neugeborenen und Kinder, die keine eigene Entscheidung dazu äussern können, befürworte.

  • Anais sagt:

    @Sattmann Maurena, die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht, ein beschnittener Mann war so Gefühlslos, dass er nicht kommen konnte, da würde es schon schmerzhaft und der andere war so überempfindlich und kam ständig viel zu früh.
    Beide konnten nicht das fühlen, was intakte Männer fühlen können, dank ihrer Vorhaut.
    Waschen ist besser als Amputieren!

    • Sportpapi sagt:

      @Anais: Das zweifle ich nun schlicht an, dass es an der Beschneidung liegt. Der eine gefühllos, der andere überempfindlich? Und ja, das kommt auch bei unbeschnittenen Männern vor.

      • Anais sagt:

        @ Natürlich gibt es auch Probleme bei intakten Männern.
        Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen und da gab es bei Beschnittenen immer Probleme, schon allein, dass der Gleitmechanismus fehlt, es macht einfach mehr Spaß damit zu spielen als wenn man immer Gleitmittel braucht.
        Intakte Männer haben eine andre Stoßtechnik als beschnittene. Und es ist nicht Möglich den Höhepunkt zu steigen so wie es mit Vorhaut möglich ist.
        Es fehlt einfach was!
        Als Frau kann man einen einfachen Test durchführen wie viel der beschnittene Mann noch fühlen kann.
        Wenn man bei einem schlafenden Mann den Penis berührt, wird er immer groß, egal in was für einer Schlafphase er sich befindet.
        Er fühlt es und wacht auf! Es reicht die Berührung, er braucht dazu kein Kopfkino.

        Bei einem beschnittenen tut sich gar nichts, je radikaler er beschnitten ist, er spürt nicht mal wenn man daran zieht oder sonst was macht, er schläft weiter, der Penis bleibt klein. Die Berührung reicht nicht aus, er braucht dazu sein Kopfkino.

        Welche Frau mag es schon, wenn der Mann währenddessen irgendwelche Fantasien hat?

      • Tante Jay sagt:

        Sportpapi, es kommt immer drauf an, wie die Beschneidung erfolgt ist.

        „Beschnitten“ ist ja nicht gleich „beschnitten“.

        Es gibt Beschneidungsstile, da wird „nur“ die Vorhaut entfernt, Frenulum bleibt zumindest teilweise intakt. Mit ein bisschen Glück auch Reste des gefurchten Bandes.

        Andere haben weniger Glück, da geht der Operateur sicher, dass er den größtmöglichen schaden an der Sensitivität anrichtet: Es wird das Frenulum ausgeschält und die Beschneidung so weit unten am Schaft angesetzt, dass das gefurchte Band vollständig mitentfernt wird.

        Diese Männer fühlen nach einer Weile tatsächlich nahezu nichts mehr und leiden etwa ab dem 50. Lebensjahr unter erektiler Dysfunktion.

        Warum ist das so?

        Bei den Männern bleibt als einziges die Eichel als sensitives Organ am Penis über. Die Eichel ist aber mit schmerz-/Druckempfindlichen Rezeptoren besetzt. Die Vorhaut verfügt hingegen über Meissner-Corpuscle und andere Fine-Touch Nervenenden, die sich vor allem im Frenulum sammeln.

        Um mal Vergleiche zu ziehen. Dieselbe Art von Nervenenden, die auf der Eichel sitzen, findest du auch am Ellbogen. Die Nervenzellen der Vorhaut auch auf der Fingerbeere.

        Stell dir eine Seite in Braille vor, der Blindenschrift. Mit den Fingerspitzen kannst du sie lesen, weil die sensibel genug sind um die Details aufzufangen. Etwas, was du mit den Ellbogen nie können wirst.

        Genauso ist das bei beschnittenen Männern – je mehr von der Vorhaut/Frenulum/gefurchtem Band übrig ist, umso „zufriedener“ sind sie mit „ihrer“ Beschneidung, weil eben noch Rest-sensitivität der Vorhaut vorhanden ist.

        Nicht umsonst versucht man ja bei der manuellen Vorhautwiederherstellung, zunächst die verbliebenen Vorhautareale wieder zu verlängern.

  • Michael Senn sagt:

    man sich das mal vorstellen! beschneidung aus hygienischen gründen? sorry, kein gesunder normaler mensch lässt sich verstümmeln deswegen. wenn keine medizinischen gründe vorliegen, ist das total daneben. mensch leute, überlegt euch mal was ihr schreibt!

    • Tante Jay sagt:

      Ich frag mich bei dem Argument ja immer, was man denn noch so abschneiden kann, damit man es bloß nicht waschen muss.

      Ohren? Können ganz schön dreckig werden.
      Finger? Mal Kinderhände gesehen, wenn die im Matsch gespielt haben?
      Nase? Das Ding tropft und sabbert bei Kids ganz schön.

      Gibt viele Dinge, die man waschen sollte. Nicht nur den Penis.

  • Reinkarnationen of xy sagt:

    Ich finde die Gegnerschaft hier absolut dilettantisch. Wohl 99 von hundert beschnittenen Männern sind happy mit ihrem Teil und wollten nichts anderes haben. Ich gehöre dazu. Aber auf diese hört ihr alle nicht. Wir sind potent, haben Spaß am sex und sind in nichts benachteiligt. Vergleiche mit weiblicher Genitalverstümmelung sind absolut fehl am Platz.
    Wenn eine Phimose angezeigt ist, ist der Eingriff absolut ok.

    • Christoph Bögli sagt:

      Nunja, das gilt erst recht für alle unbeschnittenen Männern. Wo genau ist also nun das Argument für eine Beschneidung ohne medizinische Indikation?

      Wohlgemerkt, es geht ja nicht darum, was man nun besser findet. Meinetwegen soll sich unbedingt jeder so gestalten dürfen, wie er will, was natürlich auch für die Beschneidung gilt. Aber das soll halt die eigene Entscheidung sein. Wieso man Kinder ungefragt und ohne Notwendigkeit beschneiden muss, meist aus religiösen oder sonstigem Irrglauben, ist und bleibt unerklärlich.

    • Tante Jay sagt:

      Schön für dich, wenn du keine Probleme damit hast. Meine ich übrigens ernst, weil ich genügend kenne, die damit Probleme *haben* – bis hin zur Suizidalität.

      Es ist völlig egal, was ein Erwachsener mit seinem besten Stück anfängt. Wenn er es zurechtstutzen möchte: Bitte. Tut euch keinen Zwang an. Solange es eine INFORMIERTE Entscheidung ist, kann jeder über seinen eigenen Körper entscheiden, was er möchte.

      Es hört aber völlig auf, sobald es um Kinder geht. Da gehört kein Messer dran.

      Übrigens ist die Diagnose „Phimose“ in der Kindheit eine Normaldiagnose – das soll so, die Vorhaut ist nicht zurückziehbar. Es wird von außern abgewischt und ansonsten läßt man der Natur ihren freien Lauf.

      Solange ein Kind pinkeln kann – und zu nix anderem isser zu der Zeit da – gibt es keine Behandlungsbedürftigkeit.

  • Anna Michaal sagt:

    Ich wollte unseren Sohn auch beschneiden lassen – aus hygienischen Gründen. Da ich lange Zeit meines Lebens im angelsächsischen Raum verbracht habe und dort eine Beschneidung oftmals als normal empfunden wird, habe ich einen Direktvergleich: Beschnittene Schnäbis stinken schlicht weniger (auch wenn eine unbeschnittener Mann sich täglich wäscht, ist die Geruchsentwickung doch, ähm, hui). Und ich hatte noch nie eine Blasenentzündung nach Sex mit einem beschnittenen Mann. Mit einem unbeschnittenen Mann ständig. Mein Sohn ist trotzdem nicht beschnitten. Und zwar, weil dies in Spitälern und bei Ärzten auf so massiven Widerstand stiess, dass ich mich nach einigem Nachfragen fast schon als Schwerverbrecherin fühlte und wahnsinnig hätte insistieren müssen.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Anna: „stinkt“ eine Frau im Intimbereich auch, die sich täglich wäscht oder wie würden Sie das in Worte fassen? Aber vielleicht/hoffentlich ist dieses „Stinken“ bei Männern ja mit Ihren „hygienischen Gründen/Empfinden“ zu erklären???

    • Christoph Bögli sagt:

      Zwischen wem soll dieser „Direktvergleich“ genau sein? Ausser Sie haben Zwillinge – einen beschnitten, einen nicht – und halten diese unter Laborbedingungen, ist das ziemlich nichtssagend. Allein weil Geruchsentwicklung sehr individuell ist und u.a. von der Bakterienflora abhängt, dementsprechend auch alters-, verhaltens-, ernährungsspezifisch, etc. ist.

      Der Rest wirkt auch eher unfundiert. Ich weiss ja nicht, was für ein Sexualleben Sie hatten/haben, aber eine quantitativ sinnvolle Basis für solche Aussagen dürfte als Einzelperson auch da eher schwierig zu erreichen sein. Das wirkt darum alles mehr wie die typische anekdotische Kaffeesatzleserei mit der z.B. auch Homöopathen den Nutzen ihrer Methoden zu „belegen“ versuchen.

      • Hotel Papa sagt:

        Hast Du denn mehr als anekdotisch? Artikel gelesen. Aha. Aussagen hielten sich die Waage. Aha. Mit Ausgewogenheitsbedürfnis des Journalisten hatte das wahrscheinlich gar nichts zu tun…

      • Christoph Bögli sagt:

        Nein, habe ich nicht, aber darum behaupte ich hier auch nicht, im Besitz irgendwelcher absoluten Wahrheiten zu sein. Überhaupt geht die ganze Diskussion doch in die völlig falsche Richtung: Ästhetische oder sexuelle Präferenzen, die Abwesenheit von Beschwerden oder Selbstzufriedenheit von Betroffenen, usw., das geht doch alles am Kern des Problems vorbei.

        Die eigentliche Frage ist und bleibt, aus welchem Grund man einen solchen Eingriff, der keinen relevanten Nutzen hat, ungefragt an Kindern vornehmen muss und das nicht der eigenen Entscheidung überlässt. Und genau darauf scheint es ja auch keine brauchbare Antwort zu geben, sonst würden hier ja nicht alle der Frage aus dem Weg gehen..

      • Hotel Papa sagt:

        „Die eigentliche Frage ist und bleibt, aus welchem Grund man einen solchen Eingriff, der keinen relevanten Nutzen hat, ungefragt an Kindern vornehmen muss und das nicht der eigenen Entscheidung überlässt. “

        Ich denke, diesbezüglich herrscht weitgehend Einigkeit. Man kann als Betroffener einfach den Level der Entrüstung der nicht Betroffenen Gegner nicht nachvollziehen.

        Was das Argument der Hygiene und „Verstümmelung“ angeht, wäre es interessant, zu hören, wo den Verstümmelung anfängt, und wieviel „Hygiene“ man beim vis-à-vis erwartet. Wenn ich da die aktuelle Erwartungshaltung bzgl. Intimrasur so sehe…

      • Katharina sagt:

        HP: mit intimrasur hast du nun aber den vogel betreffend strohmann argumenten geschossen. es IST eine verstümmelung, wenn sie an einem neugeborenen gemacht wird. oder in anderen relis vor pubertät.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Hotel Papa: Welche Einigkeit herrscht denn darüber? Ich kann da keinen Konsens erkennen, schliesslich wird das hier eben genau so legal praktiziert. Praktisch alle Beschneidungen erfolgen ja vor der Pubertät. Und solange das so ist, scheint es mir auch legitim, das zu kritisieren.

        Ob Sie das verstehen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist im übrigen auch keineswegs so, dass mich das „empört“, es ist für mich eher befremdlich, dass man solche Eingriffe ohne sachliche Basis in der Schweiz des 21. Jahrhunderts zulässt und das hier sogar noch eifrig verteidigt wird. Erstaunlich empört scheinen ja eher Sie darüber, dass es jemand wagt, Begriffe wie „Verstümmelung“ zu benutzen, obwohl der Begriffe so je nach individueller Einschätzung durchaus gerechtfertigt ist..

      • Hotel Papa sagt:

        Das mit der Rasur habe ich ins Spiel gebracht wegen der oben geäusserten Erwartungshaltung, dass der Mann sich mit Rücksicht auf die Frau beschneiden lassen soll. Ähnliche Erwartungen sind ja bezüglich (wo)manscaping heute auch in beide Richtungen üblich. Und wenn ich den alltäglichen Discomfort der einen mit der anderen Massnahme vergleiche, weiss ich nicht, was mehr ins tägliche Leben eingreift.

      • Beat Bannier sagt:

        Herr Bögli, Was ich nicht so recht verstehe, wie kann man sich so sensibel für die physische, u. in Ihren Augen wohl auch psychische, Unversehrtheit von Menschenwesen einsetzen und im gleichen Atemzug schon beschnittene Knaben/ Männer, „nach individueller Einschätzung durchaus gerechtfertigt“ (!) als verstümmelte Menschen bezeichnen u. verletzen.

      • @Bannier
        Wenn Sie einer „biologischen Einheit“ (in diesem Falle einem männlichen Vertreter der Rasse „Gross-Affen“), geschaffen vom „grossen Schöpfer“ etwas abscheiden, wegschneiden, zurechtschneiden und diesen Akt nicht als „Verstümmelung“ erkennen können, müssen SIE wohl (?) irgendwann in ihrem Leben einen Schaden in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit erlitten haben!

      • Tante Jay sagt:

        @Hotel Papa:

        „Intimrasur“ setzt voraus, dass die Pubertät zumindest für eine Weile eingesetzt hat, weil Kinder vor der Pubertät über keinerlei Schambehaarung verfügen, die man rasieren könnte.

        Du beziehst dich mit dem Hygieneargument also zumindest auf junge Erwachsene.

        Und DIE sind alt genug um sich:

        a) selbständig zu waschen
        b) selbst zu entscheiden, was man mit dem Schniepel macht

      • Beat Bannier sagt:

        @ Stuber. Interessante Definition. Schneiden Sie sich auch die Haare oder Fingernägel, von Zeit zu Zeit?
        Und fällt das Auskratzen eines Fötus aus dem Leib einer Frau auch unter Ihre Definition von Verstümmelung.
        Oje, und meine gezogenen Weisheitszähne, ich arme biologische Einheit.

  • salzmann maurena sagt:

    Ich frage mich, ob es eine Rolle spielt, in welchem Alter der Junge bei der Beschneidung ist. Ich kenne zwei muslimische Männer, die ob des Beschneidungs-Tamtams wohl als traumatisiert bezeichnet werden können. Der erste kann während dem Geschlechtsverkehr nicht zum Orgasmus kommen, der andere kommt sofort.
    Beide mussten im Alter von 5 Jahren in den Sommerferien ins Heimatland der Eltern reisen, wo sie als König verkleidet auf dem Esel durchs Dorf ritten und mit Geldmünzen beworfen wurden. Danach erlebten sie bei vollem Bewusstsein die Beschneidung und mussten sich unter Schmerzen den ganzen Tag von wildfremden Menschen feiern lassen. Beide nennen es ein schreckliches Erlebnis, wollen es den Eltern jedoch nicht vorwerfen.

    Womöglich stecken es die jüdischen Jungen besser weg, weil sie so früh beschnitten werden?

    • Hotel Papa sagt:

      Früh Hilft sicher. Dürfte aber auch damit zu tun haben, dass sie in der Kultur nicht mehr wirklich drinstecken, den Vorgang als etwas fremdartiges erlebt haben.

    • fabian sagt:

      die beschneidung soll, wennschon, mit 18 jahren stattfinden. wenn der junge mann selbst entscheiden kann ob er das will oder nicht. alles rumschnipseln vorher verstösst gegen integrität und recht auf unversehrtheit des kindes.

    • Tante Jay sagt:

      Tun sie nicht. Im Gegenteil. In dem Alter ist das kindliche Schmerzsystem noch unreif – und zwar im Bereich Schmerzreduktion. Es werden keine oder nur ungenügend Endorphine ausgeschüttet, die die Schmerzempfindung verringern können.

      Entsprechend haben Babies nicht nur einen erheblich geringere Schmerzschwelle, sondern sie empfinden Schmerzen auch bis zu viermal so intensiv.

      Persönlich finde ich das Argument „er weiß später sowieso nix davon und Babies fühlen Schmerzen nicht so“ absolut unfassbar – mit DER Begründung wurden an Frühchen bis in die späten 80er Operationen am offenen Herzen nur unter Curare ohne Schmerzmedikation vorgenommen.

      Quelle:
      http://www.ox.ac.uk/news/2015-04-21-babies-feel-pain-adults

  • Reisender sagt:

    Das Argument Religion wird kaum gestreift. Mexiko ist sehr religiös, genau wie das Judentum. Keine Ahnung warum diese Leute nicht akzeptieren, dass der liebe Gott keine Fehler macht und daher nichts geändert werden muss. Aber Religionen muss man verstehen – und das schaffe ich nicht.

    • Hotel Papa sagt:

      Mexiko ist katholisch. Beschneidung ist im Katholizismus nicht üblich.

      Der Brauch hat dort eindeutig andere Wurzeln.

      • Roland K. Moser sagt:

        Die Genitalverstümmelung zu Ehren von Jawe ist bei den Katholiken freiwillig, bei den Juden und Muslimen obligatorisch.
        Steht glaube ich irgendwo in der Bibel, dass man die Heidenchristen (Europäer) nicht beschneiden muss.

      • Montagsmaler sagt:

        Also das mit dem post Skriptum ice bucket challenge habt ihr ganz selbst gemacht. Fast.

  • Beat Bannier sagt:

    Ich wurde mit 14 Beschnitten. Die Entfernung der Vor-Haut ( Haut ist unempfindlich) führt natürlich zu einer geringen Abhärtung der empfindlichen Eichel und des Bändchens, was durchaus auch positive Seiten hat, zb. wirkt es einer frühzeitigen Ejakulation vor, was oft auch Frauen gefällt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Es gibt m.W. keinen Beleg dafür, dass die Beschneidung ein relevanter Faktor ist bei frühzeitiger Ejakulation. Die Gründe für diese sind vielfältig, weshalb diese genau so unter beschnittenen Männern auftritt. Genau so wenig wird eine Beschneidung nicht einmal in schweren Fällen als Therapiemöglichkeit empfohlen. Mit solchen Aussagen werden also primär irgendwelche Mythen gestrickt, mit denen sich manche beschnittenen Männer anscheinend ihrer sexuellen Identität bestätigen müssen.

      Auf der anderen Seite wird übrigens die Beschneidung dafür als ein möglicher Faktor bei der sog. verzögerten Ejakulation beschrieben. Wenns um sexuelle Funktionsstörungen geht schneidet die Beschneidung wenn schon also eher negativ ab..

      • Sportpapi sagt:

        @CB: Das ist nun wirklich etwas schräg. Was denn nun: Geringere Empfindlichkeit oder nicht? Und wie kann sich das dann auf die eine Seite in unerwünschter verzögerter Ejakulation äussern, nicht aber in erwünschter?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sportpapi: Wie gesagt, ganz einfach weil vorzeitige Ejakulation in den meisten Fällen nichts mit der Empfindlichkeit zu tun hat. Wenn das nicht die Ursache ist, dann lässt sich daran auch nichts therapieren. Aber ansonsten fragen Sie da besseren Ihren Urologen, ich bin leider kein Experte und habe mich nur auf die offiziellen Diagnose- und Therapiedefinitionen bezogen.

    • Beat Bannier sagt:

      Nun ich bin weder Urologe noch Experte in offiziellen Definitionen. Ich ziehe meine Schlüsse aus meinen Erfahrungen.

  • Malena sagt:

    Die natürliche Reaktion der meisten Eltern auf das Abschneiden selbst eines unnötigen Körperteils ihres Kindes (z.B. Ohrläppchen) ist wohl blankes Entsetzen und klare Ablehnung. Religion, Tradition, Kultur, Umfeld oder auch rationale Argumente (gewisse Vorteile, medizinische Notwendigkeit) können die individuelle Einstellung in Bezug auf spezifische Körperteile verändern. Als Phänomen ist das doch ziemlich interessant. Die Frage, ob das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit absolut und prinzipiell gilt oder ob Abstufungen je nach objektivem Schweregrad (z.B. FGM vs. Ohrstecker) zulässig sind, mag kontrovers sein, aber auf beiden Seiten stehen Eltern die um das Kindswohl bemüht sind, beide Positionen verdienen Gehör.

  • tststs sagt:

    „dass Buben nicht vorsorglich beschnitten werden müssen“
    Müssen? MÜSSEN?
    DÜRFEN!!!
    Echt, das Thema macht mich so fuchsteufelswild…
    Würden wir nur zwei Mikrosekunden darüber diskutieren, ob es ok ist, den Mädchen die inneren Schamlippen zu entfernen? Ich mein so fachkundig, im Spital, unter Narkose, steril… Und die Begründung ist auch hier hygienisch-ästhetisch: Was sich in diesen Falten alles ansammeln kann… und erst das Gehänge je älter die Trägerin…
    Dass hier überhaupt noch diskutiert werden muss?!?

    • Martin Frey sagt:

      Sie mögen lachen, aber das Thema wurde im Rahmen der Migration bereits vor Jahren ernsthaft in Medizinalkreisen diskutiert. Sprich nach dem Motto: tue wenigstens medizinisch korrekt was sowieso gemacht wird… 😉 damals gab es noch keine klare Haltung zur FGM.

    • Hotel Papa sagt:

      Ich bekomme den Eindruck, dass das ein Thema ist, das vor allem nicht Betroffene aufregt. Die Betroffenen sagen „Ist halt passiert. Beeinträchtigt mich nicht wirklich.“

      Ja, soll man heute unnötigerweise wohl nicht mehr machen. Aber wie ich oben sagte: Deswegen ein Fass aufmachen?

      Und bitte das „Der Norm Entsprechen“ nicht kleinreden. Je nach Umfeld ist das ein gewichtiges Argument.

      • Christoph Bögli sagt:

        Woher wissen Sie, dass das anscheinend alle (!) Betroffenen sagen? Können Sie da eine Quelle anführen? Ich habe leider keinen fundierten Überblick, wer was genau darüber denkt, allerdings habe ich durchaus schon Berichte von Betroffenen gelesen, die sich keineswegs damit abfinden oder über Beeinträchtigungen klagen. Ihre absolute Verallgemeinerung ist somit schon einmal falsch.

        Und wenn man es heute unnötigerweise nicht mehr machen sollte, wieso wird es dann immer noch gemacht, auch in der Schweiz? Daraus ergibt sich halt die gesellschaftspolitische Frage, ob und aus welchen Gründen man so etwas zulassen will bzw. unter welchen Bedingungen man Ausnahmen erlaubt. Angesichts dessen, dass es um einen Eingriff in die körperliche Integrität geht, der heute auch von von Laien durchgeführt wird, ist das durchaus eine berechtigte Frage, die sich nicht mit einem lapidaren „ach das hat doch noch keinem so richtig geschadet..“ vom Tisch gewischt werden kann. Körperliche Bestrafung als Erziehungsmethode wird ja auch nicht dadurch legitim weil das rückblickend manche als halb so schlimm betrachten..

      • Hotel Papa sagt:

        Quelle: Die hier postenden. Inkl C.B., der als offensichtlich nicht Betroffener seine „panties in a bunch“ hat.

        Ja, ist eine kleine Stichprobe. Repräsentativ kommt sie mir dennoch vor.

      • Hotel Papa sagt:

        PS: explizit „alle“ habe ich nicht gesagt. Wenn Du das implizit liest, sei hier nochmal explizit auf „ich bekomme den Eindruck“ verwiesen. Subjektiv. Meiner. Muss nicht (und ist offensichtlich nicht) Deiner sein.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Hotel Papa: Also ich habe hier zwei oder drei entsprechende Wortmeldungen gesehen, allesamt weder ausführlich noch sonderlich aussagekräftig. Das soll eine repräsentative Basis sein? Aber hallo.

        Ich habe selber schon so einige Diskussionen und Artikel zu dem Thema gelesen und Erfahrungsberichte mit positiven und negativen Tendenzen halten sich meist ungefähr die Waage, wobei die Mehrheit eher neutral zu sein scheint bzw. sich bewusst ist, das eh nicht beurteilen zu können. Im Prinzip bräuchte man ja relevante vorher/nachher-Erfahrung, um da überhaupt eine sinnvolle Selbstbeurteilung abgeben zu können. Solche Fälle sind aber unter Beschnittenen eine kleine Minderheit, entsprechend ist es umso schwieriger, eine Anzahl Erfahrungsberichte zu finden, die auch nur ansatzweise repräsentativ wäre..

      • Hotel Papa sagt:

        Trotzdem fehlt mir bisher auch nur ein einziger Betroffener, der sagt: „Aber hallo! Ich wünsche mir so, dass das nicht gemacht worden wäre!“

        Die typische Aussage ist „Meh. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich etwas verpasse.“

        Die vehementen Gegner (und das sind nicht wenige) sind die Nicht-Betroffenen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Hotel Papa: Wie gesagt, ich habe Erfahrungsberichte von Betroffenen gelesen, die alles andere als glücklich darüber waren. Ob das jetzt eine Minderheit ist und wie klein diese ist, spielt eigentlich gar keine Rolle, denn jeder ist einer zuviel. Weil es für das Ganze eben gar keine Notwendigkeit gibt. Wenn kein Nutzen existiert, dann sind halt schon minimale Risiken zu gross und damit inakzeptabel..

    • Stranger sagt:

      tsts: Die WAS entfernen? Das wäre für mich jetzt ohne Seich eine Katastrophe. Auch ohne jedes ethische Argument.

      Ethisch ist die Sache ja eh klar. Mir ist sie es auch ästhetisch.

  • Guy Marfan sagt:

    Ich habe noch keinen erwachsenen unbeschnittenen Mann getroffen, der ohne Not seine Vorhaut preisgeben würde. Auch keine Frau würde freiwillig auf das Häutchen verzichten, das ihre Klitoris bedeckt. Eltern, die sich überlegen, ihr Baby beschneiden zu lassen, sollten sich deshalb fragen: wenn das so gut für das Kind sein soll, warum wollen dann alle Erwachsenen ihre Vorhäute unbedingt behalten?

    • Christoph Bögli sagt:

      Das ist völlig korrekt. Das Problem ist halt, dass die meisten Väter, die ihre Kinder beschneiden lassen, selbst beschnitten sind. Hinter der Beschneidung steht also eine typische „das war schon immer so..“-Haltung, eine Hinterfragung des Vorgangs wie auch des eigenen Zustands findet darum nicht statt. Im Gegenteil, gerade letzteres wäre problematisch, denn wer gesteht sich schon gerne ein, dass ihm etwas fehlt, dass ihm eine körperliche Beeinträchtigung zugefügt wurde und das notabene von den eigenen Eltern?

      Sich dessen bewusst zu werden, kann darum ein schmerzhafter Prozess sein. Entsprechend vermeidet man das lieber und gibt stattdessen das Problem weiter. Das ist ein überraschend gängiges Muster, schliesslich neigen z.B. auch Menschen, die als Kind Gewalt erfahren haben, verstärkt dazu, ihren eigenen Kindern Gewalt anzutun. Was die Sache umso fataler macht, angetanes Unrecht vererbt sich so quasi durch die Generationen..

      • Stranger sagt:

        Bögli, „das war schon immer so“ („das haben wir schon immer so gemacht wenn da jeder käme und sowieso könnte ja jeder kommen“) ist eine Argumentation, die ich versuche, NIE NIE NIE anzuwenden. Ich hinterfrage ALLES, und ich bin schon oft meiner Umgebung auf den Sack gegangen damit. Viele Leute sind sich nicht gewohnt, alles immerzu wieder in Frage zu stellen. Ich bin selbst recht wenig selbstbewusst und es ist kein Automatismus bei mir, etwas, das für mich gut funktioniert als allgemeingültig zu bezeichnen. Da bin ich wohl kein typischer Schweizer. Leute, die sich immer auf Traditionen berufen, sind meines Erachtens etwas dumm.

        Traditionen, die ich achte, sind das Fondueessen im Winter, der Samichlaus Anfang Dezember, der 1. August (allerdings nur als Funtag, nicht als Feiertag) sowie Weihnachten. Das wär’s eigentlich. Alle anderen Teile meines Lebens sind sehr verhandelbar.

    • Sportpapi sagt:

      Ich habe allerdings auch noch keinen beschnittenen Mann getroffen, für den das noch ein Thema war. Und doch mancher wäre froh gewesen, er hätte auf die „medizinischen Gründe“ verzichten können, die zum Entscheid für einen späteren Eingriff geführt haben.

      • Christoph Bögli sagt:

        Natürlich ist das „kein Thema“, weil über sowas spricht man eben ja nicht, schon gar nicht als Mann und schon gar nicht offen. Wie gesagt, wer gesteht sich da schon ein, dadurch allenfalls beeinträchtigt worden zu sein, geschweige denn bindet das den Kumpels auf die Nase?

        Dass man auf „medizinische Gründe“ verzichten könnte, die irgendeinen Eingriff notwendig machen, ist natürlich klar. Deswegen präventiv alles mögliche zu entfernen, das man grad nicht unbedingt zum Überleben braucht, ist trotzdem absurd. Oder soll man Kleinkindern auch gleich Blinddarm, Zehennägel, Mandeln oder die Haare entfernen lassen, damit sie bloss nie irgendein Problem damit haben? Und vielleicht gleich noch eine Gesichts-OP dazu aus ästhetischen Gründen bzw. damit sie auch bloss nicht gemobbt werden..?

      • Roland K. Moser sagt:

        Medizinische Gründe oder Brauchtum sind ganz andere Argumente. Bei meidizinischen Gründen geht es schlichtweg um das Überleben. Beim Brauchtum lediglich um durchzwingeln einer tradierten Körperletzung zu Ehren eines Gottes.

      • Stranger sagt:

        Bögli, jetzt ma Butter bei die Fische: Die männliche Beschneidung hat kaum dauerhafte Nachteile. Sehen Sie das anders? Na, dann bitte ich um Belege.

        Oder um Schweigen. Hier ist m.E. wenig Platz für unsubstanzierte Behauptungen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Stranger: Falls es unter medizinisch akzeptablen Bedingungen durchgeführt werd und keine Komplikationen auftreten, sind die Nachteile natürlich gering. Aber die Frage so zu stellen ist ja gerade das eigentlich Problem. Die zentrale Feststellung müsste lauten: Die Beschneidung hat im Normalfall keinerlei relevante Vorteile. Oder sehen Sie das anders? Es wird also ein völlig nutzloser, mit Risiken behafteter Eingriff vorgenommen und das ohne Einwilligung des Betroffenen. Das ist das Problem und das lässt sich halt nicht wegdiskutieren.

        Alles andere ist ziemlich lächerlich. Und basiert letztlich nur darauf, dass es halt irgendwie Tradition ist, was bedeutet, dass auch der grösste Unfug als „normal“ betrachtet wird. Würde man so etwas heute erfinden, niemand würde das ernsthaft unterstützen. Den kleinen Zeh zu entfernen hat z.B. auch keine relevanten Nachteile und könnte unter Umständen sogar der Fusshygiene dienen, aber würden Sie deswegen Eltern auch zugestehen, ihren Kindern die kleinen Zehen zu amputieren?

      • Guy Marfan sagt:

        Sportpapi, die Beschnittenen zählen aber nicht, weil die armen Kerle ja nicht wissen können und nie wissen werden, wie Sex mit Vorhaut ist. Es gibt übrigens auch immer mehr unter ihnen, die – völlig zu Recht – gegen ihre Beschneidung protestieren. Männer wollen ihre Vorhaut aus dem einfachen Grund behalten (oder zurückhaben), weil sie eine zentrale, praktische und lustvolle Funktion bei der sexuellen Erregung erfüllt. Dass einem Nichtvorhäutigen (auch einem, der mit seinem Sexualleben vollauf zufrieden sein mag) diese Funktion anatomisch unwiederbringlich fehlt, ist doch unbestreitbar. Man kann höchstens diskutieren, wie gross der Verlust ist. Und der scheint gross zu sein, was sich an der kompletten Unwilligkeit praktisch aller unbeschnittenen Männer, ihre Vorhaut ohne zwingenden Grund herzugeben, schlagend erweist. Jeder weiss ganz genau, warum er seine Vorhaut behalten möchte. Keiner (übrigens auch nicht die Sexualwissenschaft) würde mir widersprechen, wenn ich sagte: Vorhaut ist geil.

        Beschneidung, bei Knaben und Mädchen, ist vor allem eine Beschneidung der Sexualität und (von den Beschneiderreligionen, inklusive dem angelsächsischen Hygienismus) sehr wohl als solche gedacht.

      • Sportpapi sagt:

        @Guy: Dann zählen also die Unbeschnittenen auch nicht. Denn auch die wissen nur über eine Seite Bescheid.

      • Hotel Papa sagt:

        „Man kann höchstens diskutieren, wie gross der Verlust ist. Und der scheint gross zu sein, was sich an der kompletten Unwilligkeit praktisch aller unbeschnittenen Männer, ihre Vorhaut ohne zwingenden Grund herzugeben, schlagend erweist. Jeder weiss ganz genau, warum er seine Vorhaut behalten möchte.“

        Wirklich? Ich behaupte mal ganz unprätentiös: Das sind erstmal ganz urtümliche Kastrationsängste. „Mit einem scharfen Messer da dran??!!! SICHER NICHT!

      • Stranger sagt:

        Bögli, die Zirkumzision hat sehr entscheidende Vorteile. Sie ist Tradition an gewissen Orten, bei gewissen Kulturen. Tradition ist für viele Leute sehr wichtig (für mich eigentlich nicht).

        Wenn es eine althergebrachte Sitte wäre, den kleinen Zeh zu entfernen, dann würde ich sie durchaus zulassen, ja.

        Den Leuten sollte im Pubertätsalter präventiv eine Wurzelbehandlung bei allen Zähnen durchgeführt werden. Viele Schmerzen könnten so vermieden werden.

  • John Galt sagt:

    Ich finde es irritierend, wie emotional und unprofessionell (so die im Text erwähnte Hebamme) gewisse Gegner der Beschneidung auf das Thema reagieren.

    Persönlich würde ich meinen Sohn auch nicht beschneiden lassen; ich finde es jedoch legitim, wenn andere Eltern, sei es aus religiösen Gründen, sei es, dass sie eine Beschneidung für die physische und psychische (kein Mobbing wegen Anderssein) Gesundheit des Kindes für den besten Weg halten, anders entscheiden. Auch eine Impfung ist ein Eingriff in die körperliche Integrität des Kindes; trotzdem habe ich meine Tochter in Abwägung der Vor- und Nachteile für sie und die Gesellschaft impfen lassen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Der Vergleich hinkt völlig und lustigerweise arbeiten Sie den entscheidenden Unterschied gleich selbst heraus: Der gesundheitliche und damit rationale wie quantifizierbare Nutzen einer Impfung für das Kind wie die Gesellschaft ist substantiell, während im Normalfall keinerlei Beeinträchtigung daraus entsteht, erst recht keine langfristige. Dem gegenüber führt eine Beschneidung zu einer lebenslangen, grundlegenden körperlichen Beeinträchtigung, die sich kaum rechtfertigen lässt, schon gar nicht durch rein irrationale, emotionale Pseudo-Argumente (religiöses Dogma, Angst vor Mobbing, „Ästhetik“).

      Unter den Umständen den berechtigten, wissenschaftlich wie argumentativ fundierten Kritikern der Beschneidung zu unterstellen, diese wären „emotional und unprofessionell“, ist ein schlechter Witz. Das Gegenteil trifft zu.

      • Anh Toàn sagt:

        @Christoph Bögli: „Dem gegenüber führt eine Beschneidung zu einer lebenslangen, grundlegenden körperlichen Beeinträchtigung…“

        Echt jetzt, wegen zwei Zentimeter Vorhaut? Worin besteht diese Beeinträchtigung? Haben Beschnittene (oder deren Partner) weniger Spass an Sex?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Anh Toàn: Das ist durchaus möglich. Selbst wenn die genauen Auswirkungen individuell sind und auch von der genauen Methode (wie viel wird entfernt und wie genau) sowie etwaigen Komplikationen abhängt. Aber: Zumindest eine reduzierte Sensibilität aufgrund der fehlenden Vorhaut selbst sowie einem dadurch bedingten Abstumpfung sind ein unvermeidlicher Effekt.

        Ob man das jetzt als „schlimm“ betrachten will oder nicht sei dahingestellt, zumindest stellt es einen potentiell schädlichen Eingriff mit dem Risiko zu weitergehenden Komplikationen dar, der gleichzeitig völlig unnötig ist, weshalb das Ganze alleine aus medizinischen Gründen abzulehnen ist. Kommt hinzu, dass das Ganze vielerorts eben keineswegs durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt wird, oft auch unter völlig unzureichenden Bedingungen. Und zwar nicht nur in der dritten Welt, sondern selbst in westlichen Ländern. Die Risiken erhöhen sich in solchen Fällen dann noch einmal enorm..

      • Rahel S sagt:

        @ Christoph: „Einer lebenslangen, grundlegenden körperlichen Beeinträchtigung“. Also ich weiss nicht. Praktisch alle Maenner in meinem Umfeld sind beschnitten- die scheinen keine „grundlegende koerperliche Beeintraechtigung“ zu spueren, scheinen ganz gesund zu sein und ein normales Sexleben zu haben… was natuerlich noch nicht ein Argument fuer die Beschneidung ist.

      • Stranger sagt:

        Christoph Bögli treibt der Alarmismus um. In Wahrheit ist die männliche Beschneidung wirklich echt kein wesentliches Problem. Die weibliche hingegen ist es. Die beiden Sachen sind alles andere als gleich, beim Vergleich sieht man haufenweise Unterschiede.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Stranger: Es gibt immer „wesentlichere Probleme“, aber deswegen alles andere zu ignorieren wäre nicht nur dumm, sondern würde dazu führen, dass keinerlei Probleme mehr gelöst würden. Es gibt ja immer etwas „wesentlicheres“. Oder sollen wir sämtliche Innen-, Finanz- und Umweltpolitik in der Schweiz einstellen bis vielleicht irgendwann der Weltfriede erreicht und der Hunger besiegt wurde?

        Im übrigen, wie hier bereits mehrfach betont wurde, gibt es keinen grundlegenden Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Beschneidung. Würde letztere medizinisch korrekt und in gleich beschränkter Weise durchgeführt, dann wären auch die Konsequenzen die gleichen. Das Problem bei der weiblichen Beschneidung ist, dass diese i.d.R. dilettantisch und exzessiv durchgeführt wird. Selbiges trifft allerdings in manchen afrikanischen Regionen auch auf die männliche Beschneidung zu, mit ähnlich unschönen Auswirkungen. Entscheidend ist, dass es in beiden Fällen um einen ungerechtfertigten, sinnlosen körperlichen Eingriff in die körperliche und sexuelle Integrität von wehrlosen Kindern. Sowas lässt sich letztlich nie rechtfertigen, auch nicht in „milder“ und „fachmännisch durchgeführter“ Form..

      • Hotel Papa sagt:

        Angst vor Mobbing ein pseudo Argument. Yeah, right!

        Genauso hirnverbranntes Argument wie „Sticks and Stones…“

      • Anh Toàn sagt:

        @Christoph Bögli: „Im übrigen, wie hier bereits mehrfach betont wurde, gibt es keinen grundlegenden Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Beschneidung.“

        Was ist denn dies jetzt für eine Argumentation? Weil es betont wurde, ist es so.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Anh Toàn: Ohje, was ist denn das für eine Lesekompetenz? Ich lege doch die Gründe sogar noch einmal plausibel dar. Mit der rhetorischen Einleitungsformel wollte ich nur darauf hinweisen, dass die Argumente nicht zum ersten Mal hier auftauchen, auch wenn manche diese beflissentlich ignorieren.

        Aber halt mal umgekehrt: Inwiefern unterscheidet sich denn männliche und weibliche Beschneidung? Also mal ganz grundsätzlich, nicht wie sich eine mit Glassscherben durchgeführte Extrembeschneidung im äthiopischen Hinterland von einer medizinischen Minimalbeschneidung im Berner Inselspital unterscheidet, denn das ist klar.

      • Anh Toàn sagt:

        @Christoph Bögli: Soweit ich weiss, ist eine weibliche Genitalbeschneidung, hier ist Verstümmelung angebracht, fast nirgendwo auf der Welt legal. Auch im Berner Inselspital nicht (StGb 124) fachmännisch“ gibt’s also kaum. Zweck ist Lustbegrenzung. Bei der männlichen Beschneidung ist der hygienische und damit auch gesundheitsprophylaktische Nutzen weitgehend (ausser von Ihnen: „völlig nutzlos“) unbestritten, streiten lässt sich über Umfang des Nutzens und Abwägung von Risiken und auch, ob Lustverlust oder -gewinn (für wen?) entsteht.

      • Stranger sagt:

        „Es gibt immer „wesentlichere Probleme“, aber deswegen alles andere zu ignorieren wäre nicht nur dumm, sondern würde dazu führen, dass keinerlei Probleme mehr gelöst würden.“

        Bögli: Totschlagargument. Ich redete nie vom Ignorieren alles Anderen. Es gibt sehr wichtige Themen (der Klimawandel), wichtige (die Wahlen demnächst), relativ unwichtige (der Vorstand im Chüngelizüchterverein und die Länge der Vorhaut) und unwichtige (ob der neue Farbanstrich in der Küche in 30 oder 33 Minuten trocknet). Diese Probleme kann man alle angehen, aber von Vorteil beginnt man mit den erst genannten. Ich sähe VIIIIIEL lieber eine Lösung fürs Klimaproblem als eine totale Abschaffung der Zirkumzision.

        Weisst Du, Bögli, warum Du mobil telefonieren kannst? Weil Leute wie ich die Mobiltelefonie erfunden haben, darum. Nein, ich war es nicht. Ich habe nur dabei auch etwas rumgefuhrwerkt. Aber: Bevor es die Technologie gab, fanden sicher haufenweise Leute die total überflüssig.

  • Anh Toàn sagt:

    Die WHO empfiehlt die Beschneidung für Teile Afrikas als Prävention gegen AIDS. Gemäss WHO werden ein Drittel (nicht „nur“ ein Viertel) der Jungs auf der Welt beschnitten. Es erscheint ziemlich arrogant, wenn Kommentatoren hier von „Verstümmelung“, „Amputation“ und „hirnrissig“ schreiben. Man kann doch auch sagen, hilft es nichts (gegen Infektionen), schadet die Beschneidung zumindest nicht, wenn sie fachmännisch durchgeführt wird.

    • Anh Toàn sagt:

      Dass ein Gebot oder Verbot häufig religiös begründet wird, heisst nicht, dass es keine rationale Begründung dafür gibt. Im Gegenteil wurden rationale Verhaltensweisen mittels religiöser Begründung dem (ungebildeten) Volk vermittelt: Das Töten von Tieren mittels ausbluten ist nützlich insbesondere in heissen Gegenden ohne Kühlschrank. Gleiches gilt für den Verzicht auf Schweinefleisch. Fünf mal täglich beten, und vorher waschen, verknüpft Hygiene mit göttlichem Zwang.

      • Christoph Bögli sagt:

        Dass hinter vielen religiösen Regeln Gedankengänge stehen, die in der späten Bronzezeit, aus welcher die meisten stammen, sinnvoll schienen, ist ja durchaus richtig. Auch, dass manche der Regeln unter den damaligen Umständen durchaus sinnvoll waren (andere aber auch unsinnig bis kreuzfalsch). Bloss: Wir leben nicht mehr als bronzezeitliches Hirtenvolk irgendwo in der Levante, sondern in der Schweiz des 21. Jahrhunderts. Gesellschaftliche, medizinische und rechtliche Fragen sollten darum auf der Basis heutigen Wissens und aufgeklärter Ethik entschieden werden, alles andere ist und bleibt absurd.

      • Anh Toàn sagt:

        @Christoph Bögli: Ich vermisse in Ihrer „Argumentation“ gerade die Basis heutigen Wissens und aufgeklärter Ethik. Auf dieser Basis erscheint es zumindest haltlos, eine Klitoris Beschneidung einer Zirkumzision gleich zu stellen. In der sexuell aktivsten Zeit der Männer, ist eine geringere Sensibilität wohl eher ein Vorteil für guten Sex, (insbesondere junge) Männer kommen einfach und darum häufig zu früh.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Angabe einer prozentualen Reduktion des Risikos ist ein gängiger Trick um zu verschleiern, wie gering der Nutzen effektiv ist. Die Übertragungsrate von HIV bei vaginalem Geschlechtsverkehr liegt für den Mann grundsätzlich „nur“ bei 0.04% (also 4 mal bei 10’000 mal Verkehr, Quelle: CDC). Eine Reduktion des Risikos von 60% bedeutet unter den Umständen gerade mal, dass die Übertragungsrate auf 0.024% sinkt, sprich 2.4 Infektionen bei 10’000 mal Verkehr. Angesichts dessen, dass wesentlich effizientere und sichere Methoden zur Vermeidung von HIV und gleichzeitig anderen sexuellen Krankheiten bestehen, wirkt es relativ absurd, die Beschneidung als präventive Methode ernsthaft zu empfehlen. Wissenschaftlich ist das kaum haltbar, weshalb da entweder sehr viel Verzweiflung oder aber ideologisch-religiöse Motive dahinter stecken müssen..

      • Stranger sagt:

        Dann würde ich sagen, wir lassen das mit der HIV-Einschränkung durch die Beschneidung, das Argument ist nichts Wert. Die Hygiene allerdings ist schon ein gültiges.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Stranger: „Hygiene“ ist für mich eher noch ein seltsameres Argument als die Krankheitsprävention, da es dabei um einen völlig nebulösen Begriff ohne klaren Bezugspunkt geht. Ganz egal ob oder was der vermeintliche Nutzen sein soll, Fakt ist zumindest: Wer Zugang zu einem Minimum an sauberem Wasser und Hygieneprodukten hat, also sämtliche Industriestaaten aber auch grosse Teile der Schwellen- wie auch Entwicklungsländer, der benötigt keine Beschneidung für eine ausreichende Körperhygiene. Und falls dieser Zugang fehlt oder die Körperhygiene vorsätzlich vernachlässigt wird, dann bringt auch eine Beschneidung keinen substantiellen Mehrwert. Ähnlich wie bei HIV-Frage ist das Ganze somit letztlich ein konstruiertes Argument, das im realen Kontext keinen wirklichen Sinn ergibt..

      • Anh Toàn sagt:

        @Christoph Bögli: Ich gewinne je länger je mehr den Eindruck, dass der Nutzen der Beschneidung (vom Westen) geleugnet wird, weil es halt nicht von uns erfunden wurde quasi: Immerhin hat die „American Academy of Pediatrics“ ihre Meinung zu überwiegendem Nutzen der Zirkumzision geändert. Man sollte mal den Teil „Hygienische und gesundheitspräventive Motive“ auf Wikipedia auch betreffend auf Frauen übertragene Krankheiten unbefangen lesen. Spricht vieles dafür.

  • Malena sagt:

    Ist es nicht wunderbar, dass wir dieses Thema mit Argumenten diskutieren? Und dass Begründungen wie „Gott will es so“ oder „das macht man einfach bei uns“ hinterfragt werden dürfen und auch deutlich hinterfragt werden? In einer freien Diskussionskultur sollten schädliche kulturelle Praktiken an Kindern verschwinden (Mädchenbeschneidung, Lippenteller, Körperstrafen…), während selbstgewählte Körperveränderungen (Piercings, Tattoos…) akzeptiert und höchstens Modeströmungen unterworfen sind. Knabenbeschneidung als ein unfreiwilliger körperlicher Eingriff mit im Normalfall nur geringen Auswirkungen dürfte tendenziell auch zurückgehen wo keine kulturellen und religiösen Autoritäten daran festhalten. Für mich ist das Thema aber nicht prioritär im Vergleich zu andern, einschneidenderen Beeinträchtigungen (Krieg, Armut, Kinderarbeit, Krankheit, religiöse Indoktrination, Zwangsheirat…).

  • Montagsmaler sagt:

    Kennt jemand einen Menschen mit der Bluterkrankheit persönlich?

  • Mike sagt:

    Wenn Männer über Abtreibung diskutieren, findet man das heutzutage komisch, weil es um Frauenkörper geht. Find ich auch. Aber warum diskutieren dann immer wieder Frauen darüber, wie es ist, einen Penis zu haben?

    • Sportpapi sagt:

      Ich finde es gar nicht komisch, wenn Männer über Abtreibung diskutieren.

      • Valentina sagt:

        @Mike: Wieso denn? Die meisten Kommentatoren hier, und überhaupt im Mama-Blog, sind doch Männer. Ausserdem, wahrscheinlich ist den allermeisten Frauen die Beschneidung oder Nichtbeschneidung von Penissen egal, ausser sie haben Söhne und wollen sich deshalb näher damit auseinandersetzen.

      • Martin Frey sagt:

        Unterschätzen Sie bitte nicht die Rolle und Bedeutung der Frauen beim Erhalt archaischer Strukturen und Traditionen, Valentina.

      • Sportpapi sagt:

        @Valentina: Die Beschneidung von Mädchen ist mir aber auch nicht egal. Oder sollte es?

      • Stranger sagt:

        Mir ist auch die Schlachtung von Robbenbabies irgendwo im hohen Norden durch irgendwelche Ureinwohner nicht egal, SP hat Recht. Und das, obwohl ich weder ein Ureinwohner bin, im Norden lebe noch Robben kille.

        Männer SOLLEN über die Abtreibung diskutieren. Das ist essenziell.

    • 13 sagt:

      Es soll ja Menschen geben, Frauen wie Männer, die finden, dass ihre eigenen Kinder sie schon etwas angehen. Solange also die Abtreibung wie auch die Beschneidung die Körper von Kindern betrifft, geht es beide Elternteile und damit auch beide Geschlechter etwas an.

      • Mike sagt:

        @Valentina, erstens hat Martin Frey sicher Recht (Mädchenbeschneidungen werden meistens von Frauen ausgeführt), zweitens lese ich hier und anderswo immer wieder, wie Frauen sich über Beschneidung ereifern und dabei ziemlich Sonderbares von sich geben. Die Autorin ist ja auch eine Frau. Mir wär’s durchaus recht, wenn ich den Frauen nicht erkläre, wie es ist eine Gebärmutter zu haben, wenn sie mir im Gegenzug meinen Penis nicht erklären. Also ausser es ist eine Ärztin halt.

  • verlockend sagt:

    „Ratlos, weil es in Anbetracht dessen, dass weltweit rund 25 Prozent der männlichen Bevölkerung beschnitten sind, eine legitime Frage war.“

    Aha, das soll ein Argument sein? Ich bin sicher, dass auch 25% der Verheirateten auf der ganzen Welt zwangsverheiratet sind. Ist es deswegen auch eine legitime Frage, die Standesbeamtin zu fragen, wo man denn seine Tochter zwangsverheiraten darf?
    Dass so und so viele andere Menschen etwas tun, ist nie ein Argument, egal wie man zur männlichen Beschneidung steht.

    • Stranger sagt:

      Natür.lich ist es das. Gesetze sind sehr wesentlich bestimmt durch die Kultur.

      • Montagsmaler sagt:

        Ich wurde getauft. Nicht dass ihr jetzt meint. Es kam fast niemand. Aber ich hatte auch ein tolles Fest. Reicht mir völlig.

  • Malena sagt:

    Mir fällt schon noch ein Argument ein, nämlich die Auswirkung auf das Sexleben. Aber hier gibt es meiner Meinung nach (und der unseres Kinderarzts) keine eindeutigen Antworten. Sehr berührungsempfindliche Männer profitieren vielleicht von der Beschneidung, sie können länger. Andere Männer werden beschnitten mehr Stimulation brauchen um zum Orgasmus zu kommen bei der Selbstbefriedigung oder beim Sex.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Malena: “ Sehr berührungsempfindliche Männer profitieren vielleicht von der Beschneidung, sie können länger. Andere Männer werden beschnitten mehr Stimulation brauchen um zum Orgasmus zu kommen-….“

      Nur so eine These: … und sind deshalb tendenziell auch grober zu den Frauen beim Sex?

      Wäre ja spannend zu diskutieren, ob die Beschneidung der Männer noch aus der archaischen Zeit des Matriarchats kommt oder vom patriarchalen System eingeführt wurde 😉

    • Widerspenstige sagt:

      Das wäre für mich einer der vertieft diskutierbaren Punkte bei diesem heiklen Thema (das wir schon mal eingehend diskutiert haben hier): Auswirkung auf das Sexleben wie Malena es antönt.

      Dazu dürfen sich Männer äussern, und zwar detailgenau. Hier wäre DIE Chance dazu uns Frauen mitzuteilen,
      a) wie ist das Empfinden bei Berührung ohne Beschneidung
      b) wie ist das Empfinden mit Beschneidung
      c) wie wird der Unterschied wahrgenommen, wenn nach der Pupertät bzw. als Erwachsener nachträglich beschnitten wurde.

      Es kann ja nicht sein, dass über ein so essentieller Teil des Manneslebens diskutiert wird, ohne die Auswirkungen auf das erotische Empfinden näher zu kennen. Ich möchte da noch ergänzen, dass bei einer Frau bei klitoraler Berührung ca. 20’000(!) Nervenzellen ins Schwingen kommen bis zum Orgasmus und noch lange nachschwingen können und den gesamten Beckenraum erbeben lassen. Bei einem Mann ist dieses Empfinden um einiges weniger intensiv spürbar, denn es kommen ca. 5’000 Nervenzellen ins orgastische Zittern. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Empfindlichkeit einer Manipulation der Geschlechtsteile generell.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Als Beschnittener kann ich nur sagen, dass ich keinerlei „Beschwerden“ verspüre. Aber wer weiss, was für ein noch viel sensationelleres Se xleben ich noch hätte haben können, wäre es anders? 🙂

      • Roland K. Moser sagt:

        Sportpapi weiss ja nicht, wie es ist, noch alles an sich dranzuhaben.
        Natürlich haben Sie keine Beschwerden. Aber Sie spüren weniger.
        Stimmt es, dass Beschnittene nicht mehr onanieren können und dass dies der Zweck der Beschneidung ist?

      • Martin Frey sagt:

        Wieviele Männer kennen Sie, SP, die offen darüber reden? Und auch wirklich vergleichen können?

      • Stranger sagt:

        RKM: Stimmt nicht.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich gehe davon aus, dass die Evolution ihre Gründe hatte, da eine Vorhaut hinzumachen (zum Schutz von den vielen Nervenzellendungen, wie es WS beschrieb?).
        Da bei mir alles original ist, kann ich nur sagen, dass es mir nie im Traum einfallen würde, da etwas wegzuschneiden! Im Gegenteil, es kann mMn ja nur zu einer Abstumpfung/Verschlechterung führen, was ich schade fände!

      • Stranger sagt:

        Hans, Dein mMn ist ein Anachronismus hier. Hier muss man klare, eindeutige Meinungen haben, und man muss die als allgemein gültig anschauen.

      • Hotel Papa sagt:

        @WS: Nur Fall C kann sinnvoll Auskunft geben. Den anderen fehlt der Vergleich.

        @RKM: Pruuuust! Du kennst McKinseys Statement zu seiner Statistik, dass 95% der Männer masturbieren? „Das bedeutet, dass 5% lügen!“

        Die Technik ist vielleicht etwas anders, aber „unmöglich“: sicher nicht.

      • 13 sagt:

        Der Mann an meiner Seite gehört zu C und ja, es ist anders. Für uns beide. Hätte es eine Wahl gegeben, hätte er es nicht gemacht. Die Empfindlichkeit nimmt nun mal mit der Zeit ab, was einen Einfluss hat. Riesig ist der Unterschied nicht, aber er ist da. Dies reicht mir als Grund, eine solche Entscheidung nicht ohne Not für einen anderen Menschen zu treffen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Nehmen Sie doch den Einzelfall ernst… 🙂
        Aber ich gebe gerne eine Antwort: Wenige. Weil ich mit den Kollegen eigentlich nicht so über sexuelle Fragen plaudere. Hingegen habe ich auch schon mitbekommen, dass bei vielen Männern die sexuelle Erregbarkeit weniger das Problem ist, als die Erregung dann auch einige Zeit aufrechterhalten zu können. Insofern sehe ich da weniger Probleme. Und damit auch an Roland K. Moser: Natürlich können Beschnittene onanieren. Und @13: Die Empfindlichkeit nimmt mit der Zeit ab? Ich denke, dieser Prozess ist nach einigen Tagen/Wochen abgeschlossen. Vermutlich spielen hier sowieso noch ganz andere Faktoren zwischen Mann und Frau eine viel grössere Rolle.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich habe keine Zeitdauer genannt, oder? Ich wollte nur sagen, dass es nicht von einem Tag auf den anderen geschieht. Das „Abhärten“ dauert ein paar Wochen, danach ja, ist es abgeschlossen. Weitere zwischenmenschliche Faktoren, die während vielen Jahren nie ein Thema waren und dann rein zufällig in dem Moment auftreten, wo eine aus medizinischen Gründen notwendige Beschneidung vorgenommen werden muss? Wohl kaum. Aber wie gesagt, der Unterschied ist nicht sehr gross, man kann auch nach einer Beschneidung ein schönes Intimleben haben, das steht ja gar nicht zur Diskussion.

        Mein grundsätzliches in Statement zur Beschneidung des Mannes: Wenn es nicht notwendig ist, lieber nicht. Ist es notwendig, ist es keine Tragödie. Es ohne Not zu machen, muss jedoch dem Mann überlassen werden, weshalb ich in diesen Fällen die Beschneidung von kleinen Kindern klar ablehne und verurteile.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Weitere zwischenmenschliche Faktoren, die während vielen Jahren nie ein Thema waren und dann rein zufällig in dem Moment auftreten, wo eine aus medizinischen Gründen notwendige Beschneidung vorgenommen werden muss?“ Ich meinte eigentlich ganz simpel, dass (auch) die männliche Erregung nicht nur körperlich gesteuert wird. Und zudem auch die Erregung der Frau (oder allenfalls auch die Muskulatur) zumindest bei der „Vereinigung“ eine entscheidende Rolle spielt, wie intensiv der Mann spürt. Daneben ist die leicht eingeschränkte Empfindlichkeit vermutlich vernachlässigbar.
        Zum anderen: Unsere Kinder sind auch nicht beschnitten. Wir waren also auch dagegen. Hingegen sehe ich zu wenig Grund, dazu ein Verbot zu erlassen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das ist alles richtig. Ich habe ja auch nie behauptet, nur das Fehlen oder Vorhandensein der Vorhaut sei ein Faktor für das Intimleben, es gibt vermutlich 1000 andere und viele auch wichtigere. Aber es ist ein Faktor. Die Frage war ja: Besteht, wenn die Voraussetzungen genau gleich sind (d.h. gleicher Mann, gleiche Frau, gleiche Beziehung zueinander) ein Unterschied? Und da ist meine Meinung, basierend auf persönlicher Erfahrung: ja, es besteht ein Unterschied. Von einem Verbot hat ja niemand gesprochen, oder?

      • Anais sagt:

        Als Frau kann man einen einfachen Test durchführen wie viel der beschnittene Mann noch fühlen kann.
        Wenn man bei einem intakten, schlafenden Mann den Penis berührt, wird er immer groß, egal in was für einer Schlafphase er sich befindet.
        Er fühlt es und wacht auf!

        Bei einem beschnittenen tut sich gar nichts, er spürt nicht mal wenn man daran zieht oder sonst was macht, er schläft weiter, der Penis bleibt klein.

        Mein Mann ist auch beschnitten, und er kommt super damit zu Recht, hat keinerlei Probleme und findet sich viel Hygenischer usw aber ich kenne den Unterschied, ich weiß, dass er im Vergleich zu Intakten nur ein Bruchteil fühlen kann.

      • Stranger sagt:

        Widerspenstige: Weder a), noch b), und auch nicht c) kann ich und die meisten Leute beantworten, weil sie einfach keine Vergleichsmöglichkeit haben. Wenn Du Deiner Läbtig eine Geschirrspülmaschine hattest, dann weisst Du auch nicht, wie sich das ewige Geschirrspülen anfühlt.

      • Stranger sagt:

        Und Anais, sorry, das ist eine Einzelbeobachtung (die nicht mal richtig sein muss) und ist für eine allgemeine Beurteilung absolut ungeeignet.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Art. 10 der Bundesverfassung:
    Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit.

    Art. 11:
    Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung.

    Art. 15:
    Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

    Das Problem ist, dass die Kinder weder die Religion gewählt haben noch der Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit zustimmen konnten. Darum erachte ich Art. 11 wichtiger. Aber dieser Artikel ist schwierig umzusetzen, weil verständlicherweise niemand den Staat derart tief in der Familie haben will.

    • Martin Frey sagt:

      Ethisch vertretbar wäre einzig, mit allen Fällen von mutwilliger leichter bis schwerer Körperverletzung zuzuwarten bis Kinder urteilsfähig sind. Aber genau das wollen natürlich alle soziokulturell getriebenen unbedingt vermeiden, müssten sie sich ja ansonsten irgendwann Diskussionen stellen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Als einer, der aus gesundheitlichen Gründen beschnitten wurde, und bei dem aus religiösen Gründen die Chance bestanden hätte, dass dies schon bei Geburt erfolgt wäre, darf ich ergänzen: Wir haben die Diskussion auch so geführt. Denn ich habe mich tatsächlich beklagt, dass der Eingriff nicht schon als Säugling erfolgt ist.

      • Stranger sagt:

        a) Ich diskutiere mit grosser Leidenschaft, weswegen ich ja unter anderem hier poste.
        b) Ich halte Gesellschaft und Kultur beide für wesentlich, Sie dürfen mich als „Getriebenen“ bezeichnen (falls Sie das nicht negativ meinen).

      • Martin Frey sagt:

        Aber es waren doch Sie, SP, der sich selber als Einzelfallbeispiel ins Spiel brachte? 🙂 ist auch in Ordnung so, nur beweisen tut es nichts.
        @stranger: widersprüchlicher geht’s wohl kaum. Auf die physische Unversehrtheit anderer zu pfeifen, das Hohelied der Soziokultur zu singen und dann doch mit Genitalverstümmelung so sehr nicht einverstanden zu sein dass sie auch andernorts abgeschafft gehört. Ach ja, natürlich nur die weibliche, bei der männlichen ist es nicht mal nötig, die Kinder selber entscheiden zu lassen. Und dies, weil Sie im Militär etwas unten durch mussten? Meine Güte, was für eine Logik!
        Für mich tönt das, mit Verlaub, einfach nur nach Mitreden des Mitredens Willen.

      • Stranger sagt:

        „etwas unten durch müssen“ nennen Sie also die durch den Staat erzwungene Invalidisierung? Nett, Frey, nett. Ich nenne das „staatlich sanktionierte Verstümmelung“. Aber he, das bin ja nur ich. Oder ist mein funktionierendes Knie weniger Wert als Ihres, weil ich eine andere Meinung habe als Sie?

        Ich habe eine klare und durch Fakten gestützte Meinung, Frey.

        —> Verstümmelung geht dann nicht, wenn sie wesentlich ist für Körperfunktionen.<—

        Ich zähle hier notabene nicht alle Fälle auf, wo Verstümmelungen nicht erlaubt sein sollen. Und ich spreche auch nicht über andere Aktivitäten an wichtigen Körperfunktionen. Ich spreche ganz genau und nur von Verstümmelungen in Verbindung mit Körperfunktionen.

        Wenn nicht, dann ist sie unter gewissen Umständen akzeptabel. Dies halte ich für einfach genug, und für verständlich.

        Frey, beleidigen Sie mich nicht. Ich rede hier seit Jahren mit und meine Vorstellungen sind oft sehr klar und eindeutig und es gelingt mir öfters, sie unmissverständlich darzustellen. Wenn Sie nicht mit ihnen einverstanden sind, dann greifen Sie sie ruhig an, allerdings sachlich und mit Fakten untermauert, wenn immer möglich.

      • Martin Frey sagt:

        Eine lange Antwort hängt oder ist im MB-Nirwana verloren gegangen, seufz. Also nochmals eine Kurzform:
        Wollte Sie nicht beleidigen, stranger, war keinesfalls meine Absicht. War mir auch nicht bewusst dass Sie eine Knieverletzung erlitten hatten (wohl eher keine Absicht sondern Unfallereignis?) Aber es waren Sie der Ihr Knie mit Genitalverstümmelungen in Verbindung brachte um diese zu relativieren, obwohl es da keine Verbindung gibt.
        Ihre These zur körperlichen Integrität ist absurd und so nicht haltbar. Denn jede Verstümmelung ist eine Verletzung der körperlichen Integrität, auch die die Sie aus persönlichen Gründen grad für nicht so schlimm halten. Andere machen andere Erfahrungen und sind daher auch anderer Meinung, wie Sie beim Militär auch. Zur Veranschaulichung nur kurz: Auch Ohrläppchen, Ohrmuscheln, mittlere Finger/ Zehen sind unwesentlich für Körperfunktionen. Was würden Sie sagen, wenn jemand einem Kind ( oder Ihrem Kind) die Nasenspitze abtrennen wollte? Mutwillig die Haut ritzen wollte?
        Ich nehme an, Sie würden wohl sagen: „wer sind Sie, dies zu tun oder zu glauben, dies entscheiden zu können?“
        Zu Recht.

      • Stranger sagt:

        Meine Knieschmerzen begannen und wurden immer schlimmer in der RS. Der Truppenarzt, Dr. Meile (den wir intern „Dr. Mengele“ nannten, warum, wird gleich klar), nahm sie nicht Ernst, er interessierte sich nicht für mein starkes Hinken, und gab mir einfach drei Ponstan mit, die ich beim 50-km einwerfen sollte, wenn es gar nicht mehr gehen sollte. Der Zugführer allerdings hatte Mitleid und dispensierte mich vom Marsch. Er hatte mich währen der vorhergehenden Tage ja schon hinken gesehen, und er wusste, dass ich kein Simulant war.

        Ich hinke nicht mehr, aber schon bei längeren Spaziergängen kommen die Schmerzen zurück und verschwinden erst nach einigen Ruhestunden völlig.

        Generell gebe ich Ihnen absolut Recht, was die körperliche Integrität angeht. Ich sehe das einfach nicht so absolut. Ein Ohrläppchenstechen oder eben eine Zirkumzision bei einem Einjährigen halte ich für weitgehend ok.

  • Hans sagt:

    Es ist eine Verstümmelung des Körpers. Nicht mehr, nicht weniger. Ich bin selbst beschnitten, aus medizinischen Gründen.
    Hygiene ist übrigens auch eine Rechtfertigung für die weibliche Verstümmelung… Nur so…

    • Muttis Lieblig sagt:

      Das Verätzen der Haut oder jede Form des gewaltsamen Einbringens von Metallteilen in Oberhaut und Bindegewebe, Ohrlöcher inklusive, sind auch Formen der Selbstverstümmelung, aber offensichtlich akzeptierter Teil unserer Kultur. Qualitativ ist da kein Unterschied.

      • Hotel Papa sagt:

        Doch, ein wesentlicher. Über die von Dir beschriebenen Eingriffe entscheinen normalerweise die Betroffenen selber.

      • Papperlapapi sagt:

        Das alles geschieht aber auf Wunsch der Betroffenen. Wenn ein erwachsener Mann sich dazu entschliesst sich beschneiden zu lassen, hat niemand was dagegen. Bei Kindern ist es nicht ok.

      • Tante Jay sagt:

        SELBSTverstümmelung.

        Wenn ICH entscheide, dass ICH Ohrlöcher haben muss, entscheide ICH über MEINEN Körper.

        Bei der Beschneidung von Kindern entscheidet irgendwer, wie ein ANDERER Körper auszusehen und zu funktionieren hat.

        Wenn ein Erwachsener in voller Kenntnis aller Konsequenzen entscheidet, sich beschneiden zu lassen:

        Bitte. Tu dir keinen Zwang an.

        Derjenige entscheidet für SEINEN Körper – und das darf er.

        Aber Kindern wird diese Entscheidung, die sie womöglich nie getroffen hätten, aufgezwungen. Das ist eine Menschenrechtsverletzung und die geht uns alle was an.

      • Muttis Liebling sagt:

        Zumindest Ohrlöcher sieht man hierzulande und noch mehr im christlichen Südeuropa schon bei Kleinkindern, während der Initiationsritus mit Beschneidung bei türkischen Jungen erst im 8. LJ stattfindet. Die Jungen freuen sich mehrheitlich darauf, schon weil es als riesen Familienfest organisiert ist und würden auch 10 Jahre später nicht anders entscheiden.

      • Stranger sagt:

        Ja, Tante Jay, vielerorts werden Kindern Ohrenlöcher geschossen, wenn sie noch völlig unfähig sind, sich selbst dafür oder dagegen zu entscheiden. Meine haben sie erhalten, als sie rund 6 waren, sie hatten Freude dran, aber eigentlich ist das Alter von 6 viel zu früh, eine Aktion „selbstbestimmt“ zu nennen.

      • Rerun sagt:

        @Muttis Liebling: „Die Jungen freuen sich mehrheitlich darauf, schon weil es als riesen Familienfest organisiert ist und würden auch 10 Jahre später nicht anders entscheiden.“

        Das ist bei Mädchen nichts anderes. Auch deren Beschneidung wird mit riesigen Festen gefeiert und sie sehen dass, was ihnen angetan wird, als notwendig und richtig an. Daraus kann man gar nichts ableiten. Mal ein paar Zitate von beschnittenen Frauen:

        Es sind ja gerade die beschnittenen Mütter, die ihre Töchter der Prozedur unterziehen. Opfer von FGM sagen mitunter, dass es der glücklichste Moment ihres Lebens gewesen sei.

        „I never saw girls being dragged, queeking and screaming …
        But they are still happy to go … No, i am not saying that its the case for all women, obviously its not, there are some who do disagree with it and i think it is time we start moving the conversation towards consent and stop judging the practicse itself.“

        „In unserer Kultur ist Beschneidung normal. Man hört das von Geburt an, nur das Wort Beschneidung nicht, sondern: Wenn du groß bist, wirst du sauber. Ich war sieben, als ich beschnitten wurde. Ich wollte das selbst, meine Freundin war auch beschnitten. Das Paradoxe ist, dass man sehr zufrieden ist, obwohl es sehr wehtut. “

        Ist FGM deshalb ok? Ich glaube kaum.

      • Widerspenstige sagt:

        Rerun, mir sträuben sich sämtliche Nackenhaare bei solchen Sätzen. Ich zweifle sie schlicht an.

      • Rerun sagt:

        Ich kann für sämltiche Zitate Quellen nennen. Offenbar scheinen Links hier aber nicht veröffentlicht zu werden. Googeln Sie z. B. nach dem Stichwort „Alle tun es, das ist Tradition“ und sie werden entsprechendes finden.

  • Muttis Liebling sagt:

    Wie im letzten Absatz deutlich wird, handelt es sich um eine historisch nachvollziehbare, inzwischen aber eher kulturell tradierte Eigenart, welche für Personen anderer Kulturkriese weder beurteilbar noch mit, ich weiss nicht welchen, wissenschaftlichen Methoden beleg-, oder widerlegbar sind. Es bestehen auch keinerlei moralische Implikationen, weder dafür, noch dagegen.

    Mit einfachen Worten: Das geht uns nichts an.

    • Martin Frey sagt:

      Selbstverständlich geht uns das Thema etwas an, ML. Und zwar sowohl die weibliche wie auch die männliche Genitalverstümmelung. Außer sie kennen die betroffenen Menschen nur als theoretische Größe. Alle anderen aber müssen sich solche Gedanken machen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Frage dahinter ist: Gibt es universelle Werte oder sind die immer kulturell und damit zeitlich und örtlich begrenzt?
        Wir wollen nicht, dass in unserer Wertegemeinschaft die Scharia gilt, da sollten wir uns aber auch nicht in nahöstliche, südamerikanische oder afrikanische Wertegemeinschaften einmischen.

      • Widerspenstige sagt:

        Das ist ein Abwägen der Verantwortung gegenüber körperlicher wie seelischer Misshandlung in anderen Kulturen, welche doch näher angesehen werden dürfen/sollten/müssen, Mothers Biest! Es geht uns dann etwas an, wenn im eigenen Land Beschneidungen zur Regel werden, ohne medizinische Indikation. Wie in Art. 11 der Verfassung beschrieben, ist die körperliche Unversehrtheit höher zu gewichten als das Wegsehen, um sich nicht mit fremden kulturellen Methoden auseinander setzen zu müssen. Das ist der Grat, wo wir als Mensch gefordert sind, hinzusehen und darauf aufmerksam zu machen, wo Eltern vielleicht einfach in ihrer eigenen Tradition gefangen bzw. manipuliert handeln. Deshalb wird das Thema hier im MB immer wieder diskutiert. Wo ist die Grenze zu ziehen und es ist Einmischung in elterliche Erziehung und wo ist es ein Schutz vor Übergriffen in die kindliche Integrität gem. Art. 10 und Art. 11 unserer Bundesverfassung.

      • Stranger sagt:

        Naja, das stimmt der Spur nach sicher. Wir sollten aber sicher darauf hinwirken, dass die weibliche Verstümmelung in vielen Ländern endlich unterbunden wird. Klar, sie ist kulturell bedingt (und nicht religiös, wie viele Leute uns einreden wollen – der Islam verlangt keineswegs eine Beschneidung, in Syrien ist sie darum auch kaum verbreitet). Dass in Ägypten über 90% der Frauen dieses Schicksal erleiden müssen, ist in meinen Augen skandalös, und jene Menschen, die das finden, sollen das sagen, kulturell sensibel, aber klar.

  • E. Battista sagt:

    Unabhängig davon wie es ausgeführt wird, wird in einem Fall (Mädchen) immer von Verstümmelung gesprochen und im anderen Fall (Buben) von einer Kleinigkeit und Selbstverständlichkeit. In beiden Fällen wird jedoch an der körperlichen und sexuellen Selbstbestimmung eines Menschen herumgeschnippelt. Solange es Männer, oder eben ganz zu Beginn Buben betrifft, gelten andere Massstäbe und Wahrnehmungen. Das lässt tief Blicken. Die Beschneidung aus anderen Gründen als zwingende medizinischen Gründen gehört definitiv verboten. Die Steinzeit muss auch für Buben/Männer vorbei sein.

    • Sportpapi sagt:

      Die Beschneidung von Mädchen und von Jungen zu vergleichen finde ich völlig daneben.

      • Fabian sagt:

        Die Beschneidung beim Mann ist das Äquivalent zur FGM „Typ Ia: Entfernung der Klitorisvorhaut.“ Diese Form ist zwar im Vergleich zurückhaltend und wenig verbreitet, aber trotzdem wird sie nicht aus der grundsätzlichen Definition ausgeschlossen.
        Ein verstümmeltes Geschlechtsteil ist nicht plötzlich OK, nur weil es anderen noch mieser geht.

      • Martin Frey sagt:

        Was genau ist an dem Vergleich so völlig daneben, Sportpapi?

      • Tante Jay sagt:

        Nein. Es ist dasselbe unter anderem Namen.

        Es werden Kindern gegen ihren Willen Teile der Genitalien entfernt. Die Kinder äußern sich mit aller Kraft, die ihnen zur Verfügung steht: Schreien. Und das wie am Spieß.

        Auf die Eingriffstiefe kommts dabei überhaupt nicht mehr an.

        Nur, weil man was schlechtes noch schlechter machen kann, heißt das nicht, dass das schlechte akzeptabel ist.

      • Sportpapi sagt:

        Motiv und Wirkung. Die männliche Beschneidung dient nicht der Lustveminderung, und hat in der Regel auch nicht diese Wirkung. Ausserdem ist der Eingriff deutlich kleiner. Zudem kann eine präventive Wirkung nicht bestritten werden. Auch wenn dies natürlich nicht reicht, um eine Beschneidung zu empfehlen.

      • Stranger sagt:

        Sportpapi hat sehr Recht, sein Argument kann kaum unterschätzt werden, und es wird auch von allen Menschenrechtsgruppen gebracht, zu Recht. Die weibliche Beschneidung hat das klare Ziel, das Empfinden zu beschränken, und endet ja öfters mit dem Tod (weil sie sehr oft unter sehr unhygienischen Umständen durchgeführt wird). Die männliche Beschneidung hingegen hat meist medizinische oder hygienische Gründe und wird sorgfältig gemacht (auch dort, wo die Gründe sozial sind). Sicher auch, weil es Männer sind, welche in vielen Gesellschaften als wertvoller angesehen werden als die Frauen.

      • Martin Frey sagt:

        @sportpapi: nur bedingt einverstanden. Natürlich will ich die FGM nicht bagatellisieren, der Eingriff ist bei den meisten Formen sehr viel schwerwiegender als bei der männlichen Beschneidung. Trotzdem stellen beide Formen unbestritten eine Körperverletzung mit irreversiblen Verstümmelungen der Genitalorgane dar die zu überwiegendem Anteil (@stranger) weder wegen noch unter medizinische oder hygienischen Bedingungen stattfinden. Und zum Thema Prävention ist die Datenlage umstritten. Die Hauptmotivation ist und bleibt archaisch-soziokulturell-rituell. Es gibt daher meines Erachtens mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „archaisch-soziokulturell-rituell“. Da haben Sie sicher recht. Heisst aber auch, dass es eine gesellschaftliche Bedeutung hat. Und wir sehr gute Gründe habe müssten, wenn wir es verbieten wollten. Andererseits sehe ich schon einen Unterschied, ob man jemandem seine sexuelle Lust wegnehmen möchte (und das auch tut), oder eben nicht. Insofern ist für mich die rituelle Beschneidung eher vergleichbar mit dem beinahe ebenso rituellen Ohrläppchenstechen.

      • Katharina sagt:

        ‚Die männliche Beschneidung dient nicht der Lustveminderung‘.

        Du kannst ja mit einem Rebe reden, der mit uns befreundet war, und der uns dazu dreinreden wollte. ‚Covenant‘ und so, auch wenn genaugenommen meine Tochter diesen Teil meiner Herkunft weiter tragen würde, so seine eigene Ueberlieferung.

        Einiges, was er sagte und zitierte, geht sehr wohl in die Richtung. Am Schluss meinte er dann, wir könnten nicht ‚bashert‘ sein. Ich antwortete darauf, dass ich mein ‚plag nishmasa‘ lange, bevor ich ihn kennenlernte, fand. Und zeigte ihm die Türe und habe den Kontakt abgebrochen.

    • Gion Foggenhuber sagt:

      @E. Battista: Danke für Ihren Kommentar, genau so ist es nämlich.

      • Heidi Merz sagt:

        Ohne auf einen Vergleich zwischen den Geschlechtern hinsichtlich Beschneidung/Verstümmelung eingehen zu wollen, gebe ich Ihnen völlig Recht, Herr/Frau Battista: Sowohl bei Mädchen wie auch bei Buben ist es ein per se einschwerwiegender Eingriff in die persönliche Integrität und körperliche Unversehrtheit des Kindes und gehört deshalb verboten, ausser bei zwingender medizinischer Notwendigkeit. Das gleiche gilt eigentlich auch für Ohrläppchen. Aber ich finde es einen weniger schlimmen Grenzübertritt, Löcher in die Ohren machen zu lassen, als an den primären Geschlechtsteilen herumzuschnippeln.

      • Stranger sagt:

        Also das Argument mit der physischen Unversehrtheit ist in meinen Augen nichts Wert. Das Leben bietet so viele potenziell traumatische Erlebnisse, die schwere Narben hinterlassen (auf der „Psyche“ halt… wobei die ja auch nur der Ausdruck ist der Physis). Und auch die klar physischen Eingriffe sind ja zahlreich: Ohrenstechen, viele Leute piercen und tätwieren sich freiwillig und mit viel Freude, Rasur, Haarschnitt und so weiter. Nein wirklich, Ihr, die Ihr die „physische Unversehrtheit“ so hoch hält, Ihr verschliesst doch einfach Eure Augen. Der Militärdienst hat bei mir deutlich grössere Schäden angerichtet als jede Beschneidung. Ja, seit der RS bin ich de facto wanderuntauglich.

      • 13 sagt:

        @ Stranger
        Freiwillig ist das wirklich entscheidende Wort. Das wird wohl auf den 7 Tage alten Säugling nicht zutreffen. Es gibt übrigens Alternativen zum Militärdienst, so gesehen ist er zumindest halb freiwillig und wer weiss, vielleicht kommt die Schweiz auch irgendwann im 21. Jh an und hebt die „Pflicht“ endlich auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich weiss, das mit den Pflichten gegenüber der Gesellschaft ist nicht mehr so modern. Aber ich vermute, das wird wieder ändern. Müssen. Ob es nun Militärdienst, oder wie sie richtig sagen, ein anderer Dienst ist, kann sicher offen bleiben. Modern wäre einzig, die Frauen davon nicht zu befreien.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich habe nichts gegen einen Dienst für die Gesellschaft. Modern wäre jedoch ein sinnvoller Umgang mit den Ressourcen. Einen arbeitsfähigen Menschen zu einer Zeit, in der er eigentlich der Gesellschaft und auch der Wirtschaft am meisten einbringen würde, davon abzuziehen und damit zu beschäftigen, mit teurem Spielzeug spiele, während, seien wir ehrlich, er die meiste Zeit nur absitzt, gehört für mich nicht dazu. Nicht zu vergessen, dass man die Gesellschaft zwingt, sowohl für dieses Spielzeug wie auch für seinen Lebensunterhalt zu bezahlen.
        Schlagen Sie anstatt des Wehrdienstes ein obligatorisches Sozialjahr im Anschluss an die Lehre/Gymnasium für beide Geschlechter vor und Sie hätten meine Stimme sofort.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist jetzt widersprüchlich. Das obligatorische Sozialjahr haben wir mit dem Zivildienst doch längst, allerdings nur für Männer. Und eben auch in einer Zeit, da diese Menschen vielleicht an anderen Orten mehr leisten könnten. Eine Profi-Armee wie im Ausland könnte natürlich Abhilfe schaffen. Und wir müssten, statt selber zu leisten, einfach mehr Steuern bezahlen. Vermutlich wird das in Zukunft so sein. Ich finde allerdings, es gibt durchaus auch Gründe, weshalb man sich nicht von allen Pflichten freikaufen können sollte.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Der Zivildienst ist dem Militärdienst nicht wirklich gleichgesetzt, sondern bereits durch die längere Dauer werden die Pflichtigen motiviert, doch lieber ins Militär zu gehen. Zudem halte ich dieses Aufteilen in verschiedene Einsätze für nicht sehr sinnvoll und in vielen Fällen familienfeindlich. Über die Ungleichbehandlung von Mann und Frau müssen wir nicht sprechen. Diese ist nicht nur überholt und unlogisch, sondern ist mit der Einbindung des Mutterschafts“urlaubes“ in die EO an Absurdität kaum mehr zu übertreffen. Im Jahre 2015 ein Bild zu zementieren, welches aufzeigt, dass ein Militärdienst die Leistung des Mannes an den Staat ist und die Mutterschaft die Leistung der Frau lässt am Verstand einiger Politiker zweifeln. Eine Profi-Armee, sollten wir eine solche überhaupt wollen, müsste sehr schlank gehalten werden, die Kosten sind gegenüber heute zu senken, nicht zu erhöhen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse wäre wichtiger als alte Traditionen. V.a. müsste die Frage gestellt werden, was wir im Notfall wirklich ausrichten könnten. Ich bin eher der Meinung, dass ein gut ausgebauter Katastrophenschutz für die Schweiz ausreichen würde.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @SP&13: Exkurs zum Militär, das leider noch lange nicht seine Existenzberechtigung verloren hat (siehe Ukraine u.a.): Ich stimme SP vollumfänglich zu (auch bei der allgemeinen Wehrpflicht für Mann & Frau), es macht schon Sinn, dass wir eine Milizarmee haben, bei einer Berufsarmee hat man nur Soldaten, die man für sonst nichts gebrauchen konnte in der Wirtschaft… und dementsprechend leicht zu manipulieren sind, es wäre nicht gut, wenn nur diese Leute bewaffnet sind….

      • Stranger sagt:

        Leute, beim Militärdienst habt Ihr das wichtige Thema ignoriert und generell über seinen Sinn und Unsinn geredet, was man tun kann. Aber darum ging es mir ja nicht! Ich sprach von den körperlichen Schäden davon, die erzwungen waren (total nicht voraussehbar). Und diese Schäden sind real, absolut real. Und gross, wobei so eine kleine Beschneidung ein Pipifax ist. Ein Pippi Fax 🙂

        Also, mal schnell konkret: Mir hat die Beschneidung nicht geschadet. Ich bin ein Hengst im Bett ( 🙂 ) und suuuuuperausdauernd drauf ( 🙂 ). Und dennoch ist es lustig…

  • Hausfrau sagt:

    Wenn wir keines haben, so suchen wir eines. Mir erscheint das Thema und der Artikel doch recht bemüht.
    Unsere Hündin ist unkastriert. Alle neun Monate interessiert das zumindest die Besitzer von intakten Rüden. Die meinen dann tatsächlich ich soll in dieser Zeit meinen Hund ins Auto packen und hinter den sieben Bergen laufen gehen.

    • Montagsmaler sagt:

      Liebe Hausfrau
      Das Thema spüre ich wie ein Floh im Ohr. Diesen Sommer hatte ich dann kurz bei Wiki vorbeigeschaut. Die Beschneidung wird, wenn mich meine Hirnzellen nicht im Stich lassen, seit dem achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erwähnt. Ich versuchte mir dann vorzustellen, wie das in der Wüste ist. Unterwegs mit Kind und Kegel. Und dann das. Die Eunuchen sind wohl jene, die es überlebt haben.
      Ausserdem überlege ich mir gerade: ein paar sind wohl auch nach Süden gewandert. Die Auswüchse sind bekannt.

    • 13 sagt:

      Je nach Quelle sind 25-33% der männlichen Weltbevölkerung beschnitten und Sie erachten das Thema als unnötig? Vielleicht wäre es mal Zeit hinter den sieben Bergen hervorzukommen und über den Gartenzaun zu schauen.

      • Katharina sagt:

        ‚Je nach Quelle sind 25-33% der männlichen Weltbevölkerung beschnitten‘.

        Dazu würden mich zuverlässige Quellen interessieren. Nicht Wikipedia und wenn möglich auch nicht WHO mit willkürlichen demografischen Hochrechnungen.

      • 13 sagt:

        Dies war das Ergebnis einer Schnellsuche, zugegeben, wobei es wohl gar keine genaue Statistik geben wird, da es kaum in einem Land wirklich erfasst wird. Allerdings spielt es für meine Aussage auch keine grosse Rolle. Es ist auf jeden Fall nicht einfach ein Randgruppenphänomen, der nur wenige Menschen betrifft und somit vernachlässigt werden kann. Egal, ob es nun 20, 25, 33 oder 50% sind, es bewegt sich im Milliardenbereich und dies „recht bemüht“ abzustempeln finde ich sehr speziell.

      • Katharina sagt:

        selbst bei 5% im Babyalter macht es noch nicht ‚richtig‘. Es geht nicht um Randgruppen. Aber umgekehrt geht es auch nicht um ein drittel der Männer und es sei deswegen (weil nicht minderheit) ok. Und dann werden pseudowissenschaftliche ‚Vorteile‘ vorgeschoben, die nicht stimmen und was WHO und HIV betrifft, nur auf eine sehr kleine gruppe in einem misslichen land andwendbar waren.

  • Martin Frey sagt:

    Ein schwieriges Thema. Grundsätzlich ist der Fall klar. Jede Beschneidung, ob bei Knaben oder bei Mädchen, ist im Prinzip eine Verstümmelung und stellt daher, wie an sich das Ohrläppchenstechen auch, eine Körperverletzung dar. Mit diesem Argument dürfte man in einem Land wie México allenfalls schallendes Gelächter ernten, mehr nicht.
    Medzinisch gesehen kann eine korrekt durchgeführte Zirkumzision Vorteile bringen, diese Argumente sind aber lediglich relativer Natur und fallen höchstwahrscheinlich weg bei guter Grundhygiene. Hier zu implizieren das so Gefahren absolut wegfallen würden kommt mir ein bisschen mexikanisch vor. Aber gegen Mythen und Traditionen anzukommen ist halt immer schwierig.
    Die ästhetische Frage lasse ich mal außen vor, das mögen andere beurteilen. Sexuell ist die Frage umstritten, sicher geht es aber mit einer verminderten Sensibilität einher. Ein entscheidender Umstand jedoch ist natürlich, dass wenn schon eine Zirkumzision, sei sie rituell oder medizinisch, diese unter korrekten chirurgischen Bedingungen erfolgen soll. Und nicht durch irgendeinen Hinterhofschnitzer auf dem Küchentisch, wie es wahrscheinlich bei der Mehrheit der rituellen Beschneidungen weltweit der Fall ist. Denn ansonsten überwiegen die Gefahren und Risiken schnell jegliche relativen Vorteile, mit teils schauerlichen Resultaten.

  • Rahel S sagt:

    Vor der Geburt unseres Sohnes musste ich mich ploetzlich auch mit dem Thema Beschneidung auseinandersetzen. Ich wohne in Israel- da ist es ganz normal, dass die Buben beschnitten werden. Ich kenne keinen einzigen, der es nicht ist. Aber ich wuchs in der Schweiz auf- da kannte ich fast keinen, der beschnitten war. Was ist nun besser? Ich weiss es nicht. Ist es noetig? Wohl kaum.
    Schlussendlich wurde unser Sohn beschnitten- ganz fachkundig, am 7. Tag nach der Geburt. Es war innerhalb von wohl 5 Sekunden vorbei. Ob er Scherzen hatte, das konnte er mir nicht mitteilen. Aber er schlief kein 3 Minuten spaeter friedlich in meinen Armen. Von Komplikationen habe ich noch nie gehoert (also entwerde gibt es die nur ganz extrem selten oder es ist ein grosses Tabu- glaub eher das erste).
    Das Hauptargument von meinem Mann (absolut nicht religioes, selbst auch beschnitten)- unser Sohn soll nicht gehaenselt werden, soll nicht „anders“ sein als die anderen.
    Bereut habe ich es nicht- wuerde ich es bei einem weiteren Sohn wieder tun? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht.

    • Fabian sagt:

      Ihr habt also, ohne persönlichen oder religiösen Grund entschieden, ihm den sensibelsten Teil des Penis abzuschneiden um ihn vor hypothetischen Hänseleien in der Zukunft zu schützen. Bravo

      • Patrick sagt:

        Gewisse Sensibilitäten wurden offenbar auch Fabian entfernt.
        Selbst beschnitten aus medizinischen Gründen, sind es meine Jungs bisher nicht. Im Gegensatz zur weiblichen Beschneidung, fehlt mit der Vorhaut zumindest nichts, das sehr wesentlich für Sex wäre.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Patrick: Das ist eine gewagte Behauptung, denn ohne direkten Vergleich kann man das ja nicht beurteilen. Fakt ist: Die Vorhaut selbst ist einer der sensibelsten Teile des Penis und schützt gleichzeitig die Eichel vor einer Abstumpfung, zudem erhöht die Kombination die Stimmulationsmöglichkeiten deutlich, was u.a. gerade bei der Selbstbefriedigung vorteilhaft ist. Alles in allem muss man darum sagen: Eine Beschneidung reduziert eindeutig die Wahrnehmungsfähigkeit und damit auch das sexuelle Erleben.

        Es ist darum auch keine Überraschung, dass gerade in konservativ-religiösen Kreisen dieser Umstand inoffiziell einer der Hauptgründe für die Beschneidung ist. Insbesondere soll Jungen das Masturbieren erschwert werden. Aus diesem Grund ist die männliche Beschneidung nicht nur konzeptionell, sondern auch bezüglich der Motivation durchaus mit der weiblichen Beschneidung gleichzusetzen..

      • Paul sagt:

        Die Vorhaut der sensibelste Teil?
        Ich war zur Zeit des Eingriffs schon alt genug, um vergleichen zu können: Der Sex ohne Vorhaut ist eindeutig besser!
        Vielleicht war das mit der Hygiene ja tatsächlich eine Ausrede, und die Männer wollten einfach mehr Spaß?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Paul: Natürlich hat das Gewebe der Vorhaut eine grosse Dichte an Nervengewebe und ist darum effektiv eine der sensibelsten Bereiche, genau genommen wohl am empfindungsfähigsten nach der Eichel. Wenn das im Einzelfall anders sein sollte bzw. nicht wahrgenommen wurde, sollte man davon darum nicht auf die restliche Männerwelt schliessen. Im übrigen widerspricht Ihre Behauptung eindeutig der Geschichte der männlichen wie weiblichen Beschneidung als Eingriff zur Beschränkung der sexuellen Lust.

        So oder so, wenn es derart toll ist dann dürfen sich ja gerne alle Männer als Erwachsene zu dem Eingriff entschliessen. Dass man aber bereits Kinder ungefragt vor fertige Tatsachen stellen muss, bleibt unsinnig. Manche finden Sex ja auch mit Intimschmuck besser, trotzdem käme niemand darauf, die Geschlechtsteile von Neugeborenen mit Piercings zu versehen..

  • Markus sagt:

    Circumcision – die Beschneidung – ist aus meiner Sicht (Arzt) ein schwerwiegender Eingriff ins Leben von Knaben. Wenn, dann kann das im Erwachsenenalter gemacht werden. Es gibt ganz einfach (das mit der Hygiene ist einfach ein Witz) gar keinen Grund dafür – ausser Ideologie oder Geldmacherei und ganz selten eine medizinische Begründung. Völlig klar – deshalb gehen die Argumente sofort aus… Dazu ein Satz: „Schlimm ist, wenn der Hirnriss zur Normalität wird“ – trifft wohl zu bei 25% Beschneidungen der männlichen Weltbevölkerung.

    • Muttis Liebling sagt:

      Selbst die WHO hat die Circumcision für die AIDS- Prävention empfohlen. Der hygienische Vorteil in dem Teil der Welt, welcher nicht unsere Hygienestandards hat, in der Wüste, im Slum, ist unbestritten.

      • Tante Jay sagt:

        Die WHO ist inzwischen durch viele Studien darauf aufmerksam gemacht worden, dass die HIV-Prävention bullshit ist.

        Angeblich soll sie das HIV-Risiko um 60% senken. Kondome tun das zu 99% UND schützen auch gleichzeitig die Frauen, was die Beschneidung nicht tut.

        Und überhaupt. 60% von was? Lifetime Sex?

        Also 100% sind dann die Male, die man Sex hatte? Dann sind die 60% nämlich schnell am Arsch.

        1x Sex ohne Tüte: 60% Risikoverringerung
        2x Sex ohne Tüte: 30%
        4x Sex ohne Tüte: 15%

        Spielst du gerne Russisch Roulette mit 5 Kugeln in der Kammer?

        Übrigens sind in fast allen Gegenden, wo die WHO Erfolg hatte mit der verschissenen Kampagne, die HIV-Zahlen nur in einer Richtung unterwegs:

        Nach oben.

      • Tante Jay sagt:

        Das heißt auf gut deutsch:

        Oh doch, die „Hygienevorteile“ sind sehr wohl heiß umstritten.

      • Stranger sagt:

        Die Beschneidung hat wohl wirklich kaum wirkliche Vorteile in unseren Gefilden. Dort, wo es oft über 30 Grad hat, sieht das sicher anders aus. Wirkliche Nachteile hat sie aber auch kaum. Der Nachteil, dass die Sensibilität leidet, aber, ist nicht von der Hand zu weisen. Wie gravierend der ist, kann ich nicht sagen.

      • tststs sagt:

        Die Temperatur am Schnäbi hängt nicht so sehr von der Umgebungstemperatur ab. Ausser natürlich Sie sind ein Blüttler in Sibirien 😉

      • Stranger sagt:

        Die Blüttler in Sibirien haben die Kleinsten. Hab ich mir sagen lassen.

    • Cybot sagt:

      Ein schwerwiegender Eingriff? So ein Unsinn, es ist ein völlig problemloser Eingriff, der so gut wie keine Auswirkungen auf das Leben eines Jungen hat. Ich wurde auch aus medizinischen Gründen beschnitten, ob es sinnvoll war, kann ich nicht beurteilen, aber geschadet hat es mir kein bisschen und gestört hat es mich auch nie.

      • Tante Jay sagt:

        Cybot, weil es DIR gutgeht, heißt das nicht notwendigerweise, dass das IMMER das Ergebnis ist, wenn man Kinder beschneidet.

        Ich kenne Männer, die waren mit „ihrer“ Beschneidung so unglücklich, dass sie teils suizidal wurden.

        DICH hat es nicht gestört. Schön – und das meine ich auch so.

        Irgendwelche Vorschläge, wie man bei Säuglingen und Kindern die rauspicken kann, die später keine Probleme haben und im Umkehrschluß dann die, die Probleme haben werden, in Ruhe lassen?

      • Stranger sagt:

        su i zi dal? Das finde ich jetzt sehr heftig, ich kann das kaum glauben.

      • Stranger sagt:

        He Tante, jetzt hattest Du viele Stunden Zeit, Deine Behauptungen zu substanziren und es nicht gemacht. Ich schliesse daraus, dass Du das nicht kannst. Du behauptest einfach mal, präventiv.

  • Fabian sagt:

    „Wäre ich in Mexiko aufgewachsen, sähe ich das vermutlich anders.“
    Wäre sie in Somalia aufgewachsen, würde sie vermutlich auch anders über die Genitalverstümmelung bei Frauen denken.
    Die Perspektive ändert nichts an der Tatsache, dass eine unfreiwillige Amputation eben genau das ist.

    • Tante Jay sagt:

      Sie zeigt aber perfekt die kulturelle Voreingenommenheit.

      Und sie zeigt perfekt, dass Beschneidung nichts anderes ist, als eine kosmetische Anpassung an das Schönheitsideal der jeweiligen Region.

      Cut the bullshit. Not the kids.

  • Henry Dommann sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass Buben, junge Maenner, einfach nichts beschnitten werden sollte. Beschneidungen von Buben oder auch Maedchen sind archaische Schnappsideen, die hartnaeckig weiterleben, da man dauernd neue “zeitgemaese“ Gruende dafuer findet. Wo nehmen wir das Recht her an diesen gesund geborenen Kindern rumzuschneiden oder junge Leute so zu indoktrinieren, dass sie meinen es “fehlt “ ihnen was. Man lebt perfekt unbeschnitten.

    • Hotel Papa sagt:

      Man lebt auch perfekt beschnitten. Bei mir hatte es medizinische Gründe (Phimose). Aber, ja: If it aint broke, don’t fix it.

      • Tante Jay sagt:

        Wenn du vor oder während der Pubertät beschnitten wurdest, bist du betrogen worden – genauso wie deine Eltern.

        In der Kindheit, solange der Junge pinkeln kann, ist die Diagnose „Phimose“ eine standardmäßige, da die Vorhaut bis fast zum Ende der Pubertät mit der Eichel verklebt ist.

        D.h. JEDER Junge, wenn er geboren ist, hat eine „Phimose“ – die sog. physiologische Phimose. Sie ist da, aber kein krankhafter Zustand.

      • Stranger sagt:

        „Ain’t“ kann man um den Apostroph nicht beschneiden, Papa.

      • Hotel Papa sagt:

        Du siest doch, dasss ich das kann.

      • Hotel Papa sagt:

        @Tante Jay: Wie kommt es dann, dass keiner meiner vier Brüder beschnitten wurde?

        Mann kann auch ein Fass aufmachen, wo es nicht nötig ist.

      • Stranger sagt:

        BETRUG!! Meine Eltern haben mich beschissen als Kind! Sie haben meine seelische und körperliche Unversehrtheit fahrlässig geopfert im Namen der Tradition! Steinigt sie!

    • Tante Jay sagt:

      Ich kenn dich zuwenig, um genau sagen zu können, warum du beschnitten wurdest und deine Brüder nicht.

      Sie konnten die Vorhaut im „gefährlichen“ Alter von 6 Jahren evtl. bereits zurückziehen – die Synechie, die die Vorhaut mit der Eichel verbindet, löst sich während der Entwicklung des Jungen auf und gibt die Eichel frei. Manche erst mit der Pubertät, andere bereits in früher Kindheit. Jeder Junge ist verschieden.

      Es gibt Kinderärzte, die jeden Jungen, der mit 6 nicht retrahierbar ist, rigoros beschneiden.

      Möglicherweise wurde deiner Mutter Angst gemacht und sie hat später einen anderen Kinderarzt gehabt. Es gibt ungefähr 1 Mio. Möglichkeiten, warum du und deine Brüder nicht.

      • tststs sagt:

        Bei einem meiner Cousins riet der Arzt folgendes:
        Lassen sie den Jungen an der Vorhaut herumspielen, dann löst sich das Problem evtl von alleine. Und das tat es…

      • Reinkarnationen of xy sagt:

        ihr habt einfach keine Ahnung. Philosophie ist nicht gleich Phimose. Wenn es nicht so eng ist, ist es möglich das sich das noch gibt. Aber oft ist es definitiv zu eng. Bei meinen Buben drohte eine Verwachsung. Sie hatten schmerzen beim pinkeln. Zurück ziehen ging gar nicht. Alles warten war nur unnötige Quälerei. Und von wegen das würde mit der Pubertät immer weggehen…. Kannten einen Mann der hatte immer Schmerzen beim Sex wegen Phimose. Er wurde nie behandelt, oder aufgeklärt, bis er nicht wegen Eheproblemen den Arzt darauf ansprach.

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