Die Familienkutsche und das Umweltgewissen

Ein Papablog von Markus Tschannen*

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Ach, schön wars: Mürrisches Autobepacken im Film «Boyhood». Screenshot: Universal Pictures

Manchmal belastet mich die neu gewonnene Verantwortung. Mache ich bei der Pflege alles richtig? Wie geht es ihm gerade? Bei schlechtem Wetter stehe ich am Fenster und schaue besorgt, wie es schutzlos im Regen steht. Als frischer Autobesitzer macht man sich viele Sorgen, das gehört einfach dazu.

Ich muss gestehen, dass ich Autos mag. Ein Autofreak bin ich aber nicht. Aus ökologischen Gründen legte ich mir lange kein motorisiertes Gefährt zu. Nicht einmal ein Töffli besass ich als Jugendlicher, dabei lebte ich in einem Kuhdorf, das man entweder mit dem Poschi, dem Puch Maxi S oder gar nicht verliess.

Nach vielen autofreien Jahren kam das Baby. Drei Monate hielten wir noch ohne Auto aus. Lange Zugfahrten mit viel Gepäck brachten uns schliesslich zum Einknicken. Das Umweltgewissen gab zähneknirschend seinen Segen zum Autokauf, immerhin gilt es jetzt, eine Familie zu transportieren. So zogen wir los und besorgten uns beim Händler unseres Vertrauens einen Gebrauchten.

Wir kamen nach Hause mit dem Klischeeauto für junge, aber bereits spiessige Eltern. Einem Volvo Kombi, sparsam, aber dennoch sportlich. Schwarz mit getönten Scheiben, damit wir des Kindes Antlitz nicht mit diesen fürchterlichen Saugnapfkatzen vor dem gleissend’ Sonnenlicht schützen müssen. Und natürlich supersicher: Das Auto ist dermassen mit Airbags vollgestopft, man muss nur leicht den Randstein touchieren und PENG sitzt man in einem riesigen Popcorn.

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Plastikgartenhaus auf Rädern – Der Renault Espace hat in den 90ern die Jugend unseres Papabloggers geprägt. Foto: Rudolf Stricker/Wikipedia

In meiner Kindheit gab es diese Sportkombis als Familienkutschen noch nicht. Es war die Ära des Minivans. Kurz vor meinem achten Geburtstag kauften meine Eltern einen Renault Espace. Erste Generation, versteht sich. Das Auto sah aus wie ein Gartenschuppen auf Rädern. Später durfte ich erleben, dass es sich auch fuhr wie ein Gartenschuppen auf Rädern. Meine Eltern behielten es nämlich, bis ich von zu Hause auszog. In den 15 Jahren kamen einige automobile Erlebnisse zusammen:

  • Das Auto hatte eine Karosserie aus Kunststoff, und der kleine Markus trug in den 90ern seine Haare lang. Eine statische Horrorkombination. Wenn ich die Tür berührte, flogen die Funken. Noch heute verfolgt mich eine panische Angst vor Autotüren.
  • Wir fuhren oft zu Verwandten ins Berner Oberland. Auf der Rückfahrt führten wir dann einen Laib Bergkäse mit. Der Käsegeruch und die kurvenreichen Strassen führten mir regelmässig die lokalen Spezialitäten wieder vor Augen.
  • In der Pubertät war mir das Auto bisweilen peinlich: Als stolzer Bauer klebte mein Vater einen riesigen Aufkleber mit der Aufschrift «Simmentaler Fleckvieh» auf den Kofferraum. Abnehmen durfte ich ihn nie, trotz wiederholtem Flehen.
  • Die privaten Fahrstunden mit meiner Mutter werde ich auch nie vergessen. Sie krallte ihre Hände in den Sitz und schrie, dass sie sich nie mehr zu mir in ein Auto setzen werde. Und das nur, weil der Gartenschuppen unter meiner Kontrolle etwas Mühe mit der Spurtreue bekundete.

Mir würden noch hundert Geschichten einfallen, denn Familienautos sind zwangsläufig mit Erinnerungen verbunden. Schöne Erinnerungen an Ausflüge und nachträglich romantisierte Erinnerungen an Pannen und Zwischenfälle aller Art. Man war gemeinsam als Familie unterwegs und hat zusammen mit dem Auto viel erlebt.

Die drei illustren Herren von «Top Gear» bauen eine Familienkutsche zum Cabrio um. Quelle: Youtube

Diese Prägung fördert freilich keine autofreie Gesellschaft und so schleicht sich das Umweltgewissen zurück in meinen Kopf: Durch den Besitz einer Familienkutsche glorifiziere ich gegenüber meinem Kind das Verkehrsmittel Auto. Eine Gewissensberuhigung muss her, und ich finde sie im technischen Fortschritt: Nach den Minivans, den Sportkombis und den SUVs wird sich bestimmt bald das Elektroauto zum idealen Familiengefährt mausern. Sobald das Kind kritische Fragen stellen kann, besitzen wir ein Auto, das wir mit unseren eigenen Solarzellen auftanken. So wird sich der Nachwuchs später an eine nicht gänzlich widerspruchsfreie, aber doch einigermassen vernünftige Mobilität erinnern. Das klingt nach einem guten Plan. Alles, was mir noch fehlt, ist ein peinlicher Aufkleber für den Kofferraum. (Und das Auto … und die Solarzellen …)

Liebe Leserinnen und Leser, von «Tschannen, Sie sind ein inkonsequenter grüner Spinner» über «Früher gab es auch keine Airbags und ich bin trotzdem gesund» bis hin zu «Ich wuchs autofrei auf und heute bin ich velosexuell»: Wie auch immer Ihre Kommentare geartet sein mögen, ich freue mich auf die heutige Diskussion.

tschannen*Markus Tschannen lebt mit Frau und Baby wochenweise in Bern und Bochum. Unter dem Pseudonym @souslik nötigt er auf Twitter rund 8000 Follower, an seinem Leben teilzuhaben.

254 Kommentare zu «Die Familienkutsche und das Umweltgewissen»

  • Ben sagt:

    Da keiner von uns mit dem Auto zur Arbeit fährt, haben wir ein mobility Abo. Die drei Fahrzeuge stehen rund 300 Meter von unserem Haus entfernt. Wir fahren rund 4‘000 km im Jahr mit mobility, was uns total 3‘500 Franken kostet. Also günstiger als die Grundkosten für ein eigenes Auto und auch zur Werkstatt muss man nicht. Zudem können wir die Wagengrösse nach Bedarf wählen.

  • Adrian Wehrli sagt:

    … und Margerittliritter. Ganz China und Indien werden auch ein Autöli wollen, und ein Kühlschränkli, und ja, wir hatten die dreckige industralisierung auch und dass dürfen die auch, auch wenn wir den Planeten (dem ist es übrigens pipen-schnurz) mächtig trashen. Lösung? Technologie, technologie und Globale Schadsstoffbörsen. Die globale Schadstoffbörse ist eine utopie, weil kein Konsen möglich ist. Daher: Forschung, Forschung, Forschung. Und aufhören mit dem grünen Ablassscheiss und dem Dauerschlechten Gewissen, das ist nämlich ein mächtiger Teil des Problems.

    • Hotel Papa sagt:

      Kann man eigentlich eine „Ist mir schnurz ob ich die Umwelt verdrecke“ Meinung auch vertreten, ohne zu Unflätigkeiten zu greifen? Andere schaffen doch auch, sachlich verschieden Meinungen zu vertreten.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Wohl kaum, da Sie ja soeben mit “Ist mir schnurz ob ich die Umwelt verdrecke” genau dieselbe Unflätigkeiten bewiesen haben.

      • Susi sagt:

        Der Adrian ist halt mängisch ein bitzeli ein Unflat. Wenn er sich dann mal beruhigt hat, ist er aber lustig, dann verzeiht man ihm wieder alles (also, ich auf jeden Fall)!.

      • Stranger sagt:

        Er hat Sie paraphrasiert, Wehrli. Anscheinend geht indifferente Haltung zur Umwelt einher mit niedrigem Aufmerksamkeitsgrad beim Lesen.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Nein Stranger. Er hat mich unflätig tituliert. Denn es ist mir nicht schnurz ob ich die Umwelt verdrecke. Anscheinend geht eine moralingeschwängerte Haltung zur Umwelt einher mit niedrigem Aufmerksamkeitsgrad beim Lesen.

      • Sportpapi sagt:

        Die GLP-Idee, man könne die Natur schützen ohne jegliche Einschränkung, nur mit technologischem Fortschritt, ist aber wohl genauso simpel wie die grüne Idee, es gehe vor allem um Verzicht. Weshalb nicht beides, wenn schon? Und weshalb ist ein schlechtes Gewissen Teil des Problems? (dass Ablasshandel ein Schei ss ist, das ist klar. Eben eine Scheinlösung, die nichts verändert)

      • Hotel Papa sagt:

        Tatsache ist, das in diesem Blog bisher sachlich die verschiednesten Meinungen verteten wurden, bis der A.W“. auftrat und unangenehm auffiel.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ui, da ist der sportliche Papi aber etwas „uliidig“, fascht scho quängelig. Und sachlich war hier drin bisher noch nicht viel, das ging eher so: Also ICH bin super weil ICH kein Auto und drumm ICH moralisch überlegen bin ….

      • Sportpapi sagt:

        Das ist die Antwort auf meine Aussage? Da hätte ich nun etwas mehr erwartet. Ansonsten ist es halt so, dass Leute, die Extrempositionen einnehmen, auch entsprechende Reaktionen erhalten.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Die Antwort auf Sportpapi: Der beste Umweltschutz ist Wohlstand, dann nämlich zahlt die Bevölkerung dafür. Allein in der Schweiz „geben“ wir jährlich mehr aus für Umweltschutz als für die Armee. Darin eingerecht ist z.B. dass wir nicht unser Abwasser in den See lassen, Filter pflicht sind, Moore ufahren werden …usw…

      • Stranger sagt:

        Moralin? Ich? Wie kommen Sie denn auf diese seltsame Idee? Nein. Ich bin in Bezug auf die Umwelt sehr ideologiefrei. Einfach nicht wissensfrei und meinungsfrei. Aber meine Meinungen sind genau meine und niemandes sonst.

      • Sportpapi sagt:

        Es ist aber auch dieser Wohlstand, der dafür sorgt, dass wir immer mehr Wohnraum benötigen, grössere und schwerer Autos mit immer besserer Ausstattung, immer häufiger und weiter in die Ferien fahren, usw.

  • Claude Nöthiger sagt:

    Tia man kann sich auch informieren, dann weiss man auch, dass es Erdgasfahrzeuge gibt die in der Schweiz mit hohem Biogas-Anteil fahren. Aber nein man redet sich ein man warte auf das E-Auto welches aber auch Solarbetankt kaum umweltfreundlicher sein wird als ein Biogas betriebener Zafira, Touran, Caddy oder was sonst noch so gibt. Ganz abgesehen davon, dass sich ein Erdgasfahrzeug wie ein normales fahren lässt und man nicht nach dem Badibesuch ins Taxi schwingen muss weil die Batterie leer ist und man nochmals weg muss. Es gibt übrigens auch den Volvo in Erdgas, nur im Moment nicht neu.

    • Stranger sagt:

      Ein normales Elektroauto hat eine Reichweite von zwischen 200 und 300 Kilometern, was ausreicht für den Ausgang nach der Badi. Ich bin aber sehr für die Produktion von Biogas. Ob es für die Mobilität oder die Heizung verbrannt wird, ist der Umwelt aber egal.

      Abgesehen davon: In den Ausgang geht man ja eh mit dem Zug (oder dem Tram oder dem Bus).

      • Claude Nöthiger sagt:

        Die Reichweite von 200 bis 300km ist sehr optimistisch (wenn man nicht den Tesla nimmt, aber als Familienauto wohl eher ungeeignet), eventuell im Sommer im Winter eher nicht. Aber es ging mir mehr um die „Tankzeit“, natürlich reichen normal 150km, aber wenn der Akku leer ist, ist er leer und dann dauert es halt einfach. Zudem ist die Verknappung bei Lithium vorprogrammiert bei einem Boom von E-Autos. Das E-Auto WIRD die Zukunft sein, aber das Speicherproblem muss erst gelöst sein und das kann dauern und falls heute der Strom dazu aus der Steckdose und nicht vom Dach kommt, lieber Benzin fahren

      • Hotel Papa sagt:

        „Zudem ist die Verknappung bei Lithium vorprogrammiert bei einem Boom von E-Autos“

        Nur zu heutigen Preisen. Schon bei einrer verdoppelung des Preises (was Lithium noch nicht in den Status eines Edelmetalls erhebt) loht es sich, Lithium aus Meerwasser zu gewinnen. Diese Quelle ist quasi unerschöpflich.

        Die Benzinkutschen verarbeiten u.A. Platin. Das ist echt ein rarer Werkstoff.

      • Herr Nöthiger, der Tesla (Mod. S und X) ist als 5 – 7-Plätzer mit zwei Kofferräumen durchaus ein Familienauto. Halt eher was für gut verdienende Familien und wegen dem grossen Akku ist die Kritik bezüglich grauer Energie nicht ganz unberechtigt.

      • Stranger sagt:

        Nöthiger, alles jetzt mal ignoriert. Aber zur Wortwahl: was zum Teufel heisst „vorprogrammiert“? Kann man auch nachprogrammieren? Und ist das das Gegenteil des Vorprogrammierens? (Antwort: Nein. Nachprogrammieren ist etwas recht anderes als das normale Programmieren. Und ich kann programmieren, thank you very much)

        Ich gebe Ihnen die Antwort: Man kann nur einfach programmieren. Ein Vor oder Nach braucht es nicht.

        Wer seine Kinder schlägt, der programmiert psychische Probleme. Er programmiert sie nicht „vor“.

    • Sie haben recht, Erd-/Biogas wäre natürlich eine vernünftige Alternative gewesen. Zumindest zum jetztigen Fahrzeug mit Dieselmotor. Längerfristig halte ich das Elektroauto aber für vielversprechender. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es ebenfalls seine ökologischen Schwächen hat.

  • Michael Perini sagt:

    „Progress is the institutionalized externalization of costs“.

    > Lange Zugfahrten mit viel Gepäck brachten uns schliesslich zum Einknicken.

    Wieso wollen sie überhaupt weg? *Müssen* Sie wegfahren? Ehrlich?

    Achso, ihre Umgebung hat ihnen Flöhe ins Ohr gesetzt und jetzt muss halt ein Auto her. Koste es, was es wolle.

    @Adrian Wehrli: Sie sind Teil des Problems. China baut *alle* Primärenergieerzeuger aus und die Partei hat in ihrem Energiebericht ausdrücklich erwähnt, dass die Anlagen energetisch sich selber erhalten sollen. Unsere Politiker (und Sie) wissen ja nicht einmal um das Problem.

    • Adrian Wehrli sagt:

      „energetisch sich selber erhalten sollen“, ja das Problem sind tatsächlich die Margritlizähler die jeden Humbug glauben. Leider dürfen die wählen, das ist nun der Preis: Eine wahre Volksdemokratie von Hobbyexperten mit Moralkeule.

    • Ich will nicht „weg“. Wir sind seit der Geburt des Kindes noch nie in die Ferien gefahren. Aber wir haben getrennte Wohnsitze und müssen daher notgedrungen in gewissen Abständen (die wir möglichst gross halten) hin und her fahren. Ansonsten hätten wir uns klar kein Auto gekauft. Flöhe hat mir eigentlich niemand ins Ohr gesetzt. Das Auto kostet uns vermutlich nicht mehr als die Zugfahrten, aber natürlich geht die Entscheidung fürs Auto zulasten der Umwelt.

  • dres sagt:

    Wir fahren deutlich unter 10’000Km im Jahr, das Teil braucht gut 4 Liter Diesel. Nein, diesen Luxus lassen wir uns nicht nehmen, so lange wir ihn bezahlen können. Und auch ferientechnisch dürfte das ökologischer sein als in ein Flugzeug zu sitzen.

  • Jan sagt:

    Wir sind Kinderlos und leben auf dem Land. Wir haben uns auf ein Auto beschränkt, weil meine Frau zu Fuss zur Arbeit kann und ich manchmal das Fahrrad nehme. Für die Freizeit wollen wir aber nicht ohne. Wir fahren gerne zu einem beliebigen Zeitpunkt an einen beliebigen Ort, ohne dies gross zu planen. Gestaunt haben wir, als wir unseren Toyota Verso für eine 3 Wöchige Schweden Reise bis unters Dach (Rücksitze runtergeklappt) haben. Wie machen das 4 Köpfige Familien???? Kann schon sein, dass wir es übertreiben, bei Flugreisen nutzen wir die 30kg Freigrenze bis auf das letze Gramm aus.

  • Bruno Müller sagt:

    Sie tun dem Espace I unrecht. Dieses Auto ist Kult. Klare, schöne Form, sehr praktisch, komfortabel und innovativ. Nur 1200kg Leergewicht. Gute Fahrleistungen, und das Fahrverhalten habe ich auch nicht schlecht in Erinnerung, ausser der Seitenwindempfindlichkeit.
    Ich bin mit 20 mit einem Espace I und der Freundin nach Deutschland in die Ferien. War super…

    • Ich habe das etwas überspitzt formuliert. Der Espace war in der Tat ein tolles Auto. Nur war er in meinem Fall, als ich dann endlich fahren durfte auch schon ein sehr altes Auto und deshalb etwas … bäh.

    • Nina sagt:

      Ich fand’s auch toll. Bis uns einer hinten aufgefahren ist. Plastik war sofort zersplittert und überall quoll so eine Art Wolle raus. Quasi irreparabel. Und ich hab nur gedacht, zum Glück war’s nicht ein richtiger Unfall, mit Wucht und Geschwindigkeit und so…

  • Bluemechischtli sagt:

    meine Mami hatte früher einen 3-er BMW kombi und dieser wurde in unserer Familie liebevoll „Bluemechischtli“ genannt, weil sie immer die Pflanzen für den Garten darin transportierte (nebst etwa 6 Kindergartenkindern, was heute ja niemals mehr ginge)…und immer wenn ich heute mit meinen Kindern irgendwo fahre und einen Jahrgangsähnlichen BMW sehe, wird mir ganz warm ums Herz ob all dieser schöner Erinnerungen in und um Mami’s Bluemechischtli 😉

  • Nemo sagt:

    Ich frage mich nur was ökologisch schlechter ist. Ein Automobil mit fossilem Verbrennungsmotor im Eigentum zu nutzen oder zwischen zwei Wohnsitze im Abstand von 650 Kilometer regelmässig zu pendeln. Unabhängig der gewählten Art der mobilen Fortbewegung, ist diese regelmässige Streckenbewältigung eine Überbelastung des Ökosystems. Die ökologische Doppelmoral entstand nicht bei der Anschaffung des Dieselgefährtes, sondern beim Pendelentscheid. Dieser Pendelentscheid sollte im Fokus des ökologischen Gewissens stehen und nicht fossil oder elektrisch!

    • Sie geisseln mich hart, und ich muss mir das angesichts der Tatsachen auch bieten lassen. Unsere Wohnsituation ist nicht sehr ökologisch. Mobilität über solche Distanzen verursacht in jedem Fall Emissionen. Nun war das weniger ein Entscheid sondern eher eine Altlast (Beruf, Studium) deren Ende durchaus absehbar ist. Es gibt halt manchmal äussere Zwänge aus denen man dann das Beste machen darf.

      • Nemo sagt:

        Eigentlich ging es mir nicht ums Geisseln, sondern um den „Widerspruch im Widerspruch“ :-). Das Gift Moralin treibt uns zu den abstrusesten Taten und Rechtfertigungen. Aber wir Reduzieren alles auf Gut und Böse. Zug = Gut; elektrischer Antrieb = Gut; fossiler Verbrennungsmotor = Böse. Aber statt alles mit der Schwar-Weiss-Brille zu begutachten, sollten wir die vielen Grautöne, welche das Leben zu bieten hat, bewusst geniessen.

  • gähn gähn sagt:

    Langweilig, langweilig, diese Ausrederei.
    Unsere Kinder sind jetzt volljährig und wir hatten nie einen Führerschein.
    Es geht, wenn man will – wenn man WILL.
    Aber wer ist heute noch wirklich konsequent, man kaschiert dann seine Umfallerei einfach mit einem Deckmäntelchen und posaunt es auch noch in die Welt hinaus.
    Öder geht nimmer …

    • Hotel Papa sagt:

      Ist doch gut so. Keiner muss, jeder darf.

    • Lichtblau sagt:

      Die Ausreden mögen langweilig sein, die Tschannen-Storys sind es nicht. Bochum-Bern, das ist wie Grönemeier-Lauener. Über diesen Spagat würde ich gern mehr lesen. Eins jedenfalls scheint klar: Geschichten aus dem Hause Tschannen kommen hier im Mamablog ausserordentlich gut an.

  • Elena sagt:

    egal ob mit oder ohne kind; es ist halt bequem, wenn die kutsche vor der haustür bereitsteht…
    oder: es ist einfach einstellungssache, ob man ohne auto auskommen kann oder nicht.
    kein auto zu haben, ist übrigens nicht nur ressourcenschonender und sparsamer, weil kein auto gebaut und gekauft werden muss, sondern auch, weil man ganz vielen anderen quatsch, den man eigentlich nicht braucht, gar nicht kauft. wenn mans selber heimtragen muss, überlegt man sich oft zweimal, ob man X denn wirklich braucht!

  • Safster sagt:

    Solange Sie Ihre Ideologie nicht Ihrem Lebensstil anpassen, habe ich damit wenig Mühe. Ich stelle nur fest, dass ehemals ökologisch orientierte Leute nach Kinderkriegen sowohl aus der Stadt raus ziehen, sich mindestens ein Auto zulegen und dann auch noch kundtun, sie täten dies den Kindern zuliebe. Ich glaube tatsächlich, dass es sich heute vorzüglich ohne Auto und zwei Kindern in der Stadt leben lässt, sofern man irgend in einer Form Zugang zu einem Auto hat für die wenigen paar Male, in denen Sie etwas transportieren wollen oder sogar in die Ferien fahren. Daher, ja, etwas weich von Ihnen.

    • Grundsätzlich einverstanden. Auf der anderen Seite: Warum sollte man seine Ideologie nicht auch mal im Leben anpassen dürfen? Zuerst Wasser predigen und dann doch Wein trinken geht nicht, das ist klar. Ich habe nie jemandem das Auto abgesprochen, ausser mir selber. Jetzt mit Kind bringt es mir einfach den grösseren Komfortgewinn als es das früher getan hätte. Das hat mit „dem Kind zuliebe“ nichts zu tun, sondern eher mit „mir zuliebe“.

  • huhu93 sagt:

    Eine Familienkutsche sollte nicht einfach entsorgt werden. Sollte aber dennoch eine Entsorgung anstehen, sollte diese möglichst fachgerecht und umweltfreundlich erfolgen. Das Unternehmen Auto Verkaufen Schweiz bietet alles rund um den Autoexport und dem Auto Entsorgen an. Dabei wird besonders auf die Qualität der Wiederverwendbarkeit geachtet.

  • Gritibänz sagt:

    > Lange Zugfahrten mit viel Gepäck brachten uns schliesslich zum Einknicken.

    Wenn ich an unsere Fernfahrten denke, dann muss ich – für mich – sagen: lieber vier Stunden im Zug, wo man Plätze wechseln, spielen, picknicken und spazieren gehen kann, als drei Stunden am Steuer und die Kinder hinten angebunden. Unvergesslich die Wanderung unseres Anderthalbjährigen an die Spitze des Zuges, um die Lok zu sehen, wie er erstaunt durch die offene Türe in die Küche des Speisewagens lugte („Ma, choche“) und dem tamilischen Koch zum Abschied zuwinkte…

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